DE69820580T2 - Verfahren zur Abtrennung von Metallen durch micellare Ultrafiltration, geeignet zur Behandlung von radioaktiven Abfallstoffen - Google Patents

Verfahren zur Abtrennung von Metallen durch micellare Ultrafiltration, geeignet zur Behandlung von radioaktiven Abfallstoffen Download PDF

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Description

  • Technisches Gebiet
  • Die vorliegende Erfindung hat ein Verfahren zum Trennen von in einer wässrigen Lösung vorhandenen Metallen zum Gegenstand, das insbesondere für die Behandlung radioaktiver Ausflüsse anwendbar ist.
  • Sie lässt sich auf die Trennung von aus Thorium, Uran, Ruthenium und den Transuranen gewählten Metallen, insbesondere ausgehend von wässrigen Lösungen mit einer hohen Konzentration an Salzen wie etwa an Nitraten, anwenden.
  • Genauer betrifft sie die Trennung durch micellare Ultrafiltrierung, d. h. nach Hinzufügen zur wässrigen Lösung von organischen Verbindungen, die für die Komplexbildung von Metallen und Bildung von Micellen mit einer Größe, die ausreicht, um durch eine Ultrafiltrierungsmembran zurückgehalten zu werden, geeignet sind.
  • Stand der Technik
  • Es sind zwei Verfahren zum Trennen von Metallionen durch micellare Ultrafiltrierung bekannt.
  • Beim ersten Verfahren erfolgt die Komplexbildung von Metallen durch elektrostatische Anziehung, wobei die metallischen Spezies gemäß ihrer Affinität an der Oberfläche der Micelle adsorbiert werden. In diesem Fall ist die Micelle aus einer anionischen grenzflächenaktiven Verbindung gebildet, wenn das Metallion ein Kation ist, oder aus einer kationischen grenzflächenaktiven Verbindung gebildet, wenn das Metallion in Form eines Anions auftritt.
  • Beim zweiten Verfahren werden die metallischen Spezies mit einem Liganden, der im hydrophoben Kern der durch ein Tensid gebildeten Micelle gelöst wird, zu Komplexen zusammengesetzt. Im letzen Fall ist es erforderlich, der Lösung eine grenzflächenaktive Verbindung und einen Liganden, der das zu extrahierende Metall zu Komplexen zusammensetzt, hinzuzufügen.
  • Die Uranylion-UO 2+ / 2-Trennung durch micellare Ultrafiltrierung gemäß dem ersten Verfahren ist beispielsweise von Reiller u. a. in Journal of Colloid and Interface Science, 163, 1994, Seiten 81–86[1] beschrieben worden. Nach diesem Verfahren werden in der wässrigen Lösung, die Uran enthält, Natriumdodecylsulfat- oder Natriumtetradecylsulfat-Micellen gebildet und wird die Lösung anschließend einer Ultrafiltrierung an einer Membran unterzogen, deren Kappungsschwelle 10000 Dalton beträgt, um das Uran zurückzuhalten und eine gereinigte wässrige Lösung zu erhalten. In dieser Weise können mehr als 99% des Urans zurückgehalten werden.
  • Das Dokument FR-A-2 619 727 [2] beschreibt ebenfalls die Trennung von Metallionen durch das erste micellare Ultrafiltrierungsverfahren. In diesem Fall werden der Lösung grenzflächenaktive Detergenzien wie etwa Natriumdodecylsulfat, Cetyltrimethylammoniumbromid und Natrium-didodecyldiethylen-triamin-triacetat hinzugefügt, wobei das Letztere auch die Rolle eines Komplexbildners zum Trennen der Metallionen wie etwa Cu(II) und Cr(III) bei Erträgen von über 99% spielen kann.
  • Das zweite Verfahren, das die gleichzeitige Gegenwart von Tensiden und Liganden ausnutzt, ist beispielsweise von Pramauro u. a. in Analytica Chimica Acta, 264, 1992, Seiten 303–310[3] und in Colliods and Surfaces, 63, 1992, Seiten 291–300[4] beschrieben worden.
