DE69024005T2 - Elektrische Halbleiteranordnung mit einem internen Fehlerkorrekturteil. - Google Patents

Elektrische Halbleiteranordnung mit einem internen Fehlerkorrekturteil.

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Description

  • Diese Erfindung betrifft Nicht-Einkristall-Halbleiteranordnungen.
  • Amorphe Halbleiternaterialien, von denen Si und Ge die am besten bekannten Beispiele sind, werden typischerweise durch Bedampfung, Sputtern oder Plasmazersetzung abgelagert. Die allgemeine Ansicht eines solchen Ablagerungsprozesses ist, daß die Struktur des sich ergebenden Materials einzig durch die Art und Weise bestimmt wird, in der die wachsende Oberfläche die auftreffenden Atome aufnimmt und ein gebundenes Netz bildet. Es ist ebenfalls bekannt, daß das sich ergebende Material fern vom thernischen Gleichgewicht sein wird, weil der Gleichgewichtszustand von jedem Material seine kristalline Form ist. Daher befindet sich keine amorphe oder nicht-kristalline Form in einem vollständigen Gleichgewicht. Um der Klarheit willen wird die folgende Beschreibung hauptsächlich den Fall des amorphen Siliziums als Beispiel darlegen. Es sollte berücksichtigt werden, daß sich die Anwendung der vorliegenden Erfindung auf andere Materialien mit ähnlichen Gleichgewichtsmechanismen ausdehnt.
  • Proben von verdampftem amorphem Silizium, das bei niedriger Temperatur (z.B. 100ºC) abgelagert wird, weisen eine hohe Defektdichte auf, die durch Glühen bei 250ºC wesentlich vermindert werden kann. Ein solches abgelagertes amorphes Silizium enthält etwa 10¹&sup9;cm&supmin;³ freie Bindungsdefekte. Es ist bekannt, daß die Defektdichte durch den Zusatz von Wasserstoff vermindert werden kann, so daß in dem besten hydrierten durch Glühentladung erzeugten amorphen Silizium die Defektdichte etwa 10¹&sup5;cm&supmin;³ betragen kann. Das Glühen verändert die Struktur in einer Weise, die sich dem Gleichgewichtszustand nähert, ihn aber nicht erreicht. Wenn stattdessen das abgelagerte Material bei Raumtemperatur abgeschreckt wird, wird es einer Zwischentemperatur vergleichbar in einem Defektzustand erstarren, und bei Raumtemperatur wird über eine ausgedehnte Zeitdauer (in der Größenordnung von einem Jahr oder mehr) ein Selbstausglühen stattfinden.
  • Die elektronischen Eigenschaften von amorphem Silizium werden jedoch nicht nur durch den Depositionsprozeß bestimmt. Auch nachdem das Material abgelagert worden ist und eine metastabile Struktur erreicht hat, ist sein Gleichgewicht gestört, und durch die Anlegung äußerer Störungen oder Spannungen, z.B. einer elektrischen Vorspannung während des Betriebes, einer thermischen Beanspruchung und ausgedehnter oder starker Beleuchtung, werden neue Defekte erzeugt. Die erzeugten Defekte können durch Glühen entfernt werden, wobei die Ausgleichungszeit in umgekehrter Beziehung zu der Glühtemperatur steht. Ausgleichung ist ein Begriff, der benutzt wird, um die spontane Aenderung in den Bandlückenzuständen und damit den elektronischen Eigenschaften zu beschreiben. Die Defekte, oder Bandlückenzustände, sind freie Bindungen, deren Dichte sich verändert oder als Reaktion auf die äußeren Spannungen abgewandelt wird, weil sich das Material selbst modifizieren wird, um einen eher thermodynamisch stabilsten Zustand anzunehmen.
