DE604461C - UEberstromselbstschalter fuer Drehstromnetze mit Nulleiter - Google Patents
UEberstromselbstschalter fuer Drehstromnetze mit NulleiterInfo
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- H—ELECTRICITY
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- H01H—ELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Überstromselbstschalter
für Drehstromnetze mit Nulleiter. Bei derartigen Schaltern soll, wenn der Nulleiter von einem Strom unzulässiger
Stärke durchflossen wird, Auslösung erfolgen. Zur Lösung dieser Aufgabe ist es bekannt, eine
Schmelzsicherung im Zug des Nulleiters vorzusehen und parallel zu ihr einen elektromagnetischen
Auslöser zu schalten. Beim Abschmelzen der Sicherung wird bei dieser Einrichtung die
Wicklung des elektromagnetischen Auslösers, die vorerst nur von einem Bruchteil des Nullleiterstromes
durchflossen war, durch den vollen Nulleiterstrom so stark erregt, daß sie den Anker
anzieht und hierdurch den Schalter zum Ansprechen bringt. Diese bekannte elektromagnetische
Auslösung hat vor allem den Nachteil, daß nach jedem Auslösevorgang die Schmelzsicherung erneuert werden muß.
Die Auslösung durch den Nulleiterauslöser soll verzögert erfolgen. Es ist offenbar naheliegend,
die Forderung der verzögerten Auslösung durch Anwendung eines thermischen Auslösers als Nulleiterauslöser erfüllen zu wollen.
Hierbei muß man jedoch eine Reihe von Gesichtspunkten berücksichtigen. Angenommen,
die Phasenleiter des Netzes seien derart bemessen, daß die Überstromauslöser der Phasenleiter
für einen Nennstrom von 60 Amp. gewählt werden können, dann wird man als thermischen
Nulleiterauslöser einen Auslöser mit einer Nennstromstärke von etwa 15 bis 20 Amp. vorsehen,
da die Nennstrom- bzw. Auslösestromstärke des Nulleiterauslösers nur einen Bruchteil derjenigen
der Auslöser in den Phasenleitern betragen muß. Diese Bemessung ergibt sich daraus, daß der
Nulleiterauslöser bei einer einseitigen Belastung verhindern soll, daß infolge seines Widerstandes
in dem Nulleiter eine zu große Spannungsdifferenz auftritt. Denn die am Nulleiter
genullten Körper nehmen dessen Spannung gegen Erde an, was eine erhebliche Gefährdung
von Betriebspersonen verursacht, wenn die Spannung des Nulleiters gegen Erde zu hoch
wird. Sofern man sich allerdings dazu entschließen würde, den Querschnitt des Nulleiters
groß zu wählen, könnte man hierdurch das Auftreten einer gefährlichen Berührungsspannung
verhüten, und es würde sich das Vorsehen einer Nulleiterauslösung erübrigen. Allein dieser
Weg ist wegen des hohen Kupferaufwandes, der mit ihm verbunden ist, unzweckmäßig.
Wenn auf der Strecke zwischen einem Phasenleiter und dem Nulleiter ein unmittelbarer Kurzschluß
entsteht, so kann es bei hohen Leitungswiderständen vorkommen, daß der Kurzschlußstrom
nicht genügend stark anwächst, um den Überstromauslöser des betreffenden Phasenleiters
zum Ansprechen zu bringen. Dies ist der zweite Grund, der dazu nötigt, thermische Nullleiterauslöser
zu wählen, die einen kleineren Nenn- bzw. Auslösestrom haben als die Phasenauslöser
des Schalters. Um die Wirkung des thermischen Auslösers, etwa eines Bimetallstreifens,
von der Raumtemperatur möglichst unabhängig zu machen, muß dieser bei verhältnismäßig
hoher Temperatur arbeiten, und bei den verhältnismäßig geringen Stromstärken, die
in Betracht kommen, muß man zu diesem Zweckseinen Querschnitt klein bemessen. Dementsprechend
sind die mechanischen Kräfte, die der thermische Auslöser auszuüben vermag, nur gering. Man läßt ihn daher nicht unmittelbar
auf das Schalterschloß einwirken, sondern schaltet zwischen den thermischen Auslöser und
das Schloß einen Kraftspeicher, etwa einen Totpunktkraftspeicher. Dessen frei werdende
ίο Kraft öffnet im Falle des Auftretens eines Überstromes
im Nulleiter das Schalterschloß.
Die Gefahr, welche die Anwendung der üblichen Anordnung, bestehend aus thermischem
Auslöser und Kraftspeicher als Nulleiterauslöser, in sich birgt, wurde bisher noch nicht erkannt.
Es kann vorkommen, daß der Kraftspeicher aus irgendeinem Grunde nicht anspricht,
der thermische Auslöser zu glühen beginnt und schließlich abschmilzt und auf diese
Weisenur den Nulleiter unterbricht. Dannnimmt das abgetrennte Nulleiterende sofort eine hohe
Spannung an, die den Maßen aller genullten Geräte aufgedrückt wird. Das Ansteigen der
Spannung im abgetrennten Nulleiterende bedeutet demnach das Entstehen einer äußerst
gefährlichen Berührungsspannung.
