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1. EINFÜHRUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Peptide und Peptidanaloga, die nach
einer Bindungsschleife eines Mitglieds der Tumomekrose-Faktor-Rezeptor
(TNF-R) Superfamilie gestaltet sind, welche an den Bindungswechselwirkungen
mit seinen Liganden beteiligt ist. Insbesondere betrifft sie cyclische
Peptide und Peptidanaloga, die nach drei spezifischen Bindungsschleifen
in den Domänen
2 und 3 von TNF-R gestaltet sind, welche die Bindung des Tumomekrose-Faktors
(TNF) an seine zellulären
Rezeptoren hemmen, und Verfahren zum Verwenden derartiger Verbindungen,
um die biologischen Aktivitäten
von TNF zu hemmen, wobei dadurch seine unerwünschten klinischen Wirkungen
antagonisiert werden.
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2. HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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2.1. TUMORNEKROSE-FAKTOR
UND SEINE PATHOPHYSIOLOGIE
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TNF
wurde ursprünglich
als ein Molekül
entdeckt, welches hämorrhagische
Nekrose von Tumoren in Maus verursacht (Carswell et al., 1975, Proc.
Natl. Acad. Sci. U.S.A. 72: 3666). Eine zweite Untersuchungsrichtung über ein
als "Cachectin" bekanntes Serumprotein,
von dem geglaubt wurde, dass es für den Zustand der Kachexie
verantwortlich sei, führte
zu der letztendlichen Entdeckung, dass Cachectin identisch mit TNF war
(Beutler et al., 1989, Annu. Rev. Immunol. 7: 625). TNF ist nun
als ein allgemeiner aktiver Entzündungsvermittler
etabliert worden, beteiligt an verschiedenen klinischen Zuständen.
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TNF/Cachectin
wurde in TNF-α umbenannt,
und ein strukturell und funktionell verwandtes Protein, vorher als
Lymphotoxin (LT) bekannt, wurde als TNF-β bezeichnet (Vassalli, 1992,
Annu. Rev. Immunol. 10: 411). Beide Moleküle sind als Homotrimere aktiv
und vermitteln ähnliche
biologische Wirkungen durch Bindung an die gleichen zwei zellulären Rezeptoren
mit einem Molekulargewicht von 55 kD (p55 oder Komplex I) und 75 kD
(p75) (Smith et al., 1990, Science 248: 1019; Schall et al., 1990,
Cell 61: 361). Ein LT-Heterotrimer wurde später entdeckt, welches einen
als TNF-R verwandtes Protein (rp) bekannten dritten Rezeptor besetzte,
das aber nicht in der Lage ist, an TNF-R p55 und p75 zu binden (Browning
et al., 1993, Cell 72: 847). Dieses LT ist LT-β genannt worden, und das LT-Homotrimer
(oder TNF-β)
wird ebenfalls als LT-α bezeichnet.
Ein struktureller Vergleich der drei TNF-R mit einigen anderen Zelloberflächenrezeptoren
hat zu der Klassifikation dieser Rezeptoren in die TNF-R Superfamilie
geführt
(Gruss und Dower, 1995, Cytokines and Mol. Ther. 1: 75).
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Bei
TNF-α handelt
es sich um ein Protein mit einem Molekulargewicht von 17 kD, das
von einigen Zellarten, besonders von aktivierten Makrophagen, erzeugt
wird. Da TNF-R von zahlreichen Zellpopulationen exprimiert wird,
induziert TNF eine breite Vielfalt zellulärer Reaktionen, von denen viele
zu schädlichen
Folgen führen.
Zum Beispiel induziert TNF Kachexie, was ein Zustand ist, der sich
aus Fettverlust und der Depletion des gesamten Körperproteins ergibt, begleitet
von nicht ausreichender Nahrungsaufnahme aufgrund von Anorexie.
Kachexie wird gewöhnlicherweise
bei Krebspatienten gesehen, und es ist auch bei Patienten mit erworbenem
Immundefizienzsyndrom (AlDS) beobachtet worden.
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Zusätzlich erzeugt
Injektion von hohen Dosen TNF in Tiere die meisten der Symptome
von septischem Schock. Von TNF ist ebenfalls gezeigt worden, dass
es eine Rolle bei Autoimmunerkrankungen, wie multipler Sklerose
und rheumatoider Arthritis, Hypersensitivität, Immunkomplex Erkrankungen
und Graft-versus-Host Erkrankung, sowie Transplantat-Abstossung,
spielt. Die Beteiligung von TNF ist sogar mit Malaria und Lungenfibrose
in Verbindung gebracht worden.
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2.2. BEHANDLUNG VON MIT
TNF-ASSOZIIERTEN STÖRUNGEN
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Verfahren
zum Neutralisieren der ungünstigen
Wirkungen von TNF haben sich auf die Verwendung von anti-TNF Antikörpern und
löslichem
TNF-R konzentriert. In Tiermodellen hat eine Behandlung von mit TNF-assoziierten
entzündlichen
Störungen
mit TNF-spezifischen Antikörpern
therapeutische Wirksamkeit gezeigt (Williams et al., 1992, Proc.
Natl. Acad. Sci. U.S.A. 89: 9784; Baker et al., 1994, Eur. J. Immunol.
24: 2040; Suitters et al., 1994, J. Exp. Med. 179: 849). Chimäre Formen
von anti-TNF Antikörpern
sind zur Verwendung bei menschlichen klinischen Versuchen konstruiert
worden (Lorenz et al., 1996, J. Immunol. 156: 1646; Walker et al.,
1996, J. Infect. Dis. 174: 63; Tak et al., 1996, Arthritis Rheumat.
39: 1077). Zusätzlich
sind lösliche
TNF-R-Fusionsproteine
als TNF-Antagonisten bei menschlichen Patienten eingeführt worden
(Peppel et al., 1991, J. Exp. Med. 174: 1483; Williams et al., 1995,
Immunol. 84: 4.33; Baumgartner et al., 1996, Arthritis Rheumat.
39 (Erg.) S74).
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Während die
zuvor erwähnten
Ansätze
einige Wirksamkeit bei bestimmten Erkrankungszuständen gezeigt
haben, leiden sowohl anti-TNF Antikörper als auch lösliches
TNF-R an gewöhnlichen
Beschränkungen für Makromoleküle, wie
schwache Bioverfügbarkeit
und Stabilität,
Induktion von Immunreaktionen und erfolglose Gewebedurchdringung.
Somit bleibt ein Bedarf für
verbesserte therapeutische Verbindungen zum Antagonisieren von unerwünschten
Wirkungen von TNF.
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WO/21193
offenbart cyclische Verbindungen, abgeleitet von primären Aminosäuresequenzen,
innerhalb spezifischer β-Turn
Regionen des Nervenwachstumsfaktors (NGF).
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Zhang
et al (1997) Nature Biotechnol. 15, 150–154, offenbart die Gestaltung
und Synthese modifzierter exocyclischer Peptide, welche eine bestimmte
Region von CD4 nachahmen und welche die Wechselwirkung zwischen
CD4 und dem Hüllglycoprotein
gp120 von HIV unterbrechen.
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Banner
et al. (1993) Cell 73, 431–445,
und Naismith et al. (1988) Trends Biochem. Sci. 23, 74–79, offenbaren
die Kristallstruktur von TNF-R und die Analyse davon. Es wurde gezeigt,
dass die Ligandenbindungsdomänen
aus kleinen Cysteinreichen Subdomänen bestehen.
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Hwang
et al. (1991) Proc. R Soc.Lond. B 245, 115–119, und Lie et al. (1992),
Biochem. Biophys. Res. Comm. 188, 503–509, offenbaren von TNF-R
abgeleitete Peptide, welche die Wechselwirkung von TNF mit seinem
Rezeptor modifizieren.
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3. ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Peptide und Peptidanaloga, die nach
einer Bindungsschleife eines Mitglieds der TNF-R Superfamilie gestaltet
sind. Insbesondere betrifft sie Peptide und Peptidanaloga, die nach drei
Bindungsschleifen von TNF-R gestaltet sind. Spezifischer betrifft
die Erfindung Peptide und Peptidanaloga, welche die Bindungwechselwirkungen
zwischen TNF und TNF-R beeinträchtigen,
und Verfahren zum Verwenden derartiger Verbindungen und pharmazeutischer
Zusammensetzungen davon, um die unerwünschten biologischen Aktivitäten von
TNF in vivo zu antagonisieren, sowie Verfahren zum Verwenden der
Verbindungen, um die Anwesenheit von TNF in einer Probe nachzuweisen
und zum Hemmen der TNF Aktivitäten
in vitro.
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Die
Erfindung beruht zum Teil auf der Entdeckung des Anmelders, dass
Peptide, die nach drei Bindungsschleifen von TNF-R p55 gestaltet
wurden, das Binden von TNF-α an TNF-R
hemmten. Derartige Peptide wurden auf Grundlage der Aminosäuresequenzen
hergestellt, welche die spezifischen Bindungsschleifen bilden. Cys-Reste
wurden zu den Peptiden gegeben, um ihre Cyclisierung durch Bildung
von Disulfidbrücken zu
ermöglichen,
und hydrophobe aromatische Reste wurden ihren Enden zugegeben, um
die strukturelle Stabilität
zu verbessern. Unter den Peptiden, die auf kompetitive Weise die
Bindung von TNF-α an
seinen zugehörigen
Rezeptor hemmten, waren Peptide, welche nach Schleife 1 der Domäne 3 von
TNF-R gestaltet waren, die wirksamsten.
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In
einer Ausführungsform
stellt die Erfindung eine Verbindung bereit, welche die Formel
aufweist, worin:
B
1 und B
10 jeweils
unabhängig
voneinander ein Peptid von 1–3
Aminosäuren,
wovon mindestens eine eine aromatische Aminosäure ist, sind;
Z
2 und Z
9 jeweils
unabhängig
voneinander eine Cys-ähnliche
Aminosäure
sind;
X
3 fehlt oder ist eine saure
Aminosäure;
X
4 ist eine aromatische oder apolare Aminosäure;
X
5 ist eine polare Aminosäure;
X
6 ist
eine polare Aminosäure;
X
7 ist eine aromatische oder polare Aminosäure;
X
8 ist eine aromatische, apolare oder polare
Aminosäure
ausgewählt;
"-" ist eine Amidbrücke;
"=" ist
eine Disulfidbrücke;
und
"≡" ist eine Amidbrücke.
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In
einer anderen Ausführungsform
stellt die Erfindung eine Verbindung bereit, welche die Formel:
aufweist, worin:
B
11 und B
22 jeweils
unabhängig
voneinander ein Peptid von 1–3
Aminosäuren,
wovon mindestens eine eine aromatische Aminosäure ist, sind;
Z
12 und Z
21 jeweils
unabhängig
voneinander eine Cys-ähnliche
Aminosäure
sind;
X
13 fehlt oder ist eine aromatische
Aminosäure;
X
14 fehlt oder ist eine polare Aminosäure;
X
15 ist eine basische, polare oder apolare
Aminosäure;
X
16 ist eine polare Aminosäure;
X
17 fehlt
oder ist eine apolare Aminosäure;
X
18 ist eine saure Aminosäure;
X
19 ist
eine polare Aminosäure;
X
20 ist eine basische Aminosäure;
"-" ist eine Amidbrücke;
"=" ist
eine Disulfidbrücke;
und
"≡" ist eine Amidbrücke.
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In
einer anderen Ausführungsform
stellt die Erfindung eine Verbindung bereit, welche die Formel:
aufweist, worin
B
23 und B
33 jeweils
unabhängig
voneinander ein Peptid von 1–3
Aminosäuren,
wovon mindestens eine eine aromatische Aminosäure ist, sind;
Z
24 und Z
32 jeweils
unabhängig
voneinander eine Cys-ähnliche
Aminosäure
sind;
X
25 fehlt oder ist eine basische
Aminosäure;
X
26 ist eine basische Aminosäure;
X
27 ist eine saure Aminosäure;
X
28 ist
eine apolare Aminosäure;
X
29 ist eine apolare Aminosäure;
X
30 fehlt oder ist eine polare Aminosäure;
X
31 fehlt oder ist eine apolare Aminosäure;
"-" ist eine Amidbrücke;
"=" ist
eine Disulfidbrücke;
und
"≡" ist eine Amidbrücke.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
hemmen die Peptide und Peptidanaloga spezifisch die Bindung von
TNF an seine zellulären
Rezeptoren. Daher sind derartige Verbindungen beim Antagonisieren der
unerwünschten
biologischen Aktivitäten
von TNF nützlich.
In diesem Zusammenhang werden eine große Vielfalt spezifischer Verwendungen
hierin offenbart, einschließlich,
aber nicht beschränkt
auf Behandlung von mit TNF-assoziierten pathologischen Zuständen, wie
akute und chronische entzündliche
Reaktionen, septischen Schock, Kachexie, Autoimmunität, Graft-versus-Host
Erkrankung, Immunkomplex Erkrankung, Transplantatabstossung und
Malaria.
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4. KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1 vergleichende
Sequenz-Anordnung von Aminosäuren
in bestimmten extrazellulären
Cys-reichen Domänen
von Mitgliedern der TNF-R Superfamilie: TNF-R p55 (SEQ ID NO: 1),
TNF-R p75 (SEQ ID NO: 2), TNF-R-rp (SEQ ID NO: 3), NGF-R p75 (SEQ
ID NO: 4), CD27 (SEQ ID NO: 5), CD30 (proximal) (SEQ ID NO: 6),
CD30 (distal) (SEQ ID NO: 7), CD40 (SEQ ID NO: 8), Fas Antigen (SEQ
ID NO: 9), OX40 (SEQ ID NO: 10) und 4-IBB (SEQ ID NO: 11).
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2 Hemmung
der Wechselwirkung von radiomarkiertem TNF-α mit TNF-R. In einem kompetitiven Radiorezeptor-Assay
wurde 125I-markiertes TNF mit einem Peptid
vorinkubiert, gefolgt von Binden an immobilisiertes TNF-R. Die Peptide
wurden bei 25 μM
in ihrer Fähigkeit
verglichen, die Bindung von TNF-α (10
nM) an 1 nM des chimären
TNF-R-IgG Proteins zu hemmen.
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3 Hemmung
der Wechselwirkung von radiomarkiertem TNF-α mit TNF-R in einem Dosis-Wirkungs-Assay.
In einem kompetitiven Radiorezeptor-Assay wurde TNF-α Bindung
an immobilisiertes chimäres TNF-R
Protein in Anwesenheit einiger Peptide der WP9 Serie in einem definierten
Dosierungsbereich gehemmt. Die Ergebnisse stellen die Mittelwerte
und Standardabweichungen aus drei unabhängigen Experimenten dar.
