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Presse zum Ankleben von Sohlen an Schuhwerk mit einem Druckkissen
Die Erfindung betrifft eine Presse zum Ankleben von Sohlen an Schuhwerk. Bei dieser
Presse werden die Sohle und der Schuh gegen die bloßgelegte Fläche eines mit einer
Flüssigkeit gefüllten und mit einer durchdrückbaren Wandung versehenen Druckkissens
gehalten, dessen übrige Wandungen in einem starren Gehäuse eingeschlossen sind.
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Es sind Sohlenpressen bekannt, bei denen die Seitenwandungen des Druckkissens
mit Bezug aufeinander verstellbar waren, um dadurch die Umrißform des Kissens der
Sohlenform anpassen zu können. Durch diese Verstellung der Wandungen erfolgte jedoch
keine Änderung des Druckes im Innern des Kissens. Vielmehr wurde dabei der auf die
Sohle bzw. den Schuh ausgeübte Druck ausschließlich durch auf den Schuh von oben
einwirkende Druckorgane hervorgerufen. Gemäß der Erfindung ist nunmehr bei der Sohlenklebepresse
ein Teil des Preßkissens als Druckstück ausgebildet, welches beim Eindrücken in
das Kissen die Flüssigkeit indemselben. verdrängt und dadurch den zum Anpressen
der Sohle an den Schuh erforderlichen Druck hervorbringt. Dieses .Druckstück wird
zwecks Aufrechterhaltung des erzielten Druckes durch eine Verriegelungsvorrichtung
gesperrt. Von Wichtigkeit ist hierbei, daß diese Verriegelungsvorrichtung in ihrer
wirksamen Stellung bleibt, wenn das Druckkissengehäuse aus der Presse entfernt wird.
Hierdurch kann nämlich der nächste zu bearbeitende Schuh sicher auf genau den gleichen
- Druck gebracht werden wie der vorhergehende. Im einzelnen besteht die Verriegelungsvorrichtung
aus einem Keilstück, auf dessen Seiten bewegliche, zusammenspannbare Druckstücke
einwirken. Das Druckstück, welches einen Teil des Preßkissens eindrückt, wird zweckmäßigerweise
durch einen gewichtsbelasteten Kolben betätigt.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Abb. r ist eine Vorderansicht der Presse; Abb. 2 ist ein Längsschnitt
durch den oberen Teil der Presse, teilweise in Seitenansicht; Abb.3 .stellt das
Fersenende des Druckkissengehäuses dar; Abb. q. ist ein Grundriß des Fersenendes
des Gehäusebodens; Abb. 5 ist ein Schnitt.nach der Linie VII-VII der Abb. q.; Abb.
6 ist ein Längsschnitt durch die Verr iegelungsvorrichtung.
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An dem von Füßen 22 getragenen Gestell 2q., 26 ist ein Tisch 2o angebracht,
der einen Kasten oder ein Gehäuse 28 trägt. In dem Gehäuse 28 ist ein biegsames,
ausdehnbares und verformbares. Preßkissen 30 'untergebracht, dessen obere Wand
31 die eigentliche Preßfläche bildet und das im nachstehenden
der
Kürze halber als Kissen bezeichnet ist. Der Boden 33 des Kissens 3o bildet den verformbaren
Teil des ganzen Kissens. Aufk; dem Gehäuse 28 ist ein Deckel 32 (Abb.,3)e angebracht,
dessen sohlenförmige- Öffnüzi&j groß genug ist, um die größte der zu b(a.r-:
beitenden Sohlen aufnehmen zu können. Das Kissen 3o enthält eine Flüssigkeit, beispielsweise
Wasser, doch ist es nicht vollständig mit Wasser gefüllt, damit die freiliegende
Arbeitsfläche 3 i schwammig ist und sich einer auf das. Kissen aufgebrachten Sohle
anpassen kann. Der Umriß der Kissenfläche 31 ist so gewählt, daß sie durch sanftes
Einhetten der seitens des Arbeiters auf das Kissen aufgelegten Sohle ungefähr den
Umriß eines Schuhes annimmt, an dem die Sohle befestigt werden soll.
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Nachdem der Schuh und die aufgelegte Sohle auf dem Kissen 3 i in die
beabsichtigte Lage gebracht worden sind, wird zunächst ein anfänglicher Druck auf
den Schuh und den Leisten ausgeübt, um den Schuh mit der' Sohle an das Kissen anzupressen.
