-
Die vorliegende Erfindung betrifft Additive, die zur
Unterdrükkung oder Verhinderung der Schaumbildungstendenz Organischer
Flüssigkeiten geeignet sind.
-
Die Schaumbildungstendenz einer Organischen Flüssigkeit kann ein
Haupthindernis für ihre industrielle Brauchbarkeit sein. Die
Neigung zur Schaumbildung kann eine Flüssigkeit als
Lösungsoder Verdünnungsmittel in chemischen Verfahren unbrauchbar
machen, bei denen gerührt werden muß. Die Neigung zur
Schaumbildung kann ferner die Pumpbarkeit solcher Flüssigkeiten
beeinträchtgen, und der resultierende Schaum kann die Skalen der
Strömungsmeßgeräte unklar machen, was genaue Volumenmessungen
erschwert.
-
Das Problem der Schaumbildung ist insbesondere bei der
Verteilung von Organischen Flüssigkeiten wie flüssigen Erdö.lprodukten,
insbesondere Brenn- und Schmierstoffen, von Bedeutung. Solche
Flüssigkeiten werden typischerweise durch ein Verteilernetzwerk
geführt, wobei das Pumpen durch Rohrleitungen oder eine Reihe
von Lagertanks eingeschlossen ist. In solchen Verteilersystemen
kann die Schaumbildung die Pumpzeiten von großen Flüssigkeits
mengen wesentlich erhöhen. Darüber hinaus kann starke
Schaumbildung zum Überlaufen von überschüssigem Schaum aus Tanks während
des Füllens führen, was zum Verlust der und einer Gefährdung
durch die abgeteilte Flüssigkeit führt.
-
Das Problem der Schaumbildung Organischer Flüssigkeiten wurde
angegangen, indem Additive verwendet wurden, die den
infragestehenden Flüssigkeiten eine geringere Schaumbildungstendenz
verleihen. Solche Additive sind aus dem Stand der Technik bekannt,
wie beispielsweise Organosilicium-Copolymere oder Derivate
solcher Polymere. Beispiele dafür sind die in der US-A-3 233 986
bes chriebenen Siloxan-Polyoxyalkylen-Blockcopolymere, die aus
einem oder mehreren an einen oder mehreren Oxyalkylenblöcke
gebundenen Siloxanblöcken bestehen und zum wesentlichen Teil aus
Oxyethylen- und/oder Oxypropylengruppen bestehen. Es hat sich
gezeigt, daß solche Organosiliciumpolymere bei der Verminderung
der Schaumbildungstendenz einer Vielzahl von Organischen
Flüssigkeiten wirksam sind. Andere Klassen von
Organosiliciumpolymeren, einschließlich fluorierten Derivaten, sind ebenfalls
bekannt und wurden wegen ihrer schaumreduzierenden Eigenschaften
verwendet.
-
Allerdings führte die Verwendung solcher
Organosiliciummaterialien als Additiv zur Unterdrückung oder Verhinderung der
Schaumbildungstendenz bestimmter Organischer Flüssigkeiten zu
Problemen. Insbesondere führt ihre Verwendung in Organischen
Flüssigkeiten, die anschließend verbrannt werden, zur gleichzeitigen
Verbrennung des Organosiliciumpolymers, wobei Silciumoxide wie
Siliciumdioxid erzeugt werden. Durch Verbrennung erzeugte
Siliciumoxide haben die Form eines feinverteilten, festen Materials,
und tragen somit zur Menge des teilchenförmigen Materials bei,
das aus der Verbrennungszone ausgestoßen wird. Dieser Beitrag
zum ausgestoßenen teilchenförmigen Material ist insbesondere bei
Anwendungen von Bedeutung, welche unter Gesetzesdruck stehen,
Emissionswerte, insbesondere teilchenförmige Emissionen zu
vermindern. Speziell steht die Verbrennung von Erdölprodukten,
insbesondere Brenn- und Schmierstoffen unter wachsender
legislativer Überwachung.
-
Darüber hinaus können Siliciumoxidteilchen durch Vergiftung der
Katalysatoroberfläche die Wirksamkeit von Katalysatorsystemen
beeinträchtigen, die zur Verminderung der Emissionen von
teilchenförmigen und anderen Produkten unvollständiger Verbrennung
verwendet werden. Die Effektivität von Teilchenfallen, die das
teilchenförmige Material herausfiltern, kann ebenfalls
vermindert werden, wenn die Siliciumoxidteilchen die feinen Poren
verstopfen, durch die die Ausstoßgase durchtreten.
-
Somit gibt es einen Bedarffür Materialien, die zur
Unterdrükkung oder Verhinderung der Schaumbildungstendenz Organischer
Flüssigkeiten geeignet sind und bei Verbrennung keine
Siliciumoxide bilden. Ferner besteht ein Bedarf an solchen Materialien,
die zu gasförmigen Produkten verbrannt werden können, so daß ihr
Beitrag zur durch die Verbrennung erzeugten Menge an
teilchenförmigem Material vernachlässigbar ist.
-
Es wurde überraschenderweise gefunden, daß bestimmte aschefreie
Additive, die durch die Reaktion von
(a) einem Polyamin der Formel (I):
in der A, B und C gleich oder verschieden sind und jeweils
eine Kohlenwasserstoffgruppe darstellen. und x und y ganze
Zahlen sind, deren Summe im Bereich von 0 bis 10 liegt, und
(b) einem Carbonsäure-Acylierungsmittel
-
erhältlich sind, bei der Unterdrückung oder Verhinderung der
Schaumbildungstendenz eines Mitteldestillat-Brennstofföls
wirksam sind.
-
Zusammensetzungen, die den oben genannten Reaktionsprodukten
entsprechen, sind im Stand der Technik beschrieben. Solche
Zusammensetzungen schließen die in der GB-A-1 124 611
beschriebenen Dispergiermittel für Fahrzeugbrennstoffe ein, welche die
Reaktionsprodukte eines Polyalkylenpolyamins und einer
kohlenwasserstoffsubstituierten Bernsteinsäure (oder eines
funktionalen Derivats davon) sind und als Substituent eine im
wesentlichen aliphatische Kohlenwasserstoffgruppe mit 30 bis 200
Kohlenstoffatomen tragen. Der Kohlenwasserstoffsubstituent ist
vorzugsweise von einem C&sub2;- bis C&sub5;-Olefinpolymer abgeleitet. Die GB
A-1 124 611 beschreibt ferner, daß die Zusammensetzung der
Reaktionsprodukte
komplex ist, wobei diese eine gleiche Mischung von
Amid-, Diamid- und Imidprodukten sind.
Kohlenwasserstoffsubstituierte Bernsteinsäureamid- und
Bernsteinsäureimiddispergiermittel für Brennstoffe sind ferner in einer Anzahl von
Veröffentlichungen beschrieben, beispielsweise in der EP-A-147 240.
-
Die EP-A-240 255 beschreibt fäulnisverhindernde Mittel, die zur
Verwendung in Benzinbrennstoffen geeignet sind, wobei die Mittel
die Formel:
aufweisen, in der
-
R&sub1; C&sub2; bis C&sub4;,
-
Wasserstoff oder R&sub3;- C,
-
R&sub3; Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Alkaryl oder Aralkyl und
-
n eine ganze Zahl von 1 bis 5 ist.
-
Es wird beschrieben, daß diese fäulnisverhindernden Mittel
insbesondere zur Kontrolle der Bildung von Ablagerungen in
Brennstoff-Einspritzsystemen wirksam sind.
-
Die US-A-3 772 359 beschreibt Polyamide eines
Polyalkylenpolyamins und einer Isofettsäure oder einer Mischung aus einer
Isofettsäure und einer geradkettigen Fettsäure Die Polyamide
werden ferner mit einer Mischung eines Aldehyds und einer
alkylhydroxy-aromatischen Verbindung umgesetzt, um ein Produkt zu
bilden, das als Schmiermitteladditiv geeignet ist. Zur Bildung
eines geeigneten Ausgangsmaterials für diese weitere Reaktion
benötigen solche Polyamide mindestens ein freies, basisches
Stickstoffatom, d.h. ein Stickstoffatom, das ein austauschbares
Wasserstoffatom besitzt.
