-
Die
vorliegende Erfindung betrifft chemische Vorgänge der Verfahrensanalyse unter
Verwendung von Nahinfrarotspektroskopie und insbesondere die Absorption
von spezifischen elektromagnetischen Wellenlängen durch chemische Bestandteile
in einem flüssigen
Säurekatalysatorgemisch.
-
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
-
Die
Fluorwasserstoff(HF)-Alkylierung ist ein wichtiges Raffinerieverfahren,
in welchem Isobutan mit Olefinen umgesetzt wird, um hochverzweigte
Isoparaffine wie in 1 veranschaulicht zur Verwendung
beim Mischen von Benzin herzustellen. In diesem Verfahren wirkt
Fluorwasserstoff(HF)-Säure
als der Katalysator und wälzt
im Reaktor um. Der umwälzende
HF-Säurekatalysator
ist nicht rein; er enthält
eine kleine Menge Wasser und ein Reaktionsnebenprodukt, das säurelösliches Öl genannt
wird. Der Katalysator ist auch mit den am Verfahren beteiligten
Kohlenwasserstoffen (z.B. Alkylat und Isobutan) gesättigt. Im
HF-Alkylierungsverfahren
ist es wichtig, die Reinheit des Katalysators zu überwachen
und zu steuern, da übermäßige Mengen
an Wasser und säurelöslichem Öl (acidsoluble
oil; ASO) schädliche
Folgen aufweisen: Übermäßiges Wasser kann
z.B. eine schnelle Korrosion von einigen Kohlenstoffstahlbestandteilen
verursachen.
-
Dokument
US-A-5 681 749 beschreibt
ein Verfahren und eine Apparatur zur Verwendung von Nahinfrarot(NIR)-Spektroskopie
mit einer Wellenlänge
von etwa 700 bis etwa 2500 Nanometern zur Bestimmung der Konzentration
von Mineralsäure,
Wasser und säurelöslichen
Kohlenwasserstoffen in einem Mineralsäure, Wasser und säurelösliche Kohlenwasserstoffe
umfassenden Gemisch unter Verwendung der starken O--H-Streckobertonbande
bei 1440-1460 nm zum Bestimmen des Wassergehaltes und unter Verwendung
der Kohlenwasserstoffabsorptionsbande im bereich von 900-1100 nm
zum Bestimmen der Rotöl(ASO)-Konzentration in
Gegenwart von Wasser und Mineralsäure.
-
Das
Steuern der Aktivität
des Katalysators erfordert das Messen der Konzentration an HF-Säure, Wasser
und ASO in einem umwälzenden
Katalysatorstrom. Deshalb hätten
vor dieser Erfindung Bediener periodisch Proben des Katalysators
entnommen und diese Bestandteile durch klassische Analysetechniken
gemessen. Mit dieser Vorgehensweise sind mehrere Probleme verbunden.
Zuallererst verursacht HF-Säure
bei Hautkontakt schwere Verätzungen.
Auf Grund dieser Gefahr birgt das Sammeln und Analysieren dieser
Proben ein Verletzungspotential. Ein weiteres Problem besteht darin,
dass es den für
diese Messungen verwendeten Verfahren, insbesondere dem Verfahren
für ASO,
an Präzision
fehlt. Dies erschwert es häufig,
zu bestimmen, ob sich die Zusammensetzung des Katalysators von Probe
zu Probe wirklich änderte.
Schlussendlich werden nur einmal oder zweimal täglich Proben aus Reaktor entnommen,
und die Analyse benötigt
mehrere Stunden. Dies erschwert es, die Zusammensetzung des Katalysators
rechtzeitig nachzuvollziehen, wenn Verarbeitungsänderungen auftreten.
-
In
den vergangenen Jahren bestand ein großes Interesse für die prozessgekoppelte Überwachung von
verschiedenen Raffinerieverfahrensströmen. Teilweise wurde dieses
Interesse durch Fortschritte in der analytischen Technologie angeregt,
die die Leistungsfähigkeiten
zur Verfahrensüberwachung
in hohem Maße ausweitete.
-
Demgemäß ist es
erwünscht,
Säurekatalysator,
ASO und Wasser enthaltende Verfahrensströme kontinuierlich zu analysieren.
-
Es
ist auch erwünscht,
die Präzision
zu verbessern und die für
die analytischen chemischen Messungen von Säurekatalysator, ASO und Wasser
erforderliche Zeit zu reduzieren.
-
Außerdem ist
es erwünscht,
die Aussetzung von Raffineriepersonal an gefährliche Verfahrenschemikalien
zu reduzieren.