Hierbei werden die Sohle und der Boden des Schuhes in die richtige Lage zu dem Kissen
gebracht; das Kissen kann dann durch seine Formveränderung einen zusätzlichen Druck
auf die Sohle ausüben, ohne die Gestalt seiner Arbeitsfläche 3 i in nennenswertem
Maße zu verändern.
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Der Boden des Gehäuses 28 hat ein bewegbares Druckstück 366, das über
einem Kolben 368 liegt (Abb. 2). Der Kolben 368 ist an einen Hebe137o an einem Punkt
angelenkt, der in kürzerer Entfernung von einem Ende des Hebels 37o steht als von
dem anderen Ende desselben. Das Ende des kürzeren Armes des ungleicharmigen Hebels
370
ist bei 374 mit dem kürzeren Arm eines ungleich,armigen Hebels 376 verzapft,
der um einen in Augen der unteren Seite des Tisches 2o eingesetzten Zapfen 378 bewegbar
ist. Das Ende des längeren Armes des Hebels 376 ist durch ,eine Lenkstange
380 mit einem dritten, ungleicharnzigen Hebe1382 verbunden (Abb. i). Das
Ende des kürzeren Armes des Hebels 382 ist um eine Stange 384 bewegbar, die durch
Augen 386 des linken Fußes 22 des Tisches 2o hindurchragt. An den längeren Arm des
Hebels 382 ist ein Gewicht 388 angehängt. Wenn sich das Gewicht 388 durch Schwerkraft
senkt, wird der Kolben 368 durch die beschriebene Hebelübersetzung mit verhältnismäßig
großer Kraft gegen den bewegbaren Teil366 des Bodens des Gehäuses 28 angehoben.
Hierdurch wird die Bodenwandung 33 des Kissens 3o verformt oder verzogen, und es
wird, da die Seiten des Kissens durch die Wandungen des Gehäuses 28 und die obere
Fläche des Kissens durch den aufgesetzten Schuh ihre Form nicht verändern können,
der Druck des Kol-_ bens 368 durch das Verdrängen der sich in Gefäß befindlichen
Flüssigkeit auf den =Boden der Schuhsohle übertragen. Die Helelübersetzung und die
Wahl des Gewichtes -, °-sind vorzugsweise so bemessen, daß ein Druckvon ungefähr
5 Kilogramm auf jeden Quadratzentimenter der Schuhsohle ausgeübt wird.
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Wenn ein kleinerer Schuh bearbeitet wird, so ist nur eine kleinere
Fläche 3 i des Kissens 3o durch die Sohle verdeckt, und demzufolge schwillt diese
Fläche 3 t um den Umfang der Sohle herum, namentlich an den Enden des Schuhes, an.
Dieses unbeabsichtigte Anschwellen kann so. groß werden, daß der auf jeden Quadratzentimeter
der Schuhsohle ausgeübte Druck beträchtlich herabgesetzt wird. Bekanntlich ist die
Längenveränderung der Schuhe beträchtlich größer als die Breitenveränderung, und
demzufolge braucht der Breitenveränderung keine besondere Aufmerksamkeit gewidmet
werden, insofern es das Anschwellen der Kissenfläche 31 an den Seiten verschieden
breiter Schuhe betrifft. Demzufolge sind in der dargestellten Ausführungsform Vorkehrungen
getroffen, die nur dem Anschwellen des Kissens an den Enden des Schuhes Rechnung
tragen.
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Unter dem Deckel 32 des Gehäuses 28 sind zu diesem Zweck schablonenartige
Verdeckplatten 392 (Abb.3) verschiebbar, durch die die Teile der Kissenfläche 3
i an den Enden des Schuhes abgedeckt werden können. Die inneren Enden dieser Verdeckplatten
sind im wesentlichen entsprechend der Gestalt des Spitzen- bzw. des Fersenendes
des Schuhes kurvenförmig ausgebildet. Abb.3 läßt erkennen, daß das. innere Ende
der Platte 392 herabgebogene Knaggen 394 hat, die zwischen die Seitemvandungen des
Kissens 3o und des Gehäuses 28 greifen. An dem äußeren Ende der Platte 392 ist ein.
schmaler Teil 396 ausgebildet, der durch einen Schlitz am Ende des Gehäuses 28 hindurchragt
und einen Flansch 398 bildet, mittels dessen die Platte 392 von Hand aus in der
Längsrichtung des Preßkissens 30 eingestellt werden kann. Die für. das Spitzenende
des Schuhes bestimmte Platte ist in ähnlicher Weise einstellbar an dem anderen Ende
des Gehäuses angeordnet.