  • Wann immer eine elektrische Vorspannung an solche Materialien angelegt wird, reagieren sie durch Erzeugen von Defekten, um der Änderung, der sie ausgesetzt sind, entgegenzutreten. Wenn z.B. ein bekannter N-Kanal- Anrelcherungs-Niederspannungs-Dünnschichttransistor 10, wie in Fig. 1 gezeigt, durch Anlegen einer positiven Vorspannung an die Gate-Elektrode 12 eingeschaltet wird, gelangen freie Elektronen von der Source- Elektrode 14 in die Ladungstransportschicht 16, um an der Grenzfläche zu dem Gate-Dielektrikum 20 einen Anreicherungskanal 18 zu bilden. Während der Anreicherung befindet sich der Kanal 18 in keinem stabilen Zustand, weil sich darin mehr freie und eingefangene Elektronen befinden. Sowie er leitender wird, steigt sein Fermi-Niveau auf das Leitungsband an. Das amorphe Halbleitermaterial reagiert immer auf den Zustand der Bandkrümmung, indem es tief in der Bandlücke Defekte erzeugt, um sich der Aenderung zu widersetzen und zu versuchen, das Fermi- Niveau durch Einfangen freier Elektronen in den zusätzlichen Defekten auf die Bandlückenmitte zurückzubringen. Dann wird bei Entfernen der Gate-Vorspannung, im Aus-Zustand des Transistors, der Anreicherungskanal gelöscht und es wird kein überschuß von Elektronen mehr vorhanden sein, aber die Ladungstransportschicht besitzt nun einen überschuß von Defekten. Das Material wird wiederum versuchen auszugleichen, indem es Defekte entfernt, aber dies wird bei Raumtemperatur ein äußerst langsamer Vorgang sein.
  • Die oben beschriebenen Änderungen im Ansprechen auf die elektrostatische Beanspruchung des bekannten Niederspannungs-Amorph-Silizium-Dünnschlchttransistors während seines normalen beabsichtigten Gebrauchs sind in der Verschiebung der in Fig. 2 gezeigten Kurven IDS über VG zu sehen. Der Transistor folgt ursprünglich der Kurve A. Während seines Ein-Zustandes kann sich&sub1; sowie Defekte erzeugt werden, um sich der Anreicherung zu widersetzen, die Kurve nach B verschieben, weil freie Elektronen, die in die Fallen gefallen sind, nicht mehr zu dem Strom beitragen. Durch eine höhere Gate-Vorspannung muß weitere Ladung in den Kanal eingebracht werden, damit der gleiche Strom fließen kann. Dann, wenn das Bautell in seinen Aus-Zustand zurückgebracht wird, korrigiert sich die Ladungstransportschicht wieder selbst, indem sie einige der Defekte wegglüht, und kann zu den Merkmalen der Kurve C zurückkehren. Diese kleine Verschiebung der Schwellenspannung (Vτ) des Bautells wird bei jedem Zyklus auftreten. Während die Verschiebung für einen einzelnen Ein-Aus-Zyklus nicht groß sein mag, ist über die Lebensdauer des Bauteils eine Nettodrift vorhanden, die das Bautell veranlassen kann, eine Schwellenverschiebung von mehreren Volt aufzuweisen. Um diese Verschiebung auszugleichen, kann bei einigen Anwendungen das Gate um einen Betrag von mehreren Volt übersteuert werden.
  • 'Patent Abstracts of Japan' Band 10, Nr. 209 (E-421)[2265], 22. Juli 1986, beschreibt, wie die Schwel lenspannung eines Dünnschichttransistors durch Einbringen von Donator- und Akzeptor-Fremdatomen in etwa gleichen Mengen in eine polykristalline Halbleiterschlcht, die den Kanalbereich bildet, verringert werden kann.
  • Im Gegensatz dazu beschreibt Matsumoto et al. in "Threshold voltage shift of amorphous silicon thin-film transistors by step doping", Seiten 606 bis 607, Appl. Phys. Lett. 54(7), 13. Februar 1989, wie die Schwellenspannung durch Verwendung einer stufendotlerten Struktur, die eine undotierte Schicht und eine bordotierte Schicht umfaßt, erhöht werden kann, wobei die undotierte Schicht zwischen dem Gate-Isolator und der dotlerten Schicht gelegen ist. Das Dotlerungsverhältnis (Gasphasenverhältnis) für die dotlerte Schicht liegt im Bereich von 20 - 200 ppm.
