DE69200037T2 - Gluconsäure enthaltende Entwicklungszusammensetzung. - Google Patents

Gluconsäure enthaltende Entwicklungszusammensetzung.

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Description

  • Die Vorliegende Erfindung betrifft eine umweltfreundliche nicht-toxische photographische Entwicklungszusammensetzung.
  • Photographische Entwicklungszusammensetzungen sind im Stand der Technik bekannt. Die Verarbeitung von photographischen Silberhalogenidmaterialien wird durch eine Folge von mehreren Stufen, die aus den Stufen der Entwicklung, des Abbrechens, der Fixierung und des Waschens besteht, durchgeführt.
  • Die Stufe der Entwicklung wird herkömmlicherweise mit einer wäßrigen alkalischen Entwicklungszusammensetzung, die einen Entwickler, wie Hydrochinon und/oder andere gut bekannte Entwicklungsmittel, enthält, durchgeführt.
  • Insbesondere erzeugt das Aussetzen einer Silberhalogenidemulsion gegenüber Strahlung, für die die Emulsion sensibilisiert ist, ein latentes Bild in den Silberhalogenidkörnern der Emulsion. Das latente Bild wird durch Eintauchen der belichteten Emulsion in eine wäßrige Entwicklungsläsung, die ein Reduktionsmittel oder einen Entwickler enthält, entwickelt. Das Hydrochinon oder anderes geeignetes Entwicklungsmaterial dient als ein starkes Silberreduktionsmittel zur Reduktion der belichteten Silberhalogenidkörner, um das entwickelte Photographische Bild zu erzeugen.
  • Entwicklungszusammensetzungen auf Hydrochinon-Basis werden beispielsweise in US-A-2,893,865; US-A-3,733,199; US-A- 3,865,591; US-A-4,046,571; US-A-4,205,124; US-A-4,756,990; und US-A-4,816,384 beschrieben. Normalerweise enthalten diese Zusammensetzungen relativ hohe Anteile an Komponenten auf Sulfit-Basis.
  • Um eine befriedigende Wirkung der Masse sicherzustellen, ist es ebenfalls wichtig, den pH der Entwicklungszusammensetzung innerhalb streng alkalischer Bereiche zu halten. Deshalb werden kaustische Alkalien (Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid) häufig in der Entwicklungszusammensetzung verwendet.
  • Während Entwicklungszusammensetzungen auf Hydrochinon-Basis mit Erfolg über viele Jahre hinweg verwendet worden sind, ist die Verwendung solcher Zusammensetzungen infolge der Toxizität und der Umweltgefährdungen, die durch die Verwendung von Hydrochinon, Sulfit und kaustischen Alkaliverbindungen gegeben sind, zweifelhaft geworden. Das bedeutet, daß es infolge der Toxizität von zahlreichen der in herkömmlichen Entwicklungszusammensetzungen verwendeten Komponenten und dem resultierenden hohen pH nötig ist, zahlreiche Richtlinien und Regelungen einzuhalten, die aufgestellt worden sind, um entweder die Gesundheit derjenigen, die solchen Zusammensetzungen ausgesetzt sind, oder die Umwelt, in die solche Zusammensetzungen abgegeben werden, zu schützen. Da die zwei am wenigsten wünschenswerten Verbindungen, die im allgemeinem in herkömmlichen Entwicklungszusammensetzungen enthalten sind, Hydrochinon und davon abgeleitete Materialien und kaustische Alkalien sind, wäre es deshalb wunschenswert, dafür akzeptable Ersatzstoffe, die weniger toxischer Natur sind, zu finden.
  • Die US-A-2,688,548 (am 7. September 1954 veröffentlicht) beschreibt wäßrige alkalische photographische Entwicklungszusammensetzungen, die kein Hydrochinon und kein Alkalimetallhydroxid enthalten und in denen der Entwickler eine Iminoascorbinsäure oder ein Zuckeranaloges davon ist.
