DE650121C - Hydraulischer Druck- und Saugwidder mit umlaufendem Steuerrad - Google Patents

Hydraulischer Druck- und Saugwidder mit umlaufendem Steuerrad

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DE650121C
DE650121C DESCH102245D DESC102245D DE650121C DE 650121 C DE650121 C DE 650121C DE SCH102245 D DESCH102245 D DE SCH102245D DE SC102245 D DESC102245 D DE SC102245D DE 650121 C DE650121 C DE 650121C
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F04POSITIVE - DISPLACEMENT MACHINES FOR LIQUIDS; PUMPS FOR LIQUIDS OR ELASTIC FLUIDS
    • F04FPUMPING OF FLUID BY DIRECT CONTACT OF ANOTHER FLUID OR BY USING INERTIA OF FLUID TO BE PUMPED; SIPHONS
    • F04F7/00Pumps displacing fluids by using inertia thereof, e.g. by generating vibrations therein
    • F04F7/02Hydraulic rams

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Structures Of Non-Positive Displacement Pumps (AREA)

Description

  • Hydraulischer Druck- und Saugwidder mit umlaufendem Steuerrad Seitdem bei den hydraulischen Widdern der Gebrauch von umlaufenden Steuerrädern an Stelle der schlagenden oder ruckweise arbeitenden Verschlüsse bekanntgeworden war, wurde eine beträchtliche Erweiterung des Anwendegebictes der hydraulischen Widder erwartet, insofern, als durch die neue Bauart die Möglichkeit entstand, in solchen Maschinen größere Wassermengen als vordem zu verarbeiten. Durch praktische Ausführungen ist zwar erwiesen worden, daß solche Widder auch bei Beaufschlagüng mit ungewöhnlich großen Wassermengen selbst' in vieljährigem Dauerbetrieb ohne Störung arbeitsfähig bleiben. Es hat sich aber gezeigt, daß diese Großwidder bei weitem nicht den erwarteten hohen Wirkungsgrad haben. Hierin ist der Grund gelegen, weshalb die großen hydraulischen Widder mit umlaufendem Steuerrad im praktischen Betrieb wenig angetroffen werden, nur da, wo eben der seltene Fall vorliegt, daß die Höhe des Wirkungsgrades keine sonderliche Rolle spielt.
  • Die vorliegende Erfindung bezweckt, den beobachteten Nachteil der mit umlaufendem Steuerrad arbeitenden hydraulischen Widder zu vermeiden und, ihnen einen Wirkungsgrad von bisher nicht möglich gewesener Höhe zu verleihen. Das Gelingen dieser Aufgabe wird unmittelbar eine außerordentliche Steigerung der Verwendbarkeit solcher Großwidder mit sich bringen, so namentlich für Bewässerungszwecke in Ländern mit tropischem und subtropischem Klima. In zahllosen Fällen ist aber die Errichtung solcher Anlagen immer daran gescheitert, daß die bisher bekannten Wasserhebemaschinen wie auch die aus Turbinen und Pumpen zusammengebauten Maschinensätze die verfügbaren Wasserkräfte meist niedrigen Gefälls nicht mit den wirtschaftlich erforderlichen hohen Wirkungsgraden auszunutzen imstande sind.
