DE69721264T2 - Verfahren zur Darstellung von Polyestercarbonaten - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Polyestercarbonaten

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DE69721264T2
DE69721264T2 DE1997621264 DE69721264T DE69721264T2 DE 69721264 T2 DE69721264 T2 DE 69721264T2 DE 1997621264 DE1997621264 DE 1997621264 DE 69721264 T DE69721264 T DE 69721264T DE 69721264 T2 DE69721264 T2 DE 69721264T2
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Sukhendu Bikash Hait
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Description

    GEBIET DER ERFINDUNG
  • Diese Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Poly(estercarbonat)en. Genauer bezieht sie sich auf die Herstellung dieser Poly(estercarbonat)e durch Polymerisation im Festkörperzustand.
  • HINTERGRUND DER ERFINDUNG
  • Poly(estercarbonat)e sind eine Klasse technischer Kunststoffe, welche in der Industrie kommerziell hergestellt werden und bei Hochleistungsmaterialien Anwendung finden. Die Einführung einer Carbonatbindung in der Matrix eines Polyesters hat die vorteilhafte Wirkung, dass die Verarbeitbarkeit verbessert, die Glasübergangstemperatur gesenkt und die Schlagfestigkeit verbessert wird. Die Esterkomponente der Poly(estercarbonat)e kann entweder von einem Poly(arylester) oder einem Poly(alkylester) abgeleitet werden.
  • VERWEISE AUF DEN STAND DER TECHNIK
  • Unter Beteiligung von Bisphenol-A, Phenylestern von aromatischen Dicarbonsäuren und Diphenylcarbonat können bei hohen Temperaturen und niedrigen Drücken in Gegenwart eines Katalysators mittels einer Schmelzpolykondensationsreaktion Poly(estercarbonat)e hergestellt werden. Bei diesem Verfahren wird kontinuierlich Phenol aus der Reaktion abdestilliert, um das Verfahren zur Vervollständigung zu bringen. Verfahren dieses Typs sind im japanischen Patent 01,247,420 (1989), im japanischen Patent 8098,228 (1980) und in der europäischen Patentanmeldung 303,93 (1989) beschrieben.
  • Poly(arylestercarbonat)e können auch durch ein Grenzflächenpolymerisationsverfahren hergestellt werden, wobei in einem aus Wasser und einem chlorhaltigen Lösungsmittel, wie z. B. Methylenchlorid, bestehenden Zweiphasenmedium das Natriumsalz von Bisphenol-A mit einer Mischung aus aromatischen Dicarbonsäurechloriden und Phosgen umgesetzt wird. Solche Verfahren sind im deutschen Patent 2,009,49 (1971) und von G. S. Kolensnikov et al. in Vysokomol, Soedin. Ser.B. Band 9, S. 49, 1967, beschrieben.
  • Poly(alkylestercarbonat)e werden zweckmäßigerweise durch ein reaktives Vermischungsverfahren hergestellt, wobei Mischungen aus entsprechenden Homopolymeren, nämlich Poly(ethylenterephthalat) oder Poly(butylenterephthalat), im Zylinder eines Extruders mit Poly (arylcarbonat) verschmolzen werden, und zwar in Gegenwart eines geeigneten Katalysators, der eine Ester-Carbonyl-Austauschreaktion fördern kann. Eine solche Vermischung wird am besten bei 270-280ºC in einem zugleich rotierenden Doppelschneckenextruder durchgeführt. Das so erhaltene Produkt besteht in Poly(alkylestercarbonat)en. Dieses Verfahren hat den Vorteil, sehr flexibel und vielseitig zu sein und geringe Investitionskosten zu erfordern. Diese Arten von Verfahren sind im Stand der Technik gut beschrieben (V. N. Ignatov et al., Polymer, Band 38, 195-200; 1997; T. Suzuki et al., Polymer, Band 30, S. 1287-1297, 1989; S. Fakirov et al., Macromol. Chem. Phys. Band 197, 2837, 1996).
