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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Strategie zum Supprimieren eines
Gens. Insbesondere betrifft die Erfindung die Suppression von mutierten
Genen, die entweder monogen oder polygen einen dominanten oder schädlichen
Effekt hervorbringe. Die Erfindung betrifft eine Strategie zum Supprimieren
eines Gens oder Krankheitsallels unter Verwendung von Verfahren,
die nicht spezifisch auf das Krankheitsallel zielen, sondern stattdessen
auf eine breite Auswahl von Sequenzen in einem bestimmten Gen zielen
können.
Eine besondere Ausführungsform
der Erfindung ist die Verwendung von Suppressionsstrategien, um
auf entweder die Krankheitsallele oder die normalen Allele allein
zu zielen oder sowohl auf Krankheitsallele als auch normale Allele zu
zielen. Die Erfindung setzt die Verwendung der Wobble-Hypothese
ein, um eine fortgesetzte Expression eines normalen Ersatzgens oder
eines vorteilhaften Ersatzgens (eines Gens, das im Vergleich zum
Wildtyp so modifiziert ist, dass es (einen) zusätzliche(n) vorteilhafte(n)
Effekt(e) bietet) zu ermöglichen.
Das Ersatzgen wird im Vergleich zum endogenen Wildtypgen Nukleotidwechsel
aufweisen, aber für
identische Aminosäuren wie
das Wildtypgen kodieren. Die Strategie umgeht den Bedarf an einer
spezifischen Therapie für
jede Mutation innerhalb eines gegebenen Gens. Zusätzlich ermöglicht die
Erfindung eine größere Flexibilität bei der Wahl
einer Zielsequenz zur Suppression eines Krankheitsallels.
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Die
Erfindung betrifft auch eine Medikament oder Medikamente zur Verwendung
beim Supprimieren eines schädlichen
Allels, das in einem Genom von einer oder mehreren Personen oder
von einem oder mehreren Tieren vorliegt.
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Im
Allgemeinen ist die vorliegende Erfindung dort nützlich, wo das Gen, das in
dem Genom eines Patienten natürlich
vorkommt, zu einem Krankheitszustand beiträgt. Im Allgemeinen wird ein
Allel des in Frage kommenden Gens mutiert sein, das heißt, es wird
in seiner Nukleotidsequenz Änderungen
aufweisen, die die Funktion oder den Pegel des Genprodukts beeinträchtigen.
Zum Beispiel kann die Änderung
in einem im Vergleich zum Wildtypgen geänderten Proteinprodukt oder
einer geänderten
Regulierung der Transkription und Verarbeitung resultieren. Die
Vererbung oder der somatische Erwerb einer derartigen Mutation kann
einen Krankheitsphänotyp
hervorbringen oder eine Person für
einen Krankheitsphänotyp
prädisponieren.
Das betreffende Gen könnte
jedoch auch vom Wildtypphänotyp
sein, aber auf eine andere Art und Weise zu einem Krankheitszustand
beitragen, so dass die Suppression des Gens den Krankheitszustand
lindern oder verbessern könnte
oder die Effektivität
einer verabreichten therapeutischen Verbindung verbessern könnte.
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Im
Allgemeinen können
Suppressionseffektoren wie etwa Nukleinsäuren-Antisense oder Sense,
Ribozyme, Peptidnukleinsäuren
(PNAs), Dreifachhelix bildende Oligonukleotide, Peptide und/oder
Antikörper,
die gegen Sequenzen in einem Gen, in Transkripten oder in einem
Protein gerichtet sind, in der Erfindung eingesetzt werden, um eine
Gensuppression zu erreichen.
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HINTERGRUND
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Untersuchungen
von degenerativen erblichen Augenleiden, einschließlich Retinitis
pigmentosa (RP) und verschiedener Makuladystrophien, resultierten
in einer wesentlichen Klärung
der molekularen Basis dieser schwächenden menschlichen Retinadegenerationen.
Unter Anwendung des Ansatzes von Genkopplung wurden x-gekoppelte
RP-Gene (xIRP-Gene) auf dem kurzen Arm des X-Chromosoms lokalisiert
(Ott et al. 1990) – anschließend wurde
das bei einer Form von xIRP involvierte Gen identifiziert. Verschiedene
Gene, die bei autosomal-dominanten Formen von RP (adRP) involviert
sind, wurden lokalisiert. Das erste davon wurde auf 3q kartiert,
dicht bei dem Gen, das das Stäbchenphotorezeptorprotein
Rhodopsin kodiert (McWilliam et al. 1989; Dryja et al. 1990). Auf ähnliche
Weise war ein adRP-Gen auf 6p platziert, dicht bei dem Gen, das
das Photorezeptorprotein Peripherin kodiert (Farrar et al. 1991a,
b; Kajiwara et al. 1991). Andere adRP-Gene wurden an diskreten chromosomalen
Orten kartiert, doch die Krankheitsgene bleiben bis jetzt nicht
charakterisiert. Wie bei xIRP und adRP wurden verschiedene Gene
lokalisiert, die bei der autosomal-rezessiven RP (arRP) involviert
sind, und in einigen Fällen
wurden molekulare Defekte charakterisiert (Humphries et al. 1992;
Farrar et al. 1993; Van Soest et al. 1994). Ähnlich sind eine Anzahl von
Genen, die bei Makuladystrophien involviert sind, kartiert worden
(Mansergh et al. 1995). Genkopplung, zusammen mit Techniken zur
Mutationsprüfung von
Kandidatengenen, ermöglichte
die Identifizierung von verursachenden dominanten Mutationen in
den Genen, die Rhodopsin und Peripherin kodieren. Weltweit sind
bei Patienten mit RP oder angeborener stationärer Nachtblindheit etwa 100
Rhodopsin-Mutationen gefunden worden. Ähnlich wurden bei Patienten
mit RP oder Makuladystrophien ungefähr 40 Mutationen in dem Peripherin-Gen
charakterisiert. Die Kenntnis der molekularen Ätiologie dieser Retinopathien
stimulierte die Erschaffung von Tiermodellen und die Erkundung von
Verfahren des therapeutischen Eingriffs (Farrar et al. 1995; Humphries
et al. 1997).
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Ähnlich wie
RP ist Osteogenesis imperfecta (Ol) eine autosomal-dominant vererbte
menschliche Störung,
deren molekulare Pathogenese äußerst genetisch
heterogen ist. Ol wird oft als „Glasknochenkrankheit" bezeichnet, obwohl
häufig
zusätzliche
Symptome einschließlich
Hörverlust,
Wachstumsdefizienz, Prellungen, lockerer Gelenke, blauer Skleren
und Dentinogenesis imperfecta beobachtet werden (McKusick, 1972).
Mutationen in den Genen, die die zwei Typ-I-Kollagenketten (Kollagen
1A1 und 1A2) kodieren, die das Typ-I-Kollagen-Heterodimer beinhalten,
sind bei Ol impliziert worden. Bei diesen zwei Genen sind tatsächlich Hunderte von
dominant wirkenden Mutationen bei Ol-Patienten identifiziert worden,
von denen viele Einzelpunktmutationen sind, obwohl eine Anzahl von
Insertions- und Deletionsmutationen gefunden wurden (Willing et
al. 1993; Zhuang et al. 1996). Ähnlich
sind Mutationen in diesen Genen bei Ehlers-Danlos- und Marfansyndrom
impliziert worden (Dalgleish et al. 1986; Phillips et al. 1990;
D'Alessio et al.
1991; Vasan NS et al. 1991).
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Im
Allgemeinen sind Gentherapien, die virale und nicht virale Zuführungssysteme
benutzen, verwendet worden, um vererbte Störungen, Krebs und infektiöse Krankheiten
zu behandeln. Viele Untersuchungen haben sich jedoch auf rezessiv
vererbte Störungen
konzentriert, mit dem Gedankengang, dass die Einführung und
Expression des Wildtypgens möglicherweise
ausreicht, um den Krankheitsphänotyp
zu verhindern/zu lindern. Im Gegensatz dazu erfordert die Gentherapie
für dominante
Störungen
die Suppression des dominanten Krankheitsallels. Bemerkenswerterweise
werden viele der charakterisierten Mutationen, die vererbte Krankheiten
wie etwa RP oder Ol verursachen, auf eine autosomal-dominante Weise
vererbt. Tatsächlich
gibt es über
1000 autosomal-dominant vererbte Störungen beim Menschen. Zusätzlich gibt
es viele polygene Störungen
aufgrund von gemeinsamer Vererbung einer Anzahl von genetischen
Komponenten, die zusammen den Krankheitszustand hervorbringen. Effektive
Gentherapien für
dominante oder polygene Krankheiten können auf den Primärdefekt
zielen und in diesem Fall die Suppression des Krankheitsallels,
während
die Funktion des normalen Allels in vielen Fällen noch bewahrt wird, erfordern.
Dies ist dort besonders relevant, wo die Krankheitssymptomatik auf
einer Mutation einer Zunahme der Funktion anstelle auf reduzierten
Pegeln von Wildtypprotein beruht. Alternativ dazu können Suppressionstherapien
auf Sekundäreffekte,
die mit der Krankheitssymptomatik assoziiert sind, zielen: Ein Beispiel
ist der programmierte Zelltod (Apoptose), der bei vielen vererbten
Störungen
beobachtet worden ist.
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Strategien
zur Unterscheidung zwischen normalen Allelen und Krankheitsallelen
und zum selektiven Abschalten des Krankheitsallels unter Verwendung
von Suppressionseffektoren, unter anderem Antisense-DNA/RNA, PNAs,
Ribozymen oder Dreifachhelix-DNA, die auf die Krankheitsmutation
zielen, können
in vielen Fällen
schwierig sein – häufig unterscheiden
sich Krankheitsallele und normale Allele nur um ein einziges Nukleotid.
Eine weitere Schwierigkeit, die die Entwicklung von Gentherapien
behindert, ist die heterogene Beschaffenheit einiger dominanter
Störungen – viele
unterschiedliche Mutationen in demselben Gen bringen einen ähnlichen
Krankheitsphänotyp
hervor. Die Entwicklung von spezifischen Gentherapien für jede davon kann hinsichtlich
der Kosten untragbar sein. Um Schwierigkeiten, die mit dem spezifischen
Zielen auf die Krankheitsmutation und mit der bei vererbten Störungen vorkommenden
genetischen Heterogenität
assoziiert sind, zu umgehen, wird in der Erfindung eine neuartige
Strategie für
Gensuppression und Genersatz beschrieben, die die Degeneration des
genetischen Codes ausnutzt, wodurch eine Flexibilität bei der
Wahl der Zielsequenz zur Suppression ermöglicht wird und ein Mittel
zur Gensuppression bereitgestellt wird, das von der Krankheitsmutation
unabhängig
ist.
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STAND DER TECHNIK
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Suppressionseffektoren
sind zuvor verwendet worden, um eine spezifische Suppression einer
Genexpression zu erreichen. Antisense-DNA und -RNA sind verwendet
worden, um die Genexpression in vielen Fällen zu inhibieren. Modifizierungen,
wie etwa Phoshorotioate, sind an Oligonukleotiden vorgenommen worden, um
die Widerstandsfähigkeit
gegen Nukleaseabbau, die Bindungsaffinität und die Aufnahme zu erhöhen (Cazenave
et al. 1989; Sun et al. 1989; McKay et al. 1996; Wei et al. 1996).
In einigen Fällen
hat die Verwendung von Antisense- und Ribozym-Suppressionsstrategien zu der Umkehrung
eines Tumorphänotyps
geführt,
indem die Expression eines Genprodukts reduziert oder ein mutiertes
Transkript an der Stelle der Mutation gespalten wurde (Carter und
Lemoine 1993; Lange et al. 1993; Valera et al. 1994; Dosaka-Akita
et al. 1995; Feng et al. 1995; Ouattrone et al. 1995; Ohta et al.
1996). Zum Beispiel wurde unter Verwendung eines auf eine Hras-Mutation
in Blasenkrebszellen gezielten Ribozyms eine neoplastische Reversion
erhalten (Feng et al. 1995). Ribozyme sind auch als ein Mittel vorgeschlagen
worden, um sowohl die Genexpression eines mutierten Gens zu inhibieren
als auch die Mutante durch gezieltes Transspleißen zu korrigieren (Sullenger
und Cech 1994; Jones et al. 1996). Ribozyme können gestaltet werden, um ein
autokatalytisches Spalten von RNA-Zielen hervorzurufen, jedoch kann
der inhibitorische Effekt von einigen Ribozymen zum Teil auf einem
Antisense-Effekt beruhen, aufgrund der das katalytische Zentrum
flankierenden Antisense-Sequenzen, die die Zielstelle spezifizieren
(Ellis und Rodgers 1993; Jankowsky und Schwenzer 1996). Ribozym-Wirkung
kann durch die Verwendung von zum Beispiel nicht spezifischen, Nukleinsäure bindenden
Proteinen oder Facilitator-Oligonukleotiden verstärkt werden
(Herschlag et al. 1994; Jankowsky und Schwenzer 1996). Mehrziel-Ribozyme (verbunden
oder shotgun) sind als Mittel zum Verbessern der Effizienz von Ribozymen
für Gensuppression vorgeschlagen
worden (Ohkawa et al. 1993). Dreifachhelixansätze sind ebenfalls für die sequenzspezifische Gensuppression
untersucht worden – es
hat sich herausgestellt, dass Triplex bildende Oligonukleotide in
einigen Fällen
auf eine sequenzspezifische Art und Weise binden (Postel et al.
1991; Duval-Valentin et al. 1992; Hardenbol und Van Dyke 1996; Porumb
et al. 1996). Ähnlich
wurde gezeigt, dass Peptidnukleinsäuren die Genexpression inhibieren
(Hanvey et al. 1992; Knudson und Nielsen 1996; Taylor et al. 1997).
