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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen eine T-Zellimmunantwort
cDNA 7 (TIRC7), die ein neues T-Zell-Trans-Membranprotein codiert
sowie davon abgeleitete Peptide und Polypeptide und Antikörper, die
diese (Poly-)Peptide erkennen. In einem ersten Aspekt betrifft die
vorliegende Erfindung TIRC7 cDNA und deren codiertes Protein. In
einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung Polynucleotide,
die von besagter TIRC7 cDNA abgeleitet sind und ein Peptid oder
Polypeptid codieren, das die T-Zellstimulation durch das T-Zellmembranprotein
(TIRC7) inhibieren kann. Darüber
hinaus betrifft die vorliegende Erfindung Vektoren, die solche Polynucleotide
beinhalten und damit transformierte Wirtszellen sowie deren Verwendung
bei der Produktion der oben definierten Peptide oder Polypeptide.
Zusätzlich
betrifft die vorliegende Erfindung (Poly-)Peptide, die von den genannten
Polynucleotiden codiert werden oder durch das erfindungsgemäße Verfahren
erhalten werden können.
In einem anderen wichtigen Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung
Antikörper gegen
diese Peptide und Polypeptide, die die T-Zellstimulation durch das T-Zellmembranprotein
(TIRC7) inhibieren können.
Zusätzlich
betrifft die vorliegende Erfindung pharmazeutische und diagnostische
Zusammensetzungen, die die zuvor genannten Peptide, Polypeptide
oder Antikörper
enthalten. Darüber
hinaus betrifft die vorliegende Erfindung Verfahren und Verwendungen
zur Modulation von Immunantworten durch das neue TIRC7-Membranprotein
sowie pharmazeutische Zusammensetzungen, welche Wirkstoffe enthalten,
die auf das TIRC7-Membranprotein oder seinen Liganden einwirken.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung der zuvor beschriebenen
Polynucleotide, Vektoren, Peptide, Polypeptide oder Antikörper für die Herstellung
von pharmazeutischen Zusammensetzungen zur Anwendung bei der Organtransplantation,
der Behandlung von Autoimmunkrankheiten, allergischen oder infektiösen Krankheiten
oder zur Behandlung von Tumoren. Darüber hinaus betrifft die vorliegende
Erfindung Verfahren zur (antigenspezifischen) Modulation von T-Zellunempfindlichkeit.
Die vorliegende Erfindung umfasst Verfahren zur Induktion, Aufrechterhaltung
oder Rückgängigmachung
von T-Zellunempfindlichkeit durch inhibieren oder stimulieren einer
(unempfindlichen) T-Zelle durch das neue TIRC7-Membranprotein.
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Im
Verlauf des Textes dieser Beschreibung werden mehrere Dokumente
zitiert. Jedes der hierin zitierten Dokumente (einschließlich jeglicher
Herstellerbeschreibung, Anweisungen etc.) ist hiermit durch Bezugnahme
eingeschlossen; dies ist jedoch kein Zugeständnis, dass irgendeines der
hierin zitierten Dokumente für die
vorliegende Erfindung tatsächlich
Stand der Technik darstellt.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Die
Aktivierung von T-Zellen ist ein serieller Prozess mit vielen Signalwegen
und aufeinander folgenden Veränderungen
bei der Genexpression, der zu einer Differenzierung von T-Zellen
in unterschiedliche Subpopulationen führt, d. h. Th1 und Th2, die
anhand ihres Musters der Cytokinproduktion unterschieden werden können und
die Art der zellulären
Immunantwort charakterisieren (Abbas et al., 1996, Crabtree, 1989).
Die T-Zellantwort wird initiiert durch die Interaktion des antigenspezifischen
T-Zellrezeptors (TCR) mit einem Peptid, das von Molekülen des
Haupthistokompatibilitätskomplex
(MHC) auf der Oberfläche
von Antigen-präsentierenden
Zellen (APCs) präsentiert
wird. Zusätzliche
Signale werden gegeben von einem Netzwerk von Rezeptor-Ligand-Interaktionen,
die von einer Reihe von Membranproteinen vermittelt werden, wie
CD28/CTLA4 und B7, CD40/CD40L, LFA-1 und ICAM-1 (Lenschow et al.,
1996; Linsley und Ledbetter, 1993; Xu et al., 1994, Bachmann et
al., 1997; Schwartz, 1992) und die kollektiv als kostimulatorische
Signale bezeichnet werden (Perez et al., 1997).
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Diese
Membranproteine können
die T-Zellaktivierung auf bestimmte Weise verändern (Bachmann et. al., 1997)
und regulieren die Immunantwort durch die Integration von positiven
und negativen Signalen, die von diesen Molekülen gegeben werden (Bluestone,
1995; Perez et al., 1997). Viele der Wirkstoffe, die eine Modulation
der zellulären
Immunantwort bewirken, beeinflussen entweder den T-Zellrezeptor
(Cosimi et al., 1981), blockieren kostimulatorische Signalisierung
(Larsen et al., 1996; Blazar et al., 1996; Kirk et al., 1997; Linsley et
al., 1992; Turka et al., 1992) oder inhibieren intrazelluläre Aktivierungssignale
stromabwärts
dieser primären Zellmembranauslöser (Schreiber
and Crabtree, 1992). Die therapeutische Verhinderung der T-Zellaktivierung bei
Organtransplantationen und Autoimmunkrankheiten beruht gegenwärtig auf
panimmunosuppressiven Medikamenten, die stromabwärts gelegene intrazelluläre Vorgänge beeinflussen.
Die spezifische Modulation der T-Zellantwort bleibt ein dauerhaftes
Ziel der Immunforschung.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Polynucleotide, die ein neues T-Zellmembranprotein
codieren. Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung davon
abgeleitete Peptide und Polypeptide ebenso wie Antikörper, die
in der Lage sind, die T-Zellstimulation durch das neue T-Zellmembranprotein
zu inhibieren. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung Anwendungen
im medizinischen Bereich, die sich direkt aus den erfindungsgemäßen Polynucleotiden,
Peptiden, (Poly-)Peptiden und Antikörpern ergeben. Zusätzlich betrifft
die vorliegende Erfindung ein neues Testverfahren für Aktivatoren
und Inhibitoren der T-Zellproliferation.
Die erfindungsgemäßen pharmazeutischen
Zusammensetzungen, Verfahren und Verwendungen sind therapeutisch
nützlich in
Situationen, in denen es wünschenswert
ist, (antigenspezifische) Immunantworten, z. B. Induktion und Aufrechterhaltung
der T-Zellunempfindlichkeit
oder Wiederherstellung der (antigenspezifischen) T-Zellempfindlichkeit.
Beispielsweise könnte
es notwendig sein, in einem Subjekt, das eine Organ- oder Knochenmarkstransplantation
erhalten hat, die T-Zellunempfindlichkeit zu induzieren oder aufrecht
zu erhalten, um die Abstoßung
des Transplantats durch die Inhibierung der Stimulation mittels
des TIRC7-Membranproteins zu verhindern. Zusätzlich dazu kann die T-Zellunempfindlichkeit
durch Blockieren der TIRC7-Stimulation in einem Subjekt aufrecht
erhalten werden, das an einer Autoimmunkrankheit leidet, um die
Symptome der Autoimmunkrankheit zu lindern. In diesen Fällen wird
dem Subjekt ein TIRC7-inhibierender
Wirkstoff in einer Menge und über
einen Zeitraum verabreicht ausreichend, um die T-Zellunempfindlichkeit
aufrecht zu erhalten. Alternativ kann die T-Zellunempfindlichkeit bei einem Subjekt
rückgängig gemacht
werden, das einen Tumor hat, um eine tumorspezifische T-Zellantwort
zu stimulieren oder bei einem Patienten, der einen Impfstoff erhalten soll,
um die Wirksamkeit des Impfstoffs zu verstärken. Beispielsweise kann eine
Zelle (z. B. eine Tumorzelle) dahin gehend verändert werden, dass sie einen
TIRC7- Liganden exprimiert
oder ein TIRC7-stimulatorischer Wirkstoff kann einem Subjekt verabreicht
werden, das entweder einen Tumor hat oder dem ein Tumor operativ entfernt
wurde, um das Wiederauftreten des Tumors zu verhindern. Zusätzlich kann
die antigenspezifische Empfindlichkeit von anergischen T-Zellen
in vitro durch die Stimulation der T-Zellen mit TIRC7 wieder hergestellt
werden. In vitro hergestellte empfindliche T-Zellen können einem
Subjekt dann verabreicht werden.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER VORLIEGENDEN ERFINDUNG
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Im
Hinblick auf die Notwendigkeit therapeutischer Mittel für die Behandlung
von Krankheiten, die mit Immunantworten des menschlichen Körpers zusammenhängen, ist
es das technische Problem der Erfindung, Mittel und Verfahren zur
Modulation von T-Zellen zur Verfügung
zu stellen, die insbesondere bei der Organtransplantation und bei
Autoimmunkrankheiten von Nutzen sind.
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Die
Lösung
dieses technischen Problems wird erreicht durch Bereitstellen der
in den Patentansprüchen
gekennzeichneten Ausführungsformen,
und zwar wird ein neues von der T-Zellimmunantwort cDNA7 (TIRC7) codiertes
T-Zellmembranprotein beschrieben, das eine zentrale Rolle bei der
in vitro und in vivo T-Zellaktivierung spielt. TIRC7 mRNA wird in
der frühen
Phase der T-Zellaktivierung durch einen Calcineurin-abhängigen Signalweg
vorübergehend
hochreguliert.
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In
einer ersten Reihe von Experimenten wurde die TIRC7-codierende cDNA
kloniert und charakterisiert, siehe erster Teil von Beispiel 1 und 1. Des Weiteren wurde besagte
cDNA einer In-vitro-Translation unterzogen und vorläufige Ergebnisse,
die in MLR-Inhibitionstests
mit dem in-vitro-translatierten TIRC7-Protein erhalten wurden, wiesen
auf ein zu vermutendes immunosuppressives Potential des besagten
Proteins hin, siehe Beispiel 2 mit 5B.
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Eine
zweite (unabhängige)
Reihe von Experimenten, die gemäß der vorliegenden
Erfindung durchgeführt
wurden (Beispiele 2 bis 4), zeigte überraschender Weise, dass eine
Modulation von TIRC7-Membranprotein-vermittelten Signalen mit spezifischen
anti-TIRC7-Membranprotein-Antikörpern in
vitro die T-Zellproliferation und die IL-2-Sekretion, die durch
exogenes IL-2 reversibel ist, effizient verhindert. Anti-TIRC7-Membranprotein-Antikörper inhibieren
spezifisch die Th1-untergruppenspezifische Cytokinexpression, verschonen
aber die Th2-Cytokine. Die Verabreichung besagter Antikörper an
Ratten verlängert
die Überlebenszeit
von Nierenallotransplantaten signifikant. Die eben beschriebenen
Resultate, die gemäß der vorliegenden
Erfindung erhalten wurden, beweisen, dass das TIRC7-Protein eine
essentielle Rolle in der Frühphase
der T-Zellaktivierung spielt. Daher stellt das Targeting des TIRC7-Membranproteins
und seines codierenden Gens eine neuartige therapeutische Vorgehensweise
für die
Modulation der Immunantwort dar.
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Dementsprechend
betrifft die Erfindung ein Polynucleotid, das ein TIRC7-Membranprotein
oder ein biologisch aktives Fragment davon codiert, umfassend eine
DNA-Sequenz aus der Gruppe bestehend aus
- (i)
DNA-Sequenzen, die eine Nucleotidsequenz enthalten, welche die in
SEQ ID NO: 2 oder SEQ ID NO: 13 dargestellten Aminosäuresequenzen
von Aminosäureposition
1 bis 614 oder von Aminosäureposition
1 bis 601 codieren;
- (ii) DNA-Sequenzen enthaltend die in SEQ ID NO: 1 oder SEQ ID
NO: 12 dargestellte Nucleotidsequenz;
- (iii) DNA-Sequenzen enthaltend eine Nucleotidsequenz, die ein
Fragment oder Derivat des Proteins des von der DNA-Sequenz aus (i)
oder (ii) codierten Proteins codiert; und
- (iv) DNA-Sequenzen, deren komplementärer Strang unter stringenten
Bedingungen mit einem der in (i) bis (iii) definierten Polynucleotide
hybridisiert, und die mindestens zu 70% mit einem dieser Polynucleotide identisch
sind.
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Der
Begriff "TIRC7-Membranprotein", so wie er gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet wird, bezeichnet ein Protein, das in die Signaltransduktion
der T-Zellaktivierung und/oder -proliferation involviert ist und
das, vorzugsweise in löslicher
Form, eine T-Zellproliferation
inhibieren oder unterdrücken
kann als Reaktion auf Alloaktivierung in einer gemischten Lymphozytenkultur
oder als Reaktion auf Mitogene, wenn diese der Kultur exogen hinzugefügt werden.
Studien, die im Rahmen der vorliegenden Erfindung durchgeführt worden
waren, haben gezeigt, dass lösliches
in-vitro-translatiertes TIRC7-Protein
in dosierungsabhängiger
Weise die T-Zellproliferation als Reaktion auf Alloaktivierung in
einer gemischten Lymphozytenkultur oder als Reaktion auf Mitogene
effizient zu unterdrücken
vermag, siehe Beispiel 2, 5B.
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Der
Begriff "ein biologisch
aktives Fragment davon" bezieht
sich auf Peptide und Polypeptide, die von besagtem TIRC7-Membranprotein
abgeleitet sind und die die T-Zellproliferation
wie oben definiert inhibieren können.
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Vormals
wurde ein cDNA-Fragment durch die Reverse-Transkriptions-„Differential-Display"-Polymerase-Kettenreaktions(DDRT-PCR)-Technik
amplifiziert, das aus RNA von Zellen stammte, die in einer gemischten
Lymphozytenkultur (MLC) stimuliert wurden. Es wurde berichtet, dass
die so erhaltene Aminosäuresequenz
des 350-Basenpaar(bp)-cDNA-Fragments
zu einem neuen humanen (H+)-ATPase-Protonenpumpen-Homolog gehört, das
in alloaktivierten Lymphozyten differentiell exprimiert wird, da
die Aminosäuresequenz
substantielle Homologie zur Ratten- bzw. Rinder-Vesikular(H+)-ATPase-Protonenpumpe
hatte. Da die Funktion des Moleküls
nicht bekannt war, wurde auch spekuliert, dass seine Homologie zu
einem Maus-T-Zell-abgeleiteten immunosuppresiven Protein (J6B7,
Lee, Molecular Immunology 27 (1990), 1137–1144) vermuten lasse, dass
das korrespondierende Gen in die Immunmodulation involviert sein
könne. Ein
cDNA-Klon mit voller Länge
wurde mittels des 350-Basenpaar-cDNA-Fragments aus einer Bibliothek
von aktivierten humanen T-Zellen
isoliert. Die Aminosäuresequenz
der neu klonierten cDNA brachte jedoch keine weiteren Erkenntnisse über die
mutmaßliche
Funktion des codierten Proteins, obwohl von einigen Anfangsexperimenten,
die das Expressionsmuster eines Gens, das vermutlich dem 350-Basenpaar-Fragment
entsprechen sollte und dessen codiertes, in-vitro-translatiertes
Protein betrafen, berichtet und somit Anlass zur Spekulation gegeben
wurde. Des Weiteren schlug der Versuch fehl, das Maus-Homolog mit
Hilfe von entweder dem 350-Basenpaar-Fragment oder der cDNA mit voller Länge zu klonieren.
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Weitere
Untersuchungen zeigten, dass die durch DDRT-PCR von RNA aus stimulierten
T-Lymphozyten identifizierte
Aminosäuresequenz
des cDNA-Fragments einer transmembranen Region entspricht. Es konnte
daher nicht ausgeschlossen werden, dass wegen der konservierten
Strukturen und Aminosäuresequenzen
solcher transmembraner Regionen der cDNA-Klon mit voller Länge nicht
tatsächlich
dem durch DDRT-PCR identifizierten Fragment entsprach. Beispielsweise
gibt es 5 Unterschiede hinsichtlich der Aminosäuren in der Aminosäuresequenz
des TIRC7-Proteins im Vergleich zum Protein der von dem 350-Basenpaar codierten
transmembranen Region. Da eine DDRT-PCR-Analyse der RNA aus humanen
Lymphozyten mehrere Gene identifizierte, deren Expression durch
Alloaktivierung verändert
wurde, könnten
des Weiteren (Multi-)Genfamilien ähnlicher Struktur und/oder
Funktion existieren, wohingegen nur eines oder wenige dieser Gene
tatsächlich
durch die oben beschriebene Technik identifiziert werden. Daher
war die Bedeutung der vorläufigen
Ergebnisse und die tatsächliche
biologische Funktion dieses unbekannten Proteins, zu dem kein Vorgänger existierte,
absolut unklar.
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Die
vorläufigen
Ergebnisse wurden umso mehr in Frage gestellt hinsichtlich der jüngsten Veröffentlichung
von Lee, Biochem. Biophys. Res. Communications 218 (1996), 813–821, worin über die
Klonierung und Charakterisierung einer humanen Osteoclasten-spezifischen
116 kDa-Protonenpumpen-Untereinheit berichtet wurde, deren cDNA
eine Nucleotid- und eine Aminosäuresequenz
beinhaltet, die im Wesentliche identisch mit denen des aus aktivierten
humanen T-Zellen geklonten Gens ist. Folglich schien es, als spiegelten
die vorläufigen
Ergebnisse ein Artefakt wieder und/oder wären auf Grund der Aktivität eines
Pseudo-Gens des von Lee, supra, beschriebenen Gens erhalten worden.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wurde ein Polynucleotid mit der Nucleotidsequenz der codierenden
Region wie in SEQ ID NO: 1 dargestellt identifiziert, das ein Protein
von 614 Aminosäuren
(SEQ ID NO: 2) mit einem Molekulargewicht von 75 kDa codiert. Gemäß der vorliegenden
Erfindung durchgeführte
Experimente zeigten, dass das TIRC7-Membranprotein in allen lymphoiden
Geweben exprimiert wird, mit niedriger Expression nur in der Thymusdrüse, im Knochenmark
und in der fetalen Leber, und in den Lymphozyten nach der Stimulation
des T-Zellrezeptors vorübergehend
hochreguliert wird, siehe Beispiel 1, 3.
Das TIRC7-codierende Gen wurde durch die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierungs-Methode
(FISH) auf dem langen Arm des humanen Chromosoms 10 (13.4–13.5 q)
lokalisiert, das nahe bei der Bruchstellenregion des bcI-Gens liegt, welches
mit Leukämie
assoziiert wird. Das TIRC7-Membranprotein wird vorwiegend auf der
Zellmembran exprimiert, übereinstimmend
mit einem Target für
einen externen Liganden, siehe Beispiel 1, 4. Die 7- Transmembran-Domän-Struktur sagt drei extrazelluläre Schleifen
und einen extrazellulär
orientierten Carboxy-Terminus voraus, siehe 2.
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Aus
dem Vorangegangenen ergibt sich, dass die in SEQ ID NO: 1 dargestellte
Nucleotidsequenz eine neue Klasse von T-Zellmembranproteinen codiert.
Durch die Bereitstellung dieser Nucleotidsequenz ist es nunmehr
möglich,
identische oder ähnliche
Polynucleotide, die Proteine mit der biologischen Aktivität von TIRC7
codieren, aus anderen Spezies oder Organismen zu isolieren. Allgemein übliche Arbeitsweisen
zur Identifikation und Isolation solcher verwandter Sequenzen sind
beispielsweise die Isolation aus genomischen oder cDNA-Bibliotheken,
wobei die offenbarte Sequenz ganz oder teilweise als Sonde verwendet
wird oder die Amplifikation von korrespondierenden Polynucleotiden
durch eine Polymerasen-Kettenreaktion unter Verwendung von spezifischen
Primern. Gemäß der vorliegenden
Erfindung wurde ein weiteres ein TIRC7-Membranprotein codierendes
Polynucleotid isoliert unter Verwendung eines Nukleinsäuremoleküls, das
die codierende Sequenz aus SEQ ID NO: 1 als Sonde enthielt. Die
Nucleotidsequenz besagten Polynucleotids wird in SEQ ID NO: 12 angegeben
und codiert ein Protein mit der Aminosäuresequenz von SEQ ID NO: 13.
