DE69122807T2 - Methode zur Geschmackserkennung für die detaillierte Unterscheidung von Substanzen mit guter Reproduzierbarkeit unter Verwendung von künstlichen Lipidmembranen - Google Patents

Methode zur Geschmackserkennung für die detaillierte Unterscheidung von Substanzen mit guter Reproduzierbarkeit unter Verwendung von künstlichen Lipidmembranen

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DE69122807T2
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YAMAFUIJ KAORU
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Description

  • Die Erfindung betrifft allgemein ein Verfahren zum Erfassen von Geschmack unter Verwendung von künstlichen Lipidmembranen.
  • Außerdem betrifft die Erfindung eine Technik zum Erfassen und Messen eines Unterschieds im Geschmack von Getränken und Nahrungsmitteln, der bisher mit einem künstlichen Sensor schwer zu messen ist, durch Verwendung eines Sensors, der den Geschmackssinn als einen der fünf Sinne des Menschen ersetzen kann.
  • Ferner betrifft die Erfindung eine Technik zum Erfassen eines Unterschieds im Geschmack von Nahrungsmitteln, beispielsweise Getränken und alkoholischen Getränken. Die Erfindung betrifft also eine Technik, die eine Qualitätskontrolle von Getränken und Alkoholika bei den Herstellern durch ein automatisiertes Maschinensystem ohne Einsatz menschlicher Arbeit ermöglicht.
  • Es heißt, daß fundamentale Geschmackselemente aus Salzig, Süß, Bitter, Sauer und "Umami" bestehen. Diese Elemente haben jeweils unterschiedliche Grade. Es wird davon ausgegangen, daß ein Unterschied zwischen diesen Geschmacksrichtungen, der durch menschliche Sinne beurteilt werden kann, oder ein Unterschied zwischen verschiedenen Graden desselben Geschmacks, beispielsweise Salzig, der durch menschliche Sinne beurteilt werden kann, als physikalisch meßbarer Wert erfaßt werden kann und daß ein meßbarer Geschmack oder ein meßbarer Geschmacksunterschied (vergleichsweiser oder relativer Geschmack) in der vorliegenden Beschreibung als Geschmack bezeichnet wird.
  • Die Anmelder haben bereits eine Patentanmeldung für eine Erfindung mit dem Titel "Taste Sensing System Using Artificial Lipid Membranes" eingereicht, die als EP-A-410 356 veröffentlicht wurde. Die Beschreibung und ihre beigefügten Zeichnungen zeigen, daß eine Lipidmolekülmembran mit einer Matrixstruktur, in der ein Lipidmaterial, das hydrophobe Moleküle und hydrophile Moleküle aufweist, in einer Polymermatrix fixiert ist und die hydrophilen Moleküle des Lipids in der Matrixoberfläche angeordnet sind, als Geschmackssensor dienen kann, der den menschlichen Geschmackssinn ersetzen kann.
  • Ein solcher Geschmackssensor wird nachstehend kurz dargestellt.
  • Fig. 9 zeigt eine schematische Ansicht der Bildung einer solchen Lipidmolekülmembran durch ein Expressionsverfahren, das bei einem Verfahren zur Gestaltung einer chemischen Substanz verwendet wird. Jedes in Fig. 9 gezeigte Lipidmolekül weist folgendes auf: eine hydrophile Gruppe a, d. h. einen hydrophilen Bereich a, der durch einen kugelförmigen Bereich, welcher durch einen Kreis angedeutet ist, repräsentiert ist, und eine Kettenstruktur b (beispielsweise eine Alkylgruppe) eines Kohlenwasserstoffs, in dem sich eine Atomanordnung erstreckt. In Fig. 9 erstrecken sich zwei Ketten, um ein Molekül zu repräsentieren, so daß sie insgesamt eine Molekülgruppe bilden. Dieser Kettenbereich des Kohlenwasserstoffs ist ein hydrophober Bereich b. Diese Lipidmoleküle 31 sind in einer Oberflächenstruktur einer Matrix 33 eines Membranmaterials 32, d. h. in der Oberfläche einer planaren breiten Mikrostruktur und im Inneren der Matrix 33 aufgenommen, so daß sie darin gelöst sind (beispielsweise 31' in Fig. 9). Die Moleküle 31 sind derart aufgenommen, daß die hydrophilen Bereiche an der Oberfläche angeordnet sind.
  • Die Fig. 10A und 10B zeigen einen Mehrkanal-Geschmackssensor, der von einer solchem Lipidmolekülmembran Gebrauch macht. Die Fig. 10A und 10B zeigen drei Erfassungsteile oder Meßbereiche von Mehrkanal-Elektroden.
  • In den Fig. 10A und 10B sind Löcher, die einen Durchmesser von 1,5 mm haben, in einem Grundmaterial gebildet, und Silberstäbe sind in die Löcher eingesetzt, um Elektroden zu bilden. Die Lipidmolekülmembran ist auf das Grundelement aufgebracht, so daß sie mit den Elektroden durch eine Pufferschicht in Kontakt steht.
  • Fig. 11 zeigt ein Geschmacksmeßsystem, bei dem der vorstehend beschriebene Mehrkanal-Geschmackssensor verwendet wird.
  • Eine wäßrige Lösung aus Geschmackssubstanzen wurde hergestellt und als eine zu messende Lösung 11 in ein Gefäß 12 wie etwa einen Becher eingebracht. Eine Geschmackssensoranordnung 13, die durch Anordnen von Lipidmembranen und Elektroden auf einer Acrylplatte (Grundelement) wie vorstehend beschrieben, hergestellt worden war, wurde in jede zu messende Lösung 11 eingebracht. Bevor die Sensoranordnung 13 verwendet wurde, wurde ein Elektrodenpotential durch Tränken mit einer wäßrigen Lösung aus Kaliumchlorid mit einer Konzentration von 1 mmol/l stabilisiert. In Fig. 11 repräsentieren schwarze Punkte 14-1, ..., 14-8 die Lipidmembranen.
