-
Die Erfindung betrifft einen Fahrradseitenständer zur
Montage an einer Hintergabel oder zumindest einer daran
befestigten Stützplatte eines Fahrrades zwischen Hinterrad
und Kurbelwelle, wobei der Fahrradständer ein Gehäuse
aufweist, an dem ein einzelnes Stützbein schwenkbar zwischen
und einrastbar in zwei Positionen befestigt ist, wobei das
Gehäuse derart geformt ist, daß bei Montage an einem
Fahrrad in Benutzungsposition die Ebene der Schwenkbewegung
des Stützbeins in schrägem Winkel zur longitudinalen
Mittelebene des Fahrrades liegt, das Stützbein mit einem sich
im wesentlichen senkrecht zum Stützbein erstreckenden
Stift fest verbunden ist und Endabschnitte des Stifts zur
Drehung relativ zum Gehäuse auf Lager montiert sind.
-
Derartige Fahrradständer sind in der CH-A-166 637 und der
US-A-2 229 551 offenbart, wobei das Stützbein mit einem
Ende des Stifts verbunden und aus einem Stab als Ganzes
geformt ist mit dem Stift als gebogenem Endabschnitt
dieses Stabes.
-
Ein Nachteil von bekannten Fahrradständern des oben
beschriebenen Typs ist, daß der gebogene Abschnitt des
Stabes, wo Stützbein und Stift zusammentreffen, ein
vorstehendes
Element formt, das ein Verletzungsrisiko darstellt.
-
Ein weiteres Problem ist die Schaffung einer dauerhaften,
stabilen Aufhängung für das Stützbein relativ zum Gehäuse.
-
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung
eines Fahrradständers nach dem Oberbegriff, mit dem die
angesprochenen Probleme überwunden werden.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das
Stützbein mit dem Stift zwischen den Endabschnitten des
Stifts, die relativ zum Gehäuse auf Lager montiert sind,
verbunden ist.
-
Dies erlaubt eine optimale Ausnutzung des Raums unter der
Hintergabel zur drehbaren Anbringung der Endabschnitte des
Stifts in beabstandeter Beziehung, ohne daß der Übergang
vom Stützbein zum Stift aus dem Gehäuse und auf der Seite
der Hintergabel des Fahrrades hervorsteht. Durch
Beabstanden der Lager voneinander zur Übertragung des durch das
Stützbein initiierten Moments wird eine Reduzierung der
auf diese Lager wirkenden Last erreicht. Der Verschleiß,
dem diese Lager, die den Stift drehbar unterstützen,
ausgesetzt sind, ist begrenzt. Optional können sie von
leichterer Konstruktion als bekannte Fahrradständer sein oder
die gewonnene Stabilitätszunahme der Lager des Stifts kann
für ein Stützbein eingesetzt werden, das weiter zur Seite
des Fahrradrahmens geschwenkt werden kann. Dieser letzte
Schritt erlaubt eine stabilere Unterstützung des Fahrrads,
aber ebenso ein größeres auf das Stützbein einwirkendes
Moment.
-
Insbesondere wenn die Ebene der Schwenkbewegung sich unter
relativ großem Winkel zur longitudinalen Mittelebene des
Fahrrads erstreckt, wird weiterhin eine verbesserte
Unterstützung des Stifts relativ zur Hintergabel auf der Seite
des Stützbeins erhalten. Dieser Vorteil kann unter
Berücksichtigung der Tatsache erreicht werden, daß am Ende des
Stifts kein gebogener Übergang zum Stützbein ist, so daß
das zur Hintergabel proximale Ende des Stifts auf Lager
montiert werden kann in sehr kurzem Abstand von der
Hintergabel und daher relativ zur Hintergabel stabil ist.
-
Besondere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
abhängigen Ansprüchen angegeben.