-
Die US-A-4 394 135 beschreibt die Produkte einer Reaktion von
Phenylstearinsäure oder Isostearinsäure und einem Polyamin der
Formel
-
NH2 - (CnH&sub2;nNH)x-CnH&sub2;n-NH2,
in der n 2 bis 4 und x 1 bis 9 ist. Der Polyaminreaktant wird in
einer Menge verwendet, so daß ein Produkt gebildet wird, in dem
jedes basische Stickstoffatom acyliert ist. Es wird weiterhin
beschrieben, daß diese Reaktionsprodukte flüssigen
Kohlenwasserstoffbrennstoffen eine verbesserte Detergierwirkung verleihen.
-
Die FR-A-1 584 938 beschreibt Amide, die mindestens eine
unumgesetzte Aminogruppe enthalten und durch die Reaktion von Di-,
Tri- und Polyaminen mit höheren Carbonsäuren erhalten werden.
Solche Produkte sind während der Raffinierung von
Erdölfraktionen nützlich, wobei sie die Abtrennung von Wasser unterstützen,
welches anfänglich als Restwassertrübung vorhanden war.
-
Die US-A-3 502 713 beschreibt oberflächenaktive Substanzen mit
einer niedrigen Schaumbildungstendenz, welche die
Reaktionsprodukte einer aromatischen Carbonsäure mit einer zweiwertigen
Säure und einem zweifach acylierbaren Material sind. Es wird
beschrieben, daß diese Verbindungen in einer Reihe von wäßrigen
Systemen wirksam sind.
-
Die US-A-3 259 586 beschreibt Derivate von N-substituierten
Polyalkylenpolyaminen, die als schaumzerstörende Mittel in einer
Vielzahl von Mitteln, einschließlich Mineralölen, geeignet sind.
Es wird beschrieben, daß die N-Substitution des Polyamins seinen
Derivaten, die auch acylierte Derivate einschließen,
ungewähnliche Eigenschaften verleihen. Allerdings werden solche
Polyamine aus unsubstituierten Polyalkylenpolyaminen durch eine
Mehrstufenreaktion hergestellt, was ihre industrielle Verwendung
wirtschaftlich einschränkt. Es gibt daher einen ständigen Bedarf
an Zusammensetzungen, die die Schaumbildung in Organischen
Medien verhindern und industriell kosteneffektiver herstellbar
sind.
Die Verwendung zur Unterdrückung oder Verhinderung der
Schaumbildung
-
Gemäß der Verwendung, sind als Reaktant (a) geeignete Polyamine
solche mit der allgemeinen Formel (I).
-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Verwendung, liegt
die Summe von x und y im Bereich von 1 bis 10. Vorteilhaft
beträgt die Suztune von x und y nicht mehr als 8, vorzugsweise nicht
mehr als 6, bevorzugter nicht mehr als 4 und insbesondere nicht
mehr als 2.
-
Wie in dieser Beschreibung verwendet, bezeichnet der Ausdruck
"Kohlenwasserstoff" eine Gruppe mit einem an den Rest des
Moleküls gebundenen Kohlenstoffatom und kohlenwasserstoffartigen
oder überwiegend kohlenwasserstoffartigen Eigenschaften.
Darunter können Kohlenwasserstoffgruppen fallen, einschließlich
aliphatischen (z.B. Alkyl oder Alkenyl), alicyclischen (z.B.
Cycloalkyl oder Cycloalkenyl), aromatischen, aliphatisch- und
alicyclisch-substituierten aromatischen sowie
aromatisch-substituierten aliphatischen und alicyclischen Gruppen. Aliphati
sche Gruppen sind vorteilhafterweise gesättigt. Unsubstituierte
Kohlenwasserstoffgruppen sind bevorzugt; allerdings können
solche Gruppen, wenn gewünscht, weitere Kohlenwasserstoffgruppen
als Substituenten tragen. Solche Gruppen können auch
Substituenten enthalten, die keine Kohlenwasserstoffe sind, vorausgesetzt,
daß ihre Anwesenheit nicht die überwiegend
kohlenwasserstoffartigen Eigenschaften der Gruppe ändert, wobei Beispiele Keto-,
Hab-, Hydroxy-, Nitro-, Cyano-, Alkoxy- und Hydroxyalkylgruppen
einschließen. Wenn die Kohlenwasserstoffgruppe substituiert ist,
ist ein einfacher (Mono-)Substituent bevorzugt. Beispiele
substituierter Kohlenwasserstoffgruppen schließen 2-Hydroxyethyl,
2-Hydroxypropyl, 4-Hydroxybutyl, 2-Ketopropyl, Ethoxyethyl und
Propoxypropyl ein. Die Gruppen können auch oder alternativ
Atome, die keine Kohlenstoffatome sind, in einer Kette oder einem
Ring enthalten, der sonst aus Kohlenstoffatomen besteht.
Geeignete Heteroatome schließen beispielsweise Stickstoff, Schwefel
und vorzugsweise Sauerstoff ein. Vorzugsweise enthält jede
Kohlenwasserstoffgruppe höchstens 10, vorzugsweise höchstens 8,
bevorzugter höchstens 6 und insbesondere höchstens 4
Kohlenstoffatome.
-
In einer bevorzugteren Ausführungsform der Verwendung, ist der
Polyaminreaktant ein Alkylendiamin oder Polyalkylenpolyamin der
obigen Formel, in der A, B und C jeweils Alkylengruppen mit bis
zu 10, vorzugsweise höchstens 8, bevorzugter höchstens 6 und
insbesondere höchstens 4 Kohlenstoffatomen sind. Somit schließen
die erfindungsgemäß bevorzugten Polyaminreaktanten einfache
Diamine, beispielsweise Ethylendiamin, Propylendiamin,
Butylendiamin und Pentylendiamin, Polyalkylenpolyamine beispielsweise
Diethylentriamin, Triethylendiamin, Tetraethylenpentamin,
Pentaethylenhexamin, Di(methylethylen)triamin, Dibutylentriamin,
Tributylentetramin und Dipentylenhexamin ein.
-
Die A, B und C aufbauenden Alkylengruppen können gegebenenfalls
durch eine oder mehrere Kohlenwasserstoffgruppen wie vorher
beschrieben substituiert sein. In einer bevorzugteren
Ausführungsform sind A, B und C Alkylengruppen mit 1 bis 3
Kohlenstoffatomen gegebenenfalls substituiert durch eine oder mehrere
Alkyl-, Alkenyl-, Alkoxy- oder Hydroxalkylgruppen, wobei
Hydroxyalkylgruppen am meisten bevorzugt sind. Am meisten
bevorzugte Ausführungsformen der als Reaktant (a) geeigneten
Polyamine schließen Ethylendiamin und Diethylentriamin ein.
-
Der Polyaminreaktant kann jede Mischung von Polyaminen
einschließen, wobei jede Komponente ein Polyamin mit der vorher
genannten allgemeinen Formel (I) ist. Von solchen Mischungen sind
diejenigen bevorzugt, die Alkylendiamine und
Polyalkylenpolyamine enthalten, wobei solche Amine gegebenenfalls durch eine oder
mehrere Kohlenwasserstoffgruppen substituiert sind. Bevorzugter
sind Mischungen, die Alkylendiamine und Polyalkylenpolyamine
umfassen, in denen die Alkylengruppen 1 bis 3 Kohlenstoffatome
enthalten, und die gegebenenfalls durch eine oder mehrere
Alkyl-, Alkenyl-, Alkoxy- oder Hydroyalkylgruppen substituiert
sind. Am meisten bevorzugte Mischungen von Polyaminen schließen
Mischungen von Ethylendiamin und Diethylentriamin ein.
-
Die gemäß der Verwendung als Reaktant (b) geeigenten
Carbonsäureacylierungsmittel enthalten eine oder mehrere
Carbonsäureacylierungsgruppen und eine Kohlenwasserstoffgruppe, die ausreicht,
dem Molekül Kohlenwasserstofflöslichkeit zu verleihen. Geeignete
Carbonsäureacylierungsgruppen umfassen Carbonsäuregruppen und
Derivate davon, die eine Abgangsgruppe, d.h. eine Gruppe, die
während der Reaktion ausgetauscht werden kann, enthalten.
Beispiele solcher Carbonsäurederivate umfassen Ester, Anhydride und
Carbonsäurehalogenide einschließlich Carbonsäurechloride,
Carbonsäurebromide und Carbonsäureiodide, obwohl andere aus dem
Stand der Technik als Acylierungsmittel bekannte
Carbonsäurederivate mit gleicher Wirkung verwendet werden können.
