DE69324986T2 - Verfahren zur Herstellung eines diffusionsgebundenen Zerstäubungs-Target-Bauteil - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines diffusionsgebundenen Zerstäubungs-Target-Bauteil

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DE69324986T2
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Description

  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung, die aus einem Kathodenzerstäubungstarget und einer Rückplatte besteht, und insbesondere auf eine Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung sowie auf ein Verfahren zu dessen Herstellung, bei dem ein Kathodenzerstäubungstarget und eine Rückplatte durch Festkörperphasen- Diffusion mit oder ohne einem oder mehreren dazwischen angeordneten Einsatz bzw. Einsätzen verbunden werden.
  • Mittels Festkörperphasen-Diffusionsverbindung weist ein Kathodenzerstäubungstarget eine ausgezeichnete Haftungs- und Verbindungsfestigkeit an einer Rückplatte auf, wobei es seine Struktur und Kristallkenngrößen einschließlich Korngröße, Kristallorientierung etc. beibehält, die es vor der Diffusionsverbindung hatte, ohne daß es zu einer durch den Verbindungsvorgang verursachten Kontamination kommt.
  • Kathodenzerstäubungstargets dienen als Kathodenzerstäubungsquellen für die Bildung von Elektroden, Gattern, Verdrahtungen, Elementen, Schutzfilmen und dergleichen bei verschiedenen Halbleiterbauteilen auf Substraten durch einen Kathodenzerstäubungsvorgang. Sie haben gewöhnlicherweise das Aussehen scheibenförmiger Platten. Wenn beschleunigte Teilchen auf eine Targetoberfläche auftreffen, wird ein Teil der das Target bildenden Atome durch Impulsaustauch in den Raum zerstäubt uni lagert sich an einem gegenüber angeordneten Substrat ab. Typische verwendete Kathodenzerstäubungstargets sind u. a. Al und Al- Legierung-Targets, ein feuerfestes Metall und seine Legierung- Targets (W, Mo, Ti, Ta, Zr, Nb, etc. und deren Legierungen wie W-Ti) sowie Silizid-Targets mit hohem Schmelzpunkt (MoSiX, WSix, etc.). Die Targets werden üblicher-weise in Form einer mit einem Rückmaterial - als Rückplatte bekannt - einstückig verbundenen Anordnung verwendet, wodurch sowohl der Halt als auch Kühlfunktionen gewährleistet werden. Eine Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung ist in einem Kathodenzerstäubungssystem montiert, und die hintere Seite der Rückplatte wird gekühlt, um die Wärme abzuleiten, die in dem Target während des Kathodenzerstäubungs-vorgangs erzeugt wird. Die heutzutage verwendeten Rückplatten bestehen aus Metall oder Legierungen mit guten Wärmeleit-fähigkeiten, wie z. B. sauerstoff-freies Kupfer (OFC), Cu-Legierungen, Al-Legierungen, Edelstahle (SUS) sowie Ti und Ti-Legierungen.
  • Bisher verwendete man für das Verbinden eines Kathodenzerstäubungstargets mit einer Rückplatte zur Bildung einer Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung in erster Linie ein Lötverfahren, das ein Lötmaterial mit niedrigem Schmelzpunkt verwendet, wie z. B. In oder eine Sn-Legierung. Allerdings hat das Lötverfahren, das ein Lötmaterial mit niedrigem Schmelzpunkt verwendet, die folgenden Nachteile:
  • (1) Der niedrige Schmelzpunkt von Lötmaterialien, 158ºC für In oder 160-300ºC selbst für eine Sn-Legierung, verursacht einen starken Abfall der Bindungsfestigkeit unter Scherbelastung, da die notwendige Betriebstemperatur ihren Schmelzpunkt erreicht. Speziell die Bindungsfestigkeit unter Scherbelastung bei Raumtemperatur ist geringer als 1 kgf/mm² für In und 2-4 kgf/mm² selbst für eine Sn-Legierung, die eine relativ hohe Festigkeit hat. In Kombination mit dem niedrigen Schmelzpunkt des Lötmaterials bewirkt dies einen starken Abfall der Bindungs-festigkeit unter Schereinwirkung bei einem Anstieg der Temperatur.
  • (2) Mit dem Lötverfahren ist es schwierig, eine 100%-ige Verbindung ohne unverbunde Abschnitte zu erzielen, da die Kontraktion nach der Verfestigung des Lötmaterials während des Verbindungsvorgangs Poren (Luftspalten) entlang der verbundenen Grenzflächen zwischen dem Target und der Rückplatte hinterläßt.
