DE69724738T2 - Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocabazinat durch Umsetzen von Methylbromid mit dem Reaktionsprodukt von Schwefelkohlenstoff, Hydrazin und einer Zusatzbase - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocabazinat durch Umsetzen von Methylbromid mit dem Reaktionsprodukt von Schwefelkohlenstoff, Hydrazin und einer Zusatzbase Download PDF

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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C07—ORGANIC CHEMISTRY
    • C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C337/00—Derivatives of thiocarbonic acids containing functional groups covered by groups C07C333/00 or C07C335/00 in which at least one nitrogen atom of these functional groups is further bound to another nitrogen atom not being part of a nitro or nitroso group
    • C07C337/02—Compounds containing any of the groups, e.g. thiocarbazates

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Description

  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat. Insbesondere bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat durch Umsetzen von Schwefelkohlenstoff, Hydrazin und einer zusätzlichen Base.
  • Kurzbeschreibung des Standes der Technik
  • Beispielhaft für den Stand der Technik zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat sind die folgenden: Audrieth et al., J. Organic Chem., Vol. 19, S. 733–741 (1954), offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat und Umwandeln desselben in Thiocarbohydrazid. Das Verfahren umfasst die tropfenweise Zugabe von 1,04 mol Schwefelkohlenstoff zu 1,18 mol Kaliumhydroxid und 1,1 mol 85%igem Hydrazin in 200 ml Ethanol in einem Eisbad. Ein schweres gelbes Öl, das Kaliumdithiocarbazinat enthält, trennt sich während der Zugabe ab. Das resultierende Gemisch wird gerührt, abgeschreckt, und zwei Volumina Ether werden hinzugefügt, so dass sich noch mehr von dem gewünschten Produkt (Kaliumdithiocarbazinat) abtrennt.
  • Die ölige Schicht wird von der Ether-Alkohol-Schicht abgetrennt und filtriert, um eine kleine Menge eines unidentifizierten Feststoffs, der sich bildet, zu entfernen. Dann wird die klare gelbe Lösung in 300 ml Wasser gelöst. Die resultierende Lösung wird in einem Eisbad abgekühlt, und 1,05 mol Methyliodid werden in ungefähr 10 Chargen hinzugefügt. Das Reaktionsgefäß wird nach jeder solchen Zugabe abwechselnd geschüttelt und gekühlt, bis das Methyliodid verbraucht ist. Man lässt das Reaktionsgemisch mehrere Stunden lang stehen und schüttelt es gelegentlich, um eine vollständige Reaktion zu ermöglichen. Das Methyldithiocarbazinat wird isoliert und aus Ethanol umkristallisiert.
  • Methyldithiocarbazinat (24,4 g, 0,2 mol) wurde in 200 ml absolutem Ethanol gelöst, und 18 ml (0,3 mol Hydrazin) 85%iges Hydrazinhydrat wurden hinzugefügt. Die resultierende Lösung wurde am Rückfluss gehalten, bis kein festes Thiocarbohydrazid mehr ausfiel (etwa 45 Minuten). Um eine kleine Menge des gebildeten 3-Hydrazino-4-amino-5-mercapto-1,2,4-triazols zu entfernen, wird das Reaktionsgemisch abgeschreckt, und das resultierende feste Produkt wurde isoliert und aus angesäuertem Wasser (mit wenigen Tropen Salzsäure) umkristallisiert.
  • Le, US-Patent 4,696,938, offenbart ein Verfahren zur Herstellung und Verwendung von Methylhydrazincarbodithioat als Zwischenprodukt bei der Herstellung von 6-Arylpyridinthiosemicarbazonen. Methyldithiocarbazinat wird wie folgt hergestellt: Hydrazinhydrat (150 g) wird zu einer abgekühlten (0°C) Lösung von Kaliumhydroxid in Wasser (240 ml) und 2-Propanol (200 ml) gegeben. Dann wird vorgekühlter Schwefelkohlenstoff (182 ml) tropfenweise unter Rühren zu dem Reaktionsgemisch gegeben, während die Innentemperatur auf unter 10°C gehalten wurde. Nach vollständiger Zugabe wird noch eine Stunde lang weitergerührt. Gekühltes Methyliodid (426 g) wird 1½ Stunden lang tropfenweise hinzugefügt. Der resultierende weiße Niederschlag wird durch Filtration gewonnen und mit gekühltem Wasser gewaschen. Das Rohprodukt wird aus Methylenchlorid umkristallisiert.
