DE69201743T2 - Verfahren zur Führung eines Ausgrabungswerkzeugs für Bodenschlitzwände und Ausgrabungswerkzeug zur Durchführung des Verfahrens. - Google Patents
Verfahren zur Führung eines Ausgrabungswerkzeugs für Bodenschlitzwände und Ausgrabungswerkzeug zur Durchführung des Verfahrens.Info
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Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Führen eines Aushubwerkzeugs, das zur Bildung einer in der Erde gegossenen Wand verwendet wird, sowie ein modifiziertes Aushubwerkzeug zur Durchführung des Verfahrens.
- Die in der Erde gegossenen Wände sind durch abwechselnde oder aufeinanderfolgende Grundplatten gebildet. Die fertige Konstruktion besteht somit aus einer Abfolge von einheitlichen Platten, deren geometrische Kontinuität während der Ausführung gewährleistet sein muß.
- Um diese geometrische Kontinuität der Ausführung zu erreichen, werden zwei Verfahren entweder voneinander unabhängig oder in Verbindung verwendet.
- Das erste Verfahren besteht darin, den Aushubwerkzeugen (mechanische oder hydraulische Schaufeln bei diskontinuierlichem Aushub und Abtrag von Abraum, oder Trommel- oder Kettenschrämmaschinen bzw. Schaufelradbagger bei kontinuierlichem Aushub und Abtrag) einen Körper von großer Schlankheit und einem Querschnitt zu verleihen, der demjenigen der Ausschachtung sehr nahe ist, um so, in Verbindung mit einer Absenkung des Schwerpunkts, während der Ausführung eine Selbstführung in der Ausschachtung zu erreichen. In den Aushubwerkzeugen können Steuer- und Korrekturvorrichtungen vorgesehen sein, um eine eventuelle Abweichung von der theoretischen Bahn mehr oder weniger wirksam zu korrigieren.
- Das zweite Verfahren besteht darin, daß das Aushubwerkzeug mehr oder weniger wirksam auf der zuvor erstellten Platte geführt wird. Bei dem allgemein verwendeten herkömmlichen Verfahren zur Bildung einer Wand wird die vor dem Betonieren am Ende einer Platte vorgesehene Schalung vor dem endgültigen Abbinden des Betons wie eine Gleitschalung herausgezogen. Der solchermaßen gebildete Hohlraum ermöglicht eine gewisse Führung des Aushubwerkzeugs zum Zeitpunkt der Erstellung der nächsten Platte.
- Diese reichlich ungenauen Führungsverfahren sind lediglich bei der Erstellung von gegossenen Wänden mit verhältnismäßig geringer Tiefe akzeptabel.
- Die Verwendung gegosssener Wände, deren Tiefe stetig zunimmt (und die beispielsweise über 100 Meter liegen kann, bei der Erstellung von Ingenieurbauten und in zunehmend schwierigerem Gelände begründet den Bedarf nach einem Herstellungsverfahren, das es ermöglicht, die Geometrie und die Kontinuität der Grundplattenbauteile a priori zu gewährleisten. Die bis zu einer gewissen Tiefe akzeptablen gegenwärtig verfügbaren Lösungen sind für Bauten mit größerer Tiefe oder für Bauten, die ein hohes Maß an Sicherheit erfordern, nicht geeignet.
- Das europäische Patent 0 101 350 beschreibt ferner ein spezifisches Verfahren zum Herausziehen einer Endschalung durch seitliches Entfernen der Schalung, welches darüber hinaus gleichzeitig ein wirksames Führen des Aushubwerkzeugs ermöglicht. Jedoch ist die Funktion des Führens der Vorrichtung der Funktion des gleichzeitigen Entfernens der Schalung untergeordnet, welche die Hauptaufgabe der beschriebenen Erfindung darstellt. Ferner basiert dieses Führungsverfahren im wesentlichen auf der gleitenden Verschiebung eines von zwei Elementen in dem anderen. Die Erfahrung lehrt, daß die korrekte Funktion, ohne daß dabei die Gefahr des Verkantens oder des endgültigen Blockierens völlig ausgeschlossen sind, eine dynamische Vorgehensweise erfordert, beispielsweise durch eine hin- und hergehende oder eine schlagende Bewegung des Aushubwerkzeugs, insbesondere im Hinblick auf die widrigen Umstände, die die stark mit suspendierten festen Partikeln aus dem Erdreich versetzte Umgebung, in die die gesamte Einrichtung eintaucht, bietet. Dieses System ist daher gut für die Verwendung von Greiferkübeln als Aushubwerkzeug geeignet, jedoch ist es weniger vorteilhaft bei Verwendung 1von kontinuierlich arbeitenden Aushubwerkzeugen wie Wand-Schrämmaschinen und Wand-Schaufelradbagger.