  • Folglich ist die für die Kathodenzerstäubung bereitzustellende elektrische Leistung auf einen niedrigen Wert begrenzt. Auch dann, wenn das System mit einer größeren Kathodenzerstäubungs leistung als der spezifizierten belastet wird oder bei unsachgemäßer Kühlwassersteuerung betrieben wird, kann es aufgrund einer Verringerung der Bindungsfestigkeit bei einem Temperaturanstieg des Targets oder beim Schmelzen des Lötmaterials zu Problemen wie der Ablösung des Targets kommen.
  • Die Verwendung eines Lötmaterials mit hoher Schmelztemperatur anstelle eines solchen mit niedriger Schmelztemperatur erfordert eine höhere Temperatur für das Löten, wodurch die Targetqualität manchmal beeinträchtigt wird.
  • Neuerdings neigt man zum Einsatz größerer elektrischer Leistung für die Kathodenzerstäubung, um den Durchsatz für die Filmbildung durch Kathodenzerstäubung zu verbessern. Angesichts dieser Tatsache besteht ein großer Bedarf für ein Target, das in der Lage ist, die Bindungsfestigkeit selbst bei erhöhten Temperaturen über einem vorbestimmten Wert beizubehalten.
  • So offenbarten die japanischen Patentanmeldungs-Offenlegungen Nr. 143268/1992 und 143269/1992 Targets und Verfahren zu ihrer Herstellung unter Verwendung eines Vorgangs zum einstückigen Verbinden eines ersten Metallelements, das als Kathodenzerstäubungsmaterial dient, mit einem zweiten Metallelement, das entweder unmittelbar oder durch Zwischenschaltung eines Abstandshalters mit einem höheren Schmelzpunkt als dem des ersten Glieds als Halter dient. Was das Verfahren zu ihrer einstückigen Verbindung anbelangt, wird in erster Linie Explosionsschweißen verwendet. Andere als verwendbar erwähnte Verfahren sind Heißpreß-, HIP- und Heißwalzverfahren. Nimmt man z. B. das Heißpreßverfahren, so wird beschrieben, daß es Schritte aufweist, um z. B. eine Al-1%Si-Legierung als das erste Metallelement (Kathodenzerstäubungsmaterial) und (sauerstoff-freies Kupfer als das zweite Metallelement (Halter) jeweils zu relativ einfachen Formen maschinell umzuformen und zu bearbeiten, und die beiden Elemente durch Heißpressen bei 300-500ºC über 6c) Minuten hinweg zu verbinden, wobei angeblich eine Diffusionsschicht von etwa 2 um Dicke gebildet werden soll, und um darauf hin das so miteinander zu einer endgültigen Konfiguration verbundene erste und zweite Metallelement (Kathodenzerstäubungsmaterial und Halter) maschinell zu bearbeiten. Es wird auch gesagt, daß alternativ das erste und das zweite Metallelement nach ihrer maschinellen Bearbeitung zu einer gewünschten Form durch Explosionsschweißen verbunden werden können.
  • Die oben beschriebenen Verfahren verwenden die Hochdruckverbindung des ersten und des zweiten Metallelements unter sehr großer Stoßeinwirkung oder schwerer Last, wie z. B. einem Explosionsverbindungs-, Heißpreß-, HIP- oder Heißwalzverfahren. Dieser Vorgang bewirkt eine ernsthafte Verformung des zu zerstäubenden ersten Materials (Targetmaterial) und als Begleiterscheinung erhöhte innere Spannungen und die Veränderung der Kristallstruktur.
  • Insbesondere wird die Gleichförmigkeit der Kristallgröße uni der Kristallorientierung eines Targets zerstört, was zu unterschiedlichen Kristallkorndurchmessern und Kristallorientierungen an verschiedenen Stellen des Targets führt. Folglich beginnt sich die Zerstäubungsmenge von dem Target von Punkt zu Punkt zu verändern, was wiederum zu einer Veränderung der abgeschiedenen Filmdicke und somit der Filmeigenschaften führt. Dieses Problem wird neuerdings als eine ernsthafte Angelegenheit hervorgehoben. Außerdem findet eine ernsthafte Verunreinigung der Oberflächenschicht des hergestellten Targets statt, und daher ist die Ausbeute des zur endgültigen Größe fertiggestellten Targetmaterials sehr mager. Obwohl in der oben erwähnten Offenlegung auch behauptet wird, daß das erste und das zweite Metallelement durch Explosionsverbindung verbunden werden können, nachdem sie zu gewünschten Konfigurationen maschinell bearbeitet wurden, sind auch in diesem Fall, wie oben gesagt, die Verformung des Targetmaterials und die als Begleiterscheinung auftretenden erhöhten inneren Spannungen und die Veränderung der Kristallstruktur sowie die Verunreinigung der Oberflächenschicht unvermeidbar.
