DE603799C - Vorrichtung zur selbsttaetigen Beeinflussung einer Kraftquelle in Abhaengigkeit von den Angaben eines Anzeigegeraetes - Google Patents

Vorrichtung zur selbsttaetigen Beeinflussung einer Kraftquelle in Abhaengigkeit von den Angaben eines Anzeigegeraetes

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DE603799C
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Description

Es sind bereits Vorrichtungen zur selbsttätigen Beeinflussung einer Kraftquelle in Abhängigkeit von den Angaben eines Anzeigegerätes, z. B. eines Kompasses, bekannt, bei denen ein den Bewegungen der Nadel des Anzeigegerätes folgendes Kontaktglied vorgesehen ist. Dieses Kontaktglied wird absatzweise, z.B. durch einen Magneten, mit einzelnen Kontakten in Verbindung gebracht, um die Kraftquelle zu steuern.
Bei bisher vorgeschlagenen Einrichtungen dieser Art ist das Kontaktglied mit der Kompaßnadel fest gekuppelt, so daß die Kompaßnadel im Augenblick der Kontaktgebung durch das Kontaktglied in. ihrer Bewegung gehemmt ist und während der Kontaktgebung keine andere Einstellung der Kompaßnadel stattfinden kann. Dies wirkt sich, wie ohne weiteres einzusehen ist, dahin aus, daß die Vorrichtung grob und ungenau arbeitet.
Man hat daher schon versucht, die Kupplung des Kontaktgliedes und der Kompaßnadel durch eine Feder zu bewirken. Hierdurch wird eine gewisse Unabhängigkeit der Bewegung der Kompaßnadel gegenüber dem Kontaktglied gegeben. Es liegt aber immer noch eine mechanische Kupplung zwischen den beiden Teilen vor, die für viele Zwecke unerwünscht ist, da eine solche Kupplung ein genaues und feines Regeln stört, um so mehr, als durch Spannen der Feder zusätzliche Schwingbewegungen auftreten können.
Nach der Erfindung wird das Kontaktglied gegenüber dem Zeiger des Gerätes, z. B. also des Kompasses, derart angeordnet, daß es beim Aufdrücken auf die Kontakte von jeder Verbindung mit dem Zeiger gelöst ist.
Die bauliche Ausführung geschieht entweder so, daß das Kontaktglied aus zwei mit entgegengesetzten Polen übereinander angeordneten Magnetnadeln besteht, so daß es mit der Kompaßnadel nur durch magnetische Einwirkung gekuppelt ist, oder dadurch, daß der Zeiger • des Gerätes Zentrierstifte trägt, die zur Führung des Kontaktgliedes dienen, wobei die Verbindung durch Abheben während der Kontaktgebung gelöst wird.
Auf diese Weise gelingt es, ein freies Spielen des Zeigers des Anzeigegerätes zu erhalten, wenn das Kontaktglied durch den zur Kontaktgebung verwendeten Kontaktbügel festgehalten wird. Dies ist insbesondere bei der Steuerung von Schiffen wertvoll, weil die Kräfte, die auf die Kompaßnadel ausgeübt werden, verhältnismäßig gering sind. Es ist daher sehr erwünscht, die Kompaßnadel von zusätzlichen Einwirkungen zu befreien. Die Erfahrung zeigt, daß mit dem neuen Gerät eine sehr feine und genaue Regelung erreicht wird.
Auf der Zeichnung ist die Anwendung der Erfindung beim Steuern eines Schiffes in zwei Ausführungsbeispielen dargestellt, und zwar zeigt :
Abb. ι einen Kompaß in Draufsicht, bei der der Haltering und der Glasdeckel abgenommen sind,
Abb. 2 einen Aufriß im Schnitt zu Abb. ι mit aufgesetztem Glasdeckel und Haltering, Abb. 3 die Steuervorrichtung, Abb. 4 die Kontakttrommel, Abb. 5 einen Schnitt nach der Linie 5-5 der Abb. 3,
Abb. 6 den abgewickelten Mantel der Kontakttrommel,
Abb. 7 den Mantel wie Abb. 6 in einer anderen Ausführungsform,
Abb. 8 eine Draufsicht einer anderen Ausführungsform der Erfindung, Abb. 9 einen senkrechten Schnitt zu Abb. 8, Abb. 10 den Kontaktbügel zu der Ausführung nach Abb. 8 und 9 in schaubildlicher Darstellung.