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4 Größenausschluß-HPLC-Profile
exocyclischer Peptide. Jedes Peptid (4 mg) wurde von einer Protein-Pak
60 Säule
mit 0,1 M Phoshatpuffer bei pH 7,0 bei einer Fließgeschwindigkeit
von 1 ml/min eluiert und ihr UV wurde bei 214 nm überwacht.
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5 FAC-Analyse
der TNF-α Bindung
an zelluläre
Rezeptoren in Anwesenheit des Peptids WP9QY. 1 = U937 Zellen, gefärbt mit
Fluoresceinkonjugiertem sekundären
Antikörper.
2 = U937 Zellen, gefärbt
mit an anti-TNF
Rezeptor Antikörper
(htr-9) und sekundärem
Antikörper.
3 = U937 Zellen, gefärbt
mit anti-TNF-R Antikörper
in Anwesenheit von TNF-α und
sekundärem
Antikörper.
4 = U937 Zellen, gefärbt
mit einem anti-TNF Rezeptor Antikörper (htr-9) und TNF-α, das mit
250 μM des
Peptids WP9QY vorinkubiert war.
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6 FAC-Analyse
der TNF-α Bindung
an zelluläre
Rezeptoren in Anwesenheit von einem von drei von TNF-R abgeleiteten
Peptiden. TNF-α Bindung
an U937 Zellen wurden durch jedes Peptid auf eine Dosis abhängige Weise
gehemmt. -•-
= WP9QY Peptid; ---☐--- = WP9Q Peptid;
=
WP5JY Peptid. Die Ergebnisse stellen den Mittelwert aus zwei unabhängigen Experimenten
dar.
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7 Hemmung
von TNF-α induzierter
Cytolyse von L929 Zellen durch von TNF-R abgeleitete Peptide. Absorption mit
1 μg/ml
nur ACT-D und mit ACT-D plus 50 pg/ml TNF-α werden als 100 % Überleben
bzw. als 100 Cytotoxizität
bezeichnet. Die Ergebnisse zeigen die Mittelwerte und Standardabweichungen
aus drei unabhängigen
Experimenten an.
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8A & B
Hemmung der TNF-α induzierten
Insulinresistenz durch das Peptid WP9QY. Differenzierte 3T3-L1 Zellen
wurden mit Insulin stimuliert und an Tyr phosphoryliertes IRS-1
wurde analysiert. Bestimmte Proben wurden ebenfalls mit TNF-α behandelt,
was die Tyr-Phosphorylierung von IRS-1 hemmte. Vorinkubation von
TNF-α mit
dem Peptid WP9QY stellte die Tyr-Phosphorylierung
von IRS-1 als Reaktion auf Insulin wieder her. 8A zeigt die Ergebnisse eines Westemblots mit
einem anti-phosphorylierten Tyr Antikörper nach Immunpräzipitation
mit einem anti-IRS-1 Antiserum. 8B zeigt
die Ergebnisse eines Westernblots nach Immunpräzipitation mit dem gleichen
anti-IRS-1 Antiserum.
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9 Ansicht
der dreidimensionalen Struktur der Bindungsstellen in TNF-R für TNF-α. Monomeres TNF-α wird rechts
und monomeres TNF-R wird links gezeigt mit der Bindungsstelle in
Schleife 1 der Domäne 3,
in dunkler Farbe gezeigt.
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5. DETAlLLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft cyclische Peptide und Peptidanaloga,
welche die Bindungswechselwirkungen zwischen einem Mitglied der
TNF-R Superfamilie und seinem Liganden hemmen. Obwohl die spezifischen
hierin beschriebenen Verfahren und Techniken unter Verwendung einiger
spezifischer von TNF-R p55 abgeleiteter Peptide beispielhaft erläutert werden,
sind sie für
die Durchführung
der Erfindung lediglich veranschaulichend. Analoge Verfahren und
Techniken, sowie funktionell gleichwertige Peptide und Peptidanaloga,
werden ebenfalls ins Auge gefasst, wie es Fachleuten, beruhend auf
der hierin bereitgestellten detaillierten Offenbarung offensichtlich
sein wird.
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Wie
hierin verwendet, sollen die folgenden Begriffe die folgenden Bedeutungen
aufweisen:
"Alkyl": bezeichnet einen
gesättigten
verzweigten, geradkettigen oder cyclischen Kohlenwasserstoffrest.
Typische Alkylreste schließen
Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, Isobutyl, t-Butyl, Pentyl,
Isopentyl, Hexyl und ähnliche
ein, sind aber nicht darauf beschränkt. In bevorzugten Ausführungsformen
handelt es sich bei den Alkylresten um (C1-C6)-Alkyl, wobei (C1-C3) besonders bevorzugt ist.
"Substituiertes Alkyl": bezeichnet einen
Alkylrest, worin ein oder mehrere Wasserstoffatome jeweils unabhängig voneinander
mit anderen Substituenten ersetzt sind.
"Alkenyl": bezeichnet einen ungesättigten
verzweigten, geradkettigen oder cyclischen Kohlenwasserstoffrest mit
mindestens einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung. Der Rest
kann entweder in cis oder trans Konformation um die Doppelbindungen)
vorliegen. Typische Alkenylreste schließen Ethenyl, Propenyl, Isopropenyl,
Butenyl, Isobutenyl, tert-Butenyl, Pentenyl, Hexenyl und ähnliche
ein, sind aber nicht darauf beschränkt. In bevorzugten Ausführungsformen
handelt es sich bei dem Alkenylrest um (C1-C6)-Alkenyl, wobei (C1-C3) besonders bevorzugt ist.
„Substituiertes
Alkenyl": bezeichnet
einen Alkenylrest, worin ein oder mehrere Wasserstoffe jeweils mit
anderen Substiuenten ersetzt sind.
"Alkinyl": bezeichnet einen ungesättigten
verzweigten, geradkettigen oder cyclischen Kohlenwasserstoffrest mit
mindestens einer Kohlenstoff-Kohlenstoff Dreifachbindung. Typischen
Alkinylreste schließen
Ethinyl, Propinyl, Butinyl, Isobutinyl, Pentinyt, Hexinyl und ähnliche
ein, sind aber nicht darauf beschränkt. In bevorzugten Ausführungsformen
handelt es sich bei dem Alkinylrest um (C1-C6)-Alkinyl, wobei (C1-C3) besonders bevorzugt ist.
"Substituiertes Alkinyl": bezeichnet einen
Alkinylrest, worin ein oder mehrere Wasserstoffatome jeweils unabhängig voneinander
mit anderen Substituenten ersetzt sind.
"Alkoxy": bezeichnet einen Rest -OR, worin es
sich bei R um wie vorstehend definiertes Alkyl, Alkenyl oder Alkinyl
handelt.
"Aromatische
Einheit": bezeichnet
eine Einheit mit einem ungesättigtem
cyclischen Kohlenwasserstoffrest, welcher ein konjugiertes (4n+2) π-Elektronensystem
hat. Typische aromatische Einheiten schließen Benzol, Naphthalin, Anthracen,
Azulen, Indacen und ähnliche
ein, sind aber nicht darauf beschränkt. In bevorzugten Ausführungsformen
enthält
die aromatische Einheit 5–20
Kohlenstoffe im Ringsystem, wobei 5–10 Kohlenstoffatome besonders
bevorzugt sind.
"Substituierte
aromatische Einheit" bezeichnet
eine aromatische Einheit, worin eines oder mehrere der Wasserstoffatome
jeweils unabhängig
voneinander mit anderen Substituenten ersetzt sind.
"Heteroaromatische
Einheit": bezeichnet
eine aromatische Einheit, worin ein oder mehrere Ringkohlenstoffatome
mit einem anderen Atom, wie N, O oder S ersetzt sind. Typische heteroaromatische
Einheiten schließen Pyran,
Pyrazol, Pyridin, Pyrrol, Pyrazin, Pyridazin, Pyrimidin, Pyrrolizin,
Chinazolin, Chinolin, Chinolizin, Chinoxalin, Selenophen, Thiophen,
Tellurophen, Xanthen und ähnliche
ein, sind aber nicht darauf beschränkt.
"Substituierte heteroaromatische Einheit" bezeichnet eine
heteroaromatische Einheit, worin ein oder mehrere Wasserstoffatome
jeweils unabhängig
voneinander mit anderen Substituenten ersetzt sind.
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5.1. DIE TNF-R SUPERFAMILIE
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TNF übt seine
biologischen Aktivitäten
durch Binden an zwei TNF-R: p55 und p75 aus. Ein Vergleich dieser
Rezeptoren mit einigen anderen Rezeptoren der Zelloberfläche deckte
gemeinsame strukturelle Merkmale auf, die zu ihrer Klassifikation
als eine Superfamilie führten
(Beutler et al., 1994. Science 264: 667). Die Mitglieder der TNF-R
Superfamilie besitzen kennzeichnende extrazelluläre Cys-reiche Domänen, teilen
sich aber nur etwa 25 % Sequenzhomologie. Es gibt mindestens zehn
Mitglieder in dieser Superfamilie, einschließlich: TNF-R p55 und p75, TNF-R
verwandtes Protein (rp), CD40, Fas Antigen (CD95), Nervenwachstumsfaktor Rezeptor
mit niedriger Affinität
(p75), CD27, CD30, 41 BB und OX40 (Beutler et al.., 1994, Ann. NY
Acad. Sci., S. 118–133;
Gruss und Dower, 1995, Cytokines and Mol. Ther. 1: 75–105).
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Für Schleifen
und Turns ist an vielen Proteinen gezeigt worden, dass sie wichtige
funktionelle Rollen bei Protein-Protein Wechselwirkungen spielen.
In einer spezifischen Ausführungsform,
als Beispiele in Abschnitt 6 nachstehend veranschaulicht, wurden
cyclische Peptide nach drei Bindungsschleifen von TNF-R p55 gestaltet,
welche die Bindung von TNF an seine zellulären Rezeptoren hemmen. Insbesondere
zeigten Peptide, die nach Schleife 1 der Domäne 3 gestaltet waren, die stärksten hemmenden
Aktivitäten.
Wenn ein nach dieser Bindungsschleife gestaltetes Peptid in Kombination
mit Peptiden, die nach zwei anderen Schleifen gestaltet waren, verwendet
wurde, wurde kein werterer Anstieg der hemmenden Wirkungen beobachtet,
was anzeigt, dass es es sich bei Schleife 1 der Domäne 3 um
eine dominante Ligandenbindungsstelle in TNF-R handelt.
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Beruhend
auf dieser Feststellung werden entsprechende Regionen anderer Mitglieder
der TNF-R Superfamilie nach welchen hemmende Peptide und Peptidanaloga
gestaltet werden können,
durch vergleichende Anordung der Aminosäuresequenz mit den drei spezifischen
Bindungsstellen von TNF-R p55 (1) leicht
identifiziert. Da die dominante Bindungsstelle von TNF-R p55 in
die Aminosäurereste
#119 bis 136 fällt, wobei
die Sequenz mit Cys beginnt und endet, kann die gleiche Region bei
jedem Mitglied der TNF- R
Superfamilie verwendet werden, um Peptide und Peptidanaloga zu gestalten,
die innerhalb des Geltungsbereichs der vorliegenden Erfindung sind.
Bei Fällen,
bei denen die Regionen nicht mit Cys beginnen oder enden, kann die
Region auf das nächste
Cys ausgedehnt werden. Zum Beispiel ist die entsprechende Region
in Fas deletiert, und somit beginnt diese Region in Fas bei Rest
#97 und endet mit #143. Im Fall von NGF-R endet die Region am Cys
bei Position 135. Zusätzlich
können
die Reste 74–81
und 97–110
ebenfalls verwendet werden, um zusätzliche Peptide und Peptidanaloga
zu gestalten. Derartige Verbindungen werden dann cyclisiert und an
ihren Enden mit hydrophoben Einheiten, wie in den nachstehenden
Abschnitten detaillierter beschrieben, modifiziert.
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5.2. PEPTIDE UND PEPTIDANALOGA,
GESTALTET NACH DEN BINDUNGSSCHLEIFEN EINES MITGLIEDS DER TNF-R SUPERFAMILIE
-
Im
Allgemeinen handelt es sich bei einer wie hier offenbarten Verbindung
um ein cyclisches Peptid oder Peptidanalogon. Das Peptid oder Peptidanalogon
wird an seinen Enden mit hydrophoben Resten modifiziert. Bei Ausführungsformen,
worin es sich bei der Verbindung um ein Peptid handelt, entspricht
das Peptid in der Primärsequenz
einer Bindungsschleife eines Mitgliedes der TNF-R Superfamilie oder
einem Anteil davon. Bei einer bevorzugten Ausführungsform entspricht das Peptid
in der Primärsequenz
einer Bindungsschleife TNF-R p55 oder einem Anteil davon. Bei bestimmten
Ausführungsformen
sind ein oder mehrere Aminosäurereste
innerhalb des Peptids mit anderen Aminosäureresten substituiert. Typischerweise
sind derartige Aminosäuresubstitutionen
konservativ, d. h. die Aminosäurereste
sind mit anderen Aminosäureresten
ersetzt, die physikalische und/oder chemische Eigenschaften aufweisen,
die den Resten, die sie ersetzen, ähnlich sind. Vorzugsweise sind
konservative Aminosäuresubstitutionen
jene, worin eine Aminosäure
mit einer anderen innerhalb der gleichen bezeichneten Klasse umfassten
Aminosäure
ersetzt wird, wie nachstehend gründlicher beschrieben
werden wird. Bei Ausführungsformen,
worin es sich bei der Verbindung um ein Peptidanalogon handelt,
wird das Analogon durch Ersetzen von mindestens einer Amidbindung
im Peptid mit einem substituierten Amid oder einem Isoster eines
Amids erhalten.