-
Bevorzugtere Carbonsäureacylierungsmittel sind
Monocarbonsäureacylierungsmittel der Formel (II):
in der R eine Kohlenwasserstoffgruppe und X eine Abgangsgruppe
ist. Solche bevorzugten Mittel schließen
Fettsäurezusammensetzungen wie natürlich auftretende Fettsäuren und Derivate davon
ein. Vorzugsweise enthalten solche Fettsäuren oder Derivate 8
bis 40, bevorzugter 10 bis 30, noch mehr bevorzugt 12 bis 24 und
insbesondere 12 bis 18 Kohlenstoffatome. In solchen
Fettsäurezusammensetzungen
ist R vorzugsweise geradkettiges oder verzweigt
kettiges Alkyl oder Alkenyl und insbesondere geradkettiges
Alkyl. Am meisten bevorzuugte Fettsäuren schließen solche ein, die
ausgewählt sind aus der Gruppe umfassend: Laurin-, Myristidin-,
Palmitin-, Stearin-, Öl- und Elaidinsäuren, wobei Stearin- und
Ölsäure am meisten bevorzugt sind.
-
Die bevorzugten erfindungsgemäß geeigneten
Fettsäurezusammensetzungen können auch Mischungen von Fettsäuren mit einer
durchschnittlichen Kohlenstoff zahl innerhalb der vorher beschriebenen
bevorzugten Bereiche umfassen. Solche besonders bevorzugten
Mischungen schließen Mischungen der obigen Säuren und natürlich
auftretende Mischungen wie Kokosnuß-Fettsäurefraktion und
Kekanomsäure (cekanoic acid, eine Mischung von Iso-C&sub1;&sub3;-Fettsäuren)
ein. Mischungen von natürlich auftretenden Fettsäuren mit den
anderen oben beschriebenen Fettsäuren sind ebenfalls bevorzugt.
-
Die Produkte gemäß der erfindungsgemäßen Verwendung können eine
gemischte Zusammensetzung aufweisen. Somit kann das Produkt eine
Mischung von einfachen Amiden, Di- und höheren Polyamiden,
Imiden und/oder Amidinreaktionsprodukten umfassen, wobei die Art
der Reaktanten (a) und (b) und das Verhältnis, in dem sie
kombiniert werden, ermöglichen, daß solche Reaktionen stattfinden.
Ihre Definition als Reaktionsprodukte beschreibt daher am
einfachsten den Bereich möglicher Zusammensetzungen, die gemäß der
erfindungsgemäßen Verwendung erhalten werden.
-
Zur Erzeugung der obigen Reaktionsprodukte geeignete
Reaktionsbedingungen sind beispielsweise aus Verfahren zur Beschleunigung
der Acylierung von Polyaminen bekannt. Demgemäß kann die
Reaktion durchgeführt werden, indem die Reaktanten (a) und (b),
gegebenenfalls in Gegenwart eines gegenseitigen Co-Solvens
gemischt werden und die Mischung ausreichend erwärmt wird, um die
Reaktion stattfinden zu lassen, ohne daß die Temperatur über die
Zersetzungstemperatur der Reaktionsprodukte erhöht wird.
Alternativ kann der Reaktant (a) auf Reaktionstemperatur erwärmt
werden und Reaktant (b) über einen längeren Zeitraum zugegeben
werden. Geeignete Temperaturen liegen typischerweise zwischen
100 und 300ºC, wobei die genaue Temperatur durch die Art der
ausgewählten Reaktanten bestimmt wird. Beisojele für die
Herstellung von Produkten gemäß der erfindungsgemäßen Verwendung
finden sich in der US-A-4 394 135 und der EP-A-147 240, auf die
hier verwiesen wird.
-
Der Acylierungsgrad des Polyamins (a) wird im allgemeinen durch
die Anzahl primärer und/oder sekundärer Stickstoffatome, die im
Polyamin vorhanden sind, d.h. der Anzahl an möglichen
Acylierungsstellen, die Verhältnisse, in denen die Reaktanden (a) und
(b) gemischt werden, und die Reaktionszeit besturimt. Gemäß der
erfindungsgemäßen Verwendung kann das Produkt durch Umsetzung
von einem Mol Polyamin mit mindestens einem Mol
Carbonsäureacylierungsmittel hergestellt werden. Vorzugsweise wird das Produkt
durch die Umsetzung des Polyamins mit mindestens zwei Mol
Carbonsäureacylierungsmittel hergestellt. Insbesondere wird das
Produkt durch vollständige Acylierung des Polyamins durch das
Carbonsäureacylierungsmittel hergestellt. Gemäß dieser
Beschreibung wird der Ausdruck "vollständge" Acylierung verwendet, um
Reaktionen zu bezeichnen, in denen an jeder Aminogruppe des
Polyamins eine Kondensationsreaktion nach der Zugabe von
Acylierungsmittel (b) stattgefunden hat. Somit reagiert bei
"vollständiger" Acylierung jede Polyamin-Aminogruppe unter Freisetzung
von einem Äquivalent Wasser, unabhängig von der genauen Art der
Kondensationsreaktion, die mit dem Acylierungsmittel (b)
abläuft.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann das
Produkt durch die vollständige Acylierung von einem Mol eines
Polyamins der Formel (I) durch ein
Monocarbonsäure-Acylierungsmittel der Formel (II) hergestellt werden, vorausgesetzt, daß
das Acylierungsmittel nicht Phenylstearinsäure, Isostearinsäure
oder Tallöl-Fettsäure ist.
-
Gemäß einer bevorzugteren Ausführungsform der vorliegenden Er
findung kann das Produkt durch die vollständige Acylierung von
einem Mol eines Polyamins der Formel (I), vorausgesetzt, daß die
Summe von x und y im Bereich von 1 bis 10 liegt, mit einem
Monocarbonsäureacylierungsmittel der Formel (II) hergestellt werden,
vorausgesetzt, daß das Acylierungsmittel nicht
Phenylstearinsäure, Isostearinsäure oder Tallöl-Fettsäure ist.
-
Die erfindungsgemäßen Organischen Flüssigkeiten sind Mittelde
stillat-Brennstofföle. Solche Mitteldestillat-Brennstofföle
sieden im allgemeinen im Bereich von 110 bis 500ºC, z.B. 150 bis
400AC. Das Brennstofföl kann Atmosphärendestillat oder
Vakuumdestillat oder gecracktes Gasöl oder eine Mischung in jeglicher
Menge von Direktdestillaten und thermisch und/oder katalytisch
gecrackten Destillaten umfassen. Die geläufigsten
Mitteldestillat-Brennstoffe sind Düsentreibstoffe, Dieseltreibstoffe,
Heizöle und schwere Brennstofföle. Das Heizöl kann atmosphärisches
Direktdestillat sein oder kann kleinere Mengen, z.B. bis zu 35
Gew.% Vakuumgasöl oder gecracktes Gasöl oder beides enthalten.
-
Brennstofföle auf pflanzlicher Basis sind ebenfalls geeignet,
beispielsweise Rapsöl oder Esterderivate von Rapsöl,
insbesondere Rapsölmethyl- und -ethylester. Solche Brennstoffe auf
pflanzlicher Basis werden vorzugsweise allein oder im Gemisch mit von
Erdöl abgeleiteten Brennstoffölen verwendet. Ebenso können
Gemische von Oxiden wie Alkoholen, Diolen und/oder Ethern mit von
Erdöl abgeleiteten Brennstoffölen vorteilhaft verwendet werden.
-
Die Mitteldestillat-Brennstofföle können ferner jedes der in
solchen Flüssigkeiten gewöhnlich vorhandenen oder aus der
Literatur bekannten Additive enthalten.
-
Das Mitteldestillat-Brennstofföl kann ein oder mehrere aus dem
Stand der Technik bekannte
Niedrigtemperatur-Fließverbessereradditive enthalten.
-
Die vorliegende Erfindung schließt die Verwendung eines Additivs
zur Unterdrückung oder Verhinderung der Schaumbildungstendenz
eines Mitteldestillat-Brennstofföls ein, welches sowohl ein
Produkt, das durch die Umsetzung von
(a) einem Polyamin der Formel (I)
in der A, B und C gleich oder verschieden sind und
jeweils eine Kohlenwasserstoffgruppe darstellen und x und
y ganze Zahlen sind, deren Summe im Bereich von 0 bis
10 liegt, und
(b) einem Carbonsäureacylierungsmittel
-
erhältlich ist, als auch ein oder mehrere Niedrigtemperatur-
Fließverbessereradditive enthält.
