DE69121966T2 - Behälter für lyophilisierte pharmazeutische Produkte - Google Patents

Behälter für lyophilisierte pharmazeutische Produkte

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Description

  • Diese Erfindung betrifft Behälter für lyophilisierte, tropfenweise zu verabreichende pharmazeutische Produkte, wie Augentropfen.
  • Die Packungen dieser pharmazeutischen Produkte bestehen gewöhnlich aus einem Tropfenzähler und einen Paar von Flaschen, welche das lyophilisierte Produkt bzw. das Lösungsmittel enthalten.
  • Improvisiert hergestellte lyophilisierte Augentropfen sindeine Art von Produkt, welches nach seiner Herstellung in einer relativ kurzen Zeit verbraucht werden muss, um einen Verderb vorzubeugen.
  • Um dem Verbraucher ein Produkt in die Hand zu geben, dessen Verfalldatum mit dem Tag der Rekonstituierung der Augentropfen zu laufen beginnt, muss das pharmazeutische Produkt improvisiert nach den Instruktionen auf dem Zettel, welche dem Produkt beigefügt ist, hergestellt werden.
  • Die Instruktionen, welche den meisten dieser Produkte beigefügt sind, lauten dahingehend, dass der metallische Kronenverschluss von der das lyophilisierte Produkt enthaltenden Glasflasche abzuziehen und der Gummistopfen oder die Garnitur zu entfernen ist. Dann ist das Lösungsmittel aus dem Kunststoffbehälter in die Glasflasche umzuschütten. Auf diese Weise wird durch Auflösen des darin enthaltenen lyophilisierten Produktes die Lösung erhalten. Schliesslich wird der Tropfenzähler auf die Glasflasche aufgesetzt, welche bis zur Fertigstellung der Lösung zu schütteln ist.
  • Danach kann der Benutzer die Augentropfen einträufeln, indem er den auf die Glasflasche aufgesetzten Kunststoff-Tropfenzähler nach Entfernen des oberen Deckels zusammendrückt. Nach dem Gebrauch ist der Deckel wieder aufzusetzen und die Flasche wegzustellen.
  • Diese Operationen weisen einige Nachteile auf.
  • Zunächst stellt sich das Problem der fehlenden Sterilität des Arzneimittels, wenn sie zu gebrauchen ist: das Lösungsmittel wird tatsächlich ohne jeden Schutz in die Glasflasche, welche das lyophilisierte Produkt enthält, geschüttet.
  • Somit können eventuelle Verunreinigungen und bakterielle Verschmutzungen, welche aus der Umgebung stammen, ins Innere der Glasflasche eindringen.
  • Der Hauptmangel des Standes der Technik liegt in der Tatsache, dass das Produkt durch Zusammendrücken des Körpers des Kunststoff-Tropfenzählers, welcher an der Glasflasche nur leicht fixiert ist, einzuträufeln ist. Diese Operation ist in der Durchführung sehr heikel, da der Tropfenzähler von länglicher Form ist. Demzufolge genügt bereits eine schwache Kraft, welche auf die Verbindung des Tropfenzählers mit der Flasche wirkt, um den Tropfenzähler aus seinem Sitz zu verlagern.
  • Es ist daher eine Vorrichtung, welche die obigen Nachteile vermeidet, notwendig.
  • EP-A-0 38 681 betrifft eine Anordnung zur Herstellung und Abgabe einer Lösung, welche eine erste, eine flüssige Komponente enthaltende Flasche mit einem länglichen Kopf und eine zweite, eine zweite Komponente enthaltende Flasche, sowie einen Stopfen für diese zweite Flasche, der eine Ausnehmung besitzt, deren Form mit derjenigen des Kopfes der ersten Flasche übereinstimmt und in welche der genannte Kopf einzuschrauben ist, aufweist. Der Boden der Ausnehmung wird durch eine Membran aus einem deformierbaren Material gebildet, welche eine axiale Öffnung, die hermetisch verschlossen ist, wenn die Membran nicht deformiert ist. Durch das Einschrauben der ersten Flasche in den Stopfen wird die Membran axial deformiert, so dass die beiden Flaschen miteinander reversierbar in Verbindung gebracht werden können. Die genannte Anordnung weist den Nachteil auf, dass während der Operation des Zusammensetzens Verunreinigungen oder bakterielle Verschmutzungen ins Innere der genannten Ausnehmung eindringen können. Diese Operationen sind nicht so einfach, weil die Flasche gut eingeschraubt werden muss, damit der Boden der Ausnehmung deformiert und ein Verlust von Flüssigkeit vermieden wird.
  • Es ist eine Aufgabe dieser Erfindung, die Möglichkeiten einer bakteriellen Verschmutzung bei der Herstellung des Arzneimittel durch den Benutzer einzuschränken und bessere hygienische Bedingungen zu garantieren, indem jeder direkte Kontakt zwischen dem Arzneimittel und der äusseren Umgebung vermieden wird.
  • Es ist eine andere Aufgabe der Erfindung, die Operationen bei der Herstellung des Arzneimittels zu vereinfachen und einen höheren Grad an Praktikabilität und Sicherheit für die Behälter herbeizuführen.