  • Die Festphasenpolymerisation ist ein Verfahren, das in großem Umfang zur Steigerung der Molekülmasse der Oligomere von Poly(ester)n und Poly(arylcarbonat)en mit geringer Molekülmasse eingesetzt wird. Bei diesem Verfahren werden die oligomere verschiedenen Behandlungen zum Hervorrufen von Kristallinität unterzogen und im Festkörperzustand bei einer Temperatur, die höher ist als die Glasübergangstemperatur des Polymers, jedoch unter dem Schmelzpunkt des Polymers liegt, entweder in einem Vakuum oder in Gegenwart eines Inertgasflusses polymerisiert, wonach die Molekülmasse im Festkörperzustand zunimmt.
  • Der Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass die Reaktion bei relativ niedrigeren Temperaturen durchgeführt wird, ohne das Oligomer oder das Polymer zu schmelzen. Demgemäß tritt keine unerwünschte Zersetzungsreaktion auf und werden Polymere mit guten physikalischen Eigenschaften erhalten. Die Festphasenpolymerisation von Poly(alkylester)-, Poly(arylester)- und Poly(arylcarbonat)-Oligomeren ist im Stand der Technik beschrieben. Das U.S.-Patent 5,510,454 beschreibt ein effizientes Verfahren zur thermischen Kristallisation von Poly(ethylenterephthalat)-Oligomeren mit einer Eigenviskosität (IV) im Bereich von 0,10 bis 0,36 sowie deren Festphasenpolymerisation. In 24 Stunden konnte die N bei 240ºC von 0,18 auf 1,14 gesteigert werden. Gleichermaßen beschreiben die U.S.-Patente 4,94,871 und 5,266,659 die Festphasenpolymerisation von Poly(arylcarbonat)-Oligomeren. Die U.S.-Patente 4,994,546 und 5,164,478 beschreiben den Polymerisationsfestkörperzustand von Poly(arylester)-Oligomeren, die unter Verwendung eines geeigneten Nichtlösungsmittels kristallisiert wurden. Allerdings ist in keinem der obenstehenden Patente, welche hier durch Bezugnahme aufgenommen sind, die Copolymerisation von ester- und carbonathaltigen Oligomeren zwecks Bildung von Poly(estercarbonat)en bei der Festphasenpolymerisation weder geoffenbart, noch impliziert.
  • Alle vorhergehenden Verfahren weisen jedoch viele Nachteile auf. Beim Grenzflächenverfahren werden Phosgen sowie organische chlorhaltige Lösungsmittel eingesetzt, welche beide toxisch sind und die Umwelt verschmutzen. Zusätzlich wird beim Grenzflächenverfahren eine große Menge Chloridabfall als anorganisches Salz gebildet, was bei der Entsorgung Probleme bereitet. Die Schmelzverfahren werden bei hohen Temperaturen durchgeführt, währenddessen ein unerwünschter Abbau des Polymers auftritt. Dies führt zu schlechten Farbeigenschaften und schlechten physikalischen Eigenschaften. Überdies umfassen die Schmelzverfahren die Handhabung hochviskoser Schmelzen, was eine komplizierte Verarbeitungsausrüstung bedingt. Das reaktive Verfahren weist, obwohl es einfach ist, den Nachteil auf, dass die einzelnen Polymere einem zweiten thermischen Verlauf unterliegen. Außerdem führt die Gegenwart von Katalysatorresten in den einzelnen Polymeren zu einer schlechten Steuerung der Ester-Carbonat-Austauschreaktion. Derartige reaktive Vermischungsverfahren werden stets von der Bildung veränderlicher Mengen an Gel (an vernetztem Polymer) begleitet, was nicht wünschenswert ist.
  • ZIEL DER ERFINDUNG
  • Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung eines verbesserten Verfahrens zur Herstellung einer großen Auswahl von Poly(estercarbonat)en, das viele der Nachteile der bisher bekannten Verfahren überwindet, und in der Bereitstellung eines Produkts mit guten physikalischen Eigenschaften, wobei die Verwendung toxischer und nicht umweltfreundlicher Chemikalien vermieden wird.
  • KURZFASSUNG DER ERFINDUNG
  • Die obenstehenden Ziele werden erreicht, indem ein Verfahren zur Herstellung von Poly- (estercarbonat)en aus den entsprechenden Oligomeren unter Anwendung des Festphasenpolymerisationsverfahrens bereitgestellt wird, welches Verfahren das Mischen der gewünschten Oligomere in einem geeigneten Nichtlösungsmittel, das Hinzugeben eines geeigneten Katalysators zu dieser Mischung, das Refluxieren der Mischung für einen Zeitraum von 1 bis 8 Stunden, das Entfernen des Nichtlösungsmittels mittels bekannter Verfahren und das Polymerisieren der Oligomermischung im Festkörperzustand entweder in Gegenwart eines Vakuums oder unter einem Inertgasfluss bei einer zwischen 180 und 240ºC liegenden Temperatur für einen Zeitraum von 5 bis 20 Stünden umfasst, um das Produkt zu erhalten.
  • DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
  • Demgemäß stellt die vorliegende Erfindung ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Poly(estercarbonat)en aus den entsprechenden Oligomeren unter Anwendung des Festphasenpolymerisationsverfahrens bereit, welches Verfahren das Mischen der gewünschten Oligomere in einem geeigneten Nichtlösungsmittel, das Hinzugeben eines geeigneten Katalysators zu dieser Mischung, das Refluxieren der Mischung für einen Zeitraum von 1 bis 8 Stunden, das Entfernen des Nichtlösungsmittels mittels herkömmlicher Verfahren und das Polymerisieren der Oligomermischung im Festkörperzustand entweder in Gegenwart eines Vakuums oder unter einem Inertgasfluss bei einer zwischen 180 und 240ºC liegenden Temperatur für einen Zeitraum von 5 bis 20 Stunden umfasst, um Poly(estercarbonat)e zu erhalten.
  • Bei einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung können die verwendeten Oligomere ausgewählt sein aus Poly(arylcarbonat)en, Poly(arylester)n, Poly(alkylester)n, die durch Bisphenol-A-Polycarbonat, Bisphenol-A-Polyester, Poly(ethylenterephthalat), Poly- (butylenterephthalat) und Poly(ethylen-2,6-naphthalat) beispielhaft veranschaulicht werden.
  • Bei einer weiteren Ausführungsform kann das verwendete Nichtlösungsmittel ausgewählt sein aus Ketonen, wie z. B. Aceton und Methylethylketon, Estern, wie z. B. Ethylacetat und Butylacetat, aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie z. B. Toluol, Xylen und Chlorbenzol. Das bei der vorliegenden Reaktion verwendete Nichtlösungsmittel wird durch irgendwelche bekannten Methoden entfernt, und ein durchschnittlicher Fachmann wird bei der Durchführung dieses Schritts keinerlei Probleme haben.
  • Bei wiederum einer weiteren Ausführungsform kann der verwendete Katalysator ausgewählt sein aus den Antimon-, Blei- oder Germaniumoxiden, Alkoxiden und Aryloxiden von Gruppe-IV-Metallen, Alkoxiden der Lanthanoidmetallgruppe und Alkoxiden und Estern von Zinn.
  • Bei einer weiteren Ausführungsform haben die Oligomere Eigenviskositäts(IV)-Werte zwischen 0,10 und 0,40 dl/g, vorzugsweise 0,20 bis 0,30 dl/g, wie bei 30ºC in Chloroform oder bei 30ºC in 60 : 40 Phenol-Tetrachlorethan gemessen.
  • Bei wiederum einer weiteren Ausführungsform haben die Oligomere einen Hydroxylanteil im Bereich von 30 bis 80%, vorzugsweise 30 bis 70%, aber nicht weniger als 30%.
  • Bei einer weiteren Ausführungsform kann die Menge an Katalysator im Bereich von 15 bis 2000 ppm liegen.
  • Bei einer weiteren Ausführungsform kann das eingesetzte Inertgas ausgewählt sein aus Stickstoff, Argon oder Kohlendioxid.