Die Nucleotid- und Aminosäuresequenzen
besagten TIRC7-Membranproteins sind im Wesentlichen identisch mit
denen des von SEQ ID NO: 1 codierten TIRC7-Membranproteins, außer bei
Aminosäureposition
121 (Arg → Gln),
und stellen daher vermutlich allelische Varianten dar.
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Folglich
betrifft die Erfindung auch Polynucleotide, die mit den oben beschriebenen
Polynucleotiden hybridisieren und sich im Vergleich zu diesen an
einer oder mehreren Positionen unterscheiden, solange sie ein TIRC7-Membranprotein
wie oben definiert codieren. Solche Moleküle umfassen jene, die durch
beispielsweise Deletion(en), Insertion(en), Veränderungen) oder andere dem
Stand der Technik bekannte Modifikationen im Vergleich zu den oben
beschriebenen Polynucleotiden entweder einzeln oder in Kombination
verändert wurden.
Verfahren zur Einführung
solcher Modifikationen bei den erfindungsgemäßen Polynucleotiden sind dem
Fachmann hinreichend bekannt, siehe z. B. Sambrook et al. (Molecular
cloning; A Laboratory Manual, Second Edition, Cold Spring Harbor
Laboratory Press, Cold Spring Harbor NY (1989)). Die Erfindung betrifft auch
Polynucleotide, deren Nucleotidsequenz sich von der von irgendeinem
der oben beschriebenen Polynucleotide auf Grund der Degeneration
des genetischen Codes unterscheidet.
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Im
Hinblick auf die oben unter (iv) gekennzeichneten DNA-Sequenzen
bezieht sich der Begriff "Hybridisierung" in diesem Zusammenhang
auf konventionelle Hybridisierungsbedingungen, vorzugsweise so wie bei
der Hybridisierung in 50% Formamid/6 × SSC/0.1% SDS/100 μg/ml ssDNA,
worin die Temperaturen für
die Hybridisierung über
37°C und
die Temperaturen zum Waschen in 0.1 × SSC/0.1% SDS über 55°C liegen.
Meist bevorzugt bezieht sich der Begriff "Hybridisierung" auf stringente Hybridisierungsbedingungen
wie beispielsweise beschrieben bei Sambrook, supra.
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Besonders
bevorzugt sind Polynucleotide, die zu 70%, vorzugsweise zu mindestens
85%, mehr bevorzugt zu 90–95%
und besonders bevorzugt zu 96–99%
sequenzidentisch mit einem der oben genannten Polynucleotide sind
und die gleiche biologische Aktivität aufweisen. Solche Polynucleotide
beinhalten auch jene, die beispielsweise durch Nucleotiddeletion(en),
-insertion(en), -substitution(en), -addition(en) und/oder -rekombination(en)
und/oder durch (eine) andere dem Stand der Technik bekannte Modifikationen)
entweder einzeln oder in Kombination im Vergleich zu den oben beschriebenen
Polynucleotiden verändert
sind. Verfahren zur Einführung
solcher Modifikationen in die Nucleotidsequenzen der erfindungsgemäßen Polynucleotide
sind dem Fachmann hinreichend bekannt. Daher umfasst die vorliegende
Erfindung jedes Polynucleotid, das von den oben beschriebenen Polynucleotiden
durch Gentechnik abgeleitet werden kann und das bei der Expression
ein TIRC7-Membranprotein oder ein biologisch aktives Fragment davon
codiert.
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Es
ist dem Fachmann auch unmittelbar offensichtlich, dass dem erfindungsgemäßen Polynucleotid
regulatorische Sequenzen hinzugefügt werden können. Beispielsweise können Promotoren,
Transkriptionsenhancer und/oder Sequenzen, die eine induzierte Expression
des erfindungsgemäßen Polynucleotids
ermöglichen,
verwendet werden. Ein geeignetes induzierbares System ist beispielsweise
die Tetracyclin-regulierte Genexpression wie beispielsweise beschrieben
von Gossen und Bujard (Proc. Natl. Acad. Sci. USA 89 (1992), 5547–5551) und
Gossen et al. (Trends Biotech. 12 (1994), 58–62).
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In
einer weiteren Ausführungsform
betrifft die Erfindung Nukleinsäuremoleküle von mindestens
15 Nucleotiden Länge,
die spezifisch mit einem Polynucleotid wie oben beschrieben oder
mit einem komplementären Strang
davon hybridisieren. Die spezifische Hybridisierung erfolgt vorzugsweise
unter stringenten Bedingungen und impliziert keine oder nur sehr
geringe Cross-Hybridisierung mit Nucleotidsequenzen, die keine oder gänzlich unterschiedliche
Proteine codieren. Solche Nukleinsäuremoleküle können als Sonden und/oder zur Kontrolle
der Genexpression verwendet werden. Die Nukleinsäure-Sonden-Technologie ist dem Fachmann hinreichend
bekannt, der ohne Weiteres anerkennen wird, dass solche Sonden in
der Länge
variieren können. Bevorzugt
sind Nukleinsäure-Sonden
von 17 bis 35 Nucleotiden Länge.
Natürlich
kann es auch angebracht sein, Nukleinsäuren von bis zu 100 und mehr
Nucleotiden Länge
zu verwenden. Die erfindungsgemäßen Nukleinsäure-Sonden sind für verschiedene
Anwendungen von Nutzen. Einerseits können sie als PCR-Primer zur Amplifikation
von erfindungsgemäßen Polynucleotiden
verwendet werden. Eine andere Anwendung ist die als Hybridisierungssonde
zur Identifikation von Polynucleotiden, die mit den erfindungsgemäßen Polynucleotiden
durch Homologie-Screening genomischer DNA-Bibliotheken hybridisieren.
Nukleinsäuremoleküle gemäß dieser
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung, die komplementär
zu einem Polynucleotid sind, wie es oben beschrieben wurde, können auch
zur Repression oder Expression eines solch ein Polynucleotid enthaltenden
Gens verwendet werden, beispielsweise auf Grund eines Antisense-
oder Tripelhelix-Effekts, oder zur Konstruktion von geeigneten Ribozymen
(siehe, z. B., EP-B1 0 291 533, EP-A1 0 321 201, EP-A2 0 360 257),
die spezifisch die (prä-)mRNA
eines ein Polynucleotid enthaltenden Gens spalten. Die Auswahl geeigneter
Targetstellen und korrespondierender Ribozyme kann erfolgen wie
beispielsweise beschrieben in Steinecke, Ribozymes, Methods in Cell
Biology 50, Galbraith et al. eds Academic Press, Inc. (1995), 449–460. Standardverfahren
zur Antisense-Technologie wurden ebenfalls beschrieben (Melani,
Cancer Res. 51 (1991), 2897–2901).
Des Weiteren ist sich der Fachmann durchaus der Tatsache bewusst,
dass es ebenfalls möglich ist,
eine solche Nukleinsäure-Sonde
mit einem geeigneten Marker für
spezifische Anwendungen zu markieren, wie beispielsweise zum Nachweis
der Präsenz
eines erfindungsgemäßen Polynucleotids
in einer aus einem Organismus entnommenen Probe.
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Die
oben beschriebenen Nukleinsäuremoleküle können entweder
DNA oder RNA oder ein Hybrid davon sein. Des Weiteren können besagte
Nukleinsäuremoleküle beispielsweise
Thioester-Bindungen und/oder Nucleotidanaloge, wie sie bei Oligonucleotid-Antisense-Arbeitsweisen gebräuchlich
sind, enthalten. Besagte Modifikationen können bei der Stabilisierung
der Nukleinsäuremoleküle gegen
Endo- und/oder Exonukleasen in der Zelle von Nutzen sein. Besagte
Nukleinsäuremoleküle können von
einem geeigneten Vektor transkribiert werden, welcher ein chimeres
Gen enthält,
das die Transkription besagten Nukleinsäuremoleküls in der Zelle ermöglicht.
Solche Nukleinsäuremoleküle können des
Weitern Ribozymsequenzen wie oben beschrieben enthalten.
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In
dieser Hinsicht ist es auch zu verstehen, dass das erfindungsgemäße Polynucleotid
für "Gen-Targeting" und/oder "Gen-Ersetzung", für die Wiederherstellung
eines mutanten Gens oder für
die Herstellung eines mutanten Gens mittels homologer Rekombination
verwendet werden kann, siehe beispielsweise Mouellic, Proc. Natl.
Acad. Sci. USA, 87 (1990), 4712–4716;
Joyner, Gene Targeting, A Practical Approach, Oxford University
Press.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
werden Nukleinsäuremoleküle markiert.
Verfahren zum Nachweis von Nukleinsäuren sind dem Stand der Technik
hinreichend bekannt, d. h. Southern- und Northern-Blot, PCR- oder
Primerextension. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
können
besagte Nukleinsäuremoleküle zur Unterdrückung der
TIRC7-Expression
verwendet werden.
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Das
erfindungsgemäße Polynucleotid,
das das oben beschriebene TIRC7-Membranprotein oder biologisch aktive
Fragmente davon codiert, kann beispielsweise DNA, cDNA, RNA oder
synthetisch hergestellte DNA oder RNA oder ein rekombinant hergestelltes
chimeres Nukleinsäuremolekül sein,
das jedes beliebige dieser Polynucleotide entweder allein oder in
Kombination enthält.
Vorzugsweise ist besagtes Polynucleotid Teil eines Vektors. Solche
Vektoren können
weitere Gene enthalten, wie z. B. Markergene, die die Selektion besagten
Vektors in einer geeigneten Wirtszelle und unter geeigneten Bedingungen
ermöglichen.
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Vorzugsweise
ist das erfindungsgemäße Polynucleotid
funktionell mit Expressions-Kontroll-Sequenzen verknüpft, die die Expression in
prokaryotischen oder eukaryotischen Zellen ermöglichen. Die Expression des
besagten Polynucleotids umfasst die Transkription der Polynucleotide
in eine translatierbare mRNA. Regulatorische Elemente, die die Expression
in eukaryotischen Zellen, vorzugsweise in Säugerzellen, sicher stellen,
sind dem Fachmann hinreichend bekannt. Üblicher Weise enthalten sie
regulatorische Sequenzen, die die Initiierung der Transkription
sicher stellen und wahlweise Poly-A-Signale, die die Termination
der Transkription und die Stabilisierung des Transkripts sicher
stellen. Zusätzliche
regulatorische Elemente können
transkriptionale wie auch translationale Enhancer und/oder naturgemäß verbundene
oder heterologe Promotor-Regionen umfassen. Mögliche regulatorische Elemente,
die die Expression in prokaryotischen Wirtszellen erlauben, umfassen
beispielsweise die PL, lac, trp oder tac
Promotoren in E. coli; Beispiele für regulatorische Elemente,
die die Expression in eukaryotischen Wirtszellen erlauben sind die
AOX1- oder GAL1-Promotoren in Hefe oder die CMV-, SV40-, RSV-Promotoren
(Roussarcoma-Virus), der CMV-Enhancer, SV40-Enhancer oder ein Globin-Intron
in Zellen von Säugern
oder anderen tierischen Zellen. Neben den für die Initiierung der Transkription
verantwortlichen Elementen können
solche regulatorischen Elemente auch Transkriptions-Terminations-Signale, so
wie die SV40-Poly-A-Stelle oder die tk-Poly-A-Stelle, stromabwärts des
Polynucleotids umfassen. Des Weiteren, abhängig vom angewandten Expressionssystem
können
Leadersequenzen, die das Polypeptid in ein zelluläres Kompartiment
dirigieren können
oder es in das Medium sekretieren können, zu der codierenden Sequenz
des erfindungsgemäßen Polynucleotids
hinzugefügt
werden und sie sind dem Fachmann hinreichend bekannt. Die Leadersequenz(en)
wird (werden) in einer geeigneten Phase zusammengesetzt mit Translations-,
Initiierungs- und Terminationssequenzen und, vorzugsweise, einer
Leadersequenz, die die Sekretion von translatiertem Protein, oder
eines Anteils davon, in den periplasmischen Raum oder das extrazelluläre Medium dirigieren
kann. Optional kann die heterologe Sequenz ein Fusionsprotein codieren,
umfassend ein C- oder N-Terminal-Identifikations-Peptid, das die
gewünschten
Charakteristika, z. B. Stabilisierung oder vereinfachte Reinigung
des exprimierten rekombinanten Produkts, vermittelt. In diesem Zusammenhang
sind im Stand der Technik geeignete Expressionsvektoren bekannt,
so wie die Okayama-Berg-cDNA- Expressionsvektoren pcDV1
(Pharmacia), pCDM8, pRc/CMV, pcDNA1, pcDNA3 (InVitrogen), oder pSPORT1
(GIBCO BRL).
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Vorzugsweise
sind die Expressionskontrollsequenzen eukaryotische Promotor-Systeme
in Vektoren, die eukaryotische Wirtszellen transformieren oder transfizieren
können,
jedoch können
Kontrollsequenzen für prokaryotische
Wirte ebenfalls verwendet werden. Ist der Vektor erst in den geeigneten
Wirt integriert, wird der Wirt unter geeigneten Bedingungen für eine Expression
der Nucleotidsequenzen in großen
Mengen gehalten und, wie gewünscht,
kann die Entnahme und Reinigung des erfindungsgemäßen Proteins
folgen, siehe beispielsweise die Beispiele im Anhang.
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In Übereinstimmung
mit dem Vorherigen betrifft die vorliegende Erfindung Vektoren,
insbesondere üblicherweise
in der Gentechnik verwendete Plasmide, Cosmide, Viren und Bakteriophagen,
die ein erfindungsgemäßes Polynucleotid
enthalten. Dem Fachmann hinreichend bekannte Verfahren können zur
Herstellung rekombinanter Vektoren verwendet werden, siehe beispielsweise
die Techniken wie beschrieben in Sambrook, Molecular Cloning A Laboratory
Manual, Cold Spring Harbor Laboratory (1989) N. Y. und Ausubel,
Current Protocols in Molecular Biology, Green Publishing Associates
und Wiley Interscience, N. Y. (1989). Alternativ können die
erfindungsgemäßen Polynucleotide
und Vektoren in Liposome rekonstituiert werden für die Verbringung zu den Targetzellen.
Die die erfindungsgemäßen Polynucleotide
enthaltenden Vektoren können
durch hinreichend bekannte Verfahren, die sich je nach der Art des
zellulären
Wirts unterscheiden können,
in die Wirtszelle eingebracht werden. Zum Beispiel wird die Kalziumchlorid-Transfektion üblicherweise
für prokaryotische
Zellen verwendet, während
eine Kalziumphosphat-Behandlung oder Elektroporation für andere
zelluläre Wirte
verwendet wird, siehe Sambrook, supra.
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In
einer weiteren Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung eine Zelle, die das Polynucleotid oder
den Vektor wie oben beschrieben enthält. Vorzugsweise ist diese
Zelle eine eukaryotische, am besten eine Säugerzelle, wenn therapeutische
Verwendungen des Proteins vorgesehen sind. Natürlich können Hefe und weniger bevorzugt
prokaryotische Zellen, z. B. Bakterienzellen, ebenso verwendet werden,
insbesondere wenn das produzierte Protein als diagnostisches Mittel
verwendet wird.
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Das
erfindungsgemäße Polynucleotid
oder der erfindungsgemäße Vektor,
das/der in der Wirtszelle anwesend ist kann entweder in das Genom
der Wirtszelle integriert werden oder extrachromosomal gehalten werden.
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Der
Begriff "prokaryotisch" soll alle Bakterien
einschließen,
die zur Expression eines erfindungsgemäßen Proteins mit einer DNA
oder einer RNA transformiert oder transfiziert werden können. Prokaryotische
Wirte können
gramnegative ebenso wie grampositive Bakterien einschließen, wie
z. B. E. coli, S. typhimurium, Serratia marcescens und Bacillus
subtilis. Der Begriff "eukaryotisch" soll einschließen Hefezellen,
höhere Pflanzenzellen,
Insektenzellen und vorzugsweise Säugerzellen. Abhängig von
dem Wirt, der bei einem rekombinanten Produktionsverfahren zum Einsatz
kommt, kann das von dem Polynucleotid der vorliegende Erfindung
codierte Protein glykosyliert werden oder auch nicht. Erfindungsgemäße TIRC7-Proteine
können
auch einen anfänglichen
Methionin-Aminosäurerest
beinhalten. Ein erfindungsgemäßes Polynucleotid
kann dazu verwendet werden, den Wirt mittels einer beliebigen der
dem Fachmann üblicherweise
bekannten Techniken zu transformieren oder zu transfizieren. Des
Weiteren sind Verfahren zur Herstellung von fusionierten miteinander
verknüpften
Genen in Fachkreisen hinreichend bekannt (Sambrook, Molecular Cloning:
A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory, Cold Spring
Harbor, NY, 1989). Die hierin beschriebenen genetischen Konstruktionen
und Verfahren können
zur Expression des erfindungsgemäßen TIRC7-Proteins in eukaryotischen
oder prokaryotischen Wirten verwendet werden. Im Allgemeinen werden
Expressionsvektoren, die Promotor-Sequenzen enthalten, welche die
effiziente Transkription des eingefügten Polynucleotids fördern, in
Verbindung mit dem Wirt verwendet. Der Expressionsvektor enthält typischer
Weise einen Replikationsausgangsort, einen Promotor und einen Terminator
ebenso wie spezifische Gene, die für die phänotypische Selektion der transformierten
Zellen sorgen können.
Des Weiteren können
transgene Tiere, vorzugsweise Säuger,
die erfindungsgemäße Zellen
beinhalten, für
eine groß angelegte
Produktion des erfindungsgemäßen TIRC7-Proteins
verwendet werden.
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Alternativ
kann eine tierische Zelle, vorzugsweise eine Säugerzelle, in deren Genom natürlicherweise ein
erfindungsgemäßes Polynucleotid
anwesend ist, verwendet und derart verändert werden, so dass besagte Zelle
das endogene Gen entsprechend dem erfindungsgemäßen Polynucleotid mit der Steuerung
eines heterologen Promotors exprimiert.
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Die
Einführung
des heterologen Promotors, der nicht naturgemäß die Expression des erfindungsgemäßen Polynucleotids
steuert, kann gemäß Standardverfahren
erfolgen, siehe supra. Geeignete Promotoren beinhalten die hierin
zuvor genannten.
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Daher
betrifft die vorliegende Erfindung in einer weiteren Ausführungsform
ein Verfahren zur Produktion eines TIRC7-Membranproteins oder eines
biologisch aktiven Fragments davon, umfassend:
- (a)
Kultivierung eines erfindungsgemäßen Wirts
unter die Expression des Proteins ermöglichenden Bedingungen; oder
- (b) in-vitro-Translation des erfindungsgemäßen Polynucleotids; und
Gewinnung
des in (a) oder (b) hergestellten Proteins.
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Die
transformierten Wirte können
in Fermentern gezüchtet
und gemäß in Fachkreisen
bekannten Techniken derart kultiviert werden, so dass ein optimales
Zellwachstum erreicht wird. Das erfindungsgemäße TIRC7-Protein kann dann
vom Wachstumsmedium, von zellulären
Lysaten oder zellulären
Membranfraktionen isoliert werden. Einmal exprimiert, kann das erfindungsgemäße Protein
aufgereinigt werden gemäß in Fachkreisen
bekannten Standardtechniken einschließend Ammonium-Sulfat-Präzipitation,
Affinitäts-Säulen, Säulenchromatographie,
Gel-Elektrophorese und ähnlichen;
siehe Scopes, "Protein
Purification", Springer-Verlag, N.