-
Das eine oder die mehreren vorgenannten
Niedrigtemperatur-Fließverbessereradditive können ausgewählt sein aus der Gruppe
bestehend aus:
-
(i) einem Kammpolymer,
-
(ii) einem Polyoxyalkylenester, -ether, -ester/ether oder
einer Mischung davon,
-
(iii) einem Ethylen-ungesättigten Ester-Copolymer,
-
(iv) einem polaren, Organischen, Stickstoff enthaltenden
Paraffinkristallisationsverzögerer,
-
(v) einem Kohlenwasserstoffpolymer,
-
(vi) Schwef el-Carboxy-Verbindungen und
-
(vii) kohlenwasserstoffsubstituierten Aromaten.
-
Solche Niedrigtemperatur-Fließverbesserer werden nachfolgend
ausführlich beschrieben.
(i) Kammpolymere
-
Kammpolymere sind Polymere, in denen Kohlenwasserstoffgruppen
aus einem Polymergerüst herausragen, und werden in "Comb-Like
Polymers. Structure and Properties", N.A. Platé und V.P.
Shibaev, J. Poly. Sci. Macromolecular Revs., 8, Seiten 117 bis 253
(1974) beschrieben.
-
Das Kammpolymer ist vorzugsweise ein Homopolymer mit
Seitenketten, die mindestens 6 und vorzugsweise mindestens 10
Kohlenstoffatome enthalten, oder ein Copolymer mit mindestens 25 und
vorzugsweise mindestens 40, bevorzugter mindestens 50 Mol% an
Einheiten, die Seitenketten mit mindestens 6 und vorzugsweise
mindestens 10 Kohlenstoffatomen enthalten.
-
Als Beispiele bevorzugter Kaininpolymere können solche der
allgemeinen Formel:
genannt werden, in der
-
D = R¹¹, COCR¹¹, CCOR¹¹, R¹²COOR¹¹ oder OR¹¹
-
E = H, CH&sub3;&sub1; D oder R¹²
-
G = H oder D
-
J = H, R¹², COCR¹¹ oder eine Aryl- oder heterocyclische
Gruppe
-
K = H, CCOR¹², OR¹² oder CCOH
-
R¹² 12 12
-
L = H, R¹², COOR¹², OCOR¹² oder Aryl
-
R¹¹ ≥ C&sub1;&sub0;-Kohlenwasserstoff
-
R¹² ≥ C&sub1;-Kohlenwasserstoff
-
sind und m und n Molverhältnisse darstellen, wobei m im Bereich
von 1,0 bis 0,4 und n im Bereich von 0 bis 0,6 liegt.
Vorteilhafterweise ist R¹¹ eine Kohlenwasserstoffgruppe mit 10 bis 30
Kohlenstoffatomen und R¹² eine Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis
30 Kohlenstoffatomen.
-
Das Kammpolymer kann Einheiten enthalten, die von anderen
Monomeren abgeleitet sind, wenn dies gewünscht oder erforderlich
ist. Erfindungsgemäß können auch zwei oder mehr verschiedene
Kammpolymere zugegeben werden.
-
Diese Kammpolymere können Copolymere von Maleinsäureanhydrid
oder Fumarsäure und einem anderen ethylenisch ungesättigten
Monomer, beispielsweise einem α-Olefin oder einem ungesättigten
Ester, z.B. Vinylacetat sein. Es ist bevorzugt, jedoch nicht
notwendig, daß äquimolare Mengen Comonomer verwendet werden,
obwohl Molverhältnisse im Bereich von 2:1 und 1:2 geeignet sind.
Beispiele von Olefinen, die mit z.B. Maleinsäureanhydrid
pqlymerisiert werden können, umfassen 1-Decen, 1-Dodecen,
1-Tetradecen, 1-Hexadecen und 1-Octadecen.
-
Das Copolymer kann durch jedes geeignete Verfahren verestert
werden und, obwohl bevorzugt, ist es nicht notwendig, daß das
Maleinsäureanhydrid oder die Fumarsäure zu mindestens 50%
verestert werden. Beispiele von Alkoholen, die verwendet werden
können, umfassen n-Decan-1-ol, n-Dodecan-1-ol, n-Tetradecan-1-
ol, n-Hexadecan-1-ol und n-Octadecan-1-ol. Die Alkohole können
auch bis zu eine Methylverzweigung pro Kette enthalten,
beispielsweise 1-Methylpentadecan-1-ol, 2-Methyltridecan-1-ol. Der
Alkohol kann eine Mischung aus normalen und einfach
methylverzweigten Alkoholen sein. Es ist bevorzugt statt kommerziell
erhältlichen Alkoholmischungen reine Alkohole zu verwenden, wenn
jedoch Mischungen verwendet werden, bezeichnet R¹² die
durchschnittliche Anzahl an Kohlenstoffatomen in der Alkylgruppe;
wenn Alkohole verwendet werden, die an der 1- oder 2-Position
eine Verzweigung aufweisen, bezeichnet R¹² den geradkettigen
Gerüstabschnitt des Alkohols.
-
Diese Kammpolymere können insbesondere Fumarat- oder
Itaconatpolymere und -copolymere sein, wie beispielsweise die in der EP-A-
153 176, der EP-A-153 177, der EP-A-225 588 und der WO 91/16407
beschriebenen.
-
Besonders bevorzugte Fumarat-Kammpolymere sind Copolymere von
Alkylfumaraten und Vinylacetat, in denen die Alkylgruppen 12 bis
20 Kohlenstoffatome aufweisen, insbesondere Polymere, in denen
die Alkylgruppen 14 Kohlenstoffatome aufweisen oder in denen die
Alkylgruppen eine Mischung von C&sub1;&sub4;/C&sub1;&sub6;-Alkylgruppen sind, die
beispielsweise durch Lösungscopolymerisation einer äquimolaren
Mischung von Fumarsäure und Vinylacetat und Umsetzen des
resultierenden Copolymers mit dem Alkohol oder der Mischung der
Alkohole, die vorzugsweise geradkettige Alkohole sind, hergestellt
wurden. Wenn die Mischung verwendet wird, ist es
vorteilhafterweise eine 1:1-Mischung in Gewichtsanteilen an normalen C&sub1;&sub4; und
C&sub1;&sub6;-Alkoholen. Ferner können Mischungen des C&sub1;&sub4;-Esters mit dem
gemischten C&sub1;&sub4;-/C&sub1;&sub6;-Ester vorteilhaft verwendet werden. In
solchen Mischungen liegt das Verhältnis von C&sub1;&sub4; zu C&sub1;&sub4;/C&sub1;&sub6;
vorteilhafterweise im Bereich von 1:1 bis 4:1, vorzugsweise 2:1 bis 7:2
und insbesondere bei etwa 3:1, bezogen auf das Gewicht. Die
besonders bevorzugten Fumarat-Kammpolymere können beispielsweise
ein mittleres Molekulargewicht (Zahlenmittel) im Bereich von
1 000 bis 100 000, vorzugsweise 1 000 bis 30 000 aufweisen,
gemessen durch Gasphasenosmometrie (Vapour Phase Osmometry, VPO).
Andere geeignete Kammpolymere sind die Polymere und Copolymere
von α-Olefinen und veresterte Copolymere von Styrol und
Maleinsäureanhydrid sowie veresterte Copolymere von Styrol und
Fumarsäure; Mischungen von zwei oder mehreren Kammpolymeren können
erfindungsgemäß verwendet werden und, wie oben beschrieben, kann
eine solche Verwendung vorteilhaft sein.
(ii) Polyoxyalkylenverbindungen
-
Beispiele sind Polyoxyalkylenester, -ether, -ester/ether und
Mischungen davon, insbesondere solche, die mindestens eine,
vorzugsweise mindestens zwei C&sub1;&sub0;- bis C&sub3;&sub0;-, lineare gesättigte
Alkylgruppen und eine Polyoxyalkylenglykolgruppe mit einem
Molekuargewicht von bis zu 5 000, vorzugsweise 200 bis 5 000 enthal
ten, wobei die Alkylgruppe im Polyoxyalkylenglykol 1 bis 4
Kohlenstoffatome enthält. Diese Materialien sind Gegenstand der EP-
A-0 061 895. Andere derartige Additive sind in der US-A-4 491
455 beschrieben.
