DE603799C - Vorrichtung zur selbsttaetigen Beeinflussung einer Kraftquelle in Abhaengigkeit von den Angaben eines Anzeigegeraetes - Google Patents
Vorrichtung zur selbsttaetigen Beeinflussung einer Kraftquelle in Abhaengigkeit von den Angaben eines AnzeigegeraetesInfo
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Description
Es sind bereits Vorrichtungen zur selbsttätigen Beeinflussung einer Kraftquelle in Abhängigkeit
von den Angaben eines Anzeigegerätes, z. B. eines Kompasses, bekannt, bei
denen ein den Bewegungen der Nadel des Anzeigegerätes folgendes Kontaktglied vorgesehen
ist. Dieses Kontaktglied wird absatzweise, z.B. durch einen Magneten, mit einzelnen Kontakten
in Verbindung gebracht, um die Kraftquelle zu steuern.
Bei bisher vorgeschlagenen Einrichtungen dieser Art ist das Kontaktglied mit der Kompaßnadel
fest gekuppelt, so daß die Kompaßnadel im Augenblick der Kontaktgebung durch das
Kontaktglied in. ihrer Bewegung gehemmt ist und während der Kontaktgebung keine andere
Einstellung der Kompaßnadel stattfinden kann. Dies wirkt sich, wie ohne weiteres einzusehen ist,
dahin aus, daß die Vorrichtung grob und ungenau arbeitet.
Man hat daher schon versucht, die Kupplung des Kontaktgliedes und der Kompaßnadel durch
eine Feder zu bewirken. Hierdurch wird eine gewisse Unabhängigkeit der Bewegung der
Kompaßnadel gegenüber dem Kontaktglied gegeben. Es liegt aber immer noch eine mechanische
Kupplung zwischen den beiden Teilen vor, die für viele Zwecke unerwünscht ist, da
eine solche Kupplung ein genaues und feines Regeln stört, um so mehr, als durch Spannen
der Feder zusätzliche Schwingbewegungen auftreten können.
Nach der Erfindung wird das Kontaktglied gegenüber dem Zeiger des Gerätes, z. B. also des Kompasses, derart angeordnet, daß es beim Aufdrücken auf die Kontakte von jeder Verbindung mit dem Zeiger gelöst ist.
Nach der Erfindung wird das Kontaktglied gegenüber dem Zeiger des Gerätes, z. B. also des Kompasses, derart angeordnet, daß es beim Aufdrücken auf die Kontakte von jeder Verbindung mit dem Zeiger gelöst ist.
Die bauliche Ausführung geschieht entweder so, daß das Kontaktglied aus zwei mit entgegengesetzten
Polen übereinander angeordneten Magnetnadeln besteht, so daß es mit der Kompaßnadel nur durch magnetische Einwirkung
gekuppelt ist, oder dadurch, daß der Zeiger • des Gerätes Zentrierstifte trägt, die zur Führung
des Kontaktgliedes dienen, wobei die Verbindung durch Abheben während der Kontaktgebung
gelöst wird.
Auf diese Weise gelingt es, ein freies Spielen des Zeigers des Anzeigegerätes zu erhalten, wenn
das Kontaktglied durch den zur Kontaktgebung verwendeten Kontaktbügel festgehalten wird.
Dies ist insbesondere bei der Steuerung von Schiffen wertvoll, weil die Kräfte, die auf die
Kompaßnadel ausgeübt werden, verhältnismäßig gering sind. Es ist daher sehr erwünscht,
die Kompaßnadel von zusätzlichen Einwirkungen zu befreien. Die Erfahrung zeigt, daß
mit dem neuen Gerät eine sehr feine und genaue Regelung erreicht wird.
Auf der Zeichnung ist die Anwendung der Erfindung beim Steuern eines Schiffes in zwei
Ausführungsbeispielen dargestellt, und zwar zeigt :
Abb. ι einen Kompaß in Draufsicht, bei der der Haltering und der Glasdeckel abgenommen
sind,
Abb. 2 einen Aufriß im Schnitt zu Abb. ι
mit aufgesetztem Glasdeckel und Haltering, Abb. 3 die Steuervorrichtung, Abb. 4 die Kontakttrommel,
Abb. 5 einen Schnitt nach der Linie 5-5 der Abb. 3,
Abb. 6 den abgewickelten Mantel der Kontakttrommel,
Abb. 7 den Mantel wie Abb. 6 in einer anderen Ausführungsform,
Abb. 8 eine Draufsicht einer anderen Ausführungsform der Erfindung,
Abb. 9 einen senkrechten Schnitt zu Abb. 8, Abb. 10 den Kontaktbügel zu der Ausführung
nach Abb. 8 und 9 in schaubildlicher Darstellung.