  • In der Quelle [3] wird das zweite Verfahren angewandt, um Uranylionen unter Zugabe von Netzhaftmitteln und einem Liganden, der aus zwei durch eine Etherkette verbundenen Phenylalanin-Enden gebildet ist, zu trennen. Es wird ein besserer Wirksamkeitsgrad erhalten, wenn zusätzlich ein zweiter hydrophober Ligand, der aus Tripotylphosphin gebildet ist, hinzugefügt wird.
  • In der Quelle [4] wird Eisen aus wässrigen Lösungen unter Verwendung von amphiphilen Liganden, die von 4-Aminosalicylsäure und nicht ionischen Tensiden des Typs Polyoxyethylen-dodecylether abgeleitet sind, getrennt.
  • In dieser Weise kann ein Wirksamkeitsgrad der Trennung von über 99% erhalten werden, jedoch empfiehlt es sich, mit einem pH-Wert von 3,5–4,0 zu arbeiten.
  • Die oben beschriebenen Verfahren ermöglichen das Verwirklichen einer zufrieden stellenden Trennung von verschiedenen Metallen ausgehend von mit Salzen we nig befrachteten Lösungen, jedoch sind bestimmte in diesen Verfahren verwendete Tenside und Liganden für die Extraktion von Metallen ausgehend von Lösungen mit einer hohen Konzentration an Nitraten wie etwa jenen, die von Wiederaufbereitungsanlagen kommen und beispielsweise 3 Mol/l an Nitraten enthalten können, auf Grund deren geringen Löslichkeit in diesen Lösungen, nicht zweckmäßig.
  • Offenbarung der Erfindung
  • Die vorliegende Erfindung hat genau ein Verfahren zum Trennen wenigstens eines in einer wässrigen Lösung vorhandenen Metalls zum Gegenstand, durch das hohe Trenngrade erzielt werden können, wobei von Lösungen ausgegangen wird, die stark mit Nitraten befrachtet sind.
  • Gemäß der Erfindung umfasst das Verfahren die folgenden Schritte:
    • 1) Hinzufügen eines komplexbildenden anionischen Tensids mit der Formel:
      Figure 00030001
      zu der wässrigen Lösung, wobei M+ ein monovalentes Kation darstellt, m gleich 1 oder 2 ist und R eine lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte aliphatische Gruppe mit wenigstens acht Kohlenstoffatomen und in ausreichender Menge, um in der Lösung Micellen zu bilden, repräsentiert, und
    • 2) anschließend Filtern der wässrigen Lösung durch eine Ultrafiltrierungsmembran, die die vorher gebildeten Micellen halten kann.
  • Vorzugsweise wird zur Ausführung des Verfahrens der Erfindung zu der wässrigen Lösung außerdem ein nicht ionisches Tensid hinzugefügt, um das anionische Tensid gemäß Formel (I) zu lösen und um ein stabiles System zu erhalten.
  • Tatsächlich ist es bei Vorhandensein einer hohen Konzentration an Nitraten von beispielsweise 0,1 bis 3 Mol/l Nitraten schwierig, mit dem Tensid gemäß Formel (I) ein stabiles System zu erhalten.
  • Zur Hinzufügung geeignete nicht ionische Tenside können von verschiedenem Typ sein. Es können beispielsweise Derivate von Polyethylenglycol wie etwa jene Produkte sein, die unter den Namen Triton X-100 (handelsübliches polydisperses Präparat aus p-(1,1,3,3-Tetramethylbuthyl) Phenoxy-Polyoxyethylenglycolen mit durchschnittlich 9,5 Oxyethylen-Gruppen pro Molekül) und Brij 35 vertrieben werden, das ein Polyethylenglycol-Laurylether gemäß der Formel: CH3(CH2)11-(OCH2CH2)l-OH (11)ist, wobei im Mittel l = 23 ist.
  • Triton X-100 genügt der Formel:
    Figure 00040001
    wobei im Mittel n = 9,5 ist.