-
Eine Ausführungsform der Erfindung wird nun erklärt und
beschrieben unter Bezugnahme auf die bei liegenden
Zeichnungen, in denen:
-
Fig. 1 eine geschnittene Rückansicht eines
erfindungsgemäßen, an die Hintergabel eines Fahrrads montierten
Fahrradständers ist;
-
Fig. 2 eine Vorderansicht des Fahrradständers nach Fig. 1
ist, die einen Teil eines Fahrrads zeigt; und
-
Fig. 3 eine Ansicht eines Gehäuseteils des Fahrradständers
nach den Fig. 1 und 2 ist.
-
Bezugnehmend auf die Fig. 1 und 2 ist ein Fahrrad 1
gezeigt mit einer Hintergabel 2 und einer daran geschweißten
Stützplatte 3. Ein Fahrradständer 4 nach der Erfindung ist
mittels eines Bolzens 5 an der Stützplatte 3 angebracht.
Der Fahrradständer 4 hat ein Stützbein 6, ein Gehäuse 7
mit einem Positionierglied 8 und ein Klammerglied 9. An
dem Stützbein 6 ist ein Stift 10 montiert, der sich in im
wesentlichen transversaler Richtung relativ zu dem
Stützbein 6 erstreckt. An Endabschnitten des Stifts 10 sind
durch Löcher jeweils in dem positionierglied 8 und dem
Klammerglied 9 Aufhängungen 11 und 12 gebildet. Diese
Löcher befestigen den Stift 10 zur Drehung in bezug auf das
Gehäuse 7 und zur Verschiebung in seiner longitudinalen
Richtung. Zwischen dem Stützbein 6 und dem Klammerglied 9
ist eine Spiralfeder 13 um den Stift 10 herum angeordnet.
Im Positionierglied 8 sind Positionierausnehmungen 14 und
15 vorgesehen (siehe auch Fig. 3). Die Feder 13 drückt das
Stützbein 6 und den Stift 10 in die Richtung der
Positionierausnehmungen 14 und 15. Das Positionierglied 8 ist
zwischen dem Klammerglied 9 und der Stützplatte 3 in
Position geklammert. Im Klammerglied 9 ist ein Gewindeloch 16
für den Eingriff mit dem Bolzen 5 vorgesehen. Das
Positionierglied hat eine von Rippen 18 und 19 begrenzte
Klammerfläche 17 und einen aufrechten, das Loch 11 umgebenden
Rand 20. An dem vom Gehäuse 7 entfernten Ende des Ständers
ist ein Fuß 21 vorgesehen.
-
Wenn ein Fahrrad 1 mit einem Fahrradständer 4 nach der
Erfindung von diesem Ständer unterstützt angeordnet ist, übt
das Stützbein 6 ein Moment auf das Fahrrad 1 aus, das das
Fahrrad vor dem Umfallen bewahrt. Dieses Moment wird durch
das Stützbein erzeugt und über den Stift 10 auf das
Gehäuse 7 übertragen. Der sich im wesentlichen transversal zum
Stützbein 6 erstreckende Stift 10 kann von relativ großer
Länge sein aufgrund der Tatsache, daß keine hinter dem
Ende des Stifts angeordneten Elemente mit dem Stift
verbunden sind. Aufgrund der relativ großen Länge des Stifts 10
ist die Last auf die Aufhängungen 11 und 12 an den Enden
des Stifts relativ gering und dementsprechend können die
Aufhängungen von leichter Konstruktion sein, können
belastet sein und/oder sind verschleißfest.
-
Der Winkel A zwischen dem Stift 10 und der longitudinalen
Mittelebene 22 des Fahrrads 1 definiert den Winkel B
zwischen der Ebene der Schwenkbewegung des Stützbeins 6 und
der longitudinalen Mittelebene 22 des Fahrrads 1. Je
größer der Winkel B ist, um so kleiner ist der Winkel A
und der unter der Hintergabel 2 montierte Stift 10 kann
von größerer Länge sein. Das Ende des Stifts, welches
proximal zur Hintergabel 2 ist, ist vorteilhaft
lagergestützt sehr nahe an der Hintergabel.