Das Kompaßgehäuse 11 (Abb. 2) ist auf seiner
Unterseite durch ein Gewicht 12 beschwert und in üblicher Weise mittels der bekannten Kompaßbügel
kardanisch aufgehängt. Die Schneidenzapfen 13 des Kompaßgehäuses liegen in
zwei Pfannen des Ringes 14, der seinerseits mittels der Schneidenzapfen 15 in dem festen
Ring 16 aufgehängt ist.
Die Kammer 17 des Kompasses enthält die gewöhnliche dämpfende Flüssigkeit. Die Kammer
ist durch einen Glasdeckel 18 abgeschlossen, der unter Zwischenschaltung einer Dichtung 19
durch den Ring 21 mittels Schrauben auf seinen Sitz gedrückt wird.
In der Mitte des Gehäuses 11 ist ein aufrechter
Bolzen 22 befestigt, der am oberen Ende mit einem Zapfen 23 versehen ist. Die Spitze des
Zapfens 23 stimmt genau mit dem Punkt überein, um den der aufgehängte Kompaß schwingt.
Auf der Spitze des Zapfens 23 ist der Schwimmer 25 mittels der mit einem konischen Lager versehenen
Schraube 24 aufgehängt, die in eine Bohrung des Schwimmers 25 eingeschraubt ist.
Der Schwimmer hat den Zweck, den Zapfen 23 von einem Teil des durch das Gewicht des
Zifferblattes und der Nadeln auf ihn ausgeübten Druckes zu entlasten. Die vier magnetischen
Nadeln, durch die der Kompaß seine Einstellung erhält, sind in vier einander parallelen
Röhrchen 26 angeordnet. Die beiden mittleren sind etwas länger als die äußeren und gehen
durch den Schwimmer 25 hindurch. Die äußeren liegen tangential am Schwimmer 25. Die Verbindungsstellen
der Röhrchen mit dem Schwimmer sind gut abgedichtet.
Die Röhrchen 26 tragen mittels der Arme 27 das kreisringförmige Zifferblatt 28, das mit
einer beliebigen Skala versehen ist (Abb. 1). Die beschriebene Bauart des Kompasses ist
eine der in der Praxis häufig gebrauchten Ausführungen. Die Erfindung kann angewendet
werden, ohne den Kompaß zu verändern, es ist jedoch vorteilhaft, einen zusätzlichen Stabmagneten
31 parallel zu den Röhrchen 26 auf dem Schwimmer 25 anzubringen, so daß dieser
Magnet sich möglichst dicht unter dem Glasdeckel 18 befindet. Die Pole des Zusatzmagneten
liegen in gleicher Richtung wie die der Nadeln in den Röhrchen 26, so daß er mit den gewöhnliehen
Nadeln zusammenwirkt. Andererseits kann er als Mittel betrachtet werden, ein Magnetfeld zu schaffen, das auf irgendeine selbst
magnetische oder unmagnetische Anzeigevorrichtung einwirkt. Die einzige weitere Änderung
des gewöhnlichen Kompasses besteht darin, daß der obere, äußere Rand des Kompaßgehäuses
mit einer Ringnut 32 versehen wird, in die die glattgedrehten Enden der Schrauben 34 hineinragen,
die in den über den Rand des Gehäuses 11 greifenden Flansch eines Ringrahmens 35 eingeschraubt
sind. Der Rahmen 35 kann durch diese Befestigungsart auf dem Kompaßgehäuse verdreht werden und in einer beliebigen Richtung
eingestellt werden.
Der Rahmen 35 ist innen mit einem Ansatz 36 versehen,· gegen den sich ein Ring 37 aus
Isolationsstoff legt, der gewisse, später beschriebene Kontakte trägt. Auf diesem Ring 37 liegt
eine Gummidichtung 38, dann folgt ein zweites Deckelglas 39, das durch einen Ring 41 festgehalten
wird. Der Ring 41 ist mittels Schrauben auf dem Rahmen 35 befestigt (Abb. 2).