  • In letzter Zeit haben Targetmaterialien mit Schmelzpunkten unterhalb 1000ºC, wie z. B. Aluminium oder Aluminiumlegierungen, eine rasche Verbreitung gefunden für die Verdrahtungen oder Verbindungen von Halbleiterbauteilen untereinander. Diese Targetmaterialien werden in vielen Fällen als Fertigprodukte in der endgültigen Geometrie und mit sehr hoher Reinheit geliefert. Derartige Targetmaterialien mit relativ niedriger Schmelztemperatur sind anfällig für größere Schäden an ihrer Kristallstruktur, die manchmal sogar von einem Gröberwerden der Korngröße des Targetmaterials begleitet werden.
  • Die ältere europäische Patentanmeldung EP-A-0630423 offenbart ein Verfahren zum Herstellen einer Kathodenzerstäubungstarget- Anordnung, welche ein Target und eine Rückplatte mit einem dazwischen angeordneten Einsatz aufweist, wobei bei dem Verfahren Diffusionsverbinden stattfindet, das u. a. eine Temperatur von 550-625ºC verwendet.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Verbinden eines Fertigprodukt-Targetmaterials, das in seiner endgültigen Geometrie oder beinahe endgültigen Gestalt seiner endgültigen Geometrie vorliegt, mit einer Rückplatte mit hoher Festigkeit zu entwickeln, während die Gleichförmigkeit der Kristallstruktur beibehalten wird und keinerlei verformende, verschlechternde oder andere ungünstige Auswirkungen auf das eigentliche Targetmaterial auftreten.
  • Gemäß der Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung bereitgestellt mit einem Target und einer damit verbundenen Rückplatte, bei dem das eine gegebene endgültige Form aufweisende Target, das einen Schmelzpunkt unter 1000ºC hat, und die eine gegebene endgültige Form aufweisende Rückplatte mit mindestens einem dazwischen angeordneten Einsatz laminiert werden und das Target mit der Rückplatte durch Festkörperphasen-Diffusion verbunden wird, wobei die Verbindung mittels Festkörperphasen-Diffusion in einem Vakuum bei einer Temperatur von 150ºC bis 300ºC und einem Druck von 9,8 MPa (1 kgf/mm²) bis 196 MPa (20 kgf/mm²) stattfindet und wobei die Struktur und die Kristallkenngrößen, die das Target besitzt, bevor es mit der Rückplatte mittels Festkörperphasen- Diffusion verbunden wird, nach der Diffusionsverbindung beibehalten werden und das Target eine gleichförmige Kristallstruktur mit einer Korngröße von nicht mehr als 250 um hat.
  • Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben nach einem Verbindungsverfahren für Targetmaterialien gesucht, welches die Kristallkenngrößen wie z. B. Kristallkornwachstum hemmt und keine verformende oder andere beeinträchtigende Auswirkungen auf das Material verursacht. Als Ergebnis hat man nun herausgefunden, daß die Festkörperphasen-Diffusionsverbindung mit oder ohne Verwendung eines Einsatzes eine weitaus bessere Bindung als erwartet in ihren Grenzflächen erzeugt. Die Diffusionsverbindung, die durchgeführt wurde, während man eine feste Phase einer leichten Last (niedrige Spannungsrate) in einem Vakuum ausgesetzt hielt, ergibt eine starke Haftung und starke Bindungsfestigkeit mit keinen oder sehr kleinen Verformungen des Targetmaterials und mit keinen ungebundenen Abschnitten wie Poren entlang der Grenzflächen, während die Zerstörung einer gleichförmigen Kristallstruktur, das Wachstum von Körnern etc. gehemmt wird, die das Targetmaterial vor dem Verbindungsvorgang hatte.
