DE659181C - Netzmittel - Google Patents

Netzmittel

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DE659181C
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DE
Germany
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acids
esters
acid
sulfonic acids
wetting agents
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Expired
Application number
DE1930659181D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Kurt Lindner
Dr Arno Russe
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
ORANIENBURGER CHEM FAB AG
Original Assignee
ORANIENBURGER CHEM FAB AG
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Publication date
Application filed by ORANIENBURGER CHEM FAB AG filed Critical ORANIENBURGER CHEM FAB AG
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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M15/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M15/01Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with natural macromolecular compounds or derivatives thereof
    • D06M15/03Polysaccharides or derivatives thereof
    • D06M15/11Starch or derivatives thereof

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Netzmittel Es ist bereits bekannt, Milchs.äureester in der Färberei und Druckerei zu verwenden. Eine Netzwirkung üben diese Ester jedoch nicht aus.
  • Es wurde nun gefunden, daß die Neutralester der Carbonsäuren oder Oxycarbonsäuren der Benzolreihe und der Abietinsäure mit flüssigen aliphatischen Alkoholen mit mindestens 3 Kohlenstoffabomen vorzügliche Netz-, mittel darstellen. Insbesondere sind die Ester, welche die niedrigmolekularen Alkohole, wie Propylalkohole, Butylalkohole, Amylalkohz)le usw., mit Säuren, wie Benzoesäure, Phthalsäure, Phenylessigsäure, Anthranilsäure, Salicylsäure, Zimtsäure, Abietinsäure usw., bilden, für die genannten Zwecke hervorragend geeignet. Diese Ester sind nur in geringem Grade wasserlöslich und werden daher durch weitere Zusätze in ihrer Wasserlöslichkeit verbessert. je nach Verwendungszweck werden wasserlösliche Alkohole; Kebone, Ester, Phenole, heterocyclische Basen, wie Pyridin, Piperidin,oder hochsulfonierte Ricinus.öle, echte Fettsulfonsäurenoder Sulfonsäuren von Mineralölen, aromatischen oder hydroaromatischen Kohlenwassersboffen ioder Gemischen derselben verwandt.
  • Die erwähnten Ester der aromatischen bzw. hydroaromatischen Carbonsäuren gelangen im Gemisch mit den genannten, ihre Löslichkeit verbessernden Zusätzen in zahlreichen Arbeitsprozessen der Textil-, Papier- und Lederindustrie zur Anwendung, wo eine Erhöhung der Netzkraft erforderlich ist. Wir nennen das Vornnetzen von Baumwolle, das Bleichen von vegetabilischen Fasern aller Art, das Aufwalken von gegerbten Ledern toder Häuten, das Carbonisieren von Wolle, das Appretieren und Schlichten. Auch als netzende Zusätze, zu Beuch-, Wasch- und Entbastungsfllotten, bei Äscherprozessen u. dgl. können sie angewandt werden. Ein wichtiges Verwendungsgebiet liegt in der Färberei von Textil-, Papier- und Ledergut aller Art. Lediglich in starken Alkalilaugen dürfen die genannten Ester nicht benutzt werden, weil sie dort einer Verseifungunterliegen. In schwachen Laugen ist ihre Anwendung durchaus möglich, da ihre Verseifungsgeschwindigkeit sehr gering ist.
  • Ebenso wie die Netzwirkung sind auch die Beständigkeitseigenschaften der genannten Produkte ausgezeichnet. Sie sind absolut beständig gegen die Härtebildner des Wassers, gegen Schwerm@etallsalze, organische und anorganische Säuren sowie schwache Alkalien. Ihre Anwendungsmöglichkeit ist infolgedessen sehr umfangreich. Ein besonderer Vorteil der genannten Produkte gegenüber den bekannten Netzmitteln, wie alkylierten Naphthalinsulfonsäuren, echten Fettsulfonsäuren, Mineralölsulfonsäuren usw., ist ihre Farblosigkeit, die ihre Verwendung auch bei hellsten Fasermaterialien zuläßt. Ferner sind sie absolut unempfindlich gegen basische Farbstoffe, so daß sie in diesem Zweig der Färberei als Netzmittel Verwendung finden. können. Die` die Sulfonsäuregruppeenthaltenden Netz mittel reagieren bekanntlich sofort mit dri basischen Farbstoffen unter Bildung von lackartigen Niederschlägen. Ganz analog liegen die Verhältnisse in der Pelzfärberei, wo die meisten Netzmittel nicht verwendbar sind, während die vorstehend erwähnten Produkte in vorzüglicher Weise zur Anwendung gelangen können.