-
Außerdem ist
es weiter erwünscht,
relativ kleine Änderungen
an ASO und anderen Verunreinigungen in einem umwälzenden Katalysatorstrom zu
erfassen, die zu reduzierter Katalysatoraktivität führen.
-
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
-
Bin
Verfahren und eine Apparatur zur prozessgekoppelten chemischen Verfahrensanalyse
liefert Vorhersagen von Konzentrationen von drei Bestandteilen in
einem Alkylierungskatalysatorstrom, der typischerweise ein Gemisch
aus Säurekatalysator,
ASO, Wasser und Kohlenwasserstoffen ist. Gemäß einem Aspekt der Erfindung
betrifft das Verfahren die Verwendung von Nahinfrarotspektroskopie,
in welcher ein Spektrometer/Analysator Spektralabsorbtionsdaten
des umwälzenden
Katalysators in einem Alkylierungsverfahren über einen Wellenlängenbereich
von etwa 1250 nm bis etwa 2200 nm erfasst. Innerhalb dieses Spektralbereichs erscheinen
mit jedem der drei Bestandteile von Interesse verbundene Absorptionsbänder, z.B.
weist HF-Säure ein
starkes breites Absorptionsband mit einem maximalen Peak auf, der
bei etwa 1390 nm liegt. Gleichermaßen weist Wasser ein Absorptionsband
auf, das in der Nähe
von 1935 nm zentriert ist. ASO weist mehrere damit verbundene scharfe
Bänder
auf, die zwischen etwa 1670 nm und 1850 nm liegen. Erfindungsgemäß beruht
die Bestimmung von einzelnen Bestandteilkonzentrationen im Säurekatalysatorstrom
auf einer mathematischen Analyse des gesamten erfassten Spektralbereichs
unter Verwendung einer als partielle Fehlerquadratregression bekannte
Technik. Die Bestimmung der Wasserkonzentration in einem Säurekatalysator
beruht jedoch hauptsächlich
auf einem spezifischen Band innerhalb des erhaltenen Spektralbereichs
in einem Bereich von etwa 1925 nm bis etwa 1945 nm. Die mathematische
Analyse der hier nachstehend detaillierter beschriebenen Spektraldaten
ist eine von einer Anzahl an bekannten mehrdimensionalen Analysetechniken,
die zusammengefasst als Chemometrie bezeichnet werden.
-
Gemäß einem
anderen Aspekt dieser Erfindung liefert eine chemische Analyse von
viererlei Bestandteilen wie vorstehend angegeben einzelne Konzentrationen
und ergibt zudem eine Konzentration eines Zusatzes zum umwälzenden
Säurekatalysatorstrom,
der den Dampfdruck von HF-Säure
unterdrückt.
Der gegenwärtig
bevorzugte Zusatz ist Sulfolan, und in der Vierfachmessung enthält der gemessene
Wellenlängenbereich
zusätzlich
drei mit Sulfolan verbundene enge Absorptionsbänder. Diese Bänder liegen
nahe bei 1420 nm, 1725 nm und 1920 nm.
-
Das
Verfahren und die Apparatur dieser Erfindung unter Verwendung von
Spektralabsorptionsdaten in Kombination mit chemometrischer Analyse
der Spektralabsorptionsdaten misst folglich schnell Konzentrationen
von mehrerlei Bestandteilen in einem gefährlichen Strom mit sehr hoher
Präzision.
Des Weiteren eliminiert die Erfindung die Notwendigkeit, manuell
Proben aus dem Reaktor zu sammeln, und die im Wesentlichen Echtzeit-Analyse
und die hohe Genauigkeit der Messung ermöglichen es, dass Bediener und
Ingenieure viel schneller auf kleine Änderungen in der Säurekatalysatorzusammensetzung
und/oder -aktivität
reagieren können.
-
Andere
Aufgaben und Vorteile der Erfindung sind aus der vorangehenden kurzen
Beschreibung der Erfindung und den beigefügten Ansprüchen, sowie der detail lierten
Beschreibung der Zeichnungen ersichtlich, die kurz wie folgt beschrieben
werden:
-
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
-
1 ist
eine Veranschaulichung einer chemischen Reaktionsformel zur Herstellung
eines Alkylatprodukts.
-
2 ist
eine graphische Form zum Veranschaulichen des NIR-Bereichs des elektromagnetischen Spektrums.
-
3 ist
ein schematisches Diagram, das zur NIR-Spektroskopie verwendete
Schlüsselbestandteile veranschaulicht.
-
4 ist
ein Diagramm, das das NIR-Absorptionsspektrum eines Säurekatalysatorstroms
eines HF-Verfahrens darstellt.
-
5 ist
ein schematisches Diagram, das einen an einen Verfahrensstrom gekoppelten
NIR-Analysator veranschaulicht.
