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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zum Modifizieren des p75-TNF-Rezeptors
und des TNFR:Fc-Fusionsproteins. Insbesondere betrifft die vorliegende
Erfindung Verfahren zum Koppeln von Polyethylenglykol mit dem p75-TNF-Rezeptor
oder dem TNFR:Fc-Fusionsprotein
in einer Weise, welche Vorteile in Zusammenhang mit Polyethylenglykolkonjugierten
Proteinen ergibt, während
die Bioaktivität
des p75-TNF-Rezeptors oder des TNFR:Fc-Fusionsproteins aufrechterhalten
wird.
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Beschreibung der verwandten
Technik
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Verfahren
und Reagenzien für
das chemische Modifizieren von Proteinen kommen seit Jahrzehnten in
großem
Umfang zum Einsatz. Traditionellerweise wurden chemische Modifikationen
durchgeführt,
um deren funktionelle Eigenschaften und strukturelle Charakteristika
zu untersuchen. Mit dem Auftauchen von rekombinanten DNA-Techniken
und Protein-Therapeutika haben Forscher Proteine chemisch modifiziert,
um deren therapeutische Eigenschaften zu ändern. Im Speziellen erlangten
Verfahren zum Konjugieren von Proteinen mit Polyethylenglykol weit
reichende Verbreitung innerhalb der pharmazeutischen und der biochemischen
Gemeinschaft infolge zahlreicher verbesserter pharmakologischer
und biologischer Eigenschaften in Zusammenhang mit Polyethylenglykol-konjugierten
Proteinen. Zum Beispiel ist bekannt, dass eine Polyethylenglykol-Modifikation
die Plasma-Halbwertszeit von Proteinen, die in klinischen Anwendungen
verwendet werden, deutlich verlängert,
wodurch die klinische Nutzbarkeit des Proteins wesentlich verbessert
wird. Es ist auch bekannt, dass die Polyethylenglykol-Konjugation
die Antigenität
und Immunogenität
von Proteinen verringert, wodurch lebensbedrohende Anaphylaxie reduziert
wird.
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Ein
weiterer Vorteil in Zusammenhang mit Polyethylenglykol-modifizierten
Proteinen besteht darin, dass die Wasserlöslichkeit infolge der hohen
Wasserlöslichkeit
von Polyethylenglykol erhöht
wird. Die erhöhte Wasserlöslichkeit
kann die Formulierungseigenschaften des Proteins bei physiologischen
pH-Werten verbessern und Komplikationen in Zusammenhang mit der
Aggregation von Proteinen mit geringer Löslichkeit verringern.
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Zusätzlich haben
Polyethylenglykol-konjugierte Proteine in bioindustriellen Anwendungen
Verwendung gefunden, beispielsweise in Enzym-basierenden Reaktionen,
bei denen die Reaktionsumgebung für die Aktivität des Enzyms
nicht optimal ist. Zum Beispiel weisen einige Polyethylenglykol-konjugierte
Enzyme eine breitere optimale pH-Aktivität und reduzierte Temperatur
optimaler Aktivität
auf. Darüber
hinaus wurden Enzyme, welche in vielen organischen Lösungsmitteln
eine reduzierte Aktivität
aufweisen, erfolgreich mit Polyethylenglykol in einem Ausmaß konjugiert,
welches diese für
katalysierende Reaktionen in organischen Lösemitteln nützlich macht. Zum Beispiel
wurde Polyethylenglykol mit Meerrettichperoxidase konjugiert, welches
dann in Chloroform und Toluol löslich
und aktiv wird (Urrotigoity et al., Biocatalysis, 2: 145–149, 1989).
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Polyethylenglykol-konjugierte
Proteine unterscheiden sich in dem Ausmaß, in dem die Plasmazirkulations-Halbwertszeit
erhöht,
die Immunogenität
reduziert, die Wasserlöslichkeit
verstärkt
und die enzymatische Aktivität
verbessert wird. Es gibt zahlreiche Faktoren, die für diese
Schwankungen verantwortlich sind, wobei zu diesen Faktoren das Ausmaß, in dem
das Protein durch Polyethylenglykol ersetzt wird, die Chemiearten, die
verwendet werden, um das Polyethylenglykol an das Protein zu heften,
und die Orte der Polyethylenglykolstellen auf dem Protein zählen.
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Die
häufigsten
Verfahren für
das Anheften von Polyethylenglykol an Proteine beinhalten das Aktivieren von
mindestens einer der Hydroxylgruppen auf dem Polyethylenglykol mit
einer Funktionalität,
die für
einen nukleophilen Angriff durch den Stickstoff von Aminogruppen
auf dem Protein empfänglich
ist. Diese Verfahren führen
im Allgemeinen zu einem Verlust an biologischer Aktivität aufgrund
des nichtspezifischen Anheftens von Polyethylenglykol.
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Alternative
Ansätze
für das
Konjugieren von Proteinen mit Polyethylenglykol schließen das
Kontrollieren der Konjugationsreaktanten und -bedingungen ein, so
dass die Konjugationsstelle auf den N-Terminus (Kinstler et al.,
Pharm. Res. 13: 996, 1996) begrenzt ist, welcher das Polyethylenglykol
an die Protein-Kohlenhydratfunktionalitäten (Urrutigoity, et al., Biocatalysis
2: 145, 1989) und Polyethylenglykol an die Proteincysteinreste heftet
(Goodson et al., Biotechnology 8: 343, 1990). Während diese Ansätze ein
bestimmtes Ausmaß an
Kontrolle über
die Reaktionsstelle bieten, besteht weiterhin ein Bedarf an verbesserten
Verfahren zum Bereitstellen von Polyethylenglykol-konjugierten Proteinen.
Insbesondere wäre
es wünschenswert,
Verfahren zum Konjugieren von Proteinen mit Polyethylenglykol bereitzustellen,
die zu modifizierten Proteinen führen, welche
eine verstärkte
Bioaktivität
oder geringen Verlust an Bioaktivität aufweisen, während die
Vorteile der Polyethylenglykolkonjugation beibehalten werden, einschließlich deutlich
verringerter Immunogenität,
erhöhter Löslichkeit
und verlängerter
Zirkulations-Halbwertszeiten, die für modifizierte Proteine charakteristisch
sind.
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WO
94/13322 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines Konjugats
zwischen einem Polymer und einer ersten Substanz mit einer biologischen
Aktivität,
die durch eine Domäne
davon mediziniert wird, wobei das Verfahren Folgendes umfasst: (a)
Kontaktieren der ersten Substanz mit einer zweiten Substanz, welche spezifisch
an die Domäne
der ersten Substanz bindet, (b) Konjugieren eines Polymers mit der
ersten Substanz, welche die zweite Substanz davon gebunden hat,
und (c) Freisetzen der zweiten Substanz von der ersten Substanz,
welche das Polymer davon konjugiert hat. Konjugate zwischen einem
Polymer und einem Antikörper
gegen TNF-α.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt Verfahren zur Proteinmodifikation bereit,
welche zu einem modifizierten p75-TNF-Rezeptor oder TNFR:Fc-Fusionsprotein
führen,
die geringe oder keine Abnahme einer Aktivität aufweisen, die mit dem p75-TNF-Rezeptor
oder dem TNFR:Fc-Fusionsprotein
in Zusammenhang gebracht wird. Insbesondere schließt die hierin
beschriebene Erfindung Verfahren zum Modifizieren des p75-TNF-Rezeptors
oder TNFR:Fc-Fusionsproteins ein, bei denen zuerst eine Stelle auf
dem Protein geschützt
und danach das geschützte
Protein mit Polyethylenglykol unter Bedingungen in Kontakt gebracht
wird, welche geeignet sind, das Polyethylenglykol mit dem Protein
zu verbinden. Nach dem Entschützen
des Proteins weist das resultierende Polyethylenglykol-modifizierte
Protein verbesserte Eigenschaften im Vergleich eines p75-TNF-Rezeptors
oder eines TNFR:Fc-Fusionsproteins auf, die gemäß Verfahren nach dem bekannten Stand
der Technik modifiziert wurden. Eine vorteilhafte Beibehaltung von
Aktivität
wird auf die Verfügbarkeit von
einer oder mehreren Protein-Bindungsstellen zurückgeführt, welche im Konjugationsverfahren
unverändert
ist und somit sterisch frei bleibt, um nach dem Konjugationsverfahren
mit einem Bindungspartner zu interagieren.
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KURZE BESCHREIBUNG DER
ZEICHNUNGEN
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1 ist
eine p75-TNFR:Fc-Peptid-Karte, die durch Umkehrphasen-HPLC-Trennung
von TNFR:Fc-Trypsinaufschließungsfragmenten
erhalten wurde.
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2 ist
eine konjugierte p75-TNFR:Fc-Peptid-Karte, die durch Umkehrphasen-HPLC-Trennung von Polyethylenglykol-konjugierten
ungeschützten
TNFR:Fc-Trypsinaufschließungsfragmenten
erhalten wurde.
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3 ist
eine konjugierte p75-TNFR:Fc-Peptid-Karte, die durch die Umkehrphasen-HPLC-Trennung von
Polyethylenglykol-konjugierten geschützten TNFR:Fc-Trypsinaufschließungsfragmenten
erhalten wurde.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt Verfahren und Reagenzien zum Konjugieren
eines p75-TNF-Rezeptors
oder eines TNFR:Fc-Fusionsproteins mit Polyethylenglykol in einer
Weise bereit, welche zu Polyethylenglykol-konjugierten Proteinen
führt,
welche geringe oder keine Verringerung einer gewünschten Aktivität aufweisen.
Die vorliegende Erfindung stellt insbesondere Verfahren zum Konjugieren
von Polyethylenglykol mit einem p75-TNF-Rezeptor oder einem TNFR:Fc-Fusionsprotein
unter Bedingungen bereit, welche eine Polyethylenglykolkonjugation
an Stellen auf dem Protein ausschließen. Vorteilhafterweise, weil
die Stellen keiner Konjugation mit Polyethylenglykol unterzogen
werden, halten der p75-TNF-Rezeptor
oder das TNFR:Fc-Fusionsprotein, die gemäß der vorliegenden Erfindung
konjugiert wurden, eine gewünschte
Aktivität
aufrecht, während
sie Vorteile in Zusammenhang mit der Polyethylenglykolkonjugation
aufweisen. Die Verfahren beruhen auf der Entdeckung, dass durch
Schützen
von einer oder mehreren kognaten Stellen, Substrat-Bindungsstellen
oder anderen Bindungsstellen auf einem p75-TNF-Rezeptor oder einem
TNFR:Fc-Fusionsprotein, das Konjugieren des geschützten Proteins
mit Polyethylenglykol und anschließendes Entschützen des
Proteins, der daraus resultierende Polyethylen-modifizierte p75-TNF-Rezeptor
oder das daraus resultierende TNFR:Fc-Fusionsprotein keine Verringerung
einer erwünschten
Aktivität
aufweist.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung kann das Schützen
einer Stelle auf dem p75-TNF-Rezeptor
oder dem TNFR:Fc-Fusionsprotein mit einer Reihe von geeigneten Schutzwirkstoffen
und Verfahren zum Ausbilden von Komplexen des Schutzwirkstoffes
und Proteins erfolgen. Im Kontext der vorliegenden Erfindung schließen Schutzwirkstoffe
jedes beliebige Molekül
ein, welches die Fähigkeit
zur reversiblen Bindung oder Assoziierung mit einer Stelle auf einem
Protein aufweist, welches eine oder mehrere Aminosäuren sein
kann. Wenn die Stelle mehr als eine Aminosäure einschließt, können die
Aminosäuren
benachbart sein, oder die Konformation des Proteins kann die Aminosäuren in
unmittelbare räumliche
Nähe bringen.