  • Gemäß der Erfindung ist das komplexbildende anionische Tensid gemäß Formel (I) ein Derivat einer zweibasischen Aminsäure, das zwei Carboxyl-Funktionen aufweist, die geeignet sind, die zu trennenden Metalle zu Komplexen zusammenzusetzen. Vorzugsweise ist m in der oben angegebenen Formel (I) gleich 2, weshalb die Verbindung ein Derivat der Glutaminsäure ist.
  • In dem Tensid gemäß Formel (I) weist die Gruppe R wenigstens 8 Kohlenstoffatome und vorzugsweise 10 bis 30 Kohlenstoffatome auf. Das monovalente Kation M+ kann ein alkalisches Metall oder ein Ammonium-Kation sein.
  • Mit dem Derivat, in dem R die Gruppe -(CH2)16-CH3 repräsentiert und m = 2 ist, können bei Verwendung dieses Derivats in Form seines Natriumsalzes (M+ = Na) gute Ergebnisse erzielt werden. Dieses Derivat weist eine molare Masse von 457 Gramm und eine kritische micellare Konzentration von 4,5·10–3 Mol/l auf, die sich in Gegenwart von hohen Salzkonzentrationen verringern kann.
  • Es sei präzisiert, dass die kritische micellare Konzentration derjenigen Konzentration entspricht, bei der sich die als Micellen bezeichneten und aus 50 bis 150 Monomeren zusammengesetzten Aggregate bilden.
  • Vorzugsweise wird erfindungsgemäß das komplexbildende anionische Tensid gemäß Formel (I) einem durch Polyethylenglycol-Laurylether gemäß Formel (II) gebildeten nicht ionischen Tensid hinzugefügt, das 23 Oxyethylen-Einheiten enthält und eine molare Masse von 1199,57 g und eine kritische micellare Konzentration von 10–5 Mol/l aufweist.
  • Zur Ausführung des Verfahrens der Erfindung wird zuerst der zu behandelnden wässrigen Lösung das komplexbildende anionische Tensid und eventuell das nicht ionische Tensid hinzugefügt und anschließend eine Filtrierung der Lösung an einer Ultrafiltrierungsmembran vorgenommen, die so gewählt ist, dass die in der wässrigen Lösung gebildeten Micellen zurückgehalten werden.
  • Wenn ein nicht ionisches Tensid verwendet wird, wird dieses nicht ionische Tensid der Lösung vorzugsweise vor dem Hinzufügen des komplexbildenden anionischen Tensids hinzugefügt.
  • Die Mengen des hinzugefügten Tensids (der hinzugefügten Tenside) sind derart, dass Micellen in der Lösung gebildet werden. Für das komplexbildende anionische Tensid gemäß Formel (I) können Konzentrationen, die von 4·10–4 bis 5·10–2 Mol/l und vorzugsweise von 10–3 bis 10–2 Mol/l gehen, verwendet werden.
  • Die Konzentrationen an nicht ionischem Tensid werden so gewählt, dass ein stabiles System erhalten wird. Es können beispielsweise 5·10–3 bis 4·10–2 Mol/l und vorzugsweise 10–2 bis 2·10–2 Mol/l an nicht ionischem Tensid verwendet werden.
  • Zur anschließenden Ausführung der Ultrafiltrierung kann eine organische oder eine mineralische Ultrafiltrierungsmembran verwendet werden.
  • Als Beispiel für mineralische Membranen lassen sich die Membranen mit Aluminiumoxidträger, die eine Filtrieroberfläche aus Zirkonoxid/Titanoxid aufweisen, und die Membranen mit Kohlenstoffträger, die eine Filtrieroberfläche aus Zirkonoxid/Titanoxid aufweisen, anführen.
  • Als Beispiel für eine organische Membran lassen sich die Membranen aus regenerierter Zellulose anführen.