  • Verschiedene andere ähnliche Transistor-Strukturen sind ebenfalls bekannt. Zum Beispiel beschreibt 'Patent Abstracts of Japan' Band 9, Nr. 204 (E-337)[1927], 21. August 1985, eine Struktur, die der von Matsumoto et al. (siehe oben) beschriebenen Struktur ähnlich ist, bei der die dotierte Schicht eine N-Typ amorphe Sillziumschlcht Ist und ein höheres Fermi-Niveau besitzt als die undotierte Schicht. EP-A-0 166261 beschreibt einen Feldeffekt-Transistor mit einem aus amorphem Halbleitermaterial gebildeten Kanalbereich und mit einer feldinduzierenden Schicht, die sich auf einer Seite oder auf beiden Seiten des Kanalbereichs befindet und das Fermi-Niveau des Kanalbereichs verschiebt.
  • EP-A-0 145403 beschreibt verschiedene Halbleiter-Bauteile, von denen jedes eine Mehrschicht-Halbleiterstruktur umfaßt. Durch Verändern der Zusammensetzung der Schichten können die Eigenschaften der Mehrschicht- Struktur an einzelne Anwendungen angepaßt werden.
  • Ein in Fig. 3 gezeigter bekannter Hochspannungs-Amorph-Silizlum-Dünnschichttransistor 22 umfaßt eine Gate-Elektrode 23, eine dielektrische Gate-Schicht 24, eine Ladungstransportschicht 25, eine Source-Elektrode 26 und eine Drain-Elektrode 27. infolge der Wirkung der an die Gate- Elektrode 23 angelegten Vorspannung wird das Bauteil eine Verschiebung der Schwellenspannung zeigen, die der des Niederspannungs-Transistors von Fig. 1 ähnlich ist. Wegen der Wirkung des hohen Drain-Potentials auf seinen toten (nicht-torgesteuerten) Bereich während des Aus-Zustandes des Bautells wird es ebenfalls eine Vx-Verschiebung aufweisen. Die Vx-Verschiebung wird so genannt, weil sie die Differenz zwischen X-Achsen-Kreuzungen von Tangenten am Wendepunkt der In Fig. 4 gezeigten verschobenen IDS über VDS Kurven darstellt. Diese Erscheinung wird ausführlich in der Europäischen Patentanmeldung Nr. 90 308 286.5, eingereicht am 27. Juli 1990, beschrieben. Kurz gesagt, im Aus- Zustand des Bauteils werden Elektronen aus dem toten Bereich weggeräumt, wobei die größte Verarmung in dem Teil des toten Bereichs auftritt, der an das Ende des Gates angrenzt. Diese Elektronenverarmung bewirkt, daß Fallen erzeugt werden, die, wenn geladen, dem Drain-Potential entgegenwirken, und es muß ein höheres Drain-Potential angelegt werden, damit die gleiche Menge von Strom fließen kann. Fig. 4 zeigt diese Kurven. Diese stellen den ursprünglichen Zustand des Bauteils (Kurve E), den defekterzeugten um Vx verschobenen Zustand (Kurve F) und den selbstausgeglühten, etwas korrigierten Zustand (Kurve G) dar. Obwohl es oft möglich ist, diese Verschiebungsmerkmale ohne nachteilige Auswirkungen zu umgehen oder korrektive Modifikationen an der Struktur des Bauteils vorzunehmen, wäre es wünschenswert, sie insgesamt zu verhindern oder zu beseitigen.
  • Für die Stabilität ist es erwünscht, das Gate-Steuerpotential und das Drain-Potential so niedrig wie möglich zu halten. Die vorliegende Erfindung befaßt sich mit der Bereitstellung eines elektronischen Bauteils, das als Reaktion auf äußere Störungen, wenn überhaupt, sehr kleine Verschiebungen in seinen Eigenschaften zeigen wird. Die Erfindung befaßt sich auch mit der Beschleunigung der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes der aktiven Schicht eines elektronischen Bauteils, wenn als Reaktion auf äußere Störungen Veränderungen darin auftreten.
  • Die vorliegende Erfindung stellt einen Dünnschicht-Transistor mit einer Gate-Elektrode, einer Gate-Isolierschicht, einer Ladungstransportschicht und einer Korrekturschlcht zur Verfügung, die in dieser Reihenfolge und aneinander angrenzend gebildet sind, wobei die Ladungstransportschicht eine Nicht-Einkristall-Halbleiterschicht (34) umfaßt, deren elektronische Struktur sich als Reaktion auf eine äußere Störung verändert, die Korrekturschicht eine Halbleiterschicht umfaßt, die im wesentlichen gleiche Mengen von aktiven Dotierstoffen des N-Typs und P-Typs enthält, und die Korrekturschicht die Beseitigung dieser Veränderungen durch Bereitstellen von Trägern des geeigneten Vorzeichens beschleunigt.
