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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Kühlmittelzusammensetzung, die
zur Verwendung bei der Kompressionskühlung geeignet ist.
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Fluorchlorkohlenstoffe
(FCK), wie beispielsweise Dichlordifluormethan (CFC-12) sind herkömmlicherweise
als Kühlmittel
für Kompressionskühlsysteme
verwendet worden. Bei Kühlsystemen,
bei denen FCK als Kühlmittel
verwendet werden, werden gewöhnlich
Mineralöle
zum Schmieren des Kompressors verwendet. Diese Mineralschmieröle sind
auch als naphthenische Öle
bekannt. Ein Mineralschmieröl
besteht typischerweise aus einer Schmierölfraktion mit einem Viskositätsindex
von –300
bis 140, das entwachst, entasphaltiert und hydrogeniert worden ist.
Das Mineralöl
kann bis zu 15 Gew.-% eines Zusatzmittels wie eines Oxidationsmittels
oder eines Korrosionshemmers enthalten. Typischerweise besitzt es
eine kinematische Viskosität
bei 40°C
von 10 mm2/s bis 220 mm2/s
(10 cSt bis 220 cSt).
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In
Kompressionskühlsystemen
ist es wünschenswert,
dass das gesamte Schmiermittel im Kompressor verbleibt, um sicherzustellen,
dass der Kompressor ausreichend geschmiert ist. In der Praxis wird
jedoch eine Schmiermittelmenge unweigerlich in das umgebende Leitungssystem
des Kühlzyklus
gesaugt. Wenn das Schmiermittel in dem Kühlmittel unlöslich ist,
so besteht die Gefahr, dass es sich von dem Kühlmittel abscheidet und nicht
mehr in den Kompressor zurückgeführt wird.
In diesem Fall wird der Kompressor ungenügend geschmiert. Bei Kühlsystemen,
bei denen FCK wie CFC-12 verwendet werden, werden im Allgemeinen
Mineralölschmiermittel
verwendet, weil derartige FCK in den Mineralölen im gesamten Bereich der
Kühltemperaturen
löslich
sind.
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Jedoch
haben kürzliche
Bedenken bezüglich
der Zehrung der Ozonschicht durch FCK dazu geführt, dass die Verwendung von
FCK beschränkt
wird. CFC-12 hat ein Ozonzehrungspotential von 0,9, während das Ozonzehrungspotential
von Trichlormethan als bei 1 liegend definiert wird. Es werden daher
alternative Kühlmittel
benötigt.
Perfluorkohlenstoffe sind als alternative Kühlmittel nicht geeignet, da
sie ein hohes Erwärmungspotential
der Atmosphäre
(EWP) und eine übermäßige Permanenz
in der Atmosphäre
aufweisen. Das EWP ist die zeitintegrierte Verpflichtung des Beeinflussens
des Klimas bei der unverzüglichen
Freisetzung von 1 kg Kühlmittel
derjenigen von 1 kg Kohlendioxid entsprechend, was als ein EWP von
1 angenommen wird.
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1,1,1,2-Tetrafluorethan
(R134a) findet inzwischen als Alternative zu Fluorchlorkohlenstoffkühlmitteln weitverbreitete
Verwendung. Es besitzt im Wesentlichen kein Ozonzehrungspotential.
Es besitzt ein EWP, auf der Basis eines integrierten Zeithorizonts
von 100 Jahren gemessen, von etwa 1300. Jedoch hat R134a den Nachteil,
dass es mit den Mineralölschmiermitteln,
die in vorhandenen Kühlvorrichtungen
verwendet werden, im Wesentlichen nicht mischbar ist. Anders ausgedrückt kann
R134a nicht als solches in derartigen Vorrichtungen verwendet werden.
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Es
sind verschiedene Versuche gemacht worden, Schmiermittel zu finden,
die zusammen mit fluorierten Kohlenwasserstoffen wie R134a verwendet
werden können.
Verschiedene Polyester und Polyalkylenglykole sind für diesen
Zweck vorgeschlagen worden.
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Leider
sind diese neuen Schmiermittel wesentlich teurer als herkömmliche
Mineralölschmiermittel.
Sie sind auch oft hydroskopisch und absorbieren Luftfeuchte. Es
ist klar, dass es wünschenswert
ist, um die Änderungen
zu minimieren, die an den Vorrichtungen oder bei den Arbeitsbedingungen
notwendig sind, wenn FCK in Kompressionskühlsystemen durch alternative Kühlmittel
ersetzt werden, in der Lage zu sein, herkömmliche Mineralöle, wie
sie zusammen mit FCK verwendet werden, zu benutzen.