  • Eine Referenzelektrode 15 wurde als Elektrode zum Erzeugen eines Referenz-Meßpotentials hergestellt und in die zu messende Lösung eingebracht. Die Geschmackssensoranordnung 13 und die Referenzelektrode 15 wurden um einen vorbestimmten Abstand voneinander getrennt. Die Oberfläche der Elektrode 15 war mit einem Material bedeckt, das durch Fixieren von Kaliumchlorid einer Konzentration von 100 mmol/l in Agar-Agar als eine Pufferschicht 16 hergestellt war. Daher besteht das Elektrodensystem aus: Silber 2 Suberchlorid 4 Lipidmembran 3 (14) zu messender Lösung 11 Pufferschicht (Kaliumchlorid 100 mmol/l) 16 Silberchlorid 4 Silber 2.
  • Elektrische Signale von den Lipidmembranen werden als 8-Kanal- Signale jeweils Pufferverstärkern 19-1, ..., 19-8 über Leitungsdrähte 17-1, ..., 17-8 zugeführt. Ausgangssignale der Pufferverstärker 19 werden von einem Analogschalter (8-Kanal) 20 ausgewählt und in einen A/D-Wandler 21 eingegeben. Ein elektrisches Signal von der Referenzelektrode 15 wird als Referenzpotential ebenfalls dem A/D-Wandler 21 über einen Leitungsdraht 18 zugeführt. Eine Differenz zwischen dem Referenzpotential und einem Potential von der Membran wird in ein Digitalsignal umgewandelt, um in einem Mikrocomputer 22 verarbeitet und äuf einem X-Y-Koordinatenschreiber 23 angezeigt zu werden.
  • Bei diesem Beispiel wird ein 8-Kanal-Geschmackssensor verwendet. Die Kanäle weisen eine Lipidmolekülmembran auf, die in Tabelle 1 gezeigt ist, wobei die Kanäle verschiedene Ansprechcharakteristiken in bezug auf einen Geschmack haben, so daß eine große Menge an Geschmacksinformation erhalten wird, um so den menschliche Geschmackssinn zu reproduzieren. Tabelle 1
  • Es wird angenommen, daß eine Elektrode des Geschmackssensors ein Potentialprofil, wie in Fig. 12 gezeigt, hat. In Fig. 12 ist ein Intramembran-Potentialgradient als 0 ausgedrückt (positive und negative Ladungen sind in der Membran gleichmäßig verteilt).
  • Wenn ein Geschmack durch Anwendung der vorstehend beschriebenen Lipidmolekülmembran (die einfach auch als Lipidmembran bezeichnet wird) zu erfassen und zu messen ist, sind verschiedene neue Gegenmaßnahmen erforderlich.
  • Wenn beispielsweise eine Geschmacksqualitätskontrolle durchzuführen ist, um Nahrungsmittel mit nur geringfüg unterschiedlichem Geschmack zu unterscheiden oder um Nahrungsmittel herzustellen, deren nur geringfügig unterschiedlicher Geschmack unterschieden werden muß, wird daher eine Differenz zwischen Geschmackssensorausgangssignalen klein. Aus diesem Grund muß ein durch den Sensor erhaltener Meßwert gut reproduzierbar sein, und ein Meßwert darf sich nicht ändern.
  • Mit der herkömmlichen Geschmacksmessung, bei der die vorstehend beschriebene Lipidmembran verwendet wird, können solche neuen Anforderungen jedoch nicht befriedigt werden.
  • Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein neues und verbessertes Verfahren zur Geschmackserfassung bereitzustellen, das künstliche Lipidmembranen verwendet, die den Geschmack von Substanzen mit hoher Reproduzierbarkeit genau unterscheiden können.
  • Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren bereitgestellt zum getrennten Erfassen des jeweiligen Geschmacks einer Vielzahl von gleichartigen Proben unter Anwendung eines Geschmackssensors, der eine Lipidmembran verwendet, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
  • (a) Bereitstellen einer Referenzlösung, die einen Geschmack hat, der mit dem Geschmack von einer der Proben der Vielzahl von Proben identisch oder ähnlich ist;
  • (b) Messen der Referenzlösung unter Anwendung des Geschmackssensors, um einen gemessenen Potentialwert V0 zu erhalten;
  • (c) Messen einer der Proben der Vielzahl von Proben unter Anwendung des Geschmackssensors, um einen gemessenen Potentialwert Vi zu erhalten; und
  • (d) Berechnen eines relativen Werts Vi - V0 eines Referenzwerts der Probe aus dem gemessenen Potentialwert V0 der Referenzlösung und dem gemessenen Potentialwert Vi der Probe, wobei
  • die Schritte (b) bis (d) für jede der Vielzahl von Proben wiederholt ausgeführt werden.
  • Gemäß einem anderen Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren bereitgestellt zum individuellen Erfassen des jeweiligen Geschmacks einer Vielzahl von ähnlichen Proben unter Anwendung eines Geschmackssensors, der eine Lipidmembran verwendet, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
  • (a) Bereitstellen einer Referenzlösung, die einen Geschmack hat, der mit einem Geschmack von einer der Proben der Vielzahl von Proben identisch oder gleichartig ist;
  • (b) Messen einer der Proben der Vielzahl von Proben unter Anwendung des Geschmackssensors, um einen gemessenen Potentialwert Vi zu erhalten;
  • (c) Messen der Referenzlösung unter Anwendung des Geschmackssensors, um einen gemessenen Potentialwert V0 zu erhalten; und
  • (d) Berechnen eines relativen Werts Vi - V0 eines Referenzwerts der Probe aus dem gemessenen Potentialwert V0 der Referenzlösung und dem gemessenen Potentialwert Vi der Probe, wobei
  • die Schritte (b) bis (d) für jede der Vielzahl von Proben wiederholt ausgeführt werden.