Die kleine Furche bindende Polyamide können sich auf eine sequenzspezifische
Art und Weise an DNA-Ziele binden und somit nützliche kleine Moleküle zur zukünftigen
Suppression auf der DNA-Ebene
darstellen (Trauger et al. 1996). Zusätzlich dazu wurde Suppression
durch Interferenz auf der Proteinebene unter Verwendung von dominant-negativen
mutierten Peptiden und Antikörpern
erhalten (Herskowitz 1987; Rimsky et al. 1989; Wright et al. 1989). In
einigen Fällen
haben Suppressionsstrategien zu einer Reduktion von RNA-Pegeln ohne
gleichzeitige Reduktion von Proteinen geführt, wohingegen sich Reduktionen
der RNA bei anderen in Reduktionen der Proteine widerspiegelten.
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Jetzt
gibt es die Waffen, mit denen eine Gensuppression erhalten werden
kann. Dies, zusammen mit einem besseren Verständnis der molekularen Ätiologie
der Krankheit, resultiert in einer beständig ansteigenden Anzahl von
Zielkrankheiten für
Therapien auf der Basis der Suppression. In vielen Fällen war
es schwierig, eine vollständige
Suppression der Genexpression zu erreichen. Ein kombinierter Ansatz,
der eine Anzahl von Suppressionseffektoren verwendet, kann dies
möglicherweise
unterstützen.
Bei einigen Störungen
ist es möglicherweise
notwendig, die Expression eines Krankheitsallels vollständig zu
blockieren, um Krankheitssymptome zu verhindern, wohingegen bei
anderen geringe Pegel mutierten Proteins toleriert werden können. Parallel zu
einer größeren Kenntnis
der molekularen Defekte, die Krankheit verursachen, wurde wahrgenommen,
dass viele Störungen
genetisch heterogen sind. Beispiele, bei denen mehrere Gene und/oder
mehrere Mutationen innerhalb eines Gens einen ähnlichen Krankheitsphänotyp hervorbringen
können,
umfassen Osteogenesis imperfecta, familiäre Hypercholesterinämie, Retinitis
pigmentosa und viele andere. Die Nutzbarkeit der Degeneration des
genetischen Codes (Wobble-Hypothese), um die Suppression eines oder
beider Allele eines Gens und die Einführung eines Ersatzgens, so
dass es der Suppression entgeht, zu ermöglichen, ist in der Erfindung ausgenutzt
worden.
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Die
Erfindung wendet sich den Mängeln
des Stands der Technik zu, indem sie einen neuartigen Ansatz für die Gestaltung
von Suppressionseffektoren, die darauf gerichtet sind, auf Allele
eines Gens, das eine schädliche
Mutation trägt,
zu zielen, bereitstellt. Die Suppression jeder Mutation, die einen
Krankheitsphänotyp hervorbringt,
kann teuer und problematisch sein. Krankheitsmutationen sind oft
Einzelnukleotidwechsel. Infolgedessen kann die Unterscheidung zwischen
dem Krankheitsallel und dem normalen Allel schwierig sein. Einige
Suppressionseffektoren erfordern spezifische Sequenzziele, zum Bespiel
spalten Hammerhead-Ribozyme an NUX-Stellen, und somit sind sie möglicherweise
nicht fähig,
auf viele Mutationen zu zielen. Besonders verleiht das breite Spektrum
an Mutationen, das bei vielen Krankheiten zu beobachten ist, der
Entwicklung von therapeutischen Strategien für derartige Störungen zusätzliche
Komplexität – einige
Mutationen kommen nur einmal in einem einzigen Patienten vor. Ein
weiteres Problem, das mit der Suppression assoziiert ist, ist das hohe
Homologieniveau, das bei den kodierenden Sequenzen zwischen Mitgliedern
einiger Genfamilien vorliegt. Dies kann die Auswahl an Zielstellen
für die
Suppression, die die spezifische Suppression eines einzelnen Mitglieds
einer derartigen Genfamilie ermöglichen,
einschränken.
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Die
vorliegende Erfindung umgeht Mängel
des Stands der Technik, indem sie die Degeneration des genetischen
Codes nutzt. Bei der Erfindung werden Suppressionseffektoren spezifisch
für Sequenzen
in kodierenden Regionen von Genen oder in Genprodukten gestaltet.
Typischerweise enthält
ein Allel des Gens eine Mutation mit einem schädlichen Effekt. Auf kodierende
Sequenzen gezielte Suppression stellt im Gegensatz zu einer Suppression,
die auf einzelne Krankheitsmutationen gerichtet ist, eine größere Flexibilität bei der Wahl
der Zielsequenz für
Suppression bereit. Zusätzlich
dazu sieht die Erfindung die Einführung eines Ersatzgens mit
so modifizierten Sequenzen, dass das Ersatzgen vor der Suppression
geschützt
ist, vor. Das Ersatzgen wird an Dritte-Base-Wobble-Positionen modifiziert
und stellt somit das Wildtypgenprodukt bereit. Besonders weist die
Erfindung den Vorteil auf, dass dieselbe Suppressionsstrategie im
Prinzip verwendet werden könnte,
um viele Mutationen in einem Gen zu supprimieren. Dies ist besonders
relevant, wenn große
Anzahlen an Mutationen innerhalb eines einzigen Gens eine Krankheitssymptomatik
verursachen. Das Ersatzgen stellt (wenn nötig) die Expression des normalen
Proteinprodukts bereit, wenn erforderlich, um die mit reduzierten Pegeln
von Wildtypprotein assoziierte Symptomatik zu lindern. Dasselbe
Ersatzgen könnte
im Prinzip zusammen mit der Suppression vieler unterschiedlicher
Krankheitsmutationen innerhalb eines gegebenen Gens verwendet werden.
Zielsequenzen können
in jedem beliebigem Teil der kodierenden Sequenz gefunden werden. Die
Suppression der kodierenden Sequenz hält den Vorteil, dass derartige
Sequenzen sowohl in Vorläufer-RNA
als auch in reifer RNA vorliegen, wodurch es Suppressoren ermöglicht wird,
auf alle Formen von RNA zu zielen.
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Zusammengefasst
involviert die Erfindung die Gensuppression von Krankheitsallelen
und normalen Allelen, wobei sie auf kodierende Sequenzen in einem
Gen zielt, und Genersatz, so dass das Ersatzgen nicht supprimiert
werden kann. Ersatzgene werden an Dritte-Base-Positionen (Wobble-Positionen) modifiziert,
so dass sie für
die richtigen Aminosäuren
kodieren, aber vollständig
oder teilweise vor Suppression geschützt sind. Die gleichen Suppressions-
und Ersatzschritte können
für viele
Krankheitsmutationen in einem gegebenen Gen verwendet werden. Suppression
und Ersatz können
zusammengenommen oder separat vorgenommen werden.
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BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird ein Verfahren, wie in Anspruch 1 definiert, bereitgestellt.
Das Verfahren setzt eine Strategie zum Suppremieren der Expression
eines endogenen Gens mit einer schädlichen Mutation ein, wobei
die Strategie das Bereitstellen von Suppressionseffektoren wie etwa
Antisense-Nukleinsäuren beinhaltet,
die an Sequenzen eines Gens, das supprimiert werden soll, binden
können,
um die funktionelle Expression davon zu verhindern.
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Im
Allgemeinen bedeutet der Begriff Suppressionseffektoren Nukleinsäuren, Peptidnukleinsäuren (PNAs),
Peptide, Antikörper
oder modifizierte Formen davon, um die Genexpression auf eine sequenzspezifische
Art und Weise zu inaktivieren oder zu reduzieren.
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Suppressionseffektoren,
wie etwa Antisense-Nukleinsäuren,
können
DNA oder RNA sein, sie können sich
typischerweise gegen eine kodierende Sequenz richten, jedoch können Suppressionseffektoren
auf eine kodierende Sequenz zielen und auch auf 5'- und/oder 3'- nicht translatierte Regionen (UTRs)
und/oder Introns und/oder Regulierregionen und/oder Sequenzen neben
einem Gen oder auf jede Kombination derartiger Regionen eines Gens
zielen. Antisense-Nukleinsäuren, die
sowohl eine kodierende als auch eine nicht kodierende Sequenz umfassen,
können,
wenn erforderlich, verwendet werden, um bei der Optimierung der
Suppression zu helfen. Die Bindung des Suppressionseffektors/der
Suppressionseffektoren verhindert oder vermindert die funktionelle
Expression des endogenen Gens.
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Im
Allgemeinen bedeutet der Begriff „funktionelle Expression" die Expression eines
Genprodukts, das auf eine äquivalente
oder bessere Weise als ein Wildtypprodukt funktionieren kann. In
dem Fall eines mutierten Gens oder eines prädisponierenden Gens bedeutet „funktionelle
Expression" die
Expression eines Genproduktes, dessen Vorhandensein einen schädlichen
Effekt hervorbringt oder für
einen schädlichen
Effekt prädisponiert.
Mit „schädlichem
Effekt" ist das
Hervorbringen oder Prädisponieren
für eine
Krankheitssymptomatik oder das Ändern
des Effekts/der Effekte und/oder der Effizienz einer verabreichten
Verbindung gemeint.
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Bei
einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung setzt die Strategie ferner Ribozyme ein, die gestaltet
werden können,
um eine Spaltung von Ziel-RNAs hervorzurufen. Die Strategie setzt
ferner Nukleotide ein, die eine Dreifachhelix-DNA bilden. Die Strategie
kann Peptidnukleinsäuren
für die
Suppression einsetzen. Nukleinsäuren
für Antisense-,
Ribozym-, Dreifachhelix- und Peptidnukleinsäuren können modifiziert werden, um
Stabilität,
Bindungseffizienz und Aufnahme zu erhöhen (siehe Stand der Technik).
Nukleinsäuren
können in
einen Vektor inkorporiert werden. Vektoren umfassen nackte DNA,
DNA-Plasmidvektoren, RNA- oder DNA-Virusvektoren, Lipide, Polymere
oder andere Derivate und Verbindungen, die die Genzuführung und
-expression unterstützen.
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Beschrieben
wird hier die Verwendung von Antisense-Nukleotiden, Ribozymen, PNAs,
Dreifachhelixnukleotiden oder anderen Suppressionseffektoren allein
oder in einem Vektor oder in Vektoren, wobei die Nukleinsäuren fähig sind,
spezifisch oder teilspezifisch an kodierende Sequenzen eines Gens
zu binden, um dessen funktionelle Expression zu verhindern oder
zu reduzieren, bei der Zubereitung eines Medikaments zur Behandlung
einer autosomal-dominanten
oder polygenen Krankheit oder zur Erhöhung der Nützlichkeit und/oder Wirkung
einer verabreichten Verbindung.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung können
Zielsequenzen für
die Suppression nicht kodierende Sequenzen des Gens umfassen.
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Gemäß einem
zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Verwendung,
wie in Anspruch 5 definiert, bereitgestellt. Die Erfindung kann
eine Strategie zum spezifischen oder teilspezifischen Supprimieren eines
endogenen Gens und (wenn erforderlich) Einführen eines Ersatzgens involvieren,
wobei die Strategie die folgenden Schritte beinhaltet:
- 1. Bereitstellen von Nukleinsäuren oder anderen Suppressionseffektoren,
die an ein endogenes Gen, ein Gentranskript, das supprimiert werden
soll, binden können,
und
- 2. Bereitstellen von genomischer DNA oder cDNA (vollständig oder
teilweise), die ein Ersatzgen kodiert, wobei die Nukleinsäuren nicht
an äquivalente
Regionen in der genomischen DNA oder cDNA binden können, um
die Expression des Ersatzgens zu verhindern. Die Ersatznukleinsäuren werden
von den Suppressionsnukleinsäuren
nicht erkannt oder weniger effektiv erkannt als das endogene Gen.
Die kodierende Sequenz der Ersatznukleinsäuren kann geändert werden,
um die Effizienz der Suppression zu verhindern oder zu reduzieren. Ersatznukleinsäuren weisen
an einer oder mehreren Dritte-Base(Wobble)-Positionen Modifizierungen
auf, so dass Ersatznukleinsäuren
noch immer Wildtyp- oder äquivalente
Aminosäuren
kodieren.
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Bei
einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung wird eine Strategie für die Genexpression, die auf
kodierende Sequenzen des zu supprimierenden Gens zielt, bereitgestellt.
Die Suppression ist spezifisch oder teilspezifisch für ein Allel,
zum Beispiel für
das Allel, das eine schädliche
Mutation trägt.
Suppressoren zielen auf kodierende Regionen eines Gens oder auf
eine Kombination von kodierenden und nicht kodierenden Regionen
eines Gens. Suppressoren können
auf eine Charakteristik eines Allels eines Gens zielen, so dass die
Suppression spezifisch oder teilspezifisch für ein Allel eines Gens ist
(
WO 97/32024 ). Die Erfindung
sieht ferner die Verwendung von Ersatznukleinsäuren mit geänderten kodierenden Sequenzen
vor, so dass die Ersatznukleinsäuren
von Suppressionsnukleinsäuren,
die spezifisch oder teilspezifisch auf ein Allel des zu supprimierenden
Gens zielen, nicht erkannt werden (oder weniger effektiv erkannt
werden). Ersatznukleinsäuren stellen
das Wildtypgenprodukt, ein äquivalentes
Genprodukt oder ein verbessertes Genprodukt bereit, sind aber vollständig oder
teilweise vor Suppressionseffektoren, die auf kodierende Sequenzen
zielen, geschützt.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung werden Ersatznukleinsäuren bereitgestellt, so dass Ersatznukleinsäuren nicht
von natürlich
vorkommenden Suppressoren erkannt werden, über die sich herausgestellt
hat, dass sie die Genexpression bei einer oder mehreren Personen,
Tieren oder Pflanzen inhibieren oder reduzieren. Die Erfindung sieht
die Verwendung von Ersatznukleinsäuren vor, die geänderte Sequenzen aufweisen,
auf die Suppressoren des Gens zielen, so dass die Suppression durch
natürlich
vorkommende Suppressoren vollständig
oder teilweise verhindert wird.