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In
einer veranschaulichenden Ausführungsform
weist eine wie hierin offenbarte Verbindung der Erfindung die folgende
Formel auf:
worin:
AC ein Peptid
von 3–18
Aminosäureresten,
vorzugsweise 5–8
Aminosäuren,
ist, welches in der Primärsequenz einer
Bindungsschleife eines TNF-R entspricht und welches gegebenenfalls
konservative Aminosäuresubstitutionen
enthalten kann, oder ein Analogon davon, wobei mindestens eine Amidbindung
mit einem substituierten Amid oder einem Isoster eines Amids ersetzt
ist;
AB
1 eine Einheit mit einer ersten
funktionellen Gruppe ist, die zum Bilden einer kovalenten Bindung
mit einem Ende von AC in der Lage ist, mit einer zweiten funktionellen
Gruppe, die zum Bilden einer kovalenten Bindung mit AB
2 in
der Lage ist, und mit einer dritten funktionellen Gruppe, die zum
Bilden einer kovalenten Bindung mit AA
1 in
der Lage ist;
AB
2 ist eine Einheit
mit einer ersten funktionellen Gruppe, die zum Bilden einer kovalenten
Bindung mit dem anderen Ende von AC in der Lage ist, mit einer zweiten
funktionellen Gruppe, die zum Bilden einer kovalenten Bindung mit
AB
1 in der Lage ist und mit einer dritten
funktionellen Gruppe, die zum Bilden einer kovalenten Bindung mit
AA
2 in der Lage ist;
AA
1 ist
eine Einheit mit hydrophoben Eigenschaften und einer funktionellen
Gruppe, die in der Lage ist, eine kovalente Bindung mit der dritten
funktionellen Gruppe AB
1 zu bilden;
AA
2 ist eine Einheit mit hydrophoben Eigenschaften
und einer funktionellen Gruppe, die in der Lage ist, eine kovalente
Bindung mit der dritten funktionellen Gruppe AB
2 zu
bilden;
"=" ist eine kovalente
Bindung; und
"≡" ist eine kovalente
Bindung.
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Die
Erfindung stellt Verbindungen bereit, die die folgenden Formeln
aufweisen:
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Die
Benennung Xn stellt in jedem Fall eine Aminosäure an der
spezifischen Position in der Verbindung dar. In gleicher Weise stellt
die Benennung Zn eine Aminosäure oder
andere Einheit dar, die zur Bildung von kovalenten Bindungen mit
anderen Zn, wie Disulfidbrücken, in
der Lage ist.
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Bei
den mit X
n oder Z
n angegebenen
Aminosäueresten
kann es sich um genetisch kodierte L-Aminosäuren, in der Natur vorkommende
nicht genetisch kodierte L-Aminosäuren, synthetische
L-Aminosäuren
oder D-Enantiomere von allen vorstehenden handeln. Bei den hierin
verwendeten Aminosäurebezeichnungen
für die
zwanzig genetisch kodierten L-Aminosäuren und gewöhnlich nicht
kodierten Aminosäuren
handelt es sich um herkömmliche
und sie sind wie folgt:
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Die
Verbindungen, die innerhalb des Geltungsbereichs der Erfindung umfasst
sind, sind teilweise hinsichtlich der Aminosäurereste der genannten Klassen
definiert. Die Aminosäuren
können
im Allgemeinen in drei Hauptklassen kategorisiert werden: hydrophile
Aminosäuren,
hydrophobe Aminosäuren
und Cystein-ähnliche
Aminosäuren,
was in erster Linie von den Kennzeichen der Seitenkette der Aminosäure abhängt. Diese Hauptklassen
können
weiter in Unterklassen geteilt werden. Hydrophile Aminosäuren schließen Aminosäuren mit
sauren, basischen oder polaren Seitenketten ein und hydrophobe Aminosäuren schließen Aminosäuren mit
aromatischen oder polaren Seitenketten ein. Apolare Aminosäuren können weiter
unterteilt werden, um unter anderem aliphatische Aminosäuren einzuschließen. Die
Definitionen der Aminosäureklassen,
wie hierin verwendet, sind wie folgt:
"Hydrophobe Aminosäure" bezeichnet eine Aminosäure mit
einer Seitenkette, die bei physiologischem pH ungeladen ist und
die durch wässrige
Lösung
abgestossen wird. Beispiele für
genetisch kodierte hydrophobe Aminosäuren schließen Ile, Leu und Val ein. Beispiele
für nicht
genetisch kodierte hydrophobe Aminosäuren schließen t-BuA ein.
"Aromatische Aminosäure" bezeichnet eine
hydrophobe Aminosäure
mit einer Seitenkette, die mindestens einen Ring mit einem π-Elektronensystem
(aromatischer Rest) enthält.
Der aromatische Rest kann weiter mit Substituentenresten, wie Alkyl-,
Alkenyl-, Alkinylresten, Hydroxyl-, Sulfanyl-, Nitro- und Aminogruppen,
sowie mit anderen substituiert sein. Beispiele für genetisch kodierte aromatische
Aminosäuren
schließen
Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan ein. Gewöhnlicherweise angetroffene
nicht genetisch kodierte aromatische Aminosäuren schließen Phenylglycin, 2-Naphthylalanin, β-2-Thienylalanin, 1,2,3,4-Tetrahydroisochinolin-3-carbonsäure, 4-Chlorphenylalanin,
2-Fluorphenylalanin, 3-Fluorphenylalanin und 4-Fluorphenylalanin
ein.
"Apolare
Aminosäure" bezeichnet eine
hydrophobe Aminosäure
mit einer Seitenkette, die im Allgemeinen bei physiologischem pH
ungeladen ist und die nicht polar ist. Beispiele für genetisch
kodierte apolare Aminosäuren schließen Glycin,
Prolin und Methionin ein. Beispiele für nicht kodierte apolare Aminosäuren schließen Cha ein.
"Aliphatische Aminosäure" bezeichnet eine
apolare Aminosäure
mit einer gesättigten
oder ungesättigten
Kette von einem Kohlenwasserstoffrest, verzweigte oder cyclische
Seitenkette von einem Kohlenwasserstoffrest. Beispiele für genetisch
kodierte aliphatische Aminosäuren
schließen
Ala, Leu, Val und Ile ein. Beispiele für nicht kodierte aliphatische
Aminosäuren
schließen
Nle ein.
"Hydroghile
Aminosäure" bezeichnet eine
Aminosäure
mit einer Seitenkette, die durch eine wässrige Lösung angezogen wird. Beispiele
für genetisch
kodierte hydrophile Aminosäuren
schließen
Ser und Lys ein. Beispiele für
nicht kodierte hydrophile Aminosäuren
schließen
Cit und hCys ein.
"Saure
Aminosäure" bezeichnet eine
hydrophile Aminosäure
mit einem pK-Wert der Seitenkette von weniger als 7. Saure Aminosäuren weisen
bei physiologischem pH aufgrund des Verlusts eines Wasserstoffions
typischerweise negativ geladene Seitenketten auf. Beispiele für genetisch
kodierte saure Aminosäuren
schließen Asparaginsäure (Aspartat)
und Glutaminsäure
(Glutamat) ein.
"Basische
Aminosäure" bezeichnet eine
hydrophile Aminosäure
mit einem pK-Wert
der Seitenkette von mehr als 7. Basische Aminosäuren weisen bei physiologischem
pH aufgrund der Assoziation mit einem Hydroniumion typischerweise
positiv geladene Seitenketten auf. Beispiele für genetisch kodierte basische
Aminosäuren schließen Arginin,
Lysin und Histidin ein. Beispiele für nicht genetisch kodierte
basische Aminosäuren
schließen
die nicht cyclischen Aminosäuren
Ornithin, 2,3-Diaminopropionsäure,
2,4-Diaminobuttersäure
und Homoarginin ein.
"Polare
Aminosäure" bezeichnet eine
hydrophile Aminosäure
mit einer Seitenkette, die bei physiologischem pH ungeladen ist,
welche aber eine Bindung hat, bei welcher das gemeinsam von zwei
Atomen geteilte Elektronenpaar näher
bei einem der Atome ist. Beispiele für genetisch kodierte polare
Aminosäuren
schließen
Asparagin und Glutamin ein. Beispiele für nicht genetisch kodierte
polare Aminosäuren
schließen
Citrullin, N-Acetyllysin und Methioninsulfoxid ein.
"Cystein-ähnliche
Aminosäure" bezeichnet eine
Aminosäure
mit einer Seitenkette, die mit einer Seitenkette eines anderen Aminosäurerests
zur Bildung einer kovalenten Bindung in der Lage ist. Typischerweise
weisen Cystein-ähnliche
Aminosäuren
im Allgemeinen eine Seitenkette auf, die mindestens eine Thiol-(SH)-Gruppe hat.
Beispiele für
genetisch kodierte Cystein-ähnliche
Aminosäuren
schließen
Cystein ein. Beispiele für
nicht genetisch kodierte Cystein-ähnliche Aminosäuren schließen Homocystein
und Penicillamin ein.
-
Wie
für Fachleute
selbstverständlich,
ist diese vorstehende Klassifikation nicht absolut – einige
Aminosäuren
zeigen mehr als eine kennzeichnende Eigenschaft, und können deshalb
in mehr als einer Kategorie eingeschlossen werden. Zum Beispiel
weist Tyrosin sowohl einen aromatischen Ring als auch eine polare
Hydroxylgruppe auf. Somit weist Tyrosin duale Eigenschaften auf
und kann sowohl in den aromatischen als auch polaren Kategorien
eingeschlossen werden. Auf ähnlich
Weise weist Cystein, zusätzlich
zur Fähigkeit
Disulfidbrücken
zu bilden, ebenfalls einen apolaren Charakter auf. Somit kann Cystein,
indem es nicht strikt als eine hydrophobe oder apolare Aminosäure klassifiziert
ist, in vielen Fällen
verwendet werden, um einem Peptid Hydrophobizität zu verleihen.
-
Bestimmte
gewöhnlicherweise
angetroffene Aminosäuren,
welche nicht genetisch kodiert sind, aus denen die Peptide und Peptidanaloga
der Erfindung zusammengesetzt werden können, schließen β-Alanin (b-Ala)
und andere omega-Aminosäuren,
wie 3-Aminopropionsäure (Dap),
2,3-Diaminopropionsäure
(Dpr), 4-Aminobuttersäure
und so weiter; (-Aminoisobuttersäure
(Aib); ε-Aminohexansäure (Aha); δ-Aminovaleriansäure (Ava);
N-Methylglycin oder Sarcosin (MeGly); Ornithin (Orn); Citrullin
(Cit); t-Butylalanin (t-BuA); t-Butylglycin (t-BuG); N-Methylisoleucin
(Melle); Phenylglycin (Phg); Cyclohexylalanin (Cha); Norleucin (Nle); 2-Naphthylalanin
(2-Nal); 4-Chlorphenylalanin (Phe(4-C1)); 2-Fluorphenylalanin (Phe(2-F));
3-Fluorphenylalanin (Phe(3-F)); 4-Fluorphenylalanin (Phe(4F)); Penicillamin
(Pen); 1,2,3,4-Tetrahydroisochinolin-3-carbonsäure (Tic); P-2-Thienylalanin
(Thi); Methioninsulfoxid (MSO); Homoarginin (hArg); N-Acetyllysin
(AcLys); 2,3-Diaminobuttersäure
(Dab); 2,3-Diaminobuttersäure
(Dbu); p-Aminophenylalanin (Phe(pNH2)); N-Methylvalin (MeVal); Homocystein
(hCys) und Homoserin (hSer) ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Diese
Aminosäuren
fallen in geeigneter Weise in die vorstehend definierten Kategorien.
-
Die
Klassifikationen der vorstehend beschriebenen genetisch kodierten
und nicht kodierten Aminosäuren
werden nachstehend in Tabelle 1 zusammengefasst. Es soll selbstverständlich sein,
dass Tabelle 1 nur für veranschaulichende
Zwecke ist und nicht vorgibt, eine erschöpfende Liste von Aminosäureresten
zu sein, welche die hierin beschriebenen Peptide und Peptidanaloga
umfassen können.
Andere Aminosäurereste,
welche zum Herstellen der hierin beschriebenen Peptide und Peptidanaloga
nützlich
sind, können
z. B. in Fasman, 1989, CRC Practical Handbook of Biochemistry and
Molecular Biology, CRC Press, Inc., und den hierin zitierten Referenzen
gefunden werden. Hierin nicht spezifisch erwähnte Aminosäuren können in geeigneter Weise in
die vorstehend beschriebenen Kategorien auf Grundlage von bekanntem
Verhalten und/oder ihren kennzeichnenden chemischen und/oder physikalischen
Eigenschaften, verglichen mit den spezifisch identifizierten Aminosäuren, klassifiziert
werden. Tabelle
1
-
Die
Bennung Zn stellt in jedem Fall eine Aminosäure oder
andere Einheit dar, die zur Bildung kovalenter Bindungen mit anderen
Zn in der Lage ist, um die Cyclisierung
des Peptids zu gestatten. Beispiele für Aminosäurereste, die zur Bildung kovalenter
Bindungen miteinander in der Lage sind, schließen Cystein-ähnliche Aminosäuren, wie
Cys, hCys, β-Methyl
Cys und Pen ein, die zur Bildung von Disulfidbrücken miteinander in der Lage
sind. Bevorzugte Cystein-ähnliche
Aminosäurereste
schließen
Cys und Pen ein.
-
Bei
Aminosäuren,
die verwendet werden, um ein Peptid zu cyclisieren, muß es sich
nicht um Cystein-ähnliche
Aminosäuren
handeln. Paare von Aminosäuren,
die funktionelle Gruppen in der Seitenkette aufweisen, die zur Bildung
kovalenter Bindungen untereinander in der Lage sind, können ebenfalls
verwendet werden. Derartige Paare von funktionellen Gruppen sind
Fachleuten bekannt und schließen
unter anderem -COOH und -OH, -COOH und -NH2 und
-COOH und -SH ein. Somit schließen
Paare von Aminosäuren,
die verwendet werden können,
um ein Peptid zu cyclisieren, unter anderem Asp und Lys; Glu und
Lys; Asp und Arg; Glu und Arg; Asp und Ser; Glu und Ser; Asp und
Thr; Glu und Thr; Asp und Cys; und Glu und Cys ein. Andere Paare
von Aminosäuren,
die verwendet werden können,
um das Peptid zu cyclisieren, werden Fachleuten offensichtlich sein.
-
Es
wird ebenfalls anerkannt, dass die Reste Zn,
die verwendet werden, um ein Peptid zu cyclisieren, keine Aminosäuren sein
müssen.