  • Gemäß noch einem anderen Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Erfassen des Geschmacks einer Probe bereitgestellt, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
  • Vorspannen eines Geschmackssensors, der eine Lipidmembran aufweist, die ein Potentialansprechverhalten repräsentiert als Reaktion auf den Geschmack der Probe, durch Eintauchen des Geschmackssensors in eine Referenzlösung, die einen Geschmack hat, der dem Geschmack der Probe ähnlich ist;
  • periodisches Stimulieren des Geschmackssensors durch intermittierendes Eintauchen des Geschmackssensors in die Referenzlösung oder die Probe und Entfernen des Geschmackssensors daraus für eine vorbestimmte Anzahl von Malen;
  • synchrones Messen des Potentialansprechverhaltens des Geschmackssensors in bezug auf die Referenzlösung und die Probe im wesentlichen zu dem gleichen Zeitpunkt wie dem, zu dem ein Membranpotential des Geschmackssensors eine Stabilisierungstendenz während des Stimulationsschritts zeigt; und
  • Auswerten des Geschmacks der Probe nach dem Meßschritt in Abhängigkeit von einem relativen Wert zwischen einem Potentialansprechverhalten des Geschmackssensors in bezug auf die Referenzlösung und einem Potentialansprechverhalten des Geschmackssensors in bezug auf die Probe.
  • Die Erfindung wird aus der nachstehenden genauen Beschreibung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen besser verständlich, wobei
  • Fig. 1A, 1E und 1C Flußdiagramme von Meßschritten sind, wobei Fig 1A ein Flußdiagram der Meßschritte der Erfindung ist, Fig. 1B ein Flußdiagramm eines Beispiels der Meßschritte ist, die in den Schritten 2, 4 und 5 der Meßschritte der Erfindung gemeinsam angewandt werden, und Fig. 1C ein Flußdiagramm der herkömmlichen Meßschritte ist;
  • Fig. 1D ein Blockschaltbild eines Geschmackserfassungssystems ist, das bei den bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung angewandt wird;
  • Fig. 2A, 2B und 2C Potentialprofile von Geschmackssensorelektroden zeigen;
  • Fig. 3A und 3B schematisch das durch das herkömmliche Meßverfahren erhaltene Meßergebnis zeigen, wobei Fig. 3A schematisch das Meßergebnis mittels gemessener Potentiale zeigt und Fig. 3B schematisch das Meßergebnis mittels Potentialdifferenzen zwischen Potentialen von Probenlösungen und einem Potential der Referenzlösung bei jeder Messung zeigt;
  • Fig. 4A und 4B schematisch das durch das Meßverfahren der Erfindung erhaltene Meßergebnis zeigen, wobei Fig. 4A das Meßergebnis mittels der gemessenen Potentiale zeigt und Fig. 4B schematisch das Meßergebnis mittels Potentialdifferenz zwischen Potentialen von Probenlösungen und einem Potential der Referenzlösung bei jeder Messung zeigt;
  • Fig. 5A und 5B die Anderungen des Oberflächenpotentials und des Intramembranpotentials über die Zeit zeigen;
  • Fig. 6 die Meßschritte gemäß der Erfindung zeigt;
  • Fig. 7A und 7B Intramembran-Potentialansprechverläufe in bezug auf Sportgetränke zeigen, wobei Fig. 7A den Verlauf zeigt, der erhalten wird, wenn nur die Mittelwerte der jeweiligen Proben in den jeweiligen Kanälen genutzt werden, und Fig. 7B den Verlauf zeigt, der erhalten wird, wenn sämtliche Meßwerte der jeweiligen Proben der jeweiligen Kanäle genutzt werden;
  • Fig. 8A und 8B Intramembran-Potentialansprechverläufe in bezug auf Bier zeigen, wobei Fig. 8A den Verlauf zeigt, der erhalten wird, wenn nur die Mittelwerte der jeweiligen Proben der jeweiligen Kanäle genutzt werden, und Fig. 8B den Verlauf zeigt, der erhalten wird, wenn sämtliche Meßwerte der jeweiligen Proben der jeweiligen Kanäle genutzt werden;
  • Fig. 9 eine schematische Ansicht ist, die eine Struktur einer Lipidmembran für eine Lipidmembran durch ein Expressionsverfahren zeigt, das bei einem Verfahren zur Gestaltung einer chemischen Substanz angewandt wird;
  • Fig. 10A und 10B schematische Ansichten eines Geschmackssensors sind, wobei Fig. 10A eine Vorderansicht desselben und Fig. 10B eine Schnittansicht desselben ist;
  • Fig. 11 ein Geschmacksmeßsystem zeigt; und
  • Fig. 12 das Potentialprofil der Geschmackssensorelektroden zeigt.
  • Nachstehend wird auf die derzeit bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung, wie sie in den beigefügten Zeichnungen gezeigt sind, im einzelnen Bezug genommen, wobei in sämtlichen Zeichnungen gleiche Bezugszeichen für gleiche oder entsprechende Teile verwendet sind.
  • Zunächst wird ein Überblick über die Erfindung gegeben.
  • Genauer gesagt, es müssen bei der Geschmacksmessung unter Verwendung einer Lipidmembran der Sensor selbst und die Art und Weise seiner Anwendung verbessert werden, um neuen Anforderungen in bezug auf das genaue Unterscheiden eines Geschmacks einer Substanz mit guter Reproduzierbarkeit gerecht zu werden. Nachstehend wird die Reproduzierbarkeit des Meßwerts des Sensors betrachtet. Die folgenden zwei Faktoren werden als Hauptfaktoren angesehen, die die Reproduzierbarkeit verschlechtern (siehe Fig. 2A).
  • (1) Instabilität des Intramembranpotentials
  • Wenn ein Getränk (eine Probenlösung) als Meßobjekt in eine Lipidmembran eindringt, tritt im Inneren der Lipidmembran und an der Lipidmembranoberfläche ein Intramembranpotential Vm auf. Das Intramembranpotential scheint in Abhängigkeit von der Umgebung zu schwanken. Gemäß zahlreichen Meßbeispielen wird das Intramembranpotential beispielsweise durch folgendes beeinflußt: Aufbringen einer mechanischen Schwingung auf die zu messende Probenlösung, wiederholtes Entnehmen und Eintauchen der Lipidmembran aus der bzw. in die Probenlösung, restliche Probenlösung von einer vorhergehenden Messung an der Lipidmembran und dergleichen. Daher wird das Intramembranpotential nicht konstant.
  • Wie in Fig. 2A gezeigt ist, kann ein Potential Vm unter einer bestimmten Bedingung auch dann zu Vm' werden, wenn dieselbe zu messende Probenlösung verwendet wird, indem beispielsweise eine mechanische Schwingung aufgebracht wird.