  • Zur Bildung von 6-Arylpyridinthiosemicarbazon wird Methyldithiocarbazinat in einem geeigneten Lösungsmittel, wie Alkohol, mit dem Produkt von 6-Aryl-2-alkylpyridin, das in einem geeigneten etherischen Lösungsmittel, wie Tetrahydrofuran oder 1,4-Dioxan, mit Selendioxid behandelt wurde, umgesetzt.
  • S. Losanitch, J. Chem. Soc., Vol. 119, 5. 763–765 (1921), offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat, indem man zuerst Ammoniumdithiocarbazinat erhält und dieses mit Methyliodid umsetzt. Das Ammoniumdithi ocarbazinat wird erhalten, wenn eine Lösung von Hydrazinhydrat in Alkohol, die einen großen Überschuss an Ammoniak enthält, langsam unter Kühlen mit der entsprechenden Menge Schwefelkohlenstoff behandelt wird. Das Methyldithiocarbazinat wird gebildet, indem man das Ammoniumsalz in einer verdünnten Alkohollösung mit Methyliodid behandelt.
  • Sandstrom et al., Arkiv for Kemi, 4 (1952), 297, offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Ethyldithiocarbazinat durch Zersetzen von Diethyltrithiocarbonat mit Hydrazin. Das Verfahren beinhaltet die Abtrennung von Hydraziniumdithiocarbazinat aus einem Ethanol-Wasser-Gemisch und die Reaktion des Hydraziniumdithiocarbazinats mit Ethylbromid in einem Ethanol-Wasser-Gemisch.
  • Das US-Patent 3,284,482 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Chlorbenzylestern, von Dithiocarbazinsäure wie folgt: Zu einer Lösung, die 85% Hydrazin, 25% Natriumhydroxid und 300 ml Wasser umfasst, wird bei 10 bis 15°C tropfenweise über 20 Minuten hinweg Schwefelkohlenstoff gegeben. Die externe Kühlung wird entfernt, und das Reaktionsgemisch wird eine Stunde lang bei 25 bis 30°C gerührt. Dann wird Trichlorbenzylchlorid in einer Portion zu dem Reaktionsgemisch gegeben, das 24 Stunden lang bei 25 bis 30°C gerührt wird, um das entsprechende Trichlorbenzyldithiocarbazinat herzustellen. Dann wird das Produkt mit Ethylether extrahiert. Die Etherlösung wird mit Wasser gewaschen, bis sie neutral wird, über Natriumsulfat getrocknet, und der Ether wird im Vakuum entfernt.
  • Die Britische Patentschrift 1,274,521 offenbart Dithiocarbazinsäureesterderivate durch Umsetzen von Dithiocarbazinsäureestern mit einer Oxoverbindung. Die Dithiocarbazinsäure wird hergestellt, indem man Hydrazinhydrat in Alkoholmedium in Gegenwart von Kaliumhydroxid, Ammoniak oder überschüssigem Hydrazinhydrat mit Schwefelkohlenstoff umsetzt.
  • Nach der Isolierung wird das Dithiocarbazinsäuresalz durch einen Alkylierungs- oder Aralkylierungsschritt in einen Ester umgewandelt. Dieser Schritt wird in Wasser, einem Gemisch von Wasser und Alkohol oder in Alkohol durchgeführt.
  • Alternativ dazu kann der Ester auch mit einem Verfahren hergestellt werden, bei dem die Reaktion in einem einzigen Reaktor durchgeführt wird. Das Alkylierungs- oder Aralkylierungsmittel wird zu der nach dem obigen Verfahren hergestellten Lösung des Dithiocarbazinsäuresalzes gegeben. Die von dem Patent offenbarten Alkylierungs- oder Aralkylierungsmittel sind: Dimethylsulfat, Diethylsulfat, Allylchlorid, n-Butyliodid, n-Octylester, n-Dodecylbromid, Cetylbromid, Benzylchlorid, p-Chlorbenzylchlorid, p-Isopropylbenzylbromid, p-n-Butylbenzylbromid und alpha-Methylbenzylchlorid.