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Es
besteht daher ein Bedarf für
ein Kühlmittel,
das die wünschenswerten
Eigenschaften von R134a besitzt, das jedoch zusammen mit den herkömmlichen
Mineralölschmiermitteln,
wie sie zusammen mit FCK verwendet werden, verwendet werden kann.
Bestehende Kühlmittel,
die zusammen mit den Mineralölschmiermitteln
verwendet werden können,
sind unweigerlich in einiger Hinsicht unzulänglich.
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Es
ist nun eine neuartige Kühlmittelzusammensetzung
der vorliegenden Erfindung gemäß entwickelt worden,
die im Wesentlichen kein Ozonzehrungspotential besitzt, die mit
den herkömmlichen
Mineralölschmiermitteln,
die zusammen mit ihr verwendet werden sollen, verträglich ist,
und die eine Arbeitsleistung aufweist, die fluorierten Kohlenwasserstoffen
wie R134a und Fluorchlorkohlenstoffen wie CFC-12 gleich oder überlegen
ist.
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Für die Vertragsstaaten
AT, BE, CH, DK, FI, GR, IE, LI, LU, MC und PT bietet die vorliegende
Erfindung eine nichtazeotrope Kühlmittelzusammensetzung,
die einen Dampfdruck von 70 bis 190 kPa (0,7 bis 1,9 bar) bei –20 °C, von 510
bis 630 kPa (5,1 bis 6,3 bar) bei +20 °C und von 1620 bis 1740 kPa
(16,2 bis 17,4 bar) bei +60 °C
aufweist, welche Zusammensetzung Folgendes umfasst:
- (a) 1,1,2,2-Tetrafluorethan (R134), 1,1,1,2-Tetrafluorethan
(R134a), Difluormethoxytrifluormethan (E125) oder eine Mischung
von zwei oder mehreren derselben in einer Menge von 60 bis 99 Gew.-%,
auf das Gewicht der Zusammensetzung bezogen;
- (b) 1 bis 10 Gew.-%, auf das Gewicht der Zusammensetzung bezogen,
eines unsubstituierten Kohlenwasserstoffs der Formel CnHm, wobei n mindestens 4 und m mindestens
2n-n ist; und
- (c) bis zu 39 Gew.-%, auf das Gewicht der Zusammensetzung bezogen,
eines Dampfdruckreduzierers, der im Wesentlichen kein Ozonzehrpotential
aufweist.
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Angesichts
der
EP 077935A ,
zitierbar unter Artikel 54(3) EPÜ bezüglich DE,
ES, FR, GB, IT, NL und SE, bietet die Erfindung für diese
Vertragsstaaten eine derartige Zusammensetzung, jedoch mit der Maßgabe, dass
vier spezifische Zusammensetzungen, wie unten für diese Staaten in Anspruch
1 aufgeführt,
ausgeschlossen sind und ein Dampfdruckreduzierer vorliegen muss.
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Typischerweise
ist eine Zusammensetzung „nichtazeotrop", wenn die Zusammensetzung
der Flüssigkeit
und die Zusammensetzung des Dampfes oberhalb der Flüssigkeit
bei irgendeinem vorgegebenen Druck und irgendeiner vorgegebenen
Temperatur nicht gleich sind. So führt irgendein Verlust von Dampf
aus der nichtazeotropen Zusammensetzung zu einer Änderung
der Zusammensetzung der verbleibenden Flüssigkeit. Im Gegensatz dazu
führt ein
Verlust von Dampf aus einem Azeotrop nicht zu einer Änderung
der Zusammensetzung der Flüssigkeit.
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Bevorzugte
nichtazeotrope Zusammensetzungen sind diejenigen, in denen, nachdem
etwa 50% der Zusammensetzung wie etwa durch Verdampfung oder Entfernung
durch Sieden entfernt worden sind, der Unterschied zwischen der
ursprünglichen
Zusammensetzung und der verbleibenden Zusammensetzung mehr als etwa
2%, noch bevorzugter mehr als etwa 10% beträgt.
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Typischerweise
liegt die Komponente (a) in einer Menge von 70 bis 95 Gewichts-%,
bevorzugt 80 bis 90 Gewichts-%, noch bevorzugter 82 bis 86 Gewichts-%,
auf das Gewicht der Zusammensetzung bezogen, vor.