-
6 ist
ein schematisches Diagram, das veranschaulicht, wie NIR-Spektroskopie und
Chemometrie zusammen wirken.
-
7 ist
ein Diagramm, das tatsächlich
gemischte Konzentrationen im Gegensatz zu gemessenen Konzentrationen
für HF-Säure in einem
gemischten Gemisch aus drei Bestandteilen veranschaulicht.
-
8 ist
ein ähnliches
Diagramm wie 7, das gemessene Konzentrationen
von ASO darstellt.
-
9 ist
ein ähnliches
Diagramm wie 7, das gemessene Konzentrationen
von Wasser darstellt.
-
10 veranschaulicht
ein Reaktorsystem im Labormaßstab
zum Simulieren eines herkömmlichen Alkylierungsverfahrens.
-
11 ist
ein Diagramm, das Konzentrationen von HF-Säure und ASO im Vergleich zur
Betriebszeit in einem Alkylierungsverfahren veranschaulicht.
-
12 ist
ein Diagramm, das Konzentrationen von HF-Säure und Wasser im Vergleich
zur Betriebszeit in einem Alkylierungsverfahren veranschaulicht.
-
13 ist
ein ähnliches
Diagramm wie 11, das eine verlängerte Betriebszeit
veranschaulicht.
-
14 ist
ein ähnliches
Diagramm wie 12, das eine verlängerte Betriebszeit
veranschaulicht.
-
Nahinfrarot-Spektroskopie
-
Das
in dieser Patentschrift beschriebene Verfahren und die in dieser
Patentschrift beschriebene Apparatur betreffen eine analytische
Messtechnik auf der Basis von Nahinfrarot(NIR)-Spektroskopie, die
elektromagnetische Strahlung im in 4 und in 2 dargestellten
NIR-Bereich verwendet. Dieser Bereich des Spektrums liegt zwischen
dem sichtbaren Bereich, in welchem unsere Augen arbeiten, und dem
mittleren Infrarotbereich, in welchem die herkömmliche Infrarotspektroskopie
durchgeführt
wird.
-
Bei
der NIR-Spektroskopie wird, wie in 3 veranschaulicht,
die Strahlung aus einer Halogenlampe 30 durch eine in einer
Zelle 32 enthaltene Probe geleitet. Bei der prozessgekoppelten
Verfahrensanalyse stammt die Probe aus dem Verfahren und kann kontinuierlich
durch die Zelle fließen.
Nachdem die Strahlung durch die Zelle geleitet wurde, wird sie durch
ein mit 34 veranschaulichtes Zerstreuungselement in ihre
verschiedenen Wellenlängen
zerlegt. In einer anderen Ausführungsform,
im Falle der Fourier-Transformations-Spektroskopie, wird die Strahlung
durch ein Interferometer moduliert. Als nächstes wird die zerlegte oder modulierte
Strahlung am Detektor 36 erfasst. Schließlich wird
das Detektorsignal mathematisch in ein Spektrum umgewandelt, in
welchem die Menge an absorbierter Strahlung als Funktion der Wellenlänge aufgezeichnet
wird. Ein derartiges Absorptionsspektrum ist in 4 veranschaulicht.
-
Wie
bei der Mittel-IR-Spektroskopie reflektiert NIR die chemische Struktur
der gemessenen Verbindung(en). Mit anderen Worten weist jede unterschiedliche
Chemikalie ein charakteristisches Absorptionsspektrum auf. Die NIR-Messzeiten
sind mit typischerweise alle ein bis drei Minuten aktualisierten
Ergebnissen schnell, und die NIR-Spektroskopie ist an sich sehr
präzise.
Dies ist bei der Verfahrensüberwachung
sehr wichtig, in welcher die Erfassung kleiner Änderungen im Verfahren und
das Verfolgen der damit verbundenen Trends häufig das Hauptinteresse ist.
Zudem können
robuste optische Materialien wie Quarz und Saphir in den optischen
Abschnitten verwendet werden. Die Verträglichkeit mit Quarzoptiken
ermöglicht
es, dass optische Fasern zum Leiten von NIR-Strahlung vom Spektrometer
zu einem entfernten Sammelpunkt verwendet werden. Dies stellt eine
erhebliche Flexibilität
dafür bereit,
wie der Analysator mit dem Verfahren gekoppelt ist. Optisches Multiplexen
kann in Verbindung mit Faseroptiken zum Überwachen mehrerer Sammelpunkte
mit dem gleichen Spektrometer verwendet werden. Die Kombination
all dieser Merkmale macht die NIR-Spektroskopie zu einer der besten
Analysetechniken für
die prozessgekoppelte Verfahrensüberwachung.