-
Die bevorzugten Ester, Ether oder Ester/Ether, die verwendet
werden können, können strukturell durch die Formel:
-
R³-O(A)-O-R&sup4;
-
dargestellt werden, in der R³ und R&sup4; gleich oder verschieden
sein können und
-
(a) n-Alkyl
-
(b) n-Alkyl- C
-
(c) n-Alkyl-O- C-(CH&sub2;)n-
-
(d) n-Alkyl-O- C-(CH&sub2;)n-
Csein können, wobei n beispielsweise 1 bis 30, die Alkylgruppe
linear und gesättigt sein kann und 10 bis 30 Kohlenstoffatome
aufweist und A den Polyalkylenabschnitt des Glykols darstellt,
in dem die Alkylengruppe 1 bis 4 Kohlenstoffatome aufweist, wie
ein Polyoxymethylen-, Polyoxyethylen- oder
Polyoxytrimethylenrest, der im wesentlichen linear ist; ein gewisser Grad an
Verzweigungen mit niederen Alkylseitenketten (wie in
Polyoxypropylenglykol) kann vorhanden sein, jedoch ist es bevorzugt, daß das
Glykol im wesentlichen linear ist. A kann auch Stickstoff
enthalten.
-
Beispiele für geeignete Glykole sind im wesentlichen lineare
Polyethylenglykole (PEG) und Polypropylenglykole (PPG) mit einem
Molekulargewicht von etwa 100 bis 5 000, vorzugsweise etwa 200
bis 2 000. Ester sind bevorzugt und Fettsäuren mit 10 bis 30
Kohlenstoffatomen sind geeignet, um mit den Glykolen zur Bildung
der Esteradditive umgesetzt zu werden, wobei es bevorzugt ist,
eine C&sub1;&sub8;- bis C&sub2;&sub4;-Fettsäure, insbesondere Behensäure zu verwen
den. Die Ester können auch hergestellt werden, indem
polyethoxylierte Fettsäuren oder polyethoxylierte Alkohole verestert
werden.
-
Polyoxyalkylendiester, -diether, -ether/ester und Mischungen
davon sind als Additive geeignet, wobei Diester zur Verwendung
in engsiedenden Destillaten bevorzugt sind, während kleinere
Mengen an Monoethern und Monoestern (die oft während des
Herstellungsverfahrens gebildet werden) ebenfalls vorhanden sein
können. Für die Additivleistung ist es wichtig, daß eine
kleinere Menge der Dialkylverbindung vorhanden ist. Insbesondere sind
Stearinsäure- oder Behensäurediester von Polyethylenglykol,
Polypropylenglyko 1 oder
Polyethylen-/Polypropylenglykolmischungen bevorzugt.
-
Andere Beispiele für Polyoxyalkylenverbindungen sind solche, die
in der JP-A-2-51477 und JP-A-3-34790 (beide Sanyo) beschrieben
sind, sowie die veresterten alkoxylierten Amine, die in der EP
A-117 108 und der EP-A-326 356 (beide Nippon Oil and Fats)
beschrieben sind.
(iii) Ethylen-ungesättigte Ester-copolymere
-
Ethylen-Copolymer-Fließverbesserer haben ein Polymethylengerüst,
das durch Oxykohlenwasserstoffseitenketten in Segmente
aufgeteilt ist, d.h. Ethylen-ungesättigte
Ester-Copolymer-Fließverbesserer. Die mit Ethylen zur Bildung der Copolymere
copolymerisierbaren ungesättigten Monomere schließen ungesättigte
Monound Diester der allgemeineri Formel:
-
ein, in der R&sup5; Wasserstoff oder eine Methylgruppe, R&sup6; eine
-OOCR&sup8;- oder -CCO&sup8;-Gruppe ist, wobei R&sup8; Wasserstoff oder eine
C&sub1; bis C&sub2;&sub8;, vorzugsweise C&sub1; bis C&sub1;&sub6;, bevorzugter C&sub1; bis C&sub8;
geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe ist, mit der Maßgabe, daß
R&sup8; nicht Wasserstoff ist, wenn &sup6;-COOR&sup8; ist, und R&sup7; Wasserstoff
oder CCOR&sup8; ist.
-
Wenn R&sup6; und R&sup7; Wasserstoff sind und R&sup5; -OCOR&sup8; ist, schließt das
Monomer Vinylalkoholester von C&sub1;- bis C&sub2;&sub9;-, vorzugsweise C&sub1;- bis
C&sup5;-Monocarbonsäuren und insbesondere C&sub2;- bis C&sup5;-Monocarbonsäuren
ein. Beispiele von vinylestern, die mit Ethylen copolymerisiert
werden können, schließen Vinylacetat, Vinylpropionat und
Vinylbutyrat oder -isobutyrat ein, wobei Vinylacetat und
Vinylpropionat bevorzugt sind. Vorzugsweise enthalten die Copolymere 5 bis
40 Gew.% des Vinylesters, bevorzugter 10 bis 35 Gew.%
Vinylester. Diese können auch in Form von Mischungen zweier
Copolymere vorliegen, wie solche, die in der US-A-3 961 916 beschrieben
sind. Vorzugsweise ist das mittlere Molekulargewicht
(Zahlenmittel) des Copolymers, gemessen durch Dampfphasenosmometrie, 1
000 bis 10 000, bevorzugter 1 000 bis 5 000. Wenn erwünscht,
können die Copolymere von zusätzlichen Comonomeren abgeleitet
sein, z.B. können sie Terpolymere oder Tetrapolymere oder höhere
Polymere sein, beispielsweise wenn das zusätzliche Copolymer
Isobutylen oder Diisobutylen ist.
-
Solche Copolymere können auch durch Umesterung oder durch
Hydrolyse und Wiederveresterung eines Ethylen-ungesättigten Ester-
Copolymers hergestellt werden, um ein anderes
Ethylen-ungesättigtes Ester-Copolymer zu liefern. Beispielsweise können
Ethylen-Vinylhexanoat- und Ethylen-Vinyloctanoat-Copolymere auf
diesem Wege hergestellt werden, z.B. aus einem
Ethylen-Vinylacetat-Copolymer.
(iv) Polare, Organische, Stickstoff enthaltende Verbindungen
-
Die öllösliche polare Stickstoffverbindung ist entweder ionisch
oder nicht-ionisch und kann als ein
Paraffinkristallisationsverzögerer in Brennstoffen wirken. Sie umfaßt beispielsweise eine
oder mehrere der folgenden Verbindungen (a) bis (c):
-
(a) Ein Aminsalz und/oder Amid, gebildet durch die Reaktion von
mindestens einem Molanteil eines
kohlenwasserstoffsubstituierten Amins mit einem Molanteil einer
Kohlenwasserstoffsäure mit 1 bis 4 Kohlensäuregruppen oder ihrem Anhydrid.
-
Ester/Amide mit 30 bis 300, vorzugsweise 50 bis 150
Kohlenstoffatomen können verwendet werden. Diese
Stickstoffverbindungen sind in der US-A-4 211 534 beschrieben. Geeignete
Amine sind gewöhnlich langkettige C&sub1;&sub2; bis C&sub4;&sub0; primäre,
sekundäre, tertiäre oder quartäre Amine oder Mischungen davon,
kürzerkettige Amine können jedoch verwendet werden,
vorausgesetzt, daß die erhaltene Stickstoffverbindung öllöslich
ist und daher normalerweise insgesamt etwa 30 bis 300
Kohlenstoffatome
enthält. Die Stickstoffverbindung enthält
vorzugsweise mindestens ein geradkettiges C&sub8;- bis C&sub4;&sub0;-,
vorzugsweise C&sub1;&sub4;- bis C&sub2;&sub4;-Alkylsegment.