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Bei
einer zusätzlichen
Ausführungsform
der Erfindung werden Ersatznukleinsäuren mit geänderter Nukleotidsequenz in
kodierenden Regionen bereitgestellt, so dass die Ersatznukleinsäuren ein
Produkt mit einer oder mehreren geänderten Aminosäuren kodieren.
Die Ersatznukleinsäuren
stellen ein Genprodukt bereit, das im Vergleich zu dem natürlich vorkommenden
endogenen Wildtypgenprodukt äquivalent
oder verbessert ist.
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Bei
einer zusätzlichen
Ausführungsform
der Erfindung wird eine Strategie bereitgestellt, um ein Gen zu
supprimieren, wenn das Gentranskript oder Genprodukt die Wirkung
einer verabreichten Verbindung stört.
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Die
Erfindung kann die Verwendung von einem Vektor oder von Vektoren,
der/die Suppressionseffektoren in der Form von Nukleinsäuren enthalten,
wobei die Nukleinsäuren
gegen kodierende Sequenzen oder Kombinationen von kodierenden und
nicht kodierenden Sequenzen des Zielgens gerichtet sind, und (einem) Vektoren,
der/die genomische DNA oder cDNA enthalten, welche eine Ersatzgensequenz
kodiert, an die Nukleinsäuren
für die
Suppression nicht binden können
(oder an die sie weniger effizient binden), bei der Zubereitung
eines kombinierten Medikaments für
die Behandlung einer autosomal-dominanten oder polygenen Krankheit
involvieren.
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Nukleinsäuren für die Suppression
oder Ersatzgennukleinsäuren
können
in demselben Vektor oder in separaten Vektoren bereitgestellt werden.
Nukleinsäuren
für die
Suppression oder Ersatzgennukleinsäuren können als eine Kombination von
Nukleinsäuren
allein oder in Vektoren bereitgestellt werden.
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Hier
wird ein Verfahren zur Behandlung einer Krankheit, die durch ein
endogenes mutiertes Gen verursacht wird, beschrieben, wobei das
Verfahren die sequenzielle oder gleichzeitige Einführung von
- (a) Nukleinsäuren in die kodierenden Regionen
eine Gens, das supprimiert werden soll, und/oder Nukleinsäuren in
kodierende Regionen und eine beliebige Kombination von 5'- und/oder 3'- nicht translatierten Regionen, Intron-Regionen,
Kontrollregionen oder Regionen neben einem zu supprimierenden Gen,
- (b) Ersatznukleinsäuren
mit Sequenzen, die die Expression des Ersatzgens ermöglichen,
beinhaltet.
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Die
Nukleinsäure
für die
Gensuppression kann vor, nach oder zur gleichen Zeit wie das Ersatzgen
verabreicht werden.
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Die
Erfindung stellt auch eine Ausstattung, wie in Anspruch 13 definiert,
bereit. Die Ausstattung kann bei der Behandlung einer Krankheit,
die durch eine schädliche
Mutation in einem Gen verursacht wird, verwendet werden, wobei die
Ausstattung Nukleinsäuren
für die
Suppression, die an das zu supprimierende Gen binden können, und
eine Ersatznukleinsäure
zum Ersetzen des mutierten Gens mit einer Sequenz, die es ermöglicht,
sie zu exprimieren und der Suppression vollständig oder teilweise zu entgehen,
beinhaltet.
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Nukleotide
können
als nackte DNA oder RNA verabreicht werden. Nukleotide können in
Vektoren zugeführt
werden. Nackte Nukleinsäuren
oder Nukleinsäuren
in Vektoren können
mit Lipiden oder anderen Derivaten, die die Genzuführung unterstützen, zugeführt werden.
Nukleotide könne
modifiziert werden, um sie stabiler zu machen, zum Beispiel widerstandsfähig gegenüber zellulären Nukleasen,
während
sie noch immer den durch RNaseH vermittelten Abbau von RNA aufrechterhalten,
oder mit erhöhten
Bindeeffizienzen (siehe Stand der Technik). Antikörper oder
Peptide können
erzeugt werden, um auf das Proteinprodukt von dem zu supprimierenden
Gen zu zielen.
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Die
hier beschriebene Strategie findet Anwendung für das Lindern autosomal-dominanter
Krankheiten. Das vollständige
Inaktivieren eines Krankheitsallels kann unter Verwendung von Antisense-,
PNA-, Ribozym- und Dreifachhelixansätzen oder einer beliebigen
Kombination von Geninaktivierungsansätzen schwierig zu erreichen
sein. Jedoch können
bei einigen autosomal-dominanten Störungen geringe Mengen des mutierten
Produkts geduldet werden. Bei anderen kann eine signifikante Reduktion
des Anteils der Mutante an dem normalen Produkt in einer Linderung
der Krankheitssymptome resultieren. Somit kann diese Erfindung auf
jede beliebige autosomal-dominant oder polygen vererbte Krankheit
beim Menschen angewendet werden, bei der die molekulare Basis der
Krankheit festgestellt worden ist oder teilweise verstanden wird.
Diese Strategie ermöglicht
es, die gleiche Therapie zu verwenden, um eine Reihe unterschiedlicher
Krankheitsmutationen innerhalb desselben Gens zu behandeln. Die
Entwicklung derartiger Ansätze
ist für
zukünftige
Therapien für
autosomal-dominante und polygene Krankheiten wichtig, wobei der
Schlüssel
für eine
allgemeine Strategie darin liegt, dass sie den Bedarf an einer spezifischen
Therapie für
jede Mutation, die eine Krankheit verursacht oder für diese
prädisponiert,
umgeht. Dies ist bei einigen Störungen
besonders relevant, zum Beispiel bei rhodopsingekoppelter autosomal-dominanter
RP, für
die bis heute etwa einhundert unterschiedliche Mutationen in dem
Rhodopsin-Gen bei adRP-Patienten
beobachtet worden sind. Gleichermaßen wurden hunderte von Mutationen
in den menschlichen Genen des Typ-I-Kollagens 1A1 und 1A2 bei autosomal-dominanter
Osteogenesis imperfecta identifiziert. Die Kosten der Entwicklung
von Therapien für
jede Mutation sind gegenwärtig
untragbar. Erfindungen wie diese, die einen allgemeinen Ansatz zur
Therapie verwenden, sind erforderlich. Allgemeine Ansätze können auf
einen Primärdefekt
zielen, wie es der Fall ist bei dieser Erfindung, oder auf Sekundäreffekte
wie etwa Apoptose.
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Diese
Erfindung kann bei Gentherapieansätzen für biologisch wichtige polygene
Störungen,
die große Anteile
der Weltpopulation betreffen, angewendet werden, wie etwa bei altersbedingter
Makuladegeneration, Glaukom, manischer Depression, Krebs mit einer
familiären
Komponente und tatsächlich
vielen anderen. Polygene Krankheiten erfordern die Vererbung von
mehr als einer Mutation (Komponente), um den Krankheitszustand hervorzubringen.
Bemerkenswerterweise kann eine Linderung der Krankheitssymptome
eine Reduktion des Vorliegens nur einer dieser Komponenten erfordern,
das heißt,
die Suppression eines Genotyps, der, zusammen mit anderen, zu dem
Krankheitsphänotyp
führt,
kann ausreichen, um Symptome der Krankheit zu verhindern oder zu
lindern. In einigen Fällen
kann die Suppression von mehr als einer Komponente erforderlich sein,
um Krankheitssymptome zu verbessern. Diese Erfindung kann bei möglichen
zukünftigen
interventiven Therapien für
häufige
polygene Krankheiten angewendet werden, um einen besondere(n) Genotyp(en)
unter Verwendung von Suppression und, wenn nötig, Ersatzschritten, zu supprimieren.
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Die
vorliegende Erfindung wird unter Verwendung von vier Genen beispielhaft
beschrieben: menschliches Rhodopsin, Mausrhodopsin, menschliches
Peripherin und menschliches Kollagen 1A2. Die ersten dieser Gene
sind retinaspezifisch. Im Gegensatz dazu wird Kollagen 1A2 in einer
Reihe von Geweben einschließlich
Haut und Knochen exprimiert. Obgleich diese vier Gene als Bespiele
verwendet worden sind, gibt es keinen Grund, weswegen die Erfindung
nicht auch bei der Suppression vieler anderer Gene eingesetzt werden könnte, bei
denen Mutationen einen schädlichen
Effekt verursachen oder dafür
prädisponieren.
Viele Bespiele von mutierten Genen, die Krankheitsphänotypen
hervorbringen, sind aus dem Stand der Technik verfügbar – diese
Gene stellen alle Ziele für
die Erfindung dar. Die vorliegende Erfindung wird unter Verwendung
von Hammerhead-Ribozymen
mit Antisense-Armen, um eine RNA-Spaltung hervorzurufen, beispielhaft
dargestellt. Es gibt keinen Grund, weswegen andere Suppressionseffektoren,
die sich gegen Gene, Gentranskripte oder Genprodukte richten, nicht
auch verwendet werden könnten,
um Gensuppression zu erreichen. Es wurden viele Beispiel des Stands
der Technik gemeldet (siehe Stand der Technik), die ausführlich die
Verwendung von Suppressionseffektoren beschreiben, unter anderem
Antisense-RNA/DNA, Dreifachhelix, PNAs und Peptide, um eine Suppression
der Genexpression zu erzielen. Die vorliegende Erfindung wird unter
Verwendung von Hammerhead-Ribozymen beispielhaft beschrieben, die
Antisense-Arme aufweisen,
um eine sequenzspezifische Spaltung der Transkripte von Genen, die
bei dominanten Störungen
impliziert sind, hervorzurufen, aber keine Spaltung der Transkripte
von Ersatzgenen, die Sequenzmodifizierungen in Wobble-Positionen
enthalten, so dass das Ersatzgen noch immer für das Wildtypprotein kodiert.
Die vorliegende Erfindung wird unter Verwendung von Suppressionseffektoren
beispielhaft beschrieben, die auf Stellen in kodierenden Regionen
der Gene für
menschliches Rhodopsin und Mausrhodopsin, menschliches Peripherin
und menschliches Kollagen 1A2 zielen. Zielstellen, die Sequenzen
von transkribierten, aber nicht translatierten Regionen von Genen,
Introns, Regionen, die bei der Regulierung der Genexpression involviert
sind, Regionen neben dem Gen oder jede beliebige Kombination davon
umfassen, könnten
verwendet werden, um Gensuppression zu erreichen. Mehrere Suppressionseffektoren,
zum Beispiel Shotgun-Ribozyme, könnten
verwendet werden, um die Effizienz der Suppression, wenn nötig, zu
optimieren. Zusätzlich
dazu kann, wenn erforderlich, die Expression eines so modifizierten
Ersatzgens, dass das Ersatzgenprodukt gegenüber dem Wildtypprodukt so geändert ist,
dass es einen vorteilhaften Effekt bereitstellt, verwendet werden,
um ein Genprodukt bereitzustellen.
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MATERIAL und METHODEN
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Kloniervektoren
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cDNA-Matrizen
und Ribozyme wurden in im Handel erhältliche Expressionsvektoren
(pCDNA3, pZeoSV oder pBluescript), die die Expression in einem Reagenzgefäß von T7-,
T3- oder SP6-Promotoren
oder die Expression in Säugetierzellen
von CMV- oder SV40-Promotoren ermöglichen, kloniert. In die Multiple-Klonierungs-Stelle (MCS) dieser
Vektoren wurden Inserts platziert, typischerweise an oder nahe den
terminalen Enden der MCS, um den größten Teil der MCS zu deletieren
und dadurch etwaige mögliche
Probleme bei der Effizienz der Expression im Anschluss an das Klonieren
zu verhindern.
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Sequenzprotokolle
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Klone,
die Matrizen-cDNAs und Ribozyme enthielten, wurden unter Verwendung
von Standardprotokollen von einer automatisierten Sequenzieranlage
von ABI sequenziert.
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Expression von RNAs
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RNA
wurde von Klonen in vitro unter Verwendung von einem im Handel erhältlichen
Ribomax-Expressionssystem (Promega) und von Standardprotokollen
erhalten. RNA-Reinigungen wurden unter Verwendung der RNA-Reinigungsausstattung
Bio-101 oder einer Lösung
von 0,3 M Natriumacetat und 0,2%igem SDS nach Isolierung aus Polyacrylamidgelen
unternommen. Spaltungsreaktionen wurden unter Verwendung von Standardprotokollen
mit variierenden MgCl2-Konzentrationen (0–15 mM) bei 37 °C, typischerweise über 3 Stunden, durchgeführt. Bei
den zuvor bestimmten optimalen MgCl2-Konzentrationen wurden
bis zu 5 Stunden lang Zeitpunkte durchgeführt. Radioaktiv markierte RNA-Produkte
wurden erhalten, indem in den Expressionsreaktionen a-P32 rUTP (Amersham) inkorporiert
wurde (Gaughan et al. 1995). Markierte RNA-Produkte wurden auf Polyacrylamidgelen
laufen gelassen, bevor Spaltungsreaktionen zum Zweck der RNA-Reinigung
unternommen wurden, und im Anschluss an Spaltungsreaktionen, um
zu bestimmen, ob die RNA-Spaltung erreicht worden war. Spaltungsreaktionen
wurden mit 5 mM Tris-HCl bei pH 8,0 und variierenden Konzentrationen
von MgCl2 bei 37 °C unternommen.