Y. (1982). Im Wesentlichen reine Proteine von einer Homogenität von mindestens
ca. 90 bis 95% sind bevorzugt, solche von 98 bis 99% Homogenität sind am
meisten bevorzugt für
pharmazeutische Verwendungen. Einmal aufgereinigt, je nach Wunsch
partiell oder bis zur Homogenität,
können
die Proteine sodann entweder therapeutisch (einschließlich extrakorporell)
eingesetzt werden oder für
die Entwicklung und Durchführung
von Assay-Verfahren verwendet werden.
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Daher
betrifft die vorliegende Erfindung in einer weiteren Ausführungsform
ein TIRC7-Membranprotein oder
ein biologisch aktives Fragment davon, das von dem erfindungsgemäßen Polynucleotid
codiert wird oder hergestellt wird durch eines der oben beschriebenen
Verfahren. Es wird für
den Fachmann offensichtlich sein, dass das erfindungsgemäße Protein
weiter an andere Reste wie oben beschrieben gekoppelt werden kann, beispielsweise
für Medikamenten-Targeting
und Imaging-Anwendungen. Eine solche Kopplung kann chemisch nach
der Expression des Proteins zur Stelle der Anfügung erfolgen oder das Kopplungsprodukt
kann auf dem DNA-Level in das erfindungsgemäße Protein konstruiert werden.
Die DNAs werden dann in ein geeignetes Wirtssystem exprimiert und
die exprimierten Proteine werden gesammelt und renaturiert, sofern
es nötig
ist. Des Weiteren ermöglicht
die Bereitstellung des TIRC7-Proteins der vorliegenden Erfindung
die Produktion von TIRC7-spezifischen Antikörpern. In dieser Hinsicht ermöglicht die
Hybridomtechnologie die Herstellung von Zelllinien, die Antikörper gegen
im Wesentlichen jede gewünschte
Substanz sekretieren, die eine Immunantwort erzeugt. Die die leichten
und schweren Ketten des Immunglobulins codierende RNA kann dann aus
dem Zytoplasma des Hybridoms erhalten werden. Das 5'-Endstück der mRNA
kann zur Bereitung von cDNA zur Insertion in einen Expressionsvektor
verwendet werden. Die den Antikörper
oder seine Immunglobulinketten codierende DNA kann nachfolgend in
Zellen, vorzugsweise in Säugerzellen,
exprimiert werden.
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Abhängig von
der Wirtszelle können
Renaturierungstechniken zur Erlangung einer exakten Konformation
des Antikörpers
erforderlich sein. Nötigenfalls
können
zur Bindungsoptimierung punktuelle Substitutionen in der DNA vorgenommen
werden unter Anwendung von konventioneller Kassetten-Mutagenese
oder einer anderen Methodik zur Konstruktion von Protein, wie hierin
offenbart.
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Daher
betrifft die vorliegende Erfindung auch einen Antikörper, der
das erfindungsgemäße Peptid
oder Polypeptid spezifisch erkennt.
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In
einer weiteren Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung eine Zelle, die dahin gehend
modifiziert wurde, dass sie ein erfindungsgemäßes TIRC7-Protein oder einen
erfindungsgemäßen Antikörper exprimiert.
Diese Ausführungsform
kann gut dazu geeignet sein, z. B. die T-Zellempfindlichkeit zu
einem Antigen wieder herzustellen, insbesondere wenn der erfindungsgemäße Antikörper, der
die T-Zellproliferation stimulieren kann, in einer Form exprimiert
wird, in der er geeignet ist, auf der Zelloberfläche präsentiert zu werden.
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Darüber hinaus
betrifft die vorliegende Erfindung pharmazeutische Zusammensetzungen
enthaltend ein Peptid oder Polypeptid, das die T-Zellstimulation
durch ein TIRC7-Membranprotein
inhibieren kann und/oder von einem Antikörper erkannt wird, der die
T-Zellstimulation
durch ein von einem Fragment der oben beschriebenen Polynucleotide
codiertes TIRC7-Membranprotein inhibieren kann oder von einem Antikörper, der
besagtes Peptid oder Polypeptid spezifisch erkennt. Der Begriff "die T-Zellstimulation
durch das TIRC7-Membranprotein inhibieren können" beschreibt die Fähigkeit, die T-Zellproliferation
als Reaktion auf Alloaktivierung in einer gemischten Lymphozytenkultur
oder als Reaktion auf Mitogene zu unterdrücken mittels Blockieren oder
Antagonisieren der biologischen Aktivität des TIRC7-Membranproteins,
welches hierin auch TIRC7-Protein oder TIRC7 genannt wird. Die Begriffe "die T-Zellstimulation
durch das TIRC7-Membranprotein inhibieren können" und "die TIRC7-Aktivität inhibierend" sind hierin gegeneinander
austauschbar verwendet.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung durchgeführte
Studien zeigten überraschender
Weise, dass die gegen die extrazelluläre Domäne gerichteten anti-TIRC7-Antikörper, nicht
jedoch die, welche vorhergesagte intrazelluläre Domänen des Proteins erkennen,
die T-Zellproliferation
als Reaktion auf Alloaktivierung in einer gemischten Lymphozytenkultur
oder als Reaktion auf Mitogene in effizienter Weise unterdrücken können; siehe
Beispiel 2, 5. Ähnliche
Resultate wurden mit in-vitro-translatiertem löslichen TIRC7-Protein erhalten. Der
inhibitorische Effekt von anti-TIRC7-Antikörpern auf von mehreren verschiedenen
stimulatorischen Signalwegen induzierte T-Zellen legt nahe, dass
TIRC7 eine essentielle Rolle bei der T-Zellaktivierung spielt. Des Weiteren
legt die Inhibition der T-Zellproliferation
in MLR durch Antikörper-Targeting
von TIRC7 die Existenz eines Liganden nahe, der spezifisch mit TIRC7
interagiert. Eine Untermauerung dieser Hypothese liefert die Dosis-abhängige Inhibition
der T-Zellproliferation in MLR in Gegenwart eines löslichen
in-vitro-translatierten TIRC7-Proteins.
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Des
Weiteren konnte gemäß der vorliegenden
Erfindung gezeigt werden, dass Antikörper-Targeting von TIRC7 einen selektiven
inhibitorischen Effekt auf die Th1-Lymphozyten-Untergruppe hat, wie bewiesen durch
die Inhibition der IL-2- und IFN-γ-,
nicht jedoch der IL- 4-,
Cytokinproduktion; siehe Beispiel 3, 5.
Mit Anti-TIRC7-Antikörper-Behandlung
scheinen die Zellen in einem unempfindlichen aber funktionellen
Zustand zu bleiben, da exogenes rekombinantes IL-2 den antiproliferativen
Effekt der anti-TIRC7-Antikörper
umkehrte.
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Während die
oben beschriebenen Resultate versprechen, dass das neue TIRC7-Protein
und dessen Antikörper
von therapeutischem Nutzen sein könnten, kam der Beweis für das Konzept
der Erfindung, nämlich die
Nützlichkeit
der oben beschriebenen Zusammensetzungen für die Modulation der Immunantwort
wie auch für
davon abgeleitete Ausführungsformen,
die nachstehend gekennzeichnet werden, erst durch weitere gemäß der vorliegenden
Erfindung durchgeführte
Experimente, in denen die Fähigkeit
eines anti-TIRC7-Antikörpers, die
Allotransplantat-Abstoßung
zu verhindern im in-vivo-Modell einer Rattennieren-Transplantation
gezeigt wurde; siehe Beispiel 4, 6 und 7. Darüber hinaus konnte gemäß der vorliegenden
Erfindung gezeigt werden, dass vorteilhafter Weise die Effekte des
Antikörper-Targeting
von TIRC7 denen, die beim Targeting kostimulatorischer Moleküle beobachtet
wurden, sehr ähnlich
sind. Es wurde gezeigt, dass Antikörper-Blockierung von kostimulatorischen Molekülen die
humane T-Zellproliferation inhibiert (Linsley et al., 1992; Walunas
et al., 1994). Des Weiteren verursachte eine Unterbrechung der CD28/B7-Interaktion
mit dem löslichen
Protein CTLA41g eine Inhibition der T-Zellproliferation (Linsley et al., 1992;
Lenschow et al., 1992; Larsen et al., 1996). Eine weitere Analogie
zum Effekt von TIRC7-Antikörper-Targeting
stellt CTLA41g dar, das selektiv die Th1-Lymphozyten-Antworten blockiert
während
es die von Th2 verschont (Mohammed et al., 1995). Es wurde gezeigt,
dass die Verabreichung von CTLA41g in einem in-vivo-Modell einer
Nieren-Allotransplantats-Transplantation die durchschnittliche Überlebenszeit
des Transplantats steigerte (Mohammed et al., 1995), was ähnlich beim
TIRC7-Antikörper-Targeting
in den vorliegenden Beispielen beobachtet wurde. Wenngleich diese Ähnlichkeiten
eine kostimulatorische Funktion vermuten lassen, so weist TIRC7
keine strukturelle oder sequenzielle Homologie mit irgendwelchen
der bekannten T-Zell-akzessorischen
Molekülen
auf. Daher mag TIRC7 an einem bestimmten Signalweg teilnehmen, der
im frühen
Verlauf der T-Zellaktivierung induziert wird. Die Möglichkeit
wird von jüngsten
Berichten unterstützt,
dass eine Interferenz mit Signalwegen, die von Molekülen vermittelt
wurden, die nicht den bekannten kostimulatorischen Proteinen entsprechen,
die T- Zellantwort modulieren
kann. Beispielsweise wurde gezeigt, dass Antikörper-Targeting des gemeinen
Leukozyten-Antigens CD45RB zu einer Verhinderung der Transplantatsabstoßung bei
Mäusen
führte
(Lazarovits et al., 1996). Angesichts der funktionellen Ähnlichkeiten
zwischen TIRC7 und den bekannten T-Zell-akzessorischen Molekülen ist
zu erwarten, dass die strukturelle Neuheit von TIRC7 zum Verständnis verschiedener
Mechanismen in der T-Zellantwort
beitragen wird. Des Weiteren liefert die erstaunliche Fähigkeit
von anti-TIRC7-Antikörpern, die Überlebenszeit
von Allotransplantaten in vivo erheblich zu verlängern, eine neue Vorgehensweise
für eine selektive
Inhibition von unerwünschter
T-Zellaktivierung bei der Organtransplantation und bei Autoimmunkrankheiten
beim Menschen.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung umfasst besagtes von oben beschriebenem Polynucleotid
codiertes Peptid oder Polypeptid die in einem der SEQ ID NOs von
3 bis 9 dargestellte Aminosäuresequenz.
Wie in den Beispielen im Anhang beschrieben, entsprechen Peptide,
die die oben erwähnten
Aminosäuresequenzen
enthalten, Teilen der extrazellulären Domäne des TIRC7-Proteins und können vorteilhafter Weise
für die
Herstellung von Antikörpern
verwendet werden, welche die T-Zellunempfindlichkeit induzieren können.
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Dementsprechend
umfasst in einer besonders bevorzugten Ausführungsform die erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung eine lösliche
Form besagten Peptids oder Polypeptids. In einer Ausführungsform
ist eine lösliche
Form von TIRC7 oder ein TIRC7-Ligand eine verkürzte Form des Moleküls, das
eine extrazelluläre
Domäne
des TIRC7 oder einen funktionellen Anteil davon enthält. Es kann
ein Teil der extrazellulären
Domäne
von TIRC7 verwendet werden, der die Fähigkeit behält, einen TIRC7-Liganden zu
binden. Ebenso kann ein Teil der extrazellulären Domäne eines TIRC7-Liganden verwendet
werden, der die Fähigkeit behält, TIRC7
zu binden. Eine weitere lösliche
Form von TIRC7 oder eines TIRC7-Liganden für die erfindungsgemäße Verwendung
ist ein Fusionsprotein. Der Begriff "Fusionsprotein" wie hierin verwendet betrifft ein Protein
bestehend aus einem ersten Polypeptid eines ersten Proteins in aufeinanderfolgender
Aminosäuresequenz
mit einem zweiten Polypeptid eines zweiten Proteins. Fusionsproteine
können
durch standardisierte rekombinante DNA-Techniken hergestellt werden,
worin eine Nucleotidsequenz, die das erste Polypeptid codiert, mit
einer Nucleotidsequenz, die das zweite Polypeptid codiert, in-frame
ligiert wird und diese Nucleotidsequenzen zur Produktion eines Fusionsproteins
exprimiert werden (z. B. unter Verwendung eines rekombinanten in eine
Wirtszelle eingeführten
Expressionsvektors). Ein bevorzugtes Fusionsprotein ist ein Immunoglobulin-Fusionsprotein,
das eine extrazelluläre
Domäne
oder einen funktionellen Teil von TIRC7 oder eines TIRC7-Liganden einschließt, der
an die konstante Region einer schweren Immunglobulinkette gebunden
ist, (z. B. die Hinge-CH2 und CH3-Regionen eines humanen Immunoglobulin
wie IgG1). Immunoglobulin-Fusionsproteine können beispielsweise hergestellt
werden nach Capon, Nature 337 (1989), 525–531.
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Der
in der erfindungsgemäßen pharmazeutischen
Zusammensetzung enthaltene Antikörper
hat vorzugsweise eine Spezifität,
die zumindest im Wesentlichen identisch ist mit der Bindungsspezifität des natürlichen
Liganden des erfindungsgemäßen TIRC7-Proteins,
insbesondere wenn eine T-Zellstimulierung gewünscht ist. Solch ein Antikörper kann
eine Bindungsaffinität
von mindestens 105 M–1 haben,
vorzugsweise nicht höher
als 107 M–1,
wenn eine T-Zellstimulation beabsichtigt ist, und vorteilhafter
Weise bis zu 1010 M–1,
falls T-Zellsuppression
vermittelt werden soll.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
hat
- (a) ein T-Zell-suppressiver Antikörper eine
Affinität
von wenigstens ca. 10–7 M, vorzugsweise wenigstens ca.
10–9 M
und meist bevorzugt wenigstens ca. 10–11 M,
und
- (b) ein T-Zell-stimulierender Antikörper eine Affinität von weniger
als ca. 10–7 M,
vorzugsweise weniger als ca. 10–6 M
und meist bevorzugt in der Größenordnung
von 10–5 M.
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Im
Falle bispezifischer Antikörper,
bei denen eine Spezifität
auf eine zu zerstörende
Targetzelle, beispielsweise eine Tumorzelle, gerichtet ist, ist
es von Vorteil, wenn die Bindungsstelle, die das Tumor-Antigen erkennt,
eine hohe Affinität
aufweist, um die zu zerstörenden
Targetzellen mit hoher Effizienz einzufangen. Andererseits sollte
die Bindungsaffinität
der das erfindungsgemäße TIRC7-Protein
erkennenden Bindungsstelle im Bereich der Affinität des natürlichen
TIRC7-Liganden oder der Affinität
liegen, die üblicherweise
für die
Interaktion der T-Zell-kostimulatorischen Moleküle mit deren Rezeptor gefunden
wird. In einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist besagter Antikörper
ein monoklonaler Antikörper,
ein polyklonaler Antikörper, ein
Einzelketten-Antikörper,
ein humanisierter Antikörper
oder ein Fragment davon, das besagtes Peptid oder Polypeptid spezifisch
bindet, auch einschließend
einen bispezifischen Antikörper,
ein synthetische Antikörper, Antikörper-Fragmente,
so wie Fab, Fv oder scFv-Fragmente etc. oder ein chemisch modifiziertes
Derivat von einem dieser. Monoklonale Antikörper können beispielsweise durch Techniken
hergestellt werden, wie sie ursprünglich in Köhler and Milstein, Nature 256
(1975), 495, and Galfré,
Meth. Enzymol. 73 (1981), 3, beschrieben wurden, und die die Fusion
von Maus-Myelom-Zellen mit von immunisierten Säugern abgeleiteten Milzzellen
mit von Fachleuten entwickelten Modifikationen umfassen. Des Weiteren
können
Antikörper
oder Fragmente davon gegen die vorher genannten Peptide durch Verfahren
erhalten werden, die beispielsweise in Harlow and Lane "Antibodies, A Laboratory
Manual", CSH Press,
Cold Spring Harbor, 1988, beschrieben sind. Werden Derivate besagter
Antikörper
durch die Phagen-Display-Technik erhalten, kann surface plasmon
resonance, wie sie im BIAcore-System angewendet wird, zur Steigerung
der Effektivität
von Phagen-Antikörpern, die
an ein Epitop des erfindungsgemäßen Peptids
oder Polypeptids binden, verwendet werden (Schier, Human Antibodies
Hybridomas 7 (1996), 97–105;
Malmborg, J. Immunol. Methods 183 (1995), 7–13). Die Herstellung chimerer
Antikörper
ist beispielsweise in WO89/09622 beschrieben. Verfahren zur Produktion
von humanisierten Antikörpern
sind beispielsweise in EP-A1 0 239 400 und WO90/07861 beschrieben.
Eine weitere Quelle für
Antikörper,
derer man sich erfindungsgemäß bedienen
kann, sind die so genannten xenogenen Antikörper. Das generelle Prinzip
zur Herstellung xenogener Antikörper,
so wie humane Antikörper
in Mäusen,
ist beispielsweise in WO 91/10741, WO 94/02602, WO 96/34096 und
WO 96/33735 beschrieben.
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Gemäß der Erfindung
anzuwendende Antikörper
oder deren korrespondierende Immunglobulinkette(n) können durch
dem Fachmann bekannte konventionelle Techniken weiter modifiziert
werden, beispielsweise durch Anwendung von Aminosäuredeletion(en),
-insertion(en), -substitution(en) und/oder -rekombination(en) und/oder
(jede) andere dem Fachmann bekannte Modifikationen) entweder alleine
oder in Kombination. Verfahren zur Einführung solcher Modifikationen
in die der Aminosäuresequenz
einer Immunglobulinkette zu Grunde liegenden DNA-Sequenz sind dem
Fachmann hinreichend bekannt; siehe beispielsweise Sambrook, Molecular
Cloning A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory (1989)
N. Y.
-
Die
in den pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung
enthaltenen Peptide, Polypeptide und Antikörper können eine weitere Domäne enthalten,
die durch kovalente oder nicht-kovalente Bindungen verknüpft ist.
Die Verknüpfung
kann auf genetischer Fusion gemäß den in
Fachkreisen bekannten und oben beschriebenen Methoden basieren oder
kann durchgeführt
werden durch beispielsweise chemisches Cross-linking, wie z. B.
in WO 94/04686 beschrieben. Die im Fusionsprotein zusätzlich anwesende
Domäne
enthaltend das erfindungsgemäß verwendete
Peptid, Polypeptid oder den Antikörper kann vorzugsweise durch
einen flexiblen Linker verknüpft
sein, vorteilhafter Weise einen Polypeptid-Linker, wobei besagter
Polypeptid-Linker mehrfache, hydrophile, Peptid-gebundene Aminosäuren von einer Länge enthält, die
ausreicht um die Entfernung zwischen dem C-terminalen Ende besagter
weiterer Domäne
und dem N-terminalen Ende des Peptids, Polypeptids oder Antikörpers, oder
umgekehrt, zu überbrücken. Das
oben beschriebene Fusionsprotein kann des weiteren einen spaltbaren
Linker oder eine Spaltstelle für
Proteinasen enthalten.
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Des
Weiteren kann besagte weitere Domäne eine vordefinierte Spezifität oder Funktion
aufweisen. In der Literatur finden sich beispielsweise ganze Mengen
von Verweisen auf das Konzept des Targeting von bioaktiven Substanzen
wie Medikamente, Toxine und Enzyme zu spezifischen Stellen im Körper zur
Zerstörung oder
Ortung von malignen Zellen oder um einen lokalen Medikamenten- oder
einen enzymatischen Effekt zu induzieren. Es wurde vorgeschlagen,
diesen Effekt durch Konjugation der bioaktiven Substanzen an monoklonale
Antikörper
zu erreichen (siehe beispielsweise N. Y. Oxford University Press;
und Ghose, (1978) J. Natl. Cancer Inst. 61: 657–676).