  • (2) Instabilität des Oberflächenpotentials
  • Wenn eine Probenlösung von einer bestimmten Lipidmembran gemessen wird, dringen die Geschmacksmoleküle in die Lipidmembran ein oder (insbesondere Geschmacksmoleküle mit hohem Adsorptionsvermögen, wie etwa eine Bittersubstanz) lagern sich an der Oberfläche der Lipidmembran an. Infolgedessen ändert sich die Ladungsdichte an der Oberfläche der Lipidmembran, und die Ansprechcharakteristiken ändern sich. Dann ändert sich, auch wenn dieselbe zu messende Probe verwendet wird, das Oberflächenpotential der Lipidmembran, beispielsweise Vs zu Vs' in Fig. 2A. Eine Schwankung des Oberflächenpotentials der Membran aufgrund einer Änderung der Ladungen an der Oberfläche der Lipidmembran wird als Hysterese beobachtet.
  • Fig. 2B und 2C werden im einzelnen beschrieben. Fig. 2B und 2C zeigen Beispiele des Potentialprofils der Geschmackssensorelektroden, bei denen anionische Lipidmembranen verwendet werden. Fig. 2B zeigt einen Zustand, in dem der Geschmackssensor in die zu messende Lösung eingetaucht ist. Eine elektrische Doppelschicht wird von den Anionen, die an der Membranoberfläche fixiert sind, und den Kationen im Bereich der Membranoberfläche gebildet. Ein Ionendichteprofil wird durch die Brownsche Molekularbewegung erzeugt, wobei mit zunehmender Entfernung von der Membranoberfläche die Ionendichte um so geringer ist, so daß die diffuse elektrische Doppeischicht gebildet wird.
  • Das Potential an der Membranoberfläche, das durch die diffuse elektrische Doppelschicht erhalten wird, ist um ein Potential Vs niedriger als das der Referenzelektrode. Das Potentialprofil in der zu messenden Lösung zeigt wegen des Ionendichteprofils eine Kurve, wie sie in Fig. 2B zu sehen ist.
  • Ionen dringen aus der zu messenden Lösung in die Membran ein. Ein Potentialprofil wird in der Membran durch eine Differenz in den Eindringraten zwischen den Anionen und den Kationen erzeugt.
  • Fig. 2C zeigt einen Zustand, in dem Geschmackssubstanzen an der Membranoberfläche adsorbiert sind. Der Zustand der diffusen elektrischen Doppelschicht wird durch die adsorbierten Geschmackssubstanzen geändert, und die Potentialdifferenz in bezug auf die Referenzelektrode wird von Vs zu Vs' geändert. Das Intramembranpotential schwankt aus dem folgenden Grund. Wenn die Geschmackssubstanz an der Membranoberfläche adsorbiert wird, wird nämlich die Ladungsdichte an der Membranoberfläche geändert, und der Zustand der in die Membran eindringfähigen Geschmackssubstanz wird somit geändert, was zu der Schwankung des Intramembranpotentials führt. Zu diesem Zeitpunkt wird die Potentialdifferenz zwischen der Seite der zu messenden Lösung und der Seite der Ag-Elektroden von Vm zu Vm' geändert.
  • Eine als Ausgangssignal des Geschmackssensors gemessene Potentialdifferenz (Vout) läßt sich wie folgt ausdrücken:
  • Vout Vro + Vs + Vm + Vr,
  • wobei Vro das Oxidations-Reduktions-Potential der Referenzelektrode ist, das als konstant angenommen wird, Vr das Oxidations-Reduktions-Potential der Ag-Elektroden ist, Vs das Oberflächenpotential ist, das in Abhängigkeit von dem Meßobjekt und der Meßbedingung schwankt, und Vm das Intramembranpotential ist, wobei Vm und Vr in diesem Beispiel negativ sind.
  • Fig. 2A ist die Kombination der Fig. 2B und 2C.
  • Bei der Erfindung sind die folgenden drei Punkte zu beachten, um den beiden vorstehend beschriebenen Hauptfaktoren, die die Reproduzierbarkeit verschlechtern, zu begegnen.
  • (1) Eine Referenzlösung, die eine wäßrige Lösung einer Substanz mit einem Grundgeschmack des gleichen Typs wie demjenigen der zu messenden Probenlösung ist und die einen Geschmack hat, der demjenigen der zu messenden Probenlösung ähnlich ist, wird hergestellt. Die Messung wird für die Referenzlösung und die zu messende Probenlösung durchgeführt.
  • Infolgedessen wird eine Hysterese verhindert, und die Geschmacksmessung wird durchgeführt, indem ein Relativwert in bezug auf die Referenzlösung gemessen wird, so daß eine Schwankung im Meßergebnis verringert wird.
  • Das Ergebnis dieser Messung kann schematisch wie in Fig. 3A und 3B dargestellt werden. Fig. 3A zeigt drei Kreise A, B und C. Jedes gemessene Membranpotential wird in einen entsprechenden Kreis geschrieben. Der Mittelpunkt des Kreises A bezeichnet das Membranpotential der Referenzlösung der herkömmlichen Technik. Der gemessene Potentialwert schwankt innerhalb dieses Kreises A. Es wird angenommen, daß die Kreise B und C den gemessenen Potentialwertbereich des Geschmacks eines bestimmten Kaffees bezeichnen. Die Messung beginnt mit einem gemessenen Potentialwert der Referenzlösung. Dann wird der Geschmack des Kaffees als ein gemessener Potentialwert in dem Kreis B gemessen. Der Ablauf kehrt zu der Messung der Referenzlösung entlang einem Pfeil zurück, und ein weiterer Potentialwert in dem Kreis A wird als der gemessene Potentialwert vorgegeben. Der Ablauf geht dann zu der Messung des Geschmacks des Kaffees als einem Meßwert weiter. Die gleichen Abläufe werden wiederholt, und der Geschmack des Kaffees wird als ein gemessener Potentialwert gemessen. Ebenso wird der Geschmack eines anderen Kaffees als eine andere Probenlösung als gemessene Potentialwerte , und gemessen. Auf diese Weise bezeichnet der Kreis A den Hysteresebereich, und der gemessene Potentialwert des Geschmacks schwankt innerhalb der Bereiche der Kreise B und C. Fig. 3B zeigt eine Schwankung des Relativwerts, der erhalten wird, indem jeweils Differenzen zwischen den gemessenen Potentialwerten bis und den gemessenen Potentialwerten bis berechnet werden. Eine Wiederholung des Kreises A = die Kreise B und C ist die herkömmliche Geschmacksmessung unter Verwendung von Lipidmembranen.