Das Kompaßgehäuse 11 (Abb. 2) ist auf seiner Unterseite durch ein Gewicht 12 beschwert und in üblicher Weise mittels der bekannten Kompaßbügel kardanisch aufgehängt. Die Schneidenzapfen 13 des Kompaßgehäuses liegen in zwei Pfannen des Ringes 14, der seinerseits mittels der Schneidenzapfen 15 in dem festen Ring 16 aufgehängt ist.
Die Kammer 17 des Kompasses enthält die gewöhnliche dämpfende Flüssigkeit. Die Kammer ist durch einen Glasdeckel 18 abgeschlossen, der unter Zwischenschaltung einer Dichtung 19 durch den Ring 21 mittels Schrauben auf seinen Sitz gedrückt wird.
In der Mitte des Gehäuses 11 ist ein aufrechter Bolzen 22 befestigt, der am oberen Ende mit einem Zapfen 23 versehen ist. Die Spitze des Zapfens 23 stimmt genau mit dem Punkt überein, um den der aufgehängte Kompaß schwingt. Auf der Spitze des Zapfens 23 ist der Schwimmer 25 mittels der mit einem konischen Lager versehenen Schraube 24 aufgehängt, die in eine Bohrung des Schwimmers 25 eingeschraubt ist. Der Schwimmer hat den Zweck, den Zapfen 23 von einem Teil des durch das Gewicht des Zifferblattes und der Nadeln auf ihn ausgeübten Druckes zu entlasten. Die vier magnetischen Nadeln, durch die der Kompaß seine Einstellung erhält, sind in vier einander parallelen Röhrchen 26 angeordnet. Die beiden mittleren sind etwas länger als die äußeren und gehen durch den Schwimmer 25 hindurch. Die äußeren liegen tangential am Schwimmer 25. Die Verbindungsstellen der Röhrchen mit dem Schwimmer sind gut abgedichtet.
Die Röhrchen 26 tragen mittels der Arme 27 das kreisringförmige Zifferblatt 28, das mit einer beliebigen Skala versehen ist (Abb. 1). Die beschriebene Bauart des Kompasses ist eine der in der Praxis häufig gebrauchten Ausführungen. Die Erfindung kann angewendet werden, ohne den Kompaß zu verändern, es ist jedoch vorteilhaft, einen zusätzlichen Stabmagneten 31 parallel zu den Röhrchen 26 auf dem Schwimmer 25 anzubringen, so daß dieser Magnet sich möglichst dicht unter dem Glasdeckel 18 befindet. Die Pole des Zusatzmagneten liegen in gleicher Richtung wie die der Nadeln in den Röhrchen 26, so daß er mit den gewöhnliehen Nadeln zusammenwirkt. Andererseits kann er als Mittel betrachtet werden, ein Magnetfeld zu schaffen, das auf irgendeine selbst magnetische oder unmagnetische Anzeigevorrichtung einwirkt. Die einzige weitere Änderung des gewöhnlichen Kompasses besteht darin, daß der obere, äußere Rand des Kompaßgehäuses mit einer Ringnut 32 versehen wird, in die die glattgedrehten Enden der Schrauben 34 hineinragen, die in den über den Rand des Gehäuses 11 greifenden Flansch eines Ringrahmens 35 eingeschraubt sind. Der Rahmen 35 kann durch diese Befestigungsart auf dem Kompaßgehäuse verdreht werden und in einer beliebigen Richtung eingestellt werden.
Der Rahmen 35 ist innen mit einem Ansatz 36 versehen,· gegen den sich ein Ring 37 aus Isolationsstoff legt, der gewisse, später beschriebene Kontakte trägt. Auf diesem Ring 37 liegt eine Gummidichtung 38, dann folgt ein zweites Deckelglas 39, das durch einen Ring 41 festgehalten wird. Der Ring 41 ist mittels Schrauben auf dem Rahmen 35 befestigt (Abb. 2).