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Die
Komponente (b) ist ein unsubstituierter Kohlenwasserstoff der Formel
CnHm, wobei n mindestens 4
und m mindestens 2n-2 ist. Typischerweise beträgt n 4 bis 6, bevorzugt 4 oder
5. Typischerweise weist der unsubstituierte Kohlenwasserstoffkeine
Dreifachbindungen auf. Bevorzugt ist der unsubstituierte Kohlenwasserstoff
mit Ausnahme einer Doppelbindung gesättigt. Noch bevorzugter ist
der unsubstituierte Kohlenwasserstoff vollständig gesättigt.
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Typischerweise
ist der unsubstituierte Kohlenwasserstoff Methylencyclopropan, 1-Buten,
cis- und trans-2-Buten, Butan, 2-Methylpropan, Cyclopenten, Cyclopentan,
2-Methyl-1-buten, 2-Methyl-2-buten, 3-Methyl-1-buten, 1-Penten, cis- und trans-2-Penten,
2-Methylbutan, Pentan oder eine Mischung von zwei oder mehreren
derselben. Bevorzugt ist er Cyclobutan, noch bevorzugter n-Butan
(R600) oder 2-Methylpropan (R600a).
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Typischerweise
liegt der unsubstituierte Kohlenwasserstoff in einer Menge von 1
bis 8 Gewichts-%,
bevorzugt von 2 bis 6 Gewichts-%, noch bevorzugter 2 bis 5 Gewichts-%,
auf die Zusammensetzung bezogen, vor.
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Der
unsubstituierte Kohlenwasserstoff dient dazu, die Verträglichkeit
der erfindungsgemäßen Kühlmittelzusammensetzung
mit Mineralölschmiermitteln
zu verbessern. Leider erhöht
er den Dampfdruck der erfindungsgemäßen Zusammensetzung. Er kann
auch die Entzündlichkeit
der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
erhöhen.
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Dementsprechend
ist die Komponente (c) erforderlich, um die Erhöhung des Dampfdrucks, die durch die
Komponente (b) hervorgerufen wird, rückgängig zu machen. Die Komponente
(c) ist ein Dampfdruckreduzierer, d.h. eine Verbindung, die in der
Lage ist, den Dampfdruck der Kühlmittelzusammensetzung
zu verringern.
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Typischerweise
ist der Dampfdruckreduzierer 1,1-Difluorethan, 1,1,1,2,2,3,3-Heptafluorpropan, 1,1,1,2,3,3,3-Heptafluorpropan,
Octafluorcyclobutan, 1,1,1,2,2-Pentafluorpropan, 1,1,2,2,3-Pentafluorpropan, Trifluormethoxymethan,
Trifluormethoxypentafluorethan, Difluormethoxypentafluorethan, Trifluormethoxy-1,2,2,2-tetrafluorethan,
Fluormethoxytrifluormethan, Difluormethoxymethan, Pentafluorethoxypentafluorethan,
Dufluormethoxydifluormethan, Trifluormethoxy-2,2,2-trifluorethan,
Fluormethoxymethan, Difluormethoxy-1,2,2,2-tetrafluorethan, Fluormethoxyfluormethan,
Difluormethoxy-2,2,2-trifluorethan, Methoxy-2,2,2-trifluorethan,
Methoxy-1,1,2,2-tetrafluorethan
oder eine Mischung von zwei oder mehreren derselben ist. Bevorzugt ist
er 1,1-Difluorethan
(R152a), 1,1,1,2,2,3,3-Heptafluorpropan (R227ca), 1,1,1,2,3,3,3-Heptafluorpropan (R227ea),
1,1,1,2,2-Pentafluorpropan (R245cb), Octafluorcyclobutan (RC-318)
oder eine Mischung von zwei oder mehreren derselben.
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Typischerweise
liegt die Komponente (c) in einer Menge von 4 bis 29 Gewichts-%,
bevorzugt 8 bis 18 Gewichts-%, noch bevorzugter 12 bis 16 Gewichts-%,
auf das Gewicht der Zusammensetzung bezogen, vor. Die Menge des
Dampfdruckreduzierers hängt
von der Natur und der Menge der Komponenten (a) und (b) ab. Wenn
eine große
Menge der Komponente (b) vorliegt (d.h. mehr als etwa 5 Gewichts-%,
auf die Zusammensetzung bezogen), so ist eine entsprechend größere Menge
der Komponente (c) (oder R134) erforderlich, um einen entsprechenden
Dampfdruck zu erreichen.