  • Die dielektrische Gate-Schicht, die angrenzend an die Korrekturschicht gelegen ist, ist vorzugsweise adaptiert, um Ladungen darin zu fangen, und die Korrekturschicht neutralisiert die Ladungen durch Bereitstellen der Träger des geeigneten Vorzeichens, wenn die Zahl von aktiven Dotierstoffen in der Korrekturschicht verändert wird.
  • Nur als Beispiel werden jetzt Ausführungen der Erfindung mit Verweis auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben.
  • Inhalt der Zeichnungen:
  • Fig. 1 (darauf wurde bereits verwiesen) zeigt einen bekannten Niederspannungs-Dünnschichttransistor.
  • Fig. 2 (darauf wurde bereits verwiesen) veranschaulicht Ausgangskennlinien, die die Verschiebung der Schwellenspannung (Vτ) und die Erholung des Transistors von Fig. 1 zeigen.
  • Fig. 3 (darauf wurde bereits verwiesen) zeigt einen bekannten Hochspannungs-Dünnschichttransistor.
  • Fig. 4 (darauf wurde bereits verwiesen) veranschaulicht Ausgangskennlinien, die die Verschiebung (Vx) und die Erholung des Translstors von Fig. 3 zeigen.
  • Fig. 5 bis 7 zeigen erfindungsgemäß aufgebaute Niederspannungs-Dünnschicht-Transistoren.
  • Fig. 8 zeigt einen erfindungsgemäß aufgebauten Hochspannungs-Dünnschicht-Transistor.
  • Fig. 9 zeigt eine erfindungsgemäß aufgebaute Diode.
  • Fig. 10 zeigt einen erfindungsgemäß aufgebauten Varaktor.
  • Auf Fig. 5 bis 10 der Zeichnungen verweisend zelgt Fig. 5 eine Form einer erfindungsgemäß aufgebauten Dünnschicht-Transistorstruktur 28. Sie umfaßt ein Substrat (nicht gezeigt), das eine Glasplatte oder ein anderes Material sein kann, das leicht in einem großflächlgen Format erhältlich und mit den Herstellungstemperaturen des Bauteils in der Größenordnung von 250ºC verträglich ist, auf dem eine leitende Gate- Elektrode 30 aufgebracht ist, die aus Chrom bestehen kann. Auf der Gate-Elektrode liegt eine dielektrische Silizium-Nitridschicht 32, und darauf ist eine im wesentlichen intrinsische oder leicht dotierte amorphe Silizium-Ladungstransportschicht 34 aufgebracht. Eine angrenzend an die Ladungstransportschicht aufgebrachte Korrekturschicht 36 umfaßt ein kompensiertes amorphes Silizium-Material. Wie hierin benutz bedeutet der Begriff "angrenzend" nahe genug, um einen Trägeraustausch zwischen dem Korrekturelement und der aktiven Ladungstransportschicht zu erlauben, und bedeutet nicht unbedingt eine gegenseitige Berührung. Wenn die Ladungstransportschicht eine Dicke von etwa 30nm (300Å) aus intrinsischem amorphem Halbleiter und die Korrekturschicht eine Dicke von etwa 30nm (300Å) aus kompensiertem Material aufweist, wird die Gesamtdicke dieser zwei Schichten etwa 60nm (600Å) betragen (vergleichbar mit der Dicke der Ladungstransportschicht 16 in Fig. 1), so daß durch sie hindurch eine Selbstjustierung der Source- und Drain-Elektroden in bezug auf die Gate-Elektrode noch möglich sein wird. Außerdem ist der zum Bilden des Niederspannungs-Dünnschichttransitors 10 verwendete normale Herstellungsprozeß abgewandelt, indem einfach eine geringere Menge von intrinsischem oder leicht dotiertem amorphem Silizium-Material aufgebracht wird, gefolgt von dem zusätzlichen gleichzeitigen Einbringen eines borhaltigen Gases und eines phosphorhaltigen Gases. Wie bei dem Bauteil in Fig. 1 wird eine obere Nitridschicht 38 über der Korrekturschicht 36 aufgebracht und dann mit Mustern versehen und geätzt, um Wege für eine aufgebrachte Schicht aus phosphordotiertem (n+) amorphem Silizium zu bilden, die wiederum geätzt wird, um die seitlich beabstandete Source-Elektrode (40) und die Drain-Elektrode (42) zu bilden. Chromkontakte, die über den n+ Elektroden liegen, sind nicht dargestellt. Die oben beschriebenen Materialien sind nur als Beispiel aufgeführt. Wir glauben, daß die Ladungstransportschicht auch aus GaAs und mikrokristallinen oder polykristallinen Formen von Halbleitermaterialien bestehen kann.