  • Zur Klarlegung der Wirkungsweise und des technischen Fortschritts der Erfindung bedarf es zunächst eines kurzen Eingehens auf den Arbeitsvorgang in den bekannten hydraulischen Widdern. Abb. i zeigt im Prinzip die Wirkungsweise des Widders. Darin ist a ein Behälter, worin Kraftwasser in gleichbleibender Spiegelhöhe gehalten wird. b ist der eigentliche Widderkörper, der durch das Triebrohr c mit dem Wasserbehälter a verbunden wird. Im Widderkörper befinden sich die beiden Ventile: d für den Abfluß des verbrauchten Kraftwassers und e für den Durchlaß des hochzutreibenden Wassers nach dem Windkessel f. Aus letzterem führt das Steigrohr g zu dem hochgelegenen Ausfluß des vom Widder geförderten Hubwassers. Beim Arbeitsbeginn der Maschine ist- das Ventil d infolge seines Eigengewichtes offen, die Wassermasse zwischen a und b kommt in Bewegung und strömt bei d frei aus. Hat das Wasser eine bestimmte Ausflußgeschwindigkeit erlangt, so wird d plötzlich durch den Strömungsdruck zugeschlagen, und der ganze einmal in Bewegung geratene Wasserinhalt des Triebrohres c erfährt dadurch einen so wuchtigen Stoß und eine solche damit verbundene Drucksteigerung, daß Ventile von unten her angehoben wird und dem unter-. hohen Stoßdruck geratenen und weiterdrängenden Wasser den Weg in den Windkessel freigibt. Der im Windkessel sich bildende Luftdruck treibt dann das eingedrungene Wasser ziemlich gleichmäßig in das Steigrohr g und nach dessen oberem Ausfluß. Durch diese Abgabe der in der Stoßwucht enthaltenen Arbeit stellt sich wieder Gleichgewicht her, die Ventile d und e fallen von selbst herab, die Wassermasse im Triebrohr c kommt von neuem in Bewegung, und das Arbeitsspiel wiederholt sich. Kurz gesagt ist folgendes festzuhalten: ein Teil der' den Widder durchfließenden Wassermenge mit dem Gefälle h liefert die Arbeit zum Heben des anderen Teiles der Wassermenge um die Förderhöhe H über den ursprünglichen Spiegel; ferner ist wesentlich für die Wirkungsweise, daß der Triebrohrinhalt abwechselnd mit dem Auslauf bei d und mit der Steigleitung f, g verbunden wird. -Abb.2 und 3 zeigen das Prinzip eines Widders mit umlaufendem Steuerrad unter sonstiger- Beibehaltung der einzelnen Bestandteile und Bezugszeichen von Abb. x. An Stelle der beiden vorigen Ventile erscheint hier -ein auf beliebige Weise in Umdrehung versetzbares Umschaltrad mit verschiedenen Kammern d und e; die Radkammer d wendet sich nach unten, die Kammer e nach oben. Befindet sich das Umschaltrad in Drehung, so ist bald der freie Auslauf durch d hindurch geöffnet, während gleichzeitig die Steigleitung f, g abgesperrt ist, bald ist, wie in Abb. 3 sichtbar, durch e der Zugang zur Steigleitung offen, während gleichzeitig der freie Auslauf verschlossen bleibt. Im Fall der,. Abb. 2 kommt die Wassermenge zwischen d und b in beschleunigte Bewegung, im Fall der Abb. 3 drängt das Wasser vermöge seiner Arbeitswucht von c durch e nach f, g unter Verlust seiner Geschwindigkeit. Es ist gebräuchlich geworden, das Verhältnis H : h als übersetzungsverhältnis und kurz mit dem Buchstaben i zu bezeichnen.
  • Drei wesentliche Vorteile bestehen zugunsten der Widder mit umlaufendem Steuerrad. Erstens: Ein und 'da:sselbe Umschaltrad kann nicht nur durch ein, sondern durch eine ganze Anzahl ringsherum an seinem Umfang angeordneter Triebrohre beaufschlagt werden. Zweitens: Der Windkessel ist dann überflüssig, weil die .der Triebrohrzahl entsprechende Vielheit und das zyklische Eintreten der Stoßdruckimpulse bereits die Gleichmäßigkeit der Wasserförderung bewirken. Drittens: Der Durchmesser der Triebrohre unterliegt keiner Beschränkung mehr, -weil der Arbeitsvorgang gänzlich ohne stoßende oder schlagende Ventile vor sich geht, solche aber bekanntlich nur bei kleinen, nicht jedoch bei großen Querschnitten betriebssicher bleiben.