-
In
diesem Zusammenhang ist es zu verstehen, dass die in der erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zusammensetzung
anwesenden Polypeptide durch konventionelle dem Fachmann bekannte
Verfahren weiter modifiziert werden können. Dies ermöglicht die
Konstruktion von Fusionsproteinen enthaltend das erfindungsgemäße Peptid,
Polypeptid oder den erfindungsgemäßen Antikörper und andere funktionelle
Aminosäuresequenzen,
z. B. nukleäre
Lokalisierungssignale, transaktivierende Domänen, DNA-bindende Domänen, Hormon-bindende
Domänen,
Protein-Tags (GST, GFP, h-myc-Peptid, FLAG, HA-Peptide), die von
heterologen Proteinen abgeleitet sein können. Daher können bei
der Verabreichung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung nicht-markierte
genauso wie markierte (Poly-)Peptide oder Antikörper verwendet werden.
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Beispielsweise
können
die Peptide, Polypeptide und Antikörper markiert mit einem therapeutischen Wirkstoff
verabreicht werden. Diese Wirkstoffe können direkt oder indirekt an
die erfindungsgemäßen Antikörper oder
(Poly-)Peptide gebunden sein, siehe supra, und sie können so
ausgewählt
werden, dass sie eine Medikamentenfreisetzung vom Antigen an der
Targetstelle ermöglichen.
Beispiele für
therapeutische Wirkstoffe, die zur Immuntherapie an die (Poly-)Peptide
und Antikörper
gebunden werden können,
sind Medikamente, Radioisotope, Lektine und Toxine. Die Medikamente,
die an die erfindungsgemäßen Polypeptide
gekoppelt werden können,
schließen
Verbindungen ein, die man im klassischen Sinn als Medikamente bezeichnet,
wie Mitomycin C, Daunorubicin und Vinblastin.
-
Bei
der Verwendung von radioisotopisch gebundenen erfindungsgemäßen (Poly-)Peptiden
oder Antikörpern
wie für
Immuntherapie sind bestimmte Isotope bevorzugter als andere, in
Abhängigkeit
von Faktoren wie der Leukozytenverteilung genauso wie der Stabilität und der
Emission. Je nach der Autoimmunantwort können manche Emitter anderen
vorgezogen werden. Im Allgemeinen sind α- und β-Partikel emittierende Radioisotope
bei der Immuntherapie bevorzugt. Bevorzugt sind α-Emitter mit hoher Energie und
geringer Reichweite, so wie 212Bi. Beispiele
für Radioisotope,
die zu therapeutischen Zwecken an die erfindungsgemäßen (Poly-)Peptide
und Antikörper
gebunden werden können
sind 125I, 131I, 90Y, 67Cu, 212Bi, 212At, 211Pb, 47Sc, 109Pd und 188Re.
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Lektine
sind Proteine, die üblicherweise
aus pflanzlichem Material isoliert werden und mit spezifischen Zuckerresten
binden. Viele Lektine können
auch Zellen agglutinieren und Lymphozyten stimulieren. Rizin jedoch
ist ein toxisches Lektin, das in der Immuntherapie verwendet wurde.
Dies wird erreicht durch Bindung der Rizin-α-Peptidkette, die für die Toxizität verantwortlich
ist, an das Polypeptid, um damit eine ortsspezifische Erzielung
des toxischen Effekts zu ermöglichen.
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Toxine
sind von Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen produzierte giftige
Substanzen, die, in ausreichender Dosierung, oft tödlich sind.
Diphtherietoxin ist eine Substanz, die vom Corynebacterium diphtheria produziert
wird und die therapeutisch verwendet werden kann. Dieses Toxin besteht
aus einer α-
und einer β-Untereinheit,
die unter geeigneten Bedingungen getrennt werden können. Die
toxische A-Komponente kann an einen erfindungsgemäßen Antikörper gebunden
werden und zum ortsspezifischen Transport zu den interagierenden
T-Zellen verwendet
werden.
-
Andere
therapeutische Wirkstoffe wie oben beschrieben, die an das erfindungsgemäße Polypeptid
gekoppelt werden können,
ebenso wie entsprechende ex vivo und in vivo therapeutische Protokolle
sind dem Fachmann bekannt bzw. können
vom ihm leicht erfasst werden. Wann immer es angemessen ist, kann
der Fachmann ein erfindungsgemäßes Polynucleotid
verwenden, das im Folgenden beschrieben wird und das eines/n der
oben beschriebenen (Poly-)Peptide bzw. Antikörper codiert oder die entsprechenden
Vektoren an Stelle des proteinartigen Materials selbst.
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Daher
wird der Fachmann bereitwillig anerkennen, dass das/der erfindungsgemäße (Poly)Peptid
und Antikörper
zur Herstellung von Fusionsproteinen mit gewünschter Spezifität und biologischer
Funktion verwendet werden kann. Es wird erwartet, dass die (Poly-)Peptide
und Antikörper,
die dann gegebenenfalls in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung angewendet werden, ebenso wie Fusionsprotein
davon, eine wichtige therapeutische und wissenschaftliche Rolle
insbesondere im medizinischen Bereich spielen, z. B. bei der Entwicklung
neuer Behandlungsansätze
für T-Zellabhängige Störungen,
so wie bestimmte Arten von Krebs und Autoimmunkrankheiten, oder
als interessante Hilfsmittel für
Analyse und Modulation der entsprechenden zellulären Transduktions-Signalwege.
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Vorzugsweise
enthält
besagte weitere Domäne
ein Molekül
ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Effektor-Molekülen mit einer Konformation,
die geeignet für
biologische Aktivität
ist, Aminosäuresequenzen,
die in der Lage sind, ein Ion zu sequestrieren und Aminosäuresequenzen,
die sich selektiv an einen festen Träger oder ein vorher ausgewähltes Antigen
binden können.
Diese Domäne
kann ein Enzym, ein Toxin, einen Rezeptor, eine Bindungsstelle,
eine biosynthetische Antikörper-Bindungsstelle,
einen Wachstumsfaktor, einen Zelldifferenzierungsfaktor, Lymphokin,
Cytokin, ein Hormon, einen bereits aus Entfernung identifizierbaren Rest,
einen Anti-Metaboliten, ein radioaktives Atom oder ein Antigen enthalten.
Dieses Antigen kann beispielsweise ein Tumorantigen, ein virales
Antigen, ein mikrobisches Antigen, ein Allergen, ein Auto-Antigen,
ein Virus, ein Mikroorganismus, ein Polypeptid, ein Peptid oder
eine Mehrzahl von Tumorzellen sein. Des Weiteren schließt besagte
Sequenz, die ein Ion sequestrieren kann, ein Calmodulin, Methallothionein,
ein Fragment davon oder eine Aminosäuresequenz angereichert mit
wenigstens einer der folgenden Substanzen ein: Glutaminsäure, Asparaginsäure, Lysin
oder Arginin. Zusätzlich
kann besagte Polypeptidsequenz, die selektiv an einen festen Träger binden
kann, eine positiv oder negativ geladene Aminosäuresequenz sein, eine Cystein
enthaltende Aminosäuresequenz,
Avidin, Streptavidin, ein Fragment des Staphylococcus Protein A,
GST, ein His-Tag, ein FLAG-Tag, Lex A oder c-myc wie in den Beispielen
im Anhang verwendet. Einige der oben beschriebenen Effektor-Moleküle und Aminosäuresequenzen
können
in einer Vorform anwesend sein, die wiederum entweder aktiv sein
kann oder auch nicht und die entfernt werden kann, wenn sie z. B.
in eine bestimmte zelluläre
Umgebung eintritt.
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Die
pharmazeutische Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann
weiter einen pharmazeutisch verträglichen Träger enthalten. Beispiele für geeignete
pharmazeutische Träger
sind im Stand der Technik gut bekannt und umfassen phosphatgepufferte
Salzlösungen,
Wasser, Emulsionen, wie Öl/Wasser-Emulsionen,
verschiedene Arten von Befeuchtungsmitteln, sterile Lösungen etc.
Solche Träger
umfassende Zusammensetzungen können
durch wohlbekannte konventionelle Verfahren formuliert werden. Diese
pharmazeutischen Zusammensetzungen können dem Subjekt in einer geeigneten
Dosierung verabreicht werden. Verabreichung der geeigneten Zusammensetzungen
kann auf verschiedene Arten erfolgen, z. B. durch intravenöse, intraperitoneale,
subkutane, intramuskuläre,
topische oder intradermale Verabreichung. Der Dosierungsplan wird
vom verantwortlichen Arzt und von klinischen Faktoren bestimmt werden.
Wie im medizinischen Bereich bestens bekannt ist, hängt die
Dosierung für
einen jeden Patienten von vielen Faktoren ab, einschließlich Körpergröße, Körperoberfläche, Alter,
die spezielle zu verabreichende Verbindung, Geschlecht, Zeitpunkt
und Weg der Verabreichung, allgemeiner Gesundheitszustand und andere
Medikamente, die gleichzeitig verabreicht werden. Eine typische
Dosierung kann z. B. im Bereich von 0.0001 bis 1000 μg (oder von
Nucleinsäure zur
Expression oder zur Inhibition der Expression in diesem Bereich);
Dosierungen unter oder über
diesem exemplarischen Bereich werden in Betracht gezogen, besonders
unter Erwägung der
zuvor erwähnten
Faktoren. Im Allgemeinen sollte der Dosierungsplan, sofern es um
die regelmäßige Verabreichung
der pharmazeutischen Zusammensetzung geht, in einem Bereich von
1 μg- bis
10 mg-Einheiten pro Tag liegen. Sieht der Dosierungsplan eine kontinuierliche
Infusion vor, so sollte er ebenfalls in einem Bereich von jeweils
1 μg bis
10 mg-Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht
pro Minute liegen. Fortschritte können durch periodische Beurteilungen überwacht
werden. Verschiedene Dosierungen sind möglich, eine bevorzugte Dosierung
für intravenöse Verabreichung
von DNA liegt jedoch bei circa 106 bis 1012 Kopien des DNA-Moleküls. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
können
lokal oder systemisch verabreicht werden. Im Allgemeinen wird die
Verabreichung parenteral, z. B. intravenös erfolgen; DNA kann auch direkt
an der Targetstelle verabreicht werden, z. B. durch biolistischen
Beschuss einer internen oder externen Targetstelle oder mit einem
Katheter zu einer Stelle in einer Arterie. Zubereitungen für parenterale
Verabreichung schließen
ein wässrige
oder nicht-wässrige
Lösungen,
Suspensionen und Emulsionen. Beispiele für nichtwässrige Lösungsmittel sind Propylenglykol, Polyethylenglykol,
Pflanzenöle,
wie Olivenöl,
und injizierbare organische Ester, wie Ethyloleat. Wässrige Träger schließen ein
Wasser, alkoholische/wässrige
Lösungen,
Emulsionen oder Suspensionen einschließlich salinische und gepufferte
Medien. Parenterale Trägersubstanzen
schließen
ein Natriumchloridlösung,
Ringersche Dextrose, Dextrose und Natriumchlorid, milchsaure Ringersche
Lösung
oder fixierte Öle.
Intravenöse Trägersubstanzen
schließen
ein flüssige
und nährende
Regenerate, elektrolytische Regenerate (wie die auf der Ringerschen
Dextrose basierenden) und ähnliche.
Konservierungsstoffe und andere Zusätze können auch anwesend sein wie
z. B. Mikrobizide, Antioxidanzien, Chelatbildner, inerte Gase und
dergleichen. Darüber
hinaus kann die erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung weitere Wirkstoffe enthalten wie T-Zell-kostimulatorische
Moleküle
oder dem Stand der Technik bekannte Cytokine oder deren Inhibitoren
oder Aktivatoren, abhängig
von der beabsichtigten Verwendung der pharmazeutischen Zusammensetzung.
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Des
Weiteren ist durch die vorliegende Erfindung geplant, dass die verschiedenen
Polynucleotide und Vektoren, die die oben beschriebenen Peptide
oder Polypeptide codieren, entweder alleine oder in Kombination
verabreicht werden unter der Verwendung von standardisierten Vektoren
und/oder Gentransportsystemen, gegebenenfalls zusammen mit einem pharmazeutisch
verträglichen
Träger.
Beispielsweise kann das erfindungsgemäße Polynucleotid alleine oder
als Teil eines Vektors verwendet werden, um das erfindungsgemäße (Poly-)Peptid
in Zellen zu exprimieren, z. B. zur Gentherapie oder Diagnostizierung
von durch T-Zellstörungen verursachten
Krankheiten. Die erfindungsgemäßen Polynucleotide
und Vektoren werden in die Zellen eingeführt, die wiederum das (Poly-)Peptid
produzieren. Nach der Verabreichung können besagte Polynucleotide stabil
in das Genom des Subjekts integriert werden. Andererseits können virale
Vektoren verwendet werden, die spezifisch für bestimmte Zellen oder Gewebe
sind und in besagten Zellen persistieren. Geeignete pharmazeutische
Träger
sind dem Stand der Technik hinreichend bekannt. Die erfindungsgemäß bereiteten
pharmazeutischen Zusammensetzungen können für die Verhütung, die Behandlung oder das
Aufschieben verschiedener Arten von Krankheiten, die mit T-Zell-verbundenen
Immunschwächen
und bösartigen
Zellveränderungen
zusammenhängen,
verwendet werden.
-
Darüber hinaus
ist es möglich,
eine erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung, die erfindungsgemäßes Polynucleotid oder erfindungsgemäßen Vektor
beinhaltet, in der Gentherapie zu verwenden. Die Gentherapie, die
auf der Einführung
therapeutischer Gene in Zellen mittels Ex-vivo- oder In-vivo-Techniken
basiert, ist eine der bedeutendsten Anwendungen des Gentransfers.
Geeignete Vektoren und Verfahren für die In-vitro- oder In-vivo-Gentherapie
sind in der Literatur beschrieben und dem Fachmann hinreichend bekannt;
siehe beispielsweise Giordano, Nature Medicine 2 (1996), 534–539; Schaper,
Circ. Res. 79 (1996), 911–919;
Anderson, Science 256 (1992), 808–813; Isner, Lancet 348 (1996),
370–374;
Muhlhauser, Circ. Res. 77 (1995), 1077–1086; Wang, Nature Medicine
2 (1996), 714–716;
WO94/29469; WO 97/00957 oder Schaper, Current Opinion in Biotechnology
7 (1996), 635–640,
und darin zitierte Referenzen. Die erfindungsgemäßen Polynucleotide und Vektoren
können
für die
direkte Einführung
oder für
die Einführung
mittels Liposomen oder viraler Vektoren (z. B. adenoviral, retroviral)
in die Zelle bestimmt werden. Vorzugsweise ist besagter Vektor ein
Expressionsvektor und/oder ein Gentransfer- oder Targetingvektor.
Von Viren wie Retroviren, Vakziniaviren, Adeno-assoziierte Viren,
Herpesviren oder Rinder-Papillomaviren abgeleitete Expressionsvektoren
können
für das
Einbringen der erfindungsgemäßen Polynucleotide
oder des erfindungsgemäßen Vektors
in Target-Zellpopulationen verwendet werden. Bevorzugt ist besagte
Zelle eine Keimlinienzelle, eine embryonale Zelle oder eine davon
abgeleitete Eizelle, insbesondere bevorzugt ist diese Zelle eine
Stammzelle. Wie zuvor erwähnt,
können
geeignete Gen-Einschleusungssysteme u. a. Liposomen, rezeptorvermittelte
Transportsysteme, nackte DNA und virale Vektoren wie Herpesviren,
Retroviren, Adenoviren und Adeno-assoziierte Viren sein. Die Verbringung
von Nucleinsäuren
zu einer spezifischen Stelle im Körper zur Gentherapie kann auch mittels
eines biolistischen Beschusssystems erreicht werden, so wie das
von Williams (Proc. Natl. Acad. Sci. USA 88 (1991), 2726–2729) beschriebene.
Es ist zu verstehen, dass die eingeführten Polynucleotide und Vektoren
das Genprodukt nach Einführung
in besagte Zelle exprimieren und vorzugsweise in diesem Zustand
bleiben, so lange die Zelle lebt. Beispielsweise können Zelllinien,
die das Polynucleotid unter der Kontrolle von geeigneten regulatorischen
Sequenzen stabil exprimieren, gemäß dem Fachmann hinreichend
bekannten Verfahren konstruiert werden. Noch besser als die Verwendung
von Expressionsvektoren, die virale Replikationsquellen enthalten,
ist die Transformierung von Wirtszellen mit dem erfindungsgemäßen Polynucleotid
und einem selektierbaren Marker auf entweder dem gleichen oder auf
gesonderten Plasmiden. Nach der Einführung von fremder DNA kann
den veränderten
Zellen ein 1–2tägiges Wachstum
in einem angereicherten Medium gestattet werden, woraufhin sie in
ein selektives Medium umgebettet werden. Der selektierbare Marker
in dem rekombinanten Plasmid verleiht der Selektion Resistenz und
erlaubt die Selektion der Zellen, die das Plasmid stabil in ihre
Chromosomen integriert haben und Wachsen, um Foci zu bilden, die
dann wiederum kloniert und zu Zelllinien expandiert werden können. Solche
hergestellten Zelllinien sind auch besonders nützlich bei Screeningverfahren
zum Nachweis von Verbindungen die z. B. an der T-Zellaktivierung
oder -stimulation beteiligt sind.
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Es
können
eine Reihe von Selektionssystemen verwendet werden, einschließend, aber
nicht begrenzt auf, die Herpes-simplex-Virus-Thymidin-Kinase (Wigler,
Cell 11(1977), 223), Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase
(Szybalska, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 48 (1962), 2026), und Adenin-Phosphoribosyltransferase
(Lowy, Cell 22 (1980), 817) in tk–,
hgprt– bzw.
aprt– Zellen.
Des Weiteren kann Antimetaboliten-Resistenz verwendet werden als
Basis für
die Selektion von dhfr, das gegen Methotrexat resistent macht (Wigler,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 77 (1980), 3567; O'Hare, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 78
(1981), 1527), für
gpt, das gegen Mycophenolsäure
resistent macht (Mulligan, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 78 (1981),
2072); für
neo, das gegen Aminoglycosid G-418 resistent macht (Colberre-Garapin,
J. Mol. Biol. 150 (1981), 1); für
hygro, das gegen Hygromycin resistent macht (Santerre, Gene 30 (1984)
147) oder Puromycin (pat, puromycin N-acetyl transferase). Zusätzliche
selektierbare Gene wurden beschrieben, z. B. trpB, das Zellen die
Verwendung von Indol an Stelle von Tryptophan erlaubt; hisD, das
Zellen die Verwendung von Histinol an Stelle von Histidin erlaubt (Hartman,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 85 (1988), 8047); und ODC (Ornithindecarboxylase),
das gegen den Ornithindecarboxylase-Inhibitor 2-(Difluoromethyl)-DL-Ornithin
resistent macht, DFMO (McConlogue, 1987, In: Current Communications
in Molecular Biology, Cold Spring Harbor Laboratory ed.).
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In
einer anderen Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung eine diagnostische Zusammensetzung
enthaltend irgendeines/n der oben beschriebenen Proteine, Antikörper, (Poly)Peptide,
Polynucleotide, Vektoren oder Zellen und gegebenenfalls geeignete
Mittel zum Nachweis. Die oben beschriebenen (Poly-)Peptide und Antikörper sind
beispielsweise geeignet zur Verwendung in Immunassays, wo sie in
flüssigem Zustand
oder an einen im festen Zustand befindlichen Träger gebunden verwendet werden
können.
Beispiele für
Immunassays, die besagtes (Poly-)Peptid verwenden können, sind
kompetitive und nicht-kompetitive Immunassays in entweder direktem
oder indirektem Format. Beispiele für solche Immunassays sind der
Radioimmunassay (RIA), der Sandwich-(immunometrischer Assay) oder
der Western-Blot-Assay.
Die (Poly-)Peptide und Antikörper
können
an viele verschiedene Träger
gebunden sein und zur Isolation von Zellen, die spezifisch an besagte
Polypeptide gebunden sind, verwendet werden. Beispiele für hinreichend
bekannte Träger
schließen
ein Glas, Polystyrol, Polyvinylchlorid, Polypropylen, Polyethylen,
Polycarbonat, Dextran, Nylon, Amylosen, natürliche und modifizierte Cellulosen,
Polyacrylamide, Agarosen und Magnetit. Für die Verwendungen der Erfindung
kann der Träger
löslich
oder nicht-löslich
sein.