Die Stellen schließen – ohne darauf beschränkt zu sein – kognate
Stellen oder Substrat-Bindungsstellen ein, welche mit einer p75-TNF-Rezeptor- oder
einer TNFR:Fc-Fusionsprotein-Aktivität assoziiert sind. Zum Beispiel
kann ein Schutzwirkstoff in der Form eines Antikörpers, der gegen ein Protein
immunreaktiv ist, das für
Polyethylenglykol-Konjugation ausgewählt wird, an eine ausgewählte aktive
Stelle auf dem Protein unter Verwendung von auf dem Fachgebiet bekannten Bindungsmethodologien
gebunden werden. Vorzugsweise wird ein ausgewählter Antikörper-Bindungswirkstoff gegen eine Stelle
des ausgewählten
Proteins, das die betreffende Aktivität überträgt, oder gegen jene Stelle erhöht, welche
die Aktivität
aufweist, die es zu erhalten gilt. Im Gegenzug dazu kann ein Antigen
ein Schutzwirkstoff für
einen Antikörper
sein, der zur Modifizierung gemäß der vorliegenden
Erfindung ausgewählt wurde,
indem es so wirkt, dass es ausgewählte Stellen auf dem Antikörper schützt und
dann den Antikörper mit
Polyethylenglykol konjugiert. Verfahren zur Herstellung von Antikörpern und
Verfahren zum Bereitstellen von Protein-Antikörper-Komplexen sind auf dem
Fachgebiet bekannt und sind Teil des Wissens von Fachleuten.
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Alternative
Ansätze
zum Schutz der kognaten Stelle, Substratstelle oder Bindungsstelle
schließen
die Verwendung eines Rezeptors oder eines Liganden als Schutzwirkstoff
auf dem kognaten Protein ein, das für die Modifizierung ausgewählt ist.
Solche Rezeptor- oder Liganden-Schutzwirkstoffe
müssen
nicht das natürliche
Kognat oder Substrat für
dieses Protein sein, sondern müssen
lediglich zu ausreichender Bindungsaffinität für die ausgewählte(n)
aktive(n) Stelle oder Stellen auf dem betreffenden Protein fähig sein,
um die aktive(n) Stelle oder Stellen vor einer Teilnahme an einer
Polyethylenglykol-Konjugationsreaktion zu schützen. Weiters sind Enzyme,
die Bindungsstellen für
ein Substrat aufweisen, das für
die Polyethylenglykolmodifizierung gemäß der vorliegenden Erfindung
ausgewählt
ist, geeignete Schutzwirkstoffe für das Substrat.
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Bei
der Auswahl des Schutzwirkstoffes für einen p75-TNF-Rezeptor oder
ein TNFR:Fc-Fusionsprotein ist
es wünschenswert,
bestimmte Kriterien zu berücksichtigen.
Ein Aspekt ist die relative Molekulargröße des Schutzwirkstoffes und
des für
die Konjugation ausgewählten
Proteins. Die Schutzschrittausbeuten können durch das Verhältnis der
Größe des Schutzwirkstoffes
zu jener des für
die Konjugation ausgewählten
Proteins begrenzt werden. Typischerweise wird die Schutzreaktion
zu den höchsten
Ausbeuten führen,
wenn das Verhältnis
nahe bei eins liegt. Im Allgemeinen ist die Molekularmasse des Schutzwirkstoffes
und des Proteins ein Maßstab
für deren
Molekulargröße. Somit
weisen zum Beispiel zweiwertige Antikörper eine Masse von ungefähr 125 bis
150 kDa auf, wobei unter optimierten Reaktionsbedingungen 10 mg
Antikörper
ungefähr
20 mg von ausgewähltem
Protein mit einem Molekulargewicht von 150 kDa schützen werden.
Andererseits kann der Antikörper
eine so geringe Menge wie 2 mg eines Proteins mit einem Molekulargewicht
von 15 kDa schützen. Wenn
der Schutzwirkstoff und das ausgewählte Protein eine ähnliche
Masse aufweisen, können
somit die Ausbeuten beim Schutzschritt am höchsten sein.
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Ein
weiterer Faktor, der bei der Auswahl eines Schutzwirkstoffes für einen
p75-TNF-Rezeptor
oder ein TNFR:Fc-Fusionsprotein berücksichtigt werden kann, ist
die Stabilität
des Schutzwirkstoffes und die Stabilität des Polyethylenglykol-konjugierten
Proteins in Lösungen
eines Entschützungswirkstoffes,
der während
des Entschützungsschrittes
der Erfindung verwendet wird. Wie unten im Detail besprochen, kann
der Schritt des Entschützens
des konjugierten Proteins vom Schutzwirkstoff beinhalten, dass der
Schutzwirkstoff und das konjugierte entschützte Protein extremen pH-Werten,
Lösungen
mit erhöhter
Ionenstärke
oder chaotropen Wirkstoffen ausgesetzt werden. In Fällen, in
denen der Schutzwirkstoff in zusätzlichen
Schutzreaktionen wiederverwendet werden soll, wird bevorzugt, dass
der Schutzwirkstoff so ausgewählt
wird, dass das Entschützen des
konjugierten Proteins keine extremen Reaktionsbedingungen erfordert,
welche zu einem irreversiblen Verlust an Aktivität des Schutzwirkstoffes führen könnten.
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Ein
weiterer Aspekt, der bei der Auswahl von Schutzwirkstoffen zu berücksichtigen
ist, kann die etwaige potentielle Toxizität in Zusammenhang mit dem Wirkstoff
oder seiner Verwendung einschließen. Der p75-TNF-Rezeptor oder
das TNFR:Fc-Fusionsprotein, die gemäß der vorliegenden Erfindung
konjugiert werden und für
klinische Anwendungen bestimmt sind, sollten im Wesentlichen frei
von jeglichen Substanzen toxischer Natur sein. Obwohl bekannte Proteinreinigungsverfahren
hochreines Material bereitstellen, wird bevorzugt, zu vermeiden,
dass Schutzwirkstoffe bekannte Toxizitäten aufweisen.
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Ein
weiterer Aspekt, der bei der Auswahl eines Schutzwirkstoffes zu
berücksichtigen
ist, ist der Ort von potentiellen Polyethylenglykolkonjugationsstellen
auf dem p75-TNF-Rezeptor oder dem TNFR:Fc-Fusionsprotein und deren
jeweilige Nähe
zu für
den Schutz ausgewählten
Bindungsstellen. Für
einen p75-TNF-Rezeptor oder ein TNFR:Fc-Fusionsprotein mit potentiellen
Konjugationsstellen in unmittelbarer Nähe zu einer für den Schutz
ausgewählten
Stelle, kann es wünschenswert
sein, einen Schutzwirkstoff zu verwenden, der ausreichend groß ist, um
einen Bereich auf dem Protein zu schützen, der sich in unmittelbarer
Nähe zu
der Stelle befindet, an die er bindet. Wenn der Schutzwirkstoff
in der Lage ist, einen ausreichend großen räumlichen Bereich zu „schützen", der sich außerhalb
der ausgewählten
Bindungsstelle erstreckt, wird die Polyethylenglykolkonjugation
wahrscheinlich ausgeschlossen oder wesentlich reduziert, wodurch
eine gewünschte
Aktivität
des Glykol-konjugierten Proteins beibehalten wird. Der bevorzugte
räumlich
geschützte
Bereich auf dem Protein wird von der räumlichen Ausrichtung der Konjugationsstellen
innerhalb des Proteins und von der Größe des Polyethylenglykols abhängen, was
unten besprochen wird.
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Die
gewünschte
Aktivität
des p75-TNF-Rezeptors oder des TNFR:Fc-Fusionsproteins, die gemäß der vorliegenden
Erfindung konjugiert werden, können
durch die Auswahl von Schutzwirkstoffen beeinflusst werden. Zum
Beispiel können
Proteine, die an mehrfache Rezeptor-Untereinheiten binden, mit Polyethylenglykol so
konjugiert werden, dass eine erste Rezeptoruntereinheit-Bindungsstelle
vor der Konjugationsreaktion geschützt wird und eine zweite Rezeptoruntereinheit-Bindungsstelle
nicht geschützt
ist. In dieser Ausführungsform
wird Polyethylenglykolkonjugation an der geschützten Stelle verhindert oder
gehemmt, wodurch die Stelle für
Liganden- oder Rezeptorbindung bewahrt wird; und Polyethylenglykolkonjugation
wird an den ungeschützten
Stellen ermöglicht,
wodurch die Stelle weniger zugänglich
für Liganden-
oder Rezeptorbindung wird. Diese Ausführungsform hat einen Wert bei
therapeutischen oder anderen klinischen Anwendungen, weil Bindungsstellen
für eine
Rezeptoruntereinheit bewahrt werden können, während das Binden an eine andere
Rezeptoruntereinheit verhindert wird. Diese Wirkung kann zur Produktion
von spezifischen Antagonisten oder Polyethylenglykol-konjugiertem
p75-TNF-Rezeptor oder TNFR:Fc-Fusionsprotein
mit anderen einzigartigen modifizierten Funktionen führen.
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Ebenso
stellt die vorliegende Erfindung Methodologien für das Verhindern von multimerer
Assoziation von p75-TNF-Rezeptor oder TNFR:Fc-Fusionsprotein bereit.
Zum Beispiel kann Polyethylenglykol selektiv auf Stellen in oder
um die multimere Assoziationsschnittstelle konjugiert werden, während die
Bindung des Proteins für
ihr natürliches
Kognat durch „stellengeschützte" Polyethylenglykolkonjugation,
so wie hierin gelehrt, bewahrt wird, wodurch eine Rezeptormultimerisation
verhindert wird.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung wird der Schritt des Schützen des p75-TNF-Rezeptors
oder TNFR-Fc-Fusionsproteins dadurch erzielt, dass zuerst einer
oder mehrere Schutzwirkstoffe auf einen festen Träger immobilisiert
werden und dann das Protein mit dem immobilisierten Schutzwirkstoff
auf eine Weise in Kontakt gebracht wird, die zur Proteinbindung
an den immobilisierten Schutzwirkstoff führt. Vorteilhafterweise können Verfahren
der vorliegenden Erfindung, die das Immobilisieren des Schutzwirkstoffes
auf einen festen Träger
einschließen,
unter der Verwendung desselben festen Trägers für nachfolgende Schutzreaktionen
wiederholt werden und weisen somit den Vorteil auf, dass der Schutzwirkstoff
wiederverwendet wird, ohne dass es notwendig wäre, den Schutzwirkstoff von
einem Reaktionsgemisch zu trennen. Ein weiterer Vorteil in Zusammenhang
mit dieser Ausführungsform
besteht darin, dass unreagiertes Polyethylenglykol und Konjugationsreaktions-Nebenprodukte und
sonstige Nebenprodukte leicht von dem Polyethylenglykol-modifizierten
Protein entfernt werden, indem die Säule vor dem Entschützen des
geschützten
modifizierten Proteins gut gewaschen und das konjugierte Protein
aus der Säule
gewonnen wird. Vorzugsweise sind die chemischen und physikalischen
Eigenschaften des festen Trägers
von solcher Art, dass eine große
Oberfläche
zur Verfügung
steht, um den Schutzwirkstoff und den p75-TNF-Rezeptor oder das TNFR:Fc-Fusionsprotein
zum Reagieren zu bringen, und von solcher Art, dass er unter einer
Reihe von Reaktionsbedingungen stabil ist, einschließlich einer
Reihe von pH-Werten, Temperaturwerten und einer Reihe von wässerigen
und nicht-wässerigen
Lösemitteln.
