DE652861C - Verfahren und Vorrichtung zur Destillation von Wasserstoffsuperoxyd - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Destillation von Wasserstoffsuperoxyd

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DE652861C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B15/00Peroxides; Peroxyhydrates; Peroxyacids or salts thereof; Superoxides; Ozonides
    • C01B15/01Hydrogen peroxide
    • C01B15/03Preparation from inorganic peroxy compounds, e.g. from peroxysulfates

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Destillation von Wasserstoffsuperoxyd Die Destillation des Wasserstoffsuperoxyds aus solches liefernden Lösungen, z.B. Lösungen von Persalzen oder Persäuren, erfolgt nach dem neuen Verfahren fast ausschließlich in Rohren. Hierbei ist es von größter Bedeutung, um Zersetzung des Wasserstoffsuperoxyds zu vermeiden, daß die Verdampfung mit großer Geschwindigkeit erfolgt und daß die entstehenden Dämpfe von Wasserstoffsuperoxyd möglichst rasch aus der Erhitzungszone entfernt werden.
  • Nach einem der bekannten Verfahren werden Lösungen von Perschwefelsäure oder von Persulfaten durch senkrecht oder schräg stehende, von außen oder von innen beheizte Rohre von unten nach oben gesaugt, wobei der entwickelte Wasserstoffsuperoxyddampf im Gleichstrom mit der Lösung durch das Rohr bewegt wird.
  • Diesem Verfahren haften wesentliche Mängel an. Durch die senkrechte Lage des Destillationsrohres wird sowohl eine relativ geringe Heizfläche als auch eine kleine V erdampfungsoberfläche bedingt. Die Verdampfung der Lösung erfolgt nämlich auf einer dem Querschnitt des Rohres entsprechenden Oberfläche. Außerdem ist es bei Anwendung von senkrechten Rohren nahezu unmöglich, eine rasche Abtrennung des Wasserstoffsuperoxyddampfes zu sichern. Bei den beschriebenen Verfahren wird sowohl die Lösung als auch der Wasserstoffsuperoxyddampf im Gleichstrom abgesaugt, so daß sie auf dem ganzen Durchgang durch das Rohr in inniger Berührung miteinander stehen.
  • Es sind zwar auch Verfahren bekannt, bei denen die Wasserstoffsuperoxyd liefernde Lösung von oben nach unten fließt, während der Wasserstoffsuperoxyddampf nach oben abgesaugt wird, so daß beide Stoffe gewissermaßen im Gegenstrom zueinander das Destillationsrohr durchströmen. Es läßt sich aber auch bei dieser Anordnung nicht vermeiden, daß erhebliche Anteile des Wasserstoffsuperoxyddampfes von der Flüssigkeit mitgerissen werden und in längere Berührung mit der Flüssigkeit kommen, wodurch Zersetzungen eintreten.
  • Nach einem anderen bekannten Verfahren werden Lösungen von Perschwefelsäure in horizontalen Apparaten, die von außen vorzugsweise elektrisch beheizt werden und aus Steinzeug, Quarz oder Glas hergestellt werden, destilliert. Nach einer Abwandlung dieses Verfahrens verwendet man von außen beheizte Rohre aus Steinzeug, Quarz oder Glas, die senkrecht, horizontal oder geneigt angebracht werden können und mit Auslässen zur Entfernung des Wasserstoffsuperoxyddampfes versehen sind.
  • Diese Verfahren können den Erfordernissen der Technik nicht genügen, weil die Destillation der Wasserstoffsuperoxyd liefernden Lösungen zu langsam verläuft. Die verwendeten Materialien sind, abgesehen von ihrer geringen Widerstandsfähigkeit (Glas) bzw. Kostspieligkeit (Quarz), sehr schlechte Wärmeleiter, so daß es unter ihrer Zuhilfenahme ausgeschlossen ist, hochkonzentriertes Wasserstoffsuperoxyd zu gewinnen.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die Destillation von Wasserstoffsuperoxyd liefernden Lösungen wesentlich günstiger unter größter Schonung des verdampfenden Wasserstoffsuperoxyds und Ausschaltung der bisherigen Nachteile gestalten kann, wenn man die zu destillierenden Lösungen durch horizontal liegende, von innen beheizte Destillationsrohrei unter Freilassung eines Dampfraumes leitfit., Die Kombination der an sich bekannt,' Innenbeheizung mit der ebenfalls an sich bekannten horizontalen Lage der Destillationsrohre bietet folgende wesentliche Vorteile: Die Heizfläche, die sich nach den Durchmessern der verwendeten Rohre, des Destillationsrohres (Außenrohr) und des Heizrohres (Innenrohr), richtet, kann durch entsprechende Wahl dieser Durchmesser beliebig vergrößert werden. Zweckmäßigerweise werden dieDurchmesser beider Rohre so gewählt, daß zwischen Destillations- und Heizrohr nur ein geringer Zwischenringraum bleibt, durch den die zu verdampfende Lösung fließt bzw. gesaugt wird. Hierbei ist es notwendig, durch entsprechende Bemessung der Durchflußgeschwindigkeit der Lösung dafür Sorge zu tragen, daß der Destillationsraum von der Flüssigkeit unter Freilassung eines Dampfraumes durchströmt wird.
  • Die Verdampfungsoberfläche kann bei Anwendung von horizontal liegenden Rohren beliebig vergrößert werden, da die Verdampfung nicht wie bei senkrechten Rohren auf einer dem Querschnitt des Rohres entsprechenden Fläche, sondern auf der gesamten Längsrichtung des Rohres stattfindet.
  • Da die Verdampfungsgeschwindigkeit einerseits von der Heizfläche, andererseits von der Verdampfungsfläche -abhängig ist, bietet das neue Verfahren die Gewähr für eine rasche Destillation. Die horizontale Lage der Rohre bedingt auch ein unbehindertes Entweichen des verdampfenden Wasserstoffsuperoxyds aus der Mutterlaugle in den frei zu lassenden Dampfraum, aus dem es durch Absaugstutzen unbehindert durch etwaige Flüssigkeitsströmungen abgesaugt werden kann.