Ein geeigneter prozessgekoppelter Verfahrensanalysator zur Fourier-Transformation-IR-Anwendung
ist von einer Firma mit dem Namen Applied Automation Inc. (AAI),
Inc. Bartelsville, OK 74004, erhältlich.
Dieser Analysator schließt
eine Software ein, die zusätzlich
zum Erhalt von Spektraldaten das Sammelsystem, das Waschen der Zellen
usw. steuert.
-
Chemometrie
-
Mit
Bezug nun auf 4 ist das NIR-Absorptionsspektum
eines typischen HF-Säurekatalysators
veranschaulicht. 4 veranschaulicht auch die mit
der Verwendung von NIR-Spektroskopie verbundene Hauptschwierigkeit.
Dieses Spektrum enthält
Absorptionsmerkmale, die mit jedem der Bestandteile von Interesse, d.h.
HF, ASO und Wasser, verbunden sind. Bedauerlicherweise sind diese
Bänder
breit und überlappen
sich weitgehend. Diese Überlappung
schließt
die Verwendung von einfachen eindimensionalen Kalibrierungsverfahren
zur Quantifizierung der Probenbestandteile aus. Dieses Problem kann
durch Anwenden von leistungsstärkeren
mehrdimensionalen mathematischen Kalibrierungstechniken auf die
Analyse der Spektraldaten bewältigt
werden. Diese mehrdimensionalen mathematischen Techniken werden,
wenn sie auf Verfahren chemischer Analyse angewandt werden, zusammen
als Chemometrie bezeichnet. Wie hier verwendet, ist die Chemometrie
die Wissenschaft in Bezug auf an einem chemischen System durchgeführte Messungen
des Zustands dieses Systems über
die Anwendung von mathematischen oder statistischen Verfahren. Diese
Technik verwendet komplexe mathematische Vorgänge wie Matrixvektoralgebra
und Statistiken zum Extrahieren von quantitativen Informationen
(d.h. Konzentrationen) aus äußerst verworre nen
oder statistisch vermengten Daten. Die chemometrische Analyse wird
typischerweise in geeigneten Hochgeschwindigkeitscomputern durchgeführt, die
mit im Handel erhältlichen
Softwareprogrammen laufen. Zahlreiche Softwarepakete sind gegenwärtig erhältlich,
z.B. ist ein Programm mit dem Namen „Pirouette" von Infometrics, Inc., P.O. Box 1528
Woodinville, WA 98072 erhältlich.
Pirouette ist tatsächlich
eine Folge von chemometrischen Programmen, die derartige Verfahren
wie K-Nächste-Nachbarn-Analyse
(K-Kearest-Neighbors-analysis; KNN), Heirachicalcluster-Analyse
(HCA), Hauptbestandteilsanalyse (Principal-Component-Analyse; PCA), partielle Fehlerquadratanalyse
(Partial Least Squares (PLS) analysis) und Hauptbestandteilsregressionsanalyse
(Principal Component Regression (PCR) analysis, einschließt. Unter
diesen verschiedenen Datenanalyseverfahren sind die ersten drei
zur Mustererkennung und Datenklassifikation bestimmt. Nur die letzten
zwei, PLS und PCR, sind zum Konstruieren eines Kalibrierungsmodells
und dessen Anwenden auf eine Instrumentantwort (z.B. ein KIR-Spektrum)
zum Berechnen einer Eigenschaft einer Probe (z.B. Konzentration
eines chemischen Bestandteils) bestimmt. Unter diesen beiden wird
PLS am Üblichsten
auf KIR-Spektraldaten angewandt, da sie im Allgemeinen die besten
Kalibrierungsmodelle im Hinblick auf die Genauigkeit bereitstellt.
-
In
der Praxis erfordert die quantitative KIR-Analyse unter Verwendung
von Chemometrie eine ziemlich umfangreiche Kalibrierung. Diese Kalibrierung
wird durch Analysieren eines Satzes an Proben mit bekannten Werten
für alle
durch NIR zu messenden Eigenschaften erzielt. Diese Kalibrierungsproben
sind häufig
durch ein Bezugsmessverfahren gekennzeichnet. In Fällen, in
welchen die Zusammensetzung der Probe relativ einfach ist oder das
Bezugsverfahren an geringer Präzision
leidet, können
synthetische Mischungen zur Kalibrierung verwendet werden. Ungeachtet
dessen, wie die Eigenschaften bestimmt werden, wird der Kalibrierungssatz
im Allgemeinen als der Lernsatz bezeichnet. Die Ergebnisse für den Lernsatz
(d.h. die NIR-Spektren und Bezugsdaten) werden zum Bilden eines
Kalibrierungsmodells unter Verwendung des mehrdimensionalen Kalibrierungs verfahrens
verwendet. Sobald ein geeignetes Modell gebildet ist, wird es zum
Berechnen der Eigenschaft oder der Eigenschaften von Interesse aus
den NIR-Absorptionsspektren
von unbekannten Proben verwendet. Dieses gesamte Kalibrierungsverfahren
ist in 6 graphisch dargestellt. Obwohl es etwas komplex ist,
kann diese Vorgehensweise bei sachgerechter Durchführung genau,
präzise
und robust sein.