  • Die EP-A-0 461 783 (veröffentlicht am 18. Dezember 1991; vgl. die beanspruchte Priorität vom 10 April 1991) beschreibt Hydrochinon und Alkalimetallhydroxid-freie, wäßrige, alkalische, photographische Entwicklungszusammensetzungen, die ein Entwickler vom Ascorbinsäure-Typ, ein Sulfit oder Bisulfit, ein 3-Pyrazolidon-Entwicklungsmittel und ein Mittel zur Verhinderung der Quellung, ausgewählt aus Natriumsulfat, Glutaraldehyd und Gemischen daraus, enthalten. Der Entwickler vom Ascorbinsäure-Typ schließt Ascorbin- und Iminoascorbinsäuren und ihre Zuckeranalogen ein.
  • Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Entwicklungszusammensetzung bereitzustellen, die die Anwesenheit von Entwicklerkomponenten vom Hydrochinon-Typ nicht erfordert.
  • Es ist ebenfalls eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Entwicklungszusammensetzung bereitzustellen, die die Anwesenheit von großen Mengen von kaustischen Alkalikomponenten, wie Alkalimetallhydroxiden, zur Gewährleistung des geeigneten pH-Werts für die Entwicklungszusammensetzung nicht erfordert.
  • Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Entwicklungszusammensetzung bereitzustellen, die aus Komponenten besteht, die im wesentlichen weniger toxischer Natur als Hydrochinon und kaustische Alkalien sind und die ohne Gefahr einer Verschmutzung der Umwelt beseitigt werden können.
  • Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Entwicklungszusammensetzung bereitzustellen, in der ein im wesentlichen nicht-toxisches Reduktionsmittel für Silber als Ersatz für die Entwickler auf Hydrochinon-Basis verwendet wird.
  • Gemäß eines Aspekts der Vorliegenden Erfindung wird eine Hydrochinon und Alkalimetallhydroxid-freie, wäßrige, alkalische, photographische Entwicklungszusammensetzung bereitgestellt, die ein Sulfit und eine 2-Ketogluconsäure oder ein silberreduzierendes Derivat davon umfaßt. Gewöhnlich ist das Derivat ein Salz oder ein Alkylester, insbesondere ein Kalium-, Natrium- oder Ammoniumsalz oder ein Methylester. Bevorzugt enthält die Zusammensetzung auch mindestens eine alkalische Pufferverbindung, insbesondere ein Alkalimetallcarbonat, und eine 3-Pyrazolidonverbindung. Es ist besonders bevorzugt, daß die Zusammensetzung einen pH-Wert von 9,50 bis 11,75 besitzt, der Entwickler in einer Menge von mindestens 15 g/Liter vorliegt, das Sulfit in einer Menge von 2 bis 20 g/Liter vorliegt und das Carbonat in einer Menge von 15 bis 30 g/Liter vorliegt.
  • Gemäß eines weiteren Gegenstands der Erfindung wird ein Verfahren zur Durchführung der Entwicklung eines belichteten Photographischen Materials bereitgestellt, das die Durchführung der Entwicklung des Materials, während es in Kontakt mit einer Hydrochinon- und Alkalimetallhydroxidfreien, wäßrigen, alkalischen, photographischen Entwicklungszusammensetzung, die eine 2-Ketogluconsäure oder ein silberreduzierendes Derivat davon umfaßt, steht, umfaßt.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Hydrochinon-freie photographische Entwicklungszusammensetzung, die weder einen toxischen Entwickler vom Hydrochinon-Typ noch kaustisches Alkali als Mittel zur Kontrolle des pH-Werts erfordert. Stattdessen hat man gefunden, daß solche Komponenten erfolgreich durch im wesentlichen nicht-toxische Komponenten ersetzt werden können und daß die Mengen jeglicher toxischer Komponenten, die Vorhanden sind, signifikant verringert werden können.
  • Insbesondere hat man Überraschenderweise gefunden, daß, anstelle der toxischen Hydrochinonentwickler des Stands der Technik, ein Entwickler verwendet werden kann, der 2- Ketogluconsäure und ihre Derivate, bevorzugt Kalium-, Natrium-, Ammonium- und Methyl-2-ketogluconate, umfaßt. Die oben genannten bevorzugten Entwickler besitzen die folgende Struktur:
  • HOCH&sub2;-(CHOH)&sub3;- - -OR
  • worin R gleich H, Na, K, NH&sub3; oder CH&sub3; ist.