  • Nach einem Merkmal der vorliegenden Erfindung kann das für die Festphasenpolymerisation geeignete Oligomer durch eine Reihe von im Stand der Technik gut dokumentierten Verfahren hergestellt werden. Poly(alkylester) können durch die Schmelzphasenreaktion entweder der aromatischen Dicarbonsäure oder ihrer Dialkyl(ester) mit aliphatischen oder alicyclischen Diolen hergestellt werden (F. Pilati in G. Allen et al., Hgb., Comprehensive Polymer Science, Band 5, S. 201-216, Pergamon Press, Oxford 1989). Geeignete aromatische Dicarbonsäuren sind jene, die von Terephthalsäure, Isophthalsäure und 2,6-Naphthalendicarbonsäure abgeleitet werden. Die Diole können unter Ethylenglycol, 1,3-Propylenglycol, 1,4-Butandiol und 1,4-Cyclohexandimethanol ausgewählt werden. Poly(arylcarbonat)-Oligomere können durch eine Schmelzphasenreaktion von Bisphenol-A mit Diphenylcarbonat hergestellt werden (U.S.-Patent 5,288,838). Poly(arylester)-Oligomere können durch eine Schmelzphasenreaktion von Bisphenol-A mit Phenyl- oder Methylestern von Terephthalsäure/Isophthalsäuren hergestellt werden. Derartige Verfahren wurden im Stand der Technik beschrieben (U.S.-Patent 5,340,908).
  • Im Fall von Poly(arylcarbonat)en und Poly(arylester)n kann das Bisphenol-A teilweise oder vollständig durch andere aromatische zweiwertige Phenole ersetzt werden. Beispiele für andere aromatische zweiwertige Phenole sind Hydrochinon, 4,4'-Dihydroxybiphenyl, 4,4'- Dihydroxydiphenylether, 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfoxid, 4,4'-Dihydroxy 3,3'-dimethyldiphenyl und 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon.
  • Die Oligomere von Poly(arylcarbonat) und Poly(arylester) oder Poly(alkylester) können im Bereich zwischen 0 und 100 Gew.-% in jedem Verhältnis vermischt werden. Im Allgemeinen wird die Zusammensetzung des Endpoly(estercarbonat)s durch die Zusammensetzung des bei der Festphasenpolymerisation verwendeten Oligomers bestimmt. Somit führt eine 50 Gew.-%ige Zusammensetzung aus einem Poly(arylcarbonat)-Oligomer und einem Poly- (arylester)- oder Poly(alkylester)-Oligomer zu einem Poly(estercarbonat), wobei das relative Verhältnis von Ester- zu Carbonatbindung 50 : 50 Gew.-% ist. Die Oligomere werden stofflich vermischt und in einem Nichtlösungsmittel aufgeschlämmt. Geeignete Nichtlösungsmittel sind Ketone, wie z. B. Aceton und Methylethylketon, Ester, wie z. B. Ethylacetat und Butylacetat, aromatische Kohlenwasserstoffe, wie z. B. Toluol, Xylen und Chlorbenzol.
  • Gegebenenfalls können die die Oligomermischung enthaltenden Lösungsmittel für einen Zeitraum von 1-8 Stunden, vorzugsweise 1-4 Stunden, auf einen Temperaturbereich von 40- 120ºC, vorzugsweise zwischen 40 und 60ºC, erhitzt werden. Im Stand der Technik ist bekannt, dass diese Lösungsmittel bei den Oligomeren von Poly(arylcarbonat)en, Poly(arylester)n und Poly(alkylester)n eine gewisse Kristallinität hervorrufen.
  • Nach einem weiteren Merkmal ist es oft notwendig, zur Beschleunigung des Festphasenpolymerisationsverfahrens einen Katalysator einzusetzen. Solche Katalysatoren werden aus einer großen Auswahl von Materialien ausgewählt, welche als Katalysatoren für die Schmelzpolymerisation dieser Polymerklasse wohlbekannt sind. Dieser Katalysator kann unter Folgenden ausgewählt werden: Antimon-, Blei- oder Germaniumoxiden, Alkoxiden und Aryloxiden von Gruppe-IV-Metallen, Alkoxiden der Lanthanoidmetallgruppe und Alkoxiden und Estern von Zinn. Die Katalysatorkonzentration liegt typischerweise zwischen 15 ppm und 2000 ppm, vorzugsweise zwischen 25 und 1000 ppm. Der Katalysator kann zweckmäßigerweise mit dem Oligomer verteilt werden, indem er dem Oligomerschlamm in den Nichtlösungsmitteln beigefügt wird.
  • Nach wiederum einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung kann das Nichtlösungsmittel zwecks Herstellung eines festen Oligomerpulvers abdestilliert werden. Das abdestillierte Nichtlösungsmittel kann in dem Verfahren wiederverwendet werden.
  • Die in trockener Form vorliegende und den Katalysator enthaltende Oligomermischung ist nunmehr für die Verwendung bei der Festphasenpolymerisation geeignet.