Um diese Gefahr zu beseitigen, sollen erfindungsgemäß
Überstromselbstschalter für Drehstromnetze mit Nulleiter, die einen thermisch wirkenden Nulleiterauslöser enthalten,
überdies mit einem auf das Schalterschloß einwirkenden elektromagnetischen Auslöser ausgestattet
werden, der derart eingestellt ist, daß er erst dann anspricht, wenn die Stärke des
den thermischen Auslöser beheizenden Strome, dessen Auslösestromstärke überschritten hat,
d. h. also, wenn der thermische Auslöser versagt hat. Zweckmäßig benutzt man als thermischen
Auslöser in an sich bekannter Weise einen Bimetallstreifen, der im Zug des Nulleiters liegt,
und schaltet zu diesem die Erregerspule des elektromagnetischen Auslösers parallel. Manerhält
dann einen Nulleiterauslöser, der dem vorbekannten elektromagnetischen Nulleiterauslöser
mit Schmelzsicherung äußerlich ähnlich ist, dessen Wesen aber von ihm offenbar völlig abweicht. Bei der vorbekannten Einrichtung
dient die Schmelzsicherung nicht als Auslöser, und es erfolgt stets die Auslösung
elektromagnetisch, wogegen beim Erfindungsgegenstand, sofern nicht ein Versagen des thermisch
wirkenden Mechanismus vorliegt, dieser auslöst und nur beim Versagen desselben der
elektromagnetische Auslöser als Notbehelf in Funktion tritt. Es ist zweckmäßig, den elektromagnetischen
Auslöser unmittelbar, d. h. ohne Zwischenschaltung eines Kraftspeichers auf das Schalterschloß einwirken zu lassen, wogegen
der thermische Auslöser in an sich bekannter Weise über einen Kraftspeicher auf das Schalterschloß
einwirken soll.
In der Abbildung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt. In den
Phasenleitern R, S, T liegen die Auslöser r, s, t, und im Nulleiter O Hegt der thermische Aus- 65
löser 0. Die Schaltmesser 1, 2, 3, 4 sind unter
dem Einfluß der Kraft der Zugfeder 5 bestrebt, sich von ihren ortsfesten Gegenkontaktstücken
abzuheben, können dies jedoch nicht, solange sich "die Schaltstange 7, die an dem zweiseitigen 7°
Hebel 6 angelenkt ist, auf der das Schalterschloß bildenden Griffklinke 8 abstützt. Beim
Auftreten eines Überstromes im Nulleiter O verschiebt der thermische Auslöser 0 mit Hilfe
eines nicht eingezeichneten Kraftspeichers die 75 Griffklinke 8 im Sinne des Uhrzeigers, wodurch
der Schalter anspricht. Parallel zum thermischen Auslöser 0' ist die Erregerspule eines
elektromagnetischen Auslösers 9 geschaltet, dessen Anker unmittelbar auf die Griffklinke 8 80
einwirkt. Der Auslöser 9 ist so eingestellt, daß er erst dann anspricht, wenn die Stärke des den
thermischen Auslöser 0 beheizenden Stromes dessen Auslösestromstärke überschritten hat.
Erfindungsgemäß soll der elektromagnetische 85 Auslöser als Nennstromregler für den thermischen
Auslöser ausgebildet sein, wie man dies bereits bei Auslöseeinrichtungen von Phasenleitern
gemacht hat. Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel wird durch 90
Drehung der Stellschraube 10 die Lage des Tauchkems des Auslösers 9 geändert und infolgedessen
seine Drosselwirkung. Wird die Drosselwirkung vermindert, so nimmt die Erregerwicklung
des Auslösers 9 mehr Strom auf, 95 der Bimetallauslöser 0 wird von einem geringeren
Teil des Gesamtstromes durchflossen und löst daher erst bei einem höheren Gesamtstrom aus.
Umgekehrt löst der thermische Auslöser 0 schon bei einem geringeren Gesamtstrom aus, wenn 100
die Drosselwirkung des Auslösers 9 vergrößert wird.
Claims (4)
1. Überstromselbstschalter für Drehstromnetze mit Nulleiter, der einen thermisch
"wirkenden Nulleiterauslöser enthält, dadurch gekennzeichnet, daß außer dem thermisch
wirkenden Nulleiterauslöser ein vom Nulleiterstrom erregter elektromagnetischer Auslöser auf das Schalterschloß einwirkt, der
nur dann anspricht, wenn der thermische Auslöser versagt, und der dann durch .sein
Ansprechen eine aüpolige Unterbrechung bewirkt.
2. Überstromselbstschalter nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die
Erregerspule des elektromagnetischen Auslösers parallel zu einem im Zuge des Nullleiters
liegenden, als thermischer Auslöser dienenden Bimetallstreifen geschaltet ist.
3. Überstromselbstschalter nach An-
Spruch ι und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der thermische Auslöser über einen Kraftspeicher, der elektromagnetische Auslöser
hingegen unmittelbar auf das Schalterschloß einwirkt.
4. Überstromselbstschalter nach Anspruch ι und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der elektromagnetische Auslös er als Nennstromregler für den thermischen Auslöser
ausgebildet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DESCH94295D DE604461C (de) | 1931-05-27 | 1931-05-27 | UEberstromselbstschalter fuer Drehstromnetze mit Nulleiter |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DESCH94295D DE604461C (de) | 1931-05-27 | 1931-05-27 | UEberstromselbstschalter fuer Drehstromnetze mit Nulleiter |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE604461C true DE604461C (de) | 1934-10-22 |
Family
ID=7445349
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DESCH94295D Expired DE604461C (de) | 1931-05-27 | 1931-05-27 | UEberstromselbstschalter fuer Drehstromnetze mit Nulleiter |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE604461C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19926729A1 (de) * | 1999-06-11 | 2000-12-14 | Siemens Ag | Schutzschalteinrichtung für Drehstromnetze |
-
1931
- 1931-05-27 DE DESCH94295D patent/DE604461C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19926729A1 (de) * | 1999-06-11 | 2000-12-14 | Siemens Ag | Schutzschalteinrichtung für Drehstromnetze |
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