  • Eine bevorzugte Entwicklungszusammensetzung, mit der die gewünschten Vorteile (d.h. rasche Entwicklungszeiten in Abwesenheit unerwünschter Komponenten) erzielt werden können, enthält die erfindungsgemäßen Entwickler zusammen mit einem Sulfit, einer alkalischen Pufferverbindung, insbesondere einem Alkalimetallcarbonat, und einer 3-Pyrazolidonverbindung, wobei die Zusammensetzung einen pH-Wert von 9,50 bis 11,75 besitzt und die entsprechenden Komponenten in bestimmten Anteilen und/oder Verhältnissen, die nachstehend diskutiert werden, vorliegen.
  • Diese Zusammensetzung kann mit Erfolg ohne einen Entwickler vom Hydrochinon-Typ und ohne ein kaustisches Alkali als Mittel zur Kontrolle des pH-Werts und ohne große Mengen an Sulfit als Konservierungsmittel zu benötigen, verwendet werden. Die Zusammensetzung ermöglicht eine Bilddichte von mindestens 4, die in Entwicklungszeiten von 60 Sekunden oder weniger erzielt wird.
  • Die Entwicklungszusammensetzung kann eine Vielzahl von herkömmlichen Zusätzen, die zahlreiche Funktionen erfüllen, wie zusätzliche Entwicklungsmittel, Mittel zur Verhinderung einer Schleierbildung, Puffer, Maskiermittel, Mittel zur Kontrolle der Quellung und Entwicklungsbeschleuniger, enthalten.
  • Mittel zur Verhinderung einer Schleierbildung oder Verzögerungsmittel (z.B. lösliche Halogenide, wie Natrium- oder Kaliumbromide und organische Mittel zur Verhinderung einer Schleierbildung, wie Benzotriazol oder Phenylmercaptotetrazol) können beispielsweise verwendet werden, um die Entwicklung von nicht belichtetem Silberhalogenid zu verzögern und das Auftreten einer Schleierbildung (d.h. die durch die Entwicklung von nicht belichtetem Silberhalogenid bewirkte Erzeugung von Silber) herabzusetzen.
  • Beispiele für organische Mittel zur Verhinderung einer Schleierbildung sind insbesondere Benzimidazol-, Benzotriazol-, Tetrazol-, Imidazol-, Indazol-, Thiazol- und Mercaptotetrazolderivate, die einzeln oder im Gemisch verwendet werden. Sie sind jedoch nicht darauf beschränkt.
  • Antioxidationsmittel, wie Alkalisulfite, sind im allgemeinen in einem Entwickler vom Hydrochinon-Typ vorhanden, um die Oxidation der Entwicklungsmittel zu beschränken. In der vorliegenden Erfindung werden jedoch die Alkalisulfite, die normalerweise in einem Verhältnis von 200 bis 300% der Menge an Hydrochinon eingesetzt werden, in wünschenswerter Weise auf etwa 10% bis 100% der Menge des Entwicklungsmittels reduziert und dienen in erster Linie als Entwicklungsbeschleuniger.
  • Kleine Mengen an Maskiermitteln (oder Chelatisierungsmitteln) werden im allgemeinen ebenfalls verwendet, um Spurenmetallionen (wie Kupfer- und Eisenionen), die im Wasser oder den Chemikalien, das bzw. die verwendet werden, um die Entwicklungszusammensetzung herzustellen, enthalten sind, zu maskieren. Solche Spurenmetallionen bewirken die unerwünschte Oxidation der Entwicklerverbindung in der Zusammensetzung. Beispiele für Maskierungsmittel sind Aminopolycarbonsäure-Verbindungen, Ethylendiaminotetra-Essigsäure (EDTA) und Natriumsalze davon, Diethylentriaminpenta-Essigsäure (DTPA) und Diaminopropanoltetra-Essigsäure (DPTA). Sie sind jedoch nicht darauf beschränkt. Geeignete Maskierungsmittel sind dem Fachmann bekannt und brauchen nicht weiter erläutert zu werden.