- Kürzlich hat die Anmelderin in EP-A-0 333 577, veröffentlicht am 20. September 1989, ein Verfahren zum Führen eines Aushubwerkzeugs, das zur Bildung von Gräben verwendet wird, die zur Herstellung einer Wand, die durch aufeinanderfolgende oder abwechselnde Platten in der Erde gegossen wird, erforderlich sind, und eine Aushubvorrichtung beschrieben, die jeweils den Oberbegriffen der unabhängigen Ansprüche 1 und 9 entsprechen, wobei das Aushubwerkzeug in Kombination aufweist: ein sich über die Höhe des zu bildenden Grabens erstreckendes Vertikal-Führungselement, das mit einer benachbarten zuvor gebildeten Wandplatte oder einer am Ende der benachbarten zuvor gebildeten Wandplatte vorgesehenen Schalung fest verbunden ist, und am Aushubwerkzeug vorgesehene Führungsräder, die auf dem Führungselement abrollen. Dieser Stand der Technik ist dadurch gekennzeichnet, daß:
- (i) das Führungselement und die Führungsräder derart ausgebildet und angeordnet sind, daß die Räder beim Auftreten jeglicher horizontaler Kräfte, die ein Trennen der Räder voneinander bewirken würden, durch das Führungselement gehalten sind, und
- (ii) die Räder derart profiliert sind, daß sie während des Abrollens auf dem Element jedes eventuell auf diesem befindliche Hindernis aus Beton oder gehärtetem Schlamm zerstören können. Obwohl dieses System einen gewissen Fortschritt darstellt, ist es nicht zur vollsten Zufriedenheit verwendbar, da trotz der zu ihrer Vermeidung vorgesehenen Einrichtungen Blockierungen auftreten können.
- Die Erfindung hat die Aufgabe, ein neuartiges Verfahren zur Führung eines Aushubwerkzeugs, das zur Bildung einer in der Erde gegossenen Wand verwendet wird, zu schaffen, das es ermöglicht, jede Diskontinuität zwischen den aufeinanderfolgenden Platten einer in der Erde gegossenen Wand zu verhindern, wobei es gleichzeitig einfach durchzuführen ist.
- Das erfindungsgemäße Führungsverfahren dient insbesondere der Vermeidung oder der Überwindung der Schwierigkeiten, die sich durch das Eindringen eines härtbaren Materials, beispielsweise Beton oder Zementschlamm, in die verwendeten Führungseinrichtungen ergeben, da das Eindringen Hindernisse hervorruft, die der korrekten Funktion der Führungseinrichtungen entgegenstehen. Diese Hindernisse sind der Grund für das praktische Versagen der meisten hochentwickelten Führungssysteme der Vergangenheit.