Das genau zentrisch aufgesetzte Deckelglas 39 trägt in der Mitte einen Elektromagneten, dessen go Achse daher genau mit der Achse des Zapfens 23 übereinstimmt. Der Elektromagnet besteht aus einem Ringgehäuse 42, auf das eine bewegliche Kappe 43 aufgeschraubt ist. Das Gehäuse 42 enthält einen Spulenhalter 44, auf den die Wicklung 45 aufgewickelt ist. In dem Spulenhalter 44 ist der röhrförmige Weicheisenkern 46 befestigt. Dieser ist an beiden Enden mit Büchsen 47 aus Isolierstoff versehen, in deren Längsbohrungen eine Spindel 48 auf und ab gleiten und sich drehen kann. Die Spindel 48 muß genau in der Achse des Zapfens 23 liegen, so daß das Feld des Elektromagneten keinen störenden Einfluß auf die Dauermagneten ausübt, die für den Kompaß richtunggebend sind.
Das untere Ende der Spindel 48 ruht auf dem Deckelglas, wenn die Spindel 48 ihre unterste Lage einnimmt. Ein kurzes Stück über dem unteren Ende, wie es technisch ausführbar ist, trägt die Spindel 48 ein Paar waagerechter Magnetnadeln 51 und ein weiteres Stück über diesen Nadeln 51 ein zweites Paar Magnetnadeln 52. Die Nadeln 51 und 52 sind gleich stark magnetisch und so angeordnet, daß die Südpole des einen Paares über den Nordpolen des anderen Paares liegen. Die Nadeln verhalten sich daher in bezug auf das Erdfeld neutral, das Magnetsystem, bestehend aus den Nadeln 51, 52 und der drehbaren Spindel, ist also frei von irgendwelcher richtunggebender Beeinflussung, es ist astatisch. Indessen wird dieses Magnetsystem von den Kompaßmagneten beeinflußt, und zwar
dadurch, daß die Nadeln 51 näher bei den Kompaßnadeln in den' Röhrchen 26 liegen als die Nadeln 52. Das astatische, drehbare System, bestehend aus der Spindel 48 mit den Nadelpaaren 51 und 52, nimmt folglich eine Stellung ein, bei der die Nordpole der Nadeln 51 über den Südpolen der Kompaßnadeln liegen. Diese Wirkung wird wesentlich erhöht, wenn der Zugatzmagnet 31 angebracht wird, da dieser sich dann in unmittelbarer Nähe der Nadeln 51 befindet.
Die Stärke des magnetischen Feldes nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab, so daß die Einwirkung der Nadel 31 und der Nadel 52 aufeinander unbedeutend gegenüber derjenigen der Nadel 31 und der Nadeln 51 ist. Der Unterschied der beiden Einwirkungen kann dadurch vergrößert werden, daß man die Enden der Nadeln 52 nach oben umbiegt, oder dadurch, daß man den Abstand der Nadeln 52 und 31 vergrößert.
Der Ring 37 dient dazu, eine Reihe von Kontakten nach Art eines Kommutators aufzunehmen und voneinander zu isolieren, die Zahl und Anordnung dieser Kontakte ist beliebig.
Wie aus Abb. 1 hervorgeht, sind neun Kontakte 53 angeordnet, die sich jeder über einen verhältnismäßig kleinen Ausschlagwinkel des Kompasses erstrecken. Der mittelste Kontakt ist der Hauptkontakt; es wurde gefunden, daß vier ähnliche Kontakte auf jeder Seite des Hauptkontaktes für alle gewöhnlichen Zwecke genügen. Neben diesen sind zwei etwas längere Kontakte 54 und zwei sehr viel längere Kontakte 55 angeordnet. Gegenüber den Kontakten
53 ist ein sich etwa über 180 ° erstreckender Totkontakt 56 angeordnet.
In den winkeligen Zwischenräumen zwischen den einzelnen Kontakten sind konische Stege 57 (Abb. 2) befestigt, damit der Kontaktbügel 58 jeweils nur mit einem der Kontakte in Berührung ist. Der Kontaktbügel 58 besteht aus Federdraht und ist an einem Ende der Nadern 51 befestigt, und zwar vorzugsweise am Südpol, so daß der Bügel über dem Nordpol auf dem Kompaßzifferblatt liegt. Ein ähnlicher Bügel 59 ist am anderen Ende der Nadeln 51 befestigt, dieser liegt auf dem Totkontakt 56 auf, er übt also keine elektrische Funktion aus.