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RNA-Sekundärstrukturen
-
Prognosen
der Sekundärstrukturen
von mRNAs von menschlichem Rhodopsin und Mausrhodopsin, menschlichem
Peripherin und menschlichem Kollagen 1A2 wurden unter Verwendung
des Programms RNAPlotFold erhalten. Ribozyme und Antisense wurden
gestaltet, um auf Bereiche der RNA zu zielen, die als den Suppressionseffektoren
gegenüber
zugänglich
prognostiziert wurden, zum Beispiel offene Schleifenstrukturen.
Die Intaktheit der offenen Schleifenstrukturen wurden von den 10
wahrscheinlichsten RNA-Strukturen evaluiert. Zusätzlich dazu wurden prognostizierte
RNA-Strukturen für
abgeschnittene RNA-Produkte erzeugt, und die Intaktheit der offenen
Schleifen zwischen RNAs voller Länge
und abgeschnittenen RNAs wurde verglichen.
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MATRIZEN und RIBOZYME
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Menschliches Rhodopsin
-
Matrizen-cDNA
-
Die
cDNA von menschlichem Rhodopsin wurde in die HindIII- und EcoRI-Stellen
der MCS von pCDNA3 in einer 5'-3'-Orientierung kloniert,
was die anschließende
Expression von RNA von dem T7- oder CMV-Promotor
in dem Vektor ermöglichte.
Die 5'-UTR-Sequenz
voller Länge
wurde in diesen Klon eingesetzt, wobei eine Primer-getriebene PCR-Mutagenese
und ein DNA-Fragment von HindIII (in pCDNA3) bis BstEII (in der
kodierenden Sequenz der cDNA von menschlichem Rhodopsin) verwendet
wurde (Sequenz 1).
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cDNA mit geänderter
Sequenz in einer Wobble-Position
-
Die
Hybrid-cDNA von menschlichem Rhodopsin mit einer Einzelbasenänderung,
einem C→G-Wechsel (in
Position 477) wurde durch eine Primer-gelenkte PCR-Mutagenese in
cDNA von menschlichem Rhodopsin eingeführt, wobei eine HindIII-BstEII-PCR-Kassette verwendet
wurde. Dieser Sequenzwechsel geschieht an einer inaktiven Position – er bringt
keine Aminosäuresubstitution
hervor – doch
er eliminiert die Ribozym-Spaltungsstelle (GUX→GUG). Das Hybrid-Rhodopsin
wurde in einer 5'-3'-Orientierung in
pCDNA3 kloniert, was eine anschließende Expression von RNA von
dem T7- oder dem
CMV-Promotor in dem Vektor ermöglichte (Sequenz
2).
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Rhodopsin-cDNA, die eine Pro23Leu-adRP-Mutation
trägt
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Eine
adRP-Mutation des menschlichen Rhodopsins, ein C→T-Wechsel (bei Codon 23) wurde durch eine
Primer-gelenkte PCR-Mutagenese
in cDNA von menschlichem Rhodopsin eingeführt, wobei eine HindIII-BstEII-PCR-Kassette
verwendet wurde. Dieser Sequenzwechsel resultiert in der Substitution
eines Prolinrests durch einen Leucinrest. Zusätzlich dazu erschafft der Nukleotidwechsel
eine Ribozym-Spaltungsstelle (CCC→CTC). Das mutierte Rhodopsin
wurde in einer 5'-3'-Orientierung in
die HindIII- und EcoRI-Stellen von pCDNA3 kloniert, was eine anschließende Expression
von RNA von dem T7- oder dem CMV-Promotor in dem Vektor ermöglichte
(Sequenz 3).
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Ribozym-Konstrukte
-
Ein
Hammerhead-Ribozym (Rz10 genannt), das gestaltet war, um auf eine
große,
konservierte, offene Schleifenstruktur in der RNA von den kodierenden
Regionen des Gens zu zielen, wurde im Anschluss an die Synthese
und Hybridisierung in die HindIII- und XbaI-Stellen von pCDNA3 kloniert,
was wiederum die Expression von RNA von dem T7- oder dem CMV-Promotor
in dem Vektor ermöglichte
(Sequenz 4). Die Zielstelle war GUC (die GUX-Regel) auf Position
475-477 der Sequenz
des menschlichen Rhodopsins. Ein Hammerhead-Ribozym (Rz20 genannt), das gestaltet
war, um auf eine offene Schleifenstruktur in der RNA von der kodierenden
Region eines mutierten Rhodopsin-Gens mit einer Pro23Leu-Mutation
zu zielen, wurde im Anschluss an die Synthese und Hybridisierung
in die HindIII- und XbaI-Stellen von pCDNA3 kloniert, was wiederum
die Expression von RNA von dem T7- oder dem CMV-Promotor in dem
Vektor ermöglichte
(Sequenz 5). Die Zielstelle war CTC (die NUX-Regel) bei Codon 23 der Sequenz des
menschlichen Rhodopsin (Zugangsnummer: K02281). Antisense-Flanken
sind unterstrichen.
Rz10: GGACGGTCTGATGAGTCCGTGAGGACGAAACGTAGAG
Rz20: TACTCGAACTGATGAGTCCGTGAGGACGAAAGGCTGC
-
Mausrhodopsin
-
Matrizen-cDNA
-
Die
Mausrhodopsin-cDNA voller Länge
wurde in die EcoRI-Stellen der MCS von pCDNA3 in einer 5'-3'-Orientierung kloniert,
was die anschließende
Expression von RNA von dem 17- oder CMV-Promotor in dem Vektor ermöglichte
(Sequenz 6).
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cDNA mit geänderter Sequenz in einer Wobble-Position
-
Die
Hybrid-cDNA von Mausrhodopsin mit einer Einzelbasenänderung,
einem T→C-Wechsel
(in Position 1460) wurde in Mausrhodopsin-cDNA durch eine Primer-gelenkte PCR-Mutagenese
eingeführt,
wobei eine HindIII-Eco47III-PCR-Kassette verwendet wurde. Dieser
Sequenzwechsel geschieht an einer inaktiven Position – er bringt
keine Aminosäuresubstitution
hervor – doch
er eliminiert die Ribozym-Spaltungsstelle (TTT→TCT). Das Hybrid-Rhodopsin
wurde in einer 5'-3'-Orientierung in
pCDNA3 kloniert, was eine anschließende Expression von RNA von
dem 17- oder dem CMV-Promotor
in dem Vektor ermöglichte
(Sequenz 7).
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Ribozym-Konstrukte
-
Ein
Hammerhead-Ribozym (Rz33 genannt), das gestaltet war, um auf eine
große,
robuste, offene Schleifenstruktur in der RNA von den kodierenden
Regionen des Gens zu zielen, wurde im Anschluss an die Synthese
und Hybridisierung in die HindIII- und XbaI-Stellen von pCDNA3 kloniert,
was wiederum die Expression von RNA von dem T7- oder dem CMV-Promotor
in dem Vektor ermöglichte
(Sequenz 8). Die Zielstelle war TTT (die NUX-Regel) auf Position
1459-1461 der Sequenz des Mausrhodopsins. (Zugangsnummer: M55171).
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Antisense-Flanken
sind unterstrichen.
Rz33: GGCACATCTGATGAGTCCGTGAGGACGAAAAAATTGG
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Menschliches Peripherin
-
Matrizen-cDNA
-
Die
cDNA von menschlichem Peripherin voller Länge wurde in die EcoRI-Stellen
der MCS von pCDNA3 in einer 5'-3'-Orientierung kloniert,
was die anschließende
Expression von RNA von dem T7- oder CMV-Promotor
in dem Vektor ermöglichte
(Sequenz 9).
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cDNAs mit geänderter
Sequenz in einer Wobble-Position
-
Eine
Hybrid-DNA von menschlichem Peripherin mit einer Einzelbasenänderung,
einem A→G-Wechsel (in
Position 257) wurde durch eine Primer-gelenkte PCR-Mutagenese in
DNA von menschlichem Peripherin eingeführt (Vorwärts-257-Mutationsprimer-5'CATGGCGCTGCTGAAAGTCA3'- der umgekehrte
257-Primer war zu dem Vorwärtsprimer
komplementär).
Dieser Sequenzwechsel tritt an einer inaktiven Position auf – er bringt
keine Aminosäuresubstitution
hervor – doch
er eliminiert die Ribozym-Spaltungsstelle
(CTA→CTG)
(Sequenz 10). Eine zweite Hybrid-DNA von menschlichem Peripherin
mit einer Einzelbasenänderung,
einem A→G-Wechsel
(in Position 359) wurde wieder durch eine Primer-gelenkte PCR-Mutagenese in DNA von menschlichem
Peripherin eingeführt
(Vorwärts-359-Mutationsprimer-5'CATCTTCAGCCTGGGACTGT3'- der umgekehrte
359-Primer war zu dem Vorwärtsprimer
komplementär)
(Sequenz 11). Dieser Sequenzwechsel tritt auf ähnliche Weise in einer inaktiven
Position auf – er
bringt keine Aminosäuresubstitution
hervor – doch er
eliminiert wiederum die Ribozym-Spaltungsstellen (CTA→CTG). Die
Ribozym-Spaltungsstellen bei 255-257 und 357-359 treten bei unterschiedlichen
offenen Schleifenstrukturen auf, wie von dem Programm RNAPlotFold
prognostiziert. Hybrid-Peripherin-DNAs umfassten die T7-Promotor-Sequenz,
die eine anschließende
Expression von RNA ermöglichte.
-
Ribozym-Konstrukte
-
Hammerhead-Ribozyme
(Rz30 und Rz31 genannt), die gestaltet waren, um auf robuste, offene
Schleifenstrukturen in der RNA von den kodierenden Regionen des
Gens zu zielen, wurden im Anschluss an die Synthese und Hybridisierung
in die HindIII- und XbaI-Stellen von pCDNA3 kloniert, was wiederum
die Expression von RNA von dem T7- oder dem CMV-Promotor in dem
Vektor ermöglichte
(Sequenzen 12 + 13). Die Zielstellen waren beide CTA (die NUX-Regel)
auf Positionen 255-257 bzw. 357-359 der Sequenz des menschlichen Peripherins.
(Zugangsnummer: M73531). Antisense-Flanken sind unterstrichen.
Rz30: ACTTTCAGCTGATGAGTCCGTGAGGACGAAAGCGCCA
Rz31: ACAGTCCCTGATGAGTCCGTGAGGACGAAAGGCTGAA
-
Menschliches Typ-I-Kollagen-COL1A2
-
Matrizen-cDNA
-
Eine
cDNA von menschlichem Typ-I-Kollagen 1A2 wurde vom ATCC erhalten
(Zugangsnummer: Y00724). Ein natürlich
vorkommender Polymorphismus, der einen T→A-Nukleotidwechsel involviert,
wurde zuvor bei Kollagen 1A2 an Positionen 907 des Gens festgestellt
(Filie et al. 1993). Der Polymorphismus tritt in einer prognostizierten
offenen Schleifenstruktur der RNA von menschlichem Kollagen 1A2
auf. Polymorphe Varianten des menschlichen Kollagens 1A2 wurden
durch PCR-gelenkte Mutagenese unter Verwendung einer HindIII-XbaI-PCR-Kassette
erzeugt. Resultierende Klone enthielten den folgenden Polymorphismus:
Kollagens 1A2 (A) weist ein A-Nukleotid auf Position 907 auf (Sequenz
14). Im Gegensatz dazu weist das menschliche Kollagen 1A2 (B) ein
T-Nukleotid auf Position 907 auf (Sequenz 15). Im Kollagen 1A2 (B)
gibt es eine Ribozym-Zielstelle, die eine GTC-Stelle (906-908) ist,
doch diese Spaltungsstelle geht in Kollagen 1A2 (A) verloren, da
die Sequenz auf GAC (906-908) geändert
wird, wodurch die Ribozym-Zielstelle zerstört wird.
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Ribozym-Konstrukte
-
Ein
Hammerhead-Ribozym (Rz907 genannt) wurde gestaltet, um auf eine
prognostizierte offene Schleifenstruktur in der RNA von der kodierenden
Region der polymorphen Variante des Gens für menschliches Kollagen 1A2
zu zielen. Rz907-Oligonukleotid-Primer wurden synthetisiert, hybridisiert
und in die HindIII- und XbaI-Stellen von pCDNA3 kloniert, was wiederum
die anschließende
Expression von RNA von dem T7- oder CMV-Promotor in dem Vektor ermöglichte
(Sequenz 16). Die Zielstelle war eine GUX-Stelle auf Position 906-908
der Sequenz des menschlichen Typ-I-Kollagens 1A2 (Zugangsnummer:
Y00724). Antisense-Flanken sind unterstrichen.
Rz907: CGGCGGCTGATGAGTCCGTGAGGACGAAACCAGCA
-
HINWEISTEXTE ZU DEN FIGUREN
-
Diagramm 1
-
pBR322
wurde mit MspI geschnitten, radioaktiv markiert und auf einem Polyacrylamidgel
laufen gelassen, um die Trennung der resultierenden DNA-Fragmente
zu ermöglichen.
Die Größe dieser
Fragmente wird in dem Diagramm 1 gegeben. Diese DNA-Leiter wurde
dann auf anschließenden
Polyacrylamidgelen (4-8 %) verwendet, um eine Schätzung der
Größe der RNA-Produkte,
die auf den Gelen laufen gelassen wurden, bereitzustellen. Es besteht
jedoch zwischen der Mobilität
von DNA und RNA ein signifikanter Unterschied, je nach dem Prozentsatz
des Polyacrylamids und den Gellaufbedingungen – daher stellt der Marker eine
Schätzung der
Größe der Transkripte
bereit.