Zusätzlich
sollte der feste Träger
so ausgewählt
werden, dass er den Schutzwirkstoff auf eine Weise immobilisiert,
die ausreichende Mengen an Schutzwirkstoff bereitstellt, welcher
eine Stelle aufweist, die für
das Schützen
des Proteins zur Verfügung
steht.
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Ein
Faktor, der die Auswahl des festen Trägers oder des Säulenmaterials
beeinflusst, ist die endgültige räumliche
Ausrichtung des immobilisierten Schutzwirkstoffes. Vorzugsweise
ist der immobilisierte Schutzwirkstoff räumlich auf dem festen Träger so ausgerichtet,
dass er in der Lage ist, den p75-TNF-Rezeptor oder das TNFR:Fc-Fusionsprotein
in einer optimierten Weise zu schützen. Um dies zu erreichen,
kann die Verwendung zusätzlicher
aktiver Verbindungen nützlich
sein, welche den Schutzwirkstoff in einer gewünschten Konfiguration ausrichten.
Zum Beispiel wird eine Säule
mit festem Träger,
welche das immobilisierte Protein A oder Protein G enthält, die
Säule für das Immobilisieren
von Antikörpern über das
Binden durch die Fc-Domäne
des Antikörpers
vorbereiten. Auf diese Weise immobilisierte Antikörper weisen
eine räumliche
Ausrichtung auf, welche für
deren maximale Bindung mit dem für
die Konjugation ausgewählten
Protein sorgt. Ein weiterer Ansatz, bei dem zusätzliche Verbindungen verwendet
werden, schließt
die Verwendung von Abstandhaltern oder Verbindungsstücken zwischen
dem Säulenmaterial
und dem Schutzwirkstoff ein, um den Schutzwirkstoff auszurichten
und für
eine maximale Kontaktfläche
zwischen dem Blockwirkstoff und dem für die Konjugation ausgewählten Protein
zu sorgen. Verbindungsstücke
oder Abstandhalter für
Proteine und Biomoleküle
im Allgemeinen sind im Handel weit verbreitet und können zum
Beispiel von Pierce Chemical und Sigma Chemical bezogen werden.
Optimale Reaktionsbedingungen und bevorzugte Anwendungen für die Abstandhalter
oder Verbindungsstücke
sind auf dem Fachgebiet hinlänglich
bekannt. Zum Beispiel beschreibt Wong, Chemistry of Protein Conjugation
and Cross-linking, CRC Press, 1993, die Verwendung von Reagenzien
für das
Koppeln von Proteinen und anderen Molekülen an eine Reihe von funktionellen
Gruppen durch heterobifunktionelle Reagenzien und homobifunktionelle
Reagenzien.
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Feste
Träger
mit guter struktureller und chemischer Stabilität unter einer Reihe von Reaktionsbedingungen
sind im Handel erhältlich.
Diese Träger
weisen typischerweise die Form von Perlen oder Partikeln auf, sind
aus einem quervernetzten Polymer hergestellt und mit einer Reihe
von Immobilisierungsmechanismen verfügbar. Zum Beispiel können feste
Träger,
welche die Fähigkeit
aufweisen, kationisch oder anionisch mit Verbindungen zu interagieren,
welche gegensätzlich
geladene ionische funktionelle Gruppen aufweisen, verwendet werden,
um Schutzwirkstoffe über
eine ionische Hälfte
zu binden. Feste Träger
für ionischen
Austausch sind weit verbreitet und schließen Funktionalitäten wie
geladene Aminogruppen, Karbonate, Säure- und Basegruppen mit unterschiedlicher
Ionenstärke
und pH-Werten ein. Ebenso schließen geeignete feste Träger solche
Träger
ein, welche eine spezifische Bindungsfunktionalität aufweisen,
die imstande ist, an einen Abschnitt eines betreffenden Proteins
zu binden. Zum Beispiel können
feste Träger,
welche einen Liganden für den
Fc-Abschnitt von IgG aufweisen, verwendet werden, um Antikörper oder
TNFR:Fc-Fusionsproteine zu immobilisieren. Geeignete, im Handel
erhältliche
Säulen
schließen
solche ein, welche feste Träger
mit gebundenem Protein A und Protein G aufweisen, von denen beide
ausgewählte
Abschnitte von IgG binden werden. Wiederum andere geeignete feste
Träger
sind solche, welche aktive reaktive Stellen für kovalentes Anheften eines
gewünschten
Schutzwirkstoffes aufweisen. Feste Träger mit dieser Eigenschaft
schließen
jene ein, welche Funktionalitäten
aufweisen, welche mit Nukleophilen reagieren, wie Aminogruppen,
Hydroxylgruppen und Sulfhydrylgruppen. Beispiel 1 unten beschreibt
die Verwendung eines solchen im Handel erhältlichen festen Trägers, EMPHAZETM, welcher eine Azlacton-Funktionalität aufweist,
die mit Nukleophilen reaktiv ist. Wiederum andere geeignete feste
Träger
sind solche, die aus polymeren Materialien hergestellt werden und
kovalent, eng assoziierte oder inkorporierte Stellen aufweisen,
welche spezifische Aminosäuresequenzen
binden. Die allgemeinen Prinzipien der Affinitätschromatographie sowie feste
Träger
für das
Praktizieren der Affinitätschromatographie,
bei der einer oder mehrere spezifische Bindungspartner auf einem
chromatographischen Bett bereitgestellt werden, so dass Bindungsliganden
immobilisiert werden können,
um den Liganden zu reinigen, werden in Affinity Chromatography,
Principles and Methods, Pharmacia Publication 18-1022-29 besprochen.
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In
bevorzugten Ausführungsformen,
bei denen Schutzwirkstoffe auf festen Trägern immobilisiert werden,
kann der Schritt des Schützens
von Stellen auf dem p75-TNF-Rezeptor oder dem TNFR:Fc-Fusionsprotein
dadurch erzielt werden, dass eine Lösung, welche das Protein für die Polyethylenglykol-Konjugation
enthält,
mit dem festen Träger,
welcher den immobilisierten Schutzwirkstoff aufweist, in Kontakt
gebracht wird, um ein geschütztes
Protein in der Form eines Schutzwirkstoffes und Proteinkomplexes
bereitzustellen. Fachleute werden schätzen, dass optimale Reaktionsbedingungen
von dem p75-TNF-Rezeptor oder dem TNFR:Fc-Fusionsprotein, dem festen Träger und
dem Schutzwirkstoff abhängen.
Infolgedessen können
der Reaktions-pH-Wert, die Reaktionstemperatur, die Reaktionszeit
und das Reaktionsmedium gemäß bekannten
Prinzipien zur Herstellung des ausgewählten Schutzwirkstoffes und
Proteinkomplexes variiert werden. Der feste Träger, der einen immobilisierten
Schutzwirkstoff aufweist, kann in einer Säule enthalten sein, wobei in
einem solchen Fall das In-Kontakt-Bringen des Proteins einschließen kann,
dass die Lösung,
welche das Protein enthält,
durch die Säule
mit einer Rate und unter einer Temperatur und pH-Bedingungen durchgeführt wird,
welche die Schutzreaktion fördern.
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Im
Schutzumfang der vorliegenden Erfindung sind Verfahren eingeschlossen,
bei denen der Schutzschritt in Lösung
durchgeführt
wird und der Schutzwirkstoff nicht immobilisiert ist. Solche lösungsbasierenden Verfahren
schließen
das Bereitstellen einer Lösung
von Schutzwirkstoff und p75-TNF-Rezeptor oder TNFR:Fc-Fusionsprotein
in geeigneten relativen Mengen und unter Reaktionsbedingungen ein,
welche ausreichen, um dafür
zu sorgen, dass der Schutzwirkstoff und das Protein einen Komplex
bilden. Wie oben erwähnt,
können
der Reaktions-pH-Wert, die Reaktionstemperatur, die Reaktionszeit
und das Reaktionsmedium gemäß bekannten
Prinzipien für
das Binden des Schutzwirkstoffes und des Proteins variiert werden.
Vorzugsweise wird, nach der Schutzreaktion, der Komplex aus Schutzwirkstoff
und p75-TNF-Rezeptor oder TNFR:Fc-Fusionsprotein durch herkömmliche
Trenntechniken von dem Reaktionsgemisch getrennt. Geeignete Trenntechniken
schließen
chromatographische Verfahren wie Umkehrphasenchromatographie, Normalphasenchromatographie,
Affinitätschromatographie,
Ionenaustauschchromatographie, präparative elektrophoretische
Verfahren und selektive Präzipitationstechniken
ein. Alternativ dazu wird der Komplex aus Schutzwirkstoff und Protein
aus der Schutzreaktionslösung
nicht vor dem Bilden des Polyethylenglykol-konjugierten Proteins
gewonnen. In dieser Ausführungsform
werden Reaktionen für
das Bilden von Polyethylenglykol-konjugiertem Protein in der Lösung ausgeführt, die
für das
Schützen
des Proteins verwendet wird. Nach den, wie unten beschriebenen,
Konjugationsreaktionen können
der Polyethylenglykol-konjugierte p75-TNF-Rezeptor oder das TNFR:Fc-Fusionsprotein
so wie unten beschrieben entschützt
werden, so dass die aktive Stelle oder die aktiven Stellen frei
ist/sind und dann aus der Lösung
gewonnen wird/werden. Alternativ dazu kann der Polyethylenglykol-konjugierte
p75-TNF-Rezeptor oder das TNFR:Fc-Fusionsprotein, das mit dem Schutzwirkstoff zu
einem Komplex verbunden ist, gewonnen werden, gefolgt von einem
Entschützen
des Polyethylenglykol-konjugierten Proteins in der Konjugationsreaktionslösung und
von einem Gewinnen des konjugierten Proteins unter Verwendung eines
beliebigen Proteinreinigungsplans, einschließlich – ohne darauf beschränkt zu sein – der oben
beschriebenen.