  • Man kann die Verfahrensprodukte auch in eiweißhaltigen Appreturflotten zwecks Verbesserung des Eindringungsvermögens in bluthaltigen Stoßglanzpräparaten für die Lederindustrie verwenden, man kann sie albuminhaltigen Deckfarben zusetzen, :ohne daß die Flockungs- und Koagulationserscheinungen auftreten, die den Sulfogruppenenthaltenden Netzmitteln eigentümlich sind. Voraussetzung ist immer das Vorhandensein von Wasser als Lösungs- und Verteilungsmedium.
  • Die Neutralester der aromatischen Gärbonsäeren und Oxycarb,onsäuren und der Abietinsäure haben schließlich noch die hervorragende Eigenschaft, selbst in kleinen Mengen das Netzvermögen an sich bekannter Netzmittel, wie hochsulfonierter Öle, echter Fettsulfonsäuren, Mneralölsulfonsäuren, alkylierter Näphthalinsulfonsäuren usw., stark zu verbessern. Sie werden daher vorzugsweise auch in Kombination mit diesen dort angewandt, wo die Sulfonsäuregruppe der bekannten Netzmittel keine störende Nebenreaktion herbeizuführen vermag. Einige Beispiele sollen das Wesen der vorliegenden Erfindung noch genauer erläutern.
  • Beispiel i Rohe Baumwolle wird mit 5% Atznatron und o,5% Zimtsäurebutylest:er, welcher zuvor durch Zusatz von hochsulfoniertem Ricinusöl wasserlöslich gemacht wurde; angenetzt und 6 bis 8 Stunden unter 21s Atm. -Druck gebeucht.. Die Baumwolle ist gleichmäßig durchgekocht, Kanalbildung ist vermieden. Die Pektine und Baumwollwachse sind weitgehender gelöst als beim Fehlen des Esters.
  • Beispiel -- Zum Carbonisieren von Wöllstückwäre wird eine 4'B6 stärke Schwefelsäure, welche i g Phenylessigsäureamylester, der -durch Dibutylnaphthalinsulfönsäure wasserlöslich gemacht Wurde, im Liter enthält, angewandt. Durch das schnelle und gleichmäßige Eindringen der Säure wird der Carbonisiereffekt verbessert, Säureanhäufungen und Schwierigkeiten beim nachfolgenden Färben werden vermieden. Beispiel 3 Rohes Baumwollgarn wird mit einer Lösung, ;@;@eelche 5 g Soda calc., 2 g alkali- und chlorh$ständiges ölsulfonat und ein Gemisch von @:'or3 g Benzoesäureamylester -und 0,3 g Methyl-.ädipinsäurebutylester, das mit Hilfe des Natriumsalzeseiner hochsulfonierten Acetylricinolsäure wasserlöslich gemacht wurde, enthält, bei 4o bis Soß vorgenetzt. Mit dem so behandelten Garn geht mari, ohne vorher zu spülen, auf eine Natriumhypöchloritlauge mit 4 g aktivem Chlor im Liter und :erhält bei der üblichen Nachbehandlung .eine ausgezeichnete Bleiche. Der sonst übliche Beuchprozeß kann bei dieser Arbeitsweisse unterbleiben.
  • Beispiel 4 Das nach Beispiel 3 vorgenetzte rohe Baumwollgarn wird Bohne Spülprozeß in Mercerisierlauge von etwa Soß B6 wie üblich mercerisiert, warm gespült, abgesäuert rund gefärbt. Die sonst übliche Beuche fällt fort, trotzdem ist die Mercerisage äußerst gleichmäßig, und besonders der Griff des Garns fälltweicher aus als bei voraufgegangenem Kochprozeß.
  • Beispiel 5 Eine sehr harte Appretur (sog: Ochsappretur) wird durch Imprägnieren von Baumvollgeweb;e mit Mischungen erhalten, die frei von Seife, Sulfonaten :u. dgl. sein müssen. Ein Gemisch von 70% Kartoffelstärke, 25% Dextrin und -5% Kolophonium wird in üblicher Weise mit- der fünffachen Menge kochenden Wassers zu :einer Appret:urfl@otte verrührt. Dieser Flotte setzt man zur Verbesserung des Eindringungsvermögens und zur Homogenisierung 2,50/0 Salicylsäureisobutylester, gelöst - in Spiritus, hinzu und appretiert, wie üblich, auf der Stärkemaschine.