-
1
-
- A: cDNA von menschlichem Rhodopsin wurde von
dem T7-Promotor bis zur BstEII-Stelle in der kodierenden Sequenz
exprimiert. Resultierende RNA wurde mit Rz10-RNA in 15 mM Magnesiumchlorid
gemischt und über
variierende Zeiten bei 37 °C
inkubiert. Spuren 1-4: RNA von menschlichem Rhodopsin und Rz10-RNA
nach Inkubation bei 37 °C
mit 15 mM Magnesiumchlorid über
0, 1, 2 bzw. 3 Stunden. Die Größe der exprimierten
RNAs und Spaltungsprodukte ist wie erwartet (Tabelle 1). Die vollständige Spaltung
von RNA von menschlichem Rhodopsin wurde nach 1 Stunde erhalten,
wobei ein geringer Restbetrag an intakter RNA vorlag. Spur 6 ist
intakte, nicht adaptierte RNA von menschlichem Rhodopsin (BstEII)
allein. Spur 5 ist nicht adaptierte RNA von menschlichem Rhodopsin
(FspI) allein und bezieht sich auf 1B. Von oben
nach unten sind RNA von menschlichem Rhodopsin und die zwei Spaltungsprodukte
von dieser RNA mit Pfeilen hervorgehoben.
- B: Die nicht adaptierte cDNA von menschlichem Rhodopsin wurde
von dem T7-Promotor bis zur FspI-Stelle in der kodierenden Sequenz
exprimiert. Die adaptierte cDNA von menschlichem Rhodopsin wurde
von dem T7-Promotor bis zur BstEII-Stelle in der kodierenden Sequenz
exprimiert. Spuren 1-4: Resultierende RNAs wurden mit Rz10 und 15
mM Magnesiumchlorid zusammengemischt und bei 37 °C über variierende Zeiten (0,
1, 2 bzw. 3 Stunden) inkubiert. Die kleineren, nicht adaptierten
Rhodopsin-Transkripte wurden durch Rz10 gespalten, während die
größeren, adaptierten
Transkripte vor der Spaltung durch Rz10 geschützt waren. Die Spaltung der
adaptierten geschützten
Transkripte hätte
in Produkten von 564 Basen und 287 Basen resultiert – das 564-Basen-Produkt
liegt offensichtlich nicht vor – das
287bp-Produkt wird auch durch die Spaltung der nicht adaptierten
Transkripte des menschlichen Rhodopsins erzeugt und liegt somit
vor (FspI). Nach 3 Stunden war der größte Teil der nicht adaptierten
Rhodopsin-Transkripte von Rz10 gespalten. Spur 5 enthält die intakte,
nicht adaptierte RNA von menschlichem Rhodopsin (BstEII) allein.
Von oben nach unten werden adaptierte, ungespaltene Transkripte
von menschlichem Rhodopsin, restliche nicht adaptierte, ungespaltene
Transkripte von menschlichem Rhodopsin und das größere der
Spaltungsprodukte von nicht adaptierten Transkripten von menschlichem
Rhodopsin durch Pfeile hervorgehoben. Das kleinere 22-Basen-Spaltungsprodukt
von den nicht adaptierten Transkripten von menschlichem Rhodopsin
ist über das
Gel hinaus gelaufen.
-
2
-
- A: Nicht adaptierte und adaptierte cDNAs von
menschlichem Rhodopsin wurden von dem T7-Promotor zu dem AcyI nach
der kodierenden Sequenz bzw. der BstEII-Stelle in der kodierenden
Sequenz exprimiert. Die Größe der exprimierten
RNAs und Spaltungsprodukte war wie prognostiziert (Tabelle 1). Resultierende RNAs
wurden mit Rz10-RNA bei variierenden Magnesiumchloridkonzentrationen
zusammengemischt und bei 37 °C
3 Stunden lang inkubiert. Spur 1: Intakte, nicht adaptierte RNA
von menschlichem Rhodopsin (AcyI) allein. Spuren 2-5: Nicht adaptierte
und adaptierte RNAs von menschlichem Rhodopsin und Rz10-RNA nach
Inkubation bei 37 °C
mit 0, 5, 10 bzw. 15 mM MgCl2. Eine fast
vollständige
Spaltung der größeren, nicht
adaptierten RNA von menschlichem Rhodopsin wurde erhalten, wobei
bei 5 mM MgCl2 ein geringer Restbetrag an
intakter RNA vorlag. Im Gegensatz dazu blieb die adaptierte RNA
von menschlichem Rhodopsin intakt. Von oben nach unten sind die
nicht adaptierten und adaptierten Rhodopsin-RNAs und zwei Spaltungsprodukte von
der nicht adaptierten RNA von menschlichem Rhodopsin durch Pfeile
hervorgehoben. Spur 6 ist intakte, adaptierte RNA von menschlichem
Rhodopsin (BstEII) allein.
- B: Die adaptierte cDNA von menschlichem Rhodopsin wurde von
dem T7-Promotor bis zur BstEII-Stelle in der kodierenden Sequenz
exprimiert. Spuren 1-4: Resultierende RNA wurde mit Rz10 und 0,
5, 10 bzw. 15 mM Magnesiumchlorid zusammengemischt und 3 Stunden
lang bei 37 °C
inkubiert. Die adaptierten Rhodopsin-Transkripte wurden nicht von Rz10 gespalten.
Die Spaltung von adaptierten Transkripten hätte in Spaltungsprodukten von
564 Basen und 287 Basen resultiert, die offensichtlich nicht vorliegen.
Spur 5: Intakte, adaptierte RNA von menschlichem Rhodopsin (BstEII)
allein. Spur 4: RNA fehlt aufgrund eines Ladefehlers oder Abbau.
Die adaptierte, nicht gespaltene RNA von menschlichem Rhodopsin
wird durch einen Pfeil hervorgehoben.
- C: Nicht adaptierte und adaptierte cDNAs von menschlichem Rhodopsin
wurden von dem T7-Promotor zu dem Acyl nach der kodierenden Sequenz
bzw. der BstEII-Stelle in der kodierenden Sequenz exprimiert. Die Größe der exprimierten
RNAs und Spaltungsprodukte war wie prognostiziert (Tabelle 1). Resultierende RNAs
wurden mit Rz10-RNA bei variierenden Magnesiumchloridkonzentrationen
zusammengemischt und bei 37 °C
3 Stunden lang inkubiert. Spur 1: DNA-Leiter wie in Diagramm 1.
Spuren 2-5: Nicht adaptierte und adaptierte RNAs von menschlichem
Rhodopsin und Rz10-RNA nach Inkubation bei 37 °C mit 0, 5, 10 bzw. 15 mM MgCl2. Eine fast vollständige Spaltung der größeren, nicht
adaptierten RNA von menschlichem Rhodopsin wurde erhalten, wobei
bei 5 und 10 mM MgCl2 ein geringer Restbetrag
an intakter RNA vorlag. Im Gegensatz dazu blieb die adaptierte RNA
von menschlichem Rhodopsin intakt. Spur 6: Adaptierte RNA von menschlichem
Rhodopsin (BstEII) allein. Spur 7: Nicht adaptierte RNA von menschlichem
Rhodopsin (AcyI) allein. Spur 8: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Von
oben nach unten sind die nicht adaptierte und adaptierte Rhodopsin-RNA
und zwei Spaltungsprodukte von der nicht adaptierten RNA von menschlichem
Rhodopsin durch Pfeile hervorgehoben. Die Trennung der adaptierten
RNA von menschlichem Rhodopsin (851 Basen) und dem größeren der
Spaltungsprodukte von der nicht adaptierten RNA (896 Basen) ist
in diesem Gel unvollständig
(das Gel müsste
weiter laufen gelassen werden, um die Trennung zu erreichen) – doch die
Trennung dieser zwei RNAs ist in 2A demonstriert.
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3
-
Die
mutierte (Pro23Leu) cDNA von menschlichem Rhodopsin wurde von dem
T7-Promotor bis zur BstEII-Stelle in der kodierenden Sequenz exprimiert.
Gleichermaßen
wurde der Rz20-Klon bis zur XbaI-Stelle exprimiert. Resultierende
RNAs wurden mit 10 mM Magnesiumchloridkonzentrationen bei 37 °C über variierende
Zeiten zusammengemischt. Die Größe der exprimierten
RNAs und Spaltungsprodukte war wie prognostiziert (Tabelle 1). Spur
1: DNA-Leiter wie
in Diagramm 1. Spur 2: Pro23Leu-RNA von menschlichem Rhodopsin allein.
Spuren 3-7: Pro23Leu-RNA von menschlichem Rhodopsin und Rz20-RNA
nach Inkubation bei 37 °C
mit 10 mM MgCl2 über 0 Min., 30 Min., 1 Std.,
2 Std. bzw. 5 Std. Es wurde eine fast vollständige Spaltung der mutierten
Rhodopsin-Transkripte erhalten, wobei selbst nach 5 Stunden ein
Restbetrag an intakter RNA zurückblieb.
Spur 8: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Von oben nach unten sind intakte
mutierte RNA von Rhodopsin und die zwei Spaltungsprodukte von der
mutierten RNA von menschlichem Rhodopsin mit Pfeilen hervorgehoben.
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4
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Die
mutierte (Pro23Leu) cDNA von menschlichem Rhodopsin wurde von dem
T7-Promotor bis zur BstEII-Stelle in der kodierenden Sequenz exprimiert.
Gleichermaßen
wurde der Rz10-Klon bis zur XbaI-Stelle exprimiert. Resultierende
RNAs wurden mit 10 mM Magnesiumchloridkonzentrationen bei 37 °C über variierende
Zeiten zusammengemischt. Die Größe der exprimierten
RNAs und Spaltungsprodukte war wie prognostiziert (Tabelle 1). Spur
1: DNA-Leiter wie
in Diagramm 1. Spur 2: Pro23Leu-RNA von menschlichem Rhodopsin allein.
Spuren 3-7: Pro23Leu-RNA von menschlichem Rhodopsin und Rz10-RNA
nach Inkubation bei 37 °C
mit 10 mM MgCl2 über 0 Min., 30 Min., 1 Std.,
2 Std. bzw. 5 Std. Es wurde eine fast vollständige Spaltung der mutierten
RNA von menschlichem Rhodopsin erhalten, wobei selbst nach 5 Stunden
ein Restbetrag an intakter RNA zurückblieb (Spur 7). Spur 8: DNA-Leiter
wie in Diagramm 1. Von oben nach unten sind intakte mutierte RNA
von Rhodopsin und die zwei Spaltungsprodukte von der mutierten RNA
von menschlichem Rhodopsin mit Pfeilen hervorgehoben.
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5
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Der
cDNA-Klon von Mausrhodopsin wurde in vitro von dem T7-Promotor bis zur
Eco47III-Stelle in der kodierenden Sequenz exprimiert. Gleichermaßen wurde
der Rz33-Klon bis zur XbaI-Stelle exprimiert. A: Resultierende RNAs
wurden mit 10 mM Magnesiumchlorid bei 37 °C über variierende Zeiten zusammengemischt. Die
Größe der exprimierten
RNAs und Spaltungsprodukte war wie prognostiziert (Tabelle 1). DNA-Leiter
wie in Diagramm 1. Spur 1: RNA von Mausrhodopsin allein. Spuren
2-5: RNA von Mausrhodopsin und Rz33-RNA nach Inkubation bei 37 °C mit 10
mM MgCl2 bei 0, 5, 7,5 bzw. 10 mM MgCl2 über
3 Stunden. Eine Spaltung von RNA von Mausrhodopsin wurde nach Zugabe
von bivalenten Ionen erhalten (Spur 3). Restliche, ungespaltene
RNA von Mausrhodopsin und die zwei Spaltungsprodukte von der RNA
von Mausrhodopsin sind mit Pfeilen hervorgehoben. B: Der adaptierte
cDNA-Klon von Mausrhodopsin wurde mit einem Basenwechsel in Position
1460 in vitro von dem T7-Promotor bis zur Eco47III-Stelle in der
kodierenden Sequenz exprimiert. Gleichermaßen wurde der Rz33-Klan bis zur XbaI-Stelle
exprimiert. Resultierende RNAs wurden mit verschiedenen Magnesiumchloridkonzentrationen
bei 37 °C über 3 Stunden
zusammengemischt. Die Größe der exprimierten
RNAs und Spaltungsprodukte war wie prognostiziert (Tabelle 1). Spur
1: DNA-Leiter wie
in Diagramm 1. Spur 2: Adaptierte RNA von Mausrhodopsin allein.
Spuren 3-6: Adaptierte RNA von Mausrhodopsin und Rz33-RNA nach Inkubation
bei 37 °C
mit 0, 5, 7,5 bzw. 10 mM MgCl über
3 Stunden bei 37 °C.
Es wurde keine Spaltung der adaptierten RNA von Mausrhodopsin beobachtet.
Die intakte, adaptierte RNA von Mausrhodopsin ist mit einem Pfeil
hervorgehoben.