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Die
Menge der Komponente (c), falls vorhanden, in den für die Vertragsstaaten
AT, BE, CH, DK, FI, GR, LI, LU, MC und PT beanspruchten Zusammensetzungen,
die jedoch in den für
die Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT, NL und SE beanspruchten
Zusammensetzungen vorliegen muss, sollte derart sein, dass die Zusammensetzung
einen Dampfdruck von 70 bis 190 kPa, bevorzugt von 90 bis 190 kPa,
noch bevorzugter von 120 bis 180 kPa bei –20°C, von 510 bis 630 kPa, bevorzugt
von 530 bis 630 kPa, noch bevorzugter von 580 bis 62 kPa bei 20°C und von
1620 bis 1740 kPa, bevorzugt von 1630 bis 1720 kPa, noch bevorzugter
von 1650 bis 1700 kPa bei 60°C
aufweisen sollte. Diese Menge kann natürlich ohne Weiteres durch Routineversuche
bestimmt werden. Es wird besonders vorgezogen, dass der Dampfdruckreduzierer
in einer derartigen Menge vorliegt, dass die Zusammensetzung einen
Dampfdruck aufweist, der im Wesentlichen demjenigen von R134a gleich
ist.
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Wenn
der Dampfdruckreduzierer in einer Menge von mehr als 20 Gewichts-%,
auf das Gewicht der Zusammensetzung bezogen, vorliegt, so wird es
vorgezogen, dass der Dampfdruckreduzierer zwei oder mehrere Verbindungen
umfasst, von denen jede in einer Menge von 20 Gewichts-% oder weniger,
auf das Gewicht der Zusammensetzung bezogen, vorliegt.
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Die
erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
kann des Weiteren die Komponente (d), ein Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel,
umfassen. Bevorzugt umfasst die Zusammensetzung ein Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel,
wenn der unsubstituierte Kohlenwasserstoff (b) in einer Menge von
mehr als etwa 2 Gewichts-%, auf die Zusammensetzung bezogen, vorliegt.
Es wird besonders vorgezogen, dass die Zusammensetzung ein Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel
umfasst, wenn der unsubstituierte Kohlenwasserstoff (b) in einer
Menge von etwa 3 Gewichts-% oder mehr, auf die Zusammensetzung bezogen,
vorliegt. So enthalten Zusammensetzungen, die kein Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel
enthalten, typischerweise weniger als 3 Gewichts-%, beispielsweise
1 bis 2 Gewichts-% Kohlenwasserstoff (b), auf das Gewicht der Zusammensetzung
bezogen.
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Typischerweise
ist das Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel
1,1,1,2,2,3,3-Heptafluorpropan, 1,1,1,2,3,3,3-Heptafluorpropan,
Octafluorcyclobutan, Octafluorpropan, Trifluormethoxytrifluormethan,
Difluormethoxytrifluormethan, Trifluormethoxypentafluorethan, Difluormethoxypentafluorethan,
Trifluormethoxy-1,2,2,2-tetrafluorethan oder eine Mischung von zwei
oder mehreren derselben. Der Dampfdruckreduzierer kann auch als
Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel
wirken. Dampfdruckreduzierer, die auch als Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel
wirken, umfassen 1,1,1,2,2,3,3-Heptafluorpropan
(R227ca), 1,1,1,2,3,3,3-Heptafluorpropan (R227ea), Octafluorcyclobutan
(RC-318), Trifluormethoxypentafluorethan (E218), Difluormethoxypentafluorethan
(E227ea) und Trifluormethoxy-1,2,2,2-tetrafluorethan
(E227ca).
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Liegt
die Komponente (d) vor, so liegen die Komponenten (c) und (d) typischerweise
zusammen in einer Menge von bis zu 39 Gewichts-%, bevorzugt von
4 bis 29 Gewichts-%, noch bevorzugter von 8 bis 18 Gewichts-%, am
bevorzugtesten 12 bis 16 Gewichts-%, auf das Gewicht der Zusammensetzung
bezogen, vor. Typischerweise liegt die Komponente (c), wenn die
Komponente (d) vorliegt, in einer Menge von bis zu 19 Gewichts-%,
auf die Zusammensetzung bezogen, und die Komponente (d) liegt in
einer Menge von bis zu 20 Gewichts-%, auf die Zusammensetzung bezogen,
vor.
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Wenn
das Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel
und der Dampfdruckreduzierer zusammen in einer Menge von 20 Gewichts-%
oder mehr, auf das Gewicht der Zusammensetzung bezogen, vorliegen,
ist es bevorzugt, dass keine einzelne Verbindung in dem Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel
oder dem Dampfdruckreduzierer in einer Menge von 20 Gewichts-% oder
mehr, auf das Gewicht der Zusammensetzung bezogen, vorliegt.