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Führen eines Aushubwerkzeugs, das zur Bildung von Gräben verwendet wird, die zur Herstellung einer Wand, die durch aufeinanderfolgende oder abwechselnde Platten in der Erde gegossen wird, erforderlich sind, gekennzeichnet durch
- a) das Vorsehen eines mit einer ersten Führungseinrichtung versehenen Aushubwerkzeugs,
- b) das Vorsehen einer zweiten Führungseinrichtung an der Begrenzung eines zuvor ausgebildeten Grabens, die sich im wesentlichen über die gesamte Tiefe dieses Grabens erstreckt, wobei die erste und die zweite Führungseinrichtung derart sind, daß die eine der Einrichtungen frei in der anderen gleitend verschiebbar ist und daß sie über die gesamte Länge der zweiten Führungseinrichtung frei miteinander verbindbar und voneinander lösbar sind; ferner durch
- c) das Zusammengreifen der Führungseinrichtungen nach dem Erstellen der Platte in dem zuvor ausgebildeten Graben; und
- d) das Steuern des Aushubwerkzeugs derart, daß eine Kraft ausgeübt wird, die ein Aufrechterhalten der Verbindung der Führungseinrichtungen miteinander bewirkt, während nachfolgend der Graben ausgehoben wird.
- Nach einem Ausführungsbeispiel besteht die an dem Aushubwerkzeug befestigte erste Führungseinrichtung aus einem vertikalen Element mit im wesentlichen ebener Form und die zweite Führungseinrichtung, die in einem mit dem Ende der zuvor erstellten Platte einstückigen verlorenen Element oder in einer an dem Ende angebrachten temporären Schalung vorgesehen ist, besteht aus einer Nut oder Auskehlung, die sich vertikal über die Höhe des Elements oder der Schalung und in der Nähe des Mittelteils derselben erstreckt.
- Nach einem anderen Ausführungsbeispiel bestehen die Führungseinrichtungen aus zwei voneinander beabstandeten, zueinander parallelen, mit dem Aushubwerkzeug einstückigen vertikalen Elementen mit im wesentlichen ebener Form, die jeweils in zwei Nuten eingreifen, die zwischen den Seitenflächen eines mit der zuvor erstellten Platte einstückigen verlorenen Elements oder einer an dieser angebrachten temporären Schalung und dem benachbarten Erdreich ausgebildet sind.
- Da die zweite Führungseinrichtung (Nut oder Auskehlung) vor dem Gießen der vorhergehenden Platte plaziert wird, ist die zweite Führungseinrichtung einem Eindringen von härtbarem Material, beispielsweise Beton oder Zementschlamm, ausgesetzt, das in der Lage ist, das verlorene Teil oder die Schalung zu umgeben, wobei dieses Eindringen mehr oder weniger örtlich begrenzte Hindernisse für die zweite Führungseinrichtung bildet, die das freie Gleiten der ersten Führungseinrichtung in der zweiten behindern oder verhindern. Es ist daher unverzichtbar, daß:
- - entweder jedes eventuelle Eindringen von härtbarem Material in die Nut zum Zeitpunkt des Betonierens der vorhergehenden Platte verhindert wird;
- - oder eventuelle Hindernisse, die durch beim Herstellen der vorhergehenden Platte in die Nut eingedrungene härtbare und dort ausgehärtete Materialien gebildet sind, zerstört werden können.
- Um jedem eventuellen Eindringen vorzubeugen, kann ein Verschluß für die Nut vorgesehen werden, der den größeren Teil des Querschnitts der Nut oder nur den auf der Seite der auszuschachtenden Platte gelegenen vorderen Teil betrifft, wodurch der hintere Teil der Nut gegenüber jedem Eindringen geschützt ist. Es ist daher möglich:
- a) die Nut mit einem Material von geringer Festigkeit (beispielsweise belüfteter Zementschaum, expandiertes Polyurethan, Asbestzement) auszufüllen, das in der Folge leicht zerstörbar ist;
- b) die Nut provisorisch auf reversible Weise zu verschließen,
- - entweder mittels eines dehnbaren Elements (beispielsweise einem aufblasbaren Schlauch oder einer solchen Schalung), das nach dem Expandieren an den Wänden derart anliegt, daß es dem Eindringen von außen kommender Materialien entgegenwirkt;
- - oder mittels eines ausziehbaren Elements (beispielsweise einem Rohr oder Profil), das in der Nut gleitend verschiebbar ist.
- Im ersten Fall reicht es aus, die Luft aus dem Element abzulassen, um es herauszuziehen, ohne eine große Zugkraft aufbringen zu müssen. Im zweiten Fall muß das Rohr oder Profil mit Kraft herausgezogen werden, um die Reibwiderstände zu überwinden.