  • Infolge dieser Vorteile lassen sich die hydraulischen Widder mit umlaufendem Steuerrad für beliebig große Wassermengen bauen, lediglich begrenzt durch die herstellungstechnischen Möglichkeiten. Bei den bekanntgewordenen Ausführungen solcher Großwidder ist das Umschaltrad ähnlich den Reaktionsturbinenrädern mit gebogenen Schaufeln gebaut, so daß das durchfließende Wasser infolge Ablenkung des Wasserstromes das Rad in Umdrehung versetzt (Abb.4). Bei gut durchgebildeter Lagerung und hydraulischer Entlastung ist der für die Drehung erforderliche Arbeitsaufwand geringfügig. Solche 'Räder besitzen nicht nur je eine Kammer d und e, sondern, um einseitige Drücke auf die Radwelle zu vermeiden, mindestens je zwei Kammern d und e, die einander gegenüberliegen, so daß die Seitendrücke auf die Welle sich gegenseitig aufheben. Das in Abb. q. dargestellte Umschaltrad weist je vier Kammern d und e auf, ringsherum finden sich 2o Triebrohre angeschlossen, deren Querschnitte nach dem Rade zu in Rechtecke übergeführt sind, wobei die Zwischenwandungen ebenfalls schaufelartig gekrümmt werden. Die solchergestalt mit selbsttätig umlaufendem Steuerrad arbeitenden Großwidder bedeuten demnach einen Zusammenbau einer größeren Widderanzahl, eine Gesamtheit oder Gemeinschaft, -an die je nach gewünschter Beaufschlagung auch 30, q.o oder mehr Triebrohre angeschlossen sein können.
  • Man baut die Gemeinschaftswidder der beschriebenen Art' auch für Saugwirkung, wenn die Aufgabe gestellt ist, vermittels eines verfügbaren Staugefälles Wasser von einem tiefgelegenen Spiegel bis zum Unterwasserspiegel des .Staues hochzusaugen. Bei solchen Saugwiddern ist gegenüber den vorher beschriebenen Druckwiddern im Prinzip weiter nichts anders, als das alle Strömungsrichtungen des - die Rohre und Maschine durchfließenden Wassers sich umkehren, wobei dann von dem sogenannten negativen Wasserstoß Gebrauch gemacht wird.
  • In der beschriebenen Art, wie die Vorzüge der Großwidder mit umlaufendem Steuerkreisel zustande kommen, wurzeln jedoch auch beim bisherigen Stand der Technik nicht vermiedene Nachteile. Eben diese Nachteile erweisen sich, wie noch zu zeigen sein wird, als von so ausschlaggebender Bedeutung, daß sie in der Mehrzahl der Fälle die Verwendbarkeit solcher Widder in Frage stellen oder ausschließen.
  • Während der Umdrehung des Steuerrades ergeben sich ununterbrochen wechselnde Stellungen seiner Kammerscheidewände gegenüber den Triebrohröffnungen. Abb. q. zeigt eine Kreiselstellung, wo zufällig alle Kammerscheidewände je einer Triebrohrscheidewand gegenüberstehen. In Abb.5, einen Zeichnungsausschnitt des Steuerrades mit einigen Triebrohren darstellend, sieht man rechts die Kammerscheidewände k gerade mitten gegenüber je einer Triebrohrmündung. Diese Stellung von k schädigt den Wirkungsgral des Widders empfindlich, denn es besteht in solchem Zeitpunkt nicht nur das Bestreben, daß der unter höherem Druck stehende Wasserinhalt der Kammer e in das offene Triebrohr oder vollends nach Kammer d entweicht, sondern es verpufft auch zum Teil der infolge des Vorrückens der Kammer e im Triebrohr entstehende Widderstoß. Mag auch die Zeitdauer, während der die Scheidewand k vor der Triebrohrmündung vorbeistreicht, vielleicht nur 1/1o bis 1/5 Sek. betragen, so ist diese Zeit doch groß im Vergleich zu der Geschwindigkeit, womit sich die Stoßwelle im Wasser fortpflanzt, wo es sich um Geschwindigkeitswerte der Größenordnung bis etwa zooo m in der Sekunde handelt. In der Tat hat sich bei Beobachtungen mit gläsernen Triebrohren erkennen lassen, daß unter bestimmten Umständen bei der gezeigten Stellung von k die Strömungsgeschwindigkeit im Triebrohr zu Null oder gar rückläufig wird. Die physikalischen Verhältnisse bei solchen Stellungen von k spielen sich jedoch derart undurchsichtig ab, daß sie einer rechnerischen Untersuchung unzugänglich bleiben. Es ist, um dem geschilderten Übelstand zu begegnen, vorgeschlagen worden, die Öffnungsbreite der Triebrohre äußerst schmal zu machen oder die Umfangsgeschwindigkeit des Steuerrades bedeutend zu steigern; beide Wege sind praktisch schlecht gangbar, der erste, weil damit eine außerordentliche große Triebrohrzahl verlangt und die Maschine allzusehr verteuert würde, der zweite, weil für gesteigerte Drehzahlen zuviel Kraftaufwand erforderlich und der Wirkungsgrad damit nur auf andere Art geschädigt wäre. Es werden auch Widder mit umlaufendem Steuerrad in der Art mit verdickten Kammerscheidewänden gebaut, daß dadurch die Triebrohrmündungen der Breite nach vollständig abdeckbar sind; auch dieser Weg bietet keinen praktischen Vorteil, ist im Gegenteil nachteilig, weil die vollständige Triebrohrabdeckung die Geschwindigkeit im Rohr vernichtet, den Wirkungsgrad der Maschine und ihr Wasserverarbeitungsvermögen verringert. Abb. 5, links, gibt den richtigen Weg zur Vermeidung der geschilderten Nachteile an, indem hier am Ende der Kammerscheidewände k1 und k2 Überdeckungsflächen besonderer Bauart h und 12 vorgesehen sind.