Das genau zentrisch aufgesetzte Deckelglas 39 trägt in der Mitte einen Elektromagneten, dessen go
Achse daher genau mit der Achse des Zapfens 23 übereinstimmt. Der Elektromagnet besteht
aus einem Ringgehäuse 42, auf das eine bewegliche Kappe 43 aufgeschraubt ist. Das Gehäuse
42 enthält einen Spulenhalter 44, auf den die Wicklung 45 aufgewickelt ist. In dem Spulenhalter
44 ist der röhrförmige Weicheisenkern 46 befestigt. Dieser ist an beiden Enden mit
Büchsen 47 aus Isolierstoff versehen, in deren Längsbohrungen eine Spindel 48 auf und ab
gleiten und sich drehen kann. Die Spindel 48 muß genau in der Achse des Zapfens 23 liegen,
so daß das Feld des Elektromagneten keinen störenden Einfluß auf die Dauermagneten ausübt,
die für den Kompaß richtunggebend sind.
Das untere Ende der Spindel 48 ruht auf dem Deckelglas, wenn die Spindel 48 ihre unterste
Lage einnimmt. Ein kurzes Stück über dem unteren Ende, wie es technisch ausführbar ist,
trägt die Spindel 48 ein Paar waagerechter Magnetnadeln 51 und ein weiteres Stück über
diesen Nadeln 51 ein zweites Paar Magnetnadeln 52. Die Nadeln 51 und 52 sind gleich stark
magnetisch und so angeordnet, daß die Südpole des einen Paares über den Nordpolen des anderen
Paares liegen. Die Nadeln verhalten sich daher in bezug auf das Erdfeld neutral, das Magnetsystem,
bestehend aus den Nadeln 51, 52 und der drehbaren Spindel, ist also frei von irgendwelcher
richtunggebender Beeinflussung, es ist astatisch. Indessen wird dieses Magnetsystem
von den Kompaßmagneten beeinflußt, und zwar
dadurch, daß die Nadeln 51 näher bei den Kompaßnadeln in den' Röhrchen 26 liegen als
die Nadeln 52. Das astatische, drehbare System, bestehend aus der Spindel 48 mit den Nadelpaaren
51 und 52, nimmt folglich eine Stellung ein, bei der die Nordpole der Nadeln 51 über
den Südpolen der Kompaßnadeln liegen. Diese Wirkung wird wesentlich erhöht, wenn der
Zugatzmagnet 31 angebracht wird, da dieser sich dann in unmittelbarer Nähe der Nadeln 51
befindet.
Die Stärke des magnetischen Feldes nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab, so daß
die Einwirkung der Nadel 31 und der Nadel 52 aufeinander unbedeutend gegenüber derjenigen
der Nadel 31 und der Nadeln 51 ist. Der Unterschied der beiden Einwirkungen kann dadurch
vergrößert werden, daß man die Enden der Nadeln 52 nach oben umbiegt, oder dadurch,
daß man den Abstand der Nadeln 52 und 31 vergrößert.
Der Ring 37 dient dazu, eine Reihe von Kontakten nach Art eines Kommutators aufzunehmen
und voneinander zu isolieren, die Zahl und Anordnung dieser Kontakte ist beliebig.
Wie aus Abb. 1 hervorgeht, sind neun Kontakte 53 angeordnet, die sich jeder über einen
verhältnismäßig kleinen Ausschlagwinkel des Kompasses erstrecken. Der mittelste Kontakt
ist der Hauptkontakt; es wurde gefunden, daß vier ähnliche Kontakte auf jeder Seite des
Hauptkontaktes für alle gewöhnlichen Zwecke genügen. Neben diesen sind zwei etwas längere
Kontakte 54 und zwei sehr viel längere Kontakte 55 angeordnet. Gegenüber den Kontakten
53 ist ein sich etwa über 180 ° erstreckender
Totkontakt 56 angeordnet.
In den winkeligen Zwischenräumen zwischen den einzelnen Kontakten sind konische Stege 57
(Abb. 2) befestigt, damit der Kontaktbügel 58 jeweils nur mit einem der Kontakte in Berührung
ist. Der Kontaktbügel 58 besteht aus Federdraht und ist an einem Ende der Nadern
51 befestigt, und zwar vorzugsweise am Südpol, so daß der Bügel über dem Nordpol auf dem
Kompaßzifferblatt liegt. Ein ähnlicher Bügel 59 ist am anderen Ende der Nadeln 51 befestigt,
dieser liegt auf dem Totkontakt 56 auf, er übt also keine elektrische Funktion aus.