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Offensichtlich
darf ein Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel
oder Dampfdruckreduzierer die Kühlmittelzusammensetzung
für die
Verwendung bei der Kompressionskühlung
nicht ungeeignet machen. So sollte die Wahl des Dampfdruckreduzierers
oder Entflammbarkeitsunterdrückungsmittels
nicht so sein, dass sie die Löslichkeit
in den Mineralölschmiermitteln
wesentlich reduziert. Typischerweise verursacht der Zusatz des Dampfdruckreduzierers
oder Entflammbarkeitsunterdrückungsmittels
eine Reduzierung der Löslichkeit
der Zusammensetzung in den Mineralölschmiermitteln von nicht mehr
als 10%, bevorzugt nicht mehr als 5%.
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Typischerweise
sollte ein verwendetes Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel bzw. verwendeter Dampfdruckreduzierer
ein EWP, auf der Basis eines integrierten Zeithorizonts von 100
Jahren gemessen, von weniger als 5.000, bevorzugt weniger als 4.000,
am bevorzugtesten weniger als 3.500 aufweisen.
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Außerdem sollte
ein verwendetes Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel bzw. verwendeter
Dampfdruckreduzierer der Kühlmittelzusammensetzung
keine übermäßige Toxizität vermitteln.
Die maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK) der erfindungsgemäßen Kühlmittelzusammensetzung
beträgt
typischerweise 800 bis 1.000, bevorzugt 850 bis 950 ppm.
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Das
Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel
und der Dampfdruckreduzierer sollten im Wesentlichen kein Ozonzehrpotential
aufweisen.
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Des
Weiteren sollte das Entflammbarkeitsunterdrückungsmittel und/oder der Dampfdruckreduzierer die
Arbeitsleistungsfähigkeit
der erfindungsgemäßen Kühlmittelzusammensetzung
nicht übermäßig reduzieren.
Typischerweise beträgt
das Kühlvermögen eines
Kompressionskühlapparats,
bei dem die erfindungsgemäße Zusammensetzung
als Kühlmittel
verwendet wird, nicht mehr als 10% weniger, bevorzugt nicht weniger als
5% weniger, noch bevorzugter nicht weniger als das Kühlvermögen eines
identischen Kompressionskühlapparats,
der unter identischen Bedingungen unter Anwendung von CFC-12 oder
R134a als Kühlmittel
funktioniert.
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Typischerweise
enthält
die erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
im Wesentlichen kein Schmiermittel wie Polyalkylenglykol.
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Typischerweise
beträgt
der Energieverbrauch eines Kompressionskühlapparats, bei dem die erfindungsgemäße Zusammensetzung
als Kühlmittel
verwendet wird, nicht mehr als 10% weniger, bevorzugt nicht mehr
als 5% weniger, noch bevorzugter nicht weniger als der Energieverbrauch
eines identischen Kompressionskühlapparats,
der unter identischen Bedingungen unter Anwendung von CFC-12 oder
R134a als Kühlmittel funktioniert.
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Die
folgenden Zusammensetzungen sind besonders bevorzugt:
- 1) Zusammensetzungen, bei denen die Komponente (a)) R134 und/oder
R134a ist, die Komponente (b) R600 und/oder R600a ist und die Komponente
(c) R152a, R227ca, R227ea oder eine Mischung von zwei oder mehreren
derselben ist;
- 2) Zusammensetzungen, in denen die Komponente (a) R134 und/oder
R134a ist, die Komponente (b) R600 und/oder R600a ist und die Komponente
(c) R152a ist;
- 3) Zusammensetzungen, in denen die Komponente (a) R134 und/oder
R134a ist, die Komponente (b) R600 und/oder R600a ist und die Komponente
(c) R227ca und/oder R227ea ist.
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Typischerweise
liegt in der erfindungsgemäßen Kühlmittelzusammensetzung
das Verhältnis
der gesamten Anzahl von Fluoratomen in der Zusammensetzung zur gesamten
Anzahl von Wasserstoffatomen in der Zusammensetzung wünschenswerterweise
bei mindestens 1,25:1, bevorzugt mindestens 1,5:1, noch bevorzugter
mindestens 2:1. Typischerweise weist die Kühlmittelzusammensetzung eine
untere Entflammbarkeitsgrenze (UEG) von mehr als 7 Vol/Vol-% an
der Luft, bevorzugt eine UEG von mehr als 14 Vol/Vol-% an der Luft
auf. Am bevorzugtesten ist die Kühlmittelzusammensetzung
nicht entflammbar.