  • Wie man aus dem obigen ersieht, besteht ein Bedürfnis nach einem wirtschaftlichen Verfahren, d. h. einem leichteren und kosteneffizienteren Verfahren, zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat. Insbesondere besteht ein Bedürfnis nach einem wirtschaftlicheren kommerziellen Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat. Durch die vorliegende Erfindung wird ein solches verbessertes Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat bereitgestellt.
  • Kurzbeschreibung der Erfindung
  • Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass Methyldithiocarbazinat durch ein einfaches und kosteneffektives Verfahren hergestellt werden kann. Dieses verbesserte Verfahren umfasst die Umsetzung von Hydrazin, Schwefelkohlenstoff und einer Base in einem wässrigen Reaktionsmedium in einem effektiven Verhältnis zur Bildung eines Dithiocarbazinat-Salzes und anschließende Umsetzung (Methylierung) des Dithiocarbazinat-Salzes mit Methylbromid.
  • In der vorliegenden Ausführungsform der Erfindung werden Schwefelkohlenstoff, Hydrazin und eine anorganische Base in Wasser als Reaktionsmedium umgesetzt. Das resultierende Reaktionsgemisch, das das Dithiocarbazinat-Salz umfasst, wird mit Methylbromid umgesetzt, wobei hohe Ausbeuten an Methyldithiocarbazinat entstehen. Vorzugsweise umfasst das Reaktionsmedium Wasser als Reaktionsmedium und gegebenenfalls ein Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel, wie Toluol.
  • Dagegen beinhalteten die Verfahren des Standes der Technik im Allgemeinen die Reaktion von Schwefelkohlenstoff und Hydrazin in einem Reaktionsmedium, das Alkohole enthielt, die Abtrennung des resultierenden Dithiocarbazinats, die Verwendung von kostspieligeren oder schlechter handhabbaren und zuweilen kommerziell aus Kostengründen ausgeschlossenen Alkylierungsmitteln, wie Methyliodid, und Katalysatoren, wie Natriumiodid, und/oder Umkristallisation des resultierenden Methyldithiocarbazinats.
  • Es ist ein herausragendes Merkmal der Erfindung, dass man durch Verwendung des Verfahrens der Erfindung die Verwendung von unerwünschten Methylierungsmitteln, wie Methyliodid, unerwünschten Lösungsmitteln, wie Alkoholen, und teuren Katalysatoren, wie Natriumiodid, vermeiden kann. Es ist ein herausragendes Merkmal der Erfindung, dass das Verfahren kurze Reaktionszeiten erfordert, keine Isolierung von Dithiocarbazinat-Salzen als Zwischenprodukten und keine Umkristallisation des fertigen Methyldithiocarbazinats erfordert. Dementsprechend erfüllt das Verfahren der Erfindung ein lange bestehendes, aber unerfülltes Bedürfnis nach der Verwendung eines leichten Verfahrens zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat unter Verwendung von leicht verfügbaren und kostengünstigeren Reaktanten und Lösungsmitteln und Verarbeitungstechniken.
  • Bei der praktischen Durchführung der Erfindung kann Methyldithiocarbazinat als Zwischenverbindung bei der Herstellung anderer Chemikalien, wie Thiadiazolen, verwendet werden.
  • Ausführliche Beschreibung der Erfindung
  • Wie bereits gesagt, bezieht sich die beanspruchte Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat (MDTC) durch: (I) Umsetzen von Schwefelkohlenstoff mit Hydrazin und einer Base in einem wässrigen Reaktionsmedium und in einem effektiven Verhältnis zur Bildung eines Dithiocarbazinat-Salzes und anschließend (II) Methylierung des Dithiocarbazinat-Salzes von (I) mit Methylbromid. Das Verfahren kann wie folgt durch die Reaktionen (I) und (II) dargestellt werden:
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  • Zum Beispiel werden Hydrazin (gewöhnlich in Form von Hydrazinhydrat), Schwefelkohlenstoff und eine anorganische Base in einem Stoffmengenverhältnis von etwa 1 : 1,2 : 1 bis 1,2 : 1 : 2 und vorzugsweise 1 : 1 : 1 miteinander umgesetzt. Zum Beispiel werden Schwefelkohlenstoff und die anorganische Base gleichzeitig und vorzugsweise tropfenweise zu Hydrazin gegeben. Dabei kann ein Phasentransferkatalysator eingesetzt werden. Alternativ dazu können auch die Hälfte des Schwefelkohlenstoffs und die Hälfte der anorganischen Base zuerst zu dem Hydrazin gegeben werden, und dann werden die anderen Hälften des Schwefelkohlenstoffs und der anorganischen Base hinzugefügt.