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6
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Der
cDNA-Klon von menschlichem Peripherin wurde in vitro von dem T7-Promotor
bis zur BglII-Stelle in der kodierenden Sequenz exprimiert. Gleichermaßen wurde
Rz30 (das auf eine Spaltungsstelle bei 255-257 zielt) bis zur XbaI-Stelle
exprimiert. A: Resultierende RNAs wurden mit 10 mM Magnesiumchlorid
bei 37 °C über variierende
Zeiten zusammengemischt. Spur 1: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Spur
2: Intakte RNA von menschlichem Peripherin allein. Spuren 3-7: RNA
von menschlichem Peripherin und Rz30-RNA nach Inkubation bei 37 °C mit 10
mM MgCl über
3 Std., 2 Std., 1 Std., 30 Min. bzw. 0 Min. Spur 8: DNA-Leiter wie
in Diagramm 1. Von oben nach unten sind intakte RNA von menschlichem
Peripherin und die zwei Spaltungsprodukte von der RNA von menschlichem
Peripherin mit Pfeilen hervorgehoben. B: Resultierende RNAs wurden mit
Rz30-RNA bei variierenden
Magnesiumchloridkonzentrationen gemischt und bei 37 °C 3 Std.
lang inkubiert. Spur 1: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Spuren 2-5:
RNA von menschlichem Peripherin und Rz30 nach Inkubation bei 37 °C mit 10,
7,5, 5 bzw. 0 mM Magnesiumchlorid über 3 Std. Spur 6: Intakte
RNA von menschlichem Peripherin allein. Die Größe der exprimierten RNAs und
Spaltungsprodukte ist wie erwartet (Tabelle 1). Eine signifikante
Spaltung von RNA von menschlichem Peripherin wurde erhalten, wobei
bei jeder MgCl2-Konzentration ein Restbetrag
an intakter RNA vorlag. Von oben nach unten sind RNA von menschlichem
Peripherin und die zwei Spaltungsprodukte von dieser RNA mit Pfeilen
hervorgehoben. C: Die adaptierte DNA von menschlichem Peripherin
mit einem Einzelbasenwechsel in Position 257 wurde von dem T7-Promotor bis zur AvrII-Stelle
in der kodierenden Sequenz exprimiert. Die resultierende RNA wurde
mit Rz30 bei verschiedenen Magnesiumchloridkonzentrationen gemischt
und bei 37 °C
3 Std. lang inkubiert. Spur 1: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Spur
2: Intakte adaptierte RNA von menschlichem Peripherin allein. Spuren
3-6: Adaptierte RNA von menschlichem Peripherin und Rz30 nach Inkubation
bei 37 °C
mit 0, 5, 7,5 bzw. 10 mM Magnesiumchlorid über 3 Std. Spur 7: DNA-Leiter
wie in Diagramm 1. D: Die nicht adaptierte cDNA von menschlichem
Peripherin und das adaptierte DNA-Fragment von menschlichem Peripherin
mit einem Einzelbasenwechsel auf Position 257 wurden von dem T7-Promotor
bis zur BglII- bzw. AvrII-Stelle in der kodierenden Sequenz exprimiert.
Resultierende RNAs wurden mit Rz30 bei verschiedenen Magnesiumchloridkonzentrationen
gemischt und bei 37 °C
3 Std. lang inkubiert. Spur 1: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Spur
2: Intakte, nicht adaptierte RNA von menschlichem Peripherin allein.
Spur 3: Intakte adaptierte RNA von menschlichem Peripherin allein.
Spuren 4-7: Nicht adaptierte und adaptierte RNAs von menschlichem Peripherin
und Rz30 nach Inkubation bei 37 °C mit
0, 5, 7,5 bzw. 10 mM Magnesiumchlorid über 3 Std. bei 37 °C. Selbst
nach 3 Stunden wurde keine Spaltung der adaptierten RNA von menschlichem
Peripherin beobachtet, wohingegen eine signifikante Reduktion der nicht
adaptierten RNA über
denselben Zeitrahmen beobachtet wurde. Spur 8: DNA-Leiter wie in
Diagramm 1. Von oben nach unten sind restliche nicht adaptierte
RNA von menschlichem Peripherin, adaptierte RNA von menschlichem
Peripherin und die zwei Spaltungsprodukte mit Pfeilen hervorgehoben.
-
7
-
Ein
cDNA-Klon von menschlichem Peripherin wurde in vitro von dem T7-Promotor
bis zur BglII-Stelle in der kodierenden Sequenz exprimiert. Gleichermaßen wurde
das Rz31 (das auf eine Spaltungsstelle bei 357-359 zielt) bis zur
XbaI-Stelle exprimiert. A: Resultierende RNAs wurden mit 10 mM Magnesiumchlorid
bei 37 °C über variierende
Zeiten zusammengemischt. Spur 1: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Spuren
2-6: RNA von menschlichem Peripherin und Rz31-RNA nach Inkubation
bei 37 °C
mit 10 mM MgCI über
3 Std., 2 Std., 1 Std., 30 Min. bzw. 0 Min. Eine gesteigerte Spaltung
von RNA von Mausrhodopsin wurde im Zeitablauf erhalten – jedoch
verblieb selbst nach 3 Stunden noch signifikante restliche intakte
RNA (Spur 2). Spur 7: Intakte RNA von menschlichem Peripherin allein.
Spur 8: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Von oben nach unten sind intakte
RNA von menschlichem Peripherin und die zwei Spaltungsprodukte von
der RNA von menschlichem Peripherin mit Pfeilen hervorgehoben. B:
Resultierende RNAs wurden mit Rz31-RNA bei variierenden Magnesiumchloridkonzentrationen
gemischt und bei 37 °C
3 Std. lang inkubiert. Spur 1: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Spuren
2-5: RNA von menschlichem Peripherin und Rz31 nach Inkubation bei
37 °C mit
10, 7,5, 5 bzw. 0 mM Magnesiumchlorid über 3 Std. Die Größe der exprimierten
RNAs und Spaltungsprodukte ist wie erwartet (Tabelle 1). Eine signifikante
Spaltung von RNA von menschlichem Peripherin wurde erhalten, wobei
bei jeder MgCl2-Konzentration ein Restbetrag an intakter
RNA vorlag (Spuren 2-4). Spur 6: Intakte RNA von menschlichem Peripherin
allein. Spur 7: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Von oben nach unten
sind RNA von menschlichem Peripherin und die zwei Spaltungsprodukte
von dieser RNA mit Pfeilen hervorgehoben. C: Die adaptierte DNA
von menschlichem Peripherin mit einem Einzelbasenwechsel in Position
359 wurde von dem T7-Promotor bis zur BglII-Stelle in der kodierenden
Sequenz exprimiert. Resultierende RNA wurde mit Rz31 bei verschiedenen
Magnesiumchloridkonzentrationen gemischt und bei 37 °C 3 Std.
lang inkubiert. Spur 1: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Spur 2: Intakte
adaptierte RNA von menschlichem Peripherin allein. Spuren 3-6: Adaptierte RNA
von menschlichem Peripherin und Rz31 nach Inkubation bei 37 °C mit 0,
5, 7,5 bzw. 10 mM Magnesiumchlorid über 3 Std. Selbst nach 3 Stunden
wurde keine Spaltung der adaptierten RNA von menschlichem Peripherin
beobachtet. Spur 7: DNA-Leiter wie in Diagramm 1.
-
8
-
- A: Die cDNA-Klone von menschlichem Kollagen
1A2, die die A- und T-Allele des Polymorphismus in Position 907
enthielten, wurden von dem T7-Promotor bis zur MvnI- bzw. XbaI-Stelle
in dem Insert bzw. dem Vektor exprimiert. Resultierende RNAs wurden
mit Rz907 und verschiedenen MgCl2-Konzentrationen
zusammengemischt und bei 37 °C
3 Stunden lang inkubiert. Spur 1: Intakte RNA von dem menschlichen
Kollagen 1A2 (A), die A-Allele des 907-Polymorphismus enthält. Spur 2: Intakte RNA von
dem menschlichen Kollagen 1A2 (B), die T-Allele des 907-Polymorphismus
enthält.
Spuren 3-5: Menschliches Kollagen 1A2 (A) und (B), die die A- und
T-Allel-RNAs repräsentieren,
und Rz907, inkubiert mit 0, 5 und 10 mM MgCl2 bei 37 °C über 3 Stunden.
RNA-Transkripte von dem T-Allel, die die 906-908-Zielstelle enthalten,
werden von Rz907 bei Zugabe bivalenter Ionen gespalten – es wird
eine fast vollständige
Spaltung erhalten, wobei ein Restbetrag an Transkript von dem T-Allel
verbleibt (Spur 5). Im Gegensatz dazu wurden Transkripte, die von
dem A-Allel exprimiert wurden (die kleiner sind, um zwischen dem
A-(MvnI) und T-Allel
(XbaI) zu unterscheiden) von Rz907 nicht gespalten – es wurden
keine Spaltungsprodukte beobachtet. Von oben nach unten sind die
RNAs von dem T-Allel, dem A-Allel und die zwei Spaltungsprodukte
von dem T-Allel mit Pfeilen hervorgehoben. Spur 6: DNA-Leiter wie
in Diagramm 1.
- B: Die cDNA-Klone (A) + (B) von menschlichem Kollagen 1A2, die
die A- und T-Allele des Polymorphismus bei 907 enthielten, wurden
von dem T7-Promotor bis zur MvnI- bzw. XbaI-Stelle in dem Insert
bzw. dem Vektor exprimiert. Resultierende RNAs wurden mit Rz907
und 10 mM Magnesiumchlorid zusammengemischt und bei 37 °C über variierende
Zeiten inkubiert. Spur 1: DNA-Leiter wie in Diagramm 1. Spur 2:
Intakte RNA von dem menschlichen Kollagen 1A2 (A) mit dem A-Allel
des 907-Polymorphismus. Spur 3: Intakte RNA von dem menschlichen
Kollagen 1A2 (B) mit dem T-Allel des 907-Polymorphismus. Spuren 4-9: A- und T-Allel-RNA
von menschlichem Kollagen 1A2 und Rz907 inkubiert mit 10 mM MgCl2 bei 37 °C über 0, 30
Min., 1 Stunde, 2 Stunden, 3 Stunden bzw. 5 Stunden. RNA-Transkripte von dem
T-Allel, die die 906-908-Zielstelle enthalten, werden von Rz907
gespalten – nach
5 Stunden wird eine fast vollständige Spaltung
erhalten. Im Gegensatz dazu wurden Transkripte, die von dem A-Allel
exprimiert wurden (die kleiner sind, um zwischen dem A-(MvnI) und
T-Allel (XbaI) zu unterscheiden) von Rz907 nicht gespalten – es wurden
keine Spaltungsprodukte beobachtet. Von oben nach unten sind die
RNAs von dem T-Allel, dem A-Allel und die zwei Spaltungsprodukte
von dem T-Allel mit Pfeilen hervorgehoben.
-
Sequenzen
-
Sequenz 1
-
- Die cDNA von menschlichem Rhodopsin in pCDNA3.
-
Sequenz 2
-
- Die cDNA von menschlichem Rhodopsin in pCDNA3 mit einem
Basenwechsel an einer inaktiven Stelle (477).
-
Sequenz 3
-
- Mutierte (Pro23Leu) cDNA von menschlichem Rhodopsin in pCDNA3.
-
Sequenz 4
-
- Rz10, in pCDNA3 kloniert. Es sei bemerkt, dass in einem
Antisense-Arm von
Rz10 eine Basenfehlpassung existiert.
-
Sequenz 5
-
- Rz20, in pCDNA3 kloniert.
-
Sequenz 6
-
- Die cDNA von Mausrhodopsin in pCDNA3.
-
Sequenz 7
-
- Die cDNA von Mausrhodopsin in pCDNA3 mit einem Basenwechsel
an einer inaktiven Stelle (1460).
-
Sequenz 8
-
- Rz33, in pCDNA3 kloniert.
-
Sequenz 9
-
- Die cDNA von menschlichem Peripherin in pCDNA3.
-
Sequenz 10
-
- Das DNA-Fragment von menschlichem Peripherin mit einem Basenwechsel
an einer inaktiven Stelle (257).
-
Sequenz 11
-
- Das DNA-Fragment von menschlichem Peripherin mit einem Basenwechsel
an einer inaktiven Stelle (359).
-
Sequenz 12
-
- Rz30, in pCDNA3 kloniert.
-
Sequenz 13
-
- Rz31, in pCDNA3 kloniert.
-
Sequenz 14
-
- Sequenz von Kollagen 1A2 (A), die den A-Polymorphismus auf
Position 907 enthält.
(Es sei bemerkt, dass eine zusätzliche
polymorphe Stelle auf Position 902 existiert).
-
Sequenz 15
-
- Sequenz von Kollagen 1A2 (B), die den T-Polymorphismus auf
Position 907 enthält.
(Es sei bemerkt, dass eine zusätzliche
polymorphe Stelle auf Position 902 existiert).
-
Sequenz 16
-
- Rz907, in pCDNA3 kloniert.
-
Anmerkung:
-
Die
Sequenzqualität
war in der Region mit inaktivem 359-Wechsel des menschlichen Peripherins
nicht gut – der
Sequenzierprimer befand sich zu weit weg von der Zielstelle, um
eine Sequenz guter Qualität
zu erreichen (Sequenz 11).
-
ERGEBNISSE
-
cDNA-Klone
von menschlichem Rhodopsin und Mausrhodopsin, menschlichem Peripherin
und menschlichem Kollagen 1A2 wurden in vitro exprimiert. Ribozyme,
die auf spezifische Stellen in den cDNAs von menschlichem Rhodopsin
und Mausrhodopsin, menschlichem Peripherin und menschlichem Kollagen 1A2
zielen, wurden auch in vitro exprimiert. cDNA-Klone wurden mit verschiedenen
Restriktionsenzymen geschnitten, was in der Produktion von unterschiedlich
großen
Transkripten nach Expression resultierte. Dies unterstützte die
Unterscheidung zwischen RNAs, die von nicht adaptierten und adaptierten
cDNAs exprimiert wurden. Restriktionsenzyme, die verwendet wurden,
um jeden Klon zu schneiden, die Größe der resultierenden Transkripte
und die prognostizierte Größe von Produkten
nach der Spaltung durch Ribozyme sind unten in Tabelle 1 gegeben.