go In der untersten Stellung ruht die Spindel 48 auf dem Glasdeckel 18, dabei sind die Bügel 58 und 59 nicht mit dem Ring 37 und den Kontakten in Berührung. Wenn sich die Spindel 48 nach aufwärts bewegt, so legt sich der Kontaktbügel 58 auf einen bestimmten Kontakt 53,
54 oder 55, und der Bügel 59 legt sich auf den Totkontakt 56. Die Spindel 48 wird durch Erregung der Windung 45, die auf einen spulenförmigen Anker 61 einwirkt, angehoben. Die Bügel 58 und 59 legen sich gegen die Kontakte, bevor der Anker 61 den Weicheisenkern 46 berührt ; die Wirkung der Erregung der Windung 45 ist jedoch so stark, daß die Bügel 58 und 59 gebogen werden, bis der Anker 61 den Weicheisenkern 46 berührt. Bei Aufhören der Er- regung der Windung 45 wird durch die Federwirkung der Bügel 58 und 59 ein schnelles Zurückfallen des Ankers 61 bewirkt.
Es erklärt sich nunmehr die Verwendung von isolierenden Büchsen 47. Außerdem geht aus der beschriebenen Anordnung hervor, daß die Vorrichtung mit Bezug auf einen bestimmten Kurs eingestellt werden kann. Der Ring 35 kann mit einer Gradeinteilung versehen sein, um den Winkel anzugeben.
Wie aus den Abb. 1 und 2 ersichtlich ist, ist es möglich, den Stromkreis statt über den Anker 61 und den Weicheisenkern 46 über den Totkontakt 56 zu schließen. In diesem Falle würde der Bügel 59 ebenfalls einen Kontaktbügel darstellen.
Theoretisch ist die Stromführung durch die Magnete 51 nicht wünschenswert, weil dadurch möglicherweise irgendwelche Wirkungen auf die Kompaßmagnete ausgeübt werden können, indessen ist eine solche schädliche Wirkung bei einer Anordnung mit den auf der Zeichnung dargestellten Massen praktisch gleich Null. Die ungünstige Wirkung kann vollständig vermieden werden, wenn man besondere Kontakt- g0 federn benutzt, die im rechten Winkel zu den Kompaßnadeln angeordnet sind. Indessen ist dies nicht notwendig.
Die beschriebene Anordnung wirkt auf eine Steuervorrichtung ein, die einheitlich auf einer Grundplatte 65 (Abb. 3) aufgebaut ist. Es wird irgendeine beliebige Antriebskraft, vorzugsweise ein Elektromotor 66, verwendet, der mittels eines V-förmigen Riemens 68 und entsprechender Rillenräder 69 eine Welle 67 antreibt. Auf der Welle 67 ist ein Zahnrad 71 aufgekeilt, das in ein größeres Zahnrad 72 eingreift, durch das eine Kontaktwalze 73 gedreht wird. Auf dieser schleifen zwei Bürsten 74, die beim Drehen der Kontaktwalze zeitweise durch ein Kontaktstück 75 derselben miteinander leitend verbunden werden. Diese Walze steuert den Schalter für die Erregung der Windung 45. Es wurde gefunden, daß für ein Boot von etwa 121Z2 m Länge eine Umdrehungszahl von etwa 60 Um- no drehungsminuten günstig ist, das Kontaktstück 75 erstreckte sich dabei über etwas mehr als 270 °, so daß die Erregung der Windung 45 etwa dreimal so lange andauerte wie die Nichterregung. n5
Die Welle 67 ist in Lagen 76, 77 gelagert. Am Ende der Welle ist ein Kegelrad 79 aufgekeilt. Zwischen diesem und dem Traglager 77 ist ein Kugeldrucklager 78 angeordnet. Das Kegelrad 79 treibt in verschiedener Richtung zwei Kegelräder 8is und 8τΡ an, die ihrerseits das Steuergetriebe in verschiedener1 Richtung antreiben,
6OB
um das Schiff nach Steuer- oder Backbord zu lenken. Die Räder 81* und 8if sind daher auf einer Welle 82 frei drehbar, die in Lagern 83 läuft, und legen sich jedes gegen einen Bund der Welle 82, beispielsweise das Rad 81/ gegen einen Bund 84. Die Laufstellen der Räder werden mit Hilfe von Kammern 85 geschmiert, die mit einem ölaufsaugenden Stoff gefüllt sind. Jedes Rad trägt einen Weicheisenring 86, die Teile von Magnetkupplungen darstellen, durch die die Räder wahlweise mit der Welle 82 gekuppelt werden. Die Kupplungen sind von einfacher Bauart und bestehen aus zwei doppelpoligen Elektromagneten 87, die auf gegenüberliegenden Seiten an biegsamen Platten 88 befestigt sind. Die Platten 88 sind auf der Welle 82 mit Hilfe einer Muffe 89 befestigt. Für die Stromzuführung zu den Magneten 87 sind Schleifringe 91 und Bürsten 92 vorgesehen (Abb. 3). Durch abwechselnde Erregung der Magnetkupplungen wird die Welle 82 in wechselnder Richtung angetrieben.
