DE69534731T2 - Verfahren zum herstellen von verstärkten gegenständen aus thermoplastischem material und nach diesem verfahren hergestellte gegenstände - Google Patents

Verfahren zum herstellen von verstärkten gegenständen aus thermoplastischem material und nach diesem verfahren hergestellte gegenstände Download PDF

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Description

  • Die vorliegende Erfindung hat ein neues Verfahren zum Herstellen von Stücken zur Aufgabe, die mit themeroplastischem Material verstärkt sind, sowie die Stücke, die durch dieses Verfahren erzielt werden.
  • Es ist bekannt, dass das Einspritzverfahren, das geläufig zum Herstellen von Stücken aus thermoplastischem Material verwendet wird, darin besteht, unter sehr hohem Druck das thermoplastische Material in pastenartigem Zustand in die Form einzuspritzen, deren Form der Form des Stücks entspricht, das hergestellt werden soll, das so geformte thermoplastische Material abzukühlen und die Form zu öffnen, um das hergestellte Stück zu erzielen.
  • Man kennt auch ein Verfahren, um mindestens eine Seite des Stücks aus thermoplastischem Material, das so hergestellt wird, mit einer Beschichtung, wie zum Beispiel einem Gewebe, einem Gestrick oder einem Vlies zu versehen, das darin besteht, ein solches Blatt in der Form vor dem Einspritzen des thermoplastischen Materials anzuordnen.
  • Derartige Beschichtungen können zum Ziel haben, das Erscheinungsbild des so hergestellten Stücks zu ändern und/oder dieses Stück zu verstärken, wenn die Beschichtung zum Beispiel Fasern aus einem besonders widerstandsfähigen Material enthält.
  • Ein solches Verfahren weist den Nachteil auf, dass das Einspritzen des thermoplastischen Materials dazu tendiert, das Blatt zu verschieben, wobei es ihm Falten oder Wellungen verleiht, die das so erzielte Stück inakzeptabel machen.
  • Eine bekannte Lösung, zum Beispiel aus EP-A-0 333 198, um diesen Nachteil zu vermeiden, besteht darin, die Ränder des Blatts in der Formteilfläche einzuklemmen, was in einem gewissen Ausmaß den oben genannten Nachteil vermeidet, jedoch den Nachteil aufweist, dass das Blatt aus dem Objekt auf der Formteilfläche heraussteht, und dass die Verformungsfähigkeit des Blatts im Fall von komplizierten Formen dadurch eingeschränkt ist.
  • Eine weitere bekannte Lösung besteht darin, das Blatt vorzuformen, damit es sich im Wesentlichen an die Form der Form anpasst, was die Gefahr von unzeitigen Verformungen des Blatts einschränkt. Diese Lösung ist jedoch kostspieliger umzusetzen.
  • Man kennt ferner ein Herstellungsverfahren von Stücken aus thermoplastischem Material, das im Allgemeinen mit dem Namen Extrusion-Kompression oder Einspritz-Kompression bezeichnet wird, das darin besteht, eine Form mit positiver Formteilfläche zu verwenden, die zwei Stücke der Form zu trennen, indem die Formteilfläche im Allgemeinen im Wesentlichen horizontal angeordnet wird, eine Masse aus thermoplastischem Material im pastenartigen Zustand auf dem unteren Stück der Form abzulegen, die Form dann wieder zu schließen, indem ein Druck so ausgeübt wird, dass eine regelmäßige Verteilung des thermoplastischen Materials im Inneren der Form erzielt wird.
  • Dieses Verfahren wird mit dem Namen Extrusion-Kompression bezeichnet, wenn die Masse aus thermoplastischem Material mit Hilfe eines Extrusionskopfs abgelegt wird, während man es Einspritzen-Kompression nennt, wenn die Masse von einem Einspritzkopf abgelegt wird.
