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Gebiet der
Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Klebstoffe, insbesondere strahlungshärtbare Klebstoffe,
die eine hohe Abschälhaftung
und hohe Temperaturbeständigkeit
aufweisen. Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin Formteile,
die den Klebstoff enthalten.
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Hintergrund
der Erfindung
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Strahlungshärtbare Klebstoffe
sind aus dem Stand der Technik gut bekannt. Kürzlich entwickelte Shell Chemicals
Blockcopolymere, die Styrolblöcke
und Butadienblöcke
enthalten, wobei die Butadienblöcke
einen 1,2-Vinylgehalt von mehr als 25 Gewichts-% aufwiesen. Eines
dieser Blockcopolymere wird unter dem Markennamen KRATON D-KX-222
vertrieben und wurde speziell so entwickelt, dass er durch Strahlung
härtbar ist
(KRATON ist ein Warenzeichen).
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Der
hohe Vinylgehalt von KRATON D-KX222, der für schnelles Härten durch
Strahlung, insbesondere für
schnelles UV-Härten
notwendig ist, führt
in einem Heißschmelzbehälter zu
einer größeren Neigung
zur Gelbildung als Standardstyrol-Butadien-Styrol-Blockcopolymere, die Butadien
mit einem 1,2-Vinylgehalt
von bis zu 25 Gewichts-% enthalten. Es wurde beobachtet, dass in
Klebstoffen, die während
16 Stunden bei 160°C gealtert
wurden, Gel gebildet wurde. Viele Anwendungen erfordern jedoch eine
Gel-freie Zeit von 14 Stunden bei 160 °C.
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Wie
in der „Communication
from SRTCL 1-98",
veröffentlicht
vom Shell Forschungs- und Technologiezentrum Louvain-la-Neuve im
Januar 1998, berichtet wurde, wurde dieses Problem durch Verwenden
einer Kombination verschiedener Stabilisatoren gelöst. Spezielle
Beispiele, die erwähnt
wurden, sind eine Kombination aus IRGANOX 1010 und IRGAFOS 168,
wahlweise in Kombination mit IRGANOX 3052, und eine Kombination
aus SUMILIZER GS und SUMILIZER TP-D. IRGANOX und IRGAFOS sind Warenzeichen
und IRGANOX- und IRGAFOS-Stabilisatoren sind von Ciba-Geigy kommerziell
erhältlich.
SUMILIZER ist ein Warenzeichen und SUMILIZER-Stabilisatoren sind
von Sumitomo kommerziell erhältlich.
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Diese
wirksamen Stabilisatorsysteme zum Verzögerung der Gelbildung in Klebstoffen,
die in einem Heißschmelzbehälter gelagert
werden, sind nur dann im praktischen Sinne verwendbar, wenn sie
nicht die durch die Strahlungshärtung
induzierte Gelbildung verzögern.
Wie in der vorstehend erwähnten
Communication berichtet wird, stellte dies trotz der Tatsache, dass
zum Beispiel SUMILIZER GS und IRGANOX 3052 Antigelbildungsmittel
sind, keinerlei Problem dar.
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Die
Leistungsfähigkeit
dieser und anderer Stabilisatorkombinationen in Klebstoffzusammensetzungen,
die Blockcopolymere mit hohem Vinylgehalt enthalten, wurde ebenfalls
in der EP-B-0243956 berichtet.
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Strahlungshärtbare Heißschmelzklebstoffe,
die Blockcopolymere enthalten, die Butadienblöcke mit einem hohen 1,2-Vinylgehalt
aufweisen, wurden in der WO 93/24547 und WO 97/29140 beschrieben.
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Die
WO 97/29140 offenbart eine Klebstoffzusammensetzung, die 100 Teile
eines Blockcopolymers, 75 Teile eines vollständig gesättigten Öls und 225 Teile eines teilweise
hydrierten Kohlenwasserstoffharzes (HERCULES MBG 264) enthält. Die
Tg betrug –16°C (HERCULES
MBG ist ein Warenzeichen).