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Reagenzien
und Verfahren zum Ausbilden von Polyethylenglykol-Konjugaten mit
Proteinen sind an sich auf dem Fachgebiet bekannt und sind im Allgemeinen
auf die Praxis der vorliegenden Erfindung anwendbar. Typischerweise
schließen
diese Verfahren ein, dass zuerst ein aktiviertes Polyethylenglykol
bereitgestellt wird, bei dem eine oder beide Hydroxylgruppen auf
einem Polyethylenglykol aktiviert werden, und dass das aktivierte
Polyethylenglykol mit aktiven Stellen auf einem für die Polyethylenglykol-Konjugation
ausgewählten Protein
zum Reagieren gebracht wird. Die am weitesten verbreiteten Verfahren
für das
Konjugieren eines Proteins mit Polyethylenglykol basieren auf einer
nukleophilen Reaktion zwischen Proteinaminostellen (ε-Aminostickstoff
von Lysin oder das aminoterminale Amin) und einem aktivierten Hydroxyl
von Polyethylenglykol. Da Sulfhydryle auch Nukleophile sind, sind
Cysteinsulfhydryle, die nicht Teil einer Disulfidbrücke sind,
auch potentielle Reaktionsstellen auf dem Protein. Die allgemeinen
Prinzipien von Polyethylenglykol-Konjugation mit Proteinen und allgemeine
aktivierende Reagenzien werden von Delgado et al. in The Uses and
Properties of PEG-Linked Proteins, aus Critical Reviews in Therapeutic
Drug Carrier Systems, 9(3,4): 249–304(1992), beschrieben. Aktivierte
Formen von Polyethylenglykol und Monomethoxypolyethylenglykol sind
im Handel erhältlich
und können
in Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet werden. Insbesondere
Shearwater Polymers, Inc. of Huntsville, AL, stellt eine Reihe von
Polyethylenglykolpolymeren und Polyethylenglykol-Derivaten bereit. Der Shearwater Polymers,
Inc. Catalog (Shearwater Polymers, Inc. Catalog, Functionalized
Biocompatible Polymers for Research, 1994) schließt eine
große
Bandbreite an aktivierten Polyethylenglykolen ein, die für das Koppeln
mit Proteinen unter einer großen
Bandbreite an Reaktionsbedingungen geeignet sind. Dieser Katalog
stellt zudem bevorzugte Reaktionsbedingungen für ihre abgeleiteten Polyethylenglykol-Reagenzien bereit.
Nachdem Fachleute auf die zahlreichen Reagenzien aufmerksam gemacht
wurden, die für
das Konjugieren von Proteinen mit Polyethylenglykol geeignet sind,
werden sie die Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten für Reagenzien
angesichts der Natur des ausgewählten
Proteins, der Natur der reaktiven Aminogruppen oder Sulfhydrylgruppen
auf dem Protein und der Endverwendung des konjugierten Proteins
schätzen.
Zum Beispiel kann – um
konjugierte Proteine bereitzustellen, welche eine verbesserte Löslichkeit,
verbesserte Aktivitätseigenschaften
und Abgabeeigenschaften aufweisen, aber nicht unbedingt eine erhöhte klinische
Clearance-Zeit – ein
Succinimidylsuccinat-aktiviertes Polyethylenglykol (SS-PEG) in der
Konjugationsreaktion verwendet werden. Die Ester-Verbindung mit
dem Protein ist weniger stabil und wird in vivo hydrolysieren, wobei
das Polyethylenglykol aus dem Protein freigesetzt wird. Es sind
aktivierte Polyethylenglykole erhältlich, die im Vergleich zu
Sulfhydrylgruppen bevorzugter mit Aminogruppen reagieren und umgekehrt.
Häufig
ausgewählte
aktivierte Polyethylenglykole schließen Succinimidylkarbonat-aktivierte
Polyethylenglykole und Succimidylpropionsäurepolyethylenglykole ein.
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Als
Alternative zur Auswahl im Handel erhältlicher aktivierter Polyethylenglykole
kann ein gewünschtes
Polyethylenglykol unter Verwendung von Reagenzien aktiviert werden,
welche mit Hydroxylfunktionalitäten reagieren,
um eine Stelle zu bilden, die mit einer Stelle auf einem gewünschten
Protein reaktiv ist. Typischerweise ist die Protein-reaktive Stelle
eine Aminogruppe, kann aber auch ein Sulfhydryl oder Hydroxyl sein,
und das aktivierte Polyethylenglykol ist typischerweise ein aktiver
Ester oder Imidizol (siehe Seiten 274–285 ibid). Vorzugsweise wird
nur eine Hydroxylfunktionalität
des Polyethylenglykols aktiviert, was dadurch erreicht werden kann,
dass ein Monomethoxypolyethylenglykol in einer aktivierenden Reaktion
verwendet wird. Verfahren, bei denen zwei Hydroxyle aktiviert werden,
liegen jedoch auch innerhalb des Schutzumfangs der Erfindung. Je
nach Natur der aktivierenden Gruppe und des nukleophilen Angriffs
kann die aktivierende Hälfte
in das Protein nach der nukleophilen Reaktion aufgenommen werden
oder nicht.
-
Das
Polyethylenglykol kann ein beliebiges Molekulargewicht aufweisen,
liegt aber vorzugsweise im Bereich von ungefähr 500 bis ungefähr 100.000
und bevorzugter im Bereich von 2.000 bis 20.000. Die Kriterien für die Auswahl
eines spezifischen Polyethylenglykol-Molekulargewichts schließen – ohne darauf
beschränkt zu
sein – das
Molekulargewicht des für
die Modifizierung ausgewählten
Proteins, die Ladung auf dem Protein, den Typ des Proteins und die
Anzahl und den Ort von potentiellen Stellen für die Konjugation ein. Immunologische
und Plasma-Halbwertszeit-Eigenschaften von Proteinen, die mit unterschiedlichem
Molekular-Polyethylenglykol-Molekulargewicht
konjugiert werden, werden in Delgado et al., Critical Reviews in
Therapeutic Drug Carrier Systems, 9: 249, 1992, besprochen. Wie
auf dem Fachgebiet bekannt ist, ist die Plasma-Halbwertszeit umso
länger
und die Proteinlöslichkeit
umso größer, je
größer die
Menge an Polyethylenglykol ist, das mit dem Protein konjugiert wird.
Da die Molekulargewichtstrenngrenze für glomeruläre Filtrierung bei ungefähr 70 kDA
liegt, erfahren Proteine mit einem Molekulargewicht von weniger
als ungefähr
70 kDA verlängerte
Plasma-Halbwertszeiten. Für
Proteine mit mehr als 70 kDA werden die Auswirkungen des Polyethylenglykols
und seines Molekulargewichts mit seinem Clearance-Mechanismus variieren.
-
Im
Allgemeinen führt
die Verwendung eines Polyethylenglykols mit einem hohen Molekulargewicht
in den Verfahren der vorliegenden Erfindung zu konjugierten Proteinen
mit mehr Polyethylenglykol pro Molekül Protein als die Verwendung
von Polyethylenglykol mit einem geringeren Molekulargewicht. Wenn
eine große Menge
an Polyethylenglykol pro p75-TNF-Rezeptor-
oder TNFR:Fc-Fusionsprotein-Molekül wünschenswert ist, liegt das
Molekulargewicht des Polyethylenglykols somit vorzugsweise bei bis
zu 20.000. Polyethylenglykole mit geringerem Molekulargewicht können, aufgrund
ihrer größeren Lösungsmobilität, mit mehr
Stellen auf dem Protein konjugieren als ein Protein mit höherem Molekulargewicht.
Wenn ein Protein eine Anzahl an erwünschten Konjugationsstellen
aufweist, kann es daher bevorzugt sein, ein Polyethylenglykol mit
einem geringeren Molekulargewicht zu verwenden, um sicherzustellen,
dass eine optimale Anzahl an Stellen konjugiert wird. Dies mag ein
besonders wünschenswerter
Ansatz sein, wenn die potentiellen Konjugationsstellen oder Reaktionsstellen
auf dem Protein in unmittelbarer Nähe zueinander sind. Ein weiterer
Aspekt, der bei der Auswahl eines Molekulargewichts von Polyethylenglykol
berücksichtigt
wird, ist jener, dass – obwohl
Proteine, die gemäß der vorliegenden
Erfindung behandelt werden, geschützte Stellen aufweisen – Polyethylenglykole
mit größerem Molekulargewicht
so groß sein
können,
dass, sobald sie konjugiert sind, ihre Molekulargröße dazu führt, dass
sie ihren räumlichen
oder sterischen Einfluss ausdehnen, so dass Bindungs- oder Rezeptorstellen eine
reduzierte Zugänglichkeit
aufweisen. Es liegt im Wissen der Fachleute, ein optimales Polyethylenglykol-Molekulargewicht
für p75-TNF-Rezeptor
oder TNFR:Fc-Fusionsprotein und die Vorteile zu bestimmen, die aus
der Polyethylenglykolkonjugation gewünscht werden.
-
Nach
dem Konjugieren des geschützten
p75-TNF-Rezeptors oder TNFR-Fc-Fusionsproteins
mit Polyethylenglykol schließt
die vorliegende Erfindung ferner das Entschützen des Proteins mit einem
Entschützungswirkstoff
ein. So wie hierin verwendet, ist ein Entschützungswirkstoff ein beliebiges
Molekül,
eine beliebige Lösung
oder ein beliebiges Gas mit einem vorbestimmten pH-Wert, wobei die
Lösung
eine vorbestimmte Ionenstärke
aufweist, welche das reversibel gebundene Protein aus dem Komplex
von Protein und Schutzwirkstoff freisetzt oder spaltet. In bevorzugten
Ausführungsformen,
bei denen der Schutzwirkstoff an einen festen Träger immobilisiert wird, kann
das Entschützen
des konjugierten Proteins erfolgen, indem der feste Träger, welcher
den immobilisierten Schutzwirkstoff und das konjugierte Protein
aufweist, mit einem geeigneten Entschützungswirkstoff in Kontakt
gebracht wird. Vorteilhafterweise kann diese Technik dazu führen, dass
der Schutzwirkstoff am festen Träger
immobilisiert und für
eine Wiederverwendung in nachfolgenden Polyethylenglykol-Konjugationsreaktionen
unter Verwenden desselben festen Trägers und immobilisierten Schutzwirkstoffes
verfügbar
bleibt. Der ausgewählte
Entschützungswirkstoff
und seine Verwendung können
je nach Natur des Komplexes aus Schutzwirkstoff und konjugiertem
Protein variieren. Insbesondere kann bei der Auswahl eines Entschützungswirkstoffes
und des Verfahrens, bei dem dieser verwendet wird, die Stärke des
Komplexes oder der Dissoziationskonstante (Kd) für den Komplex aus Schutzwirkstoff
und konjugiertem p75-TNF-Rezeptor
oder TNFR:Fc-Fusionsprotein ein zu berücksichtigender Aspekt sein.
In vielen Verfahren der vorliegenden Erfindung kann ein geeigneter
Entschützungswirkstoff
zum Beispiel eine Pufferlösung
mit einem pH-Wert sein, welcher dazu führt, dass der Schutzwirkstoff
das konjugierte Protein aus dem Schutzwirkstoff freisetzt. Wenn
der Komplex aus Schutzwirkstoff und konjugiertem Protein stark assoziiert
ist und harte pH-Bedingungen erforderlich sind, um den Komplex zu
dissoziieren, ist es typischerweise ratsam, das entschützte konjugierte
Protein in ein Puffersystem mit einem angepassten pH-Wert zu eluieren,
welcher den endgültigen pH-Wert
der Lösung
des entschützten
konjugierten Proteins nahe bei neutral lässt.