  • Gemäß dem Meßverfahren der Erfindung wird eine Referenzlösung hergestellt, die einen Geschmack hat, der demjenigen der zu messenden Probenlösung ähnlich ist, und der Geschmack wird als Differenz zwischen der Referenzlösung und der zu messenden Probenlösung gemessen. Daher schwankt das Membranpotential nicht leicht zwischen der Referenzlösung und der zu messenden Probenlösung. Fig. 4A ist eine schematische Ansicht, die dieses Verfahren als die Bewegung unter Kreisen D, E und F zeigt. Die Kreise D, E und F sind kleiner als die Kreise A, B und C. Somit ist die Schwankung in Fig. 4A geringer. Fig. 4B zeigt jeweils die Differenzen zwischen gemessenen Potentialwerten ' bis ' und Werten ' bis ' auf die gleiche Weise wie in Fig. 3B. In Fig. 3B ist die Schwankung groß, und die Werte der beiden Proben überlappen sich teilweise, was zu einer Schwierigkeit beim Unterscheiden der Geschmacksnoten führt. Im Gegensatz dazu ist in Fig. 4B die Schwankung gering, und das Unterscheiden der Geschmacksnoten ist leicht.
  • (2) Die Messung erfolgt innerhalb einer kurzen Zeitdauer
  • Dies verhindert, daß die zu messende Probenlösung in die Membran eindringt.
  • Fig. 5A zeigt Änderungen des Intramembranpotentials und des Oberflächenpotentials eines Lipidmembranpotentials über die Zeit. Die Abszisse bezeichnet die Zeit t, und die Ordinate bezeichnet ein Potential V. Es wird angenommen, daß ein auf der linken Seite der Zeichnung kontinuierlicher Zustand zu einem Zeitpunkt t = 0 durch externes Aufbringen einer Kraft gestört wird. Es wird beispielsweise angenommen, daß der Sensor, der für eine lange Zeitdauer in die Referenzlösung eingetaucht war, plötzlich aus der Referenzlösung entnommen wird. Wie in Fig. 5A gezeigt ist, ändert sich das Oberflächenpotential abrupt und kehrt in den Ausgangszustand zurück, wobei es über eine vergleichsweise kurze Zeitdauer eine Änderung zeigt. Im Gegensatz dazu ändert sich das Intramembranpotential nur geringfügig und langsam und erreicht dann langsam einen Gleichgewichtszustand. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die Änderung des Intramembranpotentials durch Ionendiffusion in die Membran bewirkt wird und die Diffusion als physikalisches Phänomen zeitlich ein allmählich ablaufendes Phänomen ist. Aus diesen Gründen bleibt der Einfluß des Intramembranpotentials bestehen, wenn ein Lipidmembranpotential gemessen wird, nachdem sich das Oberflächenpotential stabilisiert hat und bevor das Intramembranpotential den Gleichgewichtszustand erreicht hat. Wenn die Messung wiederholt unter den gleichen Meßbedingungen durchgeführt wird, kann jedoch eine Änderung des Intramembranpotentials über die Zeit als konstant erkannt werden. Infolgedessen kann ein gemessener Potentialwert, der frei von einer Beeinflussung durch ein Intramembranpotential ist, auf eine relative Weise erhalten werden (wenn eine Differenz zwischen zwei gemessenen Werten berechnet wird).
  • Fig. 5B zeigt die zeitliche Steuerung der tatsächlichen zyklischen Messung einschließlich der Bereiche, die den Schritten 2, 3 und 4 und den Schritten 5 und 6 in Fig. 1A entsprechen.
  • Das Oberflächenpotential wird innerhalb einer relativ kurzen Zeitdauer nach der Beendigung der Störung stabilisiert, wohingegen das Intramembranpotential allmählich den Gleichgewichtszustand erreicht. Wenn der Zyklus von Störung und Beendigung (in Abhängigkeit von der zu messenden Probenlösung usw.) mehrmals durchgeführt wird, wird eine Differenz des Potentials V0 zwischen dem Strom und den letzten Messungen jedoch klein (beispielsweise 2 bis 5 mV T 0,2 bis 0,5 mV). Wird die Messung einer Probenlösung Ai gemäß dem gleichen Zyklus (Störung Beendigung) durchgeführt, wenn die Differenz des Potentials V0 ein Grenzwert oder kleiner wird, kann die Differenz des Potentials V0 aufgehoben werden. Dies ist möglich, weil die Intramembranpotentiale der Referenzlösung und der Probenlösung an jedem Meßpunkt im wesentlichen gleich sind, auch wenn das Intramembranpotential den Gleichgewichtszustand nicht erreicht.
  • Vorstehendes wird wie folgt in einzelnen beschrieben.
  • a) Die Referenzlösung und die Probe haben ähnlichen Geschmack.
  • b) Das Oberflächenpotential wird innerhalb einer relativ kurzen Zeitdauer stabilisiert.
  • c) Das Intramembranpotential wird innerhalb einer relativ langen Zeitdauer stabilisiert.
  • d) Das Intramembranpotential erreicht einen stabilisierten Zustand, der von dem gemäß c) verschieden ist, durch Stimulieren der Membran.
  • e) Nach dem Stabilisieren des Oberflächenpotentials ist eine Änderung von Vo oder Vi eine Änderung des Intramembranpotentials selbst. Beispielsweise hingen Differenzen von Vo bei in Fig. 5B gezeigten Messungen von dem Intramembranpotential ab, so daß der andere stabilisierte Zustand erreicht wird, wie vorstehend in d) beschrieben ist.
  • f) Werte von Vm des anderen stabilisierten Zustand gemäß d) repräsentieren einen im wesentlichen gleichen Wert bei Messungen der Referenzlösung und der Probe, so daß Vm aufgehoben werden kann.
  • (3) Die Messung wird während des konstanten periodischen Sensorbetriebs durchgeführt.