  • Die zusätzliche Anwesenheit eines 3-Pyrazolidon-Entwicklungsmittels führt zu einer synergistischen Wirkung auf die Geschwindigkeit der Entwicklung der Entwicklungszusammensetzung. D.h. solche Verbindungen erhöhen die Geschwindigkeit, durch die die Bilddichte über einen gegebenen Zeitraum bei einer spezifischen Temperatur erzielt wird.
  • Unter den 3-Pyrazolidon-Entwicklungsmitteln, die in der erfindungsgemäßen Entwicklungszusammensetzung nützlich sind, befinden sich jene der Formel:
  • in der R&sub1; eine Alkylgruppe mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, Benzothiazolyl oder eine Arylgruppe der Benzol- oder Naphthalin-Reihe, substituiert oder nicht, sein kann; R&sub2;, R&sub3;, R&sub4; und R&sub5; können Wasserstoff, Alkylgruppen mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen oder Arylgruppen, wie Phenyl und Naphthyl, substituiert oder nicht, sein; und R&sub6; kann Wasserstoff, eine Alkylgruppe, eine Acylgruppe oder eine Arylgruppe sein; sowie Salze davon.
  • Typische 3-Pyrazolidon-Verbindungen, die verwendet werden können, sind 4-(Hydroxymethyl)-4-methyl-1-phenyl-3-pyrazolidon, 1-Phenyl-3-pyrazolidon, 1-p-Tolyl-3-pyrazolidon, 1- Phenyl-4-methyl-3-pyrazolidon, 1-Phenyl-4,4-dimethyl-3- pyrazolidon, 1-p-Chlorphenyl-3-pyrazolidon, 5-Phenyl-3- pyrazolidon, 1-Phenyl-5-methyl-3-pyrazolidon, 1-m-Tolyl-3- pyrazolidon und 1-p-Methoxyphenyl-3-pyrazolidon. Sie sind jedoch nicht darauf beschränkt. Zusätzliche repräsentative Beispiele von geeigneten 3-Pyrazolidon-Verbindungen sind in der US-A-2,688,549, US-A-3,865,591 und US-A-4,269,929 beschrieben.
  • Vergleichsbeispiel
  • Das Folgende ist ein Beispiel für eine Entwicklungszusammensetzung im Stand der Technik, bei der sowohl Hydrochinon als auch ein kaustisches Alkali als Mittel zur Kontrolle des pH-Werts verwendet wird, und die mit Erfolg durch die neuen erfindungsgemäßen Entwicklungszusammensetzungen ersetzt werden kann:
  • Natriumsulfit 24,0 g
  • Kaliummetabisulfit 13,2 g
  • Na&sub4;EDTA 0,6 g
  • 4-(Hydroxymethyl)-4-methyl- 1-phenyl-3-pyrazolidon 0,4 g
  • Benzotriazol 0,09 g
  • 1-Phenyl-5-mercaptotetrazol 0,008 g
  • Hydrochinon 15,9 g
  • Kaliumicarbonat 24,0 g
  • Natriumbromid 1,43 g
  • Kaliumhydroxid 18,3 g
  • Wasser auf 1,0 Liter
  • Ein von E.I. du Pont (ONF) hergestellter, für Kameras empfindlicher Negativ-Planfilm wurde mit einem von Tobias Associates hergestellten WEJEX-Sensitometer bei einer Blendeneinstellung niedriger Intensität bestrahlt, wobei eine von Stouffer Graphic Arts Co. hergestellte 21-stufige Grau-Skala verwendet wurde. Dieser Streifen wurde 25 Sekunden lang bei 35ºC in der obigen Entwicklungszusammensetzung bei einem pH-Wert von 10,65 verarbeitet. Die Transmissionsdichte betrug in Stufe 1 5,57. In Stufe 12 betrug die Dichte 0,04.