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Dem
Fachmann sind viele verschiedene Markierungen und Verfahren zur
Markierung bekannt. Beispiele für
Arten von in der vorliegenden Erfindung verwendbaren Markierungen
schließen
ein Enzyme, Radioisotope, kolloidale Metalle, fluoreszierende Verbindungen,
chemilumineszente Verbindungen und biolumineszente Verbindungen;
siehe auch die vorstehend diskutierten Ausführungsformen.
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Besagte
diagnostische Zusammensetzungen können auch für Verfahren zum Expressionsnachweis eines
erfindungsgemäßen Polynucleotids
durch Nachweis des Vorhandenseins von mRNA, die ein TIRC7-Membranprotein
codiert, verwendet werden, was den Erhalt von mRNA aus einer Zelle
und Inkontaktbringen der so erhaltenen mRNA mit einer ein erfindungsgemäßes Nucleinsäuremolekül von mindestens
15 Nucleotiden, das unter geeigneten Hybridisierungsbedingungen
spezifisch mit einem erfindungsgemäßen Polynucleotid hybridisieren
kann (siehe auch supra), enthaltenden Sonde, den Nachweis des Vorhandenseins von
an die Sonde hybridisierter mRNA und damit den Nachweis der TIRC7-Expression durch
die Zelle beinhaltet.
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Des
Weiteren umfasst die Erfindung Verfahren zum Nachweis des Vorhandenseins
eines TIRC7-Membranproteins in einer Probe, z. B. einer Zellprobe,
was den Erhalt der Zellprobe von einem Subjekt, das Inkontaktbringen
besagter Probe mit einem der vorstehend genannten Antikörper unter
die Bindung des Antikörpers
an das TIRC7-Protein erlaubenden Bedingungen und den Nachweis der
so gebundenen Antikörper
durch beispielsweise Immunassay-Techniken wie Radioimmunassay oder
Enzymimmunassay beinhaltet. Des Weiteren kann der Fachmann Polypeptide,
die funktionelle TIRC7-Proteine sind, spezifisch nachweisen und
von mutierten Formen, die ihre T-Zell-stimulatorische Aktivität verloren
oder geändert
haben, unterscheiden durch Verwendung eines Antikörpers, der
entweder ein (Poly-)Peptid mit TIRC7-Aktivität spezifisch erkennt, nicht
jedoch eine inaktive Form davon, oder der eine inaktive Form spezifisch
erkennt, nicht jedoch das entsprechende Polypeptid mit TIRC7-Aktivität. Die Antikörper der
vorliegenden Erfindung können
auch in der Affinitätschromatographie
verwendet werden, um das TIRC7-Membranprotein oder oben beschriebene
(Poly-)Peptide zu reinigen und diese von verschiedenen Quellen zu
isolieren.
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Die
Erfindung umfasst auch ein Verfahren zur Diagnose einer Prädisposition
in einem Subjekt zu einer mit der Expression eines TIRC7-Allels
assoziierten Störung,
umfassend die Isolierung der DNA von Betroffenen, die an einer mit
Unter- oder Überexpression
eines TIRC7-Proteins assoziierten Störung leiden; Verdauung der
isolierten DNA mit wenigstens einem Restriktionsenzym; elektrophoretische
Trennung der resultierenden DNA-Fragmente auf einem Sizing-Gel;
Inkontaktbringen des resultierenden Gels mit einer wie oben beschriebenen
Nucleinsäuresonde,
die spezifisch an ein TIRC7-Protein codierende DNA hybridisieren
kann und mit einem nachweisbaren Marker markiert ist; Nachweis markierter Bänder auf
dem Gel, welche an die markierte Sonde hybridisiert haben um ein
für die
DNA von Personen, die von der mit der Expression eines TIRC7-Proteins
assoziierten Störung
betroffen sind, spezifisches Bandenmuster zu bilden; Präparieren
der DNA des Subjekts gemäß den oben
beschriebenen Schritten, um nachweisbare markierte Bänder auf
einem Gel zu produzieren; und Vergleich des für die DNA von Betroffenen,
die an einer mit der Expression eines TIRC7-Proteins assoziierten
Störung
leiden, spezifischen Bandenmusters, um zu bestimmen, ob die Muster gleich
oder unterschiedlich sind und um dadurch die Prädisposition zu dieser Störung zu
diagnostizieren, falls die Muster gleich sind. Die nachweisbaren
Marker der vorliegenden Erfindung können mit allgemein angewandten
radioaktiven Markierungen markiert werden, wie z. B. 32P
und 35S, es können jedoch auch andere Markierungen,
wie Biotin oder Quecksilber, genauso wie die oben beschriebenen
verwendet werden. Verschiedene dem Fachmann hinreichend bekannte
Verfahren können
zur Markierung von nachweisbaren Markern verwendet werden. Zum Beispiel
können
DNA-Sequenzen und
RNA-Sequenzen mit 32P oder 35S
markiert werden unter Anwendung des Random-Primer-Verfahrens. Nachdem
ein geeigneter nachweisbarer Marker erhalten wurde, können verschiedene
dem Fachmann hinreichend bekannte Verfahren verwendet werden, um
den nachweisbaren Marker mit der relevanten Probe in Kontakt zu
bringen. Es können
beispielsweise DNA-DNA, RNA-RNA und DNA-RNA-Hybridisierungen gemäß standardisierten
Verfahren durchgeführt
werden. Verschiedene Verfahren zum Nachweis von Nucleinsäuren sind
dem Fachmann hinreichend bekannt, z. B. Southern- und Northern-Blotting, PCR, Primer-Extension
und dergleichen. Des Weiteren kann die vom Subjekt erhaltene mRNA,
die cRNA, die cDNA oder die genomische DNA sequenziert werden, um
Mutationen zu identifizieren, die charakteristische Fingerabdrücke von
TIRC7-Mutationen bei mit der Expression von TIRC7 oder mutierten Versionen
davon assoziierten Störungen
sein können.
Des Weiteren umfasst die vorliegende Erfindung Verfahren, in denen
solch ein Fingerabdruck mit aus dem Subjekt erhaltenen RFLPs von
DNA oder RNA generiert werden kann, gegebenenfalls kann die DNA
oder RNA vor der Analyse amplifiziert werden, Verfahren dazu sind
dem Fachmann hinreichend bekannt. RNA-Fingerabdrücke können durchgeführt werden
durch z. B. Verdauen einer aus dem Subjekt erhaltenen RNA-Probe
mit einem geeigneten RNA-Enzym, wie beispielsweise RNase T1, RNase T2 oder
dergleichen oder einem Ribozym, und z. B. durch elektrophoretische
Trennung und Nachweis des RNA-Fragments
auf PAGE, wie oben oder in den angehängten Beispielen beschrieben.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
enthält
die pharmazeutische Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung wenigstens
ein zweites Agens, vorzugsweise ein Agens, das abhängig von
der beabsichtigten Verwendung T-Zellstimulation inhibiert oder aktiviert.
Solche Agenzien schließen
beispielsweise ein Moleküle, die
die Rezeptor-Ligand-Interaktion oder dergleichen blocken oder nachahmen
können,
was je nachdem T-Zellsuppression oder -aktivierung nach sich zieht.
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Solche
Wirkstoffe umfassen die, die die Aktivität von beispielsweise kostimulatorischen
Molekülen,
Integrinen, lg-Superfamily-Molekülen,
Selektinen blockieren ebenso wie Medikamente, die Chemokine und
deren jeweilige Rezeptor-Interaktionen blockieren, Medikamente,
die die IL2/IL2-Rezeptor-Interaktion blockieren und andere handelsübliche immunosuppressive
Medikamente so wie IL-2R mAbs, IL-Toxine und IL-Muteine. Beispiele
für kostimulatorische
Moleküle
und deren Liganden sind im Stand der Technik beschrieben, z. B.
in Schwartz, Cell 71 (1992), 1065–1068. Die Unterbrechung der
Rezeptor-Ligand-Interaktionen
durch die Verwendung von mAbs oder löslichem CTLA41g für die Interaktion
zwischen CD28 zu B7-2 und CTLA4 zu B7-1 und B7-2 ist beschrieben
in Blazar, J. Immunol. 157 (1996), 3250–3259; Bluestone, Immunity
2 (1995), 555–559;
Linsley, Science 257 (1992), 792–95. Beispiele für die Blockierung
der Rezeptor-Ligand-Interaktion durch die Verwendung von mAbs an
CD40 oder CD40L wurden beschrieben von Burden, Nature 381 (1996), 434–435; Kirk,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 94 (1997), 8789–8794 CD2-Antigen und sein
Ligand LFA-3 sind beschrieben in Bagogui Li et al., review in Adhesion
Molecules, Fusion proteins, Novel Peptides, and Monoclonal Antibodies,
Recent Developments in Transplantation Medicine, Vol. II, 1995,
Physicians & Scientists
Publishing Co., Inc. und die Blockierung ihrer Interaktion durch
Verwendung von mAbs (anti-Leu-5b, OKT11, T11) ist beschrieben in
Brumberg, Transplantation 51 (1991) 219–225 or CD2.1gG1 fusion protein.
Die Verwendung von monoklonalen Antikörpern gegen CD4-Moleküle ist beschrieben
in Cosimi, Surgery 108 (1990), 406–414. CD47-Blockade wird beschrieben
von Rheinhold, J. Exp. Med. 185 (1997), 1–11. Integrine und lg-Superfamily-Moleküle schließen ein
LFA-1 mit seinem Liganden ICAM-1, -2, -3, Mac-1 mit seinem Liganden
ICAM-1, -3; ICAM-1 mit seinem Liganden LFA-1, Mac-1, CD43; ICAM-2
mit seinem Liganden LFA-1; ICAM-3 mit seinem Liganden LFA-1, Mac-1;
VLA4 und VCAM-1, siehe z. B. David, Adams, Übersichtsartikel in Adhesion
Molecules, Fusion proteins, Novel Peptides, and Monoclonal Antibodies,
Recent Developments in Transplantation Medicine, Vol. II, 1995,
Physicians & Scientists
Publishing Co., Inc.; Isobe, Science, 255 (1992), 1125–1127; Cosimi,
J. Immunology 144 (1990), 4604–4612;
Hynes, Cell 69 (1992), 11–25.
Des Weiteren können
verwendet werden selektiv interferierende Agenzien mit VLA-4 mAbs
an der alpha4-Integrinkette
(CD49d), betal-Integrinkette (CD29) oder ein aktivierungsinduziertes
Neoepitop von VLA-4 ebenso wie lösliche
VLA-4-Liganden, so wie lösliches
Fibronektin oder sein relevantes Peptid (GPEILDVPST), oder lösliches
VCAM-1 oder sein relevantes Peptid. Weitere selektiv blockierende
Agenzien sind Antisense-Oligonucleotide, die dazu bestimmt sind,
mit zytoplasmischer alpha4-, betal- oder VCAM-1-mRNA zu hybridisieren;
Fedoseyeva, J. Immunol. 57 (1994), 606–612.
-
Ein
weiteres Beispiel ist das Medikament Pentoxifyllin (PTX), das die
Expression von VCAM-1 blockieren kann; Besler, J. Leukoc. Biol.
40 (1986), 747–754.
Des Weiteren könnten
VCAM-1 mAb, M/K-2, anti-murine beispielsweise die Überlebensdauer
von Allotransplantaten verlängern,
Orosz, Transplantation, 56 (1993), 453–460.
-
Blockieren
der Mitglieder der Integrinfamilie und deren Liganden durch die
Verwendung von mAbs ist beschrieben in Kupiec-Weglinski, Übersichtsartikel
in Adhesion Molecules, Fusion proteins, Novel Peptides, and Monoclonal
Antibodies, Recent Developments in Transplantation Medicine, Vol.
II, 1995, Physicians & Scientists
Publishing Co., Inc.
-
Selektine,
z. B., L-Selektin (CD62L), E-Selektin (CD62E), P-Selektin (CD62P)
wurden beschrieben in Forrest and Paulson, Selectin family of adhesion
molecules. In: Granger und Schmid-Schonbein, eds. Physiology and
Pathophysiology of Leukocyte Adhesion. New York, Oxford Press, 1995,
pp 68–146.
-
Die
Kombination von konventionellen immunosuppressiven Medikamenten,
z. B. ATG, ALG, OKT3, Azathioprin, Mycophenylat, Mofetyl, Cyclosporin
A, FK506, Corticosteroide kann verwendet werden wie beschrieben
in Cosimi, Transplantation 32 (1981), 535–539; Shield, Transplantation
38 (1984), 695–701.
-
Die
Interruption von Chemokinen und Interaktionen mit deren jeweiligem
Rezeptor durch die Verwendung von mAbs ist besprochen in Luster,
Chemokines-chemotactic cytokines that mediate inflammation, New Engl.
J. Med. Feb. (1998), 436–445.
-
Daher
kann jeder wie oben beschriebene und in den Beispielen erwähnte Wirkstoff
in Übereinstimmung
mit der erfindungsgemäßen pharmazeutischen
Zusammensetzung oder den im Folgenden beschriebenen Verfahren und
Anwendungen verwendet werden. Andererseits ist es dem Fachmann offensichtlich,
dass die erfindungsgemäßen Polynucleotide,
Vektoren, Proteine, Peptide, Polypeptide, Antikörper, Zellen und pharmazeutischen
Zusammensetzungen in für
die oben erwähnten
T-Zell-kostimulatorischen Moleküle,
Inhibitoren und Medikamente beschriebenen Verfahren und Anwendungen
verwendet werden können.
-
Vorteilhafter
Weise ist die erfindungsgemäße pharmazeutische
Zusammensetzung bestimmt zur Verwendung bei der Organtransplantation,
zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten, allergischen oder infektiösen Krankheiten
oder zur Behandlung von Tumoren. Ein Beispiel für die Verwendung der erfindungsgemäßen pharmazeutischen
Zusammensetzung zur Verbesserung der Allotransplantats- oder Xenotransplantatstoleranz
ist im Hinblick auf die Verabreichung eines LFA-3- bzw. CD2-bindenden
Proteins in WO93/06852 beschrieben.
-
Des
Weiteren betrifft diese Erfindung Verfahren zur Modulation von (antigenspezifischer)
T-Zellunempfindlichkeit.
Der Begriff „T-Zellunempfindlichkeit" wie hierin verwendet
bezieht sich auf eine Reduktion von oder einen Mangel an T-Zellproliferation,
lymphokiner Sekretion oder Induktion von Effektorfunktionen durch eine
T-Zelle, wenn sie dem Antigen (oder einem Antigenanteil) ausgesetzt
wird. Die pharmazeutischen Zusammensetzungen dieser Erfindung liefern
eine Möglichkeit,
die Unempfindlichkeit einer T-Zelle gegenüber einem Antigen in vitro
oder in vivo zu induzieren, aufrecht zu erhalten oder umzukehren.
Dementsprechend sind die Verbindungen dieser Erfindung besonders
nützlich
zur Modulation von (antigenspezifischer) T-Zellunempfindlichkeit.
Der Begriff „Modulation" ist beabsichtigt
sowohl die Induktion und Aufrechterhaltung eines unempfindlichen
Zustands als auch die Umkehrung eines unempfindlichen Zustands,
d. h. die Wiederherstellung der T-Zellempfindlichkeit, zu beinhalten.
-
Wie
in Beispiel 3 beschrieben, verbleiben T-Zellen nach einer anti-TIRC7-Antikörper-Behandlung in einem
unempfindlichen aber funktionellen Zustand, da exogen rekombinantes
IL-2 den antiproliferativen Effekt der Antikörper umgekehrt hat. Daher betrifft
die vorliegende Erfindung in einer anderen Ausführungsform ein In-vitro-Verfahren
zur Induktion oder Aufrechterhaltung der Unempfindlichkeit einer
T-Zelle gegenüber
einem Antigen, umfassend das Inkontaktbringen der T-Zelle mit einem
Agens, das die Stimulation der T-Zelle durch ein TIRC7-Membranprotein
inhibiert. Anleitungen zur Ausführung
von Verfahren zur Modulation von T-Zellunempfindlichkeit sind dem
Fachmann allgemein bekannt und sind z. B. beschrieben in WO95/24217
und den darin zitierten Referenzen.
-
Daher
betrifft die vorliegende Erfindung auch die Verwendung eines Agens,
das die T-Zellstimulation durch
ein TIRC7-Membranprotein inhibiert, für die Herstellung einer pharmazeutischen
Zusammensetzung zur Induktion oder Aufrechterhaltung der T-Zellunempfindlichkeit
gegenüber
einem Antigen in einem Subjekt. Die erfindungsgemäßen Verfahren
und Anwendungen können
mit geprimten oder ungeprimten T-Zellen verwendet werden, je nachdem
was der Fachmann damit beabsichtigt.
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Vorzugsweise
blockiert im erfindungsgemäßen Verfahren
oder der erfindungsgemäßen Anwendung das
Agens eine Interaktion des TIRC7-Membranproteins mit seinem Liganden.
Wie oben beschrieben, legen die Resultate der erfindungsgemäß durchgeführten Experimente
die Existenz eines Liganden nahe, der mit TIRC7 interagiert und
dadurch die T-Zellproliferation
stimuliert. Die Blockierung besagter Interaktion, z. B. durch Antikörper oder
lösliche
vom TIRC7-Membranprotein abgeleitete (Poly-)Peptide, sollte zu einer
T-Zellunempfindlichkeit
führen.
Daher ist in einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens oder
der erfindungsgemäßen Anwendung
das Agens ein Polynucleotid, ein Vektor, eine Zelle, Peptid oder
Polypeptid oder ein Antikörper,
wie vorstehend beschrieben.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung umfasst das oben beschriebene Verfahren oder die oben
beschriebene Anwendung die Verwendung eines zweiten Agens wie oben
definiert.
-
In
einer anderen Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung eine pharmazeutische Zusammensetzung
enthaltend ein erstes Agens, das eine T-Zelle durch ein TIRC7-Membranprotein stimuliert
und gegebenenfalls einen pharmazeutisch verträglichen Träger. Wie dem Fachmann unmittelbar
klar sein wird, öffnet die
Bereitstellung des neuen erfindungsgemäßen TIRC7-Proteins den Weg
für alternative
Vorgehensweisen für
die T-Zellstimulation
und die Behandlung von entsprechenden Krankheiten. Es ist zu erwarten,
dass das die T-Zelle durch den TIRC7-Membranprotein stimulierenden
Wirkstoff die Proliferation von (aktivierten) T-Zellen beträchtlich
steigern wird und somit die Immunantwort verstärken kann. Beispiele für diese
Art von „Vakzine" sind z. B. beschrieben
in WO91/11194 und beispielsweise in der Literatur, auf die oben
Bezug genommen wurde. Solche Agenzien umfassen auch Promotoren,
die vor der codierenden Region des das TIRC7-Protein codierenden
Gens eingefügt
werden können,
z. B. durch Gentransfer und homologe Rekombination in der 5'-untranslatierten
Region des Gens, siehe auch supra. Ein solcher Promotor kann reguliert
werden und damit die kontrollierte Expression des TIRC7-Proteins
in bestimmten Zellen erlauben.
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Vorzugsweise
ist besagter Wirkstoff ein Ligand des TIRC7-Membranproteins oder
ist wenigstens einer der oben beschriebenen anti-TIRC7-Membranprotein-Antikörper.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung umfasst die pharmazeutische Zusammensetzung des Weiteren
ein zweites Agens, das die T-Zellproliferation stimuliert, z. B.
IL-2, IL-4 oder ein Agens, das eine T-Zelle durch einen CD2-, CD28-,
CD40- oder CTLA4-Oberflächenrezeptor
stimuliert.