go In der untersten Stellung ruht die Spindel 48
auf dem Glasdeckel 18, dabei sind die Bügel 58 und 59 nicht mit dem Ring 37 und den Kontakten
in Berührung. Wenn sich die Spindel 48 nach aufwärts bewegt, so legt sich der Kontaktbügel
58 auf einen bestimmten Kontakt 53,
54 oder 55, und der Bügel 59 legt sich auf den Totkontakt 56. Die Spindel 48 wird durch Erregung
der Windung 45, die auf einen spulenförmigen Anker 61 einwirkt, angehoben. Die
Bügel 58 und 59 legen sich gegen die Kontakte, bevor der Anker 61 den Weicheisenkern 46 berührt
; die Wirkung der Erregung der Windung 45 ist jedoch so stark, daß die Bügel 58 und 59
gebogen werden, bis der Anker 61 den Weicheisenkern 46 berührt. Bei Aufhören der Er-
regung der Windung 45 wird durch die Federwirkung der Bügel 58 und 59 ein schnelles
Zurückfallen des Ankers 61 bewirkt.
Es erklärt sich nunmehr die Verwendung von isolierenden Büchsen 47. Außerdem geht aus der
beschriebenen Anordnung hervor, daß die Vorrichtung mit Bezug auf einen bestimmten Kurs
eingestellt werden kann. Der Ring 35 kann mit einer Gradeinteilung versehen sein, um den
Winkel anzugeben.
Wie aus den Abb. 1 und 2 ersichtlich ist, ist es möglich, den Stromkreis statt über den
Anker 61 und den Weicheisenkern 46 über den Totkontakt 56 zu schließen. In diesem Falle
würde der Bügel 59 ebenfalls einen Kontaktbügel darstellen.
Theoretisch ist die Stromführung durch die Magnete 51 nicht wünschenswert, weil dadurch
möglicherweise irgendwelche Wirkungen auf die Kompaßmagnete ausgeübt werden können, indessen
ist eine solche schädliche Wirkung bei einer Anordnung mit den auf der Zeichnung
dargestellten Massen praktisch gleich Null. Die ungünstige Wirkung kann vollständig vermieden
werden, wenn man besondere Kontakt- g0 federn benutzt, die im rechten Winkel zu den
Kompaßnadeln angeordnet sind. Indessen ist dies nicht notwendig.
Die beschriebene Anordnung wirkt auf eine Steuervorrichtung ein, die einheitlich auf einer
Grundplatte 65 (Abb. 3) aufgebaut ist. Es wird irgendeine beliebige Antriebskraft, vorzugsweise
ein Elektromotor 66, verwendet, der mittels eines V-förmigen Riemens 68 und entsprechender
Rillenräder 69 eine Welle 67 antreibt. Auf der Welle 67 ist ein Zahnrad 71 aufgekeilt, das in
ein größeres Zahnrad 72 eingreift, durch das eine Kontaktwalze 73 gedreht wird. Auf dieser
schleifen zwei Bürsten 74, die beim Drehen der Kontaktwalze zeitweise durch ein Kontaktstück
75 derselben miteinander leitend verbunden werden. Diese Walze steuert den Schalter für
die Erregung der Windung 45. Es wurde gefunden, daß für ein Boot von etwa 121Z2 m
Länge eine Umdrehungszahl von etwa 60 Um- no
drehungsminuten günstig ist, das Kontaktstück 75 erstreckte sich dabei über etwas mehr als
270 °, so daß die Erregung der Windung 45 etwa dreimal so lange andauerte wie die Nichterregung.
n5
Die Welle 67 ist in Lagen 76, 77 gelagert. Am Ende der Welle ist ein Kegelrad 79 aufgekeilt.
Zwischen diesem und dem Traglager 77 ist ein Kugeldrucklager 78 angeordnet. Das Kegelrad
79 treibt in verschiedener Richtung zwei Kegelräder 8is und 8τΡ an, die ihrerseits das Steuergetriebe
in verschiedener1 Richtung antreiben,
6OB
um das Schiff nach Steuer- oder Backbord zu lenken. Die Räder 81* und 8if sind daher auf
einer Welle 82 frei drehbar, die in Lagern 83 läuft, und legen sich jedes gegen einen Bund
der Welle 82, beispielsweise das Rad 81/ gegen
einen Bund 84. Die Laufstellen der Räder werden mit Hilfe von Kammern 85 geschmiert,
die mit einem ölaufsaugenden Stoff gefüllt sind. Jedes Rad trägt einen Weicheisenring 86, die
Teile von Magnetkupplungen darstellen, durch die die Räder wahlweise mit der Welle 82 gekuppelt
werden. Die Kupplungen sind von einfacher Bauart und bestehen aus zwei doppelpoligen
Elektromagneten 87, die auf gegenüberliegenden Seiten an biegsamen Platten 88 befestigt
sind. Die Platten 88 sind auf der Welle 82 mit Hilfe einer Muffe 89 befestigt. Für die
Stromzuführung zu den Magneten 87 sind Schleifringe 91 und Bürsten 92 vorgesehen
(Abb. 3). Durch abwechselnde Erregung der Magnetkupplungen wird die Welle 82 in wechselnder
Richtung angetrieben.
