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Doppelregler für Kaplanturbinen Um bei Kaplanturbinen,welche durch
Verstellen der Leitschaufeln und der Laufschaufeln geregelt werden, bei allen Belastungen
den höchsten jeweils möglichen Wirkungsgrad zu erreichen, muß jeder Leitschaufelstellung
eine bestimmte Laufschaufelstel-lung zugeordnet sein. Die Doppelregler der Kaplanturbinen
werden deswegen in bekannter Weise so ausgebildet, daß sie im Beharrungszustande
die Leitschaufeln und Laufschaufeln in zugeordnete Stellungen bringen. Es ist ferner
bekannt, die Regler so auszubilden, daß nach einer plötzlichen Entlastung der Turbine
vorübergehend eine starke Abweichung von dieser Zuordnung eintritt; man macht die
größte Schließgeschwindigkeit, die der zur Verstellung der Laufschaufeln dienende
Kraftkolben (Laufschaufelkolben) annehmen kann, absichtlich erheblich kleiner als
die größte Schließgeschwindigkeit des die Leitschaufeln verstellenden Kraftkolbens
(Leitschaufelkolbens). Nach einer Belastungsverminderung erfolgt dann der Leistungsausgleich
zunächst in der ersten Phase des Regelungsvorganges vorwiegend durch Schließen der
Leitschaufeln, während die Laufschaufeln sich nur wenig schließen (wobei unter Schließen
der Übergang von der steilen Stellung, die der vollen Leitschaufelöffnung zugeordnet
ist, zu der der kleinsten Leitschaufelöftnung zugeordneten flachen Stellung verstanden
«erden soll). Dieses Abweichen von der Zuordnung während des notwendigerweise schnellen
Leistungsausgleiches nach einer Belastungsverminderung ist für die Regelung vorteilhaft,
weil durch das Herabgehen des Wirkungsgrades der Betrag, um den die Wassermenge
vermindert werden muß, erniedrigt und die schädlichen Trägheitswirkungen in der
Wasserzuleitung und im Saugrohr entsprechend gemildert werden. Nachdem die Turbinenleistung
ganz oder annähernd der: verlangten Leistung angeglichen ist, macht sich in der
zweiten Phase des kegelungsvorganges die verhältnismäßig langsame Schließbewegung
der Laufschaufeln geltend. Um die Leistung gleichbleibend zu erhalten, nämlich gleich
der verlangten Leistung, müssen dabei auch die Leitschaufeln verstellt werden. Die
Steuerung der Kraftkolben sorgt in bekannter Weise dafür, daß die beiden Kraftkolben
sich schließlich in zugeordnete Stellungen einsteuern. Die vorliegende Erfindung
betrifft eine besondere Ausbildung der Steuerung und bezweckt, den Regelungsvorgang
nach einer plötzlichen Entlastung während der Zeit, in der die beiden Kraftkolben
stark von den zugeordneten Stellungen abweichen, möglichst günstig zu gestalten.
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Uin das Wesen der Erfindung hervortreten zu lassen, soll zunächst
das Arbeiten des in
Abb. i dargestellten Regrers bekannter Bauart
besprochen werden.- Das Fliehkraftpendel A betätigt durch den Riickführhebel B das
Steuerventil G des Leitschaufelkolbens D, de@=-sen Kolbenstange E im Punkte e1 an
das Leit Schaufelgetriebe angeschlossen ist. Die -.Siel: lungen, die der Punkt e1
bei ganz geöffnetem und bei ganz geschlossenen Leitschaufeln einnimmt, sind in der
Abbildung bezeichnet. Das Steuerventil G ist so ausgebildet, daß der Leitschaufelkolben
D sich nach unten bewegt, wenn das Steuerventil aus der Mittellage nach oben verschoben
ist. Mit der Kolbenstange E ist der Winkelhebel F gekuppelt, der die Kurvenbahn
f 1 trägt. Diese wird von der federbelasteten Rolle G abgetastet. Die Rolle G sitzt
am einen Ende des Hebels H, dessen Punkt lbl mit dem Steuerventil J des Laufradkolbens
K gelenkig verbunden ist; an die Kolbenstange k1 ist im Punkte k= das Laufschaufelgetriebe
angeschlossen. Die Stellungen, die der Punkt k2 bei kleinster und bei größter Turbinenleistung
im Beharrungszustande einnimmt, sind in den Abbildungen durch die Worte flach und
steil bezeichnet. Das Steuerventil J ist so ausgebildet, daß der LaufschaufelkolbenK
sich nach unten bewegt, wenn das Steuerventil aus der Mittellage nach oben verschoben
ist. Die nach oben durchgehende Kolbenstange des Kolbens K ist mit dem Endpunkt
h" des Hebels H verbunden. Die Form der Kurvenbahn f 1 ist so gewählt, daß der Laufschaufelkolben
K sich im Beharrungszustande stets in die der Stellung des Leitschaufelkolbens D
zugeordnete Stellung einsteuert.