  • Der Begriff "kompensiertes Material" ist bekannt und bedeutet, daß das Material gleichzeitig sowohl mit Dotierstoffen des N-Typs als auch des P-Typs, z.B. Phosphor bzw. Bor, dotiert ist. Aber während bei Einkristall-Silizium-Anwendungen ein derartiges Material gleiche Mengen von Dotierstoffen des N-Typs und des P-Typs enthält, können bei Amorph-Silizium-Anwendungen, wo die Dotierstoffe in der Gasphase eingebracht werden, die Mengen von aktiven Dotierstoffen in dem aufgebrachten kompensierten Material von den Gasphasen-Bestandteilen allein nicht leicht bestimmt werden. In amorphem Silizium besteht eine Neigung zur Selbstkompensation, so daß, während das Verhältnis der Gasphasen-Dotierstoffe nicht 1:1 sein mag, die sich ergebende Menge von aktiven Dotierstoffen in der Schicht im wesentlichen gleich sein kann. Das Kompensationsspektrum in der Korrekturschicht ist breit und kann angepaßt werden, um den meisten Anforderungen zu genügen. Es kann von einer vollkommenen Kompensation, d.h. mit im wesentlichen gleichen Mengen von Dotierstoffen des N- und P-Typs, bis zur teilweisen Kompensation reichen, d.h. bis zu einem Verhältnis, das vielleicht bis zu 1:10 oder mehr betragen kann.
  • Fig. 6 zeigt einen alternativen Aufbau des Niederspannungs-Dünnschicht- Transistors 44. Die gleichen Elemente sind durch die gleichen Bezugszeichen mit einem angefügten Apostroph (') gekennzeichnet. Der Transistor 44 unterscheidet sich von dem in Fig. 5 gezeigten Transistor 28 dadurch, daß das Korrekturelement ein übergitter aus nacheinander aufgebrachten abwechselnden N-Typ Schichten (46) und P-Typ Schichten (48) (NPNP) umfaßt, die dazwischengelegte intrinsische Schichten 50 besitzen können oder nicht (NIPI, wie gezeigt). Anstatt, wie in der kompensierten Schicht, eine Mischung aus Dotierstoffen zu sein, sind die Dotierstoffe räumlich getrennt. Jede Schicht eines solchen Übergitters kann eine Dicke von etwa 1 bis 5nm (10 bis 50Å) aufweisen. Es ist möglich, die übergitterstruktur passend zu machen, um auf vielfache Weise die gewünschten Eigenschaften hervorzubringen. Zum Beispiel können die N- oder P-Schichten mit unterschiedlicher Dicke aufgebracht werden, es kann mehr von einer Schicht als von der anderen aufgebracht werden oder der Dotierungsgrad von einem Satz der Schichten kann höher als der des anderen sein. Während es im allgemeinen eher wünschenswert ist, daß diese Schichten in gleicher Zahl mit der gleichen Dicke und Dotierungsdichte vorhanden sind, so daß die Struktur elektrisch neutral ist, sind diese vorgeschlagenen Anderungen möglich und können einer einzelnen Anwendung zuträglich sein. Mit anderen Worten, die Kontrolle über die Eigenschaften der zusammengesetzten Struktur kann leicht erreicht werden, indem die Ablagerung der nacheinander aufgebrachten Schichten gesteuert wird. Dieses Maß an Steuerung ist bei einer kompensierten Schicht nicht erreichbar, weil, wenn die den Dotierstoff enthaltenden Gase gleichzeitig in die Reaktionskammer eingeführt werden, die Atome des Dotierstoffes dazu neigen, sich paarweise anzuordnen, und es ist sehr schwierig, die Zahl von freien Dotierstoffatomen in der endgültigen Schicht zu steuern. Ein anderer Vorteil des NIPI-Übergitters ist das Vermögen, Dotierstoffmaterlalien zu verwenden, die dazu neigen können, vielleicht nachteilig, chemisch miteinander zu reagieren. Das übergitter erlaubt, daß das Korrekturelement die gewünschten Eigenschaften aufweist, während die Dotierstoffmaterialien getrennt gehalten werden.