-
Für eine Erörterung
von chemometrischen Techniken siehe z.B. Sharaf, M.A. Illmaen, D.L.
und Kowalski, B.R., „Chemometrics", Wiley, New York,
1986.
-
Analysatorkonfiguration
-
NIR-Analysatoren
können
in einer breiten Vielfalt an Konfigurationen mit einem Verfahren
gekoppelt werden. Eine Vorgehensweise ist in 5 dargestellt.
-
In
dieser Vorgehensweise wird die Probenzelle in einem Seitenstrom
angeordnet, und folglich ist vor der Analyse eine Probenkonditionierung
wie Filterung und Temperaturregelung möglich. Die Verwendung einer Koppelung
durch eine optische Faser bewahrt das Vermögen, den Analysator an einer
entfernten Stelle zu lokalisieren.
-
Beispiel 1
-
Dieses
Beispiel veranschaulicht in einer Laborumgebung erfolgreich die
Durchführbarkeit
des Messens von drei in einem HR-Verfahrenskatalysatorstrom enthaltenen
Bestandteilen, einschließend
HF-Säure, ASO
und Wasser. Die 7-9 zeigen
die Beziehungen zwischen den Konzentrationen dieser drei aus den NIR- Daten berechneten
Bestandteile und die entsprechenden gravimetrisch gemischten Konzentrationen.
In diesen Figuren ist jeder NIR-Datenpunkt das Ergebnis einer Kreuzbewertungsanalyse,
die wie folgt durchgeführt
wird:
Eine Probe nach der anderen wird im Lernsatz aus dem
Kalibrierungssatz ausgeschlossen. Ein chemometrisches Modell wird
aus den übrigen
Probendaten erzeugt. Dieses Modell wird dann zum Berechnen der mit
der ausgeschlossenen Probe verbundenen Konzentration (z.B. Gew.-%
HF-Säure)
verwendet. Die ausgeschlossenen Daten werden zum Kalibrierungssatz
rückgeführt, und
eine weitere Probe wird ausgeschlossen. Ein neues Modell wird erzeugt
und zum Berechnen eines neuen Ergebnisses und Fehlers (Unterschied
zwischen berechnetem Ergebnis und bekanntem Wert) verwendet. Dieses
Verfahren unter Verwendung des Weglassens wird für jede Probe im Lernsatz fortgesetzt.
-
Die
gesammelten Fehler aus der Kreuzbewertungsanalyse werden zum Berechnen
eines Standardfehlers der Kreuzbewertung (Standardabweichung der
Fehler) SEV (standard deviation of the errors) verwendet. Die SEV
für jeden
gemessenen Bestandteil ist in der oberen linken Ecke der 7-9 aufgelistet.
Diese Werte stellen die Standardabweichungen zwischen NIR und den
gemischten Konzentrationen dar, die als Standardwerte verwendet
wurden und folglich die Genauigkeit des NIR-Verfahrens wiedergeben.
Die veranschaulichte Genauigkeit ist für alle drei Bestandteile sehr
gut.
-
Obwohl
zwischen dem prozessgekoppelten Analysator und den Laborverfahren
eine Übereinstimmung
nötig ist,
ist in den meisten Anwendungen die Präzision wichtiger. Dies gilt,
da die Messpräzision
direkt bestimmt, wie klein eine Verfahrensänderung zuverlässig erfasst
werden kann. Wie die nachstehende Tabelle I darstellt, ist die Präzision des
NIR-Verfahrens im Vergleich mit den vorher verwendeten Laborverfahren
hervorragend. Für
jeden der drei Bestandteile zeigt die Wiederholbarkeit der NIR-Messung
eine 30- bis 50-fache Verbesserung gegenüber dem entsprechenden Laborverfahren.
| Tabelle
I |
| Vergleich
der Messpräzision |
| Bestandteil | NIR | Laborverfahren |
| HF-Säure | 0,1% | 3% |
| ASO | 2% | 80% |
| Wasser | 0,5% | 30% |
-
Alle
Kalibrierungsdurchgänge
wurden wie in 10 dargestellt, unter Verwendung
eines Steigrohrreaktors im Labormaßstab mit einem Abscheider
und einer Säurekatalysatorrumwälzung durchgeführt. Die
für alle
spektroskopischen Messungen verwendete Probenzelle war zwischen
dem Säurekatalysatorwärmeaustauscher
und der Umwälzpumpe
eingebaut. Für
jeden Kalibrierungsdurchgang wurden bekannte Mengen an HF, Wasser
und ASO gemischt und in den Reaktor überführt. Raffineriealkylat und
Isobutan wurden dem Reaktor zugesetzt, und das Material wurde unter ähnlichen
Bedingungen, wie diejenigen, die im Alyklierungsverfahren vom Originalmaßstab gefunden
wurden, umgewälzt.