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Bevorzugt
weist die erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
einen Dampfdruck auf, der im Wesentlichen demjenigen von R134a gleich
ist. R134a weist einen Dampfdruck von etwa 134 kPa (5 psi·g) bei etwa –20°C, von etwa
572 kPa (68 psi·g)
bei 20°C
und von etwa 1680 kPa (229 psi·g)
bei 60°C
auf. Typischerweise weist die erfindungsgemäße Zusammensetzung einen Dampfdruck
auf, der ± 60
kPa (0,6 bar), bevorzugt ± 40
kPa (0,4 bar) desjenigen von R134a von zwischen –30°C und +60°C nicht übersteigt.
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Die
erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
weist im Wesentlichen kein Ozonzehrpotential auf. Typischerweise
weist sie ein Erwärmungspotential
der Atmosphäre
(EWP), auf der Basis eines integrierten Zeithorizonts von 100 Jahren
gemessen, von weniger als 2000, bevorzugt weniger als 1600, noch
bevorzugter weniger als 1300 auf.
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Die
erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
wird bevorzugt in einem Haushaltskühlschrank verwendet. Typischerweise
wird sie in einem Kompressionskühlschrank
verwendet, der nicht mehr als 1 kg Kühlmittel enthält.
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Die
Erfindung bietet auch ein Verfahren zum Erzeugen von Kühlung umfassend
das Kondensieren einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung und daraufhin
Verdampfen der Zusammensetzung in der Nähe eines zu kühlenden
Körpers.
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Die
erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
kann durch Übertragen
der einzelnen Komponenten durch autogenen Druck in ein anfänglich evakuiertes
Druckgefäß in der
Reihenfolge des aufsteigenden Dampfdrucks bei Raumtemperatur hergestellt
werden. Die Menge jeder Komponente kann durch Wiegen des Gefäßes und
der Inhalte vor und nach der Übertragung
derselben überprüft werden.
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Die
erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
ist deshalb vorteilhaft, weil sie die Ozonschicht nicht zehrt, ein
geringes Erwärmungspotential
der Atmosphäre
(EWP) im Vergleich mit CFC-12
oder R134a aufweist, sie mit Mineralölschmiermitteln verträglich ist
und sie eine Arbeitsleistungsfähigkeit
aufweist, die herkömmlichen
Kühlmitteln
wie R134a und CFC-12 gleich oder überlegen ist.
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Die
erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
ist mit den Mineralölschmiermitteln,
wie sie zusammen mit FCK-Kühlmitteln
verwendet werden, verträglich.
Vor der vorliegenden Erfindung wurde angenommen, dass die flüssigen Phasen,
damit ein Kühlmittel
und Schmiermittel miteinander verträglich sind, mischbar sein müssen. Jedoch
hat es sich überraschenderweise
erwiesen, dass zufriedenstellende Ergebnisse erreicht werden, wenn
gasförmiges
Kühlmittel
mindestens teilweise in dem flüssigen
Schmiermittel löslich
ist. Obwohl die erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
mit Mineralölschmiermitteln
nicht vollständig
mischbar ist, wenn sie in ihrer flüssigen Phase vorliegt, ist
sie in der gasförmigen
Phase in dem Mineralöl
teilweise löslich. Die
erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
ist so mit Mineralölschmiermitteln
verträglich.
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Die
Kühlmittelzusammensetzung
besitzt auch eine hohe Arbeitsleistungsfähigkeit. Kühlsysteme, die die erfindungsgemäße Zusammensetzung
enthalten, sind bis zu 10% effizienter als Kühlsysteme, die herkömmliche
Kühlmittel
enthalten.
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Es
ist überraschend,
dass die obigen Vorteile durch die erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung erzielt
werden, weil die Kühlmittelzusammensetzung
eine Mischung von Fluorkohlenstoffen und Kohlenwasserstoffen anstatt
eine einzige Verbindung ist. Vor der vorliegenden Erfindung wurde
angenommen, dass es nicht wünschenswert
wäre, nichtazeotrope
Mischungen als Kühlmittel
zu verwenden, da diese Mischungen ein Temperaturgefälle aufweisen.
Ein Temperaturgefälle
einer Mischung ist der absolute Wert des Unterschieds zwischen der
Anfangs- und Endtemperatur der Phasenänderung von gasförmig zu
flüssig
in der Mischung. Es kann durch Bestimmen des Unterschieds zwischen
dem Blasenbildungspunkt der Mischung (der Temperatur, bei der die
Mischung von Flüssigkeiten
zu sieden beginnt) und dem Taupunkt einer entsprechenden Mischung
von Gasen (der Temperatur, bei der die Mischung von Gasen sich zu
kondensieren beginnt) gemessen werden.