  • Es ist auch möglich, den Niederspannungs-Dünnschicht-Transistor 56 in der in Fig. 7 gezeigten Form zu konstruieren. Die Deposition des Gate- Metalls 30', des Gate-Dielektrikums 32' und der Ladungstransportschicht 34' folgen dem gleichen Prozeß wie bei der Herstellung der Bauteile von Fig. 1, 5 und 6. Dann werden eine N+ Halbleiterschicht und eine Metallschicht (nicht gezeigt) aufgebracht, mit Muster versehen und geätzt, um die Source- und Drain-Elektroden 40' und 42' mit einem Kanalbereich dazwischen zu bilden. Als nächstes wird die Korrekturschicht 58, z.B. eine kompensierte Schicht, über dem gesamten Bauteil aufgebracht und würde weggeätzt werden, um die Source- und Drain-Kontakte (nicht gezeigt) freizulegen. Das Korrekturelement grenzt an die Ladungstransportschicht in dem gestreßten Anreicherungs-Kanalbereich an, ist aber nicht zwischen die Source- und Drain-Elektroden und die Ladungstransportschicht gelegt, wie in der Ausführung von Fig. 5, wo sie einen schädlichen Serienwiderstand einbringen kann.
  • Fig. 8 zeigt einen Hochspannungs-Dünnschicht-Transistor 60, der die vorliegende Erfindung einschließt. Er ist mit dem in Fig. 3 gezeigten Transistor 22 vergleichbar mit der Ergänzung einer Korrekturschicht 62, die angrenzend an die im wesentlichen intrinsische oder leicht dotierte Ladungstransportschicht 64 aufgebracht ist. Die verschiedenen Formen des Korrekturelements, die in bezug auf den Niederspannungs- Dünnschicht-Transistor gezeigt und beschrieben wurden, sind auf den Hochspannungs-Transistor gleichermaßen anwendbar.
  • In der Tat kann jedes amorphe elektronische Halbleiterbauteil, das sich als Reaktion auf äußere Störungen ausgleicht, durch Hinzufügen eines Korrekturelements, das eine Quelle geeigenter Ladung liefert, verbessert werden. Die Diode 66 von Fig. 9 umfaßt z.B. einen ohmischen Rückkontakt, der eine Metallelektrode 68 und eine N+ amorphe Halbleiterschicht 70 einschließt, ein Korrekturelement 72, eine im wesentlichen intrinsische amorphe Halbleiterschicht 74 und eine Kollektorelektrode 76, die zusammen mit der Halbleiterschicht 74 eine Schottky-Barriere bildet. Mit dem Zusatz einer dielektrischen Schicht 77 (wie in Fig. 10 gezeigt), die den Durchgang von Strom verhindert, wird ein Varaktor 78 gebildet. In jedem dieser Bauteile ist die Korrekturschicht 72 eine kompensierte Schicht, die nach einer elektrostatischen Beanspruchung die Ausgleichung auf die ursprünglichen Bauteileigenschaften beschleunigt.