  • Die Festphasenpolymerisation kann durch jedwedes Verfahren des Stands der Technik durchgeführt werden. Beispielsweise kann die Oligomermischung entweder unter einem Inertgasfluss oder unter Vakuum einem programmierten Temperaturanstieg von 180 auf 230ºC ausgesetzt werden. Jegliches Inertgas, wie z. B. N&sub2;, Argon oder Kohlendioxid, kann eingesetzt werden. Ein von 100 mm bis 1 mm Hg reichendes Vakuum ist geeignet. Typischerweise wird das Pulver 1 bis 2 Stunden lang bei 180ºC gehalten, gefolgt von einer 1- bis 4-stündigen Erhitzung bei 200ºC und einer 1- bis 4-stündigen Erhitzung bei 220ºC sowie einer 1- bis 10-stündigen Erhitzung bei 230ºC. Das Temperatur- und Zeitprofil bestimmt die Reaktionsgeschwindigkeit sowie die endgültige Molekülmasse des Poly- (estercarbonat)s. Zu keinem Zeitpunkt während des Festphasencopolymerisationsverfahrens zerschmelzen die Pulver oder erfahren sie eine Verschmelzung.
  • Die Hauptvorteile des Festphasenpolymerisationsverfahrens bestehen darin, dass es relativ niedrige Temperaturen benötigt, lösungsmittelfrei ist und keine Abfälle erzeugt. Es besteht kein Bedarf an speziellen Ausstattungen zur Handhabung der höheren Viskositäten des Polymers, wie sie im Schmelzverfahren anzutreffen sind. In Anbetracht der niedrigen Temperaturen, die eingesetzt werden, gibt es keine unerwünschte Polymerzersetzung, die zu einem Verlust von Eigenschaften führen könnte. Das Verfahren ist überraschenderweise frei von Gelbildung oder Vernetzung.
  • Die Produkte der Festphasencopolymerisation sind Poly(estercarbonat)e mit hohen Molekülmassen, wie durch die Eigenviskositätswerte von 0,50 bis 1,0 dl/g gekennzeichnet. Die Zunahme der Polymermolekülmasse wird von Austauschreaktionen unter den als Ausgangsmaterial eingesetzten Oligomeren begleitet. Dies wird belegt durch analytische Wärmemessungen und eine Kernresonanzspektroskopie der resultierenden Poly(estercarbonat)e. Das relative Gewichtsverhältnis von Ester zu Carbonat im Produkt, nämlich dem Poly(estercarbonat), wird durch das relative Gew.-% des Poly(arylcarbonat)- und des Poly(arylester)- oder des Poly(alkylester)-Oligomers im Einsatzmaterial zur Festphasenpolymerisationsreaktion bestimmt.
  • Das Verfahren der vorliegenden Erfindung wird mittels der untenstehend angeführten Beispiele beschrieben, welche nur der Veranschaulichung dienen und nicht als den Umfang der vorliegenden Erfindung in irgendeiner Weise einschränkend ausgelegt werden sollten.
  • Beispiel 1
  • Ein Poly(arylcarbonat)-Oligomer, IV = 0,17 dl/g (6 g), und ein Poly(ethylenterephthalat)- Oligomer, IV = 0,14 dl/g (6 g), wurden in einen 100 ml-Kolben mit rundem Boden gegeben, in Keton (50 ml), das als Katalysator Antimontrioxid (1000 ppm) enthielt, aufgeschlämmt und 4 Stunden lang refluxiert. Das Aceton wurde abgedampft, und die Oligomermischung wurde unter Vakuum bei 60ºC 4 Stunden lang getrocknet. Die Oligomermischung hatte eine Eigenviskosität von 0,14 dl/g, Tg = 71ºC und Tm = 220 und 247ºC.
  • Die Festphasencopolymerisationsreaktion der Oligomermischung wurde in einem Reaktionsgefäß aus Glas durchgeführt, das in ein Ölbad getaucht war. Stickstoff wurde mit 2 l/min durch das Pulverbett geblasen. Die Oligomermischung (3 g) wurde in das Reaktionsgefäß gegeben und langsam über einen Zeitraum von 1 Stunde hinweg von Raumtemperatur auf 180ºC erhitzt und für einen zusätzlichen Zeitraum von 1 Stunde bei 180ºC belassen.