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Wenn eine plötzliche Belastungsverminderung der Turbine eintritt,
d. h. wenn von einem Beharrungszustand ausgehend die Belastung plötzlich auf einen
kleineren, in der Folgezeit gleichbleibenden Betrag sinkt, arbeitet dieser Regler
in folgender Weise. In der ersten Phase erfolgt ein schneller Leistungsausgleich
durch eine schnelle Abwärtsbewegung des Leitschaufelkolbens D. , Die nach oben durchgehende
Kolbenstange des Kolbens D verstellt dabei den Endpunkt des Hebels B, den Rückführpunkt
b1. Die Bewegung des Leitschaufelkolbens D wird auf das Steuerventil I übertragen
und leitet eine Schließbewegung des Laufschaufelkolbens K ein. Da durch entsprechende
Ausbildung des Steuerventils J die Schließgeschwindigkeit des Kolbens K verhältnismäßig
klein gemacht ist, wird die Verstellung der Laufradschaufeln zunächst nicht sehr
fühlbar, so daß der Regelungsvorgang hauptsächlich durch Verstellung der Leitschaufeln
bestimmt wird und ähnlich verläuft wie bei einem gewöhnlichen einfachen Turbinenregler.
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In der zweiten länger dauernden Phase des Regelungsvorganges kommt
die andauernde Schließbewegung der Leitschaufeln zur Wirkung. Es wäre. erwünscht,
daß dabei die am :.Ende der ersten Phase eingeregelte Drehzahl eh nicht nochmals
ändert. Dieser Wunsch '..;bleibt aber unerfüllt,' denn das Schließender 'haufradschaufeln
bei festgehaltenen Leitschaufeln bewirkt im allgemeinen eine Änderung der Turbinenleistung,
so daß das Fliehkraftpendel nochmals eingreifen muß, um die Änderung auszugleichen.
Am Ende der zweiten Phase, bei endgültig erreichtem Beharrungszustand ist dann der
Rückführpunkt b1 in einer anderen Lage als am Ende der ersten Phase, und dementsprechend
hat sich auch die Drehzahl nochmals geändert. Da fast stets die Forderung gestellt
wird, daß die Drehzahl verhältnismäßig kurz nach der Belastungsänderung wieder gleichbleibend
sein soll, wird man durch jene Vorgänge daran gehindert, die Schließgeschwindigkeit
des Laufschaufelkolbens so klein zu machen, wie es nötig sein würde, um während
der ersten Phase eine merkliche Wirkung des Schließens der Laufschaufeln zu unterdrücken
und voll in den Genuß der Vorteile des Zurückbleibens der Laufschaufeln zu kommen.
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Bei den meisten Ausführungen ist in die Verbindung zwischen dem Rückführpunkt
b1 und dem Leitschaufelkolben D noch ein nachgiebiges Element eingeschaltet. Die
Nachteile der oben erörterten Vorgänge werden durch eine solche nachgiebige Rückführung
etwas gemildert, aber nicht grundsätzlich beseitigt.
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Der Zweck der vorliegenden Erfindung ist es, während der zweiten Phase
des Regelungsvorganges den Einfluß der Schließbewegung des Laufschaufelkolbens auf
die Drehzahlregelung vollständig zu beseitigen, so daß hinsichtlich der Drehzahl
der Beharrungszustand schon am Ende der ersten Phase erreicht werden kann. Die in
der zweiten Phase erfolgende Einsteuerung der Kraftkolben in die zugeordneten Stellungen
wird dadurch eine 'innere Angelegenheit der beiden Kraftkolben, die ohne Mitwirkung
des Fliehkraftpendels abläuft, und die Schließgeschwindigkeit des Laufradkolbens
kann ohne Nachteil beliebig klein gemacht werden.