  • Für diese und drei weitere Aufgaben, welche sich beim Lesen der folgenden Beschreibung zeigen werden, schlägt die Erfindung die Schaffung von Behältern für lyophilisierte, tropfenweise zu verabreichende pharmazeutische Produkte vor, welche aus zwei Flaschen bestehen, von denen die erste, welche anfänglich das lyophilisierte Produkt enthält, aus einem steifen Material besteht und mit einem hermetisch verschlossenen Deckel, der teilweise aufgerissen werden kann, sowie mit einem Gummistopfen, der zwischen den Deckel der ersten Flasche und deren offenem Ende eingefügt ist, versehen ist, und wobei die zweite Flasche, welche dazu bestimmt ist, anfänglich das Lösungsmittel zu enthalten, aus einem zusammendrückbaren Material besteht und mit einem Ausguss versehen ist, und welche dadurch gekennzeichnet sind, dass der Gummistopfen scheibenförmig ausgebildet ist, und dass der genannte Stopfen ein kleines Loch aufweist, durch welches der Ausguss der zweiten Flasche hindurchgeht, um das Lösungsmittel direkt in die erste Flasche zu spritzen.
  • Die erfindungsgemässen Behälter für pharmazeutische Produkte werden nun unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Darin stellen dar:
  • Fig. 1 eine erste, hermetisch verschlossene Flasche mit dem darin enthaltenen lyophilisierten Produkt;
  • Fig. 2 die in Fig. 1 dargestellte Flasche nach ihrer Öffnung und bereit zur Aufnahme des Lösungsmittels;
  • Fig. 3 die beiden erfindungsgemässen Behälter vereinigt während der Phase der Herstellung (Rekonstituierung) der Augentropfen;
  • Fig. 4 ein Detail der Flasche der Fig. 1 und 2;
  • Fig. 5 die das Lösungsmittel enthaltende Flasche;
  • Fig. 6 eine von der Fig. 1 abweichende Ausführungsform.
  • In Fig. 1: Eine Flasche 1, normalerweise aus Glas, enthält das lyophilisierte Produkt 2 und ist mit einem Deckel 3 hermetisch verschlossen, dessen Zentrum mittels des Endes eines Dorns oder Hebels 4 geöffnet werden kann.
  • Im Gebrauch ist es notwendig den Dorn 4 abzuziehen. Diese Bewegung bewirkt die Entfernung des Dorn 4, welcher einen runden Teil des Deckels 3 mit sich zieht, so dass ein rundes Loch 5 freigemacht wird (siehe Fig. 2). Im Zentrum eines Stopfens 7 wird ein kleines Loch 6 erhalten, welches dem Loch 5 im Deckel 3 entspricht. Der Stopfen ist in diesen Behältern in der Regel zwischen dem oberen Ende des Behälters und dem Verschlussdeckel angeordnet.
  • Eine andere Ausführungsform ist in Fig. 6 dargestellt. Diese unterscheidet sich vom Beispiel der Fig. 1 dadurch, dass sie einen weiteren Deckel 11, vorzugsweise aus Kunststoff-Material, aufweist, welcher den Deckel 3 von oben abdeckt, und welcher den Dorn 4 beim Öffnen der Flasche ersetzt. Der Deckel 11 weist einen grösseren Durchmesser auf als der Deckel 3, auf welchen er zentral aufgesetzt ist, so dass der Benutzer die vorstehende Kante des Deckels 11 leicht nach oben drücken kann. Der Deckel 1 reisst den zentralen Teil des Deckels 3 ab, so dass auf diese Weise das Loch 5 in gleicher Weise, wie vorher beschrieben und in den Fig. 1 und 2 dargestellt, freigemacht wird.
  • Der Stopfen 7 besteht aus einer einfachen Gummischeibe, wie dies in Fig. 4 dargestellt ist.
  • In Fig. 5 ist der Ausguss 9 einer Kunststoffflasche 8, die anfänglich das Lösungsmittel 10 enthält, in das Loch 6 einzuführen. Dann werden die beiden Flaschen als Ganzes auf den Kopf gestellt, mit der Flasche 1 oben und der Flasche 8 unten.
  • Nun sind die Seitenflächen der Flasche 8 zusammenzudrücken, so dass das Lösungsmittel 10 aufwärts spritzt, durch den Ausguss 9 in die Flasche eindringt, darin den lyophilisierten Inhalt auflöst und dadurch die Lösung bildet.
  • Sobald die Seitenflächen der Flasche 8 (welche mit dem in das Loch 6 der Flasche 1 eingeführten Ausguss immer noch auf dem Kopf steht) losgelassen werden, wird die neu gebildete Augentropfen-Flüssigkeit unter der Wirkung der Schwerkraft und dem durch die Flasche 8 - welche ihre ursprüngliche Form sofort wieder annimmt - beim Dekomprimieren erzeugten Druckabfall nach unten gesaugt.
  • Schliesslich ist die Flasche 8 mit der Augentropfen-Flüssigkeit gefüllt. Die Flasche 1 kann von der Flasche 8 abgenommen werden, und die Flüssigkeit ist fertig zum Gebrauch.
  • Es ist festzustellen, dass diese Erfindung verschiedene Vorteile bringt. Zunächst sind all die Tropfenzähler, welche bei den bekannten Augentropfenzählern vorhanden waren, zusammen mit ihren für dem Erhalt der Sterilität notwendigen Papierabdeckungen eliminiert worden.
  • Weiter ist festzustellen, dass das Verfahren, durch welches das lyophilisierte Produkt aufgelöst wird, im Vergleich zur früheren Technik in hohem Masse aseptisch ist, da das Lösungsmittel mit der äusseren Umgebung in keiner Weise in Berührung kommt.
  • Der Durchmesser des Lochs 6 des Stopfens 7 ist so bemessen, dass das zu sprühende Lösungsmittel in die Flasche als dünner und kräftiger Strahl eintritt, der eine beträchtliche Turbulenz erzeugt, welche die Auflösung des lyophilisierten Produktes erleichtert. Darüberhinaus findet beim Zurückfliessen der Lösung aus der Flasche 1 in die Flasche 8 ein zusätzliches Durchmischen statt.
  • Eine weiter Verbesserung gegenüber den bisherigen Vorrichtungen liegt in der Tatsache, dass die Augentropfen im Innern der aus Kunststoff bestehenden Flasche 8 enthalten sind. Diese kann mit einem kindersicheren Deckel 12 versehen werden, welcher eine perfekte Sicherung gegen zufälliges Öffnen darstellt.