  • Daraufhin wurde die Temperatur auf 200ºC/3 h, 220ºC/4 h angehoben. Das endgültige Poly(ethylenterephthalatcarbonat) zeigte IV = 0,71 dl/g, Tg = 93ºC und Tm = 245ºC.
  • Beispiel 2
  • Ein Poly(arylcarbonat)-Oligomer (IV = 0,17 dl/g), 6 g, und ein Poly(ethylenterephthalat)- Oligomer (IV = 0,14 dl/g), 6 g, wurden in einen 100 ml-Kolben mit rundem Boden gegeben, in Aceton (50 ml), das Antimontrioxid (1000 ppm) enthielt, aufgeschlämmt und 4 Stunden lang refluxiert. Das Aceton wurde abgedampft, und das Oligomer wurde unter Vakuum bei 60ºC 4 Stunden lang getrocknet. Die so erhaltene Oligomermischung zeigte eine IV = 0,14 dl/g, Tg = 71ºC und Tm = 215 und 247ºC.
  • Die Festphasencopolymerisationsreaktion der Oligomermischung wurde in einem Reaktionsgefäß aus Glas durchgeführt, das in ein Ölbad getaucht war. Stickstoff wurde mit 2 l/min durch das Pulverbett geblasen. Die Oligomermischung (3 g) wurde in das Reaktionsgefäß gegeben und langsam über einen Zeitraum von 1 Stunde hinweg von Raumtemperatur auf 180ºC erhitzt und für einen zusätzlichen Zeitraum von 1 Stunde bei 180ºC belassen. Daraufhin wurde die Temperatur auf 200ºC (3 h), 220ºC (4 h) und 230ºC (7 h) angehoben. Die Eigenviskosität des Poly(ethylenterephthalatcarbonat)s betrug 0,84 dl/g, Tg = 95ºC und Tm = 248ºC.
  • Beispiel 3
  • Ein Poly(arylcarbonat)-Oligomer (IV = 0,44 dl/g), 6 g, und ein Poly(ethylenterephthalat)- Oligomer (IV = 0,65 dl/g), 6 g, wurden in einen 100 ml-Kolben mit rundem Boden gegeben, in Aceton (50 ml), das Dibutylzinndilaurat (100 ppm) enthielt, aufgeschlämmt und 4 Stunden lang refluxiert. Das Aceton wurde abgedampft, und das Oligomer wurde unter Vakuum bei 60ºC 4 Stunden lang getrocknet. Die so erhaltene Oligomermischung zeigte eine IV = 0,55 dl/g, Tg = 89 und 136ºC und Tm = 219 und 252ºC.
  • Die Festphasencopolymerisationsreaktion der Oligomermischung wurde in einem Reaktionsgefäß aus Glas durchgeführt, das in ein Ölbad getaucht war. Stickstoff wurde mit 2 l/min durch das Pulverbett geblasen. Die Oligomermischung (3 g) wurde in das Reaktionsgefäß gegeben und langsam über einen Zeitraum von 1 Stunde hinweg von Raumtemperatur auf 180ºC erhitzt und für einen zusätzlichen Zeitraum von 1 Stunde bei 180ºC belassen. Daraufhin wurde die Temperatur auf 200ºC (4 h), 210ºC (4 h), 215ºC (2 h), 220ºC (2 h), 225ºC (2 h) und 230ºC (7 h) angehoben. Die Eigenviskosität des Poly(ethylenterephthalatcarbonat)s betrug 0,93 dl/g, Tg = 103ºC und Tm = 238ºC.
  • Beispiel 4
  • Ein Poly(arylcarbonat)-Oligomer (IV = 0,17 dl/g), 6 g, und ein Poly(ethylenterephthalat)- Oligomer (IV = 0,17 dl/g), 6 g, wurden in einen 100 ml-Kolben mit rundem Boden gegeben, in Aceton (50 ml), das Titanisopropoxid (100 ppm) enthielt, aufgeschlämmt und 4 Stunden lang refluxiert. Das Aceton wurde abgedampft, und das Oligomer wurde unter Vakuum bei 60ºC 4 Stunden lang getrocknet. Die so erhaltene Oligomermischung zeigte eine IV = 0,17 dl/g, Tg = 69 und 136ºC und Tm = 209 und 241ºC.