Am unteren Ende trägt die Welle 82 ein Zahnrad 93, das mit Zahnrad 94 im Eingriff ist. Dieses sitzt fest auf der Welle 95, die sich in Lagern 96, 97 dreht und am Ende eine Seiltrommel 98 trägt, auf die das Ruderseil aufgewickelt ist. Das Ruderseil kann mit einer beliebigen Steuereinrichtung verbunden sein. Zwischen dem Zahnrad 94 und dem Lager 97 trägt die Welle eine Kontakttrommel 99, deren Bauart in Abb. 4 in größerem Maßstab gezeigt ist. Die Trommel ist auf der Welle drehbar, sie kann durch eine Stiftschraube 101 in einer bestimmten Stellung festgelegt werden. Auf dem Mantel der Trommel sind zwei einander gleiche Kontaktflächen 102 und 103 aus Kupfer angeordnet, die voneinander durch einen isolierenden Längsstreifen 104 und durch einen isolierenden Streifen 105, der schraubenförmig mit wechselnder Neigung ausgebildet ist, getrennt sind. Diese wechselnde Neigung geht am besten ' aus der Abwicklung des Mantels der Kontakttrommel hervor (Abb. 6), woraus zu ersehen ist, daß die Neigung der Schraubenlinie in der Mitte viel größer als an den Enden des Streifens 105 ist. Indessen kann auch eine Schraubenlinie mit gleichförmiger Neigung verwendet werden (Abb. 7). Die verschiedene Neigung der Schraubenlinie hat den Zweck, die Ruderverstellung bei den vier Kontakten 53 auf jeder Seite des Hauptkontaktes auf eine bestimmte Größe festzulegen und die Verstellung bei den äußeren Kontakten 54 und 55 zu vergrößern. Dieses Ergebnis wird durch eine Reihe von Bürsten 106 erreicht, die in Bohrungen eines Führungsblockes 107 gleiten. Auf jede Bürste 106 wirkt mittels einer Feder 108 eine Schraube 109 ein. Diese dient gleichzeitig zum Festhalten des Zuführungsdrahtes in, der durch ein Loch in dem Führungsblock 107 eingeführt wird.
Für jeden der neun Kontakte, Hauptkontakt und je vier danebenliegende Kontakte 53, ist eine Bürste vorgesehen. Die nächsten beiden Bürsten sind mit den Kontakten 54 und 55 verbunden. 6g An den Enden der Bürstenreihe liegt noch je eine Bürste. Durch diese Endbürsten werden die Kontaktflächen 102 und 103 jeweils in ihre Stromkreise gebracht, eine Bürste liegt daher immer auf der Kontaktfläche 102 auf, während die andere mit der Kontaktfläche 103 in Verbindung ist, wie aus Abb. 3 hervorgeht.