  • Die Ultrafiltrierung kann eine frontale Ultrafiltrierung sein, d. h., dass die Flüssig keit senkrecht zur Ultrafiltrierungsmembran zum Zirkulieren gebracht wird, oder eine tangentiale Ultrafiltrierung sein, bei der rohrförmige Membranen verwendet werden und die Lösung parallel zur Oberfläche der rohrförmigen Membran zum Zirkulieren gebracht wird.
  • Die tangentiale Ultrafiltrierung wird bevorzugt, da sie die folgenden Vorteile aufweist.
  • Das Zusetzen der Membran und die Bildung der Polarisationsschicht können dank der tangentialen Strömung begrenzt werden, wodurch die Durchsätze im Verhältnis zur frontalen Ultrafiltrierung erhöht werden können.
  • Wenn mineralische Membranen verwendet werden, ergibt sich eine gute Temperaturstabilität (bis zu 380°C) und eine gute chemische Beständigkeit für pH-Werte zwischen 1 und 14.
  • Die Selektion kann durch Einwirken auf die Betriebsbedingungen besser beherrscht werden.
  • Die einzig erforderliche Energie ist jene, die zum Betrieb der Umwälzpumpe benötigt wird.
  • Die Kappungsschwelle der verwendeten Ultrafiltrierungsmembran wird so gewählt, dass eine gute Zurückhaltung der Micellen begünstigt wird und zu hohe Verluste an Tensiden in dem Filtrat vermieden werden, ohne jedoch den Ertrag der Ultrafiltrierung zu stark zu verringern. Es können beispielsweise Ultrafiltrierungsmembranen mit einer Kappungsschwelle von 5000 bis 30000 Dalton verwendet werden.
  • Für die frontale Ultrafiltrierung wird vorteilhafterweise eine Membran mit einer Kappungsschwelle von etwa 10000 Dalton verwendet.
  • Für die tangentiale Ultrafiltrierung werden Membranen mit einer Kappungsschwelle von 10000 bis 15000 Dalton bevorzugt.
  • Das Verfahren der Erfindung ist ohne weiteres im Rahmen einer industriellen Anwendung, vor allem bei der Behandlung von radioaktiven Ausflüssen, einsetzbar.
  • Es empfiehlt sich insbesondere zur Beseitigung von Thorium, Uran, Plutonium, Ruthenium und Transuranen von radioaktiven Ausflüssen, die etwa 3 Mol/l an Nitraten enthalten, wie etwa jene, die beispielsweise von der Spülung von Vorrichtungen von Wiederaufbereitungsanlagen kommen.
  • Andere Metalle wie etwa Übergangsmetalle können ebenfalls nach diesem Verfahren getrennt werden.
  • Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden deutlicher beim Lesen der folgenden Beispiele, die selbstverständlich beispielhalber und nicht einschränkend gegeben werden, wobei auf die beigefügte Zeichnung Bezug genommen wird.
  • Kurzbeschreibung der Zeichnung
  • 1 zeigt in einem vertikalen Schnitt schematisch eine Anlage für frontale micellare Ultrafiltrierung.
  • 2 zeigt in einem vertikalen Schnitt schematisch eine Anlage für tangentiale micellare Ultrafiltrierung.
  • Genaue Darlegung der Ausführungsformen
  • In 1 ist in einem vertikalen Schnitt schematisch eine Anlage für frontale micellare Ultrafiltrierung gezeigt. Diese Anlage umfasst eine Zelle 1, die mit einer Ultrafiltrierungsmembran 3 und einem auf Höhe der Membran angeordneten Magnetrührer 5 versehen ist. Der Austritt der filtrierten Flüssigkeit kann über die Leitung 7 erfolgen, wobei sie in dem Gefäß 8 aufgefangen wird, und oberhalb der in der Zelle vorhandenen Flüssigkeit 9 kann über eine Leitung 11 zur Einleitung von Stickstoff ein Stickstoffdruck aufgebracht werden. In der Figur ist zu erkennen, dass die Flüssigkeit 9 Micellen 10, an denen die zu trennenden Metalle adsorbiert werden, sowie freies Tensid 12 enthält.