Genaue Größen der
Expressionsprodukte können
um ein paar Basen von den geschätzten
variieren, da es eine gewisse Mehrdeutigkeit geben kann, was unter
anderem die spezifische Base angeht, an der die Transkription anfängt.
-
Beispiel 1
-
A: Menschliches Rhodopsin
-
Die
nicht adaptierte cDNA von menschlichem Rhodopsin und die cDNA von
menschlichem Rhodopsin mit einer Einzelnukleotidsubstitution in
der kodierenden Sequenz wurden mit BstEII geschnitten und in vitro exprimiert.
Der Einzelbasenwechsel tritt an der Dritte-Base-Position oder Wobble-Position
des Codons (in Position 477) auf und ändert daher die von diesem
Triplett kodierte Aminosäure
nicht. Der Rz10-Klon wurde mit XbaI geschnitten und in vitro exprimiert.
Die resultierenden RNAs von Ribozym und menschlichem Rhodopsin wurden
mit variierenden Konzentrationen von MgCl2 gemischt,
um die Spaltung der Matrizen-RNA durch Rz10 zu optimieren. Ein Profil
der Spaltung der RNA von menschlichem Rhodopsin durch Rz10 im Zeitablauf
ist in 1A gegeben. Das MgCl2-Kurvenprofil, das verwendet wurde, um zu
testen, ob adaptierte Transkripte von menschlichem Rhodopsin durch
Rz10 gespalten werden können,
ist in 2B gegeben. Nicht adaptierte
und adaptierte cDNAs von menschlichem Rhodopsin wurden mit FspI
bzw. BstEII geschnitten, exprimiert und mit Rz10-RNA zusammengemischt,
um im Zeitablauf auf Spaltung zu testen (1B). Gleichermaßen wurden nicht
adaptierte und adaptierte cDNAs von menschlichem Rhodopsin mit AcyI
bzw. BstEII geschnitten, beide wurden in vitro exprimiert und resultierende
Transkripte wurden mit Rz10-RNA bei variierenden MgCl2-Konzentrationen
gemischt, um auf Spaltung zu testen (2A, 2C).
In allen Fällen
waren die exprimierten RNAs von prognostizierter Größe. Ähnlich wurden
die nicht adaptierten Transkripte in allen Fällen in Produkte der prognostizierten
Größe gespalten.
Die Spaltung der nicht adaptierten RNA von menschlichem Rhodopsin war
fast vollständig – es verblieb
wenig restliche ungespaltene RNA. In allen Fällen verblieb adaptierte RNA von
menschlichem Rhodopsin mit einem Einzelbasenwechsel an einer inaktiven
Stelle intakt, das heißt,
sie wurde von Rz10 nicht gespalten. Offensichtlich werden Transkripte
von der nicht adaptierten cDNA von menschlichem Rhodopsin durch
Rz10 gespalten, während
Transkripte von dem adaptierten Ersatzgen, das auf eine Weise modifiziert
worden war, die die Degeneration des genetischen Codes ausnutzt,
vor Spaltung geschützt
sind. Es ist wert anzumerken, dass das AcyI-Enzym nach dem Stop-Codon
schneidet und die resultierende RNA daher die vollständige kodierende
Sequenz des Gens umfasst.
-
B: Menschliches Rhodopsin
-
Rz20
wurde mit XbaI geschnitten und in vitro exprimiert. Ähnlich wurde
die Rhodopsin-cDNA, die eine Pro23Leu-Mutation enthielt, mit BstEII
geschnitten und in vitro exprimiert. Resultierende RNAs wurden gemischt
und bei 37 °C
mit 10 mM MgCl2 über variierende Zeiten inkubiert.
Rz20 war gestaltet, um eine mutationsspezifische Spaltung von Transkripten,
die eine Pro23Leu-Rhodopsin-Mutation enthalten, hervorzurufen. Alle
exprimierten Produkte und Spaltungsprodukte waren von der korrekten
Größe. 3 demonstriert
eine mutationsspezifische Spaltung der mutierten RNA im Zeitablauf,
die bei 37 °C
mit 10 mM MgCl2 inkubiert war. Die Spaltung
der mutierten Rhodopsin-Transkripte durch Rz10, das auf eine Ribozym-Spaltungsstelle
3' von der Stelle
der Pro23Leu-Mutation
der kodierenden Sequenz des Rhodopsins zielt, wurde untersucht.
Die mutierte Rhodopsin-cDNA und Rz10-Klone wurden mit BstEII bzw.
XbaI geschnitten und in vitro exprimiert. Resultierende RNAs wurden
gemischt und mit 10 mM MgCl2 über variierende
Zeiten inkubiert (4). Alle exprimierten Produkte
und Spaltungsprodukte waren von der korrekten Größe. Rz10 spaltete mutierte
Rhodopsin-Transkripte. Durch die Verwendung eines Ersatzgens mit
einem Sequenzwechsel um die Rz10-Spaltungsstelle, der in einer Wobble-Position
liegt, demonstrierten wir in Beispiel 1A, dass Transkripte von dem
Ersatzgen aufgrund des Fehlens der Rz10-Zielstelle intakt bleiben (1B, 2A und 2B).
Somit könnte
Rz10 verwendet werden, um mutierte Transkripte auf eine Weise zu spalten,
die von der Krankheitsmutation selbst unabhängig ist (das heißt, unter
Verwendung dieser Stelle), während
Transkripte von dem Ersatzgen, die das korrekte Protein kodieren,
intakt bleiben würden
und daher das Wildtypprotein zur Verfügung stellen könnten.
-
Beispiel 2
-
Mausrhodopsin
-
Rz33
wurde mit XbaI geschnitten und in vitro exprimiert. Auf ähnliche
Weise wurde die cDNA von Mausrhodopsin mit Eco47III geschnitten
und in vitro exprimiert. Resultierende RNAs wurden gemischt und
mit variierenden Konzentrationen von MgCl2 inkubiert.
Alle exprimierten Produkte und Spaltungsprodukte waren von der korrekten
Größe. 5A demonstriert
eine spezifische Spaltung der RNA von Mausrhodopsin über verschiedene
MgCl2-Konzentrationen,
inkubiert bei 37 °C über 3 Stunden.
Durch die Verwendung eines Ersatzgens mit einem Sequenzwechsel um
die Rz33-Spaltungsstelle (TTT→TCT),
der in einer Wobble-Position liegt, demonstrierten wir, das Transkripte
von dem Ersatzgen aufgrund des Fehlens der Rz33-Zielstelle intakt bleiben
(5B). Somit könnte
Rz33 verwendet werden, um mutierte Transkripte auf eine Weise zu
spalten, die von der Krankheitsmutation selbst unabhängig ist
(das heißt,
unter Verwendung dieser Stelle), während Transkripte von dem Ersatzgen,
die das korrekte Protein kodieren, intakt bleiben würden und
daher das Wildtypprotein zur Verfügung stellen könnten.
-
Beispiel 3
-
Menschliches Peripherin
-
Die
nicht adaptierte cDNA von menschlichem Peripherin und die zwei DNA-Fragmente
von menschlichem Peripherin, die durch PCR-Mutagenese mit einer Einzelnukleotidsubstitution
in der kodierenden Sequenz erzeugt wurden, wurden mit BglII bzw.
AvrII geschnitten und in vitro exprimiert. Die Einzelbasenwechsel in
den adaptierten DNAs treten an Dritte-Base-Positionen oder Wobble-Positionen
des Codons (in Position 257 und 359) auf und ändern daher die von diesen
Tripletts kodierte Aminosäure
nicht. Die Rz30- und Rz31-Klone wurden
mit XbaI geschnitten und in vitro exprimiert. Die resultierenden
Ribozyme und RNAs von menschlichem Rhodopsin wurden mit variierenden
Konzentrationen von MgCl2 gemischt, um die
Spaltung der Matrizen-RNA durch Rz30 und Rz31 zu optimieren. Profile
der Spaltung der RNA von menschlichem Peripherin durch Rz30 über verschiedene
MgCl2-Konzentrationen und im Zeitablauf
sind in 6 gegeben. Ähnlich sind Profile der Spaltung
der RNA von menschlichem Peripherin durch Rz31 über verschiedene MgCl2-Konzentrationen
und im Zeitablauf in 7 gegeben. In
allen Fällen
waren die exprimierten RNAs von prognostizierter Größe. Ähnlich wurden
nicht adaptierte Transkripte in allen Fällen in Produkte der prognostizierten
Größe gespalten.
Adaptierte RNAs von menschlichem Rhodopsin wurden mit Rz30- und
Rz31-RNA über
verschiedene MgCl2-Konzentrationen zusammengemischt,
um zu testen, ob adaptierte Transkripte von menschlichem Peripherin
durch Rz30 und Rz31 gespalten werden konnten (6 + 7). Die exprimierten RNAs waren von prognostizierter
Größe. In allen
Fällen
verblieben adaptierte RNAs von menschlichem Peripherin mit Einzelbasenwechseln
an inaktiven Stelle intakt, das heißt, sie wurden von Rz30 oder
Rz31 nicht gespalten. Offensichtlich werden Transkripte von der
nicht adaptierten cDNA von menschlichem Peripherin durch Rz30 und
Rz31 gespalten, während
Transkripte von den adaptierten Ersatz-DNAs, die auf eine Weise
modifiziert worden sind, welche die Degeneration des genetischen
Codes ausnutzt, vor Spaltung geschützt sind.
-
Beispiel 4
-
Menschliches Kollagen 1A2
-
Rz907-Klone,
die auf eine polymorphe Stelle in der Sequenz von menschlichem Kollagen
1A2 zielen, wurden mit XbaI geschnitten und in vitro exprimiert.
Die cDNA-Klone (A und B) des menschlichen Kollagens 1A2, die zwei
Allelformen eines Polymorphismus in der kodierenden Sequenz des
Gens auf Positionen 907 enthalten, wurden mit MvnI bzw. XbaI geschnitten,
in vitro exprimiert und die RNAs wurde mit Rz907-RNA zusammengemischt,
um auf Spaltung der Transkripte durch dieses Ribozym zu testen.
Alle exprimierten Transkripte waren von der prognostizierten Größe. RNAs
wurden mit variierenden Konzentrationen von MgCl2 gemischt,
um die Spaltung der RNAs durch Rz907 zu optimieren (8).
-
Bemerkenswerterweise
wird der größte Teil
der RNA-Transkripte von menschlichem Kollagen 1A2 (B), das an Position
907 ein T-Nukleotid aufweist, von Rz907 gespalten (
8).
Diese Allelform des Gens weist eine Ribozym-Spaltungsstelle auf
906-908 auf. Bemerkenswerterweise ist die Situation bei Transkripten
von menschlichem Kollagen 1A2 (A) umgekehrt, wo bei dieser Allelform
des Gens aufgrund der Beschaffenheit des an Position 907 vorliegenden
Polymorphismus die Ribozym-Spaltungsstelle verloren ging. Im Gegensatz
zu Transkripten von menschlichem Kollagen (B) waren Transkripte
von menschlichem Kollagen (A) aufgrund der Änderung der Sequenz um die
Ribozym-Spaltungsstelle vor Spaltung durch Rz907 geschützt (
8). Die Spaltung des Kollagens 1A2 (B)
durch Rz907 war effizient, was mit 2D-Prognosen von offenen RNA-Schleifenstrukturen
für den
Polymorphismus übereinstimmt – bei dem
Allel, das die Rz907-Ribozym-Spaltungsstelle enthält, wird
die Zielstelle recht konsequent in einer offenen Schleifenstruktur
gefunden. Dieser in einer offenen Schleifenstruktur des Transkriptes
gefundene Polymorphismus demonstriert deutlich die Machbarkeit und Nützlichkeit
der Verwendung der Degeneration des genetischen Codes bei der Suppression
eines endogenen Gens (sei es beim Supprimieren beider Allele oder
eines einzelnen Allels an einer polymorphen Stelle) und der Wiederherstellung
der Genexpression unter Verwendung eines Gens, das dasselbe Protein
kodiert, aber an Dritte-Base-Wobble-Positionen Sequenzmodifizierungen
aufweist, die das Ersatzgen vor Suppression schützen. TABELLE
1
| | Restriktionsenzym | RNA-Größe | Spaltungsprodukte |
| Beispiel
1 | | | |
| Menschliches
Rhodopsin | BstEII | 851
Basen | 287
+ 564 Basen |
| | AcyI | 1183
Basen | 287
+ 896 Basen |
| | FspI | 309
Basen | 287
+ 22 |
| Adaptiertes
menschliches | | | |
| Rhodopsin | BstEII | 851
Basen | |
| Menschliches
Rhodopsin | | | |
| Pro-Leu | BstEII | 851
Basen | 170
+ 681 (Rz20) |
| Menschliches
Rhodopsin | | | |
| Pro-Leu | BstEII | 851
Basen | 287
+ 564 (Rz10) |
| Rz10 | XbaI | 52
Basen | |
| Rz20 | XbaI | 52
Basen | |
- (Tabelle 1; Sequenzen 1-5; 1-4)
| Beispiel
2 | | | |
| Mausrhodopsin | Eco47III | 774
Basen | 400
+ 374 |
| Adaptiertes | | | |
| Mausrhodopsin | Eco47III | 774
Basen | |
| Rz33 | XbaI | 52
Basen | |
- (Tabelle 1; Sequenzen 6-9; 5)
| Beispiel
3 | | | |
| Menschliches
Peripherin | BglII | 545
Basen | 315
+ 230 (Rz30) |
| Menschliches
Peripherin | BglII | 545
Basen | 417
+ 128 (Rz31) |
| Adaptiertes
menschliches | | | |
| Peripherin | AvrII | 414
Basen | |
| Adaptiertes
menschliches | | | |
| Peripherin | BglII | 545
Basen | |
| Rz30 | XbaI | 52
Basen | |
| Rz31 | XbaI | 52
Basen | |
- (Tabelle 1; Sequenzen 10-14; 6 + 7)
| Beispiel
4 | | | |
| Menschliches
Kollagen | | | |
| 1A2
(B) -Rz907 | XbaI | 888
Basen | 690
+ 198 Basen |
| Menschliches
Kollagen | | | |
| 1A2
(A) | MvnI | 837
Basen | |
| Rz907 | XbaI | 52
Basen | |
- (Tabelle 1; Sequenzen 14-16; 8)
TABELLE
2 A:
Rhodopsin-Mutationen, daraufhin getestet, ob die prognostizierte
offene RNA-Schleifenstruktur, die die Rz10-Zielstelle (475-477) enthält, in mutierten
Transkripten intakt bleibt. | Rhodopsin-Mutation | Offene
RNA-Schleife, auf die Rz10 zielt |
| Pro
23 Leu | Intakt |
| Gly
51 Val | Intakt |
| Thr
94 Ile | Intakt |
| Gly
188 Arg | Intakt |
| Met
207 Arg | Intakt |
| Ile
del 255 | Intakt |
B:
Nutzung der Degeneration des genetischen Codes. Ribozym-Spaltungsstellen
sind unterstrichen. | Menschliches
Rhodopsin | |
| | 475-477 |
| Nicht
adaptierte Sequenz | TAC GTC ACC GTC CAG |
| | Val |
| | 475-477 |
| Adaptierte
Sequenz | TAC
GTG ACC GTC CAG |
| | Val |
| Mausrhodopsin | |
| | 1459-1461 |
| Nicht
adaptierte Sequenz | AAT TTT TAT GTG CCC |
| | Phe |
| | 1459-1461 |
| Adaptierte
Sequenz | AAT
TTC TAT GTG CCC |
| | Phe |
| Menschliches
Peripherin | |
| | 255-257 |
| Nicht
adaptierte Sequenz | GCG CTA CTG AAA GTC |
| | Leu |
| | 255-257 |
| Adaptierte
Sequenz | GCG
CTG CTG AAA GTC |
| | Leu |
| | 357-359 |
| Nicht
adaptierte Sequenz | AGC CTA GGA CTG TTC |
| | Leu |
| | 357-359 |
| Adaptierte
Sequenz | AGC
CTG GGA CTG TTC |
| | Leu |
| Menschliches
Typ-I-Kollagen 1A2 | |
| | 906-908 |
| Sequenz
(B) | GCT GGT CCC GCC GGT |
| | Gly |
| | 906-908 |
| Sequenz
(A) | GCT
GGA CCC GCC GGT |
| | Gly |
-
DISKUSSION
-
In
den oben umrissenen Beispielen wurde RNA von cDNAs exprimiert, die
vier unterschiedliche Proteine kodierten:
menschliches Rhodopsin
und Mausrhodopsin, menschliches Peripherin und menschliches Typ-I-Kollagen 1A2.