  • Durch das Verlegen der Heizung in das Innere der Destillationsrohre hat man verschiedene weitere Vorteile. Da Rohre von innen stärker beansprucht werden können, ohne zusammengedrückt zu werden, ist es möglich, den Durchmesser der innenliegenden Heizrohre zu erhöhen oder ihre Wandungen erheblich dünner zu gestalten oder unter Anwendung höherer Dampfdrucke zu arbeiten, um dadurch erhebliche Heizeffekte zu erreichen. Diese Vorteile kommen besonders bei Anwendung von Bleirohren zur Geltung. Diese wurden bei der bisher üblichen Außenbeheizung in Anbetracht des verhältnismäßig hohen Dampfdruckes in kurzer Zeit zusammengedrückt. Das Zusammendrücken wurde noch durch Abnutzung der Rohre und durch unvermeidliche Druckschwankungen im Dampfmantel begünstigt. Die zusammengedrückten bzw. ausgebeulten Rohre waren nicht mehr so widerstandsfähig gegen den Angriff der sauren Lösungen und wurden in wesentlich schnellerer Zeit, als dies bei unversehrten Rohren der Fall gewesen wäre, durchgefressen. Man war daher bisher darauf angewiesen, entweder sehr starke Rohrwandungen zu verwenden oder mit geringen Dampfdrucken zu arbeiten, wobei naturgemäß in beiden Fällen mit einer Senkung der Verdampfungsleistung des Rohres gerechnet werden mußte.
  • Bei Anwendung des neuen Verfahrens ist es möglich, die zum Heizen dienenden Bleirohre verhältnismäßig dünn auszubilden und dennoch mit erheblich höherem Dampfdruck zu arbeiten. Ferner ist man in der Lage, an Stelle massiver Bleirohre Eisen- oder Kupferrohre zu verwenden, die außen homogen verbleit sind, wodurch noch höhere Dampfdrucke angewandt werden können.
  • Endlich ist durch die Innenbeheizung die Möglichkeit gegeben, das. Außenrohr aus beliebigem, auch schlecht ärmeleitendem Material zu wählen, soweit dieses gegen Angriffe der Lösung indifferent ist und auch keinerlei katalytische Wirkung auf das Wasserstoffsuperoxyd ausübt. So kann das Destillationsrohr aus Steinzeug, Porzellan, säurebeständigen Kunstharzen und dergleichen Werkstoffen bestehen.
  • Die Richtigkeit dieser Ausführungen wird durch folgende Versuche belegt: Versuch i nach der Erfindung Eine überschwefelsäurelösung mit 200 g H2 S2 08 im Liter wird in einer dreistufigen Apparatur aus von innen beheizten liegenden Rohren, die mit getrennten Dampfabzügen versehen sind, destilliert. Die Destillationsrohre bestehen aus Glas, die Heizrohre aus Blei. Der Zwischenraum zwischen beiden Rohrgattungen beträgt 2 bis 3 mm. Die Destillation wird bei einem Unterdruck von q.o bis 5o mm Quecksilber und einer Heizdampfspannung von 2,5 atü durchgeführt.
  • Man erhält Destillationsausbeuten von 95 °1o und darüber. Es treten hierbei keine Zersetzungen des Wasserstoffsuperoxyds ein. Der Rest an Wasserstoffsuperoxyd bleibt in der Rückstandssäure, so daß die Gesamtausbeuten foo °f, betragen. Die aus den einzelnen Apparaturstufen erhaltenen Destillate werden direkt niedergeschlagen und enthalten 3 bis q. °A, 6 bis i °/o und 9 bis f o % Wasserstoffsuperoxyd.
  • Versuch 2 Die gleiche Lösung wird unter Anwendung der gleichen Bedingungen und in der gleichen Apparatur, die jedoch von außen beheizt wird, destilliert. Man erhält hierbei Destillationsausbeuten von 87 bis zu go °/o. Es treten jedoch Zersetzungen ein, so daß die fehlenden Prozentsätze an Wasserstoffsuperoxyd zum größten Teil verlorengehen und die Gesamtausbeuten die Destillationsausbeuten kaum überschreiten.
  • Es wurde außerdem festgestellt, daß der Dampfverbrauch, gleichgültig ob Rohre aus Blei oder Glas benutzt werden und für eine gute Isolation gesorgt wird, stets um 5 bis io °/o höher liegt als bei Versuch i.
  • Das innere Heizrohr kann im Destillationsrohr zentrisch oder exzentrisch, zweckmäßig im Unterteil -des Rohres angeordnet werden.
  • Man kann auch die aus Destillationsrohr und Heizrohr bestehenden Verdampfer zu Aggregaten zusammenfügen. Hierbei können die Rohre entweder übereinander, etagenartig oder nebeneinander liegen. Sie werden von der Flüssigkeit von oben nach unten oder von unten nach oben durchflossen, wobei zweckmäßigerweise der Ablauf des einen Rohres den Zulauf des anderen bildet. Diese letzte Ausführung gibt die Möglichkeit, durch Verwendung einer entsprechenden Rohrzahl eine erschöpfende Destillation in einem sehr kleinen Raum einzurichten. Diese unter Anwendung von liegenden Verdampfern zusammengestellten Verdampferaggregate ergeben eine wesentlich kompaktere, übersichtlichere und handlichere Apparatur als entsprechende Aggregate mit senkrecht stehenden Rohren.
  • Abb. i stellt ein Verdampferaggregat aus vier Verdampfern dar. Mit A sind die Destillationsrohre, mit B die Heizrohre, die mit Dampf gespeist werden, bezeichnet. Die zu verdampfende Lösung tritt in A bei C ein und wird im Vakuum erhitzt. Hierbei verdampft ein Teil des Wasserstoffsuperoxyds, der durch D abgesaugt und kondensiert wird. Die teilweise erschöpfte Lösung fließt durch Cl weiter nach dem zweiten Verdampfer, wo der Vorgang wiederholt wird, wobei die Dämpfe hier durch Dl abgeführt werden. In ähnlicher Weise fließt die Lösung durch C2 bzw. C3 in die weiteren Verdampfer und wird nach vollständiger Erschöpfung bei C4 abgelassen, während der Wasserstoffsuperoxyddampf teils durch D, teils Dl abgezogen wird. Durch Drosselung des Ablaufs bei Cl, C2, Cg, C4 wird für eine entsprechende Flüssigkeitshöhe in den Rohren Sorge getragen. Der Behälter, der zur Aufnahme der Endlaugen dient, steht im Druckausgleich mit D und Dl. Durch die getrennte Abführung der Wasserstoffsuperoxyddämpfe aus den einzelnen Verdampfern bzw. aus einzelnen Verdampfergruppen ist es möglich, in der gleichen Destillationsanlage Wasserstoffsuperoxyd verschiedener Konzentration zu erhalten.
  • Abb. 2 zeigt ein Destillationsrohr mit einem exzentrisch gelegenen Heizrohr.
  • Abb. 3 (Blatt 2) zeigt wie Abb. i ein Aggregat aus mehreren Verdampfern.
  • Im Gegensatz zur Abb. i durchfließt die Lauge die fünf Verdampfer von unten nach oben. Sie tritt bei Cl, C2, C3 usw. in die Verdampfer ein und bei Dl, D2 usw. aus. Der Wasserstoffsuperoxyddampf des ersten, dritten und fünften Verdampfers wird in einem, der Wasserstoffsuperoxyddampf aus dem zweiten und vierten Verdampfer in einen anderen Abscheider E geleitet und gelangt von hier zur Kondensationsanlage. Der Rücklauf fließt nach F. Auch diese Anlage bietet bei entsprechender Schaltung die Möglichkeit, die Wasserstoffsuperoxyddämpfe der einzelnen Verdampfer bzw. einzelnen Verdampfergruppen getrennt aufzufangen und zu kondensieren.