  • Dieses Extrusions-Kopressions- oder Einspritz-Kompressionsverfahren wurde bereits verwendet, um Verkleidungswerkstoffe abzuformen, um Stücke aus thermoplastischem Material herzustellen, die mit dekorativen, schalldämmenden oder dichten Folien beschichtet sind.
  • So offenbart GB-2 070 504-A bereits 1981 ein Verfahren zum Herstellen einer Formflanke, die dazu bestimmt ist, nach dem Formen unter Vakuum einen Behälter aus thermoplastischem Material zu bilden, dessen Wand vielschichtig ist. Die Formflanke geht aus einem Abformen durch Komprimieren hervor, das heißt durch Annähern der zwei Hälften der Form mit einer Masse aus Polypropylen gegen eine zuvor in der Form angeordnete Folie, um eine Vielschichtenflanke zu erzielen, die danach unter Vakuum zu formen ist.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft einen besonderen Einsatz des Extrusions-Kompressionsverfahrens oder des Spritz-Kompressionsverfahrens, um einfach und effizient die Probleme zu lösen, die sich bei der Herstellung verstärkter Stücke aus thermoplastischem Material ergeben, indem die aus den früheren Verfahren hervorgehenden Nachteile eliminiert werden.
  • FR-2-628 448 beschreibt einen Einsatz des Kompressionsverfahrens, um ein verstärktes Stück ausgehend von einer Verstärkungstextilarmierung zu erzielen, die in einer offenen Form angeordnet wird, in welcher man zuvor Massen eines Gemischs aus einem Harz und Fasern (Compound genanntes Gemisch) abgelagert hat.
  • EP-0 423 676-A2 offenbart auch ein Kompressionsverfahren einer Harzmasse, die in einer offenen Form abgelagert ist, und eines Verstärkungsblatts zum Herstellen eines verstärkten Stücks.
  • Das verwendete Harz ist ein Ethylenpropylencopolymer, dessen „M.F.I.", das heißt dessen „Melt Flow Index" oder Flüssigkeitsindex 65 Gramm pro 10 Minuten beträgt.
  • Die vorliegende Erfindung hat ein neues Verfahren zum Herstellen verstärkter Stücke aus thermoplastischem Material zur Aufgabe, indem die Extrusions-Kompressionstechnik oder die Einspritz-Kompressionstechnik verwendet wird, bei dem man mindestens ein Verstärkungsblatt in einer Form mit offener positiver Formteilfläche ablegt, sowie mindestens eine Masse des thermoplastischen Materials, man die Form schließt und man sie nach dem Abkühlen des thermoplastischen Materials öffnet, um aus ihr das Stück zu entnehmen, dadurch gekennzeichnet, dass man das Verstärkungsblatt im Inneren der Form ablegt, indem man es frei lässt, wobei die Maße des Blatts so sind, dass beim Schließen der Form der Umfang des Blatts nicht in der Formteilfläche der Form eingeklemmt wird, wobei das Verstärkungsblatt aus durchgehenden Verstärkungsfasern oder -fäden besteht, wobei sich das thermoplastische Material, das in die Form eingeführt wird, in pastenartigem Zustand befindet, wobei die relativen Positionen der Verstärkungsblätter und des thermoplastischen Materials derart sind, dass zum Zeitpunkt des Schließens der Form das Abfließen des thermoplastischen Materials zentrifugal erfolgt und kein unzeitiges Verschieben oder Verformen des Verstärkungsblatts verursacht.
  • Erfindungsgemäß bedeutet die Tatsache, dass das Verstärkungsblatt in der Form freigelassen wird, dass der Umfang dieses Blatts nicht in der Formteilfläche eingeklemmt wird, so dass es sich frei verformen kann.
  • Sollte das Blatt natürlich stellenweise eingeklemmt werden, ohne dass dieses Einklemmen die Verformung des Blatts behindert, würde das Blatt im Sinne der Erfindung als in der Form frei angesehen.
  • Gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung wird ein Verstärkungsblatt in die Form unter und/oder über der Masse aus thermoplastischem Material angeordnet, so dass jedes dieser Blätter auf einer der Seiten des hergestellten Stücks angeordnet ist.
  • Gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung ist das Verstärkungsblatt zwischen zwei Massen aus thermoplastischem Material angeordnet, was es erlaubt, es komplett mit dem thermoplastischen Material, mit dem man das Stück herstellt, zu überziehen.
  • Diese zweite Ausführungsform ist vorteilhaft, denn sie erlaubt es, ein innen verstärktes Stück herzustellen, das die gleiche Erscheinungsform wie ein nicht verstärktes Stück hat.
  • Man stellt in der Tat fest, dass das Blatt, indem es frei ist, um sich zu verformen, in der Stärke des Stücks bleibt und nicht bündig zu den Seiten des Stücks kommt.
  • Ferner erlaubt es die Tatsache, dass das Verstärkungsblatt in der Form freigelassen wird, ohne es an seinem Umfang einzuklemmen, es zu überziehen, inklusive der Ränder des Verstärkungsblatts, und es daher komplett in dem Stück zu verbergen, was ferner eine Nacharbeitsoperation vermeidet, die darin bestünde, das Verstärkungsblatt am Umfang des so erzielten geformten Stücks abzuschneiden.
  • Bei einer Variante kann das Verstärkungsblatt auch auf mindestens eine der zwei Seiten der Form gegeben werden.
  • Aus den Versuchen, die von der Antrag stellenden Gesellschaft durchgeführt wurden, ergibt sich, dass, anders als man befürchten konnte, beim Umsetzen des erfindungsgemäßen Verfahrens keine störende Verformung des Verstärkungsblatts oder der Verstärkungsblätter, auch wenn sie in der Form feigelassen wurden, auftreten, wie zum Beispiel Falten oder unzeitige Verschiebungen, wie das bei den herkömmlichen Einspritzverfahren auftritt.
  • Erfindungsgemäß kann das Positionieren der Masse aus thermoplastischem Material nämlich leicht derart bestimmt werden, dass das thermoplastische Material beim Schließen der Form ein Verschieben des zentrifugalen Typs erfährt, das im Wesentlichen in alle Richtungen gleich ist und dazu tendiert, den Umfang der Verstärkungsblätter nach außen zurückzuschieben, ohne Letztere global zu verschieben, wobei daher unzeitige Verformungen aufgrund der Tatsache vermieden werden, dass die Blätter so von dem thermoplastischen Material in zentrifugaler Bewegung gespannt werden, jedoch frei sind, um sich an die Form des Stücks anzupassen.
  • Außerdem erzeugen die Flüsse an thermoplastischem Material beim Umsetzen des erfindungsgemäßen Verfahrens geringere Drücke als mit den herkömmlichen Einspritzverfahren, so dass diese Flüsse viel weniger dazu tendieren, die Verstärkungsblätter unzeitig zu verformen.
  • Die aktiven Elemente der Verstärkungsblätter können zum Beispiel aus Glas-, Aramid-, Kohlenstofffasern oder natürlichen Produkten, wie zum Beispiel Leinen oder auch aus Drähten oder Metallfasern bestehen.
  • Die Verstärkungsblätter können in Form eines Gewebes hergestellt werden, das ausgehend von durchgehenden Fasern erzielt wird, die die aktiven Elemente des Verstärkungsblatts bilden.
  • Gemäß einer bevorzugten ersten Ausführungsform der Verstärkungsblätter sind die Fasern oder die Fäden, die die aktiven Elemente dieser Blätter bilden, mit Fasern oder Fäden aus thermoplastischem Material wie zum Beispiel Polypropylen kombiniert, die sich, wenn sie auf eine entsprechende Temperatur angehoben werden, eng mit dem thermoplastischen Material verschweißen, mit welchem das Stück hergestellt wird.
  • Man erzielt auf diese Art und Weise eine perfekte feste Verbindung des Verstärkungsblatts und des thermoplastischen Materials, aus dem das Stück hergestellt wird.