-
Alternativ
dazu können
Entschützungswirkstoffe
Lösungen
mit einer Ionenstärke
sein, welche ausreicht, um den Komplex aus Schutzwirkstoff und konjugiertem
p75-TNF-Rezeptor oder TNFR:Fc-Fusionsprotein zu zerstören und
das konjugierte Protein aus dem Schutzwirkstoff freizusetzen. Konjugierte
Proteine können
aus Komplexen von Proteinen und Schutzwirkstoff unter Verwendung
eines stärker
bindenden kompetitiven Schutzwirkstoffes freigesetzt werden. Zusätzliche
Entschützungswirkstoffe
schließen
Denaturierungsmittel wie Harnstoff, Chelatbildner wie EGTA und EDTA
oder andere Reagenzien ein, einschließlich Kaliumisothiocyanat und
chaotrope Salze. Die Eigenschaften vieler Liganden:Bindungspartner-Komplexe und geeigneter Reagenzien
für das
Entschützen
des Komplexes werden in Pharmacia Affinity Chromatography Principles
and Methods, 18-1022-29, Seiten 117–119 (1993), besprochen. Auf
jeden Fall wird der Entschützungswirkstoff
so ausgewählt,
dass er dazu führt,
dass der p75-TNF-Rezeptor oder das TNFR:Fc-Fusionsprotein eine größere Affinität für die Lösung aufweisen,
welche den Entschützungswirkstoff
enthält,
als das Protein für
den Schutzwirkstoff hat. Wenn das für die Modifizierung ausgewählte Protein
TNFR und der Schutzwirkstoff ein TNFR-neutralisierender Antikörper ist,
ist ein geeigneter Entschützungswirkstoff
eine Pufferlösung
mit niedrigem pH-Wert, weil TNFR aus seinem neutralisierenden Antikörper bei
geringen pH-Werten dissoziiert.
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In
Ausführungsformen,
bei denen der feste Träger
in einer Säule
konfiguriert ist, wird das Entschützen des konjugierten p75-TNF-Rezeptors
oder des TNFR:Fc-Fusionsproteins praktischerweise ausgeführt, indem eine
Lösung
des Entschützungswirkstoffes
durch die Säule
unter Bedingungen durchgeführt
wird, welche es dem Entschützungswirkstoff
ermöglichen,
das Protein zu entschützen.
Der Polyethylenglykol-konjugierte p75-TNF-Rezeptor oder das TNFR:Fc-Fusionsprotein
können
direkt aus der Lösung
des Entschützungswirkstoffes
gesammelt und gewonnen werden. Wenn der feste Träger in einem Behälter enthalten
ist, kann der feste Träger,
der den immobilisierten Schutzwirkstoff aufweist, von der Lösung, welche
das entschützte
Polyethylenglykol-konjugierte Protein enthält, durch Filtern, Zentrifugieren
oder sonstige auf dem Fachgebiet bekannte Trennungstechniken getrennt
werden.
-
Wenn
der Komplex aus Schutzwirkstoff und Polyethylenglykol-konjugiertem
p75-TNF-Rezeptor
oder TNFR:Fc-Fusionsprotein in Lösung
oder nicht an einem festen Träger
immobilisiert ist, kann das konjugierte Protein entschützt werden,
indem Entschützungswirkstoff
zur konjugierten Proteinlösung
hinzugefügt
wird. Die Kriterien für
die Auswahl der Entschützungswirkstoffe
sind dieselben wie oben beschrieben und können Pufferlösungen mit
einem ausgewählten
pH-Wert, Lösungen
mit einer ausgewählten
Ionenstärke
oder andere Lösungen
oder möglicherweise
Gase mit Eigenschaften sein, die für das Entschützen von
Proteinen aus einem Bindungspartner geeignet sind. Die Bedingungen
für den
Entschützungsschritt
sollten so sein, dass ausreichend Zeit und Temperatur aufrechterhalten
werden, um es dem Entschützungswirkstoff
zu ermöglichen,
dafür zu
sorgen, dass der konjugierte p75-TNF-Rezeptor oder das TNFR:Fc-Fusionsprotein
von dem Schutzwirkstoff dissoziiert. Das entschützte Polyethylenglykol-konjugierte
Protein kann aus der Lösung
des Schutzwirkstoffes unter Verwendung von standardmäßigen Proteingewinn-
und Reinigungstechniken gewonnen werden, einschließlich präparativer
Flüssigchromatographie,
Ionenaustauschchromatographie und präparativen elektrophoretischen
Techniken.
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Während die
oben beschriebenen Polyethylenglykol-Konjugationsverfahren jene
sind, bei denen das Ergebnis Polyethylenglykol ist, das an einen
p75-TNF-Rezeptor oder ein TNFR:Fc-Fusionsprotein über eine kovalente Bindung
konjugiert ist, liegt es im Schutzumfang der vorliegenden Erfindung,
Verfahren einzuschließen,
bei denen die Konjugation über
eine andere Assoziation erfolgt. Im Kontext der vorliegenden Erfindung können ein
p75-TNF-Rezeptor oder TNFR:Fc-Fusionsprotein modifiziert werden,
indem sie mit Polyethylenglykol unter Verwendung einer Reihe von
unterschiedlichen Kopplungs- oder Konjugationsmechanismen konjugiert
werden. Zum Beispiel können
ein p75-TNF-Rezeptor oder ein TNFR:Fc-Fusionsprotein bei einer Aminogruppe
oder einer anderen in geeigneter Weise reaktiven Funktionalität mit einem
polyA-Oligonukleotid derivatisiert und dann mit einem Polyethylenglykol
konjugiert werden, das mit einem polyT-Oligonukleotid derivatisiert
ist. Ein weiterer Ansatz schließt
das Derivatisieren des Proteins mit einer Funktionalität, welche
einen bekannten spezifischen Bindungspartner aufweist, und anschließendes Konjugieren
des Proteins mit Polyethylenglykol ein, welches mit dem Bindungspartner
für die
Funktionalität
derivatisiert worden ist. Zum Beispiel können ein p75-TNF-Rezeptor oder
ein TNFR:Fc-Fusionsprotein mit Biotin und dem Polyethylenglykol
derivatisiert werden, das mit Strepavidin oder Avidin (oder umgekehrt)
derivatisiert ist. Dies führt
zum spezifischen Binden von Polyethylenglykol an die Proteinstellen,
welche das Biotin aufweisen. Eine Reihe von Reagenzien für das Modifizieren
von Proteinen zum Zweck der Einführung
bestimmter Funktionalitäten
sind im Handel erhältlich.
Zum Beispiel identifiziert der Pierce ImmunoTechnology-Katalog eine
Reihe von Reagenzien in Zusammenhang mit Proteinmodifizierung und
stellt Zugang zu diesen bereit. Unter diesen befinden sich Trauts Reagenzien
und SATA (Pierce ImmunoTechnology-Katalog, Band I, Seit E-14), welche
aktive Gruppen an N-terminalen Aminen und Lysinamino-Funktionalitäten einführen können. Diese
aktiven Gruppen schaffen Stellen für weiteres Einführen von
Funktionalitäten
zum spezifischeren Reagieren mit Polyethylenglykol. Fachleute werden
auch erkennen, dass ionische Wechselwirkungen zwischen Polyethylenglykol
und dem p75-TNF-Rezeptor oder TNFR:Fc-Fusionsprotein ebenfalls möglich sind.
Zum Beispiel kann eine Assoziation zwischen einer ionischen Hälfte auf
dem Protein und seinem Gegenion auf Polyethylenglykol verwendet
werden, wenn die Assoziation ausreichend stark ist, um unter physiologischen
Bedingungen assoziiert zu bleiben.
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Weitere
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung, welche zuvor modifizierte p75-TNF-Rezeptoren oder
TNFR:Fc-Fusionsproteine verwenden können, schließen jene
Verfahren ein, bei denen das für
die Konjugation ausgewählte
Protein zu wenig potentielle Polyethylenglykolkonjugationsstellen
oder keine potentiellen Polyethylenglykolkonjugationsstellen außerhalb
des geschützten
Aminosäurebereichs
aufweist. Durch das Modifizieren des geschützten Proteins, um Amino- und
Sulfliydryl-Stellen auf dem Protein einzuführen, kann ausreichendes Polyethylenglykol
mit dem ausgewählten
Protein konjugiert werden, um die gewünschten Vorteile zu ergeben.
Das Modifizieren des ausgewählten
Proteins kann erreicht werden, indem Verfahren zum genetischen Engineering
oder chemischen Modifizieren verwendet werden. Wie oben erwähnt, sind
Verfahren und Reagenzien zum Modifizieren von Proteinen, um eine
große
Bandbreite an erwünschten
Ergebnissen zu erzielen, auf dem Fachgebiet hinlänglich bekannt. Insbesondere
in Wong, Chemistry of Protein Conjugation and Cross-linking, CRC
Press, 1993, werden Informationen in Bezug auf Konjugationsreagenzien
und Verfahrensbedingungen bereitgestellt.
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Während Polyethylenglykol
ein bevorzugter Proteinkonjugationsreaktant ist, wurden eine Reihe
von zusätzlichen
Polymer-Modifikatoren verwendet, um Proteine zu modifizieren. Diese
schließen
modifizierte Polyethylenglykole, verzweigte Polyethylenglykole,
quervernetzte Polyethylenglykole, Dextrane, Polyvinylpyrrolidon,
Polyvinylakohol, Polyaminosäuren,
Albumin und Gelatine ein. Fachleute werden – sobald sie die vorliegende
Erfindung verstanden haben – schätzen, dass
die Prinzipien und Verfahren, die hierin beschrieben werden, auf Verfahren
zum Modifizieren von Proteinen mit einem beliebigen dieser zusätzlichen
Reagenzien angewendet werden können.
-
Ein
p75-TNF-Rezeptor oder TNFR:Fc-Fusionsprotein, die gemäß den hierin
beschriebenen Verfahren modifiziert wurden, weisen Vorteile in Zusammenhang
mit der Polyethylenglykolkonjugation auf, ohne den erwarteten deutlichen
Verlust an Aktivität.
Durch bloßes
Anwenden bekannter Testverfahren, um Post-Konjugationsaktivität herzustellen,
können
die Vorteile für
Proteine dargestellt werden, die gemäß der vorliegenden Erfindung
konjugiert werden. Zusätzlich
zur Evaluierung von Polyethylenglykol-konjugierten Proteinen in
Bezug auf ihre Aktivität,
können
diese in Bezug auf den Grad der Polyethylenglykol-Substitution,
in Bezug auf das Molekulargewicht und in Bezug auf Konjugationsstellen
analysiert werden. Techniken zur Durchführung dieser analytischen Verfahren
sind hinlänglich
bekannt, wobei einige in Bezug auf Polyethylenglykol-konjugierte
Proteine in Critical Reviews in Therapeutic Drug Carrier Systems,
9(3 : 4): 285–291,
1992, beschrieben werden. Beispiel 3 unten beschreibt Verfahren
zum Bestimmen des Molekulargewichts oder der hydrodynamischen Volumina,
des Grads an Polyethylenglykol-Substitution und der Bioaktivität von p75-TNFR:Fc-Fusionsprotein, das
gemäß der vorliegenden
Erfindung konjugiert wurde. Eine Charakterisierung konjugierter
Proteine in Bezug auf ihr Molekulargewicht und ihren Substitutionsgrad
ist für
die Praxis der vorliegenden Erfindung nicht erforderlich, verschafft
aber Einblick in die Spezifika des Konjugationsproduktes.