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In
einer weiteren Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung ein In-vitro-Verfahren für die Wiederherstellung
der Empfindlichkeit gegen ein Antigen durch eine T-Zelle, die dem
Antigen gegenüber
unempfindlich ist, umfassend das Inkontaktbringen der T-Zelle in
der Anwesenheit des Antigens mit einem ersten Wirkstoff, der die
T-Zelle durch ein TIRC7-Membranprotein
stimuliert. Neben der Anwendung des Liganden selbst, kann besagter
TIRC7-Ligand auch vorzugsweise auf der Zelloberfläche exprimiert
werden, indem man ein den TIRC7-Liganden in einer für die Expression
des TIRC7-Liganden auf der Zelloberfläche geeigneten Form codierendes
Nucleinsäuremolekül in die
Zelle einführt.
Vorzugsweise ist die Zelle eine Tumorzelle. Vektoren und Verfahren
für die
Einführung
eines solchen Nucleinsäuremoleküls sind
dem Fachmann hinreichend bekannt und sind auch z. B. oben beschrieben.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann des Weiteren das Inkontaktbringen der T-Zelle mit einem zweiten
Wirkstoff umfassen, wie es für
die pharmazeutischen Zusammensetzungen oben definiert wurde. Vorzugsweise
wird die T-Zelle mit dem zweiten Agens vor Kontakt mit dem ersten
Agens in Kontakt gebracht.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird das zweite Agens, vorzugsweise CD2-, CD28-, CTLA4-Ligand oder
CD40, auf der Zelloberfläche
exprimiert, indem man ein den CD2-, CD28-, CTLA4-Liganden oder CD40
codierendes Nucleinsäuremolekül in einer
zur Expression besagtes Liganden auf der Zelloberfläche geeigneten
Form in die Zelle einführt.
-
In
einer weiteren Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung eines ersten Wirkstoffs
wie oben definiert, welcher in der Lage ist, eine T-Zelle durch
ein TIRC7-Membranprotein
zu stimulieren für
die Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Stimulation
einer T-Zellantwort gegen eine Tumorzelle in einem Subjekt mit einem
Tumor. Solche Wirkstoffe umfassen beispielsweise auch bispezifische
Antikörper
wie oben beschrieben. Vorzugsweise wird die Tumorzelle modifiziert,
so dass sie einen TIRC7-Liganden und/oder einen CD2-, CD28-, CTLA4-Liganden
oder CD40 vorzugsweise auf der Tumorzelloberfläche exprimiert.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Anwendung
wird die Tumorzelle vom Subjekt erhalten, ex vivo modifiziert um
eine modifizierte Tumorzelle zu bilden und besagte Tumorzelle wird für die Herstellung
einer pharmazeutischen Zusammensetzung verwendet, die zur Verabreichung
an das Subjekt bestimmt ist.
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Anwendung
werden die T-Zellen von einem Subjekt erhalten, mit IL-2 oder IL-4
ex vivo in Kontakt gebracht und besagte modifizierte T-Zellen werden
zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung verwendet,
die zur Verabreichung an das Subjekt bestimmt ist.
-
In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung sind die Anwendungen, Verfahren und pharmazeutischen
Zusammensetzungen zur Verabreichung an ein Subjekt gedacht, das
Empfänger
einer Knochenmarks- oder einer peripheren Stammzellentransplantation
ist. Vorzugsweise ist die pharmazeutische Zusammensetzung zum Inkontaktbringen
mit Knochenmark oder peripheren Stammzellen vor der Transplantation
in den Empfänger
bestimmt.
-
In
einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform werden die Verfahren
und Anwendungen der vorliegenden Erfindung in der Organtransplantation,
der peripheren Stammzellentransplantation oder für die Behandlung von Autoimmunkrankheiten
oder Allergien eingesetzt.
-
Des
Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Identifizierung
von T-Zellaktivierenden oder -kostimulatorischen Verbindungen oder
zur Identifizierung von Inhibitoren der T-Zellaktivierung oder -stimulation umfassend
- (a) Kultivierung von T-Zellen in der Anwesenheit
des wie oben beschriebenen TIRC7-Proteins,
(Poly-)Peptids, Antikörpers
oder der wie oben beschriebenen Zelle und, gegebenenfalls in der
Anwesenheit einer Verbindung, die ein erkennbares Signal als Antwort
auf die T-Zellaktivierung liefern kann, mit einer zum Screenen bestimmten
Verbindung unter Bedingungen, die eine Interaktion der Verbindung
mit dem TIRC7-Protein,
(Poly-)Peptid, Antikörper
oder der/den Zelle(n) erlauben; und
- (b) Nachweis der Anwesenheit oder Abwesenheit eines durch die
Interaktion der Verbindung mit der Zelle generierten Signals.
-
Der
Begriff „Verbindung" im erfindungsgemäßen Verfahren
schließt
eine einzelne Substanz oder eine Mehrzahl von Substanzen ein, die
identisch sein können
oder auch nicht.
-
Besagte
Verbindungen) kann/können,
z. B. Proben, z. B. Zellextrakte aus beispielsweise Pflanzen, Tieren
oder Mikroorganismen umfassen. Des Weiteren können besagte Verbindungen zwar
dem Stand der Technik bekannt sein, es kann jedoch bisher nicht
bekannt sein, dass sie die T-Zellaktivierung inhibieren können bzw.
dass sie als T-Zell-kostimulatorischer Faktor nützlich sind. Die Mehrzahl von
Verbindungen können z.
B. zum Kulturmedium hinzugefügt
oder in die Zelle injiziert werden.
-
Wenn
eine Probe, die (eine) Verbindungen) enthält, im erfindungsgemäßen Verfahren
identifiziert wird, ist es entweder möglich, die Verbindung von der
ursprünglichen
Probe, die als die fragliche Verbindung enthaltend identifiziert
wurde, zu isolieren oder man kann die ursprüngliche Probe weiter unterteilen,
wenn sie beispielsweise aus einer Mehrzahl verschiedener Verbindungen
besteht, um so die Anzahl unterschiedlicher Substanzen pro Probe
zu reduzieren und das Verfahren mit den Untereinheiten der ursprünglichen
Probe zu wiederholen. Es kann dann durch dem Stand der Technik bekannte
Verfahren, wie hierin und in den angehängten Beispielen beschrieben,
bestimmt werden, ob besagte Probe oder Verbindung die gewünschten
Eigenschaften aufweist. Je nach Komplexität der Proben können die
oben beschriebenen Schritte mehrmals durchgeführt werden, vorzugsweise bis
die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
identifizierte Probe nur noch eine begrenzte Anzahl von Substanzen
oder nur noch eine Substanz enthält.
Vorzugsweise umfasst besagte Probe Substanzen mit ähnlichen
chemischen und/oder physikalischen Eigenschaften, im besonders bevorzugten Fall
sind besagte Substanzen identisch. Die Verfahren der vorliegenden
Erfindung können
vom Fachmann leicht durchgeführt
und gestaltet werden, z. B. in Übereinstimmung
mit anderen auf Zellen basierenden Assays, die im Stand der Technik
beschrieben sind (siehe z. B. EP-A-0 403 506) oder durch Verwendung
und Modifikation der Verfahren wie in den angehängten Beispielen beschrieben.
Des Weiteren wird der Fachmann umgehend erkennen, welche weiteren
Verbindungen oder Zellen zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
verwendet werden können,
z. B. B-Zellen, Interleukine oder Enzyme, die nötigenfalls beispielsweise eine
bestimmte Vorstufe in die Verbindung konvertieren, was wiederum
die T-Zellaktivierung
stimuliert oder unterdrückt,
oder die (ko-)stimulatorische Signale liefern. Eine solche Anwendung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
liegt durchaus im Bereich der Fähigkeiten
eines Fachmanns und kann ohne übermäßiges Experimentieren
durchgeführt
werden.
-
Verbindungen,
die in Übereinstimmung
mit dem Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet werden können umfassen
Peptide, Proteine, Nucleinsäuren
einschließlich
cDNA-Expressionsbibliotheken,
Antikörper,
kleine organische Verbindungen, Liganden, peptidomimetische Substanzen,
PNAs und dergleichen. Besagte Verbindungen können ebenso funktionelle Derivate
oder Analoge bekannter T-Zellaktivatoren oder -inhibitoren sein.
Verfahren zur Herstellung von chemischen Derivaten und Analogen
sind dem Fachmann hinreichend bekannt und werden beschrieben in
z. B. Beilstein, Handbook of Organic Chemistry, Springer edition New
York Inc., 175 Fifth Avenue, New York, N. Y. 10010 U.S.A. and Organic
Synthesis, Wiley, New York, USA. Des Weiteren können besagte Derivate und Analoge
gemäß dem Stand
der Technik bekannten oder wie z. B. in den angehängten Beispielen
beschrieben Verfahren auf ihre Effekte getestet werden. Des Weiteren
können peptidomimetische
Substanzen und/oder computergestütztes
Design von geeigneten Aktivatoren oder Inhibitoren der T-Zellaktivierung
verwendet werden, z. B. gemäß den nachstehend
beschriebenen Verfahren. Geeignete Computerprogramme können zur
Identifikation von interaktiven Stellen eines potentiellen Inhibitors und
des TIRC7-Proteins durch computergestützte Recherchen nach komplementären Strukturmotiven
verwendet werden (Fassina, Immunomethods 5 (1994), 114–120). Weitere
geeignete Computersyteme für
das computergestützte
Design von Protein und Peptiden sind im Stand der Technik beschrieben,
z. B. in Berry, Biochem. Soc. Trans. 22 (1994), 1033–1036; Wodak,
Ann. N. Y. Acad. Sci. 501 (1987), 1–13; Pabo, Biochemistry 25
(1986), 5987–5991.
Die bei der oben beschriebenen Computeranalyse erhaltenen Resultate
können
in Kombination mit dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet werden,
um z. B. bekannte T-Zellaktivatoren oder -inhibitoren zur optimieren.
Geeignete peptidomimetische Substanzen können ebenso durch die Synthese
von peptidomimetischen kombinatorischen Bibliotheken durch sukzessive
chemische Modifikation wie hierin und in den angehängten Beispielen
beschrieben. Verfahren zur Herstellung und Verwendung von peptidomimetischen
kombinatorischen Bibliotheken sind im Stand der Technik beschrieben,
z. B. in Ostresh, Methods in Enzymology 267 (1996), 220–234 and
Dorner, Bioorg. Med. Chem. 4 (1996), 709–715. Des Weiteren kann die
dreidimensionale und/oder kristallographische Struktur von Inhibitoren
oder Aktivatoren der T-Zellstimulation verwendet werden zur Konstruktion
von peptidomimetischen Inhibitoren oder Aktivatoren der T-Zellstimulation,
die im erfindungsgemäßen Verfahren
zu testen sind (Rose, Biochemistry 35 (1996), 12933–12944;
Rutenber, Bioorg. Med. Chem. 4 (1996), 1545–1558).
-
Zusammenfassend
stellt die vorliegende Erfindung Verfahren zur Identifikation von
Verbindungen bereit, die T-Zell-vermittelte Immunantworten modulieren
können.
Dementsprechend sind Verbindungen, die in Übereinstimmung mit dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung dahingehend identifiziert wurden, ob
sie Inhibitoren bzw. Aktivatoren der T-Zellstimulation sind, auch
im Umfang der vorliegenden Erfindung.
-
Verbindungen,
denen nachgewiesen wurde, dass sie T-Zell-vermittelte Antworten
aktivieren, können bei
der Behandlung von Krebs oder damit verbundenen Krankheiten verwendet
werden. Zusätzlich
kann es auch möglich
sein, virale Krankheiten spezifisch zu inhibieren und dabei eine
virale Infektion oder die Verbreitung der Viren zu verhindern. Als
Suppressoren der T-Zellaktivierung oder -stimulation identifizierte
Verbindungen können
verwendet werden für
z. B. die Behandlung von Hautbeschwerden (siehe z. B. WO93/06866)
oder bei der allogenen oder xenogenen Organtransplantation, um eine
Abstoßung
des Transplantats zu verhindern; siehe auch supra.
-
Es
wird daher erwartet, dass die gemäß dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung identifizierten Verbindungen sehr nützlich bei diagnostischen und
besonders bei therapeutischen Anwendungen sind.
-
Daher
betrifft die Erfindung in einer weiteren Ausführungsform ein Verfahren zur
Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung umfassend die
Formulierung und gegebenenfalls Synthetisierung der in Schritt (b)
des oben beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens identifizierten
Verbindung in pharmazeutisch akzeptabler Form. Daher betrifft die
vorliegende Erfindung allgemein ein Verfahren zur Herstellung eines
therapeutischen Agens umfassend die erfindungsgemäße Synthetisierung
der Proteine, (Poly-)Peptide, Polynucleotide, Vektoren, Antikörper oder
Verbindungen in einer Menge, die ausreichend ist, um besagtes Agens
in einer therapeutisch wirksamen Menge an den Patienten zu geben.
-
Verfahren
zur Synthetisierung dieser Agenzien sind im Stand der Technik hinreichend
bekannt und z. B. oben beschrieben.
-
Die
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
identifizierten therapeutisch nützlichen
Verbindungen können
einem Patienten durch jedwede für
die individuelle Verbindung geeignete Methode verabreicht werden,
z. B. oral, intravenös,
parenteral, transdermal, transmucosal oder durch Operation oder
Implantation (z. B. mit der Verbindung in Form einer festen oder
halbfesten biologisch abbaubaren und resorbierbaren Matrix), an
oder in der Nähe
der Stelle, an der die Wirkung der Verbindung gewünscht wird.
Therapeutische Dosierungen werden durch einen Fachmann als geeignet
bestimmt, siehe auch supra.
-
Solche
nützlichen
Verbindungen können
beispielsweise transagierende Faktoren sein, die an das erfindungsgemäße TIRC7-Protein
binden. Identifikation der transagierenden Faktoren kann durch Standardverfahren
aus dem Stand der Technik erfolgen (siehe z. B. Sambrook, supra
und Ausubel, supra). Zur Feststellung, ob ein Protein and das erfindungsgemäße TIRC7-Protein
bindet, können
standardisierte native Gel-Shift-Analysen durchgeführt werden.
Um einen transagierenden Faktor, der an das erfindungsgemäße TIRC7-Protein
bindet, zu identifizieren, können
die erfindungsgemäßen Polypeptide
und Peptide als Affinitätsreagenzien
in standardisierten Verfahren zur Proteinpurifikation oder als Sonde
zum Screening einer Expressionsbibliothek verwendet werden. Ist
der transagierende Faktor erst einmal identifiziert, kann die Modulation seiner
Bindung an das erfindungsgemäße TIRC7-Protein weiter verfolgt
werden, beginnend mit z. B. Screening nach dem Inhibitor der Bindung
des transagierenden Faktors an das erfindungsgemäße TIRC7-Protein. Aktivierung
oder Repression von TIRC7-spezifischen Genen könnten dann in Subjekten erreicht
werden durch Verabreichung des transagierenden Faktors (oder seines
Inhibitors) oder des ihn codierenden Gens, z. B. in einem in den
hierin vorstehenden Ausführungsformen
beschriebenen Vektor. Zusätzlich
können,
wenn die aktive Form des transagierenden Faktors ein Dimer ist,
dominant-negative Mutanten des transagierenden Faktors hergestellt
werden, um seine Aktivität
zu inhibieren. Des Weiteren können
nach Identifikation des transagierenden Faktors weitere Verbindungen
in dem Weg identifiziert werden, der zur Aktivierung (d. h. Signaltransduktion)
oder Repression eines Gens führt,
das das erfindungsgemäße TIRC7-Protein codiert.
Modulation der Aktivitäten
dieser Komponenten können
dann weiter verfolgt werden, um zusätzliche Medikamente oder Verfahren
zur Modulation der Expression oder Aktivität des erfindungsgemäßen TIRC7-Proteins
zu entwickeln.
-
Neben
den oben beschriebenen Verwendungsmöglichkeiten der erfindungsgemäßen Polynucleotide für die Gentherapie
und zur Identifikation homologer Moleküle können die beschriebenen Polynucleotide
auch für
diverse andere Anwendungen verwendet werden, z. B. zur Identifikation
von Nucleinsäuremolekülen, die mit
dem oben beschriebenen TIRC7-Protein
interagierende Proteine codieren. Dies kann durch dem Stand der Technik
hinreichend bekannte Assays erreicht werden, wie beispielsweise
beschrieben in Scofield (Science 274 (1996), 2063–2065) durch
die Verwendung des so genannten Hefe-„Zwei-Hybriden-Systems". In diesem System
wird das von den erfindungsgemäßen Polynucleotiden
codierte (Poly)Peptid oder ein kleinerer Teil davon an die DNA-bindende
Domäne
des GAL4-Transkriptionsfaktors
gebunden. Ein Hefestamm, der dieses Fusionsprotein exprimiert und
ein lacZ-Reportergen enthält,
das von einem geeigneten Promotor angetrieben wird, der vom GAL4-Transkriptionsfaktor
erkannt wird, wird mit einer cDNA-Bibliothek transformiert, die
Tierproteine, vorzugsweise Säugerproteine
oder Peptide davon exprimiert, die an eine Aktivierungsdomäne fusioniert
sind. Falls ein von einer der cDNAs codiertes Peptid in der Lage
ist, mit dem ein erfindungsgemäßes (Poly-)Peptid
enthaltenden Fusionsprotein zu interagieren, ist der Komplex in
der Lage, die Expression des Reportergens zu steuern. So können das
erfindungsgemäße Polynucleotid
und das codierte Peptid zur Identifikation von mit TIRC7-Proteinen
interagierenden Peptiden und Proteinen verwendet werden. Andere
Verfahren zur Identifizierung von mit dem erfindungsgemäßen TIRC7-Protein
interagierenden Verbindungen oder solche Moleküle codierenden Nucleinsäuremolekülen sind,
z. B. das In-vitro-Screening mit Phagen-Display-System ebenso wie
Filter-bindende Assays oder „Echtzeit"-Messung der Interaktion
unter Verwendung von z. B. dem BIAcore-Apparat (Pharmacia); siehe die oben
aufgeführten
Referenzen.
-
Des
Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung des erfindungsgemäßen Polynucleotids,
der erfindungsgemäßen Vektoren,
Peptide, Polypeptide, Antikörper
und Zellen ebenso wie gemäß eines erfindungsgemäßen wie
oben beschriebenen Verfahrens identifizierte Verbindungen zur Herstellung
einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Behandlung von Krankheiten,
die mit T-Zellaktivierung verbunden und mit Th1- und Th2-Immunantwort assoziiert
sind, zur Behandlung von akuter und chronischer Abstoßung von
Allo- und Xenoorgantransplantaten und Knochenmarkstransplantation,
zur Behandlung von rheumatoider Arthritis, Lupus erythematodes,
multipler Sklerose, Enzephalitis, Vaskulitis, Diabetes mellitus,
Pankreatitis, Gastritis, Thyroiditis, zur Behandlung von bösartigen
Störungen
von T-, B- oder NK-Zellen, zur Behandlung von Asthma, Lepra lepromatosa
tuberosa, mit dem Helicobacter pylori assoziierter Gastritis oder
für die
Behandlung von Hauttumoren, Nebennierentumoren oder Lungentumoren.
-
Die
erfindungsgemäßen Polynucleotide,
Vektoren, Zellen, Proteine, (Poly-)Peptide, Antikörper, Inhibitoren,
Aktivatoren, pharmazeutischen Zusammensetzungen, Anwendungen und
Verfahren können
zur Behandlung aller Arten von Krankheiten verwendet werden, von
denen bisher nicht bekannt ist, dass sie mit der Modulation von
T-Zellen zusammenhängen
oder davon abhängen.
Die pharmazeutischen Zusammensetzungen, Verfahren und Anwendungen
der vorliegenden Erfindung können
wünschenswerter
Weise beim Menschen angewendet werden, wenngleich die Behandlung
von Tieren ebenfalls von den hierin beschriebenen Verfahren und
Anwendungen umfasst wird.