Somit kann Zn jedes beliebige Molekül mit drei
funktionellen Gruppen sein – eine
funktionelle Gruppe, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit
einem Ende des Peptids in der Lage ist, eine zweite funktionelle
Gruppe, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit der zweiten
funktionellen Gruppe eines anderen Zn in
der Lage ist, und eine dritte funktionelle Gruppe, die zur Bildung
einer kovalenten Bindung mit hydrophoben Einheiten Bn in
der Lage ist. Moleküle
mit geeigneten funktionellen Gruppen werden für Fachleute auf dem Fachgebiet
offensichtlich sein. Beispiele für
funktionelle Gruppen, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit
dem Aminoende des Peptids in der Lage sind, schließen Carbonsäuren und
Ester ein. Beispiele für
funktionelle Gruppen, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit
dem Carboxylende eines Peptids in der Lage sind, schließen -OH,
-SH, -NH2 und -NHR ein, wobei es sich bei
R um (C1-C6)-Alkyl,
(C1-C6)-Alkenyl
und (C1-C6)-Alkinyl
handelt.
-
Eine
Vielfalt von Zwischenbindungen, die zum Cyclisieren eines Peptids
nützlich
sind, kann durch eine Reaktion zwischen zwei Zn hergestellt
werden. Zn mit funktionellen Gruppen, die
zur Bildung derartiger Zwischenbindungen geeignet sind, sowie Reaktionsbedingungen,
die zum Bilden derartiger Zwischenbindungen geeignet sind, werden
für Fachleute
offensichtlich sein. Vorzugsweise sind die zum Zyklisieren der Peptide
verwendeten Reaktionsbedingungen ausreichen mild, um das Peptid
nicht abzubauen oder auf eine andere Weise zu zerstören. Gegebenenfalls
sind geeignete Gruppen zum Schützen
der verschiedenen Funktionalitäten auf
dem Fachgebiet wohlbekannt (siehe z. B. Greene & Wuts, 1991, 2. Aufl., John Wiley & Sons, NY), wie
auch verschiedene Reaktionsschemen zum Herstellen derartiger geschützter Moleküle.
-
Die
Benennung Bn stellt in jedem Fall eine hydrophobe
Einheit dar. Während
es nicht beabsichtigt ist, an irgendeine bestimmte Theorie gebunden
zu sein, wird geglaubt, dass diese hydrophoben Einheiten wechselwirken,
wenn sie in eine wässrige
Lösung
platziert werden, um dem Peptid strukturelle Stabilität zu verleihen.
Von einer signifikanten hydrophoben Wechselwirkung zum Verleihen
von struktureller Stabilität
wird gedacht, dass es sich um die Stapelung aromatischer Ringe handelt.
Somit benennt bei einer bevorzugten Ausführungsform jedes beliebige
Bn ein Peptid von 1–6 Aminosäuren, wobei mindestens eines
davon eine aromatische Aminosäure
oder eine aromatische oder heteroaromatische Einheit ist. Bn kann als X32-X33-X34-X35-X36-X37≡ veranschaulicht
werden, wobei Xn eine Aminosäure ist,
wobei mindestens eine davon eine aromatische Aminosäure ist.
Vorzugsweise fehlen X32-X33-X34 und X37 ist eine
aromatische Aminosäure. Stärker bevorzugt
fehlen X32-X33-X34-X35-X36 Und
X37 ist eine aromatische Aminosäure. Geeignete
aromatische Aminosäuren
schließen
Tyr, Phe und Trp ein, wobei Tyr und Phe bevorzugt sind. Geeignete
aromatische oder heteroaromatische Einheiten schließen Phenyl,
Naphthyl, Purin, Pyrimidin und ähnliche
ein.
-
In
den Peptiden der Formeln (II)–(IV)
benennt das Symbol "-" zwischen den Aminosäureresten
Xn im Allgemeinen eine Zwischenbindung mit
dem Gerüst.
Somit benennt das Symbol "-" normalerweise eine
Amidbindung (-C(O)-NH). Es soll allerdings selbstverständlich sein,
dass bei allen hierin in den spezifischen Offenbarungen beschriebenen
Peptiden eine oder mehrere Amidbindungen gegebenenfalls mit einer
Bindung, die sich von einem Amid unterscheidet, vorzugsweise einem
substituierten Amid oder einem Isoster einer Amidbindung, substituiert
sein kann/können.
Somit wird ein Fachmann erkennen, dass, während die verschiedenen Xn im Allgemeinen hinsichtlich Aminosäuren beschrieben
worden sind, bei Ausführungsformen
mit nicht-Amidbindungen
der Begriff "Aminosäure" andere bifunktionale
Einheiten mit Seitenkettenresten benennt, die ähnlich zu den Seitenketten
der Aminosäuren
sind. Zum Beispiel bezeichnet bei Ausführungsformen mit nicht-Amidbindungen
der Ausdruck "saure
Aminosäure" ein bifunktionelles
Molekül,
das zur Bildung der gewünschten
Zwischenbindungen des Gerüst
in der Lage ist, und welches einen Seitenkettenrest aufweist, der ähnlich zu
der Seitenkette einer sauren Aminosäure ist. Substituierte Amide
schließen
im Allgemeinen Reste der Formel -C(O)-NR ein, wobei R (C1-C6)-Alkyl, (C1-C6)-Alkenyl, (C1-C6)-Alkinyl, substituiertes
(C1-C6)-Alkyl, substituiertes
(C1-C6)-Alkenyl
oder substituiertes (C1-C6)-Alkinyl
ist. Isostere von Amiden schließen
im Allgemeinen, -CH2NH-, -CH2S-,
CH2CH2, -CH=CH-
(cis und trans), -C(O)CH2-, -CH(OH)CH2- und CH2SO- ein,
sind aber nicht darauf beschränkt.
-
Verbindungen
mit derartigen Bindungen und Verfahren zum Herstellen derartiger
Verbindungen sind auf dem Fachgebiet wohlbekannt (siehe z. B. Spatola,
1983, Vega Data 1(3) für
einen allgemeinen Überblick); Spatola,
1983, "Peptid Backbone
Modifications" In:
Chemistry and Biochemistry of Amino acids, Peptids and Proteins
(Weinstein, Hrsg.), Marcel Dekker, New York, S. 267 (allgemeiner Überblick);
Morley, 1980, Trends Pharm. Sci. 1: 463–468; Hudson et al., 1979,
Int. J. Prot. Res. 14: 177–185
(-CH
2NH-, -CH
2CH
2-); Spatola et al., 1986, Life Sci. 38:
1243–1249
(-CH
2-S); Hann, 1982, J. Chem. Soc. Perkin
Trans. I. 1: 307 – 314
(-CH=CH-, cis und trans); Almquist et al., 1980, J. Med. Chem. 23:
1392–1398
(-COCH
2-); Jennings-White et al., Tetrahedron.
Lett. 23: 2533 (-COCH
2-); Europäische Patentanmeldung
EP 45665 (1982) CA: 97: 39405 (-CH(OH)CH
2-); Holladay et al., 1983, Tetrahedron Lett.
24: 4401–4404
(-C(OH)CH
2-); und Hruby, 1982, Life Sci.
31: 189–199
(-CH
2-S-).
-
Wie
nachstehend detaillierter beschrieben werden wird, kann es sich
bei der Zwischenbindung, die mit "≡" benannt wird, zwischen
den Resten Bn und/oder Zn und/oder
Xn in den Verbindungen der Formeln (II)–(IV) ebenfalls
um einen Linker handeln. Typischerweise handelt es sich bei einem
Linker um ein bifunktionelles Molekül, das eine Einheit in einem
Abstand von einer anderen anordnet. Derartige Linker, welche flexibel,
halbstarr oder starr sein können,
sind auf dem Fachgebiet wohlbekannt und schließen Polypeptide, wie poly-Gly und
poly-Pro, bifunktionelle Kohlenwasserstoffe, wie Aminocapronsäure, δ-Aminovaleriansäure und β-Alanin, Kohlenhydrate,
Nukleinsäuren
und ähnliche
ein.
-
Die
Verbindungen der Formel (II) können
wie folgt definiert werden:
worin:
B
1 und
B
10 B
10 jeweils
unabhängig
voneinander ein Peptid von 1–6
Aminosäuren,
wovon mindestens eine eine hydrophobe Aminosäure, eine aromatische Einheit
oder eine heteroaromatische Einheit ist, sind;
Z
2 eine
Einheit ist, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit B
1, X
3 und Z
9 in der Lage ist;
Z
9 eine
Einheit ist, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit B
10, X
8 und Z
2 in der Lage ist;
X
3 fehlt
oder ist eine hydrophile Aminosäure;
X
4 ist eine hydrophobe Aminosäure;
X
5 ist eine hydrophile Aminosäure;
X
6 ist eine hydrophile Aminosäure;
X
7 ist eine hydrophobe oder hydrophile Aminosäure;
X
8 ist eine hydrophobe oder hydrophile Aminosäure;
"-" ist ein Amid, ein substituiertes Amid
oder ein Isoster eines Amids davon;
"=" ist
eine kovalente Bindung; and
"≡" ist eine kovalente
Bindung.
-
Die
Verbindungen der Erfindung sind jene der Formel (II), worin:
B1 und B10 jeweils
unabhängig
voneinander ein Peptid von 1–3
Aminosäuren,
wovon mindestens eine eine aromatische Aminosäure ist, sind;
Z2 und Z9 jeweils
unabhängig
voneinander eine Cys-ähnliche
Aminosäure
sind;
X3 fehlt oder ist eine saure
Aminosäure;
X4 ist eine aromatische oder apolare Aminosäure;
X5 ist eine polare Aminosäure;
X6;
ist eine polare Aminosäure;
X7 ist eine aromatische oder polare Aminosäure;
X8 ist eine aromatische, apolare oder polare
Aminosäure
"-" ist eine Amidbrücke;
"=" ist
eine Disulfidbrücke;
und
"≡" ist eine Amidbrücke.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Verbindungen der Erfindung jene der Formel (II), worin:
B1 und B10 jeweils
unabhängig
voneinander Tyr oder Phe sind;
Z2 und
Z9 jeweils Cys sind;
X3 fehlt
oder Glu ist;
X4 Trp oder Leu ist;
X5 Ser ist;
X6 Gln
ist;
X7 Tyr oder Asn ist;
X8 Tyr oder Leu ist;
"–" ist eine Amidbrücke;
"=" ist eine Disulfidbrücke; und
"≡" ist eine Amidbrücke.
-
Besonders
bevorzugte Peptide der Erfindung schließen die folgenden ein:
YCELSQYLCY
(SEQ ID NO: 12)
YC WSQNLCY (SEQ ID NO: 13)
YC WSQNYCY
(SEQ ID NO: 14)
YC WSQYLCY (SEQ ID NO: 15)
-
Die
Verbindungen der Formel (III) können
wie folgt definiert werden:
worin:
B
11 und
B
22 jeweils unabhängig voneinander ein Peptid
von 1–6
Aminosäuren,
wovon mindestens eine eine hydrophobe Aminosäure, eine aromatische Einheit
oder eine heteroaromatische Einheit ist, sind;
Z
12 eine
Einheit ist, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit B
11, X
13 und Z
21 in der Lage ist;
Z
21 eine
Einheit ist, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit B
22, X
20 und Z
12 in der Lage ist;
X
13 fehlt
oder ist eine hydrophobe Aminosäure;
X
14 fehlt oder ist eine hydrophile Aminosäure;
X
15 ist eine hydrophile oder hydrophobe Aminosäure;
X
16 ist eine hydrophile Aminosäure;
X
17 fehlt oder ist eine hydrophobe Aminosäure;
X
18 ist eine hydrophile Aminosäure;
X
19 ist eine hydrophile Aminosäure;
X
20 ist eine hydrophile Aminosäure;
"-" ist ein Amid, ein substituiertes Amid
oder ein Isoster eines Amids davon;
"=" ist
eine kovalente Bindung; and
"≡" ist eine kovalente
Bindung.
-
Die
Verbindungen der Erfindung sind jene der Formel (III), worin:
B11 und B22 jeweils
unabhängig
voneinander ein Peptid von 1–3
Aminosäuren,
wovon mindestens eine eine aromatische Aminosäure ist, sind;
Z12 und Z21 jeweils
unabhängig
voneinander eine Cys-ähnliche
Aminosäure
sind;
X13 fehlt oder ist eine aromatische
Aminosäure;
X14 fehlt oder ist eine polare Aminosäure;
X15 ist eine basische, polare oder apolare
Aminosäure;
X16 ist eine polare Aminosäure;
X17 fehlt
oder ist eine apolare Aminosäure;
X18 ist eine saure Aminosäure;
X19 ist
eine polare Aminosäure;
X20 ist eine basische Aminosäure;
"-" ist eine Amidbrücke;
"=" ist
eine Disulfidbrücke;
und
"≡" ist eine Amidbrücke.
-
In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
sind die Verbindungen der Erfindung jene der Formel (III), worin:
B11 und B22 jeweils
unabhängig
voneinander Tyr oder Phe sind;
Z12 und
Z21 jeweils Cys sind;
X13 fehlt
oder Phe ist;
X14 fehlt oder Thr ist;
X15 ist Ala, Asn oder Arg;
X16 ist
Ser;
X17 fehlt oder ist Val:
X18 ist Glu;
X19 ist
Asn;
X20 ist Arg oder His;
"-" ist eine Amidbrücke;
"=" ist
eine Disulfidbrücke;
und
"≡" ist eine Amidbrücke.
-
Besonders
bevorzugte Peptide der Erfindung schließen die folgenden ein:
YC
FTASENH CY (SEQ. ID NO: 16)
YC FTNSENH CY (SEQ. ID NO: 17)
YC
FTRSENH CY (SEQ. ID NO: 18)
FC ASENH CY (SEQ. ID NO: 19)
YC
ASENH CY (SEQ. ID NO: 20)
FC NSENH CY (SEQ. ID NO: 21)
FC
NSENR CY (SEQ. ID NO: 22)
FC NSVENR CY (SEQ. ID NO: 23)
-
Die
Verbindungen der Formel (IV) können
wie folgt definiert werden:
worin:
B
23 und
B
33 jeweils unabhängig voneinander ein Peptid
von 1–6
Aminosäuren,
wovon mindestens eine eine hydrophobe Aminosäure, eine aromatische Einheit
oder eine heteroaromatische Einheit ist, sind;
Z
24 eine
Einheit ist, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit B
23, X
25 und Z
32 in der Lage ist;
Z
32 eine
Einheit ist, die zur Bildung einer kovalenten Bindung mit B
33, X
31 und Z
24 in der Lage ist;
X
25 fehlt
oder ist eine hydrophile Aminosäure;
X
26 ist eine hydrophile Aminosäure;
X
27 ist eine hydrophile Aminosäure;
X
28 ist eine hydrophobe Aminosäure;
X
29 ist eine hydrophobe Aminosäure;
X
30 fehlt oder ist eine hydrophile Aminosäure;
X
31 fehlt oder ist eine hydrophobe Aminosäure;
"-" ist ein Amid, ein substituiertes Amid
oder ein Isoster eines Amids davon;
"=" ist
eine kovalente Bindung; and
"≡" ist eine kovalente
Bindung.