  • Der Begriff "Festkörperphasen-Diffusionsverbindung" in seiner hier vorliegenden Verwendung steht für ein Verfahren zum Verbinden eines Targetmaterials und einer Rückplatte mit oder ohne einem oder mehreren dazwischen eingebetteten Einsätzen mittels Diffusion entlang der Grenzflächen bei leichter Erhitzung und Druckausübung, wobei die beiden Elemente, anstatt geschmolzen zu werden, unter Beibehaltung der festen Phase miteinander verbunden werden, ohne daß ungewünschte Auswirkungen auf das Targetmaterial, wie u. a. sein Kornwachstum und seine Strukturveränderung, verursacht werden.
  • Auf der Grundlage dieser Entdeckung liefert ein Gesichtspunkt dieser Erfindung eine Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung mit einem Kathodenzerstäubungstarget und einer Rückplatte, dadurch gekennzeichnet, daß das Kathodenzerstäubungstarget und die Rückplatte mittels Festkörperphasen-Diffusionsverbindung mit oder ohne einen oder mehrere dazwischen angeordnete Einsätze verbunden wird, um durch Festkörperphasen-Diffusion verbundene Grenzflächen dazwischen zu erhalten, wobei das diffusionsverbundene Kathodenzerstäubungstarget im wesentlichen metallurgische Kenngrößen und Eigenschaften beibehält, die das Kathodenzerstäubungstarget hatte, bevor es mit der Rückplatte diffusionsverbunden wurde.
  • Typischerweise besteht das Targetmaterial aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung. Der Einsatz besteht typischerweise aus Silber oder einer Silberlegierung, Kupfer oder einer Kupferlegierung oder aus Nickel oder einer Nickellegierung.
  • Die Festkörperphasen-Diffusionsverbindung des Targets und der Rückplatte mit einem oder mehreren dazwischen eingebetteten. Einsätzen bei einer niedrigen Temperatur und Druck bewirkt eine Interdiffusion ihrer sie bildenden Atome, um eine hohe Adhäsion und Bindungsfestigkeit ohne einhergehende Verschlechterung oder Verformung des Targetmaterials zu erhalten, während das Kristallkornwachstum in dem Targetmaterial gehemmt wird. Die so gewonnene Bindung erweist sich als äußerst zuverlässig, da sie bei einer Anhebung der Betriebstemperatur keiner abrupten Verringerung der Bindungsstärke unterliegt, und da aufgrund der Festkörperphasen-Verbindung eine 100%-ige Verbindung mit keinerlei ungebundenen Abschnitten, wie z. B. entlang der Grenzflächen übriggebliebener Poren, erzielt wird.
  • Fig. 1 ist eine Perspektivansicht einer Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung, die aus einem Targetmaterial und einer Rückplatte besteht, die durch einen Einsatz hindurch mittels Fest körperphasen-Diffusionsverbindung erfindungsgemäß verbunden sind.
  • Fig. 2 ist ein Schaubild, das die Bindungsfestigkeitswerte der diffusionsverbundenen Targetanordnung der Erfindung unter Scherbelastung bei Raumtemperatur mit denjenigen des verbundenen Materials vergleicht, das ein bei niedriger Temperatur schmelzendes Lötmaterial des Sn-Pb-Ag-Systems in Beispiel 1 verwendete.
  • Fig. 3 ist ein Schaubild, das die Temperaturabhängigkeit der Bindungsfestigkeitswerte der verbundenen Materialien von Beispiel 1 unter Schereinwirkung zeigt.
  • Fig. 4 ist ein Mikrobild, das die metallographische Struktur in der Umgebung gebundener Grenzflächen bei einer Anordnung zeigt, die aus einem Al-1%Si-0,5%Cu-Target, einer Ag-Folie und einer Rückplatte aus sauerstofffreiem Kupfer gemäß dieser Erfindung besteht.
  • In Fig. 1 ist eine diffusionsverbundene Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung gezeigt, die durch Diffusionsverbinden eines Targetmaterials 1 und einer Rückplatte 2 durch einen Einsatz 3 hindurch erfindungsgemäß hergestellt wurde. Die Bestandteile sind mit festkörperphasen-diffusionsverbundenen Grenzflächen 4 fest miteinander verbunden. Der verwendete Einsatz 3 hängt von einer Kombination des Targetmaterials und der Rückplatte ab. Das Targetmaterial behält die metallurgischen Kenngrößen und Eigenschaften, die es vor der Diffusionsverbindung hatte.