  • Bei Verwendung in einem Dünnschicht-Transistor laden die in dem amorphen Halbleiter gebildeten Defekte die Ladungstransportschicht (34) (Fig. 5) als Reaktion auf die äußeren Störungen auf, d.h. das positive Gate-Potential wird schneller entfernt werden, wenn eine Zufuhr von Löchern nahe gelegen zur Verfügung gestellt wird. Die Korrekturschicht, die in der Form der Kompensatlonsschicht 36 sein kann, oder ein NIPI- oder NPNP-übergitter werden diese notwendigen Löcher bereitstel len, weil das Gate-Feld, das Elektronen in den Anreicherungskanal der aktiven Schicht induziert, ebenfalls weitere P-Typ Dotierstoffe in diesen Materialien aktivieren wird. Als Reaktion auf das Gate-Feld, das Elektronen in der Korrekturschicht induziert, und indem sie N-Typ gemacht wird, gleicht dieses Element auch durch die Aktivierung von mehr Bor- Dopantatomen aus. Nach dem Entfernen der äußeren Beanspruchung wird im Aus-Zustand des Bauteils die Korrekturschicht einen überschuß von Löchern haben, die wirken, um die Ausgleichung der Ladungstransportschicht zu beschleunigen, indem sie von Elektronen geräumt wird. Die Kurve D in Fig. 2 stellt den endgültigen Zustand der Schwellenspannungsverschiebung mit dem Korrekturelement am richtigen Platz dar. Man kann sehen, daß wir in der Lage waren, die Verschiebung der Schwellenspannung (Vτ) im wesentlichen zu beseitigen.
  • In einer ähnlichen Weise wird die Korrekturschlcht 62 (Fig. 8) die Ausgleichung des "toten" (nicht-torgesteuerten) Bereiches des Hochsoannungs-Dünnschicht-Transistors 48 beschleunigen, wenn sich das Bauteil im Ruhezustand befindet. Im normalen Betrieb, im Aus-Zustand des Bauteils (VG tief, VDS hoch), wird der tote Bereich in der Ladungstransportschicht durch das hohe Drain-Potential von Elektronen geräumt und wird sich durch die Erzeugung von Defekten, die die Vx Verschiebung verursachen, ausgleichen. Diese gleiche äußere Störung wird die Korrekturschicht veranlassen, P-Typ zu werden, worauf sie durch Aktivieren von mehr Phosphor-Dopantatomen reagiert. Wenn das Bauteil eingeschaltet wird (VG hoch, VDS angelegt), wird es sich voll selbst korrigieren und die Vx Verschiebung entfernen. Wenn aber das Bauteil von seiner Stromquelle getrennt wird und sich nach dem Aus- Zustand in einem RUHE-Zustand befindet, wird die Korrekturschicht eine reichliche Zufuhr von Elektronen bereitstellen und wird die Vx Verschiebung im wesentlichen beseitigen, indem die Kennlinie zur Position H in Fig. 4 zurückgeführt wird.
  • Es sollte beachtet werden, daß, weil die Korrekturschicht sowohl Materialien des P-Typs als auch des N-Typs enthält, sie sowohl die Vτ als auch die Vx Verschiebung korrigiert, indem sie, wenn nötig, die geeigneten Dotierstoffe überaktlviert.
  • Die folgende Erklärung stellt unser augenblickliches Verständnis der in der Ausgleichung von amorphen Silizium-Dünnschicht-Transistoren einbegriffenen Mechanismen dar und ist typisch für die Effekte, die in anderen aktiven Bauteilen stattfinden, auch wenn die verwendeten amorphen Materialien abweichend sind. Man sollte sich erinnern, daß in der im wesentlichen intrinsischen amorphen Silizium-Ladungstransportschicht im allgemeinen Wasserstoff benutzt wird, um durch Verringern ihrer Defektdichte das Material zu verbessern. Im Ein-Zustand reichert das Gate-Potential die Ladungstransportschicht an, was veranlaßt, daß sich die Bänder krümmen und Elektronen im System auf dem Fermi-Niveau sich in das Leitungsband bewegen. Wenn dies geschieht, können diese freien Elektronen leicht den Wasserstoff von dem Silizium verdrängen und einen Defekt (freie Bindung) erzeugen, der ein freies Elektron leicht aufnehmen und halten und es von dem Leitungsband entfernen wird. Die eingefangene Ladung, die ein Volumen oder ein Grenzflächenzustand sein kann, widersetzt sich dem Gate-Feld und erschwert die Bandkrümmung, was die Ladungstransportschicht weniger leitfähig macht und ein höheres Gate-Potential erfordert, um den gleichen Stromausgang zu erzeugen, wie durch die verschobene IDS über VG Kurve (s. Fig. 2) dargestellt. Ohne die Korrekturschicht wird die Ladungstransportschicht ihren ursprünglichen Zustand durch Selbstausglühen teilweise selbst wiederherstellen. Mit der Korrekturschicht beschleunigt die Transportschicht ihre Erholung und wird kraft der Inneren Veränderungen in der Korrekturschicht, die den für die Ladungstransportschicht nachteiligen Veränderungen entgegenwirken, fast vollständig zu ihrem ursprünglichen Zustand zurückgebracht. Das Gate-Potential induziert außerdem Elektronen in die Korrekturschicht, was das Bor darin veranlaßt, durch Erhöhen der Zahl der Löcher aktiver zu werden, sowie sich diese Schicht ausgleicht. Im Aus-Zustand des Transistors verfügt die Ladungstransportschicht über einen überschuß von Elektronen, und die Korrekturschicht besitzt einen überschuß von Löchern. Die Löcher können an dem freien Wasserstoff haften, was ihm erlaubt, positiv geladen zu werden und sich mit einer freien Bindung zu vereinigen, um ein gefangenes Elektron freizusetzen. Auf diese Weise besitzt die Ladungstransportschicht noch einmal eine verminderte Zahl von Defekten.
