DE68912596T2 - Wundheilmittel. - Google Patents

Wundheilmittel.

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DE68912596T2
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L15/00Chemical aspects of, or use of materials for, bandages, dressings or absorbent pads
    • A61L15/16Bandages, dressings or absorbent pads for physiological fluids such as urine or blood, e.g. sanitary towels, tampons
    • A61L15/22Bandages, dressings or absorbent pads for physiological fluids such as urine or blood, e.g. sanitary towels, tampons containing macromolecular materials
    • A61L15/28Polysaccharides or their derivatives

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Description

  • Die Erfindung betrifft Wundverbände für den menschlichen oder tierischen Körper. Insbesondere betrifft die Erfindung Wundverbände, die Alginatfasern enthalten. Der Ausdruck "Wundverband", wie er in dieser Beschreibung verwendet wird, umfaßt chirurgische Verbände. Der Ausdruck "Wunde" umfaßt Verbrennungen, Schnittwunden, Geschwüre bzw. Wundliegestellen, Blasen, Ekzantheme oder andere Verletzungen oder Bereiche mit geschädigter Haut.
  • Es ist seit einiger Zeit bekannt, bestimmte Alginatfasern für chirurgische bzw. Wundverbände zu verwenden. Die GB- A-0653341 ist ein Beispiel für eine frühe Offenbarung der Verwendung von Calciumalginatmaterialien für Wundverbände. Die frühesten derartigen Materialien waren Calciumalginatfasern, sie besaßen jedoch den Nachteil, daß sie ziemlich unlöslich waren in Wasser oder Wundexsudaten. Folglich wurde vorgeschlagen, einen Teil der Calciumionen in Calciumalginat durch andere Kationen, deren Alginatsalze löslich sind, zu ersetzen. Bonniksen schlug daher in GB-A-0653341 vor, daß ein Teil der Calciumionen durch Natriumionen ersetzt wird bei einem Verfahren, das bekannt wurde als "Umwandlung" von Calciumalginat unter Bildung eines gemischten Alginatsalzes.
  • Die Weise, in der die Umwandlung stattfand, erzielte dann Aufmerksamkeit von verschiedenen Arbeitsgruppen, wie aus der GB-A-1231506 und der GB-A-1394741 hervorgeht. Es scheint, daß angenommen wurde, daß Alginate, bei denen die Calciumalginatfasern umgewandelt wurden zu Fasern aus einem gemischten Salz mit 50:50 Ca:Na (auf Äquivalentbasis) die Hämostase förderten. Es scheint, daß angenommen wurde, daß Hämostase eng verbunden ist mit der Eigenschaft der Löslichkeit, die zunahm mit dem Anteil an löslichmachenden (z.B. Natrium)-Ionen. Es wird jetzt angenommen, daß die Eigenschaft der Hämostase bzw. Blutstillung nicht vollständig der Auflösung zuzuschreiben ist.
  • Obwohl die Fasern aus einem gemischten Salz 50:50 Ca:Na populär waren, wurde schwierig, sie zu handhaben, wenn sie mit flüssigem Wundexsuat in Kontakt standen, genau aufgrund der Löslichkeit, die sie offensichtlich wünschenswert machten: die teilweise löslichen Fasern aus dem 50:50 Calcium:Natrium gemischten Salz quellen bei Kontakt mit Wasser und wäßrigen Medien und bildeten einen gelartigen Kuchen.
  • Moderne Theorien der Wundbehandlung beruhen auf der Kontrolle der Umgebung der Wunde, während gleichzeitig das Eindringen von Schmutz und Bakterien verhindert oder verringert wird und die Wahrscheinlichkeit einer physikalischen Schädigung der heilenden Oberflächen verhindert oder verringert wird. Zu diesem Zweck umfassen bekannte Wundverbände eine Unterlage und ein mit der Wunde in Kontakt stehendes Kissen, das im allgemeinen aus Baumwolle besteht.
  • Die EP-A-0243069 beschreibt einen Wundverband, bei dem das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen aus einem Alginat besteht. Das einzige speziell beispielhaft genannte, mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen besteht aus Calciumalginatfasern.
  • Die EP-A-0279118 beschreibt einen Klebewundverband (Pflaster), umfassend eine Unterlage und eine Schicht aus einem druckempfindlichen Klebemittel, enthaltend mindestens 30 Gew.% Alginat. Der einzige beispielhaft angegebene Verband umfaßt eine Klebemittelschicht, enthaltend Natriumalginatpulver.