Claims (3)

  1. PATENTA1SPRi1CHE: i. Verfahren zur Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation von solches liefernden Lösungen, z. B. Lösungen von Perschwefelsäure oder Persulfaten, in horizontal liegenden Rohren, dadurch gekennzeichnet, daß die zu destillierenden Lösungen durch in an sich bekannter Weise von innen beheizte Destillationsrohre unter Freilassung eines Dampfraumes geleitet werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die zu destillierenden Lösungen durch hintereinandergeschaltete Rohre geleitet und die entstehenden Wasserstoffsuperoxyddämpfe aus den einzelnen Rohren getrennt voneinander abgeführt und kondensiert werden.
  3. 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre übereinander oder etagenartig nebeneinander angeordnet sind und von den zu destillierenden Lösungen nacheinander von oben nach unten durchflossen werden. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Ansprüchen i und 2, gekennzeichnet durch die Anwendung von Heizrohren aus massivem Blei, homogen verbleitem Kupfer oder homogen verbleitem Eisen und Destillationsrohren aus nicht katalytisch wirkendem Material, wie keramischen Stoffen oder säurebeständigen Kunstharzmassen.
DEH132904D 1932-08-18 1932-08-18 Verfahren und Vorrichtung zur Destillation von Wasserstoffsuperoxyd Expired DE652861C (de)

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