  • Diese Maßnahmen werden angewandt, um den Einfluß des Intramembranpotentials zu minimieren. Um die Messung auf diese Weise durchzuführen, muß die Referenzlösung erstens eine Zusammensetzung haben, die derjenigen der zu messenden Probenlösung ähnlich ist (manchmal wird eine zu messende Probenlösung oder ein Gemisch aus einer Vielzahl von zu messenden Probenlösungen als Referenzlösung hergestellt), so daß der Unterschied zwischen der Probenlösung und der Referenzlösung nicht sehr groß ist. Zweitens muß der Geschmackssensor ausreichend in die Referenzlösung eingetaucht werden. Drittens muß der Zyklus des Entnehmens des Geschmackssensors aus der Referenzlösung (Aufheben des Eintauchens in die Referenzlösung), des erneuten Eintauchens des Geschmackssensors in die zu messende Probenlösung und des Messens des Membranpotentials wiederholt werden. Es muß bestätigt werden, daß die Schwankung in einen vorbestimmten Bereich fällt, und es wird ein gemessener Geschmackswert erhalten.
  • Fig. 1A ist ein Flußdiagramm der Meßschritte, bei denen sämtliche der drei vorstehend beschriebenen Möglichkeiten angewandt werden. Fig. 1C ist ein Flußdiagramm des herkömmlichen Verfahrens zum Messen eines Geschmacks unter Anwendung eines Geschmackssensors, wobei der Geschmackssensor in einer Kaliumchloridlösung mit einer Konzentration von 1 mmol/l gehalten wird, und die Kaliumchloridlösung mit einer Konzentration von 1 mmol/l als die Referenzlösung verwendet wird. Fig. 1B zeigt einen Meßschritt I, der in den Schritten 2, 4 und 5 des Flußdiagramms von Fig. 1A angewandt wird. Bei dem Flußdiagramm von Fig. 1A machen die Schritte 1 bis 4 von der vorstehend beschriebenen Methode (1) und die Schritte 2, 4 und 5 von den vorstehend beschriebenen Methoden (2) und (3) Gebrauch.
  • Das Flußdiagramm von Fig. 1A zeigt folgendes: (1) Da ein Unterschied zwischen der Referenzlösung und der zu messenden Probenlösung klein wird, wird eine Meßschwankung verringert. (2) Da die Messung durchgeführt wird, nachdem sich das Oberflächenpotential stabilisiert hat und während sich das Intramembranpotential allmählich ändert, wird die Meßdauer verkürzt. Ferner kann (3) eine Änderung des Intramembranpotentials durch eine konstante periodische Messung aufgehoben werden. (4) Wenn der Geschmackssensor für eine ausreichende Zeitdauer in die Referenzlösung eingetaucht wird, kann der Betrieb des Geschmackssensors stabilisiert werden. (5) Eine Art Stimulation wird auf die Oberfläche des Geschmackssensors bei der Messung aufgebracht, indem der Sensor intermittierend in eine Lösung des gleichen Typs wie die zu messende Lösung eingetaucht wird, was zu einer gut reproduzierbaren Geschmacksmessung führt.
  • Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung auf der Grundlage des vorstehend erläuterten Prinzips werden nachstehend beschrieben.
  • Fig. 1D zeigt ein Geschmackserfassungssystem, das bei den nachstehenden Ausführungsformen angewandt wird. In Fig. 1D bezeichnen die Bezugszeichen 101, 102, ... 10n Behälter, die mit einer Vielzahl von zu messenden Proben A1, A2, ..., An gefüllt sind, die ähnliche Geschmacksnoten haben. Das Bezugszeichen 100 bezeichnet einen Behälter, der mit einer Referenzlösung A0 gefüllt ist, die einen Geschmack hat, der demjenigen der Vielzahl von zu messenden Proben ähnlich ist. Die Behälter 100, 101, 102, ..., 10n sind durch Leitungen 111, 112, ..., 11n jeweils mit einer Pumpe 214 verbunden. Die Pumpe 214 wird von einer Steuerung 215 so gesteuert, daß sie selektiv die Referenzlösung A0 oder eine Probe der Vielzahl der zu messenden Proben A1, A2, ..., An durch eine Leitung 210 in einen Sensor 216 leitet. Der Sensor 216, eine Meßeinheit 217, die ein Signal von dem Sensor 216 empfängt, und ein Display 218 zum Anzeigen der von der Meßeinheit 217 übermittelten Meßdaten funktionieren auf die gleiche Weise wie die entsprechenden Bestandteile des in Fig. 11 gezeigten Mehrkanal-Geschmacksmeßsystems.
  • Es ist zu beachten, daß die Steuerung 215 auch den Sensor 216 und die Meßeinheit 217 zusätzlich zu der vorstehend beschriebenen Pumpe 214 steuert und die Funktion hat, das gesamte Geschmackserfassungssystem gemäß den in den Fig. 1A und 1B gezeigten Flußdiagrammen und die Geschmackserfassungsschritte der nachstehend beschriebenen jeweiligen Ausführungsformen zu steuern.
  • Beispiel 1
  • In Beispiel 1 wurden die Geschmacksnoten (zum Auseinanderhalten eines Unterschied) von vier Getränken (A, Al, TL und P), die in Japan als Sportgetränke im Handel erhältlich sind, durch ein in Fig. 11 gezeigtes Meßsystem als zu messende Proben unter Anwendung eines Geschmackssensors (siehe die Fig. 10A und 10B) unter Verwendung einer vorstehend beschriebenen Lipidmembran gemessen. Als Lipidmembranen, die bei dem Geschmackssensor verwendet wurden, wurden acht Typen (diese werden nacheinander als Lipidmembranen 1 bis 8 bezeichnet, und die durch sie erhaltenen Potentialsignale werden als Kanäle 1 bis 8 bezeichnet) der in Tabelle 1 aufgeführten Lipidmoleküle ausgewählt. Eine Lösung als Gemisch aus den vier Sportgetränken A, Al, Tl und P wurde als Referenzlösung A0 hergestellt. Die Geschmackserfassungsschritte sind wie folgt:
  • [0] Eintauchen des Geschmackssensors, der die Lipidmembran verwendet, in die Referenzlösung A0 für ca. 10 h.