-
Die
folgenden Beispiele werden präsentiert,
um eine detailliertere Beschreibung der spezifischen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung zu liefern und verstehen sich in Bezug
auf den Schutzumfang der Erfindung in keiner Weise als einschränkend.
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BEISPIEL 1
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Stellengeschützte TNFR:Fc-Konjugation
-
Im
Folgenden wird ein Verfahren für
die Polyethylenglykolkonjugation eines dimeren TNF-Rezeptors gemäß der vorliegenden
Erfindung beschrieben. Das ausgewählte Protein war eine kovalent
dimerisiertes Fusionskonstruktion aus zwei extrazellulären, Liganden-bindenden
Abschnitten des humanen p75-TNF-Rezeptors, die durch einen IgGlFc-Anteil
(TNFR:Fc) miteinander fusioniert wurden (Mohler et al., J. Immunol.
151: 1548–1561,
1993). TNFR:Fc ist ein 120 kDA-Protein, das an TNFα und LTα mit hoher
Affinität
bindet.
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Rekombinantes
TNFR:Fc wurde erhalten, indem das Protein in CHO-Zellen unter Verwendung
des Dihydrofolatreduktase-selektierbaren verstärkbaren Markers exprimiert
wurde. Suspensionszellen wurden zentrifugiert und in serumfreies
Medium in einem kontrollierten Bioreaktor resuspendiert. Das Produkt
wurde nach 7 Tagen gesammelt, und das TNFR:Fc- Molekül wurde unter Verwendung von
Protein-A-Affinitätschromatographie,
gefolgt von einem Ionenaustausch-Chromatographieschritt, gereinigt.
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Ein
antihuman TNFR:Fc-neutralisierender monoklonaler Antikörper (hu
TNFR M1) wurde wie in Ware et al., Immunol. 147: 4229 beschrieben,
erzeugt. Neunzehn Milligramm (19 mg) des hu TNFR M1 wurden in 1 L
Kopplungspuffer von 0,5 M Natriumcitrat und 0,1 M Natriumbikarbonat,
mit 1 M NaOH auf einen pH-Wert 8,6 eingestellt, dialysiert. Nach
einer Dialyse über
Nacht wurde der Dialysierungspuffer durch ein zweites 1 L-Volumen
ersetzt und die Dialyse einen Tag lang fortgesetzt. Eine Affinitätssäule wurde
durch Laden von 0,37 g 3 M EMPHAZETM Biosupport-Medium
(gekauft bei 3 M in Minneapolis, MN) in eine 3 mL-Amicon-Säule hergestellt.
Das 3 M EMPHAZETM Biosupport-Medium wird
aus hydrophilen hoch-quervernetzten Bis-acrylamid/azlacton-Copolymerperlen
hergestellt, welche Azlacton-Funktionalitäten aufweisen,
die kovalent Biomoleküle durch
ihre nukleophilen Funktionalitäten
anheften.
-
Humaner
TNFR M1 wurde an den EMPHAZETM festen Träger immobilisiert,
indem 5 mL dialysierte hu TNFR M1 Lösung, mit einem gesamten hu
TNFR M1-Gehalt von 17 mg, zu den Perlen hinzugefügt wurden, und zwar gemäß den Anweisungen
des Herstellers, um Proteine mit den Azlacton-Funktionalitäten zum
Reagieren zu bringen. Nach der Reaktion wurden die Perlen und die
Lösung
zentrifugiert, bis sich ein Perlenpellet in dem Zentrifugenrohr
bildete. Die überstehende
Flüssigkeit
wurde dekantiert, und die Perlen wurden mit 10 Volumina von 3,0
M Ethanolamin bei einem pH-Wert 9 gelöscht, um unreagierte Azlacton-Stellen
auf den Perlen zu blockieren. Nach einem 2,5 Stunden langen Löschen gemäß den Anweisungen
des Herstellers wurden die Perlen zu einem Pellet zentrifugiert
und die Ethanolamin-Überstandsflüssigkeit
aus dem Pellet dekantiert. Danach wurden 25 mL proteinfreies PBS
zu den Perlen hinzugefügt,
und das Gemisch wurde 10 Minuten lang gewirbelt. Nach dem Wirbelmischen
wurde das PBS entfernt und zusätzliche
25 mL PBS wurden dem Gemisch hinzugefügt.
-
Nach
dem Immobilisieren des Antikörpers
auf den festen Träger
wurden die Perlen, welche den immobilisierten Antikörper aufweisen,
zu einer Amicon-Säule
transferiert. Danach wurden aktive Stellen auf TNFR:Fc mit dem M1-Antikörper-Schutzwirkstoff
geschützt,
indem eine Lösung,
die 0,5 mg TNFR:Fc enthielt, über
die Perlen mit einer Durchflussrate von 0,1 mL/Minute durchgeführt wurde.
Nach Abschluss der Schutzreaktion wurde das TNFR:Fc mit einem 5.000
MW Polyethylenglykol konjugiert, indem eine Lösung aus 10 mg SC-PEG-5000
(5.000 MW Succinimidylkarbonat-aktiviertes Monomethoxypolyethylenglykol,
gekauft bei Shearwater Polymers, Birmingham, AL) in 5 mL von 50
mM Na2HPO4, pH-Wert
8,5, durch die EMPHAZETM-Säule mit
1 mL/Minute über
Nacht bei 25°C
durchgeführt
wurde.
-
Nach
der Konjugationsreaktion wurde das Polyethylenglykol-konjugierte
TNFR:Fc entschützt,
indem eine 50 mM-Lösung
aus Natriumcitrat, eingestellt auf einen pH-Wert von 3,0, durch
die Säule
mit einer Durchflussrate von 1 mL/Minute 60 Minuten lang durchgeführt wurde.
Danach wurde die Lösung
von gewonnenem Polyethylenglykol-konjugiertem TNFR:Fc auf einen
pH-Wert von 7,4 mit 0,1 N NaOH neutralisiert.
-
BEISPIEL 2
-
Kontroll-TNFR:Fc-Konjugation
-
Im
Folgenden wird ein Verfahren zur Herstellung eines Kontroll-Polyethylenglykolkonjugierten TNFR:Fc
in einem Verfahren beschrieben, welches keinen Schritt zum Schützen des
TNFR:Fc einschließt. Einhundert
Mikrogramm (100 μg)
von rekombinantem humanem (rhu) TNFR:Fc, das in Beispiel 1 in 400 μL von 50
mM Na2HPO4 bei einem
pH-Wert von 8,5 verwendet wurde, wurde mit SC-PEG 5000 in verschiedenen Molverhältnissen
von Polyethylenglykol zu Protein (berechnet als Anzahl von Lysinresten
in TNFR:Fc) über Nacht
bei 4°C
zum Reagieren gebracht. Die molaren Verhältnisse von Protein zu Lysinresten
betrugen 1,25 : 1, 0,625 : 2, 0,313 : 1, 0,156 : 1 und 0,078 : 1.
Das Polyethylenglykol-konjugierte TNFR:Fc wurde durch Größenausschlusschromatographie
unter Verwendung einer Bio-Sil-400-Säule, erhältlich bei BioRad, Hercules, CA,
gemäß den Anweisungen
des Herstellers für
Proteinreinigung gereinigt.
-
BEISPIEL 3
-
Charakterisierung von
konjugiertem TNFR:Fc
-
Im
Folgenden wird die Charakterisierung von konjugiertem geschützten TNFR:Fc,
hergestellt in Beispiel 1, und dem Kontroll-TNFR:Fc, hergestellt
in Beispiel 2, beschrieben. Die Charakterisierung schloss das Analysieren
der konjugierten Proteine in Bezug auf die Anzahl von Polyethylenglykol-Ketten
pro TNFR:Fc-Molekül
(Konjugationsgrad), Proteinmolekulargewicht und Bioaktivität des konjugierten
Proteins ein. Zusätzlich wurden
nichtkonjugierte TNFR:Fc-Kontrollproben unter Anwendung derselben
analytischen Verfahren analysiert.
-
Grad der Polyethylenglykolkonjugation
-
Die
Konzentration der Proteine in den Lösungen, die in Beispiel 1 und
Beispiel 2 erhalten wurden, wurde unter Verwendung eines Beckman-Aminosäure-Analysators
gemäß den Herstelleranweisungen
bestimmt. Danach wurde die Anzahl an Polyethylenglykoleinheiten
pro Molekül
von TNFR:Fc in Lösung
unter Verwendung des Fluorescamin-Verfahrens bestimmt, das allgemein
in Sartore et al., Applied Biochemistry and Biotechnology, 31: 213,
1991, beschrieben wird. Das erwähnte
Fluorescamin-Verfahren schließt
die Verwendung des Fluorescamin-Reagenzen, eines nicht-fluoreszierenden
Reagenzen, ein, der mit primären
Aminen reagiert, um ein hoch fluoreszierendes, quantitativ erfassbares
Produkt zu erzeugen. Im Speziellen wurde das Volumen jeder der Proteinlösungen so
angepasst, dass die Konzentration des Proteins bei ungefähr 200 μg/mL lag.
Danach wurde jede Proteinlösung
einer Reihe von 5 Röhren
hinzugefügt,
so dass die Röhren
folgende Volumina aufwiesen: 0,5 mL, 0,4 mL, 0,3 mL, 0,2 mL und
0,1 mL. Jede Röhre
wurde auf ein Gesamtvolumen von 2,0 mL mit 0,1 M Natriumphosphatpuffer
bei einem pH-Wert von 8,0 verdünnt.
-
Sequentiell
wurde 1,0 mL einer Lösung
von 0,3 mg/Ml Fluorescamin (gekauft bei Sigma Chemical Company,
St. Louis, MO) in Aceton jeder der Proberöhren und einer Kontrollröhre, die
2 mL Pufferlösung
enthielt, hinzugefügt.
Nach heftigem Mischen über
einen Zeitraum von 5 Minuten wurde jede Probe in einem Fluoreszenzspektrometer
bei einer Erregungswellenlänge
von 390 nm und einer Emissionswellenlänge von 475 nm analysiert.
Um die relative Menge an Lysinmodifizierung zu bestimmen, wurde
ein Plot an Fluoreszenzeinheiten versus Proteinkonzentration erstellt.
Der Prozentsatz von Polyethylenglykolkonjugation wurde als 1-(Slope modifiziertes
Protein/Slope nicht-modifiziertes Protein) × 100 bestimmt.