  • Erfindungsgemäß ist es vorteilhaft, die Verstärkungsblätter vorzuwärmen, zum Beispiel auf eine Temperatur von etwa 120 bis 300°C, zum Beispiel 150°C, bevor sie in die offene Form eingeführt wird, was das Verschmelzen der thermoplastischen Fasern und ihr Haften an dem thermoplastischen Material erleichtert, das das Stück bildet.
  • Bei einer ersten Variante dieser Ausführungsform der Erfindung verwendet man Gestrick oder Gewebe, die mit Hilfe von zwei verschiedenen Fäden oder Fasern hergestellt werden, nämlich einerseits Verstärkungsfasern oder -fäden, wie zum Beispiel Fäden oder Fasern aus Glas, Aramid, Kohlenstoff oder sogar metallische, und andererseits Fasern oder Fäden aus thermoplastischem Material, die durch ihr Verschmelzen das feste Verbinden des Verstärkungsblatts mit dem thermoplastischen Material, das das Stück bildet, bewirken.
  • Bei einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet man ein Verstärkungsblatt mit offener Struktur, das nur oder im Wesentlichen Verstärkungsfasern oder -fäden wie zum Beispiel die aufweist, die in Zusammenhang mit der ersten Ausführungsform angegeben wurden.
  • Das feste Verbinden zwischen dem Verstärkungsblatt und dem thermoplastischen Material, das das Stück bildet, erzielt man aufgrund der Tatsache, dass das thermoplastische Material in die offene Struktur des Verstärkungsblatts eindringt, das daher völlig mit thermoplastischem Material getränkt und daher von diesem Letzteren absorbiert wird.
  • In beiden Ausführungsformen ist es wünschenswert, das Verstärkungsblatt vorzuwärmen, um ein besseres Haften dieses Letzteren an dem thermoplastischen Material sicherzustellen. Dieses Vorwärmen kann auf etwa 80 bis 250°C, zum Beispiel 100°C erfolgen, wenn das Verstärkungsblatt keine thermoplastischen Fasern oder Fäden aufweist.
  • Erfindungsgemäß ist es auch möglich, Stücke aus verstärktem thermoplastischem Material herzustellen, die auf mindestens einer ihrer Seiten besondere Erscheinungsbilder aufweisen.
  • Erstens ist es klar, dass, wenn man ein Verstärkungsblatt verwendet, das von dem thermoplastischen Material bei dem Schließen der Form nicht durchquert werden kann, die Seite des Stücks, die dem Verstärkungsblatt gegenüberliegt, ein Erscheinungsbild aufweist, das allein von der Oberfläche der Form abhängt, an welche die Masse aus thermoplastischem Material beim Umsetzen des Verfahrens angelegt wird, und von der Beschaffenheit des thermoplastischen Materials.
  • Ferner ist es erfindungsgemäß möglich, in die Form auch Verstärkungsblätter einzuführen, die dazu bestimmt sind, das Erscheinungsbild des erzielten Stücks zu ändern und/oder eine Schall- und/oder Wärmedämmung herzustellen.
  • Diese Blätter aus Beschichtung können zum Beispiel aus einer Folie, einem Gewebe, einem Gestrick oder einem Schaumstoff bestehen, der eventuell dekoriert ist.
  • Natürlich müssen diese Beschichtungen eine Struktur haben, die es ihnen erlaubt, an dem Stück bei dessen Herstellungsprozess zu haften.
  • Das thermoplastische Material kann unterschiedlicher Beschaffenheit sein, zum Beispiel Polypropylen oder Styrolmaleinsäureanhydrid.
  • Die vorliegende Erfindung hat auch verstärkte Stücke aus thermoplastischem Material zur Aufgabe, die durch das oben beschriebene Verfahren erzielt werden.