  • Typische Beispiele von Targetmaterialien, die einen Schmelzpunkt von nicht mehr als 1000ºC haben, sind Aluminium und Aluminiumlegierungen wie Al-Si-Cu, Al-Si und Al-Cu-Legierungen. Andere Legierungstargets, die hauptsächlich aus Materialien wie Cu oder Au bestehen, fallen auch unter die Betrachtung dieser Gruppe. Für die Einsatzmaterialien werden gewöhnlicherweise Ag, Cu, Ni oder ihre Legierungen verwendet. Eines oder mehrere derartige Einsatzmaterialien werden in Schichten verwendet.
  • Beim Herstellen einer Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung unter Verwendung eines oder mehrerer Einsätze werden eine Rückplatte und ein Targetmaterial mit einem organischen Lösungsmittel wie Azeton entfettet und gespült. Dann wird zwischen den beiden ein Einsatz aus einem oder mehreren Materialien eingesetzt, die man unter Ag, Cu, Ni und deren Legierungen auswählt und die eine Dicke von mindestens 10 um haben. Auch der Einsatz muß vorab entfettet und gespült werden. Die Verwendung eines 10 um dicken oder dickeren Einsatzes ist wünschenswert, da die sich aus Oberflächen-Unregelmäßigkeiten ergebenden Mikroporen der Größenordnung einiger Mikrometer, die durch die maschinelle Bearbeitung der Oberflächen des Targets und der anzubindenden Rückplatte verursacht werden, sonst die Haftstärke verringern würden. Die Obergrenze der Dicke des Einsatzes wird nicht vorgegeben, vorausgesetzt, der Einsatz ist dick genug für die Festkörperphasen-Diffusionsverbindung. Eine übermäßige Dicke ist jedoch verschwenderisch. Eine herkömmliche Folie, ein dünnes Blatt oder dergleichen können verwendet werden. Als Material des Einsatzes ist Ag, Cu, Ni oder deren Legierungen geeignet, wie weiter oben erwähnt wurde, und zwar wegen des mäßig hohen Schmelzpunktes und der Diffusionsfähigkeit, um Festkörperphasen-Diffusionsverbinden zu ermöglichen. Der Einsatz ist nicht auf eine Einzelschicht beschränkt. Stattdessen können zwei oder mehrere überlagerte Schichten verwendet werden. Die zu verbindenden Oberflächen sollten frei von Oxiden oder anderen Verunreinigungen sein.
  • Im Falle von Targetmaterialien, die eine Schmelztemperatur von nicht mehr als 1000ºC haben, werden ein aus einem Targetmaterial bestehendes Laminat, eine Rückplatte und ein Einsatz allgemein im festen Zustand diffusionsverbunden, indem man sie auf einer konstanten Temperatur innerhalb eines Verbindungstemperaturbereichs von 150-300ºC, vorzugsweise von 150-250ºC, in einem Vakuum von 13,3 Pa (0,1 Torr) oder darunter und bei einem Druck von 9,8 bis 196 MPa (1,0-20 kgf/mm²) vorzugsweise 29,4-98 MPa (3-10 kgf/mm²) hält. Auf diese Weise erhält man eine Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung. Um die Bildung von Oxiden zu vermeiden, wird die Verbindung bevorzugterweise in einer Vakuumatmosphäre von 13,3 Pa (0,1 Torr) oder darunter durchgeführt. Die Wahl der anzulegenden. Last hängt von der Verbindungstemperatur und den zu verwendenden Materialien ab. Für einen ausreichendenn Druckverbindungsvorgang zur Erzeugung von Diffusion zwischen den Grenzflächen muß die Last mindestens 9,8 MPa (1,0 kgf/mm²) betragen. Andererseits kann eine Last von mehr als 196 MPa (20 kgf/mm²) das Targetmaterial beschädigen. Die Verbindungstemperatur wird aus den folgenden. Gründen zwischen 150-300ºC eingestellt. Wenn sie unterhalb von 150ºC ist, führt eine ungenügende Diffusion der Atome zu einer schwachen Haftung. Wenn sie 300ºC übersteigt, findet ein Kristallkornwachstum in dem Targetmaterial statt. Darüberhinaus neigen das Targetmaterial und die Rückplatte wegen der Differenz der thermischen Expansionsgeschwindigkeit dazu, sich zu verziehen oder zu verzerren, was zu einer unzulänglichen Verbindung führt.