-
Molekulargrößen-Analyse
-
Die
relative Molekulargröße der ungeschützten konjugierten
TNFR:Fc-Proben, die geschützte
konjugierte TNFR:Fc-Probe und die Kontroll-TNFR:Fc-Probe wurden
unter Anwendung von standardmäßigen Größenausschlussverfahren
und einer Bio-Sil-SEC-400-Säule
bestimmt. Die Molekulargröße wurde
unter Anwendung von Standards für
Proteine mit hohem Molekulargewicht bestimmt und spiegelt im Vergleich
zu einem genauen Molekulargewicht ein hydrodynamisches Volumen oder
eine relative Größe der konjugierten
Proteine genauer wider. Dies deshalb, weil die Standards Proteine
sind, welche bekannte Molekulargewichte aufweisen und nicht Polyethylenglykol-modifizierte
Proteine. Polyethylenglykolketten werden in Lösung ausgedehnt und weisen
größere Radien
auf als Proteine. Somit erhöht
das Konjugieren von Polyethylenglykol an Proteine deren scheinbares
Molekulargewicht, weil die konjugierten Proteine höhere hydrodynamische
Volumina pro tatsächlichem
Molekulargewichtsanstieg aufweisen, der dem Polyethylenglykol zugerechnet
wird. Die Folge ist eine größere relative
Molekulargröße im Vergleich
zu Proteinstandards.
-
Bioaktivität von konjugiertem
TNFR:Fc und unkonjugiertem TNFR:Fc
-
Die
Bioaktivitäten
des Polyethylenglykol-konjugierten TNFR:Fc, das in Beispiel 1 und
in Beispiel 2 hergestellt wird, und eines unkonjugierten TNFR:Fc
wurden unter Anwendung einer Bio-Analyse, die allgemein in Onozaki
et al., J. Immunology 135: 3962 (1985) und Nakai et al., Biochem.
Biophys. Res. Comm. 154: 1189 (1988), beschrieben wird, bestimmt.
Die Bioanalyse basiert auf der hemmenden Reaktion der A375 humanen malignen
Melanoma-adhärenten
Zelllinie auf TNFα.
Lösliches
TNFR:Fc kann die hemmende Aktivität von TNFα in einer dosisabhängigen Weise
spezifisch neutralisieren. Um die Bioanalyse durchzuführen, wurde
eine 375-Zelllinie (ATCC CRL 1872) unter Verwendung einer Trypsin-EDTA-Lösung geerntet,
um die Zellmonoschicht von den Kolben zu entfernen. Die geernteten
Zellen wurden mit einem Analyse-Medium von Dulbeccos' Modified Eagles
Medium mit hinzugefügtem
fötalem
Rinderserum, nicht-essentiellen Aminosäuren und Natriumpyruvat (alle
bei GIBCO gekauft) gewaschen.
-
Sechsundneunzig
Vertiefungen-Platten wurden mit seriellen Verdünnungen von Arbeitslösungen von unmodifiziertem
TNFR:Fc, hergestellt wie in Beispiel 1 beschrieben, blockiertem
TNFR:Fc, konjugiert mit Polyethylenglykol wie in Beispiel 1 beschrieben,
und ungeschütztem
TNFR:Fc, konjugiert mit Polyethylenglykol, erstellt wie in Beispiel
2 beschrieben, hergestellt. Danach wurden gleiche Mengen an TNFα (R & D Systems, Katalognr.:
#210-CA TF) im oben beschriebenen Analyse-Medium zu Vertiefungen
in 96 Vertiefungs-Platten hinzugefügt, gefolgt
von einer Beimengung eines gleichen Volumens von ungefähr 4 × 105 geernteter Zellsuspension zu jeder Vertiefung.
-
Die
Platten wurden in eine Feuchtigkeitskammer bei 37°C und 10%
CO2 angeordnet, und die Zellen wurden 72
Stunden inkubiert. Danach wurden die Platten aus der Kammer entfernt
und die Zellen mit PBS-Lösung
gewaschen, geblottet und mit Ethylalkohol fixiert. Lebensfähige Zellen
wurden durch Färben
der fixierten Zellen mit 0,1% wässeriger
Kristallviolettlösung
sichtbar gemacht. Nach dem Waschen der Platten mit Wasser und dem
Blotten der Zellen wurden 2% Natriumdeoxycholatlösung zu jeder Vertiefung hinzugefügt, und
die Vertiefungen jeder Platte wurden im Hinblick auf optische Dichte
bei 570 nm auf einem Plattenleser unter Verwendung von Delta-Soft-Mikroplatten-Analysesoftware
gelesen. Standardmäßige Bioaktivitätseinheiten
wurden jeder Probe zugewiesen und angepasst, um die Konzentration
von TNFR:Fc in den Vertiefungen zu berücksichtigen. Vertiefungen,
welche Blanks enthielten, wurden einer Bioaktivität von Null
zugewiesen, und solche, die unmodifiziertes oder unkonjugiertes
TNFR:Fc enthielten, erhielten eine Bioaktivität von 100 zugewiesen.
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Tabelle
II zeigt die Ergebnisse des Grads der Polyethylenglykolkonjugationsanalysen,
der Molekulargrößenanalysen
und der Bioaktivitäts-Tests
für jede
der TNFR:Fc-Protein-Studien.
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Tabelle
II
Ergebnisse der Charakterisierung von konjugiertem TNFR:Fc
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Wie
durch die Ergebnisse der Charakterisierungsanalysen in Tabelle II
dargestellt, zeigen Proteine, welche vor ihrer Konjugation geschützt wurden,
keine Verringerung ihrer Aktivität.
In der Tat ist, im Fall von TNFR:Fc, die Bioaktivität des Proteins
verstärkt.
Wenn ein TNFR:Fc vor seiner Konjugation mit Polyethylenglykol nicht
geschützt
ist, zeigt es einen Anstieg in der Anzahl von Polyethylenglykoleinheiten
oder -ketten pro TNFR:Fc-Molekül
bis zu ungefähr
4,5 Einheiten Polyethylenglykol pro TNFR:Fc-Molekül. Ebenso,
und wie erwartet, steigt das relative Molekulargewicht des konjugierten
Proteins mit zunehmender Menge an Polyethylenglykol im Reaktionsgemisch.
Ferner, wie erwartet, nimmt die Aktivität von TNFR:Fc, konjugiert ohne
den Vorteil einer blockierten Stelle, mit steigenden Verhältnissen
von Polyethylenglykol : Lysinresten in der Konjugationsreaktion
ab. Überraschenderweise
ergibt, wenn ein Protein vor der Konjugationsreaktion geschützt ist, die
Messung der Aktivität
des konjugierten Proteins eine sogar noch höhere Aktivität als die
eines unkonjugierten Kontrollproteins. Die Aktivität des Proteins,
das unter geschützten
Bedingungen konjugiert wurde, wird verstärkt, ungeachtet der relativ
hohen Anzahl an Polyethylenglykoleinheiten, die mit dem Protein
konjugiert sind. Das heißt,
dass unter den Reaktionsbedingungen zwischen ungefähr 5 bis
6 Polyethylenglykoleinheiten pro TNFR:Fc mit dem geschützten Protein
konjugieren, was zu einer Bioaktivität führt, die bei 110% bis 130%
des Kontrollproteins gemessen wird. Im Gegensatz dazu fällt, wenn
ein Durchschnitt von ungefähr
4,5 Polyethylenglykoleinheiten mit einem ungeschützten TNFR:Fc konjugiert, die
Aktivität
auf weniger als 40% von jener eines unkonjugierten Kontrollproteins.
Es ist klar, dass Verfahren der vorliegenden Erfindung Polyethylenglykol-konjugierte
Proteine bereitstellen, welche verstärkte Vorteile gegenüber dem
Stand der Technik aufweisen.
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Beispiel 4
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Erzeugen von TNFR:Fc-Peptid-Karten
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Um
die Stellen der Polyethylenglykolkonjugation und die mit der Konjugationsstelle
in Verbindung stehende Aktivität
zu untersuchen, wurden Peptid-Karten für Konjugationsprodukte von
ungeschütztem
TNFR:Fc, die gemäß der vorliegenden
Erfindung konjugierten Produkte und unkonjugiertes Kontroll-TNFR:Fc
erzeugt. Die Peptid-Karten wurden erzeugt, indem das TNFR:Fc mit
Trypsin aufgeschlossen wurde, einem Enzym, das auf Lysyl- und Arginylverbindungen
von Peptidketten wirkt. Es wird erwartet, dass natives nicht-glykosyliertes TNFR:Fc,
das mit Trypsin behandelt ist, 39 Fragmente bildet, da es 38 Stellen
gibt, die einen Lysin- oder Argininrest aufweisen. Von Polyethylenglykol
ist bekannt, dass es durch verfügbare
Aminofunktionalitäten
auf Lysin konjugiert, und die Reaktivität von Trypsin gegenüber einer
konjugierten Lysinstelle wird geändert.
Infolgedessen wird erwartet, dass die Trypsinaufschließungskarte
eines konjugierten Proteins im Vergleich zu einem nichtkonjugierten
Protein Informationen in Bezug auf Konjugationsstellen und den Grad
der Konjugation bereitstellen wird.
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Die
Trypsinaufschließung
wurde erzielt, indem 200 μL
von ungefähr
10 mg/mL Proteinlösung
mit 500 μL
von 7 M Guanidin : HCl und 0,1 M TRIS-HCl, bei einem pH-Wert von
8,3, verdünnt
wurden. Danach wurden 7 μL
von 1 M Dithiothreitol zur Proteinlösung hinzugefügt, und
die Lösung
wurde 15 Minuten lang bei 65°C
inkubiert, um das Protein zu reduzieren. Nach dem Abkühlen der
Lösung
des reduzierten Proteins wurden 15,4 μL von 1 M wässerigem Iodoacetamid hinzugefügt, und
die Lösung
des reduzierten Proteins wurde 10 Minuten lang bei Raumtemperatur
inkubiert. Nach dem Beimengen von weiteren 15,4 μL von 1 M Dithiothreitol zur
Lösung,
wurde die Lösung
10 Minuten lang inkubiert und auf ein endgültiges Volumen von 7 mL durch
Hinzufügen von
6,276 mL von 0,1 M TRIS bei einem pH-Wert von 7,5 verdünnt. Eine N-Glycanase-Lösung wurde
der Proteinlösung
auf ein endgültiges
Verhältnis
von 2 U N-Glycanase/100 μg
TNFR:Fc hinzugefügt.
Diese Lösung wurde
eine Stunde lang bei 37°C
inkubiert. Danach wurde ausreichende Trypsinlösung, die 1 μg/μL enthielt, der
Proteinlösung
hinzugefügt,
um ein endgültiges
Verhältnis
von Trypsin : WT-Protein von 1 : 10 zu erhalten. Der Probe wurde
die Möglichkeit
zum Aufschließen
gegeben, indem sie 5 Stunden lang bei 37°C inkubiert wurde. Nach dem
Inkubieren wurde die Aufschließung
gelöscht,
indem die Aufschließung
drei Minuten lang gekocht und unter Verwendung von 10% Trifluoressigsäure auf
einen pH-Wert von 2 eingestellt wurde.