  • Die Reaktion kann in einem pH-Bereich durchgeführt werden, der die Reaktion nicht beeinträchtigt. Typischerweise kann die Reaktion in einem pH-Bereich von etwa 8 bis 14 und vorzugsweise 9 bis 14 durchgeführt werden. Die Reaktionstemperatur kann etwa 0 bis 35°C und vorzugsweise 5 bis 25°C betragen. Die Reaktionszeit kann etwa 1 bis 4 Stunden und vorzugsweise 1 bis 2 Stunden betragen.
  • Als Base kann man anorganische und Stickstoffbasen einsetzen, wie sie im folgenden beschrieben sind. Die Base wird zur Unterscheidung vom Hydrazin hier als zusätzliche Base beschrieben. Die anorganische Base ist vorzugsweise Kaliumhydroxid und besonders bevorzugt gepulvertes Kaliumhydroxid. Ohne uns auf eine bestimmte Theorie festlegen zu wollen, glauben wir, dass man außer Kaliumhydroxid auch andere anorganische Basen verwenden kann, die einen ausreichenden Ionenaustausch mit dem betreffenden Hydrazinium-Ion bewirken können. Beispiele für diese anderen anorganischen Basen wären Natriumhydroxid und Lithiumhydroxid. Als Stickstoffbase kann man eine stickstoffhaltige Verbindung, wie Ammoniak, Ammoniumhydroxide und bestimmte Amine einsetzen. Bei den Aminen kann es sich um Ethanolamin (was bevorzugt ist), Di-n-pro-pylamin, Diisopropylamin, Di-n-butylamin, t-Butylamin, Dimethylbenzylamin und Ethylmethylpyridin handeln.
  • Das wässrige Reaktionsmedium enthält typischerweise Wasser und gegebenenfalls ein nichtwässriges Lösungsmittel. Das Stoffmengenverhältnis von Wasser zu Schwefelkohlenstoff kann etwa 2 bis 10 und vorzugsweise 2 bis 5 mol betragen. Ein nichteinschränkendes Beispiel für das Lösungsmittel kann ein Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel sein, wie ein aromatisches Lösungsmittel, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Xylol, Cumol, Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Mesitylen besteht, oder ein aliphatisches Lösungsmittel, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Pentan, Hexan, Cyclohexan und Heptan besteht. Typischerweise ist das Lösungsmittel ein aromatisches Lösungsmittel und vorzugsweise Toluol. Das Lösungsmittel kann in einem Stoffmengenverhältnis von 0,1 bis 3 und vorzugsweise 0,15 bis 2 mol pro Mol Schwefelkohlenstoff eingesetzt werden. Im Unterschied zu vielen der Verfahren des Standes der Technik braucht das Reaktionsmedium dieses Verfahrens keine aprotischen Lösungsmittel zu enthalten. Das Reaktionsmedium dieses Verfahrens besteht im Wesentlichen aus Wasser und gegebenenfalls einem nichtalkoholischen Lösungsmittel.
  • Das resultierende Produkt, das das Dithiocarbazinat-Salz umfasst, wird mit Methylbromid umgesetzt. Das Stoffmengenverhältnis von Methylbromid zu dem Dithiocarbazinat-Salz kann 1,5 bis 1,02 zu 1 und vorzugsweise 1,05 : 1 betragen. Die Temperatur der Methylierungsreaktion kann etwa 0 bis 35°C betragen, über einen Zeitraum von etwa 0,5 bis 3 Stunden und vorzugsweise 1 bis 2 Stunden. Das Wasser und gegebenenfalls das Lösungsmittel sowie der in Reaktion (II) eingesetzte Katalysator sind im Wesentlichen dieselben, wie sie bei Reaktion (I) beschrieben wurden. Das Stoffmengenverhältnis des Wassers zu dem Dithiocarbazinat-Salz kann etwa 1 bis 3 zu 1 und vorzugsweise 1 : 1 betragen. Das Stoffmengenverhältnis des Lösungsmittels zu dem Dithiocarbazinat-Salz kann etwa 1,3 bis 0,17 zu 1 und vorzugsweise 0,5 : 1 betragen. Der Katalysator kann in Mengen von etwa 0,5 bis 10 Mol-%, vorzugsweise 0,5 bis 1 Mol-%, pro Mol des Dithiocarbazinat-Salzes verwendet werden.