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Es
wurde angenommen, dass das Temperaturgefälle zu variablen Temperaturen
im Verdampfer eines Kompressionskühlsystems führen würde und es wurde daher angenommen,
dass es unerwünscht
wäre. Jedoch
hat sich zwar gezeigt, dass die erfindungsgemäßen Kühlmittelzusammensetzungen ein
Temperaturgefälle
von bis zu 9 K aufweisen, wenn sie im Labor getestet werden, es
hat sich jedoch überraschenderweise gezeigt,
dass die Temperatur eines Verdampfers eines Haushaltskühlsystems,
das die erfindungsgemäße Kühlmittelzusammensetzung
enthält,
im Wesentlichen konstant bleibt.
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Die
folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung.
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BEISPIELE 1 BIS 6
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1000
g Kühlmittelzusammensetzung
wurden in jedem Fall durch Zusammenmischen verschiedener Mengen
von Verbindungen in einem Druckgefäß von 1000 cm
3 hergestellt.
Die Mengen jeder verwendeten Verbindung sind in Tabelle 1 gezeigt. TABELLE
1
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BEISPIEL 7
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Der
Dampfdruck der Kühlmittelzusammensetzung
von Beispiel 1 wurde bei verschiedenen Temperaturen unter Anwendung
eines Edelstahlzylinders mit einem Innenvolumen von 300 cm3, der mit einem geeichten Bourdon-Messapparat
ausgestattet war, der in einem temperaturgesteuerten eine Glykollösung enthaltenden
Bad aufgehängt
war, gemessen. Die Temperaturen wurden unter Anwendung eines geeichten
Platinwiderstandsthermometers bestimmt.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt. TABELLE
2
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BEISPIEL 8
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Der
Dampfdruck der Kühlmittelzusammensetzung
von Beispiel 2 wurde bei verschiedenen Temperaturen auf die gleiche
Weise wie in Beispiel 7 gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle
3 gezeigt.
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BEISPIEL 9
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Der
Dampfdruck der Kühlmittelzusammensetzung
von Beispiel 6 wurde bei verschiedenen Temperaturen auf die gleiche
Weise wie in Beispiel 7 gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle
4 gezeigt.
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BEISPIEL 10
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Die
Erwärmungspotentiale
der Atmosphäre
(EWP) der Zusammensetzungen aus den Beispielen 2 bis 6 wurden auf
der Basis des Massenverhältnisses,
d.h. durch Bestimmen der Summe der Produkte der Erwärmungspotentiale
der Atmosphäre
jeder Komponente der in Frage kommenden Zusammensetzung mit dem Massenverhältnis der
Komponente in der Zusammensetzung, berechnet.
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So
wird das EWP der Zusammensetzung von Beispiel 2 wie folgt berechnet:
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Die
Erwärmungspotentiale
der Atmosphäre
von R134a und CFC-12 sind als Vergleiche (Daten aus BS 4434, 1995)
bereitgestellt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 gezeigt. TABELLE
3
TABELLE
4
TABELLE
5 – VERGLEICH
DES ERWÄRMUNGSPOTENTIALS
DER ATMOSPHÄRE
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BEISPIEL 11
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Die
Abkühlungsgeschwindigkeit
in einer bzw. einem Bauknecht-Gefriertruhe/-schrank GKC 3333/0 WS,
Klasse N mit einem Bruttovolumen von 332 Litern und einer Kühlmittelbeladung
von 180 g wurde unter Anwendung der Zusammensetzung von Beispiel
1 als Kühlmittel
gemessen. Die Abkühlgeschwindigkeit
in der bzw. dem gleichen Haushaltsgefriertruhe/-schrank unter Anwendung
von R134a als Kühlmittel
wurde ebenfalls gemessen.
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Es
wurden Thermoelemente an den Einlass und Auslass der Verdampferschlange
innerhalb des Gefrierkompartiments sowie die Kompressorablassleitung
angeschlossen. Ein weiteres Thermoelement wurde in das Gefrierkompartiment
in der Nähe
des Thermostatfühlers
positioniert. An die Ansaug- und Ablassleitungen wurden Druckmesser
angebracht und die Stromversorgung an die/den Gefriertruhe/-schrank wurde durch
ein Kilowattstundenmessgerät
hindurchgeführt.