  • Die Überdeckungflächen 11 und l2 dürfen nicht die gleiche Breite aufweisen wie die Triebrohrmündungen, sondern sie müssen in bestimmter, nachstehend angegebener Weise schmäler bemessen werden. Sobald nämlich h die Triebrohröffnung zu verschließen begonnen hat, findet infolge Druckanstiegs sogar noch eine Steigerung der Strömungsgeschwindigkeit nach d statt, die erst mit Erreichung eines gewissen Schließquerschnitts ihren Größtwert erlangt. Bis dahin wächst also noch die lebendige Kraft des bewegten Triebrohrinhalts trotz Abnahme der ausfließenden Menge. Erst von einem bestimmten Zeitpunkt an nimmt die lebendige Kraft des Ausflußstrahles ab. Eben dieser besondere Schließgrad gibt das günstigste Breitenmaß für . die Überdeckungsfläche l1. Es ist bei diesen Betrachtungen von Wichtigkeit, zu beachten, daß die durch Versperren der Triebrohrmündung erzeugte Stoßwelle sich im Rohr mit Schallgeschwindigkeit nach dem unter gleichbleibendem Druck befindlichen Behälter a fortpflanzt, wo ein Gegenstoß hervorgerufen wird, der mit gleicher Geschwindigkeit zur Triebrohrmündung zurückeilt, um hier von der Kammer e aufgefangen zu werden. Bei der Kammerscheidewand k2 erweisen sich die schädigenden Folgen einer offenen Verbindung von e über das Triebrohr nach d noch gefährlicher, weil hier im Triebrohr nur die untere Stufe der Durchflußgeschwindigkeit herrscht, im Gegensatz zu k1, wo die obere Durchflußgeschwindigkeitsstufe den Folgen einer offenen Verbindung zwischen e und d besser entgegenwirken kann. Es wird also durch die Anbringung der Überdeckungsfläche 12 ebenfalls eine erhebliche Schädigung des Wirkungsgrades der Maschine beseitigt. Aber man darf auch hier die Überdeckungsfläche nicht so -breit machen wie die ganze Triebrohrmündung, weil dann die Durchflußgeschwindigkeit im Triebrohr auf Null herabgehen würde, um sofort nachher in d wieder neu hervorgerufen werden zu müssen. Die günstigste Breite von 12 wird diejenige sein, welche der unteren Durchflußgeschwindigkeitsstufe im Triebrohr möglichst nahe zu bleiben gestattet, ohne nennenswerten Rückverlust aus e zu verursachen. Diese Breite 11 zu ermitteln, ist Sache der Einzelberechnung. Es ergibt sich aus dem Dargelegten, d aß h und l2 bei derselben Maschine in der Regel verschieden groß sein werden. Hinsichtlich des Wirkungsgrades der hydraulischen Widder ist die allgemeine Erscheinung bekannt, daß derselbe mit höheren Übersetzungsverhältnissen i=H : lt ständig zurückgeht. Das gilt in gleicher Weise von den Widdern mit umlaufendem Steuerrad, und auch durch die beschriebenen Überdeckungsflächen ist die Erscheinung nur zu mildern, nicht zu beseitigen, weil die Ursache dieses Wirkungsgradabfalls in :den unabänderlichen natürlichen Elastizitätseigenschaften der Triebrohrwandungen und des Wassers