  • In den folgenden Beispielen 1 bis 9 ist eine Anlage dieses Typs verwendet worden, um Thorium, Uran und Ruthenium aus wässrigen Lösungen zu trennen. In diesen Beispielen besitzt die Zelle ein Volumen von 200 ml, wobei die Membran 3 eine Membran aus regenerierter Zellulose ist, deren Kappungsschwelle 10000 Dalton beträgt (Membran Millipore) und die eine Filtrieroberfläche von 28,7 cm2 aufweist. In der Zelle wird über die Leitung 11 ein Stickstoffdruck von 0,35 MPa aufgebracht.
  • Beispiele 1 bis 3
  • In diesen Beispielen ist diese Anlage verwendet worden, um Thorium, Uran und Ruthenium aus wässrigen Lösungen mit einem pH-Wert von 10, einer Konzentration an Natriumnitrat von 3 Mol/l und einem Gehalt an Th, U und Ru, der in der Tabelle 1 angegeben ist, zu trennen, nachdem ihnen ein durch HS-21 gebildetes anionisches Tensid und ein durch Triton X-100 gebildetes nicht ionisches Tensid hinzugefügt worden sind, wobei der Gehalt an HS-21 und an Triton X-100 ebenfalls in der Tabelle 1 angegeben ist. Das anionische Tensid HS-21 genügt der folgenden Formel:
  • Figure 00080001
  • Das Triton X-100 genügt der Formel:
    Figure 00080002
    wobei n im Mittel 9,5 repräsentiert.
  • Nach Hinzugabe der Tenside und dem Rühren, bis eine klare Lösung erhalten wird, wird durch Hinzugabe von NaOH der pH-Wert auf 10 eingestellt.
  • Anschließend wird die Ultrafiltrierung ausgeführt, wobei bei einer Temperatur von 20°C gearbeitet wird und 50% der Lösung filtriert werden. Anschließend werden die Metalle in dem Retentat und dem Filtrat oder Permeat durch ICP-MS (Plasmabrenner, der mit einem Massenspektrometer gekoppelt ist) bestimmt. Anhand dieser Analysen wird der Extraktionsertrag R bestimmt, der in folgender Weise berechnet wird: R(%) = [1 – (Conc.permeat/Conc.anfänglich) × 100,wobei Conc.permeat die Konzentration an Metall des Permeats repräsentiert und Conc.antänglich die Konzentration dieses Metalls in der Ausgangslösung repräsentiert.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 1 angegeben, in der die Konzentrationen an Metall des Permeats nach der Filtrierung von 50 ml und der Filtrierung weiterer 50 ml angegeben sind.
  • Beispiel 4
  • In diesem Beispiel wird dieselbe Vorgehensweise verfolgt wie in den Beispielen 1 bis 3, um eine wässrige Lösung zu filtrieren, deren Zusammensetzung mit jener des Beispiels 3 völlig übereinstimmt. Die Ultrafiltrierung wird in der Weise vorgenommen, dass 95% der wässrigen Lösung filtriert werden. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 2 angegeben.
  • Beispiele 5 bis 7
  • In diesen Beispielen wird dieselbe Vorgehensweise verfolgt wie in den Beispielen 1 bis 3, um Thorium, Uran und Ruthenium aus wässrigen Lösungen mit den in der Tabelle 3 angegebenen Zusammensetzungen, jedoch unter Verwendung von Brij 35, das ein Polyethylenglycol-Laurylether gemäß der Formel CH3(CH2)11-(OCH2CH2)l-OH ist, wobei im Mittel l = 23 ist, anstelle von Triton X-100, zu trennen.
  • Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 3 angegeben.
  • Beispiele 8 und 9
  • In diesen Beispielen wird dieselbe Vorgehensweise verfolgt wie in dem Beispiel 4, um wässrige Lösungen zu filtrieren, deren Zusammensetzungen in den Tabellen 4 und 5 angegeben sind, wobei wie in den Beispielen 5 bis 7 Brij 35 anstelle von Triton X-100 verwendet wird. Die Ergebnisse sind in den Tabellen 4 und 5 angegeben.