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Man hat versucht, den geschilderten Mangel (Änderung der Drehzahl
während der zweiten Phase) dadurch zu beseitigen, daß der Rückführpunkt an beide
Kraftkolben angeschlossen wird. Ein Regler dieser bekannten Bauart ist in Abb.2
dargestellt, in der die Zeichen A bis k2 dieselbe Bedeutung haben wie in Abb. i.
Der Rückführpunkt b1 ist hier mit einem Punkte h des Hebels L verbunden,
dessen Endpunkte an den Leitschaufelkolben D und den Laufschaufelkolben K angeschlossen
sind.
Durch den Hebel L wird gewissermaßen ein Anteil der Bewegung des Leitschaufelkolbens
zu einem Anteil der Bewegung des Laufschaufelkolbens addiert, und die Summe wird
auf den Rückführpunkt übertragen. Den gewünschten Erfolg hat man damit nicht erzielt
Man hatte geglaubt, mit einer weiteren, in Abb. 3 dargestellten Bauart Erfolg haben
zu können, die eine Verallgemeinerung der in Abb. 2 dargestellten Bauart ist und
deswegen eine weitergehende Anpassung an die Leistungseigenschaften der Turbine
ermöglicht. In Abb. 3 haben die Zeichen A bis k° dieselbe Bedeutung
wie in Abb. r. Der Rückführpunkt b1 ist an den Drehpunkt irzl des Hebels Al angeschlossen.
Der eine Endpunkt dieses Hebels trägt die Rolle m2, welche von der mit dem Leitschaufelkolben
D zwangsläufig verbundenen Kurvenbahn f= geführt wird. Der andere Endpunkt des Hebels
!b7 trägt die Rolle y113, welche durch die mit dem Laufschaufelkolben IL zwangsläufig
verbundene Kurvenbahn k3 geführt wird. Beide Rollen werden durch die Feder »a4 an
ihre Kurvenbahnen angepreßt.
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Bei dieser Bauart wird eine (durch die Kurvenbahn f=) beliebig wählbare
Funktion der Leitschaufelöffnung zu einer (durch die Form der Kurvenbahn k3) beliebig
wählbaren Funktion der Laufschaufelstellung addiert, und die Summe wird auf den
Rückführpunkt b1 übertragen. Daß gleichwohl mit dieser Anordnung die gewünschte
Wirkung grundsätzlich nicht erreicht werden kann, geht aus folgender Überlegung
hervor.
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Während der zweiten Phase des Regelungsvorganges ist die Turbinenleistung
unveränderlich. Damit sie ohne Mitwirkung des Fliehkraftpendels, also bei gleichbleibender
Drehzahl, unverändert bleibt, darf der. Rückführpunkt b1 dabei seine Stellung nicht
verändern. Die Stellung des Rückführpunktes darf also nur von der Turbinenleistung
abhängen, muß aber unabhängig davon sein, in welcher Weise, d. h. durch welche Leitschaufelöffnungen
und Laufschaufelstellungen diese Leistung erzielt wird.
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Daß es nicht möglich ist, durch passende Wahl der Kurvenbahnen f2
und k3 diese Forderung zu erfüllen, hängt mit folgendem bekannten Satz zusammen.
Wenn eine Funktion von zwei Veränderlichen gegeben ist: ,z = f (.i, y), dann ist
es im allgemeinen nicht möglich, eine Funktion. von x allein, q#
(_x) und eine Funktion von y allein, zp (y) so zu bestimmen, - daß #o (x)
-E- y' (y) = f (x, y) ist. (Dies ist nur in dem Sonderfall möglich, daß die
gegebene Funktion überall der Bedingung ö2 f #; @y^ - o genügt.) Wenn man
für den vor-6x Fall die bei gegebener Fallhöhe und gegebener Drehzahl vorhandene
Turbinenleistung mit N, die Leitschaufelöffnung mit a, die Winkelstellung der Laufschaufeln
mit bezeichnet, ist N = f (a, 2.) durch die hydraulischen Eigenschaften der
Turbine gegeben. Die bei den Kaplanturbinen tatsächlich vorhandene Abhängigkeit
der Leistung von Leitschaufelöffnung und Laufschaufelstellung ist nun derart, daß
es keine Funktionen cp (a.) und 2p (A.) gibt, die die Forderung erfüllen, daß #p
(a) -E- y (.1) nur von der Turbinenleistung abhängt.