-
Die
Verbindungen der Erfindung sind jene der Formel (IV), worin:
B23 und B33 unabhängig voneinander
ein Peptid von 1–3
Aminosäuren
sind, wovon mindestens eine eine aromatische Aminosäure ist;
Z24 und Z32 jeweils
unabhängig
voneinander eine Cys-ähnliche
Aminosäure
sind;
X25 fehlt oder ist eine basische
Aminosäure;
X26 ist eine basische Aminosäure;
X27 ist eine saure Aminosäure;
X28 ist
eine apolare Aminosäure;
X29 ist eine apolare Aminosäure;
X30 fehlt oder ist eine polare Aminosäure;
X31 fehlt oder ist eine apolare Aminosäure;
"-" ist eine Amidbrücke;
"=" ist
eine Disulfidbrücke;
und
"≡" ist eine Amidbrücke.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Verbindungen der Erfindung oder Analoga davon jene der
Formel (IV), worin
B23 und B33 unabhängig
voneinander Tyr oder Phe sind;
Z24 und
Z32 jeweils Cys sind;
X25 fehlt
oder ist Arg;
X26 ist Lys;
X27 ist Glu;
X28 ist
Leu, Pro oder Met;
X29 ist Gly
X30 fehlt oder ist Gln;
X31 fehlt
oder ist Val;
"-" ist eine Amidbrücke;
"=" ist eine Disulfidbrücke; und
"≡" ist eine Amidbrücke.
-
Besonders
bevorzugte Peptide der Erfindung schließen die folgenden ein:
YC
RKELGQV CY (SEQ. ID NO: 24)
YC KEPGQ CY (SEQ. ID NO: 25)
YC
RKEMG CY (SEQ. ID NO: 26)
FC RKEMG CY (SEQ. ID NO: 27)
-
In
allen der vorstehend erwähnten
Ausführungsformen
der Erfindung soll selbstverständlich
sein, dass der Ausdruck "Aminosäure" ebenfalls bifunktionelle
Einheiten mit Aminosäure-ählichen
Seitenketten, wie zuvor beschrieben, bezeichnet.
-
Im
Allgemeinen sind aktive Peptide oder Peptidanaloga der Erfindung
jene, welche mindestens etwa 15 % Hemmung von TNF-R:TNF-Wechselwirkungen
zeigen, wie jene nachstehend in Abschnitt 6 in in vitro Assays gemessenen.
Vorzugsweise werden aktive Peptide oder Peptidanaloga der Erfindung
mindestens etwa 20 % bis 50 % oder sogar 80 % oder mehr Hemmung
der TNF-R:TNF-bindenden Wechselwirkungen zeigen.
-
5.3. HERSTELLUNG VON PEPTIDEN
UND PEPTIDANALOGA
-
5.3.1. CHEMISCHE SYNTHESE
-
Die
Peptide der Erfindung oder Analoga davon können unter Verwendung von nahezu
allen auf dem Fachgebiet bekannten Techniken zur Herstellung von
Peptiden und Peptidanaloga hergestellt werden. Zum Beispiel können die
Peptide in linearer oder nicht cyclisierter Form unter Verwendung
von gewöhnlicher
Lösungsphasen-
oder Festphasen-Peptidsynthesen hergestellt werden und unter Verwendung
von Standardchemie cyclisiert werden. Vorzugsweise wird die zum
Cyclisieren des Peptids verwendete Chemie ausreichend mild sein,
um wesentliches Abbauen des Peptids zu vermeiden. Geeignete Verfahren
zum Synthetisieren der hierin beschriebenen Peptide, sowie geeignete
Chemie zum Cyclisieren der Peptide sind auf dem Fachgebiet wohlbekannt.
-
Bildung
von Disulfidbrücken,
wird, falls gewünscht,
im Allgemeinen in Anwesenheit von milden Oxidationsmitteln durchgeführt. Chemische,
enzymatische oder photolytische Oxidationsmittel können verwendet werden.
Verschiedene Verfahren sind auf dem Fachgebiet bekannt, einschließlich jener
zum Beispiel von Tam, J. S. et al., 1979, Synthesis 955–957; Stewart
et al., 1984, Solid Phase Peptide Synthesis, 2. Aufl., Pierce Chemical
Company Rockford, IL; Ahmed et al., 1975, J. Biol. Chem. 250: 8477–8482; und
Pennington et al., 1991 Peptides 1990 164–166, Giralt und Andreu, Hrsg.,
ESCOM Leiden, The Netherlands beschriebenen. Eine zusätzliche
Alternative wird von Kamber et al., 1980, Helv Chim Acta 63: 899–915 beschrieben.
Ein Verfahren, das auf festen Trägern
durchgeführt
wird, ist von Albericio, 1985, Int. J. Peptid Protein Res. 26: 92–97 beschrieben.
Jedes beliebige dieser Verfahren kann verwendet werden, um Sulfidbrücken in
den Peptiden der Erfindung zu bilden. Bevorzugte Verfahren zum Bewirken
der Bildung von Disulfidbrücken
für die
hierin beschriebenen Peptide werden in den Beispielen bereitgestellt.
-
5.3.2. REKOMBINANTE SYNTHESE
-
Falls
das Peptid zur Gänze
aus Gen-kodierten Aminosäuren
zusammengesetzt ist, oder ein Anteil davon so zusammengesetzt ist,
kann das Peptid oder der relevante Anteil ebenfalls unter Verwendung
gewöhnlicher
rekombinanter Techniken der Gentechnik synthetisiert werden. Die
isolierten Peptide oder Segmente davon werden dann wie zuvor beschrieben
kondensiert und oxidiert, um ein cyclisches Peptid zu ergeben.
-
Für die rekombinante
Erzeugung wird eine Polynukleotidsequenz, die eine lineare Form
des Peptids kodiert, in ein geeignetes Expressionsvehikel eingefügt, d. h.
ein Vektor, welcher die für
die Transkription und Translation der eingefügten kodierenden Sequenz erforderlichen
Elemente enthält,
oder in dem Fall eines viralen RNA-Vektors die für Replikation und Translation
erforderlichen Elemente. Das Expressionsvehikel wird dann in eine
geeignete Zielzelle transfiziert, welche die lineare Form des cyclischen
Peptids exprimieren wird. Abhängig
von dem verwendeten Expressionssystem wird das exprimierte Peptid
dann mit auf dem Fachgebiet gut etablierten Verfahren isoliert.
Auf dem Fachgebiet sind Verfahren für die rekombinante Protein-
und Peptiderzeugung wohlbekannt (siehe z. B. Maniatis et al., 1989,
Molecular Clonin A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory,
N.Y.; und Ausubel et al., 1989, Current Protocols in Molecular Biology,
Greene Publishing Associates und Wiley Interscience, N.Y.).
-
Eine
Vielfalt von Wirts-Vektorsystemen zur Expression kann benutzt werden,
um die hier beschriebenen Peptide zu exprimieren. Diese schließen Mikroorganismen,
wie Bakterien, die mit Expressionsvektoren von rekombinanter Bakteriophagen
DNA oder Plasmid DNA, die eine passende kodierende Sequenz enthalten,
transformiert sind; Hefe oder filamentöse Pilze, die mit rekombinanten
Hefe oder Pilz Expressionsvektoren, die eine passende kodierende
Sequenz enthalten, transformiert sind; Insektenzellysteme, die mit
rekombinaten viralen Expressionsvektoren (z. B. Baculovirus), die
eine passende kodierende Sequenz enthalten, infiziert sind; Pflanzenzellsysteme,
die mit rekombinanten viralen Expressionsvektoren (z. B. Blumenkohl-Mosaikvirus
oder Tabak-Mosaikvirus)
infiziert oder mit rekombinanten Plasmidexpressionsvektoren (z.
B. Ti-Plasmid),
die eine passende kodierende Sequenz enthalten, transformiert sind;
oder tierische Zellysteme ein, sind aber nicht darauf beschränkt.
-
Die
Expressionselemente der Expressiossysteme variieren in ihrer Stärke und
ihren Spezifitäten.
Abhängig
vom benutzten Wirts/Vektor-System kann jedes aus einer Anzahl von
geeigneten Transkriptions- und Translationselementen, einschließlich konstitutive
und induzierbare Promotoren, in dem Expressionsvektor verwendet
werden. Beim Klonieren in bakteriellen Systemen, können induzierbare
Promotoren, wie pL des Bakteriophagen λ, plac, ptrp, ptac (ptrp-lac-Hybridpromotor)
und ähnliche,
verwendet werden; beim Klonieren in Insektenzellystemen, können Promotoren,
wie der Polyeder-Promotor
von Baculovirus verwendet werden; beim Klonieren in Pflanzenzellystemen, können Promotoren,
abgeleitet aus dem Genom von Pflanzenzellen (z. B. Hitzeschock-Promotoren; der Promotor
für die
kleine Untereinheit von RUBISCO; der Promotor für das Chlorphyll a/b Bindeprotein)
oder Pflanzenviren (z. B. der Promotor für die 35S RNA vom CaMV; der
Promotor des Hüllproteins
vom TMV), verwendet werden; beim Klonieren in Säugerzellen, können Promotoren,
abgeleitet aus dem Genom von Säugerzellen
(z. B. Metallothionein-Promoter) oder aus Säugerviren (z. B. der späte Promotor
von Adenovirus, der 7.5 K Promotor von Vaccinavirus) verwendet werden;
wenn man Zelllinien erzeugt, die mehrere Kopien des Expressionsproduktes
enthalten, können
auf SV40 , BPV und EBV beruhende Vektoren mit einem passenden selektierbaren
Marker verwendet werden. In Fällen
wo Pflanzenexpressionsvektoren verwendet werden, kann die Expression
der Sequenzen, die Peptide der Erfindung kodieren, durch jeden aus
einer Anzahl von Promotoren angetrieben werden. Zum Beispiel können virale
Promotoren, wie die Promotoren der 35S RNA und 19S RNA vom CaMV
(Brisson et al., 1984, Nature 310: 511–514) oder der Promotor des
Hüllproteins
vom TMV (Takamatsu et al., 1987, EMBO J. 6: 307–311) verwendet werden; alternativ dazu
können
Pflanzenpromotoren verwendet werden, wie der Promotor der kleinen
Untereinheit von RUBISCO (Coruzzi et al., 1984, EMBO J. 3: 1671–1680; Broglie
et al., 1984, Science 224: 838–843)
oder Hitzeschock-Promotoren, z. B. hsp17.5-E oder hsp17.3-B aus
Sojabohne (Gurley et al., 1986, Mol. Cell. Biol. 6: 559–565). Diese
Konstrukte können
in Pflanzenzellen unter Verwendung von Ti-Plasmiden, Ri-Plasmiden, Pflanzen-Virusvektoren,
direkter DNA Transformation, Mikroinjektion, Elektroporation, usw.
eingeführt
werden. Für Überblicke
derartiger Techniken siehe z. B. Weissbach & Weissbach, 1988, Methods for Plant
Molecular Biology, Academic Press, NY, Abschnitt VIII, S. 421–463; und
Grierson & Corey,
1988, Plant Molecular Biology, 2. Aus., Blackie, London, Kap. 7–9.
-
In
einem Expressionssystem für
Insekten, welches verwendet werden kann, um die Peptide der Erfindung
herzustellen, wird Autographa californica Kernpolyedervirus (AcNPV)
als ein Vektor verwendet, um die fremden Gene zu exprimieren. Das
Virus wächst
in Spodoptera frugiperda Zellen. Eine kodierende Sequenz kann in
nicht essentielle Regionen des Virus (zum Beispiel das Polyedergen)
kloniert werden und unter Kontrolle eines AcNPV-Promotors (zum Beispiel
den Polyeder-Promotor) platziert werden. Erfolgreiche Insertion einer
kodierenden Sequenz wird zur Inaktivierung des Polyedergens und
zur Erzeugung von nicht verdecktem Virus führen (d. h. Virus, dem die
proteinöse
Hülle fehlt,
die durch das Polyedergen kodiert wird). Diese rekombinanten Viren
werden dann verwendet, um Spodoptera frugiperda Zellen zu infizieren,
in denen das eingefügte
Gen exprimiert wird. (Siehe z. B. Smith et al., 1983, J. Virol.
46: 584; Smith, U.S. Patent Nr. 4.215.051). Weitere Beispiele für dieses
Expressionssystem können
in Current Protocols in Molecular Biolo Vol. 2, Ausubel et al.,
Hrsg., Greene Publish. Assoc. & Wiley
Interscience, gefunden werden.
-
In
Säugerwirtszellen
können
etliche auf viraler Expression beruhende Systeme benutzt werden.
In Fällen
wo ein Adenovirus als ein Expressionsvektor verwendet wird, kann
eine kodierende Sequenz an einen Kontrollkomplex der Transkription/Translation
von Adenovirus ligiert werden, z. B. den späten Promotor und die dreiteilige
Leadersequenz. Dieses chimäre
Gen kann dann durch Rekombination in vitro oder in vivo in das Adenovirusgenom
eingefügt
werden. Insertion in eine nicht essentielle Region des viralen Genomes
(z. B. der Region E1 oder E3) wird zu einem rekombinanten Virus
führen,
der lebensfähig
und in der Lage ist, das Peptid in infizierten Wirten zu exprimieren.
(Siehe z. B. Logan & Shenk,
1984, Proc. Natl. Acad. Sci. USA) 81: 3655–3659). Alternativ dazu kann
der 7.5 K Promotor von Vaccinia verwendet werden (siehe z. B. Mackett
et al., 1982, Proc. Natl. Acad. Sci. (USA) 79: 7415–7419; Mackett
et al., 1984, J. Virol. 49: 857–864;
Panicali et al., 1982, Proc. Natl. Acad. Sci. 79: 4927–4931).
-
Andere
Expressionssysteme für
das Erzeugen linearer oder nicht cyclisierter Formen der cyclischen Peptide
der Erfindung werden Fachleuten offensichtlich werden.
-
5.3.3. REINIGUNG DER PEPTIDE
UND PEPTIDANALOGA
-
Die
Peptide und Peptidanaloga der Erfindung können durch auf dem Fachgebiet
bekannte Techniken, wie Hochdruckflüssigchromatographie, Ionenaustauscherchromatographie,
Gelelektrophorese, Affinitätschromatographie
und ähnliches,
gereinigt werden. Die aktuellen Bedingungen, um ein bestimmtes Peptid
oder Analogon zu reinigen, wird zum Teil von Faktoren, wie Gesamtladung,
Hydrophobizität,
Hydrophilität,
usw. abhängen,
und wird Fachleuten offensichtlich werden.