-
Geeignete Amine schließen primäre, sekundäre, tertiäre oder
quartäre ein, sind jedoch vorzugsweise sekundäre. Tertiäre
und quartäre Amine können nur Aminsalze bilden. Beispiele
für Amine umfassen Tetradecylamin, Kokosnußamin und
hydriertes Talgamin. Beispiele für sekundäre Amine umfassen
Dioctadecylamin und Methylbehenylamin. Aminmischungen, wie solche,
die von natürlichen Materialien abgeleitet sind, sind
ebenfalls geeignet. Ein bevorzugtes Amin ist sekundäres,
hydriertes Talgamin der Formel HNR&sup9;R¹&sup0;, in der R&sup9; und R¹&sup0;
Alkylgruppen sind, die von hydriertem Talgfett abgeleitet
sind, das aus etwa 4% C&sub1;&sub4;, 31% C&sub1;&sub6;, 59% C&sub1;&sub8; zusammengesetzt
ist.
-
Beispiele geeigneter Carbonsäuren und ihrer Anhydride zur
Herstellung von Stickstoffverbindungen schließen
Cyclohexan-1,2-Dicarbonsäure, Cyclohexen-1,2-Dicarbonsäure,
Cyclopentan-l,2-Dicarbonsäure und Naphthalindicarbonsäure sowie 1,4-
Dicarbonsäuren ein, die Dialkylspirobislacton enthalten. Im
allgemeinen haben diese Säuren in ihrem cyclischen Rest etwa
5 bis 13 Kohlenstoffatome. Bevorzugte erfindungsgemäß
verwendbare Säuren sind Benzoldicarbonsäuren wie Phthalsäure,
Isophthalsäure und Terephthalsäure Phthalsäure oder ihr
Anhydrid sind besonders bevorzugt. Die besonderes bevorzugte
Verbindung ist das Amid-Amin-Salz, hergestellt durch
Umsetzung eines Molanteils Phthalsäureanhydrid mit 2 Molanteilen
dihydriertem Talgamin. Eine weitere bevorzugte Verbindung
ist das Diamid, hergestellt durch Dehydratisieren dieses
Amid-Aminsalzes.
-
Andere Beispiele sind langkettige alkyl- oder
alkylensubstituierte Dicarbonsäurederivate, wie Aminsalze von
Monoamiden substituierter Bernsteinsäuren, von denen Beispiele
aus dem Stand der Technik bekannt sind und die
beispielsweise in der US-A-4 147 502 beschrieben sind. Geeignete
Amine können die oben beschriebenen sein.
-
Andere Beispiele sind Kondensate, wie in der EP-A-327 423
beschrieben.
-
(b) Eine chemische Verbindung, die ein cyclisches Ringsystem
umfaßt oder einschließt, wobei die Verbindung am Ringsystem
mindestens zwei Substituenten der untenstehenden allgemeinen
Formel (I) trägt: -
-
-A-NR¹³R¹&sup4; (I),
-
in der A eine aliphatische Kohlenwasserstoffgruppe, die
gegebenenfalls durch eine oder mehrere Heteroatome
unterbrochen und geradkettig oder verzweigt ist, und R¹³ und R¹&sup4;
gleich oder verschieden sind und jeweils unabhängig eine
Kohlenwasserstoffgruppe mit 9 bis 40 Kohlenstoffatomen sind,
die gegebenenfalls durch ein oder mehrere Heteroatome
unterbrochen ist, wobei die Substituenten gleich oder verschieden
sein können, und die Verbindung gegebenenfalls in Form ihrer
Salze vorliegt.
-
Vorzugsweise enthält A 1 bis 20 Kohlenstoffatome und ist
vorzugsweise eine Methylen- oder Polymethylengruppe.
-
Beispiele substituierter Kohlenwasserstoffgruppen schließen
2-Hydroxyethyl, 3-Hydroxypropyl, 4-Hydroxybutyl,
2-Ketopropyl, Ethoxyethyl und Propoxypropyl ein. Die Gruppen können
zusätzlich oder alternativ andere Atome als Kohlenstoff in
einer Kette oder einen Ring enthalten, die bzw. der sonst
aus Kohlenstoffatomen besteht. Geeignete Heteroatome
schließen beispielsweise Stickstoff, Schwefel und vorzugsweise
Sauerstoff ein.
-
Das Ringsystem kann homocyclische, heterocyclische oder
kondensierte polycyclische Ringe oder ein System
einschließen, in dem zwei oder mehrere solcher Ringe aneinandergefügt
sind und in dem die Ringe gleich oder verschieden sein kön
nen. Wenn zwei oder mehr solcher Ringe vorhanden sind,
können die Substituenten der allgemeinen Formel (I) am gleichen
Ring oder an verschiedenen Ringen, vorzugsweise am gleichen
Ring angeordnet sein. Vorzugsweise ist jeder Ring
aromatisch, insbesondere ein Benzolring. Am meisten bevorzugt ist
das Ringsysten ein einfacher Benzolring, bei dem die
Substituenten vorzugsweise in der Ortho- oder Metaposition
angeordnet sind, wobei der Benzolring gegebenenfalls weiter
substituiert sein kann.
-
Die Atome im Ring oder in den Ringen sind vorzugsweise
Kohlenstoffatome und können beispielsweise ein oder mehrere
Ring-N-, -S- oder -O-Atome einschließen, wobei die
Verbindung in diesen Fällen eine heterocyclische Verbindung ist.
-
Beispiele solcher polycyclischen Zusammensetzungen schließen
ein:
-
(i) kondensierte Benzolstrukturen wie Naphthalin,
Anthracen, Phenanthren und Pyren,
-
(ii) kondensierte Ringstrukturen, in denen kein oder
nicht alle Ringe Benzol sind, wie Azulen, Indol,
Hydromdol, Fluoren und Diphenylenoxid,
-
(iii) "endgebundene" Ringe wie Diphenyl,
-
(iv) heterocyclische Verbindungen wie Chinolin, Indol,
2:3-Dihydromdol, Benzofuran, Kumarin, Isokumarin,
Benzothiophen, Carbazol und Thiodephenylamin,
-
(v) nicht-aromatische oder teilweise gesättigte Ring-
systeme wie Dakalin (d.h. Dekahydronaphthalin), α-
Pinen, Cardinen und Bornylen und
-
(vi) dreidimensionale Strukturen wie Norbonen,
Bicycloheptan (d.h. Norbonan), Bicyclooctan und
Bicycloocten.
-
Jede Kohlenwasserstoffgruppe, die erfindungsgemäß R¹³ und
R¹&sup4; darstellen kann (Formel I), kann beispielsweise eine
Alkyl- oder Alkylengruppe oder eine Mono- oder
Polyalkoxyalkylgruppe sein. Vorzugsweise ist jede
Kohlenwasserstoffgruppe eine geradkettige Alkylgruppe. Die Anzahl der
Kohlenstoffatome in jeder Kohlenwasserstoffgruppe ist vorzugsweise
16 bis 40, bevorzugter 16 bis 24.
-
Es ist auch bevorzugt, daß das cyclische System mit nur zwei
Substituenten der allgemeinen Formel (I) substituiert ist,
und daß A eine Methylengruppe ist.
-
Beispiele von Salzen der chemischen Verbindungen sind Acetat
und Hydrochlond.
-
Die Verbindungen können zweckmäßigerweise hergestellt
werden, indem die entsprechenden Amide, die durch Reaktion
eines sekundären Amins mit dem geeigneten Säurechlond
umgesetzt wurden, reduziert werden.
-
(c) Ein Kondensat eines langkettigen primären oder sekundären
Amins mit einem Carbonsäure enthaltenden Polymer.
-
Spezielle Beispiele umfassen Polymere, wie in der GB-A-2 121
807, der FR-A-2 592 387 und der DE-A-3 941 561 beschrieben,
sowie Ester der Telemersäure (telemer acid) und
Alkanolaminen, wie in der US-A-4 639 256 beschrieben, einem
langkettigen Epoxid-Amin-Reaktionsprodukt, das gegebenenfalls weiter
mit einer Polycarbonsäure umgesetzt wurde und das
Reaktionsprodukt eines Amins, das einen verzweigten Carbonsäureester,
ein Epoxid und ein Monocarbonsäure-Polyester enthält, wie in
der US-A-4 631 071 beschrieben.
(v) Kohlenwasserstoffpolymere
Beispiele sind solche, die durch die folgende allgemeine Formel
wiedergegeben werden, in der
-
T = H oder R¹&sup5;
-
U = H, T oder Aryl
-
R¹&sup5; = C&sub1;- bis C&sub1;&sub3;-Kohlenwasserstoff
-
und v und w Molverhältnisse darstellen, wobei v im Bereich von
1,0 bis 0,0 und w im Bereich von 0,0 bis 1,0 liegt.