  • Beispiel 6 Ostindisch gegerbte Ziegenlieder werden gefalzt und bei 4o bis 45° mit 450/0 isopropylnaphthalinsulf onsalur:em Natron und o, 8 % Salicylsäureamylester bei Anwendung :einer kurzen Brühe 2 Stunden lang gewalkt; gespült, gefärbt und in üblicher Weise auf Safflan-Leder zugerichtet.
  • Beispiel 7 Ein in üblicher Weise mit Tannin und Brechweinstein vorgebeiztes Baumwollgarn wird mit z % eines Diphenyhnethanfarbstoffes, z: B. Viktoriablau B, in Gegenwart von i % einer Mischung von gleichen Teilen Benzaesäureamylester .und Monochlorhydrin als Netz- und Egalisierungsmittel in schwach essigsaurem Bade ausgefärbt. Beispiel 8 Sulfitcellulose wird nach dem Kochen im Zellstoffkocher oder im Wolländer mit o,5% ,eines Gemisches von Benzoesäuneamyles.ter und Methyladipinsäurebutylester, welches zuvor mit dem in Beispiel 3 erwähnten Natriumsalz wassermischbar gemacht wurde, 45 Minuten lang bei 4o bis 45° behandelt, dann gut ausgewaschen rund gebleicht. Durch diese Zwischenbehandlung kann das verliustbringende Umk -ochen ersetzt werden. Der fertige Zellstoff weist eine .äußerst geschonte, voluminöse Beschaffenheit auf.
  • Als Netzmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung sollen lediglich einfach zusammengesetzte Ester im Sinne der vorstehenden Beispiele gelten, wobei wir uns jedoch nicht auf die einzein Awähnten Ester beschränken wollen. Es wird ,als bekannt vorausgesetzt, daß die Gerbsäuren, -welche Glukose, Tannin usw. iesterartig gebunden enthalten, bereits für die Zwecke der Textil- und Lederindustrie bienutzt worden sind. Es wird ferner als bekannt vorausgesetzt, daß man schon seifenhaltige Reinigungspasten mit Estern aromatischer Carbonsäuren als Öl- und Teerlösemittel zum Reinigen von Maschinenteilen usw. empfohlen hat. Aus dieser Verwendung war jedoch die Brauchbarkeit solcher Ester als Netzmittel in wäßrigen Arbeitsflotten für die Papier-, Textil- und Lederindustrie nicht abzuleiten. Weiterhin war es bekannt, Gelatinegalllerte durch einen Zusatz von p-Oxyb,enzo,esäurmmethylester zu konservieren. Bezüglich der Verwendung dieser Gallerten war jedoch der Literatur nichts zu entnehmen. Auch ist es durch die Patentschrift 433 732 bekanntgeworden, Gemische aus dibenzylanilinsiulfonsaurem Natrium, Benzylalkohol und Benzoesäureäthylester ,als Reinigungsmittel zu verwenden. Die erwähnten Mischungen werden hier nicht beansprucht; auch läßt sich der Patentschrift 433 732, die sich auf die Herstellung von Lösungen oder Emulsionen mit Salzen der Sulfosäuren aromatischer Amine als Emulgator bezieht, der Gegenstand der vorliegenden Erfindung nicht @entnehmen. Gegenüber den schließlich noch bekannten Mischungen aus hydroaromatischen Alkoholen und Seifen zeichnen sich die Erzeugnisse des vorliegenden Verfahrens gleichfalls durch bessere Netzwirkung aus. Die Kombinationen des französischen Patents 659 538 aus oberflächenaktiven Sulfonierungsproduktenrund leicht löslichen und leicht verseifbaren Estern werden hier nicht beansprucht, ihr Netzvermögen ist .auch geringer.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verwendung von Neutralestern der Carbionsäurenoder Oxycaxbionsäuren der Benzolreihe und der Abietinsäure mit flüssigen aliphatischen Alkoholen mit mindestens 3 Kohlenstoffatomen im Gemisch mit wasserlöslichen Alkoholen, Ketonen, 'Estern, Phenolen, heterocyclischen Basen, wie Pyridin,oder hochsulfonierten Ricinusölen, echten Fettsulfonsäuren, Mineralölsulfonsäurenoder Sulfonsäuren von aromatischenoder hydroaromatischen Kohlenwasserstoffen .als Netzmittel in wäßrigen Behandlungsflüssigkeiten der Papier-, Textil.- und Lederindustrie.
DE1930659181D 1930-02-07 1930-02-07 Netzmittel Expired DE659181C (de)

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DE1930659181D Expired DE659181C (de) 1930-02-07 1930-02-07 Netzmittel

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