-
Aufgrund der Tatsache, daß das Stützbein 6 zwischen den
Endabschnitten des Stifts 10 lagergestützt im Gehäuse 7
angebracht ist, können die Positionierausnehmungen 14, 15,
welche mit dem Stützbein in Eingriff gelangen, zur
Innenseite des Gehäuses 7 gewendet werden. Dies vermeidet die
Notwendigkeit der Anordnung eines Verriegelungsmittels an
der Außenseite des Gehäuses. Derartigen
Verriegelungsmitteln ist das Risiko einer Verletzung oder Beschädigung von
Kleidung eigen und sie schränken Optionen wie die äußere
Erscheinung des Gehäuses 7 ein.
-
Das Stützbein 6 wird mittels der in longitudinaler
Richtung des Stifts 10 wirkenden Feder 13 in die Richtung der
im Positionierglied 8 vorgesehenen Positionierausnehmungen
14 und 15 gedrückt und von dem in den Aufnehmungen 11 und
12 in longitudinaler Richtung verschiebbaren Stift 10
geführt. Wenn das Stützbein zu einem Punkt vor einem der
Positionierausnehmungen 14 oder 15 bewegt ist, wird das
Stützbein in der Positionierausnehmung festgelegt aufgrund
der Wirkung der Feder 13. Das Stützbein 6 kann daher
vollständig
ausgezogen oder zurückgezogen werden.
-
Jedes der Gehäuseglieder 8 und 9 befestigt einen
Endabschnitt des Stifts 10 und vor der Montage an einem Fahrrad
können die Gehäuseglieder 8 und 9 über einen der
Endabschnitte des Stifts 10 in axialer Richtung des Stifts 10
geschoben werden, um an dem anderen Gehäuseglied
anzuliegen und das Gehäuse 7 zu bilden. Zur wechselseitigen
Festlegung der Glieder 8 und 9 des Gehäuses 7 wird das
Klammerglied 9 zur Hintergabel 2 des Fahrrads gezogen mittels
des Bolzens 5, wobei das Positionierglied 8 dazwischen
geklammert ist. Um die relative Positionierung des
Positionierglieds 8 und des Klammerglieds 9 einzurichten, ist
das Positionierglied mit einer Klammerfläche 17 versehen,
welche mit dem Klammerglied korrespondiert, wobei die
Klammerfläche 17 von den Rippen 18 und 19 und dem das Loch
11 umgebenden Rand 20 begrenzt ist.
-
Zum Zusammenbau des Ständers kann das kurze Ende des
Stifts 10 in dem Loch 11 des Gehäuses 7 befestigt werden.
Dann kann die Feder 13 über das lange Ende des Stifts 10
geschoben werden, und der Stift 10 und die Feder 13 können
durch Montage des Klammerglieds 9 über dem Stift
festgelegt werden, bis es in Eingriff mit der Fläche 17 ist.
Gegen die von der Feder 13 ausgeübte Kraft bleibt das
Klammerglied 9 relativ zum Positionierglied 8 und dem Stift 10
festgelegt gemäß dem Faktum, daß die von der Feder 13
ausgeübte Kraft auf das Klammerglied 9 bewirkt, daß das
Klammerglied 9 relativ zum Positionierglied 8 kippt und daher
das Klammerglied 9 in Klammereingriff mit den Wänden der
Rippe 18 und der Kante 20 zwängt, welche die Fläche 17
begrenzen. Das Gehäuse 7 kann ohne separate
Befestigungsvorrichtungen oder Werkzeuge zusammengesetzt werden, auch in
einer sehr kurzen Zeit, da die Anordnung nur einzelne
Bewegungen, die durch Anschläge gesteuert sind, aufweist.
-
Um einen zuverlässigen Eingriff der Klammer 9 mit dem
Positionierglied 8 zu erhalten, bis der Ständer am Fahrrad
montiert ist, weist das Klammerglied 9 vorzugsweise eine
scharfe Kante 24 im Eingriff mit der Wand des Randes 20
auf.