-
Diese Polymere können direkt aus ethylenisch ungesättigten
Monomeren oder indirekt durch Hydrierung des Polymers, hergestellt
werden, welches aus Monomeren wie Isopren und Butadien
hergestellt ist.
-
Bevorzugte Kohlenwasserstoffpolymere sind Copolymere von Ethylen
und mindestens einem α-Olefin mit einem durchschnittlichen
Molekulargewicht (Zahlenmittel) von mindestens 30 000. Vorzugsweise
hat das α-Olefin höchstens 20 Kohlenstoffatome. Beispiele
solcher Olefine sind Propylen, 1-Buten, Isobuten, n-Octen-1,
Isoocten-1, n-Decen-1 und n-Dodecen-1. Das Copolymer kann auch
geringere Mengen, z.B. bis zu 10 Gew.%, anderer copolymerisierbarer
Monomere, beispielsweise Olefine, die keine α-Olefine sind, und
nicht-konjugierte Diene enthalten. Das bevorzugte Copolymer ist
ein Ethylen-Propylen-Copolymer. Erfindungsgemäß sind auch zwei
oder mehr verschiedene Ethylen-α-Olefin-Copolymere dieses Typs
eingeschlossen.
-
Das durchschnittliche Molekulargewicht (Zahlenmittel) des
Ethy-1en-α-Olefin-Copolymers beträgt, wie oben beschrieben,
mindestens 30 000, gemessen durch Gelpermeationschormatographie (GPC)
in Bezug auf Polystyrolstandards, vorteilhafterweise mindestens
60 000 und vorzugsweise mindestens 80 000. Funktionell gibt es
keine Obergrenze, jedoch können beim Mischen Schwierigkeiten
aufgrund der erhöhten Viskosität bei Molekulargewichten oberhalb
von etwa 150 000 auftreten, und vorzugsweise liegt das
Molekulargewicht im Bereich von 60 000 und 80 000 bis 120 000.
-
Vorzugsweise hat das Copolymer einen molaren Ethylengehalt
zwischen 50 und 85%. Bevorzugter liegt der Ethylengehalt zwischen
57 und 80% und vorzugsweise 58 bis 73%, bevorzugter 62 bis 71%
und insbesondere 65 bis 70%.
-
Bevorzugte Ethylen-α-Olefin-Copolymere sind Ethylen-Propylen-
Copolymere mit einem molaren Ethylengehalt von 62 bis 71% und
einem durchschnittlichen Molekulargewicht (Zahlenmittel) von
60 000 bis 120 000, besonders bevorzugte Copolymere sind
Ethylen-Propylen-Copolymere mit einem Ethylengehalt von 62 bis 71%
und einem Molekulargewicht von 80 000 bis 100 000.
-
Die Copolymere können durch jegliche aus dem Stand der Technik
bekannte Verfahren hergestellt werden, beispielsweise unter
Verwendung eines Katalysators vom Ziegler-Typ. Vorzugsweise sind
die Polymere im wesentlichen amorph, da hochkristalline Polymere
bei niedrigen Temperaturen in Brennstoffölen relativ unlöslich
sind.
-
Die Additivzusammensetzung kann auch ein weiteres Ethylen-α-
Olefin-Copolymer umfassen, vorteilhafterweise mit einem
durchschnittlichen
Molekulargewicht (Zahlenmittel) von höchstens
7 500, vorteilhafterweise von 1 000 bis 6 000 und vorzugsweise
von 2 000 bis 5 000, gemessen durch Dampfphasenosmometrie.
Geeignete α-Olefine sind die oben dargestellten oder Styrol, wobei
Propylen wiederum bevorzugt ist. Vorteilhafterweise beträgt der
Ethylengehalt 60 bis 70 Mol%, obwohl Ethylen-Propylen-Copolymere
mit bis zu 86 Mol% pro Gewicht Ethylen vorteilhaft verwendet
werden können.
-
Beispiele für Kohlenwasserstoffpolymere sind in der WO-91/11488
beschrieben.
(vi) Schwefel-Carboxyverbindungen
-
Beispiele sind in der EP-A-0 261 957 beschriebenen, welche die
Verwendung von Verbindung der allgemeinen Formel:
beschreiben, in der
R¹&sup6; und R¹&sup7; Alkyl, Alkoxyaikyl oder Polyalkoxyalkyl mit
mindestens 10 Kohlenstoffatomen in der Hauptkette sind, R¹&sup8;
Kohlenwasserstoff ist und jedes R¹&sup8; gleich oder verschieden sein kann
und R¹&sup9; nicht vorhanden oder C&sub1;- bis C&sub5;-Alkylen ist und die
Kohlenstoff-Kohlenstoff-(C-C-)Bindung in
entweder a) ethylenisch ungesättigt ist, während A und B Alkyl,
Alkenyl oder substituierte Kohlenwasserstoffgruppen sein können
oder b) Teil einer cyclischen Struktur, die aromatisch,
mehrkernig aromatisch oder cycloaliphatisch sein kann, wobei es
bevorzugt ist, daß X-R¹&sup6; und Y-R¹&sup7; dazwischen mindestens drei
Alkyl-, Alkoxyalkyl- oder Polyalkoxyalkylgruppen enthalten.
(vii) Kohl enwas serstoffsubstituierte Aromaten
-
Diese Materialien sind Kondensate, die aromatische und
Kohlenwasserstoffreste umfassen. Der aromatische Rest ist gewöhnlich
ein aromatischer Kohlenwasserstoff, der unsubstituiert oder
beispielsweise mit Resten substituiert sein kann, die nicht
Kohlenwasserstoff sind. Ein derartiger aromatischer
Kohlenwasserstoff
enthält vorzugsweise eine maximale Anzahl solcher Reste
und/oder drei kondensierte Ringe und ist vorzugsweise
Naphthalin. Der Kohlenwasserstoffteil ist ein Wasserstoff und
Kohlenstoff enthaltender Teil, der durch ein Kohlenstoffatom an den
Rest des Moleküls gebunden ist. Er kann gesättigt oder
ungesättigt und geradkettig oder verzweigt sein und kann eine oder
mehrere Heteroatome enthalten, vorausgesetzt, daß sie die
kohlenwasserstoffartige Natur des Restes nicht wesentlich
beeinträchtigen. Vorzugsweise ist der Kohlenwasserstoffrest ein Alkylrest,
der zweckmäßigerweise mehr als 8 Kohlenstoffatome enthält. Das
Molekulargewicht solcher Kondensate kann beispielsweise im
Bereich von 2 000 bis 200 000, wie 2 000 bis 20 000, vorzugsweise
2 000 bis 8 000 liegen. Beispiele sind, wie vorher erwähnt, aus
dem Stand der Technik in erster Linie als
Schmieröl-Stockpunkterniedriger und als Entparaffinierungsmittel bekannt und können
beispielsweise durch Kondensation eines halogenierten Paraffins
mit einem aromatischen Kohlenwasserstoff hergestellt werden.
Insbesondere kann die Kondensation eine
Friedel-Crafts-Kondensation sein, wenn das halogenierte Paraffin 15 bis 60, z.B. 16 bis
50 Kohlenstoffatome enthält, einen Schmelzpunkt von etwa 200 bis
400ºC aufweist und auf 5 bis 25 Gew.% Chlor, z.B. 10 bis 18
Gew.%, chloriert wurde. Gemäß einem anderen Weg, ähnliche
Kondensate herzustellen, kann man von Olefinen und den aromatischen
Kohlenwasserstoffen ausgehen.
-
Mehrkomponentenadditivsysteme können verwendet werden, und die
Verhältnisse der verwendeten Additive hängen von dem zu
behandelnden Brennstoff ab.
-
Mitteldestillat-Brennstofföle können ein oder mehrere andere
Additive enthalten. Besonders erwähnenswerte Additive sind
aschefreie Dispergiermittel, die in verschiedenen Patenten, wie
der EP-A-0 482 253 beschrieben sind. Weitere Beispiele schließen
makrocyclische aschefreie Dispergiermittel,
Ketanzahlverbesserer, Polymere von Monoolefinen, Verbrennungsverbesserer auf
Metallbasis wie Ferrocen, Korrosionsverhinderer, Antioxydations
mittel, Reodoriermittel und Antiverschleißadditive ein.