-
Zur
Reinigung durch Affinitätschromatographie
kann jeder Antikörper
verwendet werden, der speziell die Peptide und Peptidanaloga bindet.
Für die
Produktion von Antikörpern
können
verschiedene Wirtstiere, einschließlich, aber nicht beschränkt auf
Kaninchen, Mäuse,
Ratten, usw., durch Injektion mit einem linearen oder cyclischen
Peptid immunisiert werden. Das Peptid kann an einen geeigneten Träger, wie
BSA, mit Hilfe einer funktionellen Seitenkettengruppe oder Linkern,
angelagert an eine funktionelle Seitenkettengruppe, angelagert werden.
Verschiedene Adjuvantien, einschließlich, aber nicht beschränkt auf
Freundsches (vollständig
oder unvollständig),
Mineralgele, wie Aluminumhydroxid, oberflächenaktive Substanzen, wie
Lysolecithin, Pluronic Polyole, Polyanione, Peptide, Ölemulsionen,
Hämocyanin
der Schlüsselloch-Napfschnecke,
Dinitrophenol und potentiell nützliche
humane Adjuvantien, wie BCG (Bacilli Calmette-Guerin) und Corynebakterium parvum,
können,
abhängig
von der Wirtsspezies, verwendet werden, um die immunologische Reaktion
zu steigern.
-
Monoklonale
Antikörper
für ein
Peptid können
unter Verwendung jeder Technik hergestellt werden, welche für die Erzeugung
von Antikörpermolekülen durch
kontinuierliche Zelllinien in Kultur sorgt. Diese schließen die
ursprünglich
von Koehlen und Milstein, 1975, Nature 256: 495–497, beschriebene Hybridoma-Technik, die
menschliche B-Zell Hybridoma-Technik, Kosbor et al., 1983, Immunology
Today 4: 72; Cote et al., 1983, Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A. 80:
2026–2030,
und die EBV-Hybridoma-Technik
(Cole et al., 1985, Monoclonal Antibodies und Cancer Therapy, Alan
R. Liss, Inc., S. 77–96
(1985)) ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Zusätzlich können Techniken verwendet werden,
die für
die Erzeugung von "chimären Antikörpern" entwickelt wurden
(Morrison et al., 1984, Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A. 81: 6851–6855; Neuberger
et al., 1984, Nature 312: 604608; Takeda et al., 1985, Nature 314:
452–454),
wobei Gene eines Antikörpermoleküls aus der
Maus mit passender Antigenspezifität zusammen mit Genen aus einem
menschlichen Antikörpermolekül mit passender
biologischer Aktivität
gespleißt
werden. Alternativ dazu können
für die
Erzeugung von Einkettenantikörpern beschriebene
Techniken (U.S. Patent Nr. 4.946.778) angepasst werden, um Einkettenantikörper herzustellen, die
für cyclisches
Peptid spezifisch sind.
-
Antikörperfragmente,
die Deletionen spezifischer Bindungsstellen enthalten, können durch
bekannte Techniken erzeugt werden. Zum Beispiel schließen derartige
Fragmente F(ab')2-Fragmente ein, sind aber nicht darauf beschränkt, die
durch Pepsinverdau des Antikörpermoleküls hergestellt
werden, und Fab-Fragmente, die durch Reduzierung der Disulfidbrücken der
F(ab')2-Fragmente
erzeugt werden können.
Alternativ dazu können
Fab-Expressionsbanken konstruiert werden (Huse et al., 1989, Science
246: 1275–1281),
um eine schnelle und einfache Identifizierung monoklonaler Fab-Fragmente
mit der gewünschten
Spezifität
für das
cyclische Peptid von Interesse zu ermöglichen.
-
Der
Antikörper
oder das Antikörperfragment,
spezifisch für
das gewünschte
cyclische Peptid, kann zum Beispiel an Agarose angelagert werden
und der Antikörper-Agarosekomplex wird
in der Immunchromatographie verwendet, um cyclische Peptide der
Erfindung zu reinigen. Siehe Scopes, 1984, Protein Purification: Principles
and Practice, Springer-Verlag New York, Inc., NY, Livingstone, 1974,
Methods Enzymology: Immunoaffinity Chromatography of Proteins 34:
723–731.
-
5.4. VERWENDUNGEN DER
PEPTIDE UND PEPTIDANALOGA, GESTALTET NACH EINEM MITGLIED DER TNF-R
SUPERFAMILIE
-
Die
Verbindungen der vorliegenden Erfindung sind für das Hemmen der biologischen
Aktivitäten
von Liganden für
Mitglieder der TNF-R Superfamilie nützlich. Liganden für alle Mitglieder
der TNF-R Superfamilie sind identifiziert und isoliert worden, und
sie werden, beruhend auf ihren strukturellen Ähnlichkeiten, ebenfalls in
eine Superfamilie klassifiziert. Alle Mitglieder dieser Ligandenfamilie
sind in der Lage diverse zelluläre
Reaktionen, einschließlich
Proliferation, Aktivierung, Differenzierung und selbst Zelltod durch
Apoptose oder Cytotoxizität,
zu regulieren. Da alle Mitglieder der TNF-R Superfamilie auf Lymphocycten,
besonders T-Zellen, exprimiert werden, sind ihre entsprechenden
Liganden in der Lage, Immunreaktionen zu regulieren. Ein zweites
gewöhnlich
gemeinsames Merkmal aller Mitglieder der TNF-Liganden Superfamilie
ist ihre Fähigkeit,
Zelltod zu induzieren.
-
Zur
Veranschaulichung: CD40 wird auf B-Zellen exprimiert und das Vernetzen
dieses Rezeptors durch seinen Liganden induziert eine B-Zell Aktivierung,
einschließlich
IgE-Sekretion. Folglich reguliert die Hemmung der CD40 Wechselwirkungen
mit seinem Liganden B-Zellreaktionen herunter, und kann verwendet
werden, um Autoimmunität
und Hypersensitivität
zu behandeln. Dagegen vernetzt der Fas-Ligand Fas-Antigen (CD95),
exprimiert auf aktivierten T-Zellen und B-Zellen, und induziert
Zelltod. Die Hemmung der Wechselwirkungen von Fas-Ligand und Fas-Antigen
ist verwendet worden, um Transplantatabstossungen zu verhindern.
Der Fas-Ligand ist als ein potentielles immunsuppressives Mittel
vorgeschlagen worden, beruhend auf der Beobachtung, dass die Expression
des Fas-Liganden durch Sertoli Zellen die immunprivilegierte Natur
der Testis durch Induzieren der Apoptose von Fas exprimierenden
T-Zellen bedingt (Bellgrau et al., 1995, Nature 377: 360). Folglich können Verbindungen
der Erfindung, die das Binden von Fas mit seinem Liganden hemmen,
verwendet werden, um Immunreaktionen bei bestimmten Einstellungen
hinzuzufügen.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung hemmt eine Verbindung der Erfindung TNF-Bindung an
seine Rezeptoren. Da TNF-α und
TNF-β an
die gleichen Rezeptoren binden, wird von derartigen Verbindungen
erwartet, dass sie die Aktivitäten
von sowohl TNF-α als
auch TNF-β hemmen.
Derartige Verbindungen können
für die Behandlung
pathologischer Zustände
verwendet werden, bei denen die biologischen Aktivitäten von
TNF eine aktive Rolle spielen. Derartige Zustände schließen akute und chronische Entzündung, Kachexie,
septischen Schock, Graft-versus-Host Erkrankung, Transplantationsabstossung,
Hypersensitivität, Immunkomplex
Erkrankung, Malaria und Autoimmunität, wie multiple Sklerose, rheumatoide
Arthritis, peridontale Erkrankung und nicht-Insulin abhängige Diabetes
ein, sind aber nicht darauf beschränkt.
-
5.4.1. FORMULIERUNG UND
VERABREICHUNGSWEG
-
Die
Verbindungen der Erfindung können
an einen Probanden per se oder in Form einer pharmazeutischen Zusammensetzung
verabreicht werden. Pharmazeutische Zusammensetzungen, welche die
Verbindungen der Erfindung umfasssen, können mit Hilfe von herkömmlichen
Mischungs-, Lösungs-,
Granulierungs-, Dragee-Herstellungs-, Verreibungs-, Emulgierungs-,
Einkapselungs-, Einschluss- und Lyophilisierungsvorgängen hergestellt
werden. Pharmazeutische Zusammensetzungen können auf herkömmliche
Weise unter Verwendung eines oder mehrerer physiologisch verträglicher
Träger,
Verdünnungsmittel,
Hilfsstoffe und Hilfsmittel, die das Prozessieren der aktiven Peptide
oder Peptidanaloga zu Präparationen,
die pharmazeutisch verwendet werden können, erleichtern. Die angemessene
Formulierung ist vom gewählten
Verabreichungsweg abhängig.
-
Zur
topischen Verabreichung können
die Verbindungen der Erfindung als Lösungen, Gele, Salben, Cremes,
Suspensionen, usw., wie auf dem Fachgebiet wohlbekannt, formuliert
werden.
-
Systemische
Formulierungen schließen
jene ein, die zur Verabreichung durch Injektion, z. B. subkutane,
intravenöse,
intramuskuläre,
intrathekale oder intraperitoneale Injektion gestaltet sind, sowie
jene, die für transdermale,
transmukosale, orale oder pulmonale Verabreichung gestaltet sind.
-
Zur
Injektion können
die Verbindungen der Erfindung in wässrigen Lösungen, vorzugsweise physiologisch
kompatiblen Puffern, wie Hanks-Lösung,
Ringer-Lösung
oder Puffer aus physiologischer Salzlösung, formuliert werden. Die
Lösung
kann formulatorische Mittel, wie Suspensions- Stabilisierungs- und/oder
Dispergiermittel enthalten.
-
Alternativ
dazu können
die Verbindungen in Pulverform vorliegen, zur Konstitution vor der
Verwendung mit einem geeigneten Vehikel, z. B. sterilem pyrogenfreien
Wasser.
-
Zur
transmukosalen Verabreichung werden in der Formulierung für die zu
durchdringende Grenze geeignete Durchdringungsmittel verwendet.
Derartige Durchdringungsmittel sind im Allgemeinen auf dem Fachgebiet
bekannt.
-
Zur
oralen Verabreichung können
die Verbindungen durch das Vereinigen der aktiven Peptide oder Peptidanaloga
mit auf dem Fachgebiet wohlbekannten pharmazeutisch verträglichen
Trägern
leicht formuliert werden. Derartige Träger machen es möglich, die
Verbindungen der Erfindung als Tabletten, Pillen, Dragees, Kapseln,
Flüssigkeiten,
Gele, Sirupe, Aufschlämmungen,
Suspensionen und ähnliche
zur oralen Aufnahme durch einen zu behandelnden Patienten zu formulieren.
Für feste
orale Formulierungen, wie zum Beispiel Pulver, Kapseln und Tabletten,
schließen
geeignete Hilfsstoffe Füllmittel,
wie Zucker, wie Lactose, Saccharose, Mannitol und Sorbit; Cellulosepräparationen,
wie Maisstärke,
Weizenstärke,
Reisstärke,
Kartoffelstärke,
Gelatine, Tragacanth-Gummi, Methylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose,
Natrium-Carboxymethylcellulose und/oder
Polyvinylpyrrolidon (PVP); Granuliermittel; und Bindemittel ein.
Falls gewünscht,
können
Sprengmittel zugegeben werden, wie das vernetzte Polyvinylpyrrolidon,
Agar oder Alginsäure
oder ein Salz davon, wie Natriumalginat.
-
Falls
gewünscht,
können
die festen Dosierungsformen unter Verwendung von Standardtechniken
mit Zucker überzogen
oder magensaftresistent überzogen
werden.
-
Für flüssige orale
Präparationen,
wie zum Beispiel Suspensionen, Elixiere und Lösungen, schließen geeignete
Träger,
Hilfsstoffe oder Verdünnungsmittel
Wasser, Glykole, Öle,
Alkohole, usw. ein. Zusätzlich
können
Aromastoffe, Konservierungsmittel, Farbmittel und ähnliche
zugegeben werden.
-
Zur
buccalen Verabreichung können
die Verbindungen die Form von auf herkömmliche Weise formulierten
Tabletten, Pastillen, usw. einnehmen.
-
Zur
Verabreichung durch Inhalation werden die Verbindungen zur Verwendung
gemäß der vorliegenden
Erfindung herkömmlich
in Form eines Aerosolsprays aus unter Druck stehenden Packungen
oder einem Vernebler mit einem geeigneten Treibmittel, z. B. Dichlordifluormethan,
Trichlorfluormethan, Dichlortetrafluorethan, Kohlendioxid oder einem
anderen geeigneten Gas, abgegeben. Im Fall eines unter Druck stehenden Aerosols
kann die Einheit der Dosierung durch das Bereitstellen eines Ventils,
um eine festgelegte Menge abzugeben, bestimmt werden. Kapseln und
Patronen aus z. B. Gelatine zur Verwendung in einem Inhalationsgerät oder Insufflationsgerät, die eine Pulvermischung
der Verbindung und eine geeignete Pulvergrundlage, wie Laktose oder
Stärke,
enthalten, können
formuliert werden.
-
Die
Verbindungen können
ebenfalls in rektalen oder vaginalen Zusammensetzungen, wie Zäpfchen oder
Retentionseinläufe,
die z. B. herkömmliche
Zäpfchengrundlagen,
wie Kakaobutter oder andere Glyceride enthalten, formuliert werden.
-
Zusätzlich zu
den vorher beschriebenen Formulierungen können die Verbindungen ebenfalls
als eine Depotpräparation
formuliert werden. Derartig lang wirkende Formulierungen können durch
Implantation (zum Beispiel subkutan oder intramuskulär) oder
durch intramuskuläre
Injektion verabreicht werden. Somit können die Verbindungen zum Beispiel
mit geeigneten polymeren oder hydrophoben Materialien (zum Beispiel
als eine Emulsion in einem verträglichen Öl) oder
als Ionenaustauscherharze oder als schwer lösliche Derivate, zum Beispiel
als ein schwer lösliches
Salz, formuliert werden.