  • [1] Zehnmaliges Ausführen des Zyklus des Eintauchens und Entnehmens des Geschmackssensors in die bzw. aus der Referenzlösung (zum Waschen). Diese Behandlung kann umformuliert werden in: Waschen des Geschmackssensors mit der Referenzlösung (zum Waschen), intermittierendes Eintauchen des Geschmackssensors in die Referenzlösung oder Stimulieren der Oberfläche der Lipidmembran des Geschmackssensors.
  • [2] Eintauchen des Geschmackssensors in die zum Messen hergestellte Referenzlösung. Nach Ablauf von 20 s Messen des Potentials des Geschmackssensors und Bestimmen des gemessenen Potentialwerts als V0.
  • [3] Zweimaliges oder häufigeres Wiederholen der Schritte [1] und [2]. Nach jeder Messung Feststellen, ob eine Differenz zwischen dem aktuellen gemessenen Potentialwert V0 und dem letzten gemessenen Potentialwert V0 ein vorbestimmter Wert oder kleiner ist. Wenn sie der vorbestimmte Wert oder kleiner ist (d. h., wenn V0 stabilisiert ist), Weitergehen zum nächsten Schritt [4].
  • [4] Entnehmen des Geschmackssensors aus der Referenzlösung A0 (zum Messen) und Waschen mit einer zu messenden Probenlösung (zum Waschen). Zehnmaliges Wiederholen dieses Waschschritts [4] auf die gleiche Weise wie in Schritt [1].
  • [5] Eintauchen des Geschmackssensors in eine zu messende Probenlösung Ai (zum Messen). Nach Ablauf von 20 s Messen eines Potentials Vi des Geschmackssensors. Ein Wert DV = Vi - V0 wird als Geschmack erhalten.
  • [6] Zurückgehen zu dem Meßschritt [1] und Wiederholen der Schritte [1], [2], [4] und [5]. Wenn dieser Zyklus eine vorbestimmte Anzahl von Malen wiederholt worden ist, Beenden der Schritte.
  • Fig. 6 zeigt diese Schritte.
  • Im Fall einer Vielzahl von zu messenden Probenlösungen kann die Reihenfolge des Messens der Proben bestimmt, die Messung wiederholt durchgeführt und ein Mittelwert gebildet werden.
  • Fig 7A (standardisierter Mittelwert) und Fig. 7B (standardisierter Wert) zeigen Meßergebnisse (fj Messungen) der Kanäle 1 bis 8. Die Ordinate repräsentiert ein Potential dividiert durch eine Standardabweichung der Messung. Aus den Meßergebnissen ist ersichtlich, daß in den Kanälen 1, 5 und 6 die Produkttypen unterschieden werden können, da die Änderung trotz der Tatsache, daß ΔV klein ist, sehr gering ist, daß in sämtlichen Kanälen 1 bis 8 die Produkte voneinander unterschieden werden können und daß die Produkte AL und L ähnliche Geschmacksnoten haben. Die Tatsache, daß die Produkte AL und L ähnliche Geschmacksnoten haben, deckt sich mit der durch den menschlichen Geschmackssinn gemachten Feststellung. Es ist ferner ersichtlich, daß die Kanäle 5 und 6 auch dann eine ziemlich hohe Produktunterscheidungsfähigkeit haben, wenn sie unabhängig genutzt werden. Eine weitere zuverlässige Unterscheidung kann vorgenommen werden, indem die Signale der Kanäle 1 bis 8 addiert werden.
  • Beispiel 2
  • Ein Geschmackssensor, der die gleiche Lipidmembran wie in Beispiel 1 verwendet, wird angewandt. Die Geschmacksnoten von sieben verschiedenen Biersorten, die in Japan von den Herstellern A, K, S und Y im Handel erhältlich sind (wovon drei Sorten DA, DK und DS sind, die als trockenes Bier bezeichnet werden; drei Sorten MK, MS und MY sind, die als Malzbier bezeichnet werden; und Lagerbier LK als Referenzlösung verwendet wird) wurden gemessen und verglichen. LK ist ein Bier, von dem es heißt, daß sein Merkmal ein bitterer Geschmack ist. Tatsächlich ist es jedoch für Durchschnittsmenschen schwierig, Geschmacksunterschiede zwischen diesen Biersorten festzustellen, bzw. unmöglich, die Geschmacksnoten der sieben Biersorten genau zu unterscheiden.
  • Die Meßschritte sind mit den in Beispiel 1 beschriebenen identisch. Fig. 8A (standardisierter Mittelwert) und Fig. 8B (standardisierter Wert) zeigen die Meßergebnisse. Die Kanäle 1, 2 und 8 haben die Fähigkeit, zwischen den verschiedenen Biersorten zu unterscheiden. Die Biere DA und DS haben ähnliche Geschmacksnoten, was sich mit der durch den menschlichen Geschmackssinn gemachten Feststellung deckt.
  • Um einen Geschmack durch einen Geschmackssensor, der Lipidmoleküle verwendet, gut reproduzierbar zu erfassen und zu messen, wird gemäß der Erfindung eine Lösung als Referenzlösung verwendet, deren Zusammensetzung der einer zu messenden Probenlösung ähnlich ist, wird der Geschmackssensor ausreichend in die Referenzlösung eingetaucht, werden bei jedem Meßzyklus ähnliche Stimulationen auf den Geschmackssensor aufgebracht und wird als Meßzeitpunkt ein Zeitpunkt nach dem Stabilisieren des Oberflächenpotentials und während der allmählichen Änderung des Intramembranpotentials ausgewählt. Infolgedessen wird die Reproduzierbarkeit eines durch den Geschmackssensor erhaltenen Meßwerts erhöht, und eine Änderung des Meßwerts wird verringert, was eine Geschmackserfassung ermöglicht, die derjenigen des menschlichen Geschmackssinns gleich ist, der herkömmlicherweise durch nichts ersetzt werden kann.
  • Wenn das Lipidmembranpotential des Geschmackssensors wiederholt gemessen und sein Mittelwert gebildet wird, dann wird die Geschmacksunterscheidungsfähigkeit weiter verbessert.