-
Diese
und andere Ausführungsformen
sind offenbart und umfasst durch die Beschreibung und die Beispiele
der vorliegenden Erfindung. Weiterführende Literatur zu einem/r
in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung anzuwendendem/r Antikörper, Verfahren,
Anwendungen und Verbindungen kann aus öffentlichen Bibliotheken und
Datenbanken bezogen werden unter der Verwendung von z. B. elektronischen
Vorrichtungen. Beispielsweise kann die öffentliche Datenbank "Medline" genutzt werden,
die im Internet z. B. unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/PubMed/medline.html
zugänglich
ist. Weitere Datenbanken und Adressen, wie http://www.ncbi.nlm.nih.gov/,
http://www.infobiogen.fr/, http://www.fmi.ch/biology/research_tools.html, http://www.tigr.org/
sind dem Fachmann hinreichend bekannt und können auch erhalten werden über beispielsweise
http://www.lycos.com. Eine Übersicht über biotechnologische
Patentinformationen und eine Übersicht über relevante
Patentinformationsquellen die für
retrospektive Recherchen oder die Beobachtung aktueller Entwicklungen
nützlich
sind, ist in Berks, TIBTECH 12 (1994), 352–364 zu finden.
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER FIGUREN
-
Diese
Offenbarung kann am besten im Zusammenhang mit den hierin durch
Bezugnahme enthaltenen begleitenden Figuren zu verstehen sein, die
das Folgende darstellen:
-
1: Identifizierung von TIRC7
aus alloaktivierten Zellen.
- (A): Differential-Display-Identifizierung
eines 24 h nach der Alloaktivierung humaner T-Lymphozyten hochregulierten
350 bp-Transkripts. Jede Spur zeigt ein mRNA-Expressionsmuster einer
Einbahn-MLR entweder 0 oder 24 h nach der Aktivierung. Zwei unterschiedliche
MLRs (a und b) zeigten ähnliche
Genexpressionsmuster.
- (B): Nucleotidsequenz der TIRC7-cDNA.
Gezeigt sind die
cDNA und 614 abgeleitete Aminosäuresequenzen
des TIRC7-Transkripts.
Vorausgesagte transmembrane Regionen sind unterstrichen und fett
dargestellt.
-
2: Vorausgesagte Sekundärstruktur
von TIRC7.
Die vorausgesagte Sekundärstruktur des TIRC7-Proteins
enthält
7 Transmembran-überspannende
Domänen (TM).
Die gemäß Sequenzen
im mutmaßlichen
intrazellulären
Aminoterminus (NH3), extrazellulären Carboxyterminus
(COOH) und der größten intrazellulären (IC)
und extrazellulären
(EC) Schleife synthetisierten Peptide (P1–P7) wurden für die Erzeugung
von Kaninchen-anti-TIRC7 polyklonalen Antikörpern verwendet. Anti-TIRC7-Antikörper mit
einem modulatorischen Effekt auf die T-Zellantwort sind im Kasten angegeben.
-
3: TIRC7 wird bei der T-Zellaktivierung
hochreguliert und auf der Zellmembran lokalisiert.
- (A): Die TIRC7-mRNA-Expression ist hochreguliert und allostimuliert
in humanen T-Zellen. MLR-0 und MLR-24 zeigen die Zeitpunkte 0 h
bzw. 24 h nach der Koinkubation von allogenem Responder und Stimulator-Lymphozyten an.
- (B): Die TIRC7-mRNA-Hochregulierung in MLR (24 h) wird von Cyclosporin
A (Cyc A) verhindert.
-
4: Lokalisierung des TIRC7-Proteins.
- (A): Ein einzelnes 75 kDa-Protein wird von
anti-TIRC7-Antikörpern
(AK79 ist gezeigt) vorwiegend in Membranproteinextrakten humaner
Lymphozyten erkannt. Die Bindung von AK79 an TIRC7 wird in der Anwesenheit
des entsprechenden Peptids P2 (Ab + P2) unterbunden.
- (B): Das gleiche 75 kDa-Protein wird auch von einem anti-c-myc-Antikörper erkannt
in Membranpräparationen
von COS-7-Zellen, die mit einem c-myc-markierten TIRC7-Expressionsvektor (COS-t)
transient transfiziert wurden, jedoch nicht erkannt in nicht-transfizierten
COS-7-Zellen (COS7-nt).
-
5: Anti-TIRC7-Antikörper inhibieren
die 7-Zellproliferation und die IL-2-Produktion.
- (A):
Gegen die extrazellulär
befindlichen TIRC7-Peptide gerichtete Anti-TIRC7-Antikörper (AK73, AK76, AK79) inhibieren
die Proliferation in alloantigen-stimulierten T-Zellen, wie durch
die [3H]-Thymidin-Integration bestimmt.
Die Inhibierung wurde verringert, als Antikörper mit ihren entsprechenden
Peptiden vorinkubiert wurden. Proliferation in einer MLR nach 24
h ist als positive Kontrolle dargestellt. Die Proliferation wurde
durch ein Vorimmunserum (Kontroll-Ab) nicht beeinflusst. Jeder Balken
repräsentiert
Mittelwert und Standardabweichung aus 7 unabhängigen Experimenten.
- (B): Inhibition der Proliferation durch exogenes TIRC7-Protein In
einer Einbahn-MLR inhibierte in vitro translatiertes TIRC7-Protein
die Proliferation abhängig
von der Dosierung. Proteinverdünnungen
sind angezeigt. Es wurde keine Inhibierung der Proliferation beobachtet,
wenn Vektor alleine (Vektor) oder ein unverwandte cDNA (unrel) bei
der In-vitro-Translations-Präparation
verwendet wurde.
- (C): Anti-TIRC7-Antikörper
inhibieren die Th1-spezifische Cytokinexpression.
PHA-stimulierte
humane Lymphozyten wurden mit AK73, AK76 bzw. AK79 koinkubiert. Überstände der
Mitogen-stimulierten Kulturen wurden nach 24 h und nach 48 h entnommen.
Die Cytokinexpression in diesen Kulturen wurden durch ELISA bestimmt.
Jeder Balken repräsentiert
Mittelwert und Standardabweichung aus drei unabhängigen Experimenten.
- (D): Die anti-TIRC7-Antikörper-vermittelte
Inhibierung der Proliferation von PHA-aktivierten T-Zellen wird durch
exogenes IL-2 wieder hergestellt. Jeder Balken repräsentiert
Mittelwert und Standardabweichung aus drei unabhängigen Experimenten.
-
6: Anti-TIRC7-Antikörper-Targeting
in vivo verlängert
die Überlebenszeit
von Allotransplantaten signifikant.
- (A): Lewis-Ratten-Empfänger von
Wistar-Furth-Rattennieren-Allotransplantaten
erhielten entweder anti-TIRC7-AK73 (n = 7), Kontrollantikörper aus
Vorimmunserum (n = 7) oder keine Behandlung (n = 7). Die Behandlung
wurde 2 Stunden vor und unmittelbar nach der Transplantation begonnen
und wurde an den Tagen 1, 2, 4 und 6 nach der Transplantation wiederholt.
Mit
Kontrollantikörper
behandelte Tiere wiesen eine durchschnittliche Überlebensdauer von 8 ± 1 Tagen auf,
wohingegen die durchschnittliche Überlebenszeit der die unbehandelte
Kontrollgruppe repräsentierenden
Tiere TIRC7 ± 2
Tage betrug. 6 von 7 Tieren der experimentellen Gruppe bewahrten
funktionelle Transplantate über
45 Tage. Eine Ratte in der mit anti-TIRC7-Antikörper behandelten experimentellen
Gruppe hatte eine Überlebenszeit
von 21 Tagen. Wie an Tag 45 nach der Transplantation bewertet, war
die durchschnittliche Überlebenszeit
in dieser Gruppe 41,5 Tage (p < 0,001
gegenüber
der Kontrollgruppe).
-
7: Histologische Analyse
von Nierenallotransplantaten an Tag 7 nach der Transplantation.
- (A): Nierenallotransplantate von Kontrollantikörper erhaltenden
Ratten wiesen schwere Gewebezerstörung und eine diffuse mononukleare
Infiltration auf, was den histologischen Ergebnissen in den Nierenallotransplantaten
der unbehandelten Tiere ähnlich
war.
- (B): Nierenallotransplantate von zwei zusätzlichen mit anti-TIRC7-Antikörpern behandelten
Tieren, die an Tag 7 geopfert wurden, zeigten sehr geringen interstitielle
Infiltration mononuklearer Zellen. In den Allotransplantaten dieser
Tiere wurden keine Gewebeverletzungen festgestellt.
-
Die
im Folgenden in illustrierender Weise dargelegten Beispiele werden
zu einem besseren Verständnis
der vorliegenden Erfindung und ihrer vielen Vorteile beitragen.
-
Beispiele
-
Beispiel 1: Klonierung
eines neuen Membranprotein (TIRC7) codierenden Gens, das in alloaktivierten
humanen T-Zellen differentiell exprimiert wird
-
Zur
Identifizierung neuer während
der frühen
Stadien der T-Zellaktivierung als Reaktion auf Alloantigene induzierter
Gene wurde eine Differential-Display-RT-PCR-Analyse der mRNA-Expression durchgeführt 0 h
und 24 h nach Ansetzen einer gemischten Lymphozytenkultur (MLR).
In Übereinstimmung
mit institutionellen Regeln bezüglich
der Durchführung
von Experimenten am Menschen wurden aus gesunden freiwilligen Probanden
periphere Blutlymphozyten (PBLs) unter Verwendung von standardisierten
Ficoll-Zentrifugierungs-Methoden
isoliert und in RPMI mit 10% fetalem Kälberserum verdünnt. Responder-PBLs
wurden mit gleichen Anzahlen an bestrahlten (3000 rad, 13 Min.)
Stimulator-PBLs stimuliert. Die Zellen wurden für 24 h in Gewebeflaschen bei
einer anfänglichen
Konzentration von 106 Zellen/ml zur RNA-Isolierung
co-kultiviert. Gesamt-RNA wurde aus MLR nach 0 h und 24 h unter
Verwendung des RNAzol-B-Verfahrens (TelTest, Inc.) isoliert und
Differential-Display wurde wie vormals beschrieben durchgeführt (Kojima
et al., 1996). Kurz, 2 μg
Gesamt-RNA wurden unter Verwendung eines Oligo-dT-Primers und 200
U MMLV reverser Transkriptase (GibcoBRL) revers transkribiert. Eine
40-Zyklen-PCR-Amplifikation mit einem Gesamtvolumen von 10 μl wurde unter
Verwendung von 1 μg
of cDNA, 1.25 mM MgCl2, 50 mM KCl, 10 mM
Tris-HCl (pH 8.3), 2.5 nM-Primer, 5 μCi 35S-dATP
und 0.3 U Taq-Polymerase
durchgeführt.
Die Primer für
die PCR-Amplifikation waren: 5'-GACGGAACAGCTTC -3' (SEQ ID NO: 10)
und 5'- TGCGTCTGGTTCT-3' (SEQ ID NO: 11).
Die PCR-Produkte wurden bei 4°C
gelagert und mittels Elektrophorese in 6%-Polyacrylamid-Harnstoff-Gelen getrennt,
auf Filterpapier transferiert, getrocknet und autoradiographiert.
Das differentiell exprimierte cDNA-Fragment wurde aus dem Gel ausgeschnitten,
eluiert, reamplifiziert, in pBluescriptSK+-Plasmid
kloniert und sequenziert an der Howard Hughes Biopolymers Research
Facility oder dem Dana Farber Cancer Institute Biopolymer Facility
an der Harvard Medical School. Homologierecherchen wurden unter
Verwendung von BLAST bei NCBI durchgeführt. Alignments wurden unter
Verwendung von Geneworks 2.1.1 durchgeführt. Wie in 1A gezeigt, wurde ein 350 bp-cDNA-Fragment
identifiziert, das 24 h nach der Stimulation induziert wurde und
zur Identifizierung von mehreren Klonen aus λ-gt-10-cDNA-Bibliotheken aus
humanen T-Zellen verwendet wurde. Eine λ gt-10-cDNA-Bibliothek (Clontech),
die aus humanen T-Zellen hergestellt wurde, die für 48 h mit
PHA aktiviert wurden, wurden mit dem 350-bp-TIRC7-cDNA-Fragment
gescreent. Kurz, Plaque-Abzüge
von 1,200,000 unabhängigen
cDNA-Klonen wurden mit einer 32P-markierten cDNA für 24 h bei
42°C in
40% Formamid hybridisiert, 10% Dextransulfat, 4 × SSC (1 × SSC besteht aus 150 mM NaCl,
15 mM Natriumcitrat, pH 7.0), 0.8 × Denhardtscher Lösung (1 × Denhardt
enthält
0.02% Polyvinylpyrrolidon, 0.02% Ficoll, 0.02% Rinderserumalbumin),
0.5% Natriumdodecylsulfat (SDS), und 20 mg Lachssperma-DNA. Die
Filter wurden zweimal für
20 Minuten bei Raumtemperatur mit 2 × SSC, 10% SDS gewaschen und
für 30
Minuten bei 65°C
mit 0.2 × SSC,
10% SDS, gefolgt von Autoradiographie. Drei positive Klone wurden
ausgewählt
und Plaque-gereinigt. cDNA wurde in beide Richtungen sequenziert
unter Verwendung einer Primer-Walking-Strategie. Eine PAC genomische
Bibliothek wurde unter Verwendung einer 2kb-cDNA-Sonde, die die
ORF cDNA von TIRC7 enthielt, gescreent und die gesamte genomische
cDNA von TIRC7 und OC116 wurde bidirektional sequenziert. Die Sequenzanalyse
ergab eine 2488 bp-cDNA (SEQ ID NO: 1), die TIRC7 benannt wurde
(T cell immune response cDNA7 (T-Zellen-Immunantwort cDNA7); Gen
Bank Zugangsnummer: AF025374), und die einen offenen Leserahmen
von 1842 nt enthielt und eine Proteinlänge von 614 Aminosäuren voraussagte
(SEQ ID NO: 2) (1B).
Des Weiteren wurde eine zweite cDNA von TIRC7 kloniert (SEQ ID NO:
12), die eine Aminosäuresequenz
codiert, die mit der des von der anderen TIRC7-cDNA codierten Proteins
identisch ist, bis auf eine Aminosäure-Substitution bei Aminosäureposition
121 (Arg → Gln).
Es wurde daher darauf geschlossen, dass beide cDNAs Allele des TIRC7-codierenden
Gens repräsentierten.
Eine Hydrophobizitäts-Analyse
der Proteinsequenz zeigte 7 hydrophobe Domänen, kompatibel mit Transmembran-überspannenden
Domänen.
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Der
N-Terminus von TIRC7 hat keine übereinstimmende
Signalpeptidsequenz und ist gefolgt von sieben hydrophoben Domänen, die
die Topologie eines intrazellulären
N-Terminus und einer extrazellulär
orientierten C-Domäne
voraussagen (2). TIRC7
enthält
viele mutmaßliche
Stellen für
post-translationale Modifikation einschließlich Phosphorylierungsstellen
für PKC
(an Aminosäurepositionen
58, 98 und 148) und PKA (an Aminosäureposition 21), ebenso wie
N-verknüpfte-Glykosylationsstellen
(an Aminosäurepositionen
267 und 287). Es wurde keine Aminosäurehomologie mit irgendwelchen
Proteinen gefunden, von denen man weiß, dass sie in die T-Zellaktivierung
involviert sind. TIRC7 teilt wohl eine Aminosäurehomologie (12–83%) mit
einigen Proteinen, die mutmaßliche
Untereinheiten der vacuolären
Protonenpumpe H+-ATPase (VPP) in einer Vielzahl
von Spezies sein sollen (Bowman et al., 1988; Lee et al., 1990;
Peng et al., 1994; Perin et al., 1991, Manolson et al., 1992, Manolson
et al., 1994; Solioz and Davies., 1994; Li et al., 1996). Die Analyse
der gesamten genomischen DNA-Organisation von TIRC7 zeigte, dass
TIRC7 und eine kürzlich
beschriebene humane Osteoclasten-spezifische cDNA namens OC116 (Li
et al., 1996) alternativ gespleißte Transkripte desselben Gens
sind. Die Funktion von OC116 ist bisher unbekannt und es wurde gezeigt,
dass die 2640 nt-mRNA, die ein 814-Reste-Protein codiert, ausschließlich in
humanen Osteoclastenzellen exprimiert wird. Die Regionen mit der
stärksten
Homologie von TIRC7 und diesen mutmaßlichen VPPs sind vorwiegend
in ihren vorausgesagten transmembranen Domänen und den C-Termini. Daher
gehört
TIRC7 zu einer größeren Familie
von strukturell verwandten Membranproteinen, dessen Funktionen bisher
noch nicht eindeutig erläutert
wurden.
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Um
die Expressionskinetik von TIRC7 zu bestimmen, wurde eine Northern-Blot-Analyse
von Gesamt-RNA aus Alloantigen-aktivierten Lymphozyten durchgeführt. Die
Northern-Blots wurden mit 7–10 μg Gesamt-RNA
präpariert,
wie vormals beschrieben (Kojima et al., 1996). RNA aus verschiedenen
humanen Geweben enthaltende Poly(A)+Northern-Blots
wurden von Clontech erworben. Die Northern-Blots wurden mit der TIRC7-cDNA
in voller Länge
oder einem TIRC7-spezifischen cDNA-Fragment (nt 52–391) geprobt.
Hybridisierungen über
Nacht wurden mit 32P-markierten cDNA-Sonden
(106 cpm/μl)
bei 42°C
in 40% Formamid, 10% Dextransulfat, 4 X SSC, 7 mM Tris (pH 7.6),
0.8 × Denhardtsche
Lösung,
0.02 mg/ml Lachsspermien-DNA und 10% SDS durchgeführt. Die
Blots wurden zweimal in 2 × SSC
und 0.1% SDS für
20 Minuten bei Raumtemperatur, und einmal bei 65°C in 0.2 X SSC, 0.1% SDS gewaschen
und bei –80°C autoradiographiert.
Eine TIRC7-spezifische cDNA-Sonde wies das erwartete 2.5 kb-Transkript
ebenso nach wie eine zusätzliche 4kb-mRNA
unbekannten Ursprungs (3A–B). Die Alloaktivierung der T-Zellen resultierte
in einer 20-fachen Hochregulierung der TIRC7-Expression nach 24
h (3A). Die TIRC7-Expression
war vorübergehend,
mit noch keinem Anstieg nach 1 h, der höchsten Expression nach 24 h
und einer Rückkehr
zum Basiswert nach 72 h. Um zu zeigen, dass die Hochregulierung
von TIRC7 in der Responder-T-Zellpopulation stattfand, wurde eine
zusätzliche
MLR unter Verwendung von Stimulatoren durchgeführt, denen alle T-Zellen entfernt
worden waren. Für
Induktions- oder Inhibitionsstudien der TIRC7-Expression wurden
PBLs Concanavalin A (10 ng/ml), Phytohemagglutinin (PHA) (20 mg/ml),
Staphylococcus aureus-Enterotoxin B (10 μg/ml), OKT3-mAK (10 mg/ml),
Cyclosporin A (1 mg/ml) oder rIL-2 (10 U/ml) ausgesetzt. Die Stimulierung
mit OKT3-mAK wurde durchgeführt,
indem der Antikörper
auf Kunststoffkulturplatten über
Nacht bei 4°C
immobilisiert wurde, bevor die Zellsuspension zugegeben wurde. Zur
RNA-Isolation aus CD4+ und CD8+ humanen
T-Zellen wurden PBLs mit immunmagnetischen Kügelchen inkubiert, welche mit
Anti-CD4 oder Anti-CD8-lgG beschichtet waren, und dann der magnetischen
Separation unterzogen. Es wurde gezeigt, dass die TIRC7-mRNA-Expression
in Responderzellen 24 h nach Co-Kultur erhöht war.
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Cyclosporin
A (Cyc A), ein Inhibitor der Calcineurin-abhängigen T-Zellaktivierungswege,
blockierte die TIRC7-Induktion in einer MLR (3B). Des Weiteren war exogenes IL-2 ein
wirksamer Induzierer der TIRC7-Expression, wohingegen mit Staphylococcus
aureus-Enterotoxin
B (SEB) oder OKT3-mAK-Stimulation nach 24 h ein mäßiger Anstieg
der TIRC7-Expression
beobachtet wurde, wenngleich OKT3-mAK die TIRC7-Expression nach
48 h auf ein ähnliches
Niveau steigerte wie durch Antiallogen induziert. Im Gegensatz dazu
steigerten weder Concanavalin A (Con A) noch Pythohemagglutinin
(PHA) die TIRC7-Expression nach 24 oder 48 h.