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Die
Temperaturen der Thermoelemente wurden durch einen Datenaufzeichner
typischerweise in Abständen
von 1 Minute registriert. Die bzw. der im Herstellungswerk mit R134a
beaufschlagte Gefriertruhe/-schrank wurde in eine temperaturgesteuerte
Umgebung, typischerweise bei 22°C ± 1°C gestellt
und man ließ die
Temperatur sich mindestens 24 Stunden lang äquilibrieren. Die bzw. der
Gefriertruhe/-schrank und der Datenaufzeichner wurden angestellt
und die Zeit, die zum Reduzieren der Temperatur innerhalb der bzw.
des Gefriertruhe/-schranks auf ein Niveau erforderlich war, bei
dem der Thermostat einsetzte, wurde bestimmt.
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Der
Vorgang wurde nach Ersetzen des R134a durch die Zusammensetzung
von Beispiel 1 wiederholt.
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Durch
Stellen der bzw. des Gefriertruhe/-schranks in eine temperaturgesteuerte
Umgebung wurde sichergestellt, dass die Menge an Energie, die in
jedem Fall zum Reduzieren der Innentemperatur um eine vorgegebene
Menge entfernt werden muss, ungefähr gleich ist. Ein Vergleich
der Kühlwirkung
kann daher zwischen den beiden Kühlmitteln
erfolgen. Je schneller die Innentemperatur die erwünschte Temperatur
erreichte, desto stärker
war die Kühlwirkung.
Der Stromverbrauch, der direkt vom Kilowattstundenmessgerät abgelesen wurde,
ermöglicht
einen direkten Vergleich der Effizienz der Kühlmittelzusammensetzung von
Beispiel 1 im Vergleich mit R134a.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 6 gezeigt.
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BEISPIEL 12
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Die
Abkühlgeschwindigkeit
wurde auf die gleiche Weise wie in Beispiel 11 gemessen, mit der
Ausnahme, dass die Zusammensetzung von Beispiel 2 anstatt der Zusammensetzung
von Beispiel 1 verwendet wurde.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 7 gezeigt. TABELLE
6
TABELLE
7
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BEISPIEL 13
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Die
Abkühlgeschwindigkeit
wurde auf die gleiche Weise wie in Beispiel 11 gemessen, mit der
Ausnahme, dass die Zusammensetzung von Beispiel 6 anstatt der Zusammensetzung
von Beispiel 1 verwendet wurde.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 8 gezeigt. TABELLE
8
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BEISPIEL 14
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Die
maximale und Mindestkühltruhen-/-schranktemperatur,
der durchschnittliche Verdampfer- und Kondensatordruck, die durchschnittliche
Kompressorkondensatorentladetemperatur und der durchschnittliche Energieverbrauch
der bzw. des in Beispiel 1 verwendeten Gefriertruhe/-schranks bei
Verwendung der Zusammensetzung von Beispiel 2 als Kühlmittel
wurden gemessen, während
der bzw. die Gefriertruhe/-schrank lief.
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Ähnliche
Messwertbestimmungen wurden bei der bzw. dem gleichen Gefriertruhe/-schrank
unter Anwendung von R134a als Kühlmittel
bestimmt.
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Es
wurden Thermoelemente an den Einlass und Auslass der Verdampferschlange
innerhalb des Gefrierkompartiments sowie die Kompressorablassleitung
angeschlossen. Ein weiteres Thermoelement wurde in das Gefrierkompartiment
in der Nähe
des Thermostatfühlers
positioniert. An die Ansaug- und Ablassleitungen wurden Druckmesser
angebracht und die Stromversorgung an die/den Gefriertruhe/-schrank wurde durch
ein Kilowattstundenmessgerät
hindurchgeführt.
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Die
Temperaturen der Thermoelemente wurden durch einen Datenaufzeichner
typischerweise in Abständen
von 1 Minute registriert.
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Die
bzw. der im Herstellungswerk mit R134a beaufschlagte Gefriertruhe/-schrank
wurde in eine temperaturgesteuerte Umgebung, typischerweise bei
22°C ± 1 °C gestellt
und man ließ die
Temperatur sich mindestens 24 Stunden lang äquilibrieren. Die bzw. der
Gefriertruhe/-schrank und der Datenaufzeichner wurden angestellt
und die oben angegebenen Leistungscharakteristiken wurden über eine
Zeitspanne von mindestens 30 Stunden aufgezeichnet.
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Der
Vorgang wurde nach Ersetzen des R134a durch die Zusammensetzung
von Beispiel 2 wiederholt.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 9 gezeigt. TABELLE
9 – (Umgebungstemperatur
23°C)