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Alternativ
dazu können
andere pharmazeutische Abgabesysteme eingesetzt werden. Liposome
und Emulsionen sind wohlbekannte Beispiele für Abgabevehikel, die verwendet
werden können,
um Peptide und Peptidanaloga der Erfindung abzugeben. Bestimmte
organische Lösungsmittel
wie Dimethylsulfoxid können ebenfalls
eingesetzt werden, wenngleich üblicherweise
auf Kosten von größerer Toxizität. Zusätzlich können die
Verbindungen unter Verwendung eines Systems zur verlängerten
Freisetzung, wie semipermeablen Matrizen aus festen Polymeren, die
das therapeutische Mittel enthalten, abgegeben werden. Verschiedene
Materialien zur verlängerten
Freisetzung sind etabliert worden und sind Fachleuten wohlbekannt.
Kapseln zur verlängerten
Freisetzung können,
abhängig
von ihrer chemischen Beschaffenheit, die Verbindungen ein paar Wochen
lang bis zu über
100 Tage freisetzen. Abhängig
von der chemischen Beschaffenheit und der biologischen Stabilität des therapeutischen
Reagenz können
zusätzliche
Strategien zur Proteinstabilisierung eingesetzt werden.
-
Da
die Verbindungen der Erfindung geladene Seitenketten oder Enden
enthalten können,
können
sie in jeder der vorstehend beschriebenen Formulierungen als freie
Säuren
oder Basen oder als pharmazeutisch verträgliche Salze eingeschlossen
werden. Pharmazeutisch verträgliche
Salze sind jene Salze, die im Wesentlichen die antimikrobielle Aktivität der freien
Basen behalten, und die durch Reaktion mit anorganischen Säuren hergestellt
werden. Pharmazeutische Salze neigen dazu, in wässrigen oder anderen protischen
Lösungsmitteln
löslicher
zu sein als die entsprechenden freien Basenformen.
-
5.4.2. WIRKSAME DOSIERUNGEN
-
Die
Verbindungen der Erfindung werden im Allgemeinen in einer Menge
verwendet, die wirksam ist, um den beabsichtigten Zweck zu erreichen.
Für die
Verwendung, um mit TNF-assoziierte Störungen zu behandeln oder zu
verhindern, werden die Verbindungen der Erfindung oder pharmazeutische
Zusammensetzungen davon in einer therapeutisch wirksamen Menge verabreicht
oder angewendet. Mit therapeutisch wirksamer Menge ist eine Menge
gemeint, welche die Symptome verbessert oder verhindert, oder das Überleben
des Patienten, der behandelt wird, verlängert. Bestimmung der therapeutisch
wirksamen Menge liegt völlig
innerhalb der Fähigkeiten
von Fachleuten, besonders angesichts der hier bereitgestellten detaillierten
Offenbarung.
-
Zur
systemischen Verabreichung kann eine therapeutisch wirksame Dosis
zunächst
aus in vitro Assays abgeschätzt
werden. Eine Dosis kann zum Beispiel in Tiermodellen formuliert
werden, um einen zirkulierenden Konzentrationsbereich zu erreichen,
der die IC50, wie in einer Zellkultur bestimmt,
einschließt
(d. h. die Konzentration einer Testverbindung, die 50 % der TNF-R:TNF-Bindungswechselwirkungen
hemmt). Eine derartige Information kann verwendet werden, um nützliche
Dosen bei Menschen genauer zu bestimmen.
-
Anfangsdosierungen
können
ebenfalls aus in vivo Daten, z. B. Tiermodellen, unter Verwendung
von Techniken, abgeschätzt
werden, die auf dem Fachgebiet wohlbekannt sind. Einer mit normalem
Fachwissen könnte
die Verabreichung an Menschen, beruhend auf Tierdaten, leicht optimieren.
-
Dosierungsmenge
und -abstand kann individuell eingestellt werden, um Plasmaspiegel
der Verbindungen bereitzustellen, die ausreichend sind, um eine
therapeutische Wirkung aufrechtzuerhalten. Übliche Dosierungen für einen
Patienten zur Verabreichung durch Injektion reichen von etwa 0,1
bis 5 mg/kg/Tag, vorzugsweise von etwa 0,5 bis 1 mg/kg/Tag. Therapeutisch
wirksame Serumspiegel können
durch das Verabreichen mehrerer Dosen jeden Tag erreicht werden.
-
In
Fällen
von lokaler Verabreichung oder selektiver Aufnahme kann die wirksame
lokale Konzentration der Verbindungen der Plasmakonzentration nicht
entsprechen. Ein Fachmann wird in der Lage sein, therapeutisch wirksame
lokale Dosierungen ohne übermässiges Experimentieren
zu optimieren.
-
Die
Menge der verabreichten Verbindung wird natürlich abhängig sein von dem Probanden,
der behandelt wird, dem Gewicht des Probanden, dem Schweregrad des
Leidens, der Verarbeichungsweise und dem Urteil des behandelnden
Arztes. Die Therapie kann mit Unterbrechungen wiederholt werden,
solange Symptome nachweisbar oder sogar wenn sie nicht nachweisbar
sind.
-
Die
Therapie kann allein oder in Kombination mit anderen Arzneistoffen
bereitgestellt werden. Im Fall von mit TNF-assoziierten Störungen können die
Arzneistoffe, die in Kombination mit den Verbindungen der Erfindung
verwendet werden, steroide und nicht steroide entzündungshemmende
Mittel einschließen,
sind aber nicht darauf beschränkt.
-
5.4.3. TOXIZITÄT
-
Vorzugsweise
wird eine therapeutisch wirksame Dosis der hier beschriebenen Verbindungen
einen therapeutischen Vorteil ohne erhebliche Toxizität zu verursachen
bereitstellen.
-
Eine
Toxizität
der hier beschriebenen Verbindungen kann mit pharmazeutischen Standardverfahren
in Zellkulturen oder Versuchstieren, z. B. durch das Bestimmen der
LD50 (die Dosis, die für 50 % der Population letal
ist) oder der LD100 (die Dosis, die für 100 %
der Population letal ist) bestimmt werden. Das Dosisverhältnis zwischen
toxischer und therapeutischer Wirkung ist der therapeutische Index.
Verbindungen, die hohe therapeutische Indizes zeigen werden bevorzugt.
Die aus diesen Zellkulturassays und Studien mit Versuchstieren erhaltenen
Daten können
beim Formulieren eines Dosisbereichs, der für die Verwendung bei Menschen
nicht toxisch ist, verwendet werden. Die Dosierungen der hier beschriebenen
Verbindungen liegen vorzugsweise innerhalb eines Bereichs zirkulierender
Konzentrationen, der die wirksame Dosis mit geringer oder keiner
Toxizität
einschließt.
Die Dosierung kann innerhalb dieses Bereichs abhängig von der angewandten Dosierungsform
und dem Verabreichungsweg variieren. Die genaue Formulierung, Verabreichungsweg
und -dosierung kann durch den einzelnen Arzt angesichts des Zustands
des Patienten gewählt
werden. (Siehe z. B. Fingl et al., 1975, In: The Pharmacological
Basis of Therapeutics, Kap. 1, S.1).
-
Nachdem
die Erfindung beschrieben worden ist, werden die folgenden Beispiele
als Veranschaulichung und nicht zur Beschränkung angeführt.
-
6. BEISPIEL: EXOCYCLISCHE
PEPTIDE, ABGELEITET VON TNF-R, DIE FÜR DIE TNF-α AKTIVITÄTEN ANTAGONISTISCH SIND
-
6.1. MATERIALEN UND VERFAHREN
-
6.1.1. REAGENZIEN
-
Rekombinantes
menschliches TNF-α und
das 125I-markierte TNF-α wurden von Amersham Life Science,
Inc. (Arlington Heights, IL) erhalten. TNF-R(I) oder das chimäre Protein
aus extrazellulärer
Domäne p55-IgG
schwere Kette wurde durch Expression eines cDNA Konstrukts (Peppel
et al., 1991, J. Exp. Med. 174: 1483; Williams et al., 1995, Immunol.
84: 433) hergestellt. Monoklonaler anti-TNF-α Antikörper wurde gemäß Doring
et al. (1994, Molecular Immunol. 31: 1059) hergestellt und monoklonaler
anti-TNF-R(I) Antikörper (htr-9)
wurde von BMA Biomedicals AG (Augst, Schweiz) erhalten.
-
6.1.2. MOLEKULARES MODELLING
-
Computermodelling
wurde unter Verwendung von Quanta 4,0 (Molecular Simulation Inc.,
MA) durchgeführt.
Die Modellpeptide wurden nach ihren Sequenzen konstruiert und unter
Verwendung von CHARMM gefaltet. Die Seitenketten von Aminosäureresten
wurden zuerst in einer erlaubten Konformation positioniert, unter
Verwendung der in QUANTA bereitgestellten Ponders Rotamer (Ponder
et al., 1987, J. Mol. Biol. 193: 775–791) Datenbank. Dann wurden
die gefalteten Peptide in Konvergenz mit einer auf 80 gesetzten
dielektrischen Konstante verkleinert. Die Kristallstruktur des TNF-β/TNF-R(I)-Komplex
(Banner et al., 1993, Cell 73: 431) wurde benutzt, um die Bindungsstellen
von TNF-R für
TNF-α zu
bestimmen. Die erste (56–73)
und zweite (76–83)
Schleife der Domäne
2 und die erste Schleife (107–114)
der Domäne
3 des TNF-R wurden für
die Verwendung beim Gestalten von Peptiden erforscht. Die wesentlichen
Aminosäuresequenzen
von TNF-R Bindungswechselwirkungen mit TNF-α wurden als strukturelle Matrizen
durch Übereinanderlegen
von TNF-α auf TNF-β, der mit
seinem zugehörigen
Rezeptor komplexiert war, identifiziert. Dann wurden von TNF-R abgeleitete
5–8 Aminosäuren lange
Peptide, wie in Tabelle 2 gezeigt, als Matrizen für die Gestaltung
exocyclischer Peptide verwendet. Zusätzliche Peptide wurden von
CDR Sequenzen einer leichten Kette eines neutralisierenden anti-TNF-α Antikörpers, CDR1L
von Di62 (Doring et al., 1994, Mol. Immunol. 31: 1059) abgeleitet.
Exocyclische Modifikationen, wie Peptidcyclisierung und Addition
aromatischer Aminosäuren,
wie Phe und Tyr, an die Enden von jedem Peptid wurden, wie beschrieben,
durchgeführt
(Zhang et al., 1996, Nature Biotech. 14: 472; Zhang et al., 1997,
Nature Biotech. 15: 150).
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6.1.3. PEPTIDSYNTHESE,
CYCLISIERUNG UND REINIGUNG
-
Lineare
Peptide wurden durch Festphasen-Verfahren synthetisiert, entschützt und
aus dem Harz freigesetzt, wobei Standardmethodologie benutzt wird.
Peptide wurden präzipitiert
und durch Hochdruckflüssigchromatographie
(HPLC) unter Benutzung einer C18-Säule gereinigt und dann lyophilisiert.
Der Reinheitsgrad derartiger Peptide war, wie durch HPLC Analyse
gemessen, größer als
95 %.
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Die
Peptide, die interne Cys-Reste enthalten, wurden oxidiert, indem
sie bei 100 μg/ml
in destilliertem Wasser, das auf pH 8,0–8,5 eingestellt oder durch
zum Beispiel (NH4)2CO3, gepuffert war, unter Rühren und der Luft aussetzen
bei 4°C
für < 10 Tage gelöst wurden,
bis eine 95 %ige Bildung intramolekularer Disulfidbrücken durch
DTNB (Sigma, St. Louis, MO), welches freie Sulfhydryle in Peptiden
bestimmte, bestätigt
worden war (Habeeb, 1973, Anal. Bioch. 56: 60; Angeletti et al.,
1996, In: Techniques in Protein Chemistry VII, Hrsg. Marsak, Academic
Press, San Diego, CA, S. 81–91).
Kurz gesagt: Peptide (100 μg/ml,
50 μl) und
DTNB (10 mM, 50 μl)
wurden in 0,1 M Natriumphoshatpuffer (pH 8,0, 1 ml) gegeben, im
Dunkeln 30 Minuten lang inkubiert und die Absorption wurde bei 420
nm bestimmt und mit den linearen nicht oxidierten Peptiden verglichen.
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Die
cyclisierten Peptide wurden lyophilisiert, durch HPLC unter Benutzung
einer präparativen C18-Säule und
einer Größenausschluss-Protein-Pak
60 Säule
(Waters, Milford, MA) gereinigt. Vom Reinheitsgrad der Peptide wurde
gezeigt, dass er laut HPLC Analyse größer als 95 % war. Die Konzentration
jedes cyclisierten Peptids wurde beruhend auf der UV Intensität, im Vergleich
zu dem entsprechenden linearen Peptid laut HPLC Analyse berechnet.
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6.1.4. KOMPETITIVER RADIOREZEPTOR-ASSAY
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Chimäres TNF-R-IgG
Protein (100 ng/ml), verdünnt
in 100 μl
mit Phosphat gepufferter Salzlösung (PBS),
wurde auf MicroTest III flexiblen Assay-Platten (Becton Dickinson,
San Jose, CA) durch Inkubation bei 4°C über Nacht immobilisiert. Nach
2 Std. langem Blockieren mit PBS, das 1 % Rinderserumalbumin (BSA) enthält, bei
Raumtemperatur und anschließendem
Waschen mit PBS, das 0,1 % Tween 20 (PBS-Tw) enthält, wurde 125I-markiertes
TNF-α (1
ng) mit der Peptidlösung
(100 μl)
in PBS 1 Std. lang bei 37°C
vorinkubiert, und zu den mit TNF-R beschichteten Vertiefungen gegeben.
Nach 2 Std. langer Inkubation bei 37°C wurden die Platten mit PBS-Tw gewaschen,
und gebundene Radioaktivität
wurde mit einem Cobra Gamma-Zählgerät (Packard
Instruments, Meriden, CT) gemessen.
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6.1.5. DURCHFLOSS-CYTOMETRIE
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Eine
menschliche Leukämie-Zelllinie,
U937, wurde in RPMI-1640 Medium, angereichert mit 10 % FCS, aufrechterhalten.
Um die Bindung von TNF-α an
seinen zugehörigen
auf U937-Zellen exprimierten Rezeptor zu quantifizieren, wurden
1 × 105 Zellen in PBS, das 0,5 % BSA und 0,05 %
NaN3 enthält (Bindepuffer), wieder aufgenommen.