Wenn der Stromkreis durch irgendeinen der Kontakte 53, 54 oder 55 geschlossen ist, so wird gleichfalls die entsprechende Bürste in den Kreis eingeschaltet. Es sind dann drei Möglichkeiten für die Lage der Bürste vorhanden, entweder liegt sie gerade auf dem Isolierstreifen 105 oder auf einer der beiden Kontaktflächen 102, 103 auf. Steht die Bürste mit der Kontaktfläche
102 in Verbindung, so wird durch die Magnetkupplung das Rad 8if mit der Welle 82 gekuppelt. Dadurch wird die Welle 82 in einer Richtung gedreht, bei der der Isolationsstreifen 105 unter die Bürste kommt, wodurch der Stromkreis durch die Magnetkupplung unterbrochen wird und die Bewegung des Getriebes aufhört. Liegt die Bürste auf der Kontaktfläche
103 auf, so wird die andere Kupplung erregt, und das Getriebe wird in anderer Richtung go angetrieben, bis die Bürste wieder mit dem Isolationsstreifen 105 in Berührung kommt. Auf diese Weise wird der Antrieb der Steuervorrichtung je nach der Kontakteinstellung bewirkt. '
Die Bürsten können mit ihren Kontakten unmittelbar durch die Drähte in verbunden sein, indessen bewährt sich diese Anordnung nur bei verhältnismäßig ruhigem Wetter. Bei schwerer See und besonders bei schweren aufeinanderfolgenden Seen, wobei eine ausgesprochene Neigung des Abtreibens besteht, ist es nötig, die Anordnung so auszubilden, daß die Ruderverstellung vergrößert wird. Dies wird dadurch bewirkt, daß bestimmte Kontakte, die neben dem Hauptkontakt liegen, mit Bürsten, die am Ende der Bürstenreihe liegen, verbunden werden, so daß der Steuermotor sich weiter drehen wird, bevor die Magnetkupplungen ausgeschaltet werden.
Zu diesem Zweck sind in die einzelnen Strom- no kreise eine Reihe von doppelpoligen, einfachen Hebelschaltern eingeschaltet (Abb. 3). Die Hebel der Schalter sind um die Drehpunkte 113 drehbar, die in der Mitte zwischen den Kontaktreihen 114 und 115 liegend Die'Schalter sind auf einer gemeinsamen Grundplatte 112 aufgebaut. Bei normaler Arbeitsweise der ganzen Anordnung bei mildem Wetter werden alle Schalter nach rechts auf die Kontakte 115 umgelegt, dadurch werden die neun Kontakte 53 mit den mittleren neun Bürsten, während die beiden äußersten Kontakte 53 mit den Kon-
takten 54 und 55 verbunden sind. Wenn der Wellengang für diese Anordnung zu schwer ist, werden die beiden Schalter neben dem Hauptkontakt nach dem Kontakt 114 umgelegt. Je schwerer der Wellengang wird, desto mehr Schalter — von der Mitte ausgehend nach beiden Seiten — werden auf die Kontakte 114 umgelegt.
Es sind beliebige Anordnungen möglich; der Hauptgedanke ist die Einschaltung einer wahlweise zu betätigenden Schaltanordnung zwischen die Kompaßkontakte und die Bürsten, um auf diese Weise die Ruderverstellung den jeweiligen Verhältnissen anzupassen.
Der Strom für die Vorrichtung wird von einer Batterie aus über einen Hauptschalter 117 abgegeben. Von dieser Batterie werden mehrere parallele Stromkreise gespeist. Über die Leitungen 118 und 119 wird der Motor 66 angetrieben. Ein weiterer Stromkreis wird durch die Leitung i20,Windung45,Leitungi2i, Bürsten 74, Kontaktwalze 75 und Leitung 122 gebildet.
Bei der dargestellten Bauart (Abb. 2) ist der Draht 120 am Gehäuse des Elektromagneten 45 befestigt und auf diese Weise mit dem Kern 46 elektrisch verbunden. Dies ist in Abb. 3 durch die Zweigverbindung 123 schematisch dargestellt. Wenn die Windung 45 erregt ist, so ist eine Verbindung vom Kern 46 über den Anker 61, die Nadeln 51 und Kontaktbügel 58, weiter über einen der Kontakte 53, 54 oder 55, Leitung in mit einer der Bürsten 106 hergestellt. Die Bürsten sind jeweils in Kontakt mit einer der Kontaktflächen 102 und 103.
Die Kontaktfläche 102 ist durch die Endbürste 106 und Leitung 124 mit einer der Bürsten 92 verbunden, die der Magnetkupplung für das Rad 8 Is Strom zuführt. Die andere Bürste 92 ist durch Leitung 125 mit der Leitung 121 verbunden. Die Kontaktfläche 103 ist durch die andere Endbürste und die Leitung 126 mit einer der Bürsten 92 verbunden, die der Magnetkupplung für das Rad 81^ Strom zuführt. Die andere Bürste 92 ist durch die Leitung 127 mit der Rückleitung 121 verbunden.
Da diese Rückleitung 121 zu den Bürsten 74 der Kontaktwalze 75 führt und da ferner die Kontaktwalze 75 die Erregung der Windung 45 bewirkt, so wird der Stromkreis geschlossen, wenn der Anker 61 sich gegen den Kern 46 legt, und wird wieder unterbrochen, wenn sich die Kontaktwalze 75 entsprechend weitergedreht hat. Dadurch werden die Kompaßkontakte vor den Zerstörungen der auftretenden Lichtbogen bewahrt.