- c) den Eingang der Nut zu "verschließen" und zwar
- - entweder mittels einer "verbrauchbaren" Dichtung, die anschließend von der ersten Führungseinrichtung im Verlauf ihrer Fortbewegung herausgerissen oder zerstört wird;
- - oder mittels einer permanenten Dichtung, beispielsweise einer Lippendichtung, einer Schaumstoffdichtung, etc..., die von der ersten Führungseinrichtung angehoben, abgenommen oder zusammengedrückt wird.
- Um eventuelle Hindernisse aus gehärtetem Material zu zerstören, ist es möglich:
- d) die Nut vor dem Einführen der mit dem Aushubwerkzeug verbundenen Führungseinrichtung mittels eines Dreh-, Schlag- oder Drehschlagbohrwerkzeugs mit oder ohne Einspritzen von Spülflüssigkeit, oder mittels eines Druck-Strahlbohrwerkzeugs zu reinigen, das in die Nut eingeführt wird, um diese über ihre Höhe auszuräumen;
- e) die Nut im Verlauf der Vorwärtsbewegung des Aushubwerkzeugs mittels eines zusätzlichen Werkzeugs (beispielsweise einem Fräsrad, einer Schrämkette, einem Schlagwerkzeug, einem Drehwerkzeug, etc...) zu reinigen, das in die Nut eingesetzt ist und den Durchgang für die mit dem Aushubwerkzeug verbundene und über diesem angeordnete Führungseinrichtung freiräumt. Im letzteren Fall kann das Werkzeug zum Beseitigen von Hindernissen
- - entweder ohne direkte mechanische Verbindung mit dem Aushubwerkzeug in der Nut umlaufen,
- - oder fest mit dem Aushubwerkzeug verbunden sein.
- Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Führungseinrichtungen ermöglichen es, zu vermeiden, daß die benachbarten Enden zweier die gegossene Wand bildender aufeinanderfolgender Platten in bezug zueinander versetzt sind, sei es in zur Ebene der Wand transversaler Richtung oder in der Ebene der Wand.
- Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders für den Fall geeignet, daß das Aushubwerkzeug ein kontinuierlich arbeitender Bagger mit gegensinnig drehenden Schrämtrommeln oder -ketten ist. Mit einer solchen Maschine ist es in der Tat sehr einfach eine Kraft zu erzeugen, die die Führungseinrichtungen miteinander in Eingriff hält, indem sie sich die relativen Geschwindigkeiten der Schrämtrommeln oder -ketten zunutze macht, das heißt, indem die Schrämtrommel(n) oder - kette(n) schneller gedreht werden, wodurch durch die Reibung mit dem Erdreich eine auf die zuvor ausgebildete Wandplatte gerichtete Kraft erzeugt wird.
- Die Steuerung des korrekten Lenkens des Aushubwerkzeugs kann mittels eines Querneigungsmessers und gegebenenfalls mittels in der Aushubmaschine installierten Näherungsdetektoren erfolgen.
- Wenn das Aushubwerkzeug eine diskontinuierlich arbeitende Aushubmaschine vom Schaufelbaggertyp ist, ist das Steuern schwieriger zu bewerkstelligen.
- Dies kann jedoch erreicht werden, indem man sich die Exzentrizität des Schwerpunkts des Schaufelbaggers zunutze macht oder indem während des Aushubs an der Begrenzung des Grabens eine horizontale Reaktion gegen das Erdreich bewirkt wird, die derjenigen der mit dem Aushubwerkzeug verbundenen Führungseinrichtung entgegengesetzt ist.