  • Die Methylierungsreaktion (II) kann zwar auch in einem anderen Gefäß durchgeführt werden, wird jedoch typischerweise in demselben Reaktionsgefäß durchgeführt, wie es bei der Herstellung des Dithiocarbazinat-Salzes verwendet wird. Es ist ein herausragendes Merkmal der Erfindung, dass die Methylierungsreaktion durchgeführt werden kann, ohne die Dithiocarbazinat-Salze von Reaktion (I) zu isolieren. In dieser Ausführungsform der Erfindung besteht die Methylierungsreaktion (II) im Wesentlichen darin, das Reaktionsprodukt von Reaktion (I) mit Methylbromid umzusetzen. Alternativ dazu kann das Dithiocarbazinat-Salz auch durch Filtration isoliert und anschließend mit Methylbromid umgesetzt werden. Zum Beispiel kann das Dithiocarbazinat-Salz filtriert, in einem Reaktionsmedium, wie es oben beschrieben ist, aufgeschlämmt und dann mit Methylbromid umgesetzt werden. Die Reaktionsbedingungen wären im Wesentlichen dieselben, wie sie oben beschrieben sind.
  • Es ist außerdem ein herausragendes Merkmal der Erfindung, dass die Methylierungsreaktion (II) ohne die Verwendung von teuren Reaktionskatalysatoren, wie Natriumiodid, durchgeführt werden kann. In dieser Hinsicht kann man sagen, dass der Methylierungsschritt im Wesentlichen darin besteht, das Reaktionsprodukt von (I) mit Methylbromid umzusetzen.
  • Das resultierende Produkt, das Methyldithiocarbazinat enthält, kann mit jedem zweckmäßigen Mittel, wie Filtrieren oder Zentrifugieren, isoliert werden. Das Methyldithiocarbazinat kann auf einem Vakuumfilter aufgefangen und mit Wasser gewaschen werden, um Verunreinigungen, wie Kaliumbromid-Salz, zu entfernen. Der resultierende feuchte Kuchen kann so, wie er ist, verwendet oder mit irgendeinem Mittel getrocknet werden, das die erforderliche Trocknung herbeiführen kann, ohne eine Zersetzung zu bewirken. Zum Beispiel kann das Produkt bei Temperaturen getrocknet werden, die keine Zersetzung der Produkte verursachen. Insbesondere kann das Produkt in einem Vakuumofen getrocknet werden, wobei man bei einer Temperatur von etwa 30 bis 40°C Stickstoff durchleitet. Im Allgemeinen kann die Reinheit des Methyldithiocarbazinats bis zu etwa 95 Prozent betragen, wobei die Variation auf die Wasch- und/oder Trockenschritte zurückzuführen ist. Wie man aus obigem ersieht, kann Methyldithiocarbazinat erhalten werden, ohne das Reaktionsprodukt von Reaktion (II) umzukristallisieren. Daher kann Methyldithiocarbazinat durch ein Verfahren hergestellt werden, das im Wesentlichen darin besteht, Schwefelkohlenstoff, Hydrazin und eine Base in einem wässrigen Medium in einem effektiven Verhältnis zur Bildung eines Dithiocarbazinat-Salzes miteinander umzusetzen und anschließend das Dithiocarbazinat-Salz mit Methylbromid zu methylieren und das Bromidsalz zu entfernen.