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Um dies nachzuweisen, ist in Abb.4 das Leistungsfeld einer Kaplanturbine
gezeichnet (es ist aus der Abb. 356 im Buch von Thomann, Wasserturbinen, zweiter
Teil, 2. Auflage, Stuttgart 1931, Seite 259, abgeleitet). Nach rechts sind die Leitschaufelöffnungen
i» Bruchteilen der Vollöffnung, nach oben die Drehwinkel der Laufschaufel (von der
flachsten Stellung an gerechnet) in Bruchteilen des größten Drehwinkels aufgetragen.
jeder Punkt des Feldes entspricht einem bestimmten Betriebszustand. Die ausgezogenen
Linien sind Linien gleicher Leistung; die Leistungen, gemessen in Bruchteilen der
Vollleistung, sind an die Linien angeschrieben. Die gestrichelt gezeichnete Linie
ist die Zuordnungslinie; sie gibt die Betriebszustände an, die bei gegebener Leistung
den höchsten Wirkungsgrad liefern. Für das Verhalten der Turbine nach plötzlichen
Belastungsverminderungen kommt der links oberhalb der Zuordnungslinie liegende Teil
des Feldes in Betracht.
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Wenn der Rückführpunkt b1 mit den beiden Kraftkolben so verbunden
ist, daß seine Lage nur von der Turbinenleistung abhängt, muß jede Bewegung der
Kolben, die eine Vergrößerung der Turbinenleistung bewirkt, eine Aufwärtsbewegung
des Rückfiihrpunktes und jede Bewegung, die eine Verkleinerung der Turbinenleistung
bewirkt, eine-Abwärtsbewegung des Rückführpunktes zur Folge haben. Wenn die Turbine
in dem in Abb. 4 mit S bezeichneten Betriebspunkt (a = o,6, d = 0,4) arbeitet urid
die Laufschaufeln auf einen etwas größeren Winkel eingestellt werden (entsprechend
einer Verschiebung des Betriebspunktes im Sinne des eingezeichneten Pfeiles), so
steigt, wie aus dem Verlauf der Linie N = 0,4 ersehen werden kann, die Leistung
an, der Rückführpunkt b1 muß also dabei gehoben werden; in der Abb.3 ist die Schräge
der Kurvenbahn dementsprechend gewählt. Wenn die Turbine bei kleiner Leitschaufelöffnung,
aber mit derselben Laufschaufelstellung in dem mit Z@ bezeichneten Betriebspunkte
(a = 0,3, ?. = o,4) arbeitet und die Laufschaufeln auf einen etwas größeren Winkel
eingestellt werden (entsprechend dem
eingezeichneten Pfeil), dann
geht die Turbinenleistung herab, und der Rückführpunkt b1 müßte gesenkt werden.
Durch die Wahl der Form der Kurvenbahn kg kann man dieser Forderung nicht genügen,,
ohne die Bewegungsübertragung für den Betriebspunkt N verkehrt zu machen, denn in
beiden Fällen ist dieselbe Stelle der Kurvenbahn k3 wirksam.
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Die Forderung, daß die Stellung des Rückführpunktes nur von der Turbinenleistung
(bei gegebener Fallhöhe und gegebener Drehzahl) abhängt, kann grundsätzlich nicht
durch ein-Getriebe erfüllt werden, dessen Wirkung den Charakter einer Addition zweier
Einzelbewegungen hat, von denen die eine nur von der Leitschaufelbewegung, die andere
nur von der Laufschaufelbewegung abhängt. Zur Erfüllung der Forderung muß vielmehr,
darin beruht die vorliegende Erfindung, die kinematische Verbindung von den beiden
Kraftkolben zum Rückführpunkt so gestaltet sein, daß das Übersetzungsverhältnis
der Bewegungsübertragung vom Laufschaufelkolben zum Rückführpunkt bei festgehaltenem
Leitschaufelkolben von der Stellung des L eitschaufelkolbens abhängt. Bei der Regelung
einer Turbine mit einem Leistungsfeld gemäß Abb. q. muß das Übersetzungsverhältnis
vom Laufschaufelkolben zum Rückführpunkt sogar das Vorzeichen wechseln. Die Abb.
q. bezieht sich zwar nur auf eine bestimmte Turbine; die Leistungseigenschaften
anderer Kaplanturbinen sind aber auch derart, daß das Übersetzungsverhältnis vom
Laufschaufelkolben zum Rückführpunkt von der Leitschaufelstellung abhängig sein
muß; wenn die Stellung des Rückführpunktes nur von der Turbinenleistung abhängig
sein soll.