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Das
oben erwähnte
Verfahren wurde unter Verwendung von Proben von unkonjugiertem TNFR:Fc, von
TNFR:Fc, das nach dem Schützen
seiner Bindungsstelle konjugiert wurde, und von TNFR:Fc durchgeführt, das
ohne Blockieren seiner Bindungsstelle konjugiert wurde. Alle Proben
wurden danach mit Hilfe eines Waters HPLC-Systems, ausgestattet
mit einem Kromasil C18, 5 μ,
100 A Porengröße, 3,2 × 250 mm
mit einer Guard-Säule
chromatographiert. Eine gradiente mobile Phase wurde mit Lösemittel
A, welches wässerige 0,15%
TFA enthielt, und mit Lösemittel
B verwendet, welches 0,12% TFA in 80% CH3CN
enthielt. Die Durchflussrate lag bei 0,5 mL/Min mit einer Laufzeit
von 215 Minuten. Ein UV-Detektor überwachte die Absorbanzen bei
220 nm und bei 280 nm.
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Die
Chromatogramme für
die tryptische Peptid-Karte, die für das unkonjugierte Kontroll-TNFR:Fc, das TNFR:Fc,
das ohne den Schutzschritt konjugiert wurde, und das TNFR:Fc erhalten
wurden, das nach einem Schutzschritt konjugiert wurde, sind in 1, 2 bzw. 3 dargestellt.
Im Allgemeinen zeigen die Karten, dass das Konjugieren von geschütztem TNFR:Fc
und ungeschütztem
TNFR:Fc zum Verschwinden von Spitzen aus der Karte oder einer Reduktion
der Spitzenhöhe
führt.
Insbesondere sind die Spitzen zu beachten, die als T7, T1 und T9
bezeichnet werden. Es wird bestätigt,
dass die T7-Spitze ein Trypsinaufschließungsfragment ist, das an beiden
Enden von Arginin flankiert ist. Da keine der aktiven Stellen für dieses
Aufschließungsfragment
ein Lysin enthält,
wird nicht erwartet, dass dieses Fragment durch eine Polyethylenglykol-Konjugationsreaktion
beeinträchtigt
wird. Infolgedessen wird davon ausgegangen, dass die Spitze für eine TNFR:Fc-Aufschließungsprobe
dieselbe ist, ungeachtet dessen, ob das TNFR:Fc einer Polyethylenglykol-Konjugationsreaktion
unterzogen wurde oder nicht. Aus diesem Grund wurde die T7-Spitze
dazu verwendet, alle anderen Spitzen der drei Chromatogramme zu
normalisieren und wird mit gleichen Spitzenhöhen in den drei Karten dargestellt.
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Das
T1-Fragment wurde als der N-Terminus von TNFR:Fc identifiziert und
ist in der Trypsinaufschließungskarte
des unkonjugierten Kontroll-Proteins (1) sehr
deutlich, während
es in den Karten des Proteinkonjugats ohne vorherigen Schutz (2)
und in der Karte des Proteins, das nach einem Schutzschritt konjugiert
wird, abwesend ist. Dies entspricht den Erwartungen, da der N-Terminus
eine sehr reaktive Aminofunktionalität enthält, welche schnell mit einer
aktivierten Polyethylenglykolfunktionalität konjugiert. Das aufgeschlossene
Polyethylenglykol-konjugierte Fragment wird nicht beim selben Elutionsvolumen
während
der HPLC-Trennung eluieren.
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Interessanterweise
ist bekannt, dass die Spitze, die als T9 bezeichnet wird, einem
Fragment entspricht, welches einen Aminosäurerest lys108 einschließt, von
dem angenommen wird, dass er am Binden von TNFα beteiligt ist. Bedeutenderweise
ist die T9-Spitze in der Karte, die mit dem Aufschließen des
TNFR:Fc assoziiert ist, das ohne vorherigen Schutz (2)
konjugiert wurde, wesentlich reduziert, wodurch gezeigt wird, dass
dieser Lysinrest keine aktive Stelle für die Trypsinaufschließung war,
wahrscheinlich als Folge der ungeschützten Polyethylenglykol-Konjugationsreaktion.
Im Gegensatz dazu ist die T9-Spitze, die mit der Aufschließungkarte
von TNFR:Fc assoziiert wird, welches nach dem Schutz (3)
konjugiert wird, nicht größenmäßig verringert,
was zeigt, dass der Lysinrest durch die Konjugationsreaktion nicht
beeinträchtigt
wurde und während
der Trypsinaufschließung
aktiv bleibt. Diese Daten legen die Vermutung sehr nahe, dass ein
TNFR:Fc vor der Konjugationsreaktion ausreichend geschützt wurde
und erklärt
die beibehaltene Aktivität
in Zusammenhang mit dem TNFR:Fc, das gemäß der vorliegenden Erfindung
konjugiert wurde.
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REFERENZBEISPIEL 5
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Konjugieren von IL-4R
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Im
Folgenden wird das Konjugieren eines IL-4-Rezeptors (IL-4R) unter
Anwendung eines stellengeschützten
Verfahrens beschrieben. Rekombinanter IL-4R, der in CHO-Zellen hergestellt
wurde, war das ausgewählte
Protein, wobei der verwendete Schutzwirkstoff ein IL-4R monoklonaler
Antikörper
war, welcher die Aktivität
von IL-4R neutralisiert. Verfahren zum Exprimieren von IL-4R in
CHO-Zellen und Herstellen eines neutralisierenden Antikörpers werden
in der PCT-Veröffentlichung
WO 90/05183 beschrieben. Der IL-4R neutralisierende Antikörper wurde
an 3 M EMPHAZETM Biosupport-Medium auf im
Wesentlichen dieselbe Weise immobilisiert wie in Beispiel 1 beschrieben,
und zwar unter Verwendung von 15 mg neutralisierendem Antikörper und
0,25 g 3 M EMPHAZETM.
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Die
Perlen mit immobilisiertem Antikörper
wurden auf eine 2 mL Amicon-Säule
(VL 11 × 25)
aus rostfreiem Stahl transferiert und durch zwei Minuten langes
Fließen
von PBS durch die Säule
mit einer Geschwindigkeit von 1 mL/Minute gefüllt. Die Säule wurde durch zwanzig Minuten
langes Fließen
von 50 mM Na2HPO4 (pH-Wert
von 8,5) mit einer Geschwindigkeit von 0,5 mL/Minute ausgeglichen.
Danach wurden 400 μl
der IL-4R-Lösung
(5,0 mg/mL IL-4R in 20 mM Tris, pH-Wert 7,4) auf die Säule in 50
mM Na2HPO4 (pH-Wert
8,5) geladen. Die resultierende Lösung wurde kontinuierlich eine
Stunde lang mit einer Geschwindigkeit von 0,5 mL/Minute durch die
Säule geführt.
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Nach
der Schutzreaktion wurde der IL-4R mit Polyethylenglykol konjugiert,
indem 50 mg Succinimidylpropionsäure
(SPA)-aktiviertes PEG5000 (ein 10-facher Molüberschuss von Polyethylenglykol
zu Lysinresten auf dem IL-4R) in 6 mL von 50 mM Na2HPO4 (pH-Wert 8,5) durch Pumpen der Lösung in
das Harz in der Säule hinzugefügt wurden.
Der Polyethylenglykol-Konjugationsreaktion
wurde die Möglichkeit
gegeben, über
Nacht fortzufahren. Ungebundenes Polyethylenglykol und Konjugationsreaktions-Nebenprodukte
wurden aus der Säule
gespült,
indem 50 mM Na2HPO4 (pH-Wert
8,5) 60 Minuten lang bei 0,5 mL/Minute gepumpt wurden.
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Der
konjugierte IL-4R wurde entschützt
und aus der Säule
eluiert, indem 0,2 M Natriumcitrat (pH-Wert 2,5) bei 0,5 mL pro
Minute eine Stunde lang durch die Säule gepumpt wurden. Fraktionen
von eluiertem Material wurden gesammelt und durch UV-Absorbanz bei
280 nm analysiert. Proben, welche Protein enthielten, wurden durch
Zugabe von 0,1 N NaOH auf einen pH-Wert von 7,0 neutralisiert.
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Der
konjugierte IL-4R wurde durch SDS-PAGE und Größenausschlusschromatographieanalyse
charakterisiert. Jede dieser Techniken bestätigte, dass geschützter IL-4R
mit Polyethylenglykol konjugierte.
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REFERENZBEISPIEL 6
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Konjugieren von huGM-CSF
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Rekombinanter
huGM-CSF wurde in Hefe hergestellt, so wie in Gillis, D. L. et al.,
Behring Inst. Mitt., 83: 1–7
(1988) beschrieben. Neunundachtzig Milligramm von GM-CSF monoklonalem
Antikörper,
Immunex-Bezeichnung M8, spezifisch für den N-Terminus von huGM-CSF,
wurden an 25 mL Cyanogenbromid-aktivierter Sepharose gemäß den Herstelleranweisungen
konjugiert.
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Nachdem
der Antikörper
an das Harz immobilisiert worden ist, wurde er in eine 50 mL Amicon-Säule geschüttet und
durch Fließen
von PBS durch die Säule
gefüllt.
GM-CSF (1,5 mL bei 6,8 mg/mL NaH2PO4 (pH-Wert 7,0) wurde auf die Säule in 50
mM NaH2PO4 (pH-Wert
7,0) geladen, und die Lösung
wurde zwei Stunden lang mit 0,5 mL/Minute kontinuierlich durch die
Säule geführt. Danach
wurde die Säule
ausgeglichen, indem 50 mM NaH2PO4 (pH-Wert 8,5) eine Stunde lang durch die
Säule geführt wurden.
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Der
GM-CSF wurde mit Polyethylenglykol konjugiert, indem 500 mg Succinimidylkarbonat(SC)-aktiviertes
Polyethylenglykol 5000 (ein 50-facher Molüberschuss von Polyethylenglykol
zu restlichen Lysinaminogruppen auf GM-CSF) in 10 mL von 50 mM NaH2PO4 (pH-Wert 8,5)
hinzugefügt
wurden und indem die Lösung über Nacht
durch die Säule
mit 0,1 mL/Minute gepumpt wurde.
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Konjugierter
GM-CSF wurde aus der Säule
durch einstündiges
Pumpen von 50 mM NaH2PO4 (pH-Wert
11,0) mit 1 mL/Minute eluiert. Fraktionen von eluiertem Material
wurden gesammelt und durch UV-Absorbanz bei 280 nm analysiert. Protein-enthaltende
Proben wurden auf einen pH-Wert von 7,1 durch die Beimengung von
1 M HCl neutralisiert. Der konjugierte GM-CSF wurde durch SDS-PAGE
und MALDI-TOF-Massenspektrometrie charakterisiert. Jede dieser Techniken
bestätigte,
dass GM-CSF mit PEG konjugiert worden war. Die Masseänderung
lag bei ungefähr
14 kDa, dem Molekulargewicht von unmodifiziertem GM-CSF, bis 29
kDa. Die erfasste Molekulargewichtsänderung zeigt, dass drei Moleküle von Polyethylenglykol mit
einem Molekulargewicht von 5.000 an jedes GM-CSF-Molekül konjugierten.