  • Bei den Reaktionen kann ein Katalysator, wie ein Phasentransferkatalysator, eingesetzt werden. Beispiele für den Katalysator sind Tris[2-(2-methylethoxy)ethyl]amin (TDA-1), N-Benzyltrimethylammoniumhydroxid (erhältlich von Aldrich Chemical Co.), N-Methylimidazol, Dimethylaminopyridin, 1,4-Diazabicyclo[2.2.2]octan und Diethylenglycol. Der Stoffmengenanteil des Katalysators kann 0 bis 300 mmol und vorzugsweise 0 bis 2 mmol pro Mol Schwefelkohlenstoff betragen.
  • Folgendes ist eine zweckmäßige, aber nichteinschränkende Beschreibung des Verfahrens zur Herstellung des Methyldithiocarbazinats gemäß dieser Erfindung. Schwefelkohlenstoff wird bei einer Temperatur von unter 25°C langsam (unter Kühlung) zu einem Gemisch von Toluol, Wasser, TDA-1 und Hydrazinmonohydrat gegeben. Wenn sich der pH-Wert der resultierenden Aufschlämmung bei 9 bis 10 stabilisiert hat, wird wässriges Kaliumhydroxid zu dem Gemisch gegeben, und das Reaktionsgemisch wird gerührt, bis der pH-Wert auf etwa 9 zurückfällt. Drei weitere gleiche Portionen von Schwefelkohlenstoff und Kaliumhydroxid werden hinzugefügt, wobei man dieselbe Vorschrift verwendet, wie sie oben beschrieben ist. Nach Beendigung der Zugabe dieser Portionen wird das Reaktionsgemisch 90 Minuten lang gerührt, und dann wird über eine Stunde hinweg Methylbromidgas in das Gemisch perlen gelassen. Typischerweise entsteht eine weiße Aufschlämmung, die etwa 30 Minuten lang bei etwa 25°C gerührt, auf etwa 0 bis 5°C abgekühlt und filtriert wird. Bei dem filtrierten Produkt, das gewöhnlich in Form eines weißen Pulvers vorliegt, handelt es sich gemäß der Analyse um Methyldithiocarbazinat mit einer Ausbeute im Bereich von etwa 60 bis 80 Prozent. Der Wirkstoffanteil (AI) liegt im Bereich von 65 bis 95 Prozent. Die hauptsächlichen Verunreinigungen sind Wasser und Kaliumbromid.
  • Wie man aus dem obigen ersieht, ist das Verfahren der Erfindung gut für kommerzielle Anwendungen geeignet, da leicht verfügbare Reagentien und Verarbeitungstechniken eingesetzt werden. Zum Beispiel kann das Verfahren unter Reaktionsbedingungen, bei denen keine umweltschädlichen Nebenprodukte entstehen, die die Ausbeute nicht reduzieren, die Qualität der Endprodukte nicht beeinträchtigen oder die Produktionsschritte negativ beeinflussen, durchgeführt werden.
  • Diese und andere Aspekte der Erfindung werden durch die folgenden Beispiele näher erläutert, sollen aber nicht durch diese eingeschränkt werden, wobei alle Teile und Prozentwerte gewichtsbezogen sind, wenn nichts anderes angegeben ist.
  • Beispiele
  • Beispiel 1:
  • Herstellung von Methyldithiocarbazinat (MDTC) unter Verwendung von wässrigem KOH als Base
  • In einem geeignet ausgestatteten Reaktionsgefäß wurde Schwefelkohlenstoff (19 g, 0,25 mol) bei < 25°C langsam (unter Kühlung) zu einem Gemisch von Toluol (43,25 g, 0,46 mol), Wasser (72 g, 4 mol), TDA-1 (2,02 g, 0,0063 mol) und Hydrazinmonohydrat (50 g, 1,0 mol) gegeben. Als sich der pH-Wert der resultierenden Aufschlämmung bei 9 stabilisiert hatte, wurde wässriges Kaliumhydroxid (43%, 32,6 g, 0,25 mol) hinzugefügt, und die Lösung wurde gerührt, bis der pH-Wert auf 9 gefallen war. Drei weitere gleiche Portionen von Schwefelkohlenstoff (19 g, 0,25 mol) und Kaliumhydroxid (43%, 32,6 g, 0,25 mol) wurden hinzugefügt, wobei man dieselbe Vorschrift verwendete. Nach Beendigung der Zugabe dieser Portionen wurde das Reaktionsgemisch 90 Minuten lang gerührt.