Am unteren Ende trägt die Welle 82 ein Zahnrad 93, das mit Zahnrad 94 im Eingriff
ist. Dieses sitzt fest auf der Welle 95, die sich in Lagern 96, 97 dreht und am Ende eine Seiltrommel
98 trägt, auf die das Ruderseil aufgewickelt ist. Das Ruderseil kann mit einer beliebigen
Steuereinrichtung verbunden sein. Zwischen dem Zahnrad 94 und dem Lager 97 trägt die Welle eine Kontakttrommel 99, deren
Bauart in Abb. 4 in größerem Maßstab gezeigt ist. Die Trommel ist auf der Welle drehbar,
sie kann durch eine Stiftschraube 101 in einer bestimmten Stellung festgelegt werden. Auf
dem Mantel der Trommel sind zwei einander gleiche Kontaktflächen 102 und 103 aus Kupfer
angeordnet, die voneinander durch einen isolierenden Längsstreifen 104 und durch einen isolierenden
Streifen 105, der schraubenförmig mit wechselnder Neigung ausgebildet ist, getrennt
sind. Diese wechselnde Neigung geht am besten ' aus der Abwicklung des Mantels der Kontakttrommel
hervor (Abb. 6), woraus zu ersehen ist, daß die Neigung der Schraubenlinie in der Mitte
viel größer als an den Enden des Streifens 105 ist. Indessen kann auch eine Schraubenlinie
mit gleichförmiger Neigung verwendet werden (Abb. 7). Die verschiedene Neigung der Schraubenlinie
hat den Zweck, die Ruderverstellung bei den vier Kontakten 53 auf jeder Seite des
Hauptkontaktes auf eine bestimmte Größe festzulegen und die Verstellung bei den äußeren
Kontakten 54 und 55 zu vergrößern. Dieses Ergebnis wird durch eine Reihe von Bürsten
106 erreicht, die in Bohrungen eines Führungsblockes 107 gleiten. Auf jede Bürste 106 wirkt
mittels einer Feder 108 eine Schraube 109 ein. Diese dient gleichzeitig zum Festhalten des
Zuführungsdrahtes in, der durch ein Loch in dem Führungsblock 107 eingeführt wird.
Für jeden der neun Kontakte, Hauptkontakt und je vier danebenliegende Kontakte 53, ist eine
Bürste vorgesehen. Die nächsten beiden Bürsten sind mit den Kontakten 54 und 55 verbunden. 6g
An den Enden der Bürstenreihe liegt noch je eine Bürste. Durch diese Endbürsten werden
die Kontaktflächen 102 und 103 jeweils in ihre Stromkreise gebracht, eine Bürste liegt daher
immer auf der Kontaktfläche 102 auf, während die andere mit der Kontaktfläche 103 in Verbindung
ist, wie aus Abb. 3 hervorgeht.
Wenn der Stromkreis durch irgendeinen der Kontakte 53, 54 oder 55 geschlossen ist, so wird
gleichfalls die entsprechende Bürste in den Kreis eingeschaltet. Es sind dann drei Möglichkeiten
für die Lage der Bürste vorhanden, entweder liegt sie gerade auf dem Isolierstreifen 105
oder auf einer der beiden Kontaktflächen 102, 103 auf. Steht die Bürste mit der Kontaktfläche
102 in Verbindung, so wird durch die Magnetkupplung das Rad 8if mit der Welle 82 gekuppelt.
Dadurch wird die Welle 82 in einer Richtung gedreht, bei der der Isolationsstreifen
105 unter die Bürste kommt, wodurch der Stromkreis durch die Magnetkupplung unterbrochen
wird und die Bewegung des Getriebes aufhört. Liegt die Bürste auf der Kontaktfläche
103 auf, so wird die andere Kupplung erregt, und das Getriebe wird in anderer Richtung go
angetrieben, bis die Bürste wieder mit dem Isolationsstreifen 105 in Berührung kommt. Auf
diese Weise wird der Antrieb der Steuervorrichtung je nach der Kontakteinstellung bewirkt. '
Die Bürsten können mit ihren Kontakten unmittelbar durch die Drähte in verbunden
sein, indessen bewährt sich diese Anordnung nur bei verhältnismäßig ruhigem Wetter. Bei
schwerer See und besonders bei schweren aufeinanderfolgenden Seen, wobei eine ausgesprochene
Neigung des Abtreibens besteht, ist es nötig, die Anordnung so auszubilden, daß die
Ruderverstellung vergrößert wird. Dies wird dadurch bewirkt, daß bestimmte Kontakte, die
neben dem Hauptkontakt liegen, mit Bürsten, die am Ende der Bürstenreihe liegen, verbunden
werden, so daß der Steuermotor sich weiter drehen wird, bevor die Magnetkupplungen ausgeschaltet
werden.