- Die Erfindung betrifft ferner eine Aushubvorrichtung zur Durchführung der zuvor genannten Variante e) des erfindungsgemäßen Verfahrens. Diese Graben-Aushubvorrichtung mit einem Aushubwerkzeug vom Ketten- oder Trommelschrämtyp, mit wenigstens einer ersten Führungseinrichtung, gekennzeichnet durch wenigstens ein Hilfswerkzeug, das an dem Aushubwerkzeug befestigt ist und mit einer Führungsnut oder -auskehlung in Eingriff bringbar ist, die eine zweite Führungseinrichtung bildet, die mit der ersten Führungseinrichtung des Aushubwerkzeugs zusammenwirkt, um ein freies Schieben der beiden Führungseinrichtungen ineinander zu erlauben, um sämtliche Hindernisse daraus zu entfernen, wobei die Führungseinrichtung über die gesamte Länge der Führungsnut oder -auskehlung frei von dieser lösbar ist.
- Das Hilfswerkzeug kann ein Werkzeug gemäß der Beschreibung der Variante e) sein und kann entweder unter der an dem Aushubwerkzeug befestigten Führungseinrichtung angeordnet sein oder selbst die Aufgabe der Führungseinrichtung wahrnehmen.
- Obwohl im vorhergehenden insbesondere Führungseinrichtungen beschrieben wurden, die aus einem oder zwei vertikalen Elementen von im wesentlichen ebener Form, die fest an dem Aushubwerkzeug angebracht und in der Lage sind, in einer oder zwei ortsfesten Nuten zu gleiten, sei schließlich darauf hingewiesen, daß diese Führungseinrichtungen austauschbar sind. Anders ausgedrückt: das Aushubwerkzeug kann ein oder zwei Elemente aufweisen, die Nuten bilden, welche gleitend verschiebbar in Eingriff mit einem oder zwei Stegen oder Schienen bringbar sind, die fest am Ende der zuvor ausgebildeten Platte oder der an diesem Ende angebrachten Schalung befestigt sind und sich vertikal über die Höhe, der Platte oder Schalung erstrecken.
- Gleichermaßen kann das als eine der Führungseinrichtungen verwendete vertikale Element mit im wesentlichen ebener Form durch eine Rolle oder eine Scheibe ersetzt werden, die in der Lage ist, auf dem Boden einer U-, V- oder halbkreisförmigen Nut, die die andere Führungseinrichtung bildet, zu rollen.
- Ein besseres Verständnis der Erfindung ergibt sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Zusammenhang mit den zugehörigen Zeichnungen, welche zeigen:
- Figur 1 ist eine schematische Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Führungsverfahrens;
- Figur 2 ist eine schematische Draufsicht auf ein anderes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Führungsverfahrens;
- Figuren 3 bis 8 sind schematische Draufsichten auf verschiedene Einrichtungen zum Schützen der Führungsnuten vor dem Eindringen härtender Materialien;
- Figuren 9 bis 12 sind schematische Draufsichten oder Seitenansichten verschiedener Einrichtungen zum Zerstören von Material, das in die Führungsnut(en) eingedrungen und dort gehärtet ist.
- Figur 1 zeigt eine zuvor in der Erde gegossene Platte 1 nach dem Vorsehen einer profilierten Endschalung 2.
- Diese üblicherweise aus Metall bestehende Schalung ist mit einer vertikalen Nut 3 versehen, die sich über die gesamte Länge und in der Nähe des Mittelbereichs der Schalung erstreckt. Das Ausheben des Grabens, in dem die nachfolgende Platte gegossen werden soll, erfolgt mittels eines Aushubwerkzeugs 4, wie z.B. kontinuierlich arbeitenden Schrämmaschine, an dem eine als Führungseinrichtung dienende Metallplatte 5 angebracht ist. Diese Platte 5 wird zu Beginn der Aushubarbeit in die Nut 3 eingesetzt und gleitet mit dem Vordringen des Werkzeugs in die Erde frei von oben nach unten, wodurch jede transversale Abweichung des Werkzeugs in bezug auf die Schalung vermieden wird. Durch geeignetes Steuern des Werkzeugs 4 wird ferner eine Kraft erzeugt, die in Richtung des Pfeils F wirkt und die Platte 5 während des Aushubvorgangs in Eingriff mit der Nut 3 hält, wodurch jede Abweichung des Werkzeugs in der Ebene des Grabens während der Bildung desselben vermieden wird.
- Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel, das zu dem Ausführungsbeispiel nach Figur 1 analog ist, mit der Ausnahme, daß das Aushubwerkzeug 4 zwei seitlich angeordnete Führungsplatten 5 aufweist, die in zwei Nuten 3 eingreifen, welche zwischen den Kanten der Schalung und dem Erdreich selbst ausgebildet sind. Im Verlauf des weiteren Ausschachtens des Grabens führen die Platten 5 des Werkzeugs dieses, indem sie in den Nuten 3 gleiten. Wie zuvor wird eine Kraft F erzeugt, die das Andrücken des Werkzeugs gegen die Schalung bewirkt, so daß die Platten 5 in den Nuten 3 gehalten werden.
- Damit das erfindungsgemäße Führungsverfahren zufriedenstellend durchgeführt werden kann, muß entweder verhindert werden, daß Beton oder Zementschlamm in die Nut(en) 3 eindringt, durch welche Hindernisse gebildet würden, die ein freies gleitendes Verschieben der Führungseinrichtungen ineinander verhindern, oder man läßt das Eindringen geschehen, zerstört jedoch die in der Nut oder den Nuten gebildeten Hindernisse vor dem weiteren Ausschachten des Grabens.
- Die Figuren 3 bis 8 zeigen verschiedene Einrichtungen, die ein Eindringen von Material in die Nut(en) verhindern
- Die Figuren 3a und 3b zeigen die Verwendung des Ausfüllens der Nut(en) mit einem Material 7 von geringer mechanischer Festigkeit, beispielsweise Polyurethanschaum, das leicht zerstörbar und im Anschluß daran leicht entfernbar ist. Das Ausfüllen erfolgt vor der Anbringung der Schalung 2 in der Erde und dem Betonieren der Platte 1, um jegliches Eindringen von härtbaren Materialien, die Hindernisse bilden können, in die Nut(en) zu verhindern.
- Figur 4 zeigt den temporären Verschluß einer Führungsnut 3 mit kreisförmigem Querschnitt mittels eines aufblasbaren Schlauchs 8. Vor dem Einsetzen der fest mit dem Aushubwerkzeug verbundenen Führungsplatte wird die Luft aus dem Schlauch 8 abgelassen und dieser herausgezogen.
- Figur 5 stellt die Verwendung eines ausziehbaren Füllelements 9 dar, beispielsweise eine MetallPlatte, das zum vorübergehenden Verschließen der Nut und zum Schutz derselben vor jeglichem Eindringen von Materialien dient. Dieses ausziehbare Element wird mit Kraft vor dem Einsetzen der am Aushubwerkzeug befestigten Führungsplatte in die Nut herausgezogen.
- Figur 6 zeigt die Verwendung eines Dichtungsstopfens 10 zum Verschließen des Eingangs der Nut und zum Verhindern des Zusetzens derselben. Dieser Dichtungsstopfen wird vor dem Einsetzen der Führungsplatte in die Nut zerstört.
- Figur 7 zeigt die Verwendung einer lediglich auf einer Seite der Nut an der Schalung befestigten Klappe 11 zum Verhindern des Zusetzens der Nut. Diese Klappe wird im Verlauf des Verschiebens der Führungsplatte in der Nut von der Führungsplatte entfernt.
- Figur 8 zeigt die Verwendung eines aufblasbaren Elements 12 und/oder eines ausziehbaren Elements 13 zum vorübergehenden Verschließen von zwischen einer Schalung und dem Erdreich vorgesehenen seitlichen Nuten (Ausführungsbeispiel nach Fig. 2).
- Die Figuren 9 bis 12 stellen verschiedene Einrichtungen zum Zerstören von Hindernis sen dar, die sich in dem Fall gebildet haben, daß ein Eindringen in die Nuten zugelassen wurde, um durch das Zerstören die Nut(en) für ihre Führungsfunktion zu reinigen.