  • Die so gewonnene Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung weist keinerlei Verschlechterung des Targetmaterials auf, hat verbundene Grenzflächen mit einem Bindungsflächen-Prozentsatz von 100%, die durch flüssigkeitsphasenfreies Festkörperphasen- Diffusionsverbinden erzeugt werden, und kann selbst in einem Hochleistungs-Kathodenzerstäubungssystem zufriedenstellend verwendet werden. Außerdem kann die Kristallkorngröße des Targetmate rials unter einem erforderlichen Standard gehalten werden, und zwar speziell nicht mehr als 250 ptm bei Targetmaterialien mit Schmelzpunkten von nicht mehr als 1000ºC und vorzugsweise nicht mehr als 100 um bei einer Anordnung aus Titan- Targetmaterial und Titan-Rückplatte, und eine gleichmäßige Kathodenzerstäubung kann gewährleistet werden. Um das adsorbierte Wasser, Gas und dergleichen auf der Target-oberfläche zu verringern, ist es möglich, das Target selbst bei etwa 200ºC vor seiner Verwendung zu brennen, es sei denn, ein Lötfüllmaterial mit einer niedrigen Schmelztemperatur wird verwendet.
  • Weitere Erklärungen finden sich in den Beispielen. Die hier dargebotenen Beispiele dienen lediglich der Veranschaulichung und bezwecken keinerlei Einschränkung der Erfindung.
  • (Beispiel 1)
  • Eine Al-1%Si-0,5%Cu-Targetmaterial in Form einer Scheibe mit einem Durchmesser von 300 mm und eine Rückplatte aus sauerstofffreiem Kupfer (OFC) derselben Größe wurden mit Ultraschall entfettet und mit Azeton gespült. Ein Einsatz aus 100 um dicker Ag-Folie wurde verwendet. Nach der Ultraschall- Entfettung und dem Spülen mit Azeton wurde der Einsatz zwischen das Al-1%Si-0,5%-Cu-Targetmaterial und die OFC-Rückplatte eingebettet.
  • Das aus Al-1%Si-0,5%-Cu-Targetmaterial, Ag-Folieneinsatz uni OFC-Rückplatte bestehende Laminat wurde in einem Vakuum von 6,7 MPa (5 · 10&supmin;&sup5; Torr) und einer Verbindungstemperatur von 250ºC unter einer Last von 78,4 MPa (8 kgf/mm²) diffusionsverbunden. Die Korngröße des Targets war nach dem Verbindungsvorgang 150 um.
  • Das Festkörperphasen-Diffusionsverbinden wurde auf ähnliche Weise durchgeführt, doch wurde die Verbindungstemperatur allein auf 350ºC verändert. Die Korngröße war nun 400 um.
  • Die Bindungsfestigkeitswerte unter Schereinwirkung bei Raumtemperatur für Teststücke, die aus fünf Punkten unterschiedlichen Durchmessers des diffusionsverbundenen Materials ausgeschnitten wurden, werden in Fig. 2 mit denen entsprechender Teststücke eines Laminats verglichen, das aus demselben Al- 1%Si-0,5%-Cu-Targetmaterial und der ähnlich verbundenen OFC- Rückplatte besteht, allerdings mit einem gewöhnlichen Lötmaterial mit niedrigem Schmelzpunkt des Sn-Pb-Ag-Systems. Fig. 3 zeigt die Temperaturabhängigkeit der Bindungsfestigkeitswerte dieser verbundenen Materialien unter Schereinwirkung. Wie sich aus Fig. 2 und 3 deutlich ergibt, ist die Bindungsfestigkeit unter Schereinwirkung bei dem Laminat, welches das Lötmaterial des Sn-Pb-Ag-Systems mit niedrigem Schmelzpunkt verwendet, etwa 3 kgf/mm², während das erfindungsgemäß festkörperphasendiffusionsverbundene Material etwa die doppelte Festigkeit hat, wobei die Werte bei ca. 58,8 MPa (6 kgf/mm²) liegen. Die Temperaturabhängigkeit verhält sich so, daß die Bindungsfestigkeit unter Schereinwirkung bei dem Material, welches das Sn-Pb-Ag- System-Lötmaterial mit niedrigem Schmelzpunkt verwendet, in der Nähe von 180ºC Null wird, da dies der Schmelzpunkt des Lötmaterials selbst ist. Das festkörperphasen-diftusionsverbundene Material der Erfindung weist im Gegensatz hierzu eine Bindungsfestigkeit von 29, 4 MPa (3 kgf/mm²) oder mehr auf unter Schereinwirkung oberhalb von 200ºC und behält eine Festigkeit von 19,6 MPa (2 kgf/mm²) selbst oberhalb 250ºC. Fig. 4 ist ein Mikrobild eines Querschnitts, der die Bindungsgrenzflächen und benachbarten Abschnitte eines Laminats veranschaulicht, das erfindungsgemäß aus Al-1%Si-0,5%-Cu-Targetmaterial, Ag- Folieneinsatz und OFC-Rückplatte besteht.