Zu diesem Zweck sind in die einzelnen Strom- no
kreise eine Reihe von doppelpoligen, einfachen Hebelschaltern eingeschaltet (Abb. 3). Die Hebel
der Schalter sind um die Drehpunkte 113 drehbar, die in der Mitte zwischen den Kontaktreihen
114 und 115 liegend Die'Schalter sind
auf einer gemeinsamen Grundplatte 112 aufgebaut. Bei normaler Arbeitsweise der ganzen
Anordnung bei mildem Wetter werden alle Schalter nach rechts auf die Kontakte 115 umgelegt,
dadurch werden die neun Kontakte 53 mit den mittleren neun Bürsten, während die
beiden äußersten Kontakte 53 mit den Kon-
takten 54 und 55 verbunden sind. Wenn der Wellengang für diese Anordnung zu schwer ist,
werden die beiden Schalter neben dem Hauptkontakt nach dem Kontakt 114 umgelegt. Je
schwerer der Wellengang wird, desto mehr Schalter — von der Mitte ausgehend nach
beiden Seiten — werden auf die Kontakte 114 umgelegt.
Es sind beliebige Anordnungen möglich; der Hauptgedanke ist die Einschaltung einer wahlweise zu betätigenden Schaltanordnung zwischen die Kompaßkontakte und die Bürsten, um auf diese Weise die Ruderverstellung den jeweiligen Verhältnissen anzupassen.
Es sind beliebige Anordnungen möglich; der Hauptgedanke ist die Einschaltung einer wahlweise zu betätigenden Schaltanordnung zwischen die Kompaßkontakte und die Bürsten, um auf diese Weise die Ruderverstellung den jeweiligen Verhältnissen anzupassen.
Der Strom für die Vorrichtung wird von einer Batterie aus über einen Hauptschalter 117 abgegeben.
Von dieser Batterie werden mehrere parallele Stromkreise gespeist. Über die Leitungen
118 und 119 wird der Motor 66 angetrieben.
Ein weiterer Stromkreis wird durch die Leitung i20,Windung45,Leitungi2i, Bürsten 74,
Kontaktwalze 75 und Leitung 122 gebildet.
Bei der dargestellten Bauart (Abb. 2) ist der Draht 120 am Gehäuse des Elektromagneten 45
befestigt und auf diese Weise mit dem Kern 46 elektrisch verbunden. Dies ist in Abb. 3 durch
die Zweigverbindung 123 schematisch dargestellt. Wenn die Windung 45 erregt ist, so ist
eine Verbindung vom Kern 46 über den Anker 61, die Nadeln 51 und Kontaktbügel 58, weiter
über einen der Kontakte 53, 54 oder 55, Leitung in mit einer der Bürsten 106 hergestellt. Die
Bürsten sind jeweils in Kontakt mit einer der Kontaktflächen 102 und 103.
Die Kontaktfläche 102 ist durch die Endbürste 106 und Leitung 124 mit einer der
Bürsten 92 verbunden, die der Magnetkupplung für das Rad 8 Is Strom zuführt. Die andere
Bürste 92 ist durch Leitung 125 mit der Leitung 121 verbunden. Die Kontaktfläche 103 ist durch
die andere Endbürste und die Leitung 126 mit einer der Bürsten 92 verbunden, die der Magnetkupplung
für das Rad 81^ Strom zuführt. Die andere Bürste 92 ist durch die Leitung 127 mit
der Rückleitung 121 verbunden.
Da diese Rückleitung 121 zu den Bürsten 74
der Kontaktwalze 75 führt und da ferner die Kontaktwalze 75 die Erregung der Windung 45
bewirkt, so wird der Stromkreis geschlossen, wenn der Anker 61 sich gegen den Kern 46 legt,
und wird wieder unterbrochen, wenn sich die Kontaktwalze 75 entsprechend weitergedreht
hat. Dadurch werden die Kompaßkontakte vor den Zerstörungen der auftretenden Lichtbogen
bewahrt.