In den Abb. 8 und 9 ist das Kontaktorgan mit dem Zifferblatt durch mechanische Mittel verbunden, auch hierbei wird das Kontaktorgan leicht angehoben, um den Stromkreis zu schließen, und dann wieder fallen gelassen, um das Wiederausrichten der Nadel zu ermöglichen.
Eine solche Anordnung ist in Abb. 8, 9 und 10 dargestellt. Das Kompaßgehäuse 12 ist mit Hilfe der Zapfen 13 und 15 und des Ringes 14 wie vorher kardanisch, aufgehängt. Das Ge- 6S häuse 12 wird hier ebenfalls mit einer Ringnut versehen, in die die glattgedrehten Enden der Schrauben 34 hineinragen, die in den schwenkbaren Ring 35 eingeschraubt sind. Dieser ist mit einem Anschlag 36 versehen, gegen den sich ein Ring 37 aus Isolierstoff legt.
Der Ring 37 wird durch eine Dichtung 38, den Glasdeckel 39 und den Haltering 41 befestigt. Der Glasdeckel enthält in seiner Mitte einen Magneten, der aus dem Gehäuse 42, der Spule 44 aus Isolierstoff und der Windung 45 besteht. Die Windung besitzt einen Eisenkern 46, in welchem eine Büchse 147 vorgesehen ist. Diese Büchse 147 ist etwas anders ausgeführt als die Büchsen 47 (Abb. 2), da sie zur Zentrierung des oberen Endes der Spindel 148 dient, auf der das Kompaßzifferblatt 28 befestigt ist. Die Spindel 148 ist am unteren Ende ebenfalls in einem Zapfenlager geführt, das nicht gezeichnet ist.
Aus dieser Anordnung geht hervor, daß das Kompaßzifferblatt nicht mit Bezug auf das Gehäuse, sondern nur mit diesem eine Kippbewegung ausführen kann. Das Zifferblatt wird von radial angeordneten Armen 149 getragen,' die in einer Muffe 151 befestigt sind. Die Muffe 151 sitzt fest auf der Spindel 148. Die radial verschiebbaren Gewichte dienen nur dazu, das Zifferblatt auszuwuchten.
Auf der Muffe 151 sind zwei senkrecht verstellbare Schrauben 153 mit kegelförmigen Köpfen befestigt, die einen in bezug auf das Zifferblatt ausgerichteten federnden Kontaktbügel 154 aufnehmen. Der Bügel 154 ist mit einer Mittelbuchse 155 versehen, die auf der Spindel 148 frei drehbar ist. Die Buchse dient als Anker mit Bezug auf den Kern 46, gegen den sie anschlägt, um einen Stromkreis herzustellen, ähnlich wie es der Anker 61 in Abb. 2 bewirkt. Der Bügel besteht aus Aluminium. Sein mittlerer Teil ist flach ausgeführt, um die Federwirkung zu vergrößern. Der Querschnitt der Enden ist U-förmig gestaltet, wie aus Abb. 10 hervorgeht, damit der leichte Bügel auch genügend steif ist.
Zu beiden Seiten der Buchse 155 sind runde Löcher 156 vorgesehen, in die die kegelförmigen Köpfe der Schrauben 153 eingreifen. Wenn der Erregerstrom der Windung 45 abgeschaltet wird, fällt der Kontaktbügel 154 nach unten und 11S kommt mit den Köpfen der Schrauben 153 in Eingriff, wodurch der Bügel genau ausgerichtet wird. Erhält die Windung 45 wieder Strom, so bewegt sich der Kontaktbügel 154 aufwärts. Ein Ende des Bügels legt sich gegen einen Totkontakt 56, das andere gegen einen der Kontakte 57. Auf Abb. 8 sind siebzehn Kontakte 57
vorgesehen, von denen der mittelste der Hauptkontakt ist. Dies ist eine der verschiedenen möglichen Anordnungen der Kontakte.