  • Es hat sich jetzt gezeigt, daß bestimmte Alginatmaterialien, insbesondere Fasern, mit bestimmten Verhältnissen von Kationen angewandt werden können, um besonders geeignete mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen bei Wundverbänden herzustellen, insbesondere wenn die Unterlage des Wundverbandes eine semipermeable Folie umfaßt.
  • Gemäß einem ersten Aspekt liefert die vorliegende Erfindung einen Wundverband, umfassend eine Unterlagenschicht und ein mit der Wunde in Kontakt stehendes Kissen, wobei das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen ein gemischtes Alginatsalz umfaßt, das erste und zweite Kationen besitzt, wobei das erste Kation in der Lage ist, ein unlösliches Alginatsalz zu bilden, und das zweite Kation in der Lage ist, ein lösliches Alginatsalz zu bilden, wobei das Äquivalentverhältnis von den ersten zu den zweiten Kationen 60:40 bis 85:15 beträgt.
  • Es hat sich gezeigt, daß im Zusammenhang mit einem Wundverband, wie oben beschrieben, ein gemischtes Alginatsalz mit Kationenverhältnissen in dem oben angegebenen Bereich eine hoch wirksame Kombination an Eigenschaften ergibt. Es ist ausreichend unlöslich machendes Kation in dem gemischten Alginatsalz für das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen vorhanden, daß es verhältnismäßig leicht gehandhabt werden kann, selbst wenn es mit Wundexsudat benetzt ist, und es ist ausreichend löslich machendes Kation für das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen vorhanden, daß es weich, leicht entfernbar und in der Lage ist, unerwünschte Flüssigkeit aus der Wunde zu entfernen.
  • Das Alginat umfaßt vorzugsweise Fasern aus dem gemischten Alginatsalz, obwohl unter bestimmten Umständen Alginatgele, Pulver oder Filme geeignet sein können.
  • Es ist bevorzugt, daß das Verhältnis der ersten (unlöslich machenden) Kationen zu den zweiten (löslich machenden) Kationen im Bereich von 70:30 bis 85:15 liegt. Ein Verhältnis von 80:20 hat sich als besonders bevorzugt erwiesen.
  • Calcium ist das bevorzugte erste Kation, nicht zuletzt weil Calciumionen, die nach und nach aus dem mit der Wunde in Kontakt stehenden Kissen in die Wunde freigesetzt werden, bei der Anwendung des Verbandes, vermutlich eine hämostatische Wirkung besitzen. Andere geeignete erste Kationen umfassen Zink. Das bevorzugte zweite Kation ist Natrium, da Natriumalginat leicht löslich ist. Es kann jedoch irgend ein anderes Kation, dessen Alginatsalz löslich ist, verwendet werden; Beispiele umfassen Kalium, Lithium, Ammonium, Magnesium. Im allgemeinen sind in der Faser aus dem gemischten Alginatsalz nur zwei Kationenarten vorhanden, jedoch ist das nicht notwendigerweise der Fall. Andere Kationen, wie Wasserstoffionen, können vorhanden sein.
  • Das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen kann einige Fasern oder andere Alginatmaterialien enthalten, die unlöslich sind. Ein Beispiel für eine unlösliche Faser ist eine Calciumalginatfaser mit hohem Calciumgehalt. Die Kombination von löslichen und unlöslichen Fasern kann zu einer Kombination von schneller Gelbildung mit einer besonders stabilen Faserstruktur führen, die es ermöglicht, das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen nach der Behandlung leicht und vollständig von der Wunde zu entfernen. Es ist zu bemerken, daß es nicht erforderlich ist, daß die unlöslichen Fasern oder das andere Material Alginat sind: sie können irgend welche unlöslichen Fasern oder Materialien sein, die unter den herrschenden Bedingungen keine nachteilige Wirkung auf die Wunde ausüben.
  • Das Kissen wird im allgemeinen in Form eines Bahnmaterials zur Verfügung gestellt. Aufgrund der Eigenschaften des zweiten (löslich machenden) Kations neigt das Bahnmaterial dazu, bestimmte gelartige Eigenschaften beim Kontakt mit Wundexsudat anzunehmen. Das Bahnmaterial kann ein Vliesstoff, gewebt oder gewirkt, sein. Es ist besonders bevorzugt, daß das Bahnmaterial ein Vliesstoff ist, nicht nur wegen der leichteren Herstellung, sondern auch aufgrund der allgemeinen Dimensionsstabilität von Vliesstoffen: sie neigen nicht dazu, sich so leicht zu dehnen oder zu verziehen wie gewirkte Stoffe.