In den Abb. 8 und 9 ist das Kontaktorgan mit dem Zifferblatt durch mechanische Mittel
verbunden, auch hierbei wird das Kontaktorgan leicht angehoben, um den Stromkreis zu schließen,
und dann wieder fallen gelassen, um das Wiederausrichten der Nadel zu ermöglichen.
Eine solche Anordnung ist in Abb. 8, 9 und 10 dargestellt. Das Kompaßgehäuse 12 ist mit
Hilfe der Zapfen 13 und 15 und des Ringes 14
wie vorher kardanisch, aufgehängt. Das Ge- 6S
häuse 12 wird hier ebenfalls mit einer Ringnut versehen, in die die glattgedrehten Enden der
Schrauben 34 hineinragen, die in den schwenkbaren Ring 35 eingeschraubt sind. Dieser ist
mit einem Anschlag 36 versehen, gegen den sich ein Ring 37 aus Isolierstoff legt.
Der Ring 37 wird durch eine Dichtung 38, den Glasdeckel 39 und den Haltering 41 befestigt.
Der Glasdeckel enthält in seiner Mitte einen Magneten, der aus dem Gehäuse 42, der
Spule 44 aus Isolierstoff und der Windung 45 besteht. Die Windung besitzt einen Eisenkern
46, in welchem eine Büchse 147 vorgesehen ist. Diese Büchse 147 ist etwas anders ausgeführt
als die Büchsen 47 (Abb. 2), da sie zur Zentrierung des oberen Endes der Spindel 148 dient,
auf der das Kompaßzifferblatt 28 befestigt ist. Die Spindel 148 ist am unteren Ende ebenfalls
in einem Zapfenlager geführt, das nicht gezeichnet ist.
Aus dieser Anordnung geht hervor, daß das Kompaßzifferblatt nicht mit Bezug auf das
Gehäuse, sondern nur mit diesem eine Kippbewegung ausführen kann. Das Zifferblatt wird
von radial angeordneten Armen 149 getragen,' die in einer Muffe 151 befestigt sind. Die Muffe
151 sitzt fest auf der Spindel 148. Die radial
verschiebbaren Gewichte dienen nur dazu, das Zifferblatt auszuwuchten.
Auf der Muffe 151 sind zwei senkrecht verstellbare
Schrauben 153 mit kegelförmigen Köpfen befestigt, die einen in bezug auf das Zifferblatt
ausgerichteten federnden Kontaktbügel 154 aufnehmen. Der Bügel 154 ist mit einer
Mittelbuchse 155 versehen, die auf der Spindel 148 frei drehbar ist. Die Buchse dient als
Anker mit Bezug auf den Kern 46, gegen den sie anschlägt, um einen Stromkreis herzustellen,
ähnlich wie es der Anker 61 in Abb. 2 bewirkt. Der Bügel besteht aus Aluminium. Sein mittlerer
Teil ist flach ausgeführt, um die Federwirkung zu vergrößern. Der Querschnitt der
Enden ist U-förmig gestaltet, wie aus Abb. 10 hervorgeht, damit der leichte Bügel auch genügend
steif ist.
Zu beiden Seiten der Buchse 155 sind runde Löcher 156 vorgesehen, in die die kegelförmigen
Köpfe der Schrauben 153 eingreifen. Wenn der Erregerstrom der Windung 45 abgeschaltet wird,
fällt der Kontaktbügel 154 nach unten und 11S
kommt mit den Köpfen der Schrauben 153 in Eingriff, wodurch der Bügel genau ausgerichtet
wird. Erhält die Windung 45 wieder Strom, so bewegt sich der Kontaktbügel 154 aufwärts.
Ein Ende des Bügels legt sich gegen einen Totkontakt 56, das andere gegen einen der Kontakte
57. Auf Abb. 8 sind siebzehn Kontakte 57
vorgesehen, von denen der mittelste der Hauptkontakt
ist. Dies ist eine der verschiedenen möglichen Anordnungen der Kontakte.
Der Stromkreis wird durch den Anker oder die Muffe 155 geschlossen, indem diese sich gegen
den Kern 46 legt. Die Büchse 147 besteht aus einem isolierenden Stoff. Die Scheibe 157 verhindert,
daß Flüssigkeit aus dem Kompaßgehäuse auf das Zifferblatt spritzt. Die Magnete, durch die das Zifferblatt gerichtet wird, sind in
dem hier nicht gezeichneten Kompaßgehäuse 12 unter der Scheibe 157 angeordnet. Das Gehäuse
12 enthält die üblichen auf einem Schwimmer angebrachten Magnete, wie in Abb. 1 und 2
dargestellt, die bei der Anordnung nach Abb. 8 und 9 indessen auf der Spindel 148 befestigt sind.