  • Beispiel 1
  • Das Folgende ist ein Beispiel für eine, gemäß der Lehre der vorliegenden Erfindung hergestellte Entwicklungszusammensetzung, die in wünschenswerter Weise die Anwesenheit von Hydrochinon oder kaustischem Alkali vermeidet und die zur Verwendung in Verarbeitungseinrichtungen mit Rollentransport (pH mit Kaliumcarbonat auf 10,45 eingestellt) formuliert ist:
  • Natriumsulfit 15,0 g
  • Na&sub4;EDTA 0,6 g
  • 4-(Hydroxymethyl)-4-methyl- 1-phenyl-3-pyrazolidon 0,4 g
  • Benzotriazol 0,09 g
  • 1-Phenyl-5-mercaptotetrazol 0,008 g
  • Methyl-2-ketogluconat 30,0 g
  • Kaliumcarbonat 24,0 g
  • Natriumbromid 1,43 g
  • Natriummetabisulfit 5,6 g
  • Wasser auf 1 Liter
  • Ein in der gleichen Weise wie in dem Vergleichsbeispiel belichteter Streifen, der in einer Hydrochinon-enthaltenden Entwicklungszusammensetzung verarbeitet wurde, wurde 25 Sekunden lang in der Entwicklungszusammensetzung aus Beispiel 1 bei 35ºC und einem pH-Wert von 10,45 verarbeitet. In Stufe 1 betrug die resultierende Bilddichte 5,5. In Stufe 12 betrug die Dichte 0,08. Diese Ergebnisse sind im Grund mit jenen identisch, die bei dem Streifen erhalten wurden, der in der Hydrochinon-enthaltenden Entwicklungszusammensetzung aus dem Vergleichsbeispiel verarbeitet worden war.
  • Beispiel 2
  • Das Folgende ist ein Beispiel fur eine, gemäß der Lehre der vorliegenden Erfindung hergestellte Entwicklungszusammensetzung, die vorteilhafterweise die Anwesenheit von Hydrochinon oder kaustischem Alkali vermeidet, und die zur Verwendung in einer Wanne formuliert worden ist (pH mit Kaliumcarbonat auf 10,4 eingestellt):
  • Natriumsulfit 12,5 g
  • Na&sub4;EDTA 2,3 g
  • 4-(Hydroxymethyl)-4-methyl- 1-Phenyl-3-pyrazolidon 1,04 g
  • Methyl-2-ketogluconat 75,0 g
  • Kaliumcarbonat 26,4 g
  • Natriumbromid 10,0 g
  • Wasser auf 1 Liter
  • Beispiel 3
  • Das Folgende ist ein Beispiel für eine, gemäß der Lehre der vorliegenden Erfindung hergestellte, Entwicklungszusammensetzung, die vorteilhafterweise die Anwesenheit von Hydrochinon oder kaustischem Alkali vermeidet:
  • Natriumsulfit 5,0 g
  • Natriummetabisulfit 2,8 g
  • Na&sub4;EDTA 0,6 g
  • 4-(Hydroxymethyl)-4-methyl- 1-phenyl-3-pyrazolidon 2,0 g
  • Benzotriazol 0,09 g
  • 1-Phenyl-5-mercaptotetrazol 0,008 g
  • Methyl-2-ketogluconat 24,0 g
  • Kaliumcarbonat 24,0 g
  • Natriumbromid 2,7 g
  • Wasser auf 1 Liter
  • Die erfindungsgemäßen Entwicklungszusammensetzungen werden auch häufig in Form von festen Gemischen (Pulverform) von zahlreichen Komponenten, wie Entwickler, Mittel zur Verhinderung einer Schleierbildung und Maskierungsmittel, hergestellt, wobei die Entwicklungszusammensetzung durch Zusatz der erforderlichen Menge an Wasser in Verhältnissen, die mit der Lehre der vorliegenden Erfindung in Einklang stehen, in eine wäßrige Form umgewandelt wird.
  • Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ist alkalischer Natur, damit sie mit Erfolg als Entwickler verwendet werden kann. Der pH-Wert der Entwicklungszusammensetzung sollte in der wäßrigen Lösung im Bereich von 9,50 bis 11,75 und bevorzugt innerhalb des Bereichs von 10,0 bis 10,5 liegen. Bei pH-Werten von mehr als etwa 11,0 unterliegt die Entwicklungszusammensetzung der Zersetzung, während sie bei pH-Werten unterhalb von etwa 9,50 eine unerwünschte Verringerung ihrer Wirksamkeit zeigt.
  • Die Alkalität der Zusammensetzung kann innerhalb des gewünschten Bereichs durch Anwesenheit geeigneter, dem Fachmann bekannten alkalischen Pufferverbindungen gehalten werden, die es erlauben, daß der pH-Wert der Lösung innerhalb des gewünschten Bereichs gehalten wird. Die bevorzugten Pufferverbindungen sind Alkalimetallcarbonate, wie Natrium- oder Kaliumcarbonat. Es sind jedoch auch andere alkalische Pufferverbindungen, wie Phosphate oder Borate, akzeptabel.
  • Ein Antioxidationsmittel, wie Natriumsulfit oder Natriummetabisulfit, ist ebenfalls bevorzugt vorhanden. Solche Sulfitverbindungen werden normalerweise in Entwicklungszusammensetzungen als Konservierungsmittel verwendet. Solche Verbindungen besitzen jedoch die zusätzliche Funktion einer beschleunigenden Verbindung in der vorliegenden Entwicklungszusammensetzung.
  • Beispiele für Sulfitverbindungen sind solche Schwefelverbindungen, die in der Lage sind, in wäßrigen Lösungen Sulfitionen zu bilden, wie Alkalimetallsulfite, -bisulfite, -metabisulfite und Carbonyl-Bisulfit-Addukte. Solche Sulfitverbindungen sind insbesondere Natriumsulfit, Kaliumsulfit, Natriumbisulfit und Kaliummetabisulfit.
  • Es ist bestimmt worden, daß die Menge an verwendetem Sulfit im allgemeinen 10 bis 50% der Menge beträgt, die normalerweise in Hydrochinon-enthaltenden Entwicklungszusammensetzungen verwendet wird, was einen zusätzlichen Vorteil darstellt.
  • Als Ergebnis kann die erfindungsgemäße Entwicklungszusammensetzung beispielsweise die oben genannten Komponenten innerhalb der folgenden beispielhaften Bereiche (bezogen auf 1,0 Liter einer wäßrigen Zusammensetzung) enthalten: Komponente Gramm/Liter Alkalisulfit Maskierungsmittel (z.B. NaEDTA) 3-Pyrazolidon Benzotriazol 1-Pheny1-5-mercaptotetrazol 2-Ketogluconsäure-Entwickler oder Derivat Alkalimetallcarbonat Natriumbromid
  • Die oben genannten beispielhaften Bereiche für zahlreiche spezifische Verbindungen, die erfolgreich in der erfindungsgemäßen Entwicklungszusammensetzung verwendet werden können, können etwas variieren, wenn man die Unterschiede in abgeleiteten Derivaten solcher Verbindungen, wie das Molekulargewicht, berücksichtigt (wie beispielsweise bei der Verwendung von Natriumcarbonat anstelle von Kaliumcarbonat.
  • Hinsichtlich der Verwendung der erfindungsgemäßen Entwicklungszusammensetzung können die Entwicklungszeit und -temperaturen während der Entwicklung stark variieren. Die Entwicklungstemperatur kann beispielsweise von 20 bis 45ºC reichen, während die Entwicklungszeit von 10 bis 200 Sekunden variieren kann.
  • Nach der Entwicklung wird das Silberhalogenidmaterial in einer Fixierungszusammensetzung fixiert, gewaschen und in herkömmlicher Weise getrocknet.

Claims (23)

1. Hydrochinon- und Alkalimetallhydroxid-freie, wäßrige, alkalische, photographische Entwicklungszusammensetzung, die ein Sulfit enthält, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein Entwickler, ausgewählt aus 2-Ketogluconsäure und ihren silberreduzierenden Derivaten, enthält.