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Abb.5 ist die schematische Darstellung eines nach der vorliegenden
Erfindung ausgeführten Reglers, bei dem die Forderung, daß die Stellung des Rückführpunktes
nur von der Turbinenleistung abhängt, unter Verwendung eines Formkörpers streng
erfüllt wird. Die Zeichen A bis k2 haben dieselbe Bedeutung wie in Abb. r. Die 'nach
oben durchgeführte-Kolbenstange des Kolbens K trägt die Zahnstange k4, die in das
Zahnrad p1 eingreift. Der Durchmesser des letzteren ist so gewählt, daß es -weniger
als eine volle Umdrehung macht, wenn der Kolben K seinen vollen Hub zurücklegt.
Das Zahnrad sitzt fest. auf der Welle p2, die in den Lagern q längs verschieblich
geführt -wird. Die Längsverschiebung der Welle -wird durch das Kugelgelenk p3, den
Lenker f 3 und die anderen aus der Abbildung ersichtlichen Teile vom Leitschaufelkolben
D bewirkt. Mit der Welle fest verbunden ist der Formkörper P. Dieser wird durch
den Stift R abgetastet, der den Rüclcführungspunlct b1 führt. Die Feder r1 preßt
den Stift R gegen den Formkörper P.
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Jede senkrecht zur Achse der Welle p'= stehende Linie, die einen Punkt
der Oberfläche des Formkörpers mit der Wellenachse verbindet, soll als Radius bezeichnet
werden. Da dem Formkörper seine Winkelstellung vom Laufschaufelkolben und seine
Längsstellung vom Leitschaufelkolben vorgeschrieben wird, ist für jede Kombination
von Laufgchaufelstellung und Leitschaufelstellung ein bestimmter Radius für die
Höhenlage des Rückführpunktes maßgebend. Der Formkörper ist nun so gestaltet, daß
die Längen der Radien nur von der Turbinenleistung abhängen und mit ihr stetig wachsen,
im einfachsten Falle also derart, daß die Länge der Radien proportional mit der
Turbinenleistung zunimmt. Das Arbeiten des in Abb. 5 dargestellten Reglers ergibt
sich aus dem früher Dargelegten von selbst.
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Statt des den Formkörper enthaltenden Getriebes können auch Getriebe
verwendet werden, welche nur aus Kurbeln, Lenkern und Geradführungen bestehen. Man
muß sich dann damit begnügen, daß die genannte Forderung nur annähernd erfüllt wird.
Getriebe, welche für ein gegebenes Leistungsfeld die Forderung hinreichend genau
erfüllen, können durch Ausprobieren auf dem Reißbrett gefunden werden.
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Als'Beispiel soll hier ein Getriebe beschrieben werden, welches für
die Regelung einer Turbine mit einem Leistungsfeld gemäß Abb. 6 verwendet werden
kann. Das Getriebe ist in Abb.-7 gezeichnet, es ist ein ebenes Getriebe, welches,
abgesehen von den für die beiden Bewegungseingänge und den Bewegungsausgang verwendeten
Geradführungen, nur aus drei Lenkern besteht; die Abbildung ist hinsichtlich der
baulichen Durchbildung nur schematisch, hinsichtlich der kinematischen Verhältnisse
jedoch inaßstäblich richtig.
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Die Bewegung des Leitschaufelkolbens wird dem Getriebe durch die Stange
U zugeleitet, die sich in der Führung u1 parallel verschiebt. An das obere Ende
der Stange U ist im Punkte x1 der Lenker X drehbar angeschlossen. Die Stellungen,
die der Punkt xl auf seiner (strichpunktierten) Führungslinie bei verschiedenen
Leitradöffnungen a einnimmt, sind in Abb. 7 angegeben; in der gezeichneten Stellung
ist a = o,8. Die Bewegung des Laufschaufelkolbens wird dem Getriebe durch die Stange
1=' zugeleitet, die sich in der Führung v1 parallel verschiebt. An das obere Ende
der Stange Z' ist im Punkte y1 der Lenker Y drehbar angeschlossen. Die Stellungen,
die der Punktyl auf seiner (strichpunktierten) Führungslinie bei verschiedenen Winkelstellungen
A,
der Laufschaufeln einnimmt, sind in der Abbildung angegeben, und z#,N ar ist in
dem vorliegenden Beispiel der Weg von y1 proportional 2,. In der gezeichneten Stellung
ist 2.=o,5. Die Lenker X und Y sind im Punkte ;a unter sich und mit
dem Lenker Z drehbar verbunden. Das obere Ende des Lenkers Z ist im Punkte hl drehbar
mit dem Bolzen W verbunden, der sich in der Führung w1 parallel verschieben kann
und dadurch den Punkt b1 auf der strichpunktierten Linie führt. b1 ist gleichzeitig
der Rückführpunkt, an ihn ist der Rückführhebel B angeschlossen (vgl. auch Abb.