  • Die Festphasencopolymerisationsreaktion der Oligomermischung wurde in einem Reaktionsgefäß aus Glas durchgeführt, das in ein Ölbad getaucht war. Stickstoff wurde mit 2 l/min durch das Pulverbett geblasen. Die Oligomermischung (3 g) wurde in das Reaktionsgefäß gegeben und langsam über einen Zeitraum von 1 Stunde hinweg von Raumtemperatur auf 180ºC erhitzt und für einen zusätzlichen Zeitraum von 1 Stunde bei 180ºC belassen. Daraufhin wurde die Temperatur auf 210ºC (4 h), 220ºC (4 h) angehoben. Die Eigenviskosität des Poly(ethylenterephthalatcarbonat)s betrug 0,70 dl/g, Tg = 103ºC und Tm = 238ºC.
  • Beispiel 5
  • Ein Poly(arylcarbonat)-Oligomer (IV = 0,17 dl/g), 6 g, und ein Poly(ethylenterephthalat)- Oligomer (IV = 0,17 dl/g), 6 g, wurden in einen 100 ml-Kolben mit rundem Boden gegeben, in Aceton (50 ml), das Titanisopropoxid (100 ppm) enthielt, aufgeschlämmt und 4 Stunden lang refluxiert. Das Aceton wurde abgedampft, und das Oligomer wurde unter Vakuum bei 60ºC 4 Stunden lang getrocknet. Die so erhaltene Oligomermischung zeigte eine ηmh = 0,17 dl/g, Tg = 69 und 136ºC und Tm = 209 und 241ºC.
  • Die Festphasencopolymerisationsreaktion der Oligomermischung wurde in einem Reaktionsgefäß aus Glas durchgeführt, das in ein Ölbad getaucht war. Stickstoff wurde mit 21/min durch das Pulverbett geblasen. Die Oligomermischung (3 g) wurde in das Reaktionsgefäß gegeben und langsam über einen Zeitraum von 1 Stunde hinweg von Raumtemperatur auf 180ºC erhitzt und für einen zusätzlichen Zeitraum von 1 Stunde bei 180ºC belassen. Daraufhin wurde die Temperatur auf 210ºC (4 h), 220ºC (4 h) und 230ºC (6 h) angehoben. Die Eigenviskosität des Poly(ethylenterephthalatcarbonat)s betrug 0,99 dl/g, Tg = 103ºC und Tm = 239ºC.
  • Beispiel 6
  • Ein Poly(arylcarbonat)-Oligomer (IV = 0,17 dl/g) (6 g) und ein Poly(arylester)-Oligomer (IV = 0,19 dl/g) (6 g) wurden in Ethylacetat (50 ml), das I00 ppm Dibutylzinndilaurat enthielt, aufgeschlämmt. Der Schlamm wurde 4 Stunden lang refluxiert. Das Ethylacetat wurde abgedampft, und die Oligomermischung wurde unter Vakuum bei 60ºC 4 Stunden lang getrocknet, die so erhaltene Oligomermischung zeigte eine IV = 0,18 dl/g, Tg = 130ºC und Tm = 210ºC.
  • Die Festphasencopolymerisationsreaktion der Oligomermischung wurde in einem Reaktionsgefäß aus Glas durchgeführt, das in ein Ölbad getaucht war, welches bei konstanter Temperatur gehalten wurde, (3 g) der kristallisierten Oligomermischung wurden in das Reaktionsgefäß gegeben, der Druck wurde auf 0,1 mm Hg reduziert, und langsam wurde über einen Zeitraum von 1 Stunde hinweg von Raumtemperatur auf 180ºC erhitzt, wonach die Probe 1 Stunde lang bei 180ºC gehalten wurde. Weiters wurde die Reaktion bei 200ºC (1h), 210ºC (4 h) und 220ºC (4 h) durchgeführt. Das endgültige Poly(ethylenterephthalatcarbonat) wies 0,43 dl/g bei Tg = 159ºC und Tm = 233ºC auf.