  • Das bevorzugte Bahnmaterial aus Alginatfasern, das das Kissen bilden soll, wird im allgemeinen hergestellt durch Umwandlung eines Bahnmaterials aus unlöslichen Fasern. Unlösliche Fasern können jedoch auch zunächst umgewandelt und dann die umgewandelten Fasern zu einem Bahnmaterial oder einem anderen Kissen geformt werden. Zur leichten Handhabung während der Herstellung des Bahnmaterials oder Kissens ist es im allgemeinen bevorzugt, die Umwandlung erst anschließend durchzuführen.
  • Unlösliche Alginatfasern in Form von Calciumalginatfasern können hergestellt werden nach dem Verfahren von Bonniksen, wie es angegeben ist in der GB-A-0415042,und dem Verfahren von Tallis, wie es angegeben ist in der GB-A-0568117. Die so hergestellten Calciumfasern (oder mit einem anderen unlöslich machenden Kation) können dann umgewandelt werden oder vorzugsweise zu einer Bahn oder einem anderen Stoffstück geformt werden. Wenn ein Vliesstoff hergestellt werden soll, und das ist der Stoff der Wahl, kann eine Baumwollkarde verwendet werden, um ein Vlies zu bilden, das dann über Kreuz gelegt werden kann, zum Beispiel mit Hilfe einer Garnet Bywater-Kreuzlegevorrichtung und dann genadelt in einem Garnet-Bywater-Nadelstuhl.
  • Wenn ein gewebter Stoff hergestellt werden soll, können die Calcium- (oder andere unlösliche) Alginatfasern kardiert und dann zu einem Garn versponnen werden, das auf einem üblichen Webstuhl gewebt werden kann. Wahlweise können die Fasern in einer Spinnbox gesammelt werden nach dem Verfahren von Tallis (GB-A-0568117) und gewebt werden. Wenn ein gewirkter Stoff hergestellt werden soll, können die Fasern als endloses Filamentgarn hergestellt werden (wieder nach dem Verfahren von Tallis (BG-A-0568177)), das dann auf einer üblichen Wirkmaschine gewirkt wird.
  • Verschiedene dmwandlungsverfahren, um einen Teil der Calcium- oder anderen unlöslich machenden Kationen durch Natrium oderandere löslich machende Kationen zu ersetzen, können angewandt werden an einem Kabel oder einer Faser vor der Stoffherstellung oder an einem aus solchen Fasern hergestellten Stoff. Zunächst kann die von Miller und Caldwell (GB-A-1231506) entwickelte Arbeitsweise angewandt werden. Bei einer Ausführungsform dieser Arbeitsweise werden Fasern oder Stoff aus Calciumalginat (oder mit anderen unlöslich machenden Kationen) und Wasser in eine Färbemaschine gegeben. Es wird ausreichend Salzsäure zugegeben, um den gewünschten Prozentsatz an unlöslich machenden Kationen zu entfernen, und 30 Minuten zirkuliert. Die Flüssigkeit wird abgezogen und die Fasern oder der Stoff werden dann mit Wasser gewaschen, bis keine Azidität in dem Waschwasser nachweisbar ist. In die Färbevorrichtung wird dann 50 % industrieller vergällter Alkohol (IMS) in Wasser eingebracht. Das Hydroxid des gewünschten löslich machenden Kations (zum Beispiel Ätznatron) wird dann zugegeben. Im Falle von Ätznatron sollte dieses sehr langsam unter Zirkulieren der Lösung erfolgen. Es sollte darauf geachtet werden, daß der pH-Wert niemals 10 übersteigt. Die Menge an zugesetztem Hydroxid sollte ausreichen, um die Säuregruppen des Garns zu neutralisieren. Das System wird erneut zirkuliert, bis alles Hydroxid verbraucht ist. Dann wird das Wasser aus der Vorrichtung abgelassen und der Stoff oder die Fasern in 50 % IMS in Wasser gewaschen. Der Stoff oder die Fasern werden dann in eine Zentrifuge gegeben und geschleudert und dann an der Luft bei einer Temperatur von 30 bis 40ºC getrocknet.