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Northern-Analyse
zeigte, dass TIRC7 fast ausschließlich in Immungeweben exprimiert
wird und der mRNA-Expressionslevel hoch war in Milz, Lymphknoten,
peripherem Blut und Appendix, wohingegen niedrigere Expressionslevel
beobachtet wurden in Knochenmark und fetaler Leber bzw. fetalem
Thymus. TIRC7 wurde auch in CD4+- und CD8+-Lymphozyten nachgewiesen, nicht jedoch
in EBV-transformierten primären B-Zellen,
Burkitt Lymphomzellen, EBV-infizierten
Burkitt Lymphomzellen und ruhenden oder aktivierten Jurkat-Zellen.
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In
der Western-Blot-Analyse wurde ein einzelnes Protein von ungefähr 75 kDa
Molekularmasse vor allem in Membranextrakten humaner Lymphozyten
nachgewiesen (4A). PBLs
wurden lysiert in 50 mM Tris (pH 7.59), 150 mM NaCl, 1% Triton,
Aprotinin (0.15 U/ml), 20 mM Leupeptin, and 1 mM Phenylmethylsulfonylfluorid.
Lysate wurden durch SDS-PAGE separiert und auf eine Nitrozellulosemembran
transferiert. Die Membranen wurden jeweils mit primärem (siehe
Beispiel 2, infra) und sekundärem
Antikörper
für 1 h
inkubiert und es wurde gebundener primärer Antikörper von Meerrettich-Peroxidase-konjugiertem sekundären Antikörper nachgewiesen,
gefolgt von einer verstärkten
Chemolumineszenz. Polyklonaler AK79 (siehe Beispiel 2, infra) wurde
in einem Verdünnungsverhältnis von
1 : 5000 verwendet. Der mit Peroxidase konjugierte sekundäre Antikörper (Anti-Kaninchen-lgG)
wurde in einem Verdünnungsverhältnis von
1 : 2000 verwendet. Um das TIRC7/c-myc-Fusionsprotein nachzuweisen,
wurde der Anti-c-myc-Antikörper in
einem Verdünnungsverhältnis von
1 : 1000 verwendet und der sekundäre Antikörper (Anti-Maus-lgG) in einem
Verdünnungsverhältnis von 1
: 2000. Dasselbe Protein wurde in Membranaufbereitung aus CHO-Zellen
und COS-7-Zellen gefunden (4B),
die einmal dauerhaft und einmal vorübergehend mit einem c-myc-markierten
TIRC7-Expressionsvektor
transfiziert wurden. Der TIRC7-ORF voller Länge wurde stromaufwärts einer
c-myc-Epitop-Sequenz kloniert um ein Fusionsproteinskonstrukt in
einem Säuger-Expressionsvektor
herzustellen (Progmega). Die transiente Transfektion von COS7-Zellen
und die stabile Transfektion von CHO-Zellen wurde mit dem Lipofectamin-Transfektionsverfahren
wie beschrieben (Schülein
et al., 1996) durchgeführt.
Ein Anti-c-myc-Antikörper (InVitrogen)
wurde zum Nachweis des Proteins verwendet. TIRC7-Lokalisation an
der Zellmembran wurde mit konfokaler Mikroskopie und flusszytometrischer
Analyse sowohl in humanen Lymphozyten als auch in stabil transfizierten
CHO-Zellen bestätigt.
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Beispiel 2: TIRC7 vermittelt
ein essentielles Signal während
früher
Ereignisse bei der T-Zellaktivierung
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Die
funktionelle Signifikanz einiger bei der T-Zellaktivierung benötigter Proteine
wurde durch Modulation ihrer Signale durch Targeting mit spezifischen
Antikörpern
bestimmt. Um festzustellen, ob gegen TIRC7 gerichtete Antikörper die
T-Zell-proliferative Antwort verändern
könnten,
wurden 7 synthetische verschiedene Domänen des TIRC7-Proteins (P1–P7, 12mers;
SEQ ID NO: 3 bis 9) repräsentierende
Peptide verwendet, um polyklonale Kaninchen-Antipeptid-Antikörper zu
produzieren (2A). Antigene
nicht-transmembrane Regionen von TIRC7 wurden unter Verwendung von
PSORT und PC-GENE identifiziert und zur Konstruktion von kurzen
Peptidsequenzen verwendet. Gereinigte synthetische Peptide (P1–P7)(Henklein
Laboratorien, Berlin, Deutschland) wurden zur Immunisierung von
Kaninchen verwendet (Seramun, Berlin, Deutschland). Tiere wurden
nach drei und nach sechs Wochen geboostet. Insgesamt wurden 14 polyklonale
Antikörper
gegen 7 verschiedene Peptide (P1–P7) präpariert. Die gepoolten Antisera
wurden nach der Bindung von Peptid an BSA durch Affinitätschromatographie
gereinigt. Alle Antikörper
mit ihren entsprechenden Peptiden wurden mit ELISA getestet. Wie
in 5A gezeigt, wurde
gefunden, dass drei der Antikörper
AK73, AK76 und AK79, die jeweils gegen die extrazellulär gelegenen
Domänen
P4, P6 und P2 (SEQ ID NO: 6, 8 und 2) gerichtet waren, die Proliferation
von alloaktivierten T-Zellen zu 87–93% inhibieren. Für Proliferationsassays
wurden Responder-PBLs in der Anwesenheit einer gleichen Anzahl von
bestrahlten Stimulatorzellen (gesamt 2 × 106 Zellen/ml)
mit entweder dem Medium alleine, mit Antikörpern oder mit Kontrollserum
in jeden Well einer Rundboden-96-Well-Mikrotiterplatte in einem
endgültigen
Kulturvolumen von 200 μl
eingebracht. Anti-TIRC7-Antiseren wurden der MLR in einem Verdünnungsverhältnis von
1 : 500 hinzugefügt.
Die Platten wurden bei 37°C und
5% CO2 inkubiert und mit 1 μCi [3H]-Thymidin
(ICN Biochemicals) pro Well für
die verbleibenden 18 h der Kultivierung gepulst. Alle Platten wurden
geerntet und gezählt
auf einem Betaplate-Flüssigkeits-Szintillationszähler. Die
Zählungen
wurden dargestellt als die durchschnittlichen cpm von vierfachen
Wells, die 72 h nach dem 18-stündigen
Pulsen geerntet wurden. Um vollständige Lysis der Zellen zu verhindern,
wurden Antikörper vor
der Verwendung für
20 Minuten bei 52°C
inkubiert. Experimente zur Peptidblockierung wurden durch Co-Inkubation
des Antikörpers
mit dem entsprechenden Peptid für
30 Minuten bei 4°C
vor Initiierung der MLRG durchgeführt. Für Studien,
in denen TIRC7-Protein verwendet wurde, wurden serielle Verdünnungen
(1 : 200, 1 : 300, 1 : 600) des dialysierten in vitro translatierten
TIRC7-Proteins zu MLRs hinzugefügt
und die Inhibition wurde durch Integration von 3H-Thymidin
gemessen. Die Cytokinexpression für IL-2, IL-4 und Interferon-γ wurden durch
ELISA in Kulturüberständen nachgewiesen.
Handelsübliche
Kits wurden verwendet für
IL-2 (Laboserv), IL-4 (Laboserv) und IFN-γ (Medgenix). Die Anti-TIRC7-Antikörper inhibierten
die T-Zellproliferation abhängig
von der Dosierung. Die Inhibierung wurde verringert, wenn die entsprechenden
Peptide zu der Reaktion hinzugefügt
wurden, um den Antikörper
spezifisch zu neutralisieren. Die Antikörper hatten keine Wirkung, wenn
sie 24 h bis 72 h nach der Initiierung der MLR hinzugefügt wurden,
was anzeigt, dass das TIRC7-vermittelte Signal spezifisch für ein frühes Ereignis
in der T-Zellantwort war. Diese drei Anti-TIRC7-Antikörper bewirkten
auch effiziente Inhibition der durch ConA, PHA bzw. OKT3-mAK induzierten
T-Zellaktivierung.
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Mit
der T-Zellaktivierung assoziierte Membranproteine sind oftmals in
Ligand-Rezeptor-Interaktionen involviert,
die durch exogenes lösliches
Protein blockiert werden können,
wie durch die Blockierung der Interaktion von CD28/B7 mit dem löslichen
Protein CTLA4Ig (Linsley et al., 1992) gezeigt wurde. In-vitro-translatiertes
TIRC7-Protein wurde daraufhin auf seine Fähigkeit getestet, die MLR durch
seine Hinzufügung
zu MLR-Kulturen zum Zeitpunkt 0 in Verdünnungsverhältnissen von 1 : 200, 1 : 300,
1 : 600 zu inhibieren. 2 μg TIRC7-cDNA
wurden in einem In-vitro-Translations-TNT-Lysat-System (Promega),
welches 35S Methionin (ICN) enthielt, translatiert.
Das Produkt wurde mit SDS-PAGE (11%) und Autoradiographie visualisiert.
Für MLR-Inhibitionsexperimente
wurde TIRC7-Protein in vitro in der Anwesenheit von mikrosomalen
Membranen synthetisiert. Die In-vitro-Translationsmixtur wurde dann
in 500 μl
PBS suspendiert und gegen PBS für
24 h dialysiert. Wie in 5B gezeigt,
unterdrückte
exogenes TIRC7-Protein in Abhängigkeit
von der Dosierung signifikant die Proliferation alloreaktiver T-Zellen.
In Kontrollexperimenten wurde bei der Verwendung von entweder Vektor
alleine (5B) oder einer
anderen unverwandten cDNA in der In-vitro-Translations-Reaktionsmixtur keine
Inhibition festgestellt.
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Beispiel 3: Targeting
des TIRC7-vermittelten Signals inhibiert Th1-spezifische Cytokinexpression,
die durch exogenes rIL-2 umgekehrt wird
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Um
weiter zu unterscheiden, ob von TIRC7 vermittelte Signale T-Zell-Untergruppen
differentiell beeinflussen, wurden humane T-Zellen mit entweder
OKT3-mAK, ConA oder PHA gereizt und die für Th1- und Th2-Lymphozyten-Untergruppen
spezifischen Cytokinprofile wurden in der Anwesenheit und Abwesenheit
von Anti-TIRC7-Antikörpern
analysiert. Wie in 5C gezeigt,
wurde nach 48 h ein signifikanter Abfall der Th1-spezifischen Cytokine IL-2 und IFN-γ in allen
Kulturen der PHA-stimulierten Lymphozyten beobachtet. Von den drei
getesteten Mitogenen fand die IL-2 und IFN-γ Niederregulierung in ConA-
und PHA-aktivierten Kulturen nach 24 h statt, wohingegen die OKT3-mAKstimulierten
T-Zellen einen signifikanten Abfall von IL-2 bereits nach 24 h,
jedoch von IFN-γ erst
nach 48 h zeigten. In keiner der Mitogen-aktivierten T-Zellen wurde
eine Niederregulierung der IL-4-Produktion, die spezifisch für Th2-Lymphozyten
ist, nach 24 h und nach 48 h beobachtet. Bemerkenswerter Weise stellte
die exogene Hinzufügung
von rekombinantem IL-2 in Mitogen-aktivierte mit Anti-TIRC7-Antikörpern inkubierte
Kulturen die verminderte T-Zellproliferation wieder her (5D).
-
Beispiel 4: TIRC7-Antikörper-Targeting
verlängert
die Überlebenszeit
von Nierenallotransplantaten in vivo signifikant
-
Der
Effekt der Modulation des TIRC7-vermittelten Signals wurde in einem
Tiermodell untersucht, in dem Nieren von Wistar-Furth-Ratten in
Lewis-Ratten transplantiert wurden. Männliche inzüchtige Ratten von 200–250 g (Harlan
Winkelmann, Deutschland) wurden während des gesamten Experiments
verwendet. Wistar-Furth-Ratten (WF, RT1u)
wurden in Lewis-Ratten, denen beide Nieren entfernt worden waren,
transplantiert unter Verwendung von mikrochirurgischen Techniken;
die Ischämiezeit
betrug 30 ± 5
Minuten. Cryostat-Sektionen
wurden in Formalin fixiert. Das fixierte Gewebe wurde in Paraffin
eingebettet und Gewebesektionen wurden mit Hämatoxylin und Eosin eingefärbt. In
Anfangsexperimenten wurden Anti-humane-TIRC7-Antikörper auf
ihre Fähigkeit
getestet, die Proliferation von Lewis-Ratten-Lymphozyten, die mit
bestrahlten Wistar-Furth-Ratten-Lymphozyten stimuliert wurden, in
vitro zu inhibieren. Es wurde gezeigt, dass AK73 die Ratten-T-Zellproliferation
wirksam blockierte. In Nierentransplantationsexperimenten verblieben
die Tiere entweder unbehandelt (n = 7), erhielten präimmunes
Kaninchenserum (n = 7) oder wurden mit Anti-TIRC7-Antikörper AK73 (n = 7) behandelt
2 h vor, direkt nach und an den Tagen 1, 2, 4 und 6 nach der Transplantation.
Außer leichter
Diarrhöe
wurden in der mit Anti-TIRC7-Antikörper behandelten Gruppe keine
Nebenwirkungen beobachtet. Anti-TIRC7-Antikörper verlängerte die Überlebenszeit des Transplantats
in den behandelten Tieren signifikant (p < 0,001). Sechs von sieben Allotransplantaten
der Anti-TIRC7-behandelten Tieren bewahrten ihre Funktionalität über 45 Tage
nach der Beendigung der Antikörperverabreichung.
Ein mit Anti-TIRC7-Antikörper behandeltes
Tier starb an Tag 21. Im Gegensatz dazu starben alle Tiere aus beiden
Kontrollgruppen am 7. bis 9. Tag nach der Transplantation an Nierenversagen
(6). Die histologische
Untersuchung der Nierentransplantate zweier zusätzlicher mit Antikörper behandelter
Tiere, die an Tag 7 nach der Transplantation geopfert wurden, zeigte
eine sehr leichte lymphozytische Infiltration, jedoch keine Anzeichen
von Gewebsnekrose (7B).
Im Gegensatz dazu zeigten Nierentransplantate aus Kontrolltieren
beachtliche Anzeichen akuter Transplantatsabstoßung einschließlich diffuser
mononuklearer Zellinfiltrate ebenso wie ausgedehnte von Nekrose
befallene Bereiche (7A).
-
Zusammenfassung: TIRC7
ist ein neues T-Zell-akzessorisches Protein
-
TIRC7
stellt ein neues Protein dar, das eine essentielle Rolle bei der
T-Zellaktivierung spielt. Bald nach der Stimulation des T-Zellrezeptors
wird der TIRC7-mRNA-Level vorübergehend
erhöht.
Diese Steigerung der Expression scheint auf einem IL-2-abhängigen Signalweg
zu beruhen, da die Hochregulierung von TIRC7-mRNA auch nach der
Inkubation der T-Zellen mit IL-2 beobachtet wird und die Blockierung
der TIRC7-Hochregulierung mit Cyclosporin A erreicht wird. T-Zellstimulation
durch Mitogene wie ConA oder PHA kann durchweg nicht die TIRC7-Expression
hochregulieren. Das Muster der Gewebsexpression legt nahe, dass
TIRC7 ein Produkt reifer lymphoider Zellen ist, da TIRC7 in allen
lymphoiden Geweben exprimiert wird, in geringen Mengen nur in Thymus,
Knochenmark und fetaler Leber. Das TIRC7-Protein wird vorwiegend
auf der Zellmembran exprimiert, übereinstimmend
mit einem Target für
einen externen Liganden. Die Sieben-Transmembran-Domänen-Struktur
sagt drei extrazelluläre
Schleifen und einen extrazellulär
orientierten Carboxyterminus voraus. Gegen die extrazellulären Domänen gerichtete
Anti-TIRC7-Antikörper,
nicht jedoch die, die die vorausgesagten intrazellulären Domänen des
Proteins erkennen, können
die T-Zellproliferation
als Reaktion auf Alloaktivierung in einer gemischten Lymphozytenkultur
oder als Reaktion auf Mitogene effizient unterdrücken. Der von einer Vielzahl
verschiedener stimulatorischer Signalwege induzierte inhibitorische
Effekt von Anti-TIRC7-Antikörpern
auf T-Zellen legt nahe, dass TIRC7 eine zentrale Rolle bei der T-Zellaktivierung
spielt. Darüber
hinaus legt die Inhibition der T-Zellproliferation in MLR durch
Antikörper-Targeting
von TIRC7 die Existenz eines Liganden nahe, der spezifisch mit TIRC7
interagiert. Diese Hypothese wird gestützt durch die dosierungsabhängige Inhibition
der T-Zellproliferation in einer MLR in der Anwesenheit von löslichem in
vitro translatierten TIRC7-Protein.
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TIRC7
hat eine 38%ige Aminosäurehomologie
zu J6B7, einem aus einer Mauszelllinie isolierten Protein (Lee et
al., 1990). Wie TIRC7 hat auch J6B7 eine beträchtliche Homologie zu der mutmaßlichen
Ratten-H+-ATPase-Untereinheit VPP116 (Manolson
et al., 1992). Es wurde gezeigt, dass in vitro translatiertes J6B7-Protein
die Maus-T-Zellproliferation in einer MLR zu 89% inhibiert, was
vergleichbar mit den Ergebnissen ist, die mit in vitro translatiertem
löslichen
TIRC7-Protein in humaner MLR in der vorliegenden Studie erhalten wurden.
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Antikörper-Targeting
von TIRC7 hat einen selektiven inhibitorischen Effekt auf die Th1-Lymphozyten-Untergruppe,
wie durch die Inhibition der IL-2- und IFN-γ-, nicht jedoch der IL-4-Cytokinproduktion
bewiesen wird. Mit Anti-TIRC7-Antikörper-Behandlung scheinen die
Zellen in einem unempfindlichen aber funktionellen Stadium zu bleiben,
da exogenes rekombinantes IL-2 den antiproliferativen Effekt der
Anti-TIRC7-Antikörper
umkehrte. Die Fähigkeit
eines Anti-TIRC7-Antikörpers,
die Transplantatsabstoßung
im in vivo Modell einer Rattennierentransplantation zu verhindern,
spiegelt die in den in vitro durchgeführten Studien erhaltenen Ergebnisse
wieder. Darüber
hinaus sind die Effekte des Antikörper-Targeting von TIRC7 denen
recht ähnlich, die
durch Targeting kostimulatorischer Moleküle beobachtet wurden. TIRC7
teilt keine strukturelle Homologie oder Sequenzhomologie mit irgendeinem der
bekannten T-Zell-akzessorischen Moleküle. Daher könnte TIRC7 an einem individuellen
Signalweg, der früh
im Verlauf der T-Zellaktivierung induziert wird, teilhaben.
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Angesichts
der funktionellen Ähnlichkeiten
zwischen TIRC7 und den bekannten T-Zell-akzessorischen Molekülen wird erwartet, dass die
strukturelle Neuheit von TIRC7 zum Verständnis individueller Mechanismen in
der T-Zellantwort beiträgt.
Darüber
hinaus bietet die erstaunliche Fähigkeit
von Anti-TIRC7-Antikörper,
die Überlebenszeit
von Allotransplantaten in vivo signifikant zu verlängern, einen
neuen Ansatz für
eine selektive Inhibition unerwünschter
T-Zellaktivierung bei der humanen Organtransplantation und bei Autoimmunkrankheiten.
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Der
Fachmann wird die vielen Äquivalente
der hierin beschriebenen spezifischen Ausführungsformen der Erfindung
erkennen, oder lediglich mittels routinemäßiger Experimente ermitteln
können.
Solche Äquivalente
sollen von den folgenden Patentansprüchen umfasst werden.
-
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