-
Ein
FTIR-Analysator des Typs Applied Automation Advance wurde für alle NIR-Spektroskopiemessungen
verwendet. Die Probenzelle war aus Hasteloy-C mit Saphirfenstern
konstruiert. Der Analysator war unter Verwendung von optischen Quarzfasern
mit niedrigem OH an die Probenzelle gekoppelt. Die Spektraldaten wurden
unter Verwendung eines in der herkömmlichen chemometrischen Software
erhältlichen
partiellen Fehlerquadratalgorithmus verarbeitet. Der Ver suchsaufbau
schloss 16 gravimetrische Mischungen ein, die einen Konzentrationsbereich
von größer als
derjenige, der normalerweise in einer tatsächlichen Alkylierungseinheit anzutreffen
ist, überspannte.
Die nachstehende Tabelle II listet die Konzentrationsbereiche für jeden
der drei Bestandteile auf.
| Tabelle
II |
| NIR-Kalibrierung
mit 16 gravimetrischen Mischungen |
| Bestandteil | BEREICH |
| HF-Säure | 80-100
Gew.-% |
| ASO | 0-15
Gew.-% |
| Wasser | 0-5
Gew.-% |
-
Beispiel 2
-
Die
im vorherigen Beispiel verwendete Alkylierungseinheit vom Labormaßstab ist
in 10 veranschaulicht und nachstehend vollständiger beschrieben.
Diese Laboreinheit schließt
einen Steigrohrreaktor 100, eine nicht veranschaulichte
Dispersionszufuhrvorrichtung, einen Säureabscheider 102,
eine Säureumwälzpumpe 104 und
eine im Allgemeinen mit 106 veranschaulichte Produktsammeleinrichtung
ein. Die gleiche Einrichtung wurde in diesem Beispiel verwendet,
um einen Betrieb im Labormaßstab
bei simulierten Verfahrensbedingungen erfolgreich darzulegen. Die
NIR-Daten wurden mit einer zwischen dem Säurewärmeaustauscher 110 und
der Säurepumpe 104 montierten
Fließzelle 108 derart
gesammelt, dass der gesamte Säurebestand
während
jedem Umlaufen um den Reaktor durch die Zelle 108 floss.
Für jeden
Durchgang wurde über den
Zufuhreinlass 112 eine vorgemischte Zufuhr an Olefinen
und Isobutan in den Reaktor eingebracht. Die Aus gangssäurekonzentration
betrug 98 Gew.-% HF-Säure
und das Ausgangswasser 2 Gew.-%. Die Säure/Kohlenwasserstoffemulsion
aus dem Reaktor 100 wird zum Abscheider 102 geleitet,
in welchem die Säure zum
Boden hin ausläuft
und zum Reaktor rückgeführt wird.
Produktkohlenwasserstoff wird oben vom Abscheider 102 entnommen
und dann zum Entfernen jeglicher HF-Säure ausgewaschen und dann zur
Analyse gesammelt. Säureproben
wurden mit Unterbrechungen zur HF-Säure-
und ASO-Bestimmung zum Bereitstellen eines Vergleichs für NIR-Werte
entnommen.
-
Die
gesammelten Ergebnisse für
Durchgang #1 sind in nachstehender Tabelle III angegeben. Die Zufuhr
zum Reaktor
100 ist eine Mischung aus raffineriegelieferten
Olefinen und Isobutan. Eine Zufuhreinbringungsvorrichtung ist eingebaut,
um die Menge an ASO zu erhöhen,
die über
der normal beobachteten hergestellt wurde. Dies ermöglichte,
dass genug ASO für
einen guten Vergleich zwischen NIR- und Standardtechniken erzeugt wurde.