  • Ein anderes Umwandlungsverfahren, das angewandt werden kann, ist das in der GB-A-1394741 (medizinische Alginate) beschriebene, bei dem gemäß einer Ausführungsform ebenfalls eine Färbevorrichtung oder sogar eine Waschmaschine aus korrosionsbeständigem Stahl verwendet werden kann. Beispiel 12 der GB-A- 1394741 erläutert allgemein eine geeignete Ausführungsform zur Umwandlung von Calciumalginatfasern in Fasern aus einem gemischten Salz von Calcium:Natrium. Die angewandte Menge an Natriumacetattrihydrat wird variiert entsprechend dem gewünschten Anteil an Natriumionen. 4 % (Gew/Vol) Natriumacetat, berechnet als Anhydrid, werden verwendet, um ein Alginat mit 80:20 Calcium: Natrium zu erhalten; das würde etwa 6,6 kg Natriumacetattrihydrat in 100 dm³ Flüssigkeit entsprechen.
  • Ein weiteres Umwandlugnsverfahren, das angewandt werden kann, ist in der WO-A-8403705 (Courtaulds) beschrieben.
  • Wie die Herstellungsverfahren für den Stoff, sind die oben angegebenen Umwandlungsverfahren nur illustrativ und es ist zu betonen, daß irgend ein geeignetes Umwandlungsverfahren angewandt werden kann.
  • Das Alginat ist vorzugsweise abgeleitet von Laminaria hyperborea oder irgend einer anderen geeigneten Quelle. Das Verhältnis von Guluronat/Mannuronat-Resten kann im Bereich von 1,5:1 bis 2,5:1, vorzugsweise von 1,75:1 bis 2,4:1, liegen und es kann etwa 2:1 oder 2,3:1 betragen.
  • Das Kissen kann ein oder mehrere antimikrobielle (z.B. antibakterielle oder Antipilz-) Mittel und/oder ein oder mehrere Lokalanästhetika (z.B. Novocain) und zusätzlich oder alternativ ein oder mehrere pharmazeutische Mittel enthalten.
  • Die Unterlage kann mit einem Klebemittel überzogen oder auf andere Weise mit einem Klebemittel versehen sein, um eine Haftung des Verbandes im Bereich der Wunde zu ermöglichen. Klebemittel können auch angewandt werden, um das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen auf der Unterlage festzuhalten. Um all diese Zwecke zu erreichen, ist es besonders bequem, die Unterlagenschicht mit einer Schicht aus Klebemittel, das üblicherweise hypoallergen sein sollte, zu überziehen. Ein oder mehrere Antiseptica, adstringierende und/oder topische Schutzmittel können in die Klebemittelschicht eingebaut sein.
  • Die Unterlage kann ein Stoff sein, der ein Vliesstoff, gewebt oder gewirkt sein kann. Als Alternative kann die Unterlage aus einem Kunststoffmaterial, zum Beispiel einer im wesentlichen kontinuierlichen hypoallergenen Kunststoffolie, bestehen. Die Unterlage kann eine elastische Schicht, zum Beispiel eine Kunststoffschaumschicht, enthalten oder aus ihr bestehen, um zu einem Schutz der Wunde und einer Verhinderung einer Schädigung der Wunde beizutragen.
  • Die Unterlage kann durchlässig, halb-durchlässig oder undurchlässig sein. Es ist besonders bevorzugt, daß die Unterlage aus einem halb-durchlässigen Material besteht, wie es in der GB-A-1280631 angegeben ist. Eine derartige Unterlage umfaßt Klebemittel, das sowohl dazu dient, das Kissen auf der Unterlage festzuhalten, als auch den Verband bzw. das Pflaster im Bereich der Wunde festzuhalten. Es ist daher bevorzugt, daß die Unterlage ein dampfdurchlässiges, druckempfindliches Klebematerial ist zur Verwendung auf der Haut und den Nägeln von Tieren, umfassend ein Unterlagenmaterial mit einem druckempfindlichen Klebemittel auf mindestens im wesentlichen dem ganzen am Körper haftenden Teil mindestens einer Oberfläche des Unterlagenmaterials, wobei sowohl das Unterlagenmaterial als auch das Klebemittel dampfdurchlässig sind und von Wasser nicht angegriffen werden und mindestens das Unterlagenmaterial und/oder das Klebemittel ein synthetisches Polymer umfassen und kontinuierlich und für flüssiges Wasser nicht durchlässig sind, wobei das Klebematerial eine Dampfdurchlässigkeit von mindestens 300 g/m²je 24 Stunden bei 40ºC und 80 % relativer Feuchtigkeit aufweist. Die bevorzugten Merkmale, wie sie in der GB-A-1280631 angegeben sind, stellen bevorzugte Merkmale für die Unterlagenschicht der erfindungsgemäßen Wundverbände dar.