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Jedes Kissen 3o mit dem dazugehörigen Gehäuse 28 und den Spannbügeln
bildet ein einheitliches Ganzes oder eine Einzelpreßvorrichtung, die in sich abgeschlossen
mit dem unter Druck gehaltenen Schuh aus der Presse herausgenommen werden kann.
Es ist daher eine verhältnismäßig großeAnzahl derartiger Einzelpreßvorrichtungen
notwendig, die mit dem Schuh unter Beibehaltung des
hervorgebrachten
Druckes unabhängig von der Presse bis zum vollständigen Eintrocknen des Klebstoffes
aufgespeichert werden können. Demzufolge müssen Vorkehrungen getroffen werden, um
den bewegbaren Teil 366 des Bodens des Gehäuses 28 vor dem Herausnehmen der Einzelpreßvorrichtungen
aus der Presse in derjenigen Lage zu sichern, in die der Kolben 368 den Teil 366
gebracht hat. Zu diesem Zweck ist die in den Abb. 3 bis 6 dargestellte Verriegelungseinrichtung
getroffen.
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An dem bewegbaren Teil 366 des Bodens des Gehäuses 28 ist ein
Fortsatz in der Form eines Keiles 400 ausgebildet, dessen unteres Ende mit dem Kolben
368 zusammentrifft (Abb.5). Um einen in den Boden des Gehäuses 28 eingesetzten Zapfen
402 ist ein Hebel 404 bewegbar, dessen Kerbe 4o5 eine Seite des keilförmigen Fortsatzes
400 umfaßt. An ' der anderen Seite des Fortsatzes 400 ist in ähnlicher Weise ein
gekerbter Hebel 4o6 angeordnet. Die Kerben 405 dieser beiden Hebel verhindern Bewegungen
des Keiles 400 und demzufolge auch Bewegungen des bewegbaren Teiles 366 in der Längsrichtung
der durch eine Zugfeder 4o8 gegeneinander gehaltenen Hebel 404, 4o6. Die äußeren
Enden der Hebel 404, 4o6 ragen durcheinen Schlitz des Gehäuseendes 28 hindurch (Abb.3)
und werden durch einen flachen Teil 4.09 des Gehäuses 28 gestützt. Ein an dem freien
Ende des Hebels 4o4 befestigtes Glied 4I o ist bei 412 mit einem Arm 4I4 verzapft,
in dem ein Schieber 4I6 angeordnet ist. Eine an einen festen Stift 42o des Armes
414 angehängte Zugfeder 418 sucht den Schieber 416 mit Bezug auf den Arm 414 auswärts
zu bewegen. In eine an der oberen Fläche des Schiebers 4I6 ausgebildete Verzahnung
422 fällt eine an dem Arm 4I4 angeordnete federbelastete Klinke 424 ein, die den
einwärts geschobenen Schieber 416 von Auswärtsbewegungen abhält. Wenn der Kolben
368 den Fortsatz heraufdrückt, werden die Hebel 404, 4o6 durch die Feder 4o8 geschlossen
und gegen die Keilflächen bewegt. Der Arm 4I4 wird durch eine Bügelfeder 426 gegen
den Hebe14o6 geschwungen, und die freigegebene Klinke 424 ermöglicht es der Feder
4I8, den Schieber 4I6 auswärts zu bewegen. Um den Keil4oo zu sperren, hakt der Arbeiter
seinen Finger über einen Stift 428 des Armes 4I4 und bewegt den Schieber 4I 6 mit
seinem Daumen einwärts. Das innere keilförmig gestaltete Ende des Schiebers 4I 6
trifft zunächst mit der ebenen Fläche 429 des Hebels 4o6 zusammen und sichert die
Hebel 404, 4o6 in der Schließlage. Wenn der Arm 4I4 dann gegen. das Gehäuse geschwungen
wird, wird das keilförmige Ende des Schiebers 4i6 über eine kurvenförmige Fläche
43o des Hebels 4o6 gedrängt, bis dieses Ende auf einer ebenen Fläche 43I des Hebels
4o6 aufliegt. Die Bewegung des Armes 4t4 wird durch einen Anschlagstift 433 des
Hebels 4o6 begrenzt.
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Der von den Kolben 368 auf den Keil 400 ausgeübte Druck kann nunmehr
aufgehoben werden. Dies wird durch einen Trethebel und geeignete Verbindungen bewirkt.
Wenn der Trethebel herabgedrückt wird, hebt das ansteigende Gewicht 388 den Druck
auf den Kolhen 368 auf, und eine mit dem rechten Vorderfuß 22 und dem Zapfen 374
zwisichen den Hebeln 37.6, 370 verbundene Zugfeder 442 bewirkt das. Zurückziehen
des Kolbens 368.