- Die Figuren 9a und 9b zeigen eine Seitenansicht bzw. eine Draufsicht auf das Freiräumen einer Nut mit kreisförmigem Querschnitt, in die ein gehärtetes Material eingedrungen ist, unter Verwendung eines vor dem Plazieren des Aushubwerkzeugs von der Oberfläche an eingesetzten drehenden Bohrwerkzeugs 14.
- Die Figuren 10a und 10b zeigen eine Seitenansicht bzw. eine Draufsicht auf das Freiräumen einer Nut mit kreisförmigem Querschnitt, in die ein gehärtetes Material eingedrungen ist, unter Verwendung eines Schlagbohrwerkzeugs 15, beispielsweise eines Bohrhammers, das von dem Aushubwerkzeug unabhängig jedoch zeitgleich mit dem Aushubwerkzeug arbeitet, um die Nut im Verlauf des Vordringens des Aushubwerkzeugs in die Erde zu räumen.
- Die Figuren 11a und 11b zeigen eine Seitenansicht bzw. eine Draufsicht auf das Freiräumen einer im Mittelbereich einer Schalung vorgesehenen und mit gehärtetem Material gefüllten Nut, unter Verwendung einer Schrämkette 16, die unterhalb der Führungsplatte an dem Aushubwerkzeug befestigt ist und die Nut im Verlauf des Vordringens des Aushubwerkzeugs in die Erde befreit. Die Schrämkette kann von demselben Motor wie das Aushubwerkzeug oder von einem anderen Motor angetrieben werden.
- Figur 12 ist eine Draufsicht auf das Freiräumen von mit gehärtetem Material zugesetzten seitlichen Nuten unter Verwendung zweier Schrämketten 16, die zu derjenigen der Figuren 11a und 11b analog, jedoch an den Flanken des Aushubwerkzeugs angeordnet sind. Die beiden Schrämketten 16 werden von einem Mechanismus 17 angetrieben, der von demselben Motor wie das Aushubwerkzeug oder von einem anderen Motor getrieben wird.
- Es sei darauf hingewiesen, daß die Ketten 16 die Aufgabe der ersten Führungseinrichtung wahrnehmen können, derart, daß die Führungsplatten wegfallen können.
- Es sei ebenfalls darauf hingewiesen, daß die Schrämketten durch Fräsräder ersetzt werden können.
- Ferner können die in Zusammenhang mit den Figuren 11 und 12 beschriebenen Schrämketten (oder die Fräsräder) zum Zerstören der in Zusammenhang mit den Figuren 3 bzw. 8 beschriebenen Füllmittel mit geringer Festigkeit verwendet werden.
- Es sei schließlich darauf hingewiesen, daß das Ausführungsbeispiel mit zwei zwischen den Kanten der Schalung und dem Erdreich ausgebildeten Nuten das Herausziehen der Schalung erleichtern kann, falls eine Schalung gemäß der Beschreibung in EP-A-0 101 350 verwendet wird. Die genannten Nuten erleichtern tatsächlich das Umlaufen des in Verbindung mit der Schalung verwendeten Ausschalungswerkzeug.
- Die beschriebenen Ausführungsbeispiele sind selbstverständlich nur Beispiele und können durch Verwendung äquivalenter Verfahren verändert werden, ohne daß der Rahmen der Erfindung dadurch verlassen wird.