  • Es ist zu erkennen, daß mindestens einige der Ausführungsformen der Erfindung einige besondere Vorteile für die Wundbehandlung besitzen. Eine abgeschlossene Umgebung kann um die Wunde herum erzielt werden. Verbände bzw. Pflaster nach der Erfindung können den Wasserdampf und Sauerstoffstrom zu und von der Wunde steuern. Sie können die Wunde thermisch isolieren und mechanisch schützen. Sie geben keine großen Mengen an hydrokolloidalem Material an die Wunde ab, sie haften nicht übermäßig stark, sie enthalten auf der der Wunde zugewandten Seite nur Materialien, die in der Wunde vollständig biologisch abgebaut werden, sie halten das Exsudat von der Wunde fern, so daß eine saubere Wunde erreicht werden kann, und sie geben Calciumionen ab, von denen angenommen wird, daß sie die Wundheilung beschleunigen.
  • Erfindungsgemäße Wundverbände können Pflasterstreifen sein, bei denen das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen einen (im allgemeinen in der Mitte liegenden) Streifen auf der Unterlage bildet. Die erfindungsgemäßen Vorteile kommen jedoch besser zur Geltung, wenn der Wundverband ein "Inselpflaster" ist, d.h. daß das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen an keinem Rand über das Unterlagenmaterial hinausragt. Sie können einen Rand von mindestens 0,1 cm oder 0,5 cm oder sogar mindestens 1 cm besitzen. Dies trägt dazu bei, um eine bessere Isolierung der Wunde von der Umgebung zu erreichen.
  • Erfindungsgemäße Wundverbände sind vorzugsweise steril.
  • Verschiedene beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung werden nun beschrieben.
  • Herstellung 1 Herstellung von Calciumalginatfasern
  • 6,6 kg (6,0 kg knochentrocken) Natriumalginatpulver wurden in 100 dm³ entmineralisiertem Wasser, enthaltend Natriumhypochlorit (60 g verfügbares Chlor) unter Anwendung eines Hochgeschwindigkeitsrührers gelöst. Das überschüssige Chlor wurde durch Zugabe von Natriumsulfit auf 25 ppm verringert und die erhaltene Lösung wurde filtriert, um unvollständig gelöste Anteile zu entfernen. Die Lösung wurde dann durch eine Spinndüse vom Viskose-Typ in ein Spinnbad, enthaltend 1 % Calciumchlorid und eine ausreichende Menge Cetylpyridiniumchlorid (ein quaternäres Ammoniumnetzmittel), um ein Verkleben der Fasern zu verhindern, gesponnen. Nach dem Strecken der Fasern in einer Dampfkammer wurde das Garn in einem üblichen Waschsystem von der Spinnbadflüssigkeit freigewaschen und entweder in einem Kasten oder auf einer Kreuzspulmaschine gesammelt.
  • Herstellung 2 Herstellung von 80:20 Ca:Na-Stoff
  • 26,875 kg Calciumalginatkabel von der Spinnmaschine (entsprechend 21,5 kg knochentrockenem Alginat, definiert als 100 Äquivalente), wie nach Herstellung 1 hergestellt, wurden in eine Zentrifuge aus korrosionsbeständigem Stahl gegeben, die mit einer Wasserwanne und einer Pumpe versehen war, um die Flüssigkeit durch die Fasern zu leiten. 190 dm³ Wasser wurden in die Wanne gegeben und die Pumpe gestartet, wobei die Zentrifuge (Trommel) sich langsam drehte. 2 dm³ konz. Salzsäure wurden langsam zu dem Wasser zugegeben, das 10 Minuten zirkulierte. Die Flüssigkeit wurde gegen EDTA titriert, um ihren Calciumgehalt zu messen. Es wurden kleine Mengen Salzsäure zugegeben, bis der Calciumgehalt der Flüssigkeiten einer 20 %igen Entfernung des ursprünglich in den Fasern vorhandenen Calciums entsprach (20 Äquivalent). Die Flüssigkeit wurde dann abgezogen und die Fasern mit frischem Wasser gewaschen, bis keine Azidität in dem ablaufenden Wasser nachweisbar war.
