DE670962C - Netzmittel - Google Patents

Netzmittel

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DE670962C
DE670962C DEO17154D DEO0017154D DE670962C DE 670962 C DE670962 C DE 670962C DE O17154 D DEO17154 D DE O17154D DE O0017154 D DEO0017154 D DE O0017154D DE 670962 C DE670962 C DE 670962C
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acid
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  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description

  • Netzmittel Als Netzmittel für die Behandlung von Fasergut in starken Laugen oder Salzlösungen, insbesondere in. der Mercerisation, werden seit langem niedrigmolekulare Alkohole, wie Äthylalkohol, verwendet. Die Verbesserung des Netzvermögens durch diese Alkohole ist verhältnismäßig gering, weshalb vor-P 0" schlag -en wurde, laugenbeständige Mischungen von niedrigmolekularen Alkoholen Oder Ketonen mit stärker netzenden höhermolekularen Alkoholen oder Ketonen anzuwenden. Weichmachende Wirkungen werden durch diese Zusätze naturgemäß nicht erreicht. Versuche, hochmolekulare aliphatische oder aromatische Sulfonsäuren bzw. deren Salze als Zusätze für stark laugen- oder salzhaltige Arbeitsbäder anzuwenden, blieben erfolglos, da die starken Laugen- und Salzlösungen alle Türkischrohöle, Salze alkylierter Naphthalinsulfonsäuren u. dgl. aussalzen, also unwirksam machen. Dagegen sind die durch Behandlung von Fettstoffen oder Mineralölen oder von Gemischen dieser Stoffe mit Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Ketonen, Phenolen, Carbonsäuren mit stark sulfonierenden und kondensierenden Mitteln, z. B. mit Schwefelsäurehalogenhydrinen, erhältlichen, ziemlich salzbeständigen Sulfonsäuren ausgezeichnete Netzmittel, deren Salze ,auch in Laugen mittlerer Konzentration löslich sind. Durch hochkonzentrierte Salzlösungen, insbesondere die 40 bis 42° Be starken Natronlaugen, die vielfach für die Mercerisation Anwendung finden, werden allerdings auch die Salze dieser Sul-Tonsäuren ,aasgesalzen, sofern sie nicht vorher durch eine umständliche Reinigung von salzunbeständigen Anteilen befreit worden sind. Eine derartige Reinigung ist besonders auch deshalb unzweckmäßig, weil gerade :die salzunbeständigen Anteile die höchste Netzkraft besitzen, während die völlig salzbeständigen Anteile weniger gut netzen.
  • Es wurde nun gefunden, daß die Löslichkeit dieser noch nicht genügend salzbeständigen Sulfonsäuren oder ihrer Salze in starken Alkalilaugen durch Zusätze von aliphatischen oder aromatischen Oxy- oder Ketocarbonsäuren oder ihren wasserlöslichen Salzen oder ihren leicht löslichen und leicht verseifbaren Estern mit niederen Alkoholen weitgehend verbessert werden kann, so daß die Verwendung solcher Gemische als Netz- und Weichmachungsmittel in der Mercerisation oder ,anderen textilen Arbeitsgängen, indenen starke Laugen oder Salzlösungen zur Anwendung gelangen, von Vorteil ist. Diese Wirkung war nicht zu erwarten, da, die Einzelbestandteile dieser Gemische für den genannten Verwendungszweck nicht geeignet sind. Das Netzvermögen der Flotten wird nicht nur infolge der Netzkraft der Salze der genannten Sulfonsäuren stark heraufgesetzt, sondern auch noch durch die zugesetzten Körper weiterverbessert. Die hochsulfonierten Fettstoffe verleihen dem Textilgut den gewünschten weichen Griff. Die Beständigkeit der Gemische, insbesondere auch der sulfons,auren Salze, gegen Calcium- und Magnesiumverbindungen, gestattet eine Verwendung der Mittel als netzende Zusätze auch bei sehr hartem Gebrauchswasser, in Gegenwart von Bittersalz zu Appreturzwecken usw.
  • Geeignete aliphatische oder aromatische Oxy- oder Ketocarbonsäuren sind beispielsweise Glykolsäure, Milchsäure, Glycerinsäure, Apfelsäure, Weinsäure, Citronensäure, Mandelsäure, Brenztraubensäure, Salicylsäure, Gallussäure. Geeignet sind ferner auch die leichtlöslichen und verseifbar en Ester der vorstehend aufgeführten Säuren mit niederen Alkoholen, die häufig wegen ihres flüssigen Aggregatzustandes und ihrer neutralen Reaktion besonders den öligen Neutralisationsprodukten der Fettsulfonsäuren leichter einzuverleiben sind als . die freien Säuren oder deren Salze. So kann der technisch leicht zugängliche Milchsäureäthylester die freie Milchsäure oder ihre Salze in den netzenden und weichmachenden Zubereitungen vertret°n, zumal derartige Ester in den starken Laugen fast augenblicklich verseift und in die entsprechenden Alkalisalze umgewandelt werden.