Rhodopsin und Peripherin wurden verwendet, um die Erfindung für Retinopathien
wie etwa adRP beispielhaft darzustellen – Suppressionseffektoren wurden
auf die kodierenden Sequenzen dieser Gene gezielt. In dem Fall des
Gens für
menschliches Kollagen 1A2 wurde ein natürlich vorkommender Polymorphismus
verwendet, um die Erfindung und die mögliche Verwendung der Erfindung
für Störungen wie
etwa Ol zu demonstrieren – es
könnten
jedoch nicht polymorphe Regionen des Gens für Kollagen 1A2 verwendet werden,
um eine Suppression zu erreichen. Die Suppressionseffektoren der
Wahl in der Erfindung waren Hammerhead-Ribozyme mit Antisense-Flanken,
um eine Sequenzspezifität
zu definieren. Hammerhead-Ribozyme erfordern NUX-Spaltungsstellen
in offenen Schleifenstrukturen von RNA. Besonders könnten bei
der Erfindung andere Suppressionseffektoren benutzt werden und zu
einer flexibleren Wahl von Zielsequenzen für die Suppression führen. Exprimierte
Transkripte von allen vier Genen wurden unter Verwendung von Suppressionseffektoren, die
gegen Zielspaltungsstellen gerichtet waren, in vitro signifikant
angegriffen. In allen vier Beispielen waren die auf die Spaltungsstellen
gerichteten Ribozyme bei der Spaltung von Ziel-RNAs auf die prognostizierte
Weise erfolgreich. Zu den die Spaltungsstellen umgebenden Sequenzen
komplementäres
Antisense wurde erfolgreich verwendet, um die Bindung und Spaltung
von Ziel-RNAs auf eine sequenzspezifische Weise hervorzurufen. Zusätzlich dazu
waren Transkripte von Ersatzgenen, die unter Verwendung der Degeneration
des genetischen Codes so modifiziert worden waren, dass sie ein
Wildtypprotein kodierten, völlig
vor der Spaltung durch Ribozyme geschützt.
-
Die
Nützlichkeit
eines individuellen Ribozyms, das gestaltet ist, um auf eine NUX-Stelle
in einer offenen Schleifenstruktur von Transkripten von einem Gen
zu zielen, hängt
zum Teil von der robusten Beschaffenheit der offenen RNA-Schleifensstruktur
ab, wenn auch verschiedene schädliche
Mutationen in dem Transkript vorliegen. Um dies einzuschätzen, analysierten
wir RNAPlotFold-Daten
von sechs unterschiedlichen, adRP verursachenden Mutationen in dem
Rhodopsin-Gen. Für
jede davon wurde prognostiziert, dass die große offene RNA-Schleifenstruktur,
auf die Rz10 zielt, bei den mutierten Transkripten bewahrt bleibt
(Tabelle 2A). Dies wird in Beispiel 1B (3) deutlich
demonstriert, wobei eine Pro23Leu-Rhodopsin-Mutation verwendet wird. Rz10
spaltet offensichtlich das mutierte Transkript effektiv in vitro.
Die Pro23Leu-Mutation
erschafft eine Ribozym-Spaltungsstelle und kann in vitro von Rz20 – einem
Ribozym, das spezifisch auf diese Stelle zielt – gespalten werden; dies ist
jedoch nicht der Fall für
viele Mutationen. Im Gegensatz dazu haben wir gezeigt, dass die
Rz10-Ribozym-Spaltungsstelle
für unterschiedliche
mutierte Rhodopsine verfügbar
ist und potenziell genutzt werden könnte, um mehrere Mutationen
unter Verwendung eines Ansatzes mit Suppression und Ersatz zu supprimieren.
-
In
einigen Fällen
kann das Vermindern von RNA-Pegeln zu einem parallelen Vermindern
von Proteinpegeln führen – dies ist
möglicherweise
jedoch nicht immer der Fall. In einigen Situationen können Mechanismen
eine signifikante Abnahme der Proteinpegel trotz einer wesentlichen
Abnahme der Pegel von RNA verhindern. In vielen Fällen wurde
jedoch gezeigt, dass die Suppression auf der RNA-Ebene effektiv
ist (siehe Stand der Technik). In einigen Fällen wird angenommen, dass
Ribozyme eine Suppression nicht nur durch Spaltung der RNA hervorrufen,
sondern auch durch einen Antisense-Effekt, aufgrund der Antisense-Arme
des Ribozyms, die das katalytische Zentrum umgeben.
-
Alle
in den Beispielen bereitgestellten Ribozyme waren gestaltet, um
an spezifischen Zielstellen zu spalten. Zielstellen für vier der
benutzten Ribozyme waren in offenen Schleifenstrukturen in den kodierenden Regionen
von Transkripten von drei Retinagenen (menschlichem Rhodopsin und
Mausrhodopsin sowie menschlichem Peripherin) gewählt. In allen Fällen wurde
eine sequenzspezifische Spaltung an den Zielspaltungsstellen erhalten
(
1-
7). Zielstellen
wurden in offenen Schleifenstrukturen gewählt, um die Spaltung zu optimieren.
Zusätzlich
wurden die Zielstellen so gewählt,
dass sie durch Einzelnukleotidwechsel an Dritte-Base-Wobble-Positionen
beseitigt werden konnten und daher für dieselbe Aminosäure kodieren
würden
(Tabelle 2B). Dies wiederum erlaubte die Erzeugung von Ersatzgenen
mit Einzelnukleotidänderungen,
die für
das Wildtypprotein kodieren. In allen Fällen waren getestete Transkripte
von Ersatzgenen vor Spaltung durch Ribozyme geschützt. An
den Ersatzgenen könnten
weitere Modifizierungen in Wobble-Positionen vorgenommen werden, zum
Beispiel um die Bindungsaffinität
der das katalytische Ribozym-Zentrum flankierenden Antisense-Arme einzuschränken. Die
für Rhodopsin
und Peripherin bereitgestellten Beispiele involvieren die Suppression
der Expression sowohl von Krankheitsallelen als auch Wildtypallelen
eines Retinagens und die Wiederherstellung des Wildtypproteins unter
Verwendung eines Ersatzgens. Es mag jedoch Situationen geben, in
denen auf einzelne Allele spezifisch oder teilspezifisch gezielt
werden kann (
WO 97/32024 ).
-
Bei
einem Beispiel, menschlichem Kollagen 1A2, wurde Rz907 verwendet,
um auf eine natürlich
vorkommende polymorphe Stelle an Aminosäure 187 (GGA(Glycin) → GGT(Glycin))
zu zielen, die sich in einer offenen Schleifenstruktur von den prognostizierten
2D-Konformationen
des Transkriptes befindet (8, Tabelle
2B). Das Ribozym Rz907 spaltete Transkripte, die die GGT-Sequenz
enthielten, aber Transkripte mit GGA waren vor der Spaltung geschützt.
-
Transkripte
von beiden Allelen von Personen, die für den GGT-Polymorphismus homozygot sind, könnten von
Rz907 gespalten werden, wohingegen in dem Fall von Heterozygoten
die Spaltung auf einzelne Allele gerichtet werden könnte (insbesondere
auf Allele, die schädliche
Mutationen enthielten,
WO 97/32024 ). In
beiden Situationen könnten
Ersatzgene die Sequenz GGA aufweisen und wären daher vor Spaltung durch Rz907
geschützt.
Das Vorhandensein vieler derartiger natürlich vorkommender inaktiver
Polymorphismen hebt hervor, dass Ersatzgene auf eine ähnliche
Art und Weise in Wobble-Positionen modifiziert werden könnten und in
den meisten Fällen
funktionelles Wildtypprotein produzieren sollten. Es könnten mehrere
Modifizierungen in Wobble-Positionen an Ersatzgenen vorgenommen
werden, die den Schutz vor Suppressionseffektoren verstärken würden. Zum
Beispiel wären
in Situationen, in denen Antisense-Nukleinsäuren zur Suppression verwendet
würden,
Transkripte von Ersatzgenen mit mehreren Modifizierungen an Dritte-Base-Positionen
teilweise oder vollständig
vor Antisense-Bindung geschützt.
-
Alle
in den vier Beispielen bereitgestellten Transkripte von cDNA-Klonen wurden in
vitro auf eine sequenzspezifische Weise an Ribozym-Spaltungsstellen
gespalten. Zusätzlich
dazu kommt eine Base der Ribozym-Spaltungsstelle in einer Wobble-Position
vor und kann außerdem
geändert
werden, um die Spaltungsstelle zu eliminieren. Ribozym-Spaltungsstellen
in den gegebenen Beispielen wurden durch das Wechseln von Nukleotidsequenzen,
so dass die Konsensussequenz für
Ribozym-Spaltungsstellen unterbrochen wurde, zerstört. Möglicherweise
könnte
jedoch in einigen Fällen
die Spaltungsstelle zerstört
werden, indem die Nukleotidsequenz auf eine Weise geändert wird,
die die 2D-Struktur der RNA ändert
und die offene Schleifenstruktur, auf die das Ribozym zielt, zerstört. cDNAs
oder DNA-Fragmente mit geänderten
Sequenzen in den Regionen, auf die die Ribozyme zielen, wurden erzeugt.
RNAs, die von diesen cDNAs oder DNA-Fragmenten exprimiert wurden,
waren aufgrund des Fehlens der Ribozym-Spaltungsstelle für jedes
der getesteten Ribozyme gänzlich vor
Spaltung geschützt.
Von besonderem Interesse ist die Tatsache, dass eine Einzelnukleotidänderung
eine Ribozym-Zielstelle vernichten kann, wodurch RNA-Spaltung verhindert
wird. Obwohl bei der Demonstration der Erfindung Ribozyme verwendet
worden sind, könnten
andere Suppressionseffektoren verwendet werden, um eine Geninaktivierung
zu erreichen. Wieder könnten
Ersatzgene mit geänderten
Sequenzen (an Dritte-Base-Wobble-Positionen) erzeugt werden, so
dass sie teilweise oder vollständig
vor Geninaktivierung geschützt sind
und das Wildtyp-Genprodukt (oder vorteilhafte Genprodukt) bereitstellen.
-
Wie
zuvor im Text hervorgehoben, kann bei der Verwendung der Erfindung
dasselbe Verfahren der Suppression (Zielen auf kodierende Sequenzen
eines Gens) und wenn nötig
des Genersatzes (Verwendung eines Ersatzgens mit einer in Dritte-Base-Positionen
modifizierten Sequenz, um die Genexpression wiederherzustellen)
als therapeutischer Ansatz für
viele unterschiedliche Mutationen innerhalb eines gegebenen Gens verwendet
werden. Angesichts der fortlaufenden Klärung der molekularen Pathogenese
von dominanten und polygenen Krankheiten nimmt die Anzahl an Zielen
für diese
Erfindung schnell zu.
-
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