  • Die Wanne wurde mit 200 dm³ 50:50 (Vol/Vol) industriellem vergälltem Alkohol (IMS)/Wasser gefüllt. Die Neutralisation wurde durchgeführt durch Durchleiten dieser Flüssigkeit durch die Fasern und langsame Zugabe von 800 g Natriumhydroxid, gelöst in 50:50 (Vol/Vol) IMS/Wasser, wobei darauf geachtet wurde, daß der pH-Wert nicht über 9 stieg. Nach vollständiger Neutralisation ergab eine Probe des Garns keine restliche Azidität.
  • Das Kabelwurde in 80 Vol% IMS/Wasser und dann in reinem IMS gewaschen und so trocken wie möglich geschleudert und dann an der Luft bei 40ºC getrocknet. Das Kabel wurde dann gekräuselt, stapelgeschnitten und zu einem Vliesstoff verwandelt durch übliche Kardierungs-, Kreuzlege- und Nadelungsverfahren.
  • Herstellung 3 Erstes alternatives Herstellungsverfahrens eines 80:20 Ca:Na- Stoffes
  • Calciumalginatkabel,das nach Herstellung 1 erhalten worden war, wurde gekräuselt, stapelgeschnitten und zu einem Vliesstoff verwandelt durch übliche Kardierungs-, Kreuzlegeund Nadelungsverfahren. 4 kg Calciumalginatstoff (3,2 kg knochentrocken) wurden in eine Miniaturhaspelfärbemaschine aus korrosionsbeständigem Stahl gegeben. Die Haspel wurde mit einer Lösung gefüllt, bestehend aus 2 kg Natriumhydroxid, 4,7 kg Eisessig, 10 dm³ IMS, und mit Wasser auf 100 dm³ gebracht. Nach 30 Minuten langem Haspeln wurde die Flüssigkeit abgezogen und der Stoff mit zunehmenden Mengen an 8 Vol% IMS/Wasser acetatfrei gewaschen. Der Stoff wurde dann an der Luft getrocknet.
  • Herstellung 4 Zweites alternatives Herstellungsverfahren eines 80:20 Ca:Na- Stoffes
  • Calciumalginatfasern, die im Handel erhältlich sind und gesponnen sein können, aus einer 40 000 Loch Spinndüse wurden in ein Bad gegeben, enthaltend Natriumcarbonatlösung von etwa 0,5 N (26,5 g/dm³ als wasserfreies Na&sub2;CO&sub3;). Das Bad wurde mit Hilfe einer Umlaufpumpe gut bewegt und das Garn etwa 30 Sekunden in dem Bad liegen gelassen. Um ein Verkleben der Fasern zu verhindern, war Aceton (10 % (Gew/Vol)) in dem Bad vorhanden. Die Fasern wurden dann mit zunehmenden Konzentrationen an Aceton/Wasser gewaschen, bevor sie trockengepreßt und in einem Trockner mit durchströmender Luft getrocknet wurden. Die erhaltenen Fasern enthielten Calcium- und Natriumionen in einem Verhältnis 80:20 auf Äquivalentbasis und wurden zu einem Vliesstoff, wie bei Herstellung 3 beschrieben, umgewandelt.
  • Im Laufe der Reaktion ausgefallenes Calciumcarbonat geht in die Wanne der Umlaufpumpe und wird nach vollständiger Reaktion leicht entfernt.