  • Was Bier anbetrifft, kann eine Unterscheidungsfähigkeit, die der durch den menschlichen Geschmackssinn erreichten, ähnlich ist, erzielt werden, um Bier zu unterscheiden. Beispielsweise wurden die Ähnlichkeit zwischen den trockenen Bieren der Hersteller A und S und die nicht vorhandene Annlichkeit zwischen dem trockenen Bier des Herstellers K und denjenigen der Hersteller A und S bestätigt.
  • Schließlich können gemäß der Erfindung Nahrungsmittel, die sich im Geschmack nur geringfügig unterscheiden, mit einer ausreichenden Reproduzierbarkeit unterschieden werden, was zu der Qualitätskontrolle solcher Nahrungsmittel beiträgt.

Claims (15)

1. Verfahren zum getrennten Erfassen des jeweiligen Geschmacks einer Vielzahl von gleichartigen Proben unter Anwendung eines Geschmackssensors, der eine Lipidmembran verwendet&sub1;
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
(a) Bereitstellen einer Referenzlösung, die einen Geschmack hat, der mit einem Geschmack von einer der Proben der Vielzahl von Proben identisch oder ähnlich ist;
(b) Messen der Referenzlösung unter Anwendung des Geschmackssensors, um einen gemessenen Potentialwert VO zu erhalten;
(c) Messen einer der Proben der Vielzahl von Proben unter Anwendung des Geschmackssensors, um einen gemessenen Potentialwert Vi zu erhalten;
(d) Berechnen eines relativen Werts Vi - VO der Probe aus dem gemessenen Potentialwert VO der Referenzlösung und dem gemessenen Potentialwert Vi der Probe; und
(e) wiederholtes Ausführen der Schritte (b) bis (d) für jede der Vielzahl von Proben.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Geschmackssensor vor der Geschmackserfassung für einen vorbestimmten Zeitraum in die Referenzlösung getaucht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß vor der Geschmackserfassung eine erste Zeitdauer, beginnend mit dem Eintauchen des Geschmackssensors in die Referenzlösung bis zur Stabilisierung eines Oberflächenpotentials des Geschmackssensors, und eine zweite Zeitdauer bis zur Stabilisierung eines Intramembranpotentials des Geschmackssensors gemessen werden,
und daß der Schritt des Messens der Referenzlösung und der Schritt des Messens der Probe während im wesentlichen des gleichen Zeitraums durchgeführt werden, der länger als die erste Zeitdauer und kürzer als die zweite Zeitdauer ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 31 dadurch gekennzeichnet,
daß vor der Geschmackserfassung wiederholt eine Messung durchgeführt wird, während gleichzeitig der Geschmackssensor intermittierend in die Referenzlösung eingetaucht wird, und daß, wenn eine Änderung eines gemessenen Potentialwerts in einen vorbestimmten Bereich fällt, eine Geschmackserfassung durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Referenzlösung ein Lösungsgemisch aus der Vielzahl von Proben aufweist.
6. Verfahren zum individuellen Erfassen des jeweiligen Geschmacks einer Vielzahl von ähnlichen Proben unter Anwendung eines Geschmackssensors, der eine Lipidmembran verwendet,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
(a) Bereitstellen einer Referenzlösung, die einen Geschmack hat, der mit einem Geschmack von einer der Proben der Vielzahl von Proben identisch oder gleichartig ist;
(b) Messen einer der Proben der Vielzahl von Proben unter Anwendung des Geschmackssensors, um einen gemessenen Potentialwert Vi zu erhalten;
(c) Messen der Referenzlösung unter Anwendung des Geschmackssensors, um einen gemessenen Potentialwert VO zu erhalten;
(d) Berechnen eines relativen Werts Vi - VO der Probe aus dem gemessenen Potentialwert VO der Referenzlösung und dem gemessenen Potentialwert Vi der Probe; und
(e) wiederholtes Ausführen der Schritt (b) bis (d) für jede der Vielzahl von Proben.
7. Verfahren zum Erfassen des Geschmacks einer Probe, gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
- Vorspannen eines Geschmackssensors, der eine Lipidmembran aufweist, die ein Potentialansprechverhalten repräsentiert als Reaktion auf den Geschmack der Probe, durch Eintauchen des Geschmackssensors in eine Referenzlösung, die einen Geschmack hat, der mit dem Geschmack der Probe ähnlich ist;
- periodisches Stimulieren des Geschmackssensors durch intermittierendes Eintauchen des Geschmackssensors in
die Referenzlösung oder die Probe und Entfernen des Geschmackssensors daraus für eine vorbestimmte Anzahl von Malen;
- synchrones Messen eines Potentialansprechverhaltens des Geschmackssensors in bezug auf die Referenzlösung und die Probe im wesentlichen zu dem gleichen Zeitpunkt wie dem, zu dem ein Membranpotential des Geschmackssensors eine Stabilierungstendenz während des Stimulationsschritts zeigt; und
- Auswerten des Geschmacks der Probe nach dem Meßschritt in Abhängigkeit von einem relativen Wert zwischen einem Potentialansprechverhalten des Geschmackssensors in bezug auf die Referenzlösung und einem Potentialansprechverhalten des Geschmackssensors in bezug auf die Probe.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Geschmackssensor eine Vielzahl von Lipidmembranen aufweist, die jeweils verschiedene Potentialansprechverhalten repräsentieren.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswertung des Geschmacks der Probe auf der Basis von Mehrkanaldaten in Abhängigkeit von den jeweiligen Potentialansprechverhalten der Vielzahl von Lipidmembranen des Geschmackssensors ausgeführt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die zu messende Probe eine Vielzahl von Proben aufweist, die ähnlichen Geschmack haben.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Referenzlösung einen Geschmack hat, der mit dem von einer der Proben der Vielzahl von Proben identisch ist.
12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Referenzlösung einen Geschmack hat, der mit dem der Vielzahl von Proben ähnlich ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Referenzlösung ein Lösungsgemisch aus der Vielzahl von Proben enthält.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Messung mit dem Geschmackssensor in der Reihenfolge erst mit der Referenzlösung und anschließend mit der Probe ausgeführt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Messung mit dem Geschmackssensor in der Reihenfolge erst mit der Probe und anschließend mit der Referenzlösung ausgeführt wird.
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