Claims (6)

1. Behälter für lyophilisierte, tropfenweise zu verabreichende pharmazeutische Produkte, welche aus zwei Flaschen (1, 8) bestehen, von denen die erste (1), welche anfänglich das lyophilisierte Produkt (2) enthält, aus einem steifen Material besteht und mit einem hermetisch verschlossenen Deckel (3), der teilweise aufgerissen werden kann, sowie mit einem Gummistopfen, der zwischen den Deckel (3) der ersten Flasche und deren offenem Ende eingefügt ist, versehen ist, und wobei die zweite Flasche (8), welche dazu bestimmt ist, anfänglich das Lösungsmittel zu enthalten, aus einem zusammendrückbaren Material besteht und mit einem Ausguss (9) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Gummistopfen (7) scheibenförmig ausgebildet ist, und dass der genannte Stopfen (7) ein kleines Loch aufweist (6), durch welches der Ausguss (9) der zweiten Flasche (8) hindurchgeht, um das Lösungsmittel direkt in die erste Flasche (1) zu spritzen.
2. Behälter für lyophilisierte pharmazeutische Produkte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im verschlossenen Deckel (3) ein im wesentlichen rundes Loch (5) gebildet wird, wenn dieser aufgerissen wird, wobei das genannte Loch (5) lagemässig mit dem genannten kleinen Loch (7) im Stopfen (7) übereinstimmt.
3. Behälter für lyophilisierte pharmazeutische Produkte nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der hermetische verschlossene Deckel (3) mittels eines Dorns (4), welcher zentral in dem genannten Deckel (3) eingetrieben wird, teilweise geöffnet werden kann.
4. Behälter für lyophilisierte pharmazeutische Produkte nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Flasche (1) einen weiteren Deckel (11), vorzugsweise aus Kunststoffmaterial, aufweist, welcher einen grösseren Durchmesser hat, als der zentral gelochte, hermetisch verschlossene Deckel (3).
5. Behälter für lyophilisierte pharmazeutische Produkte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mit einem Stopfen (9) versehene zweite Flasche (8) einen Deckel (12) aufweist.
6. Behälter für lyophilisierte pharmazeutische Produkte nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (12) kindersicher ausgebildet ist.
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