2. Verfahren zur Durchführung der Entwicklung eines bildweise belichteten, silberreduzierenden photographischen Materials, das die Durchführung der Entwicklung des Materials, während es in Kontakt mit einer Hydrochinon- und Alkalimetallhydroxid-freien, wäßrigen Entwicklungszusammensetzung steht, umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung ein Entwickler, ausgewählt aus 2-Ketogluconsäure und ihren silberreduzierenden Derivaten, enthält.
3. Verwendung von 2-Ketogluconsäure oder einem silberreduzierenden Derivat davon zur Entwicklung von belichtetem photographischen Silberhalogenidmaterial in Abwesenheit von Hydrochinon und Alkalimetallhydroxid.
4. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Entwickler aus 2-Ketogluconsäure und ihren Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalzen und ihrem Methylester ausgewählt ist.
5. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Entwickler Methyl-2- ketogluconat enthält.
6. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Entwickler 2-Keto- gluconsäure enthält.
7. Entwicklungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Entwickler in einer Menge von mindestens 15 g/Liter vorliegt.
8. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Menge 20 bis 80 g/Liter beträgt.
9. Photographische Entwicklungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Sulfit aus Natrium- und Kaliumsulfit ausgewählt ist.
10. Entwicklungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Sulfit in einer Menge von 2 bis 20 g/Liter vorliegt.
11. Entwicklungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß sie weiterhin eine alkalische Pufferverbindung enthält.
12. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die alkalische Pufferverbindung ein Alkalimetallcarbonat ist.
13. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkalimetallcarbonat Kaliumcarbonat ist.
14. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkalimetallcarbonat in einer Menge von 15 bis 40 g/Liter vorliegt.
15. Entwicklungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß sie weiterhin ein 3-Pyrazolidon-Entwicklungsmittel enthält.
16. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das 3-Pyrazolidon-Entwicklungsmittel aus 4-(Hydroxymethyl)-4-methyl-1-phenyl-3- pyrazolidon, 1-Phenyl-3-pyrazolidon, 1-p-Tolyl-3-pyrazolidon, 1-Phenyl-4-methyl-3-pyrazolidon, 1-Phenyl-4,4-dimethyl-3-pyrazolidon, 1-p-Chlorphenyl-3-pyrazolidon, 5-Phenyl-3-pyrazolidon, 1-Phenyl-5-methyl-3-pyrazolidon, 1-m- Tolyl-3-pyrazolidon und 1-p-Methoxyphenyl-3-pyrazolidon ausgewählt ist.
17. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß das 3-Pyrazolidon-Entwicklungsmittel in einer Menge von 0,2 bis 4 g/Liter vorliegt.
18. Entwicklungszusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung einen pH innerhalb des Bereichs von 9,5 bis 11,75 besitzt.
19. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Entwickler, ausgewählt aus 2-Ketogluconsäure und ihren silberreduzierenden Derivaten, zusammen mit einem Sulfit, einem Alkalimetallcarbonat und einem 3-Pyrazolidon-Entwicklungsmittel umfaßt, wobei die Zusammensetzung einen pH-Wert von 9,50 bis 11,75 besitzt, der Entwickler in einer Menge von mindestens 15 g/Liter vorliegt, das Sulfit in einer Menge von 2 bis 20 g/Liter vorliegt und das Carbonat in einer Menge von 15 bis 30 g/Liter vorliegt.
20. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen oder ihre Mengen wie in einem der Ansprüche 4, 5, 6, 8, 9, 13, 16 und 17 definiert sind.
21. Entwicklungszusammensetzung nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, daß sie 4-(Hydroxymethyl)-4-methyl-1-phenyl-3-pyrazolidon, Benzotriazol, 1- Phenyl-5-mercaptotetrazol, Kaliumcarbonat und Natriumbromid enthält.
22. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung wie in einem der Ansprüche 1 und 4 bis 21 definiert ist.
23. Verwendung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die 2-Ketogluconsäure oder ihr Derivat wie in einem der Ansprüche 4 bis 6 definiert ist.
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