  • Methylbromidgas (104,4 g, 1,1 mol) wurde über eine Stunde hinweg in das gelbe Gemisch perlen gelassen. Der resultierende weiße Niederschlag wurde weitere 30 Minuten bei 25°C gerührt, auf 5°C abgekühlt und filtriert. Methyldithiocarbazinat wurde als weißes Pulver in einer Ausbeute von 77% isoliert. Die hauptsächlichen Verunreinigungen waren Wasser und Kaliumbromid.
  • Beispiel 2:
  • Herstellung von Methyldithiocarbazinat (MDTC) unter Verwendung von festem KOH
  • In einem geeignet ausgestatteten Reaktionsgefäß wurde Schwefelkohlenstoff (76 g, 1,0 mol) bei < 25°C langsam (unter Kühlung) zu einem Gemisch von Toluol (43,25 g, 0,46 mol), Wasser (72 g, 4 mol), TDA-1 (1,98 g, 0,0061 mol), frisch gemahlenem festem KOH (56 g, 1,0 mol) und Hydrazinmonohydrat (50 g, 1,0 mol) gegeben. Das Reaktionsgemisch wurde 2 Stunden lang gerührt, und dann wurde Methylbromidgas (104,4 g, 1,1 mol) über eine Stunde hinweg in das resultierende gelbe Gemisch perlen gelassen. Das Gemisch wurde zu einer weißen Aufschlämmung, die 30 Minuten lang bei 25°C gerührt und dann auf 5°C abgekühlt und filtriert wurde. Methyldithiocarbazinat wurde als weißes Pulver in einer Ausbeute von 72% isoliert. Die hauptsächlichen Verunreinigungen waren Wasser und Kaliumbromid.
  • Beispiel 3:
  • Herstellung von Methyldithiocarbazinat (MDTC) unter Verwendung von wässrigem NaOH
  • Die verwendeten Stoffe und das Herstellungsverfahren waren im Wesentlichen dieselben, wie es in Beispiel 1 beschrieben ist, außer dass 50%ige NaOH anstelle von 43%iger KOH eingesetzt wurde. Die Ausbeute an MDTC betrug 70%. Die hauptsächlichen Verunreinigungen waren Wasser und Natriumbromid.
  • Beispiel 4:
  • Herstellung von Methyldithiocarbazinat (MDTC) unter Verwendung von Ammoniumhydroxid
  • In einem geeignet ausgestatteten Reaktionsgefäß wurde Hydrazinhydrat (75,0 g, 1,50 mol) bei < 5°C langsam (unter Kühlung) zu einem Gemisch von Ammoniumhydroxid (87,1 g, 1,54 mol) und Wasser (75 g, 4,16 mol) gegeben. Dann wurde Schwefelkohlenstoff (114,0 g, 1,50 mol) zu dem Gemisch gegeben (1,0 Stunden), während die Temperatur auf 5°C gehalten wurde. Nachdem das Gemisch etwa 1 Stunde lang bei derselben Temperatur gerührt worden war, wurden Toluol (43,25 g, 0,46 mol) und Diethylenglycol (4,47 g, 0,042 mol) hinzugefügt, und Methylbromid (156,7 g, 1,65 mol) wurde über einen Zeitraum von 2 Stunden bei 5°C eingeleitet. Das Gemisch wurde 1 Stunde lang bei 25°C gerührt, auf 0 bis 5°C abgekühlt, und der Feststoff wurde abfiltriert. Der Feststoff wurde mit eiskaltem Wasser (3 × 25 ml) gewaschen und dann getrocknet (über Nacht bei 40°C/20 mm), was 177,1 g (77,6%) weiße Kristalle ergab. Die Mutterlauge enthielt zusätzliche 3 bis 5% Nettoausbeute an MDTC.