  • Zum besseren Verstehen der Erfindung werden nun beispielhaft und ohne Einschränkung einige Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die anliegende Zeichnung beschrieben, in welcher:
  • 1 eine Ansicht im Querschnitt eines Balkens ist, der durch Umsetzen des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt wird,
  • 2 eine Schnittansicht des unteren Stücks einer Form ist, die zum Herstellen des Balkens der 1 verwendet wird, und
  • 3 eine Schnittansicht gemäß III-III der 2 ist.
  • 1. Beispiel
  • Zum Herstellen eines im Wesentlichen flachen Stücks, das die Innenwand einer Fahrzeugtür bildet, bringt man mit Hilfe eines Einspritz- oder Extrusionskopfes eine Polypropylenmasse mit einer Temperatur von 235°C in dem unteren Teil der Form auf, der der verborgenen Seite der Türwand entspricht. Das Volumen dieser Masse beträgt 0,780 Liter für ein Formvolumen von 0,735 Liter.
  • Danach legt man auf diese Masse ein Verstärkungsblatt, das aus einem Gewebe zu 100 g/m2 mit offener Struktur besteht, das mit Hilfe von 40 Glasfasern oder -fäden und 60% Polypropylen hergestellt wird, wobei das Gewebe zuvor auf die Temperatur von 100°C gebracht wurde.
  • Dieses Blatt hat eine Form, die im Wesentlichen der der Tafel entspricht, die hergestellt werden soll, aber mit leicht kleineren Maßen, so dass der Umfang des Blatts im Inneren der Form liegt.
  • Danach legt man auf das Verstärkungsblatt ein Gewebe mit Polypropylenaussehen, dann schließt man die Form, die man bis zum Abkühlen des Stücks geschlossen hält, und man formt ab.
  • Beim Schließen der Form fließt die Masse aus thermoplastischem Material zentrifugal in der Form und spannt das Verstärkungsblatt.
  • Die Tatsache, dass sich das Verstärkungsblatt nicht fältelt, ist leicht erkennbar, denn das Erscheinungsbildgewebe ist direkt mit dem Blatt in Berührung.
  • Das erzielte Stück umfasst auf seiner Außenseite das Erscheinungsbildgewebe, das perfekt glatt ist, und weist auf seiner Innenseite ein Polieren auf, das der Endfertigung der Oberfläche der Form entspricht. Das Verstärkungsblatt ist weder auf den Seiten des Stücks noch an seiner Kante sichtbar.
  • 2. Beispiel
  • Man stellt erfindungsgemäß eine Verstärkung her, die dazu bestimmt ist, in das Innere des Metallaufbaus der Fahrzeuge im rechten Winkel zu den Sitzen angeordnet zu werden. Diese Verstärkung erlaubt es den Insassen des Fahrzeugs, allmählich zum Inneren des Fahrgastraums verschoben zu werden, so dass Traumata und Verletzungen bei einem seitlichen Aufprall eingeschränkt werden.
  • Dieses Stück besteht aus einer Platte zu etwa 140 × 240 mm mit einer Stärke von 3 bis 5 mm, deren Oberfläche auf der Seite der Fahrgastzelle völlig glatt ist. Auf ihrer anderen Seite ist diese Platte durch eine Vielzahl gekreuzter Rillen parallel zu den Außenrändern zu 5 mm Stärke versteift, die sich über eine Höhe von 6 bis 8 mm erstrecken.
  • Zum Herstellen dieses Stücks fügt man mit einem Einspritz- oder Extrudierkopf eine Masse aus SMA (Styrolmaleinsäureanhydrid) mit 30% Glasfasern bei einer Temperatur von 250°C in den unteren Teil der Form ein, der die Vertiefungen der gekreuzten Rillen aufweist.
  • Danach legt man ein Verstärkungsblatt in die Form, das aus einem Gewebe zu 660 g/m2 mit offener Struktur besteht, bestehend aus 75% Glasfäden und 25 SMA-Fäden, das zuvor auf eine Temperatur von 180°C gebracht wird.