-
Weil die Positionierausnehmungen 14 und 15 von dem Stift
10, um den das Stützbein 6 schwenkt, beabstandet sind,
erzeugt eine relativ kleine von den Positionieröffnungen auf
das Stützbein ausgeübte Kraft eine hinreichend starke
Verrastung des Stützbeins 6. Daher können weiterhin die
Stützflächen der Positionierausnehmungen 14 und 15 relativ
groß geformt werden, um zu gewährleisten, daß der auf das
Positionierglied ausgeübte Druck hinreichend gering ist,
um eine Ausbildung dieses Teils aus Kunststoff zu
ermöglichen. Kunststoffdesign eröffnet den Vorteil, daß die
Führung des Stützbeins nicht geschmiert werden muß und daß
das Positionierglied 8 als ein Ganzes geformt werden kann,
während es gleichzeitig eine große Freiheit in bezug auf
das Design der aufwärts weisenden Seite des
Positionierglieds, welche vom Benutzer sichtbar ist, erlaubt.
-
Der Kunststoff, aus dem das Gehäuse 7 hergestellt ist, ist
vorzugsweise ein Polyacetal. Dieser Kunststofftyp wird
mittels Spritzgießen verarbeitet und hat einen geringen
Reibungskoeffizienten bei der Reibung auf Metall und ist
abriebfest.
-
Wenn das Stützbein 6 in einer der Positionierausnehmungen
14 und 15 verrastet ist, ist der Abstand, über den sich
der Stift 10 in die Montagebohrung 11 erstreckt, größer
als die Tiefe der Positionierausnehmungen 14 und 15
relativ zu einem Steg 23 zwischen diesen Ausnehmungen 14 und
15. Daher ist gewährleistet, daß der Stift 10
lagergestützt in der Bohrung 11 verbleibt, wenn das Stützbein von
einer Positionierausnehinung zu der anderen geschwenkt
wird.
-
Der Stift 10 eines Fahrradständers nach der Erfindung für
die Benutzung an einem konventionellen Fahrrad hat
vorzugsweise eine Länge von mindestens 55 mm und der Abstand
zwischen den Aufhängungen 11 und 12 ist vorzugsweise
mindestens 35 mm.
-
Aufgrund der Tatsache, daß das Stützbein 6 eines
erfindungsgemäßen Fahrradständers in ausgezogener Position
einen relativ großen Winkel B mit der longitudinalen
Mittelebene 22 des Fahrrads bilden kann, kann das Stützbein 6
eine relativ große Länge aufweisen und auf einer
Stützfläche in einem relativ großen Abstand von der longitudinalen
Mittelebene 22 des Fahrrads ruhen, so daß ein relativ
kleiner Flächendruck auf die Stützfläche ausgeübt wird.
-
Zur weiteren Reduzierung des auf die Stützfläche
ausgeübten Flächendrucks kann das Stützbein 6 einen Fuß 21
aufweisen, so daß das mittels des Fahrradständers
unterstützte Fahrrad auf einer noch weicheren Stützfläche
positioniert werden kann, ohne daß das Stützbein 6 in den
Boden eindringt und ein Umfallen des Fahrrads bewirkt. In
einem konventionellen Ständer, der ein relativ langes
Stützbein aufweist, würde solch ein Fuß, wenn das Bein
zurückgezogen ist, in den zyklischen Weg, den der Fuß des
Radfahrers beim Radeln zurücklegt, hineinragen, so daß der
Fuß dagegen schlagen würde. Das Stützbein 6 des
Fahrradständers
nach dieser Erfindung kann jedoch so lang
gestaltet werden, daß, wenn das Stützbein 6 zurückgezogen ist,
der Fuß 21 weiter nach hinten gezogen ist, außerhalb des
Weges des Radfahrerfußes.