wurzelt. Die vorliegende Erfindung bezweckt deshalb, dem allgemeinen Nachteil des Wirkungsgradabfalls bei höheren Übersetzungen grundsätzlich zu entgehen, indem eine bauliche Maßnahme angegeben wird, die trotz großen Übersetzungsverhältnisses den hohen Wirkungsgrad kleiner Übersetzungsverhältnisse beizubehalten gestattet. Diese Maßnahme besteht darin, daß man auf ein und .denselben Widder mit umlaufendem Steuerrad einen zweiten aufstockt und so einen Verbundwidder schafft mit gemeinsamer Achse für das primäre und das aufgestockte sekundäre Umschaltrad (Abb. 6,, 7). Die beim ersten Rad erzeugte Umdrehung läßt sich in maschinentechnisch bekannter Weise durch volle oder hohle Wellen auf das zweite übertragen; auch können wasserführende Röhren zu diesem Zweck gebraucht werden, wie z. B. in Abb. 6 und 7 geschehen. Bei der Verbundbauweise nach vorliegender Erfindung besitzt der Primärwidder b' (Abb.6), der vom Behälter cl aus mittels beliebig vieler Triebrohre c' beaufschlagt wird, kein eigentliches Förderrohr; an dessen Stelle treten die Triebrohre c" des Sekundärwidders b". Das Primärförderwasser, das auf den theoretischen Spiegel S' gehoben. zu denken ist, beäufschlagt unmittelbar den zweiten Widder b", innerhalb dessen es in einen nach dem Unterwasser U fallenden und in einen nach idem Spiegel S" steigenden Teil zerlegt wird.
  • Selbstverständlich steht -der Sekundärwidder b", zu dessen Beaufschlagung nur noch die Förderwassermenge von b' zur Verfügung bleibt, an Größe beträchtlich hinter dem ersten Widder zurück. Am zweiten Umschaltrad können gekrümmte Schaufeln nach Turbinenart ganz entbehrt werden, weil die Maschinenumdrehung bereits beim ersten Steuerrad bewirkt wird. Hinsichtlich der baulichen Zusammenfügung bestehen bei derartigen Verbundwiddern mannigfache maschinentechnische Ausbildungsmöglichkeiten; die Zeichnung beschränkt sich auf die Wiedergabe des Gesamtprinzips. Einen eigenen Bestandteil der Erfindung bildet es jedoch, die bauliche Anordnung, wo es -angebracht erscheint, so zu gestalten, daß das zweite Steuerrad sich am Umlauf gar nicht beteiligt und feststehend bleibt, wogegen seine Triebrohre umlaufen, statt daß die zweiten Triebrohre festliegen und ihr Steuerrad sich dreht. Ferner bildet es ein Erfindungsmerkmal, daß beide Steuerräder im Umlauf voneinander ganz unabhängig sein können und dann überhaupt nicht mehr durch gemeinsame Achse verbunden zu sein brauchen, indem nur noch die in beliebiger Gestaltung festgelegten Triebrohre die Verbindung der Widder herstellen.
  • Setzt man zwecks besserer Rechnungsübersicht voraus, daß beide Widder unter sich für gleiches Übersetzungsverhältnis i gebaut sind, was an und für sich nicht erforderlich wäre, so bestehen für den Verbundwidder folgende Arbeitsbedingungen (Abb.6).