  • Dieses Blatt hat eine Form, die im Wesentlichen der des herzustellenden Stücks entspricht, jedoch leicht kleinere Maße hat.
  • Mit Hilfe eines Extrudierkopfs bringt man dann auf das Verstärkungsblatt eine zweite SMA-Masse ohne Glasfasern auf, dann schließt man die Form, die man anschließend bis zum Abkühlen des Stücks geschlossen hält.
  • Das Volumen der ersten Masse aus SMA beträgt 0,330 Liter und das der zweiten Masse aus SMA 0,335 Liter für ein Gesamtvolumen der geschlossenen Form von 0,648 Liter.
  • Wenn man die Form schließt, fließt die SMA-Masse zentrifugal und spannt das Verstärkungsblatt, das daher in Stellung bleibt und sich nicht fältelt.
  • Das erzielte Stück weist eine Erscheinungsbildseite und eine Seite mit glattem Anfühlen auf. Das Verstärkungsblatt und die Glasfasern sind auf dieser Seite nicht sichtbar.
  • 3. Beispiel
  • Erfindungsgemäß stellt man einen Balken zu 130 cm Länge und 2,5 kg Gewicht her, der dazu bestimmt ist, den Schutzschirm eines Fahrzeugstoßfängers zu verstärken.
  • Die Maße im Querschnitt des Balkens sind in 1 in mm angegeben.
  • Der Querschnitt dieses Balkens 1 hat die Form einer Abfolge von zwei Nischen 2, 3 mit unterschiedlichen Größen, wie in 1 dargestellt.
  • Um einen solchen Balken herzustellen, verwendet man Polypropylen mit 20 Glasfasern und ein Blatt aus Mischgewebe bestehend aus Glasfasern und Polypropylenfasern in einem Verhältnis von 40% Glas und 60% Polypropylen.
  • Man verwendet eine Form, deren unterer Teil 4 im Querschnitt in 2 und in Seitenansicht in 3 dargestellt ist.
  • Man stellt fest, dass der Balken so gebogen ist, dass er der Krümmung des Stoßfängers, in dem er untergebracht werden soll, folgen kann.
  • Man kann bemerken, dass diese Krümmung, die bei der Umsetzung der Erfindung kein besonderes Problem aufwirft, die Wiederverwendung eines solchen Balkens durch Extrusion oder sein Verstärken durch ein Metallprofil, das in der Tat im Allgemeinen geradlinig ist, heikel ja sogar unmöglich machen würde.
  • Auf dem unteren Stück der offenen Form bringt man zuerst 1,2 kg Polypropylen in Form eines Extrudats 5 in einem Band zu 600 mm Länge und 150 × 15 mm Querschnitt wie in 2 dargestellt auf.
  • Danach legt man das Gewebe auf dieses Extrudat, ohne es zu halten. Die Maße dieses Gewebeblatts sind derart, dass sich das Blatt beim Schließen der Form gemäß dem Querschnitt in Nischen der Balken verformt, wobei sich der Umfang des Blatts in Bezug auf die Ränder des Balkens nach hinten versetzt befindet und daher nicht über die Ränder der Form steht.
  • Über das Gewebeblatt legt man wieder ein Extrudat 7 zu 1,2 kg Polypropylen, das die gleichen Maße wie zuvor aufweist.
  • Man lässt die Stapelung während etwa 10 Sekunden in diesem Zustand, um das Gewebeblatt zu erwärmen und sein Verformen zu erleichtern.
  • Danach schließt man die Form, was das Fließen der Polypropylenmasse zentrifugal bewirkt, das heißt, dass das Gewebeblatt von dem thermoplastischen Material in alle Richtungen mitgenommen wird, woraus sich eine globale Verschiebung praktisch gleich Null dieses Blatts ergibt.
  • Der erzielte Balken weist eine hervorragende Starrheit auf, und das Verstärkungsblatt ist komplett in die Polypropylenmasse eingehüllt, ohne an irgendeiner Stelle der Oberfläche des Balkens auszutreten oder sich unzeitig zu fälteln.
  • Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf Formen mit einer im Wesentlichen horizontalen Formteilfläche beschrieben, die ein einfaches Umsetzen erlauben, es ist aber klar, dass man erfindungsgemäß auch Formen verwenden kann, deren Formteilfläche nicht horizontal ist, vorausgesetzt, dass man bekannte Mittel vorsieht, um die Verstärkungsblätter zu halten, wobei das eingespritzte thermoplastische Material ausreichend viskös ist, um sich vor dem Schließen der Form nicht wesentlich zu verschieben.

Claims (10)

  1. Verfahren zur Herstellung eines verstärkten Stücks aus thermoplastischem Material unter Anwendung der Extrusions-Kompressions-Technik oder der Einspritz-Kompressions-Technik, wobei mindestens ein Verstärkungsblatt sowie mindestens eine Masse aus thermoplastischem Material in eine Form mit offener positiver Formteilfläche eingefügt, die Form wieder geschlossen und nach dem Abkühlen des thermoplastischen Materials geöffnet wird, um daraus das Stück zu entnehmen, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsblatt im Inneren der Form eingefügt und dabei frei gelassen wird, wobei die Abmessungen des Blattes dergestalt sind, dass zum Zeitpunkt des Schließens der Form der Umfang des Blattes nicht in der Formteilfläche der Form eingeklemmt ist, wobei das Verstärkungsblatt aus durchgehenden Verstärkungsfasern oder -fäden besteht, das thermoplastische Material, das in die Form eingeführt wird, sich in pastenartigem Zustand befindet, die relativen Positionen des Verstärkungsblattes (6) und des thermoplastischen Materials (5, 7) dergestalt sind, dass zum Zeitpunkt des Schließens der Form (4) das Abfließen des thermoplastischen Materials zentrifugal erfolgt und kein unerwünschtes Verschieben oder Verformen des Verstärkungsblattes (6) verursacht.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsblatt aus einem Gewebe aus durchgehenden Verstärkungsfasern oder -fäden besteht.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsblatt aus einem Mischgewebe besteht, das aus durchgehenden Verstärkungsfasern oder -fäden und Fäden aus thermoplastischem Material besteht, welche sich – wenn sie auf eine geeignete Temperatur gebracht werden – eng mit dem thermoplastischen Material verschweißen, mit welchem das Stück hergestellt wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das eingefügte pastenartige thermoplastische Material aus Polypropylen und Styrolmaleinsäureanhydrid ausgewählt ist.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verstärkungsblatt dergestalt in die Form oberhalb und/oder unterhalb der Masse aus thermoplastischem Material angeordnet wird, dass sich jedes Blatt auf einer der Flächen des hergestellten Stücks angeordnet befindet.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verstärkungsblatt zwischen zwei Massen aus thermoplastischem Material angeordnet ist, wodurch es möglich wird, das Verstärkungsblatt vollständig in das thermoplastische Material einzuhüllen, mit dem das Stück hergestellt wird.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verstärkungsblatt verwendet wird, das aktive Elemente enthält, welche zum Beispiel aus Glasfasern, Aramidfasern, Kohlenstofffasern oder aus natürlichen Produkten wie Leinen oder aus Metallfäden oder -fasern bestehen.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verstärkungsblatt verwendet wird, welches eine offene Struktur aufweist, die ausschließlich oder im Wesentlichen Verstärkungsfasern oder -fäden umfasst, und welches vom thermoplastischen Material durchquert werden kann.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstärkungsblatt vor dem Einführen in die Form auf eine Temperatur von ungefähr 80° bis 300°C, zum Beispiel auf 150°C für Polypropylenfasern, gebracht wird.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ferner in die Form gegen mindestens eine Wand der Form ein Abdeckblatt eingefügt wird, das dazu bestimmt ist, das Erscheinungsbild des erhaltenen Stücks zu ändern.
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