  • Herstellung 5 Drittes alternatives Herstellungsverfahren eines 80:20 Ca:Na- Stoffes
  • 25,8 kg Calciumalginatfasern werden in eine Zentrifuge gegeben, deren Auslaß in eine Wanne geht, die mit einer Pumpe versehen ist, die die Flüssigkeit durch die Fasern in der Trommel leitet. 100 l Wasser werden in die Wanne gegeben, die Pumpe gestartet und die Trommel langsam gedreht. Es wird ausreichend Salzsäure in die Flüssigkeit gegeben, um 20 % des in den Fasern vorhandenen Calciums zu entfernen. Da das Anfangscalciumalginat in den Fasern 21,5 kg knochentrocken, d.h. 100 Äquivalent, betrug, ist es notwendig, 20 Äquivalent Calcium zu entfernen. Die theoretische Menge Salzsäure beträgt 2 l, aber in der Praxis ist aufgrund der Umkehrreaktion der Calciumionen in der Flüssigkeit wesentlich mehr Säure erforderlich. Das Calcium in der Flüssigkeit wird durch EDTA-Titration bestimmt. Wenn die gewünschte Menge in die Flüssigkeit entfernt ist, wird die Flüssigkeit abgezogen und die Fasern werden mit Wasser gewaschen, bis sie säurefrei sind. Die Zentrifuge wird dann mit voller Geschwindigkeit gedreht, um so viel Wasser wie möglich zu entfernen. Das Garn wird unter Verwendung einer Lösung von 100 l 20 Gew% Aceton/Wasser, enthaltend 1060 g wasserfreies Carbonat, die mit Hilfe der Pumpe durch die Fasern in der langsam drehenden Trommel geleitet wird, neutralisiert. Diese Flüssigkeit wird durch 50 Gew% Aceton/Wasser ersetzt und schließlich bei voller Geschwindigkeit der Zentrifuge mit reinem Aceton gewaschen. Die erhaltenen Fasern bestanden aus 80:20 Calcium:Natrium-Alginat und wurden wie bei Herstellung 3 beschrieben in einen Vliesstoff verwandelt.
  • Herstellung 6 Viertes alternatives Herstellungsverfahren eines 80:20 Ca:Na- Stoffes
  • Ein Alginatkabel (Dicke 60 000 d.tex), gesponnen mit einer üblichen Spinnmaschine, wurde mit Wasser in einer üblichen Kabelwaschvorrichtung gewaschen, um Spinnflüssigkeit zu entfernen. Das nasse Kabel wurde dann mit 10 m/min durch ein 1 m Bad, enthaltend etwa N/10 Salzsäure, geführt und dann durch ein zweites Waschwasserbad. Die Stärke der Säure und die Verweilzeit des Garns in dem Säurebad werden so gesteuert, daß der Titer einer Garnlänge mit bekanntem Gewicht 20 % vorhandenen Säuregruppen entspricht. Die Titration wird in Wasser gegen Ätznatron unter Verwendung von Phenolphthalein als Indikator durchgeführt. Das saure Kabel wird dann durch ein 3 m langes Bad, enthaltend etwa 10 % Aceton und ein Gemisch aus Natriumcarbonat und -bicarbonat, erhalten durch Zugabe von Natriumcarbonat, geleitet. Die Zusammensetzung dieses Bades wird gesteuert durch Titration gegen HCl/Phenolphthalein, so daß das Endgarn keine restliche Säure oder restliches Alkali zeigt. Das aus diesem Bad kommende Garn wird mit zunehmenden Stärken an Aceton/Wasserlösungen gewaschen, um freie anorganische Salze zu entfernen. Das Garn kann in dem letzten Bad etwa 5 Minuten verweilen, bevor die Flüssigkeit ausgepreßt wird. Dann wird das Garn auf übliche Weise an der Luft getrocknet und wie bei Herstellung 3 beschrieben zu einem Vliesstoff verarbeitet.
  • Beispiel 1
  • Eine Unterlage wurde entsprechend Beispiel 1 der GB-A-1280631 hergestellt und ein Kissen aus einem Calcium: Natrium-Alginatstoff, der entsprechend Herstellung 2 hergestellt worden war, wurde auf die Unterlage aufgebracht unter Bildung eines "Inselpflasters". Ein abziehbares Silikonpapier wurde auf die Klebefläche und das Alginatkissen aufgebracht und das Pflaster durch Gamma-Bestrahlung sterilisiert.
  • Beispiel 2
  • Eine Unterlage wurde entsprechend Beispiel 1 der GB-A-1280631 hergestellt und ein Kissen aus einem Calcium-Natrium-Alginatstoff, der entsprechend Herstellung 3 hergestellt worden war, wurde auf die Unterlage aufgebracht unter Bildung eines "Inselpflasters". Ein abziehbares Silikonpapier wurde auf die Klebefläche und das Alginatkissen aufgebracht und das Pflaster durch Gamma-Bestrahlung sterilisiert.