| Tabelle
III |
| NIR und
traditionelle Säuretestergebnisse:
MTBE-freie Zufuhr |
| TOS*
(Stunden) | 20 | 44 | 68 | 92 |
| %
HF (Titration) | 89,3 | 93,0 | 86,6 | 88,4 |
| %
ASO (Extraktion) | 0,85 | 1,25 | 2,09 | 2,52 |
| %
H2O (NIR) | 1,80 | 2,0 | 2,19 | 2,06 |
| GESAMT | 92,0 | 96,3 | 90,9 | 93,0 |
| | | | | |
| %
HF (NIR) | 91,81 | 90,22 | 88,69 | 88,01 |
| %
ASO (NIR) | 0,391 | 1,78 | 3,12 | 3,92 |
| %
H2O (NIR) | 1,80 | 2,00 | 2,19 | 2,06 |
| GESAMT | 94,0 | 94,0 | 94,0 | 94,0 |
| *Betriebszeit |
-
Standard-HF-Titrationen
(Lösung
und Titration zum Phenolphthaleinendpunkt) weisen im Allgemeinen beträchtliche
Werte innerhalb 2-3 Gew.-% des NIR-Werts auf. Die durch Extraktion
bestimmten ASO-Konzentrationen (nach der Neutralisierung) betrugen
gewöhnlich
nur 50-70% der NIR-Werte. Dies war jedoch zu erwarten, da die NIR
das gesamte ASO misst, während
die Extraktion überwiegend
schwereres ASO (siehe nachstehend) misst. Wasser wurde nicht durch
ein unabhängiges
Verfahren analysiert; jedoch variierten die durch NIR bestimmten
Konzentrationen nur innerhalb eines ziemlich engen Bereichs (1,8
und 2,2 Gew.-%). Die 11 und 12 zeigen
die mit HF, ASO und Wasser verbundenen Trendlinien im Vergleich
zu ansteigenden Betriebszeiten.
-
Nach 92 Stunden
wurde die Zufuhr mit 570 ppm MTBE (oder ~7000 ppm auf der Basis
nur von Olefin) versetzt. MTBE wird herkömmlich stromaufwärts der
Alkylierungseinheit als Oxygenat für RFG hergestellt. Unter normalem
Betrieb beträgt
die Konzentration von MTBE in der Alkylierungszufuhr Null, jedoch
sind unter abweichenden Bedingungen Grade von 1000-5000 ppm möglich und
können
auf Grund beschleunigter ASO-Herstellung schnelle, schädliche Folgen
für die
Reinheit der Säure
aufweisen. Tabelle IV gibt die Ergebnisse für die Säureanalyse bei ausgewählten Betriebszeiten
an. Erneut liegen die HF-Säurekonzentrationswerte
von NIR innerhalb 1-2 Gew.-% der Titrationswerte. Man beachte den
Anstieg von 70% in der ASO-Konzentration zwischen 92 Stunden (Tabelle
III) und 113 Stunden (Tabelle IV), der die hohe Neigung zur ASO-Herstellung
aus MTBE wiedergibt. Der Anstieg im ASO auf der Basis traditioneller
Daten betrug nur etwa 33%.
-
Sowohl
die NIR-, als auch die traditionellen Konzentrationsdaten zeigten
einen Anstieg im ASO im Laufe der Zeit, jedoch beobachteten wir
erneut mit traditio nellen Daten nur etwa 50-65% des durch NIR bestimmten.
gesamten ASOs. Wasser blieb relativ konstant, bis die Reinheit der
Säure nach
167 Stunden angestiegen war. Zu dieser Zeit war der Katalysator
nahezu deaktiviert, was eine Reduktion von ASO und Wasser und ein
Anstieg in der HF-Konzentration erforderte. Die
13 und
14 zeigen
die Trendlinien für
HF, ASO und Wasser mit den MTBE-haltigen Zufuhren.
| Tabelle
IV |
| NIR und
traditionelle Säuretestergebnisse:
570 ppm MTBE-freie Zufuhr |
| TOS
(Stunden) | 113 | 143 | 167 | 191 |
| %
HF (Titration) | 87,3 | 86,4 | 84,2 | 86,0 |
| %
ASO (Extraktion) | 3,35 | 4,0 | 4,7 | 4,7 |
| %
H2O (NIR) | 2,01 | 2,08 | 2,01 | 1,78 |
| GESAMT | 92,7 | 92,5 | 90,9 | 92,5 |
| | | | | |
| %
HF (NIR) | 85,3 | 84,4 | 83,3 | 85,0 |
| %
ASO (NIR) | 6,71 | 7,51 | 8,73 | 7,28 |
| %
H2O (NIR) | 2,01 | 2,08 | 2,01 | 1,78 |
| GESAMT | 94,0 | 94,0 | 94,0 | 94,0 |
-
Einer
der Schlüsselvorteile
von NIR ist die schnelle Antwortzeit, und in der vorliegenden Arbeit
wurden alle sechs Minuten (Zeiten von kürzer als 1 Spektrum pro Minute
sind möglich)
Spektren aufgenommen. Die NIR innewohnende Präzision ist ein weiterer deutlicher
Vorteil, der im Vergleich mit traditionellen Labortestverfahren
für HF,
Wasser und ASO eine 30- bis zu 50-fache Verbesserung in der Rentabilität zeigt.