TNF-α (2,5
ng) wurde mit einer Peptidlösung
(50 μl)
in PBS 1 Std. lang bei 37°C
vorinkubiert und wurde dann 1 Std. lang bei 4°C bei einer TNF-α-Endkonzentration
von 50 ng/ml zu den Zellen gegeben. Dann wurden 50 μl eines anti-TNF-Rezeptor Antikörpers mit
3 μg/ml
in Bindepuffer 1 Std. lang bei 4°C zu
den Zellen gegeben. Die Zellen wurden in Bindepuffer gewaschen und
mit 50 μl
(10 μg/ml)
mit Fluorescein-konjugiertem sekundären Ziege anti-Maus Antikörper (GIBCO
BRL, Gaithersburg, MD) 30 min. lang bei 4°C im Dunkeln inkubiert. Nach
dem Waschen in Bindepuffer wurden die Zellen unter Verwendung eines FACScan
Durchflusscyctometers (Becton Dickinson) analysiert. Die Gates wurden
auf die lebende Zellpopulation eingestellt, und der Hemmungsgrad
TNF-α/Zellbindung
durch Peptide wurde auf Grundlage von Mittelwerten von jedem Histogramm
berechnet.
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6.1.6. CYTOTOXIZITÄTSASSAY
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Eine
Fibroblasten-Zelllinie aus der Maus, L929, wurde in Dulbecco modifiziertem
Eagle-Medium, angereichert mit 10 % FCS, aufrechterhalten, und das
Medium wurde mit serumfreiem AIM-V Medium (GIBCO BRL) kurz bevor
die Zellen für
den Cytotoxizitäts-Assay verwendet wurden,
ersetzt. L929-Zellen wurden in einer Dichte von 2 × 105 Zellen/ml in Mikrotiterplatten mit 96 Vertiefungen
angeimpft, und 20 Std. lang bei 37°C unter 5 % CO2 in
der Luft inkubiert. TNF-α (7
pg) wurde 1 Std. lang bei 37°C
mit einer Peptidlösung
(80 μl)
in PBS vorinkubiert, und wurde zu den Zellen gegeben, die 2 Std.
lang mit Actinomycin D (ACT-D) mit 1 μg/ml inkubiert worden waren.
Die Zellen wurden mit auf eine Endkonzentration von 50 pg/ml eingestelltem
TNF-α 7 Std.
lang bei 37 °C
unter 5 % CO2 inkubiert, und mit MTT (3-[4,5-Dimethylthiazol-2-yl]2,5-diphenyltetrazoliumbromid)
(Sigma) (Hansen et al., 1989, J. Immunol. Methods 119: 203) gefärbt. Kurz
gesagt: 10 μl
einer 10 mg/ml Lösung
MTT wurde zu jeder Vertiefung für
2 Std. bei 37°C
gegeben, und die Farbe des Produktes Formazan wurde durch eine Inkubation über Nacht
bei 37°C
mit 100 μl
Extraktionspuffer (20 % SDS in 50 % DMF, pH 4,7) entwickelt. Die
optische Dichte des farbigen Formazan wurde bei 600 nm gemessen.
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6.1.7. PHOSPHORYLIERUNG
VON IRS-1 IN ADIPOCYTEN
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Man
ließ 3T3-L1-Zellen
wachsen und zu Adipocyten differenzieren, wie vorher beschrieben
(Garcia de Herreros et al., 1989, J. Biol. Chem. 264: 19994). Nach
maximaler Differenzierung (mindestens 90 % der Zellen differenzierten),
ließ man
die Zellen in 0,2 % BSA 1 Tag lang hungern, und dann wurden sie
4 Std. lang bei 37°C
ohne CO2 mit TNF-α bei einer Konzentration von
50 ng/ml in Leibovitz L-15 Medium/PBS (2 ml/2 ml) behandelt. Bei
bestimmten Proben wurden Peptide 1 Std. lang bei 37°C mit TNF-α in PBS vorinkubiert,
bevor das Gemisch zu den hungernden Adipocyten gegeben wurde. Die
Zellen wurden dann 3 min. lang mit Insulin (100 nM) stimuliert,
in eiskaltem PBS gewaschen und dann in Lysepuffer solubilisiert
(50 mM Hepes, pH 7,4, 150 mM NaCl, 10 mM EDTA, 10 mM Na4P2O7, 1 mM Na3VO4, 100 mM NaF,
1 % Triton X-100 (Vol./Vol.), 10 μg/ml Aprotinin,
1 μg/ml
Leupeptin und 1 mM Phenylmethylsulfonylfluorid). IRS-1 wurde aus
den Zellextrakten (1 ml) mit einem anti-IRS-1 Antiserum (5 μl, über Nacht
bei 4°C)
und Protein A Sepharose (Sigma) mit 20 μl Bettvolumen 1 Std. lang bei
4°C immunpräzipitiert.
Nach drei Waschungen in 50 mM Hepes Puffer (pH 7,4), der 1 % Triton
X-100 (Vol./Vol.), 0,1 % SDS und 150 mM NaCl einschließt, wurden
die immunpräzipitierten
Proteine in Laemmli Probenpuffer 3 min. lang gekocht, und auf 6
% SDS-PAGE aufgetrennt. Proteine wurden auf eine Nitrocellulosemembran übertragen,
und eine Westernblotanalyse wurde unter Verwendung des ECL Westernblot-Kit
(Amersham) gemäß Herstellerangaben
durchgeführt.
Die Membran wurde zuerst mit einem anti-phosphorylierten Tyr Antikörper (1:
20.000), gekoppelt an einen markierten sekundären Antikörper, untersucht, dann abgestreift
und mit einem anti-IRS-1 Antiserum (1: 1.000) erneut untersucht.
Die Intensität
jeder Bande wurde mit einem Image Quanta Densitometer (Molecular
Dynamics, Sunnyvale, CA) analysiert, und die Reduktion der TNF-α induzierten
Insulinresistenz durch Peptide wurde nach Abziehen der Hintergrundintensität von jeder
Bande berechnet.
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6.2. ERGEBNISSE
-
Aminosäuresequenzen,
die den drei TNF-α Bindungsschleifen
entsprechen, wurden als Matrizen für die Synthese etlicher Peptide
verwendet. Cys-Reste wurden in die linearen Peptide eingeschlossen,
um ihre Cyclisierung zu ermöglichen.
Ihre Identität
wurde durch Massenspektrometrie nachgewiesen.
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Verschiedene
in Tabelle 2 aufgelistete exocyclische Peptide wurden auf ihre Fähigkeit getestet,
die Bindung von radiomarkiertem TNF-α an chimäres TNF-R Protein zu hemmen. 2 zeigt,
dass, obwohl Peptide, die nach drei getrennten Schleifenbereichen
von TNF-R gestaltet waren, bei einer Konzentration von 25 μM, TNF-α Bindung an TNF-R hemmten, Peptide,
die nach Schleife 1 der Domäne
3 (WP9 Serie) von TNF-R gestaltet waren, stärker hemmende Wirkungen aufwiesen
als es die Peptide taten, die aus Schleife 1 der Domäne 2 (WP5
Serie) und Schleife 2 der Domäne
2 (WP8 Serie) gestaltet waren. Die WP5 Peptidserie wurde durch das
Vergleichen der Strukturen der Schleifen von TNF-R- und CDR1 eines
anti-TNF-Antikörpers
entwickelt. Modifikationen der WP5 Peptide von Ala zu Asn, steigerten
ihre hemmenden Aktivitäten,
allerdings führten ähnliche
Modifikationen der WP8 Peptide nicht zu derartigen Wirkungen.
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Schleife
1 der Domäne
3 von TNF-R wurde als eine Matrize verwendet, um ein Peptid zu gestalten, welches
Gln anstelle eines geladenen Restes Glu (WP9Q) enthielt. Wenn das
Peptid WP9Q im kompetitiven Radiorezeptor-Assay getestet wurde,
zeigte es eine 2-fach
höhere
Aktivität
als die besten WP5 Peptide. Weiter modifizierte WP9 Peptide wurden
in einer Dosis-Wirkungsstudie verglichen, und von dem Peptid WP9QY
wurde gezeigt, dass es die stärksten
hemmenden Aktivitäten
mit einer IC50 bei 5 μM zeigt (3). Das
Peptid WP9QY wurde aus WP9Q durch das Ersetzen von Asn in WP9Q mit
Tyr modifiziert, was Rezeptorwechselwirkungen mit TNF-α mittels
Trp und Gln, bei denen es sich um entscheidende Reste für seine
Bindung an den Rezeptor handelt, verbesserte. Eine kompaktere Gestalt
von WP9QY als die von anderen WP Peptiden schien auch die Wechselwirkungen
von WP9QY mit TNF-α zu
steigern, wie durch seine langsamere Elution von einer Größenausschluss-Säule an HPLC
(4) nahe gelegt wird.
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Tabelle
2 Aminosäuresequenzen
von TNF-α Bindungsstellen
in TNF-R und exocyclische Peptide, abgeleitet von diesen Stellen.
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U937
Zellen, die hohe Spiegel an TNF-R p55 exprimieren, wurden mit TNF-α mit oder
ohne Peptide inkubiert. Die Bindung von TNF-α an die Zellen wurde mit einem
anti-TNF-R Antikörper quantifiziert,
gefolgt von einer FACS-Analyse. 5 demonstriert,
dass obwohl signifikante Bindung des anti-Rezeptor Antikörpers an
U937 Zellen beobachtet wurde, es eine 70 % Reduktion dieser Bindung
durch Vorbehandlung der Zellen mit TNF-α gab. Die Zugabe des Peptids
WP9QY verursachte, dass die anti-Rezeptorfärbung auf
einen Spiegel zurückgeht,
der dem mit anti-Rezeptor Antikörper
allein ähnelt.
Wenn ein ähnliches
Experiment in einem Dosis-Wirkungs-Assay durchgeführt wurde,
zeigte das Peptid WP9QY wieder die höchste hemmende Aktivität im Vergleich
zu den Peptiden WP9Q und WP5JY (6). Das
Peptid WP9QY hemmte die Bindung von TNF-α an seinen zellulären Rezeptor
mit einer IC50 bei 75 μM.
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Zusätzlich wurden
die Peptide auf ihre Fähigkeit
getestet, die biologischen Wirkungen zu hemmen, die durch TNF-α in TNF empfindlichen
L929 Zellen (Hennet et al., 1993, Biochem. J. 289: 587–592) induziert
werden. TNF-α induzierte
Apoptose/Cytotoxizität
von L929 Zellen, und das Peptid WP9QY schützte bei einer Konzentration
von 75 μM
fast 90 % der Zellen gegen derartige TNF-α Wirkungen (Abildung 7). WP9Q
zeigte ebenfalls eine Dosis abhängige
hemmende Aktivität,
die etwa der Hälfte
der Wirkungen von WP9QY entsprach.
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Vorherige
Studien haben gezeigt, dass die Fibroblasten Zelllinie 3T3-L1 unter
geeigneten Kulturbedingungen eine Differenzierung zu Adipocyten
durchmacht, und das differenzierte Zellen eine gesteigerte Sensitivität gegen
Insulin entwickeln (Garcia de Herreros et al., 1989, J. Biol. Chem.
264: 19994). Die Reaktion auf Insulinstimulierung in diesen Zellen
kann in geeigneter Weise durch Tyrosinphosphorylierung des Insulin-Rezeptor-Substrats
1 (IRS-1) gemessen werden. Es ist gezeigt worden, dass die Zugabe
von TNF-α die
Insulin induzierte Phosphorylierung dieses Substrats verringert,
was nahe legt, dass TNF-α eine
Rolle bei der durch Obesitas induzierten Insulinresistenz spielen
kann (Kanety et al., 1995, J. Biol. Chem. 270: 23780).
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Das
Peptid WP9QY wurde auf seine Fähigkeit
getestet TNF-α induzierte
Insulinresistenz zu hemmen. 3T3-L1-Zellen wurden induziert, um zu
Adipocyten zu differenzieren, mit Insulin stimuliert, und die Tyr-Phosphorylierung
von IRS-1 wurde durch Immunpräzipitation
der Zellextrakte mit anti-IRS-1 Antiserum, gefolgt von einer Westernblotanalyse
mit einem anti-phosphorylierten Tyr Antikörper, analysiert. 8A zeigt, dass phosphoryliertes IRS-1 in Zellen
nachgewiesen wurde, die mit 100 nM Insulin stimuliert waren. Wenn
dagegen TNF-α (50
ng/ml) vor dem Insulin zu den Zellen gegeben wurde, war die gleiche
IRS-1 Bande nicht nachweisbar, was bestätigt, dass TNF-α die Insulinstimulierung
der Tyr-Phosphorylierung von IRS-1 hemmte. Wenn jedoch das Peptid
WP9QY mit TNF-α vorinkubiert
wurde, dann ist es in einer Dosis abhängigen Weise für die TNF-α-Wirkungen
antagonistisch, wie durch das Wiedererscheinen der phosphorylierten
IRS-1 Bande, als die Konzentrationen des Peptids stiegen, bewiesen
wurde. 8B demonstriert, dass IRS-1
in allen getesteten Proben vorlag.
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Zum
Schluss: Peptide, die von bestimmten Schleifenstrukturen von TNF-R
abgeleitet sind, hemmen die Bindung von TNF-α auf Zelloberflächen an
TNF-R, was anzeigt, dass diese Schleifen den Bindungsstellen von
TNF-R an seine Liganden entsprechen. Die Peptide sind ebenfalls
beim Verhindern der Induktion von Apoptose/Cytotoxizität und Insulinresistenz
in Zielzellen antagonistisch für
die biologischen Wirkungen von TNF-α. Bedeutend ist, dass das wirksamste
Peptid von Schleife 1 der Domäne
3 von TNF-R abgeleitet ist, was eine kritische Bindungsstelle zwischen
TNF-R und TNF-α Wechselwirkungen
darstellen kann. 9 legt ein dreidimensionales
Modell der Wechselwirkungen von TNF-α (reche Seite) und TNF-R (linke
Seite) vor. Der in dunkler Farbe dargestellte Anteil der Schleifenstruktur
in TNF-R stellt die Lage der Schleife 1 der Domäne 3 dar.
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Die
vorliegende Offenbarung soll durch die beispielhaften Ausführungsformen,
die zur Veranschaulichung einzelner Aspekte der Offenbarung gedacht
sind, nicht im Geltungsbereich beschränkt werden und jedwede Sequenzen,
die funktionell gleichwertig sind, sind innerhalb des Geltungsbereichs.
Gewiss werden verschiedene Modifikationen zusätzlich zu den hierin gezeigten
und beschriebenen Fachleuten aus der vorhergehenden Beschreibung
und den begleitenden Abbildungen deutlich werden. SEQUENZLISTE