  • Beispiel 5:
  • Herstellung von Methyldithiocarbazinat (MDTC) unter Verwendung von t-Butylamin
  • In einem geeignet ausgestatteten Reaktionsgefäß wurde Hydrazinhydrat (75,0 g, 1,50 mol) bei < 5°C langsam (unter Kühlung) zu einem Gemisch von t-Butylamin (109,7 g, 1,50 mol) und Wasser (75 g, 4,2 mol) sowie Toluol (43,25 g, 0,469 mol) gegeben. Dann wurde Schwefelkohlenstoff (114,0 g, 1,50 mol) zu dem Gemisch gegeben (1,0 Stunden), während die Temperatur auf 5°C gehalten wurde. Nachdem das Gemisch etwa 1 Stunde lang bei derselben Temperatur gerührt worden war, wurde Methylbromid (156,7 g, 1,65 mol) über einen Zeitraum von 2 Stunden bei 5°C eingeleitet. Das Gemisch wurde 1 Stunde lang bei 25°C gerührt, auf 0 bis 5°C abgekühlt, und der Feststoff wurde abfiltriert. Der Feststoff wurde mit eiskaltem Wasser (3 × 25 ml) gewaschen und dann getrocknet (über Nacht bei 40°C/20 mm), was 156,4 g (81,0%) weiße Kristalle ergab. Die Mutterlauge enthielt zusätzliche 3 bis 5% Nettoausbeute an MDTC.
  • Beispiel 6:
  • Herstellung von Methyldithiocarbazinat (MDTC) unter Verwendung von KOH
  • In einem geeignet ausgestatteten Reaktionsgefäß (Vierhals, 1000 ml) wurde Hydrazinhydrat (50,0 g, 1,0 mol) bei < 25°C langsam (unter Kühlung) zu einem Gemisch von Toluol (86,5 g, 0,94 mol), Wasser (72 g, 4,0 mol) und TDA-1 (2,0 g, 0,00062 mol) gegeben. Schwefelkohlenstoff (12,7 g, 0,167 mol) wurde über einen Zeitraum von 10 Minuten tropfenweise hinzugefügt, während die Temperatur auf 25°C gehalten wurde, und anschließend wurde über einen Zeitraum von 10 Minuten KOH (21,75 g, 0,167 mol) hinzugefügt, während die Temperatur auf 25°C gehalten wurde. Die portionsweise Zugabe von Schwefelkohlenstoff und KOH wurde noch fünfmal oder mehr wiederholt, einschließlich der Kühlzeiten. Dann wurde Methylbromid (104,5 g, 1,1 mol) über einen Zeitraum von 2 Stunden bei 25°C eingeleitet. Das Reaktionsgemisch wurde auf 0 bis 5°C abgekühlt und unter Vakuum filtriert. Dann wurde das resultierende Produkt mit kaltem Wasser gewaschen und dann in einem Vakuumofen (40°C/20 mm) getrocknet, was 92,8 g (76,1%) MDTC ergab. Die Mutterlauge enthielt zusätzliche 3 bis 5% Nettoausbeute an MDTC.

Claims (10)

  1. Verfahren zur Herstellung von Methyldithiocarbazinat durch Umsetzen von Schwefelkohlenstoff, Hydrazin und einer zusätzlichen Base in einem wässrigen Medium in einem effektiven Verhältnis zur Bildung eines Dithiocarbazinat-Salzes und anschließende Methylierung des Dithiocarbazinat-Salzes mit Methylbromid.
  2. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei die zusätzliche Base eine anorganische Base ist, bei der es sich um Kaliumhydroxid oder Natriumhydroxid handelt.
  3. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei die zusätzliche Base eine Stickstoffbase ist, die aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Ammoniak, Ammoniumhydroxid und einem Amin besteht.
  4. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei die Reaktion in Gegenwart eines Katalysators durchgeführt wird.
  5. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei das Stoffmengenverhältnis von Hydrazin zu Schwefelkohlenstoff zur Base 1,2 : 1 : 2 bis 1 : 1,2 : 1 beträgt.
  6. Verfahren gemäß Anspruch 5, wobei das Stoffmengenverhältnis 1 : 1 : 1 beträgt.
  7. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei das Stoffmengenverhältnis von Methylbromid zu dem Dithiocarbazinat-Salz 1,5 bis 1,02 zu 1 beträgt.
  8. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei das wässrige Medium Wasser oder Wasser und ein Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel umfasst.
  9. Verfahren gemäß Anspruch 8, wobei das wässrige Medium aus Wasser und einem Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel besteht.
  10. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 8, wobei die Reaktion in einem pH-Bereich von 8 bis 14 durchgeführt wird.
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