Claims (11)
1. Verfahren zum Führen eines Aushubwerkzeugs (4), das zur
Bildung von Gräben verwendet wird, die zur Herstellung einer
Wand, die durch aufeinanderfolgende oder abwechselnde
Platten (1) in der Erde gegossen wird, erforderlich sind,
gekennzeichnet durch
a) das Vorsehen eines mit einer ersten Führungseinrichtung
(5) versehenen Aushubwerkzeugs (4),
b) das Vorsehen einer zweiten Führungseinrichtung (3) an der
Begrenzung eines zuvor ausgebildeten Grabens, die sich im
wesentlichen über die gesamte Tiefe dieses Grabens
erstreckt, wobei die erste (5) und die zweite
Führungseinrichtung (3) derart sind, daß die eine der Einrichtungen (5, 3)
frei in der anderen gleitend verschiebbar ist und daß sie
über die gesamte Länge der zweiten Führungseinrichtung (3)
frei miteinander verbindbar und voneinander lösbar sind;
ferner durch
c) das Zusammengreifen der Führungseinrichtungen (5, 3) nach
dem Erstellen der Platte (1) in dem zuvor ausgebildeten
Graben; und
d) das Steuern des Aushubwerkzeugs (4) derart, daß eine
Kraft (F) ausgeübt wird, die ein Aufrechterhalten der
Verbindung der Führungseinrichtungen (5, 3) miteinander
bewirkt, während nachfolgend der Graben ausgehoben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch, gekennzeichnet, daß
die an dem Aushubwerkzeug (4) befestigte erste
Führungseinrichtung (5) aus einem vertikalen Element mit im
wesentlichen ebener Form besteht, und die zweite
Führungseinrichtung (3), die in einem mit dem Ende der zuvor
erstellten Platte (1) einstückigen verlorenen Element oder in
einer an dem Ende angebrachten temporären Schalung (2)
vorgesehen ist, aus einer Nut oder Auskehlung (3) besteht, die
sich vertikal über die Höhe des Elements- oder der Schalung
(2) und in der Nähe des Mittelteils derselben erstreckt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Führungseinrichtungen (5,3) aus zwei voneinander
beabstandeten, zueinander parallelen, mit dem Aushubwerkzeug
einstückigen vertikalen Elementen mit im wesentlichen ebener
Form bestehen, die jeweils in zwei Nuten eingreifen, die
zwischen den Seitenflächen eines mit der zuvor erstellten
Platte (1) einstückigen verlorenen Elements oder einer an
dieser angebrachten temporären Schalung (2) und dem
benachbarten Erdreich ausgebildet sind.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß ferner Maßnahmen ergriffen werden, um ein Eindringen
eines härtbaren Materials in die Nut oder die Nuten (3)
während der der Ausführung des Schritts (d) vorangehenden
Arbeiten zu verhindern.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die genannten Maßnahmen umfassen: a) das Füllen der Nut oder
der Nuten mit einem Material von geringer Festigkeit; oder
b) das provisorische und reversible Verschließen der Nut
oder der Nuten; oder c) das Verschließen des Einlasses der
Nut.
6. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß ferner vor der Ausführung des Schrittes (d) oder während
desselben alle möglicherweise vorhandenen Hindernisse, die
durch ein in die Nut oder die Nuten eingedrungenes härtbares
Material (7) gebildet wurden und dort ausgehärtet sind,
zerstört werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zerstörung der Hindernisse gleichzeitig mit der
Ausführung des Schrittes (d) erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Aushubwerkzeug (4) ein Stetigbagger
mit gegensinnig drehenden Schrämtrommeln oder -ketten ist.
9. Graben-Aushubvorrichtung mit einem Aushubwerkzeug (4) vom
Ketten- oder Trommelschrämtyp, mit wenigstens einer ersten
Führungseinrichtung (5), gekennzeichnet durch wenigstens ein
Hilfswerkzeug (14, 15, 16, 17), das an dem Aushubwerkzeug
(4) befestigt ist und mit einer Führungsnut oder -auskehlung
in Eingriff bringbar ist, die eine zweite
Führungseinrichtung (3) bildet, die mit der ersten Führungseinrichtung (5)
des Aushubwerkzeugs (4) zusammenwirkt, um ein freies
Schieben der beiden Führungseinrichtungen (3, 5) ineinander zu
erlauben, um sämtliche Hindernisse daraus zu entfernen,
wobei die Führungseinrichtung (5) über die gcsamte Länge der
Führungsnut oder -auskehlung frei von dieser lösbar ist.
10. Aushubvorrichtung nach AnsPruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Hilfswerkzeug (14, 15, 16, 17) unter der
Führungseinrichtung (5, 3) angeordnet ist.
11. Aushubvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Hilfswerkzeug (14, 15, 16, 17) gleichzeitig als
Führungseinrichtung (5, 3) dient.
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