  • Als Sulfonsäuren bzw. sulfonsaure Salze verwendet man solche Produkte, die durch Einwirkung von Chlorsulfonsäure oder ähnlichen stark sulfonierenden und kondensierenden Mitteln auf Neutralfette, Fettsäuren, Harze, Wollfett, Naphthensäuren, Mineralöle oder ihre Gemische und gegebenenfalls anschließende Neutralisation erhalten werden. Man kann aber auch solche Produkte verwenden, die .durch Einwirkung von Chlorsulfonsäure ,auf Gemische aus Fettstoffen oder Mineralölen und Kohlenwasserstoffen, substituierten Kohlenwasserstoffen, niedrigmolekularen Alkoholen, Ketonen, Phenolen, Carbonsäuren, deren Anhy drillen oder Chloriden gewonnen werden (vgl. die Patente 582 790, 586 o66 und 614 227 sowie den im Allustrated Official Journal« veröffentlichten Auszug der britischen Patentschrift 275 267). Auch die nach dem Verfahren des Patents 567 361 herstellbaren Phenon- und Iietonsulfonsäuren, z. B. Oleophenonsulfonsäure, sind für die beschriebenen Gemische brauchbar. Den genannten Gemischen können auch Alkohole oder Ketone der ,aliphatischen oder cycloaliphatischen Reihe zugesetzt werden. Derartige Zusätze verbessern noch weiter das Netzvermögen und gestatten häufig eine Herabsetzung der sonst notwendigen Menge der aliphatischen oder aromatischen Oxy-oder Ketocarbonsäuren bei gleichbleibender Salz- bzw. Laugenbeständigheit.
  • Beispiel i 75 Gewichtsteile der filtrierten 5oa/oigen Lösung des Natriumsalzes einer Sulfonsäure, die ,aus Erdnußölfetts.äure, Benzol und Chlorsulfonsäure gewonnen wurde, werden mit io Gewichtsteilen Brenztraubensäure, io Gewichtsteilen Alkohol und 5 Gewichtsteilen Methanol gemischt.
  • Die Zubereitung ist in stärksten Bittersalzlösungen und Natronlaugen klar löslich. Beispiel 2 Ein aus Rizinusöl, Essigsäureanhydrid und Chlorsulfons:äure erhaltenes und mit Natronlauge neutralisiertes Sulfonierungsprodukt wird mit der gleichen Menge citronensaurem Kalium gemischt. Die so gewonnene Zubereitung ist hoch kalkbeständig.
  • Beispiel 3 65 Gewichtsteile der neutralisierten Soprozentigen Lösung eines Mineralölsulfonates, das aus einem Mineralöldestillat mit einer ViscOsität 7,5 nach E n g 1 e r bei 20° und Chlorsulfonsäure gewonnen wurde, werden mit 35 Ge@vichtsteilen Milchsäureäthylester gemischt. Diese Mischung ist als Netzmittel für stark alkali- und salzhaltige Küpen sehr gut geeignet.
  • Die vorstehend beschriebenen Zubereitungen werden beispielsweise den Mercerisierlaugen in Mengen von i bis 3 g je Liter zugesetzt. Das stark erhöhte Netzvermögen derartiger Laugen gewährleistet eine schnelle und vollkommen gleichmäßige Mercerisation sogar von Baumwollgut, das vorher nicht ausgekocht oder genetzt wurde. Die mercerisierten Baumwollwaren zeichnen sich durch eine Verbesserung des Griffes sowie eine Erhöhung des Glanzes aus. Egalisierungsschwierigkeiten bei der nachfolgenden Färberei werden vermieden.
  • Sehr wertvoll sind die angeführten Präparate auch für die Küpenfärberei, die bekanntlich ebenfalls mit stark alkalischen und salzhaltigen Bädern arbeitet. Hier wird durch die Kapillaraktivit.ät die Lösung bzw. Zerteilung der Farbstoffe erleichtert und verbessert. Das mit derartigen Flotten behandelte Gut ist gleichmäßig gefärbt und besitzt einen guten Griff. Als Zusatz zu salzhaltigen Schwerappreturen erleichtern die beschriebenen Zubereitungen das Eindringen derselben in das Textilgut und geben einen geschmeidigen Griff.

Claims (1)

  1. PATEN TANSPRUCI-I Netzmittel, bestehend aus Mischungen aus durch Einwirkung von stark sulfonierend uni kondensierend wirkenden Mitteln, wie Schwefelsäurehalogenhydrine, .auf Neutralfette, Fettsäuren, Harze, Wollfett, Naphthensäuren, Mineralöle oder Gemische dieser Stoffe mit Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Ketonen, Phenolen oder Carbonsäuren erhaltenen hochmolekularen Sulfonsäuren oder deren wasserlöslichen Salzen, Oxy- oder Ketocarhonsäuren bzw. deren wasserlöslichen Salzen oder deren leicht löslichen und leicht verseifbaren Estern mit niederen Alkoholen und gegebenenfalls aliphatischen oder cycloaliphatischen Alkoholmoder Ketonen.
DEO17154D 1928-02-25 1928-02-25 Netzmittel Expired DE670962C (de)

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