Der Stromkreis wird durch den Anker oder die Muffe 155 geschlossen, indem diese sich gegen den Kern 46 legt. Die Büchse 147 besteht aus einem isolierenden Stoff. Die Scheibe 157 verhindert, daß Flüssigkeit aus dem Kompaßgehäuse auf das Zifferblatt spritzt. Die Magnete, durch die das Zifferblatt gerichtet wird, sind in dem hier nicht gezeichneten Kompaßgehäuse 12 unter der Scheibe 157 angeordnet. Das Gehäuse 12 enthält die üblichen auf einem Schwimmer angebrachten Magnete, wie in Abb. 1 und 2 dargestellt, die bei der Anordnung nach Abb. 8 und 9 indessen auf der Spindel 148 befestigt sind. Diese Anordnung ist nötig, da es im allgemeinen erwünscht ist, die Kontaktvorrichtung mit dem Kompaßzifferblatt in einem Gehäuse unterzubringen; dabei ist es notwendig, das Kontaktorgan und das Zifferblatt, von dem das Kontaktorgan getragen wird, vor einer Berührung mit der dämpfenden Flüssigkeit zu bewahren. Ein besonderer Vorteil der Anordnung nach Abb. 1 und 2 ist, daß ein mit Flüssigkeit gefüllter Kompaß irgendeiner beliebigen Form
. ohne wesentliche Veränderungen benutzt werden kann.
• Die übrige Anordnung der Ausführung nach Abb. 8 bis 10 entspricht genau der Anordnung der Ausführung nach Abb. 1 und 2, soweit die Auswahl der Kontakte in Betracht kommt. Die Anordnung nach Abb. 8 bis 10 besitzt indessen keine Dämpfung, um das Überpendeln des Zifferblattes zu verhindern. Sie wirkt mithin besonders bei schwerer See ungünstiger als die Anordnung nach Abb. 1 und 2.

Claims (10)

Patentansprüche:
1. Vorrichtung zur selbsttätigen Beeinflussung einer Kraftquelle in Abhängigkeit von den Angaben eines Anzeigegerätes, beispielsweise eines Kompasses, bei der ein den Bewegungen der Nadel des Anzeigegerätes folgendes Kontaktglied vorgesehen ist, das absatzweise, z. B. durch einen Magneten, mit einzelnen Kontakten in Verbindung gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Kontaktglied gegenüber dem Zeiger des Gerätes derart angeordnet ist, daß es beim Aufdrücken auf die Kontakte von jeder Verbindung mit dem Zeiger gelöst ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kontaktglied aus zwei mit entgegengesetzten Polen übereinander angeordneten Magnetnadeln (51, 52) besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zeiger (28) des Gerätes Zentrierstifte (153) trägt, die zur Führung des Kontaktgliedes (154) dienen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Strom für die Erregung des Elektromagneten (45) zum Anheben des Kontaktbügels in an sich bekannter Weise durch eine von dem dauernd laufenden Hauptmotor angetriebene Kontaktwalze (73) in bestimmten Zeitabständen eingeschaltet wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Kontakte in .an sich bekannter Weise vom Mittel- oder Hauptkontakt aus nach beiden Seiten zunimmt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontakte (53. 54. 55, 56, 57) mit Je einer Bürste (106) verbunden sind, die auf einer drehbaren Kontakttrommel (99) mit zwei Kontaktflächen (102, 103) schleifen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktflächen (102,103) der Kontakttrommel durch zwei Isolierstreifen· (104, 105) getrennt sind, von denen der eine (104) in Längsrichtung der Trommel verläuft, während der andere (105) spiralförmig verläuft.
8 Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 7, •dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der Spirale, nach welcher der Isolierstreifen (105) aufgelegt ist, wechselt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß durch den Stromkreis, der durch den Kontaktbügel über eine der Bürsten (106) und eine der Kontaktflächen (102, 103) hergestellt wird, je eine Kupplung betätigt wird, so daß das Getriebe (82, 93, 94, 95, 98) und die Kontakttrommel (99) in bestimmter Drehrichtung eine bestimmte Anzahl Umdrehungen macht.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß in die Leitungen (in) von den Kontakten (53, 54, 55, 56, 57) zu den Bürsten (109) Doppelpolschalter eingeschaltet sind (113, 114, 115), durch die die einzelnen Kontakte (53, 54, 55, 56, 57) nach Bedarf mit der Bürste (109) des nächstfolgenden Kontaktes (53, 54, 55, 56, 57) verbunden werden können.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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