  • (Vorteile der Erfindung)
  • Das Festkörperphasen-Diffusionsverbinden bei niedriger Temperatur und Druck hat die folgenden Merkmale:
  • (1) Die Gleichförmigkeit der Kristallstruktur wird mit der Unterdrückung des Kristallkornwachstums beibehalten.
  • (2) Der Herstellungsvorgang verursacht keinen Schaden an dem Targetmaterial.
  • (3) Die Interdiffusion der Atome, die das Targetmaterial, die Rückplatte und den Einsatz bilden, erzeugt, wenn sie über die Bindungsgrenzflächen verwendet wird, ein hohes Ausmaß an Haftung und Bindungsfestigkeit.
  • (4) Der starke Abfall der Bindungsfestigkeit wird vermieden; er kann beim Anstieg der Betriebstemperatur vorkommen, wenn ein Lötmaterial mit niedrigem Schmelzpunkt verwendet wird.
  • (5) Der Festkörperphasen-Verbindungsvorgang ergibt zuverlässige Bindungen mit einem Bindungsflächen-Prozentsatz von 100% ohne jegliche ungebundene Abschnitte, wie z. B. Poren, die beim gewöhnlichen Bindungsvorgang aufgrund des Schrumpfens bei der Verfestigung eines Lötmaterials auftreten können.
  • Folglich bietet diese Erfindung die folgenden Vorteile:
  • (a) Ein Targetmaterial kann mit einer Rückplatte verbunden werden, ohne daß man die Gefahr einer Beschädigung eingeht;
  • (b) Die Gleichförmigkeit der Kathodenzerstäubung wird gewährleistet mit dem Ergebnis, daß die Filmdicke konstant gehalten wird und die Filmeigenschaften gleichförmig und stabil gemacht werden;
  • (c) Man kann eine größere elektrische Leistung für die Kathodenzerstäubung einführen; daher kann der Durchsatz für die Filmbildung durch Kathodenzerstäubung verbessert werden; und
  • (d) Das Target selbst kann bei ca. 200ºC gebrannt werden, wodurch adsorbiertes Wasser, Gas und dergleichen in der Targetoberfläche verringert werden.

Claims (1)

1. Verfahren zur Herstellung einer Kathodenzerstäubungstarget-Anordnung mit einem Target und einer damit verbundenen Rückplatte, bei dem das eine gegebene endgültige Form aufweisende Target, das einen Schmelzpunkt unter 1000ºC hat, und die eine gegebene endgültige Form aufweisende Rückplatte mit mindestens einem dazwischen angeordneten Einsatz laminiert werden und das Target mit der Rückplatte durch Festkörperphasen-Diffusion verbunden wird, wobei die Verbindung mittels Festkörperphasen-Diffusion in einem Vakuum bei ein er Temperatur von 150ºC bis 300ºC und einem Druck von 9,8 MPa (1 kgf/mm²) bis 196 MPa (20 kgf/mm²) stattfindet und wobei die Struktur und die Kristallkenngrößen, die das Target besitzt, bevor es mit der Rückplatte mittels Festkörperphasen-Diffusion verbunden wird, nach der Diffusionsverbindung beibehalten werden und das Target eine gleichförmige Kristallstruktur mit einer Korngröße von nicht mehr als 250 um hat.
DE69324986T 1992-09-29 1993-09-27 Verfahren zur Herstellung eines diffusionsgebundenen Zerstäubungs-Target-Bauteil Expired - Lifetime DE69324986T2 (de)

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JP4334899A JPH06158296A (ja) 1992-11-24 1992-11-24 拡散接合されたスパッタリングターゲット組立体及びその製造方法
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DE69324986D1 DE69324986D1 (de) 1999-06-24
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