  • Die Tabellen 1 bis 5 zeigen, dass gute Extraktionsergebnisse erzielt werden. Jedoch können sich im Fall des Triton X-100 Löslichkeitsprobleme ergeben, wenn die Konzentration an Metall zu hoch ist. Wenn Brij 35 anstelle von Triton X-100 als Tensid verwendet wird (Tabellen 3 bis 5), sind die Lösungen viel stabiler und werden ausgezeichnete Ergebnisse sowohl hinsichtlich der Löslichkeit als auch hinsichtlich des Extraktionsertrags an Metallen erzielt.
  • Außerdem hat eine als Funktion des pH-Werts der wässrigen Lösung durchgeführte Untersuchung gezeigt, dass diese Erträge für pH-Werte zwischen 6 und 10 gleich sind.
  • Für den Fall von Ruthenium zeigen die Tabellen 1 bis 5, dass gute Erträge der Extraktion von Ruthenium in Gegenwart von anderen Metallen erzielt werden.
  • In 2 ist schematisch eine Anlage für tangentiale Ultrafiltrierung gezeigt. In diesem Fall enthält die Ultrafiltrierungszelle 21 eine rohrförmige Membran 23, die ein Retentatfach 25 und ein Filtrat- oder Permeatfach 27, das über die Leitung 28 in ein Gefäß 29 entleert wird, abgrenzt. Die Lösung, die Micellen 30 und freie Tenside 32 enthält, wird in die Ultrafiltrierungsmembran 21 aus einem Behälter 31 mittels einer Pumpe 33 und über eine Leitung 35, die an der Grundfläche der Ultrafiltrierungszelle endet, eingeleitet. Das Retentat, das die Ultrafiltrierungszelle verlässt, wird durch die mit dem Ventil 39 versehene Leitung zum Behälter 31 abgeführt.
  • Das folgende Beispiel 10 zeigt die Verwendung einer Anlage dieses Typs, die die folgenden Merkmale aufweist:
    • – Volumen der zu behandelnden Lösung: 200 ml,
    • – rohrförmige Membran 23 aus Carbosep, deren Kappungsschwelle 10000 Dalton beträgt und die eine Filtrieroberfläche aus Zirkonoxid/Titanoxid von 40 cm2 auf einem Kohlenstoffträger aufweist,
    • – rohrförmige Membran Filtron, deren Kappungsschwelle 15000 Dalton beträgt und die einen Aluminiumoxidträger und eine Filtrieroberfläche aus Zirkonoxid/Titanoxid von 75 cm2 aufweist,
    • – Eingangsdruck von 0,1 MPa und
    • – Rezirkulationsdurchsatz von 85 l/h (der der Membran Carbosep bei 2,7 m/s bei Vorhandensein eines Kerns entspricht).
  • Beispiel 10
  • In diesem Beispiel wird die Anlage für tangentiale Ultrafiltrierung von 2 mit einer Membran des Typs Carbosep verwendet, um eine wässrige Lösung mit der folgenden Zusammensetzung zu behandeln:
    • – Brij 35: 2·10–2 M,
    • – HS-21: 5·10–3 M,
    • – NaNO3: 3 M
    • – Th: 2·10–3 M,
    • – U: 2·10– 3 M,
    • – Ru: 2·10–3 M.
  • Wie oben werden das Thorium, das Uran und das Ruthenium in dem Filtrat bestimmt.
  • Die erzielten Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle 6 angegeben.
  • Wenn in der gleichen Weise mit der Anlage, die die Membran Filtron mit 15000 Dalton anstelle der Membran Carbosep mit 10000 Dalton enthält, vorgegangen wird, werden die gleichen Ergebnisse erhalten.
  • Zitierte Quellen
    • [1]: Journal of Colloid and Interface Science, 163, 1994, Seiten 81–86.
    • [2]: FR-A-2 619 727.
    • [3]: Analytica Chimica Acta, 264, 1992, Seiten 303–310.