  • Beispiel 7
  • Ein Poly(arylcarbonat)-Oligomer (IV = 0,17 dl/g) (6 g) und ein Poly(arylester)-Oligomer (IV 0,19 dl/g) (6 g) wurden in Ethylacetat (50 ml), das 100 ppm Dibutylzinndilaurat enthielt, aufgeschlämmt. Der Schlamm wurde 4 Stunden lang refluxiert. Das Ethylacetat wurde abgedampft, und die Oligomermischung wurde unter Vakuum bei 60ºG 4 Stunden lang getrocknet, die so erhaltene Oligomermischung zeigte eine IV = 0,18 dl/g, Tg = 130ºC und Tm = 210ºC.
  • Die Festphasencopolymerisationsreaktion der Oligomermischung wurde in einem Reaktionsgefäß aus Glas durchgeführt, das in ein Ölbad getaucht war, welches bei konstanter Temperatur gehalten wurde, (3 g) der kristallisierten Oligomermischung wurden in das Reaktionsgefäß gegeben, der Druck wurde auf 0,1 mm Hg reduziert, und langsam wurde über einen Zeitraum von 1 Stunde hinweg von Raumtemperatur auf 180ºC erhitzt, wonach die Probe 1 Stunde lang bei 180ºC gehalten wurde. Weiters wurde die Reaktion bei 200ºC (1h), 210ºC (4 h) und 220ºC (4 h) und schließlich bei 230ºC (2 h) durchgeführt. Das endgültige Poly(ethylenterephthalatcarbonat) wies 0,52 dl/g bei Tg = 163ºC und Tm = 243ºC auf.

Claims (8)

1. Verfahren zur Herstellung von Poly(estercarbonat)en aus den entsprechenden Oligomeren unter Anwendung des Festphasenpolymerisationsverfahrens, welches das Mischen der gewünschten Oligomere in einem geeigneten Nichtlösungsmittel, das Hinzugeben eines geeigneten Katalysators zu dieser Mischung, das Refluxieren der Mischung für einen Zeitraum von 1 bis 8 Stunden, das Entfernen des Nichtlösungsmittels mittels bekannter Verfahren und das Polymerisieren der Oligomermischung im Festkörperzustand entweder in Gegenwart eines Vakuums oder unter einem Inertgasfluss bei einer zwischen 180 und 240ºC liegenden Temperatur für einen Zeitraum von 5 bis 20 Stunden umfasst, um das gewünschte Produkt zu erhalten.
2. Verfahren, wie im Anspruch 1 beansprucht, wobei die verwendeten Oligomere ausgewählt sind aus Poly(arylcarbonat)en, Poly(arylester)n, Poly(alkylester)n, die durch Bisphenol-A-Polycarbonat, Bisphenol-A-Polyester und Poly(ethylenterephthalat), Poly(butylenterephthalat) und Poly(ethylen-2,6-naphthalat) beispielhaft veranschaulicht werden.
3. Verfahren, wie im Anspruch 1 beansprucht, wobei das verwendete Nichtlösungsmittel ausgewählt ist aus Ketonen, wie z. B. Aceton und Methylethylketon, Estern, wie z. B. Ethylacetat und Butylacetat, aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie z. B. Toluol, Xylen und Chlorbenzol.
4. Verfahren, wie im Anspruch 1 beansprucht, wobei der verwendete Katalysator ausgewählt ist aus den Antimon-, Blei- oder Germaniumoxiden, Alkoxiden und Aryloxiden von Gruppe-IV-Metallen, Alkoxiden der Lanthanoidmetallgruppe und Alkoxiden und Estern von Zinn.
5. Verfahren, wie im Anspruch 1 beansprucht, wobei die Menge an verwendetem Katalysator im Bereich von 15 bis 2000 ppm liegt.
6. Verfahren, wie im Anspruch 1 beansprucht, wobei die Oligomere einen Eigenviskositäts(IV)-Wert zwischen 0,10 und 0,40 dl/g, vorzugsweise 0,20 bis 0,30 dl/g, haben, wie bei 30ºC in Chloroform oder bei 30ºC in 60 : 40 Phenol-Tetrachlorethan gemessen.
7. Verfahren, wie im Anspruch 1 beansprucht, wobei die Oligomere einen Hydroxylanteil im Bereich von 30 bis 80%, vorzugsweise 30 bis 70, aber nicht weniger als 30%, haben.
8. Verfahren, wie im Anspruch 1 beansprucht, wobei das eingesetzte Inertgas Stickstoff, Argon oder Kohlendioxid ist.
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