  • Beispiel 3
  • Eine Probe des von Smith & Nephew unter dem Handelsnamen OPSITE verkauften Produkts wurde zur Verwendung als Unterlage gekauft. Es wird angenommen, daß dieses Produkt unter die allgemeine Lehre der GB-A-1280631 fällt. Ein Kissen aus Calcium: Natrium-Alginat-Stoff, hergestellt entsprechend Herstellung 2, wurde auf die Unterlage aufgebracht unter Bildung eines "Inselpflasters". Ein abziehbares Silikonpapier wurde auf die Klebeschicht und das Alginatkissen aufgebracht und das Pflaster durch Gamma-Bestrahlung sterilisiert.
  • Beispiel 4
  • Eine Probe des von Smith & Nephew unter dem Handelsnamen OPSITE verkauften Produkts wurde zur Verwendung-als Unterlage gekauft. Es wird angenommen, daß dieses Produkt unter die allgemeine Lehre der GB-A-1280631 fällt. Ein Kissen aus Calcium: Natrium-Alginat-Stoff, hergestellt entsprechend Herstellung 3, wurde auf die Unterlage aufgebracht unter Bildung eines "Inselpflasters". Ein abziehbares Silikonpapier wurde auf die Klebeschicht und das Alginatkissen aufgebracht und das Pflaster durch Gamma-Bestrahlung sterilisiert.
  • Beispiele 4 und 5
  • Das Verfahren der Beispiele 3 und 4 wurde wiederholt mit der Ausnahme, daß für die Unterlage eine semipermeable Klebecopolymerfolie verwendet wurde, erhalten von DRG unter dem Handelsnamen MEDIFIX 6013. Die Folie war geeignet, um Pflaster entsprechend der Spezifikation 37 des Drug Tariff (HMSO) herzustellen, und sie besaß die folgenden Eigenschaften:
  • Trockengewicht 14 g/m²
  • MVTR 624 g/m²/24 Std.
  • Haftung (vor der Bestrahlung) > 1,0 kg/25 mm
  • Zugfestigkeit 0,38 kg/cm
  • Dehnbarkeit 600 %
  • Gewicht der Klebemasse 25-35 g/m²
  • Elastizitätsmodul 2,04 N/cm
  • Nach Herstellung des "Inselpflasters" wurde es in einer klaren Hülle versiegelt und durch Gamma-Bestrahlung sterilisiert. Die Haftung wurde erneut gemessen und es zeigte sich, daß sie 0,43 kg/25 mm betrug.

Claims (10)

1. Wundverband, umfassend eine Unterlage und ein mit der Wunde in Kontakt stehendes Kissen, wobei das mit der Wunde in Kontakt stehende Kissen ein gemischtes Alginat-Salz mit ersten und zweiten Kationen umfaßt, wobei das erste Kation in der Lage ist, ein unlösliches Alginat-Salz zu bilden, und das zweite Kation in der Lage ist, ein lösliches Alginat-Salz zu bilden, wobei das Äquivalent-Verhältnis des ersten zu dem zweiten Kation 60:40 bis 95:15 beträgt.
2. Wundverband nach Anspruch 1, wobei das Alginat Fasern eines gemischten Alginat-Salzes umfaßt.
3. Wundverband nach Anspruch 1, wobei das Verhältnis des ersten (ein unlösliches Salz bildenden) Kations zu dem zweiten (ein lösliches Salz bildenden) Kation etwa 60:20 beträgt.
4. Wundverband nach Anspruch 1, wobei das erste Kation Calcium ist.
5. Wundverband nach Anspruch 1, wobei das zweite Kation Natrium ist.
6. Wundverband nach Anspruch 1, wobei das Kissen ein Vliesstoff aus Alginat-Fasern ist.
7. Wundverband nach Anspruch 1, wobei das Verhältnis von Guluronat/Mannuronat-Resten in dem Alginat im Bereich von 1,5:1 bis 2,5:1 liegt.
8. Wundverband nach Anspruch 1, wobei das Kissen ein oder mehrere antimikrobielle Mittel und/oder ein oder mehrere Lokal-Anästhetika und zusätzlich oder wahlweise ein oder mehrere andere pharmazeutische Mittel enthält.
9. Wundverband nach Anspruch 1, wobei die Unterlage aus einem semipermeablen Material besteht.
10. Wundverband nach Anspruch 1, der ein "Insel"-Verband ist.
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