  • Der Primärwidder b' wird durch das Triebgefälle h' beaufschlagt und hebt sein Förderwasser um die Höhe H'=i - li vom Stauspiegel des Behälters u .nach S'. Der Sekundärwidder b" wird durch das Gefälle Y'= h'+ - H' =h' # (i+ i) beaufschlagt und hebt sein Förderwasser um die Höhe H"=i #h'- (i+ i) über den Förderspiegel S' des Primärwidders, also um vom Spiegela nach S". Das übersetzungs= verhältnis I des ganzen Verbundwidders wird damit I=h'- (12+ - 2 i) :h'=12+ 2i. Dehnt man diese Betrachtung weiter aus auf einen dreifachen Verbundwidder, so ergibt sich sein Gesamtübersetzungsverhältnis zu i3+3i2+3i. Allgemeinwirdln=(i+i),1-i, worin it die Zähl der verbundenen Maschinen bedeutet. Diese Gleichungen lassen erkennen, daß gegenüber dem Gesamtübersetzungsverhältnis I eines ganzen Verbundwidders das Grundübersetzungsverhältnis i des einzelnen Umschaltrades einen auffallend geringen Wert annehmen muß. An Zahlenbeispielen tritt dieser außerordentliche Vorteil der Verbundbauweise vor Augen: Für ein Gesamtübersetzungsverhältnis i= 15 ergibt sich bei einem Verbundwidder mit zwei Umschalträdern auf jedes -derselben das Grundübersetzungsverhältnis i=3. Baut man aber drei Umschalträder von je i=3 zu einem Verbundwidder zusammen, so erreicht das Gesamtübersetzungsverhältnis den gewaltigen Betrag I = 63, so daß man auf solche Weise z. B. mit einem Triebgefälle h= 2 m eine Förderhöhe von I # h=126 m über dem Spiegel a erzielen und dabei doch den guten Wirkungsgrad behalten kann, der dem niedrigen Übersetzungsverhältnis 3 entspricht. Es läßt sich aus dem Zahlenbeispiel auch ersehen, daß der praktische Bedarf höchst selten Veranlassung bieten wird, zu Verbundwiddern mit mehr als zwei Umschalträdern zu greifen. Denn allzu hohe -übersetzungsverhältnisse bringen aus naturgesetzlichen Gründen stets mit sich, daß die gelieferte Förderwassermenge nur klein, die Aufschlagwassermenge hingegen groß, die Maschine also verhältnismäßig teuer ist. Der Kapitaldienst macht. dann das Förderwasser kostspielig, und diese wirtschaftlichen Überlegungen setzen den Wünschen nach zu hohen übersetzungsverhältnissen die Grenze.
  • Die Darstellung der Wirkung der Überdeckungsflächen und des Einflusses der Verbundbauweise ist an dem Beispiel des hydraulischen Druckwidders gegeben. Die Erfindung umfaßt indessen in der gleichen gestaltenden Art und mit gleicher Wirkung auch das Gebiet der saugenden hydraulischen Widder mit umlaufendem Steuerrad. Hinsichtlich der t@berdeckungsflächen bedarf es dazu keiner weiteren Erklärung. Was die Verbundbauweise derartiger Saugwidder betrifft, so zeigt Abb. 7 das Prinzip unter Verwendung derselben Bezugszeichen für die entsprechenden Größen wie in Abb. 6. a ist der Behälter für das in gleichbleibendes Spiegelhöhe zufließende Kraftwasser, h' = Antriebsgefälle des saugenden Primärwidders b', der aus der theoretischen Spiegelhöhe S' dasjenige Wasser absaugt, welches dorthin vom Sekundärwidder b" aus dem Spiegel S" gesaugt wird. Das gesamte Saugwasser beider Widder einschließlich des verbrauchten Kraftwassers gelangt in de; Höhe des Mittelwassers M zum Abfluß. Es ist klar, daß hier die Summe H'+ H" nie größer werden kann als der Atmosphärendruck, also rund io m Wassersäule.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Hydraulischer Druck- und Saugwidder mit umlaufendem Steuerrad, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheidewände der Radkammern mit 'Endflächen versehen sind, die die Triebrohrmündungen teilweise verdecken. z. Hydraulischer Druck- und Saugwidder mit umlaufendem Steuerrad, dadurch gekennzeichnet; daß mehrere Steuerräder zu einer Gesamtmaschine verbunden sind, derart, daß immer die Triebrohre des hinzugefügten Widders unmittelbar an das Förderwasser bzw. Saugwasser des vorhergehenden Widders angeschlossen sind. 3. Verbundwidder mit mehreren Steuerrädern nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß teils die Steuerräder entweder umlaufend angeordnet sind, wobei die zugehörigen Triebrohre festliegen, oder daß die Steuerräder feststehen, wobei ihre Triebrohre umlaufen.
DESCH102245D 1933-09-20 1933-09-20 Hydraulischer Druck- und Saugwidder mit umlaufendem Steuerrad Expired DE650121C (de)

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