    • [4]: Colloids and Surfaces, 63, 1992, Seiten 291–300.
  • Tabelle 1
    Figure 00120001
  • Tabelle 2
    Figure 00120002
  • Tabelle 3
    Figure 00130001
  • Tabelle 4
    Figure 00130002
  • Tabelle 5
    Figure 00140001
  • Tabelle 6
    Figure 00140002

Claims (15)

  1. Verfahren zum Trennen wenigstens eines in einer wässrigen Lösung vorhandenen Metalls, das die folgenden Schritte umfasst: 1) Hinzufügen eines komplexbildenden anionischen Tensids mit der Formel:
    Figure 00150001
    zu der wässrigen Lösung, wobei M+ ein monovalentes Kation darstellt, m =1 oder 2 ist und R eine lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte aliphatische Gruppe mit wenigstens acht Kohlenstoffatomen und mit ausreichender Qualität, um in der Lösung Micellen zu bilden, repräsentiert, und 2) anschließend Filtern der wässrigen Lösung durch eine Ultrafiltrierungsmembran, die die vorher gebildeten Micellen halten kann.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem im Schritt 1) zu der wässrigen Lösung außerdem ein nicht ionisches Tensid hinzugefügt wird, um das anionische Tensid gemäß Formel (I) zu lösen und um ein stabiles System zu erhalten.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem das nicht ionische Tensid ein Derivat von Polyoxyethylenglycol ist.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem das nicht ionische Tensid Polyoxyehtylenglycol-Laurylether gemäß der Formel CH3(CH2)11-(OCH2CH2)l-OH (II)ist, wobei im Mittel l = 23 ist.
  5. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem das nicht ionische Tensid p-(1,1,3,3-Tetramethylbuthyl) Phenoxy-Polyoxyethylenglycol gemäß der Formel
    Figure 00160001
    ist, wobei im Mittel n = 9,5 ist.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem das anionische Tensid der Formel (I) genügt, in der R eine Alkylgruppe mit 10 bis 30 Kohlenstoffatomen repräsentiert.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem das anionische Tensid der Formel (I) genügt, wobei R die Gruppe -(CH2)5-CH3 repräsentiert, wobei m = 2 ist und M+ Na+ repräsentiert.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem die wässrige Lösung 0 bis 3 Mol/l Nitrationen enthält.
  9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem im Schritt 1) die Menge des zu der wässrigen Lösung hinzugefügten anionischen Tensids derart ist, dass die Konzentration des anionischen Tensids in der Lösung im Bereich von 4·10–4 bis 5·10–2 Mol/l liegt und vorzugsweise 10–3 bis 10–2 Mol/l beträgt.
  10. Verfahren nach einem der Anspruche 2 bis 5, bei dem die Menge des nicht ionischen Tensids, das im Schritt 1) hinzugefügt wird, derart ist, dass die Konzentration des nicht ionischen Tensids der Lösung im Bereich von 5·10–3 bis 4·10–2 Mol/l liegt und vorzugsweise 10–2 bis 2·10–2 Mol/l beträgt.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem die Kappungsschwelle der Ultrafiltrierungsmembran im Bereich von 5000 bis 30000 Dalton liegt.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem im Schritt 2) eine frontale Ultrafiltrierung der wässrigen Lösung ausgeführt wird und eine Ultrafiltrierungsmembran verwendet wird, die eine Kappungsschwelle von etwa 10000 Dalton besitzt.
  13. Verfahren nach Anspruch 11, bei dem im Schritt 2) eine tangentiale Ultrafil trierung der wässrigen Lösung ausgeführt wird und eine Ultrafiltrierungsmembran verwendet wird, die eine Kappungsschwelle im Bereich von 10000 bis 15000 Dalton besitzt.
  14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, bei dem das Metall oder die Metalle, die getrennt werden sollen, aus Thorium, Uran, Ruthenium und den Transuranen gewählt sind.
  15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, bei dem die wässrige Lösung ein radioaktiver Ausfluss ist.
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