Diese Anordnung ist nötig, da es im allgemeinen erwünscht ist, die Kontaktvorrichtung
mit dem Kompaßzifferblatt in einem Gehäuse unterzubringen; dabei ist es notwendig, das
Kontaktorgan und das Zifferblatt, von dem das Kontaktorgan getragen wird, vor einer Berührung
mit der dämpfenden Flüssigkeit zu bewahren. Ein besonderer Vorteil der Anordnung
nach Abb. 1 und 2 ist, daß ein mit Flüssigkeit gefüllter Kompaß irgendeiner beliebigen Form
. ohne wesentliche Veränderungen benutzt werden kann.
• Die übrige Anordnung der Ausführung nach Abb. 8 bis 10 entspricht genau der Anordnung
der Ausführung nach Abb. 1 und 2, soweit die Auswahl der Kontakte in Betracht kommt. Die
Anordnung nach Abb. 8 bis 10 besitzt indessen keine Dämpfung, um das Überpendeln des
Zifferblattes zu verhindern. Sie wirkt mithin besonders bei schwerer See ungünstiger als die
Anordnung nach Abb. 1 und 2.
Claims (10)
1. Vorrichtung zur selbsttätigen Beeinflussung einer Kraftquelle in Abhängigkeit
von den Angaben eines Anzeigegerätes, beispielsweise eines Kompasses, bei der ein den
Bewegungen der Nadel des Anzeigegerätes folgendes Kontaktglied vorgesehen ist, das
absatzweise, z. B. durch einen Magneten, mit einzelnen Kontakten in Verbindung gebracht
wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Kontaktglied gegenüber dem Zeiger des Gerätes derart angeordnet ist, daß es beim
Aufdrücken auf die Kontakte von jeder Verbindung mit dem Zeiger gelöst ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kontaktglied aus
zwei mit entgegengesetzten Polen übereinander angeordneten Magnetnadeln (51, 52)
besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zeiger (28)
des Gerätes Zentrierstifte (153) trägt, die zur Führung des Kontaktgliedes (154)
dienen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Strom für
die Erregung des Elektromagneten (45) zum Anheben des Kontaktbügels in an sich bekannter
Weise durch eine von dem dauernd laufenden Hauptmotor angetriebene Kontaktwalze
(73) in bestimmten Zeitabständen eingeschaltet wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der
Kontakte in .an sich bekannter Weise vom Mittel- oder Hauptkontakt aus nach beiden
Seiten zunimmt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontakte
(53. 54. 55, 56, 57) mit Je einer Bürste (106)
verbunden sind, die auf einer drehbaren Kontakttrommel (99) mit zwei Kontaktflächen
(102, 103) schleifen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktflächen
(102,103) der Kontakttrommel durch zwei Isolierstreifen· (104, 105) getrennt sind,
von denen der eine (104) in Längsrichtung der Trommel verläuft, während der andere
(105) spiralförmig verläuft.
8 Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 7, •dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung
der Spirale, nach welcher der Isolierstreifen (105) aufgelegt ist, wechselt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß durch den
Stromkreis, der durch den Kontaktbügel über eine der Bürsten (106) und eine der
Kontaktflächen (102, 103) hergestellt wird, je eine Kupplung betätigt wird, so daß das
Getriebe (82, 93, 94, 95, 98) und die Kontakttrommel (99) in bestimmter Drehrichtung
eine bestimmte Anzahl Umdrehungen macht.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß in die Leitungen (in) von den Kontakten (53, 54, 55,
56, 57) zu den Bürsten (109) Doppelpolschalter eingeschaltet sind (113, 114, 115),
durch die die einzelnen Kontakte (53, 54, 55, 56, 57) nach Bedarf mit der Bürste (109)
des nächstfolgenden Kontaktes (53, 54, 55, 56, 57) verbunden werden können.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE603799T | 1930-01-29 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE603799C true DE603799C (de) | 1934-10-09 |
Family
ID=6575100
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930603799D Expired DE603799C (de) | 1930-01-29 | 1930-01-29 | Vorrichtung zur selbsttaetigen Beeinflussung einer Kraftquelle in Abhaengigkeit von den Angaben eines Anzeigegeraetes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE603799C (de) |
-
1930
- 1930-01-29 DE DE1930603799D patent/DE603799C/de not_active Expired
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