5). Die Höhenlage z des Punktes b1 soll nach der eingezeichneten gleichmäßig geteilten
Skala gemessen werden; die Skala ist so gelegt, daß'. für den Leerlauf der Turbine
im Beharrungszustand, wobei gemäß Abb.6 a = o,o6 und 2, = o ist,
z = o ist und daß für die Höchstleistung (a = 1 und # = 1) z = 1 ist. In
der gezeichneten Stellung ist .z = o,61.
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Die Wirkungsweise des Getriebes ist folgende. Der der gezeichneten
Stellung (a = o,8, A, = o,5) entsprechende Betriebspunkt ist im Leistungsfeld (Abb.6)
angegeben; er liegt auf der gestrichelt eingezeichneten Zuordnungslinie und entspricht
einem Beharrungszustande bei der Leistung N = o,61. wenn die Turbine von diesem
Zustande aus plötzlich vollständig entlastet wird, arbeitet sie am Ende der ersten
Phase (sofern man von der geringen, schon während der ersten Phase eintretenden
Schließbewegung der Laufschaufeln absieht) in dem in Abb. 6 ebenfalls angegebenen
Betriebspunkte a = o,24, A. = o,5. Die entsprechende Stellung des Getriebes ist
in Abb.7 gestrichelt gezeichnet; der Punkt, in dem die drei Lenker zusammenlaufen,
hat dabei die Lage n', die Höhenlage des Rückführpunktes ist z = o. Am Ende der
zweiten Phase arbeitet die Turbine in dem Betriebspunkte a = o,o6, A, = o; die entsprechende
Stellung des Getriebes ist in Abb. 7 ebenfalls gestrichelt gezeichnet; der Punkt,
in dem die drei Lenker zusammenlaufen, hat dabei die Lage yi', während die Höhenlage
des Rückführpunktes unverändert z = o ist.
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Bei der gezeichneten Stellung des Getriebes mit a = o,8, Z, = o,5
ist das Übersetzungsverhältnis, mit dem bei feststehendem Leitschaufelkolben eine
Verstellung des Laufschaufelkolbens auf den Rückführpunkt übertragen wird, positiv;
man erkennt aus-der Abbildung leicht, daß bei festgehaltenem Punkt x1 eine Verschiebung
des Punktes y1 im Sinne eines wachsenden # eine Vergrößerung von z bewirkt. In der
gestrichelt gezeichneten Stellung mit a = 0,24, # = 0,5 (Punkt ri)
ist das Übersetzungsverhältnis negativ, denn hier muß man den Punkt y1 im Sinne
eines abnehmenden 2 verschieben, um bei Festhaltung des unteren Endpunktes des linken
Lenkers eine Vergrößerung von z zu bewirken.
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Um eine genauere Beurteilung der Bewegungsverhältnisse des Getriebes
zu ermöglichen, ist die Art, in der bei dem in Abb. 7 gezeichneten Getriebe
z von a und 2, abhängt, in Abb.8 dadurch angegeben, daß in das Feld a-A,
Linien für gleichbleibende Werte von z eingetragen sind. Ein Vergleich der
Abb. 6 und 8 ergibt, daß die Linien z = const. in Abb. 8 sogar besser, als es an
sich nötig sein würde, mit den Linien N = const. in Abb. 6 übereinstimmen. Durch
das iri Abb. 7 gezeichnete Getriebe wird also nicht nur die für die Verwirklichungen
der vorliegenden Erfindung an sich ausreichende Forderung erfüllt, daß die Stellung
des Rückführpunktes nur von der Turbinenleistung abhängt und unabhängig davon ist,
in welcher Weise diese Leistung erzielt wird, sondern es wird darüber hinaus auch
erreicht, daß der Weg des Rückführpunktes proportional der Leitung ist.