Die gegenwärtige
Technik ermöglicht
die schnelle Bestim mung von HF, ASO und Wasser direkt und unabhängig von
einander in der Gegenwart von anderen gelösten/dispergierten nicht-ASO-Kohlenwasserstoffen
wie C3-, iC4-, nC4-, C5+-Alkylat usw. Dies ist ein Ergebnis des
Verfahrens, in welchem die Lernsatzdaten gesammelt wurden. Die NIR-Ergebnisse
summieren sich auf 94%, da die Rohdaten normalisiert wurden, um
die gewöhnliche
Regel von 6% von in der Säurephase
gelöstem/dispergiertem
Kohlenwasserstoff wiederzugeben. In allen Fällen betrug die Summe der Rohdaten
für HF-Säure, ASO
und Wasser zwischen 99,6 und 100%, selbst wenn, das chemometrische
Modell nicht gezwungen wurde, dieses Ergebnis zu beschränken. Bei
traditionellen Analysen wird die Differenz zwischen 94% und der
Summe der Säurebestandteile
als Hinweis auf leichtes ASO genommen. Wie diese Daten zeigen, geben
die traditionellen Tests einen Hinweis auf etwa 1-3% leichtes ASO
(der Titrationswert von 93% bei 44 Stunden ist wahrscheinlich ein
Ausreißer)
an. Die NIR-Technik ist zum Messen sowohl von leichtem als auch
von schwerem ASO aufgebaut (durch den Aufbau). Dies ist der Grund
für den Widerspruch
zwischen NIR-Vorhersagen und Extraktionsmessungen. Leichtere ASO-Bestandteile
gehen während
der Probenvorbereitung für
traditionelle Tests häufig
verloren.
-
Die
in den 11-14 vorliegenden „Spitzen" treten auf, wenn
Säure entweder
dem Reaktor zugesetzt oder daraus entnommen wurde. Die Spitzen in
den Trendlinien resultieren aus der Bildung von sich in der Zelle
bildenden Gas-/Dampfblasen.
Stickstoff wird als Druckquelle für Säurezusetzung und auch zum Beibehalten
von konstantem Druck der Einheit verwendet. Demgemäß ergibt
sich ein Druckunterschied, wenn Säure entnommen oder zugesetzt
wird. Die Zelle, die sich zwischen dem Säurekühler 110 und der magnetisch angetriebenen
Säureumwälzzahnradpumpe 104 befindet,
ist für
die Bildung von N2-Gasblasen in der Säureleitung
anfällig.
Entwickeln sich Blasen, können
sie leicht in der Zelle gefangen werden, da die gesamte Säure im System
durch die Zelle geführt
wird. Die Gasblasen bewirken schnelle Änderungen in der Länge des
optischen Wegs, was zu wild schwankenden Werten führt. Die
Blasen könnten
durch Manipulation der Säurefließgeschwindigkeit
aus dem System entfernt werden. Demgemäß ist die Bildung von Gas-/Dampfblasen
ein Phänomen,
das den Versuchsaufbau im Labor betrifft.
-
Während diese
Erfindung im Hinblick auf die gegenwärtig bevorzugte Ausführungsform
zur prozessgekoppelten Analyse von vier Bestandteilen, einschließend HF-Säure, ASO,
Wasser und Sulfolan in einem HF-Alkylierungsverfahren beschrieben
wurde, könnte
der Analysator zum Analysieren anderer Verfahrensströme verwendet
werden. In einem Alkylierungsverfahren könnte eine Anzahl an anderen
Messungen vorgenommen werden. Diese könnten Konzentrationsmessungen
des Alkylatprodukts sowie des Isobutan- und Olefinzufuhrstroms einschließen.
-
Für den Alkylatproduktstrom
ist es übliche
Praxis, die Researchoktanzahl (RON) sowie Konzentrationen von Trimethylpentanen
(TMPs) und Dimethylhexanen (DMHs) periodisch zu prüfen und
zu messen, und diese Variablen können
unter Verwendung von NIR-Techniken mit ausgezeichneten Ergebnissen
gemessen werden. NIR könnte
auch zum Überwachen
des Verhältnisses
von Isobutan zu Olefin in der Zufuhr oder der Reinheit des umwälzenden
Isobutanstroms verwendet werden.
-
Demgemäß sind sinnvolle
Variationen und Modifikationen durch den Fachmann möglich, und
derartige Modifikationen und Variationen liegen innerhalb des Umfangs
der beschriebenen Erfindung und der beigefügten Ansprüche.