  • Ein andere Quelle der Bauteil-Instabilität ensteht aus dem Einfangen von elektrischer Ladung innerhalb des Gate-Dlelektrikums. Die zur Beschleunigung der Ausgleichung der amorphen Halbleiter-Ladungstransportschicht bereitgestellte Korrekturschicht wird auch der Zufuhr von Trägern des geeigneten (umgekehrten) Vorzeichens dienen, um die eingefangene Ladung zu neutralisieren. Wenn nicht unterstützt, wird die Geschwindigkeit, mit der sich das Gate-Dielektrikum selbst ausglüht, um die eingefangenen Ladungen zu entfernen, recht langsam sein. Die Korrekturschicht erhöht die Geschwindigkeit des Entfernens von eingefangenen Ladungen wesentlich.
  • Man sollte erkennen, daß die Bereitstellung einer Korrekturschicht wie oben beschrieben die Herstellung von stabileren Bauteilen ermöglicht, die eine längere Lebensdauer aufweisen sollten.

Claims (6)

1. Dünnschlcht-Transistor mit einer Gate-Elektrode (30), einer Gate- Isolierschicht (32), einer Ladungstransportschicht (34) und einer Korrekturschicht (36), die in dieser Reihenfolge und aneinander angrenzend gebildet sind,
wobei die Ladungstransportschicht eine Nicht-Einkristall-Halbleiterschicht (34) umfaßt, deren elektronische Struktur sich als Reaktion auf eine äußere Störung verändert,
die Korrekturschicht eine Halbleiterschicht umfaßt, die im wesentlichen gleiche Mengen von aktiven Dotierstoffen des N-Typs und P-Typs enthält, und die Korrekturschicht die Beseitigung dieser Veränderungen durch Bereitstellen von Trägern des geeigneten Vorzeichens beschleunigt.
2. Dünnschlcht-Transistor nach Anspruch 1, bei dem die Korrekturschicht eine Schicht aus kompensiertem Halbleitermaterlal oder eine übergitterstruktur (46, 48, 50) ist, die Mehrzahl von Halbleiterschichten umfaßt.
3. Dünnschicht-Transistor nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Nicht- Einkristallschicht (34) ein amorphes Material, z.B. im wesentlichen intrinsisches amorphes Silizium, ein mikrokristallines Material oder ein polykristallines Material umfaßt.
4. Dünnschlcht-Transistor nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Gate-Isolierschicht (32) Ladungen darin einfängt und die Korrekturschicht diese Ladungen durch Bereltstellen der Träger des geeigneten Vorzeichens neutralisiert.
5. Dünnschicht-Transistor nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Nicht-Einkristall-Halblelterschicht (34) eine Dicke von 30nm aufweist.
6. Dünnschicht-Transistor nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Nicht-Einkristall-Halbleiterschicht eine intrinsische oder leicht dotierte Ladungstransportschicht ist und die äußere Störung ein positives Potential am Gate des Transistors ist, das eine Abreicherung von Löchern in der Ladungstransportschicht bewirkt.
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