-
Gemäß der Verwendung, ist die Menge des Reaktionsprodukts im
Brennstoff größer als 0,00005% Gew.-% (Additiv bezogen auf das
Gewicht des Brennstoffs).
-
Die maximal verwendete Menge scheint nicht kritisch zu sein und
wird in der Praxis unter wirtschaftlichen und Auswahlgesichts
punkten bestimmt. Allerdings liegen besonders geeignete Mengen
liegen im Bereich von 0,00005% bis 5,0% Gew.-% Produkt, bezogen
auf das Gewicht des Brennstoff 5. Insbesondere kann das Produkt
im Bereich von 0,0001 bis 0,51 bevorzugter 0,0005 bis 0,1 und
insbesondere 0,0005 bis 0,01 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des
Brennstoffs, verwendet werden.
-
Die Reaktionsprodukte können in Form eines Konzentrats in das
Mitteldestillat-Brennstofföl eingebracht werden. In einem
solchen Konzentrat kann das Produkt oder die Produkte in einem
Lösungsmittel mit einer Konzentration innerhalb großer Bereiche,
gemäß den Erfordernissen und Einschränkungen der besonderen
Anwendung, gelöst werden, beispielsweise von 1:90, wie 10:80
(Gew.%:Gew.%). Beispiele geeigneter Lösungsmittel sind
Kohlenwasserstoffe oder Sauerstoff enthaltende Kohlenwasserstoffe wie
Kerosin, aromatische Naphthas und Mineralschmieröle.
Gegebenenfalls können Coadditive wie die vorher beschriebenen vorhanden
sein, je nach zu behandelnden Brennstoff und den Anforderungen
der jeweiligen Bedingungen.
-
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert.
BEISPIELE FÜR REAKTIONSPRODUKTE
Beispiel 1
-
Ölsäure (282 g, 1,0 Mol) wurde in Toluol (250 ml) gelöst.
Diethylentriamin (DETA) (34,3 g, 0,33 mol) wurde in Toluol (100
ml) gelöst, wobei der leichte stöchiometrische Überschuß an
Ölsäure verwendet wurde, um die nachfolgende Acylierung jeder
Aminogruppe sicherzustellen. Die Aminlösung wurde über eine
Stunde langsam zur gerührten Lösung der Säure gegeben. Während
dieser Zugabe wurde eine exotherme Reaktion beobachtet, und die
Reaktionstemperatur stieg um 13ºC. Nach vollständiger Zugabe des
Amins wurde die Reaktionsmischung 7 Stunden und 45 Minuten auf
Rückfluß erwärmt. Während des Rückflusses wurde Wasser (17 ml,
Theorie = 18 ml) in einer Dean & Stark-Falle gesammelt. Nach
Beendigung des Rückflusses wurde das Toluol entfernt, indem die
Reaktionsmischung auf eine Gefäßtemperatur von 150ºC erwärmt
wurde. Zurückbleibende Lösungsmittelspuren wurden von dem
Produkt entfernt, indem ein Vakuum von 500 mm Hg angelegt wurde.
-
Das erhaltene Produkt war ein paraffinartiger Feststoff Das IR-
Spektrum des Produkts zeigte keine Spur von Ölsäure (Peak bei
1711 Wellenzahlen). Allerdings traten Peaks bei 1665 und 1590
Wellenzahlen auf, was mit der Bildung von sekundären und
tertiären Amidgruppen übereinstimmte, d.h., daß die Acylierung im
wesentlichen vollständig erfolgte.
Beispiele 2 und 3
-
Analoge Reaktionsbedingungen wurden angewandt, um vollständig
acylierte Reaktionsprodukte herzustellen, wie in der
nachfolgenden Tabelle I dargestellt.
Tabelle I
Beispiele 4 und 5
-
Reaktionsbedingungen, die denen zur Synthese der vorhergehenden
Beispiele 1 bis 3 verwendeten analog waren, wurden bei der Reak
tion von einem Mol Diethylentriamin mit 2 Mol Monocarbonsäure
acylierungsmittel angewandt, wie in Tabelle II gezeigt.
Tabelle II
-
In beiden Beispielen lag das Hauptprodukt in Form von
vor, in der das Acylierungsmittel (b) RCOOH ist, d.h. ein immer
noch vollständig acyliertes Produkt gemäß dieser Beschreibung,
wobei jede Aminogruppe des Polyamins unter Addition des
Acylierungsmittels (b) umgesetzt wurde und 3 Mol Wasser pro Mol DETA
entstanden waren.
Beispiele 6 bis 14
-
Reaktionsbedingungen, die denen zur Synthese der Beispiele 1 bis
3 verwendeten analog waren, wurden angewandt, um erfindungsgemäß
verwendbare Produkte herzustellen, wie in Tabelle III
nachfolgend dargestellt.
Tabelle III
-
In jedem Beisoiel wurde ein Mol Polyamin mit etwas mehr als zwei
Mol Acylierungsmittel umgesetzt.
Verwendungsbeispiele
-
Die Beispiele 1 bis 11 wurden aufihre Auswirkungen auf
Schaumbildung in Organischen Flüssigkeiten untersucht.
-
In folgenden Versuchen A, B und C wurde beim Verfahren zur Be-
Stimmung der Schaumbildung 100 ml Testflüssigkeit in einer
vorher gereinigten und getrockneten 4 OZ-Flasche mit der Hand
geschüttelt, wobei die Flasche dann in normaler Stellung auf eine
feste, ebene Oberfläche gestellt wurde. Die nachfolgende
Zeitspanne (in Sekunden), über die der durch das Schütteln erzeugte
Schaum zusammenfiel, um einen klaren Bereich an Flüssigkeits
oberfläche zu zeigen, wurde als Maß für die
Schaumbildungstendenz aufgezeichnet, wobei längere Zeiten zum Zusammenfallen des
Schaums eine größere Stabilität des Schaums anzeigten.
Versuch A
-
Für die Zwecke dieses Versuchs wurden zwei gewöhnliche
europäische Dieselbrennstoffe mit einer besonderen Neigung zur
Schaumbildung als geeignete Organische Flüssigkeiten ausgewählt. Jeder
Dieselbrennstoff besaß folgende Eigenschaften:
Dieselbrennstoff V
Dieselbrennstoff W
-
Konventioneller europäischer Dieselbrennstoff mit ähnlichen
Eigenschaften wie Brennstoff V.
-
Die vorher beschriebenen Reaktionsprodukte wurden zu Proben
jedes Versuchsbrennstoffs gegeben, die Zeit zum Zusammenfallen
des Schaums nach 30 Sekunden Schütteln gemäß dem oben
beschriebenen Verfahren gemessen und in der nachfolgenden Tabelle IV
aufgezeichnet.
Tabelle IV
-
Für jedes Reaktionsprodukt zeigt der erste Wert in einer
gegebenen Spalte die Zeit zum Zusammenfallen des Schaums in
Dieselbrennstoff V, der zweite Wert, die Zeit im Dieselbrennstoff W.
Alle Werte sind das Mittel von zwei Versuchen. Der Ausdruck "-"
bezeichnet eine nicht untersuchte Kombination von Brennstoff und
Reaktionsprodukt.
Versuch B
-
Die Auswirkungen von Beispielen 1 und 2 auf die Zeit zum
Zusammenfallen des Schaums eines dritten Dieselbrennstoffs Z, der
ähnliche Eigenschaften wie die vorher beschriebenen Brennstoffe
V und W aufwies, wurde unter Verwendung des vorbeschriebenen
Verfahrens gemessen, welches abgeändert wurde, indem die
Schüttelzeit auf 15 Sekunden verkürzt wurde. Die Ergebnisse sind
nachfolgend in Tabelle V wiedergegeben.
Tabelle V
-
Die Ergebnisse sind das Mittel von zwei Versuchen. Wie vorher,
bezeichnet Ausdruck "-" eine nicht untersuchte Kombination.
-
Die erfindungsgemäßen Additive sind somit zur Verhinderung der
Schaumbildung von Mitteldestillatbrennstoffen effektiv. Ferner
schließt ihre siliciumfreie Zusammensetzung die Bildung und
Emission von Siliciumoxidteilchen bei Verbrennung aus, ferner
stellt die Abwesenheit von anderen ascheproduzierenden Elementen
sicher, daß ihr Beitrag zu teilchenförmigen Emissionen
vernachlässigbar ist.