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Die
WO 97/29140 offenbart weiterhin Klebstoffzusammensetzungen, die
eher flüssige
Harze zur Erhöhung
der Klebrigkeit als ein teilweises oder vollständig gesättigtes Öl enthalten. Insbesondere ist
jedoch für Heißschmelzklebstoffzusammensetzungen
die Scherhaftungsversagenstemperatur für Hochtemperaturanwendungen
zu niedrig. Überdies
erhöht
die Verwendung von flüssigen
Harzen zur Erhöhung
der Klebrigkeit den Preis der gesamten Klebstoffformulierung und
die maximale Härtungsgeschwindigkeit
ist nicht genügend groß. Die WO
93/24547 offenbart eine Klebstoffzusammensetzung, die 100 Teile
eines Blockcopolymers, 15 Teile eines vollständig gesättigten Öls und 90 Teile eines teilweise
hydrierten Kohlenwasserstoffharzes (FORAL 85) enthält. Die
Tg betrug –18 °C (FORAL
ist ein Warenzeichen).
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Es
ist immer noch ein Bedarf an verbesserten strahlungshärtbaren
Klebstoffzusammensetzungen vorhanden. Insbesondere wäre es wünschenswert,
wenn ein strahlungshärtbarer
Klebstoff, vorzugsweise ein strahlungshärtbarer Heißschmelzklebstoff gefunden
werden könnte,
der den Anforderungen für
die meistgefragten Klebebandanwendungen, wie zum Beispiel einer
hohen Abschälhaftung,
entsprechend dem Abschälhaftungs-180°-Test (ASTM-D330M-83),
vorzugsweise in Kombination mit einer hohen Scherhaftungsversagenstemperatur
(SAFT), genügt.
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Derartige
Klebstoffe sind nun gefunden worden.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Gemäß einem
ersten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung daher einen strahlungshärtbaren
Klebstoff, umfassend
- (a) ein Blockcopolymer,
umfassend wenigstens zwei monoalkenylaromatische Kohlenwasserstoffblöcke und
wenigstens einen Butadienblock, wobei der 1,2-Vinylgehalt im Butadienblock
wenigstens 25 Gewichts-% beträgt;
- (b) von 100 bis 300 Gewichtsteile eines Harzes zur Erhöhung der
Klebrigkeit auf 100 Gewichtsteile eines Blockcopolymers, wobei das
Harz zur Erhöhung
der Klebrigkeit ein teilweise hydriertes Harz ist, das einen Ungesättigtheitsindex
(Ui) im Bereich von 3 bis 25% aufweist;
- (c) 5 bis 100 Gewichtsteile eines teilweise oder vollständig gesättigten Öls;
- (d) wahlweise einen Photoinitiator; und
- (e) einen oder mehrere Stabilisatoren;
wobei die Glasübergangstemperatur
(Tg), die gemäß der Fox-Gleichung basierend
auf Differentialscanningkalorimetrie berechnet wird, im Bereich
von –15°C bis –5°C liegt.
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Gemäß einem
zweiten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung eine durch Strahlung
gehärtete
Klebstoffzusammensetzung, die durch Strahlungshärten einer durch Strahlung
härtbaren
Heißschmelzklebstoffzusammensetzung,
wie sie hierin beschrieben ist, erhältlich ist.
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Gemäß einem
dritten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung Formteile, die
eine durch Strahlung härtbare
Heißschmelzklebstoffzusammensetzung,
wie sie hierin beschrieben ist, oder eine durch Strahlung gehärtete Klebstoffzusammensetzung,
wie sie hierin beschrieben ist, enthalten.
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Gemäß einem
vierten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Band, das
eine Lage einer durch Strahlung härtbaren Heißschmelzklebstoffzusammensetzung,
wie sie hierin beschrieben ist, oder eine durch Strahlung gehärtete Klebstoffzusammensetzung,
wie sie hierin beschrieben ist, die auf eine Folie als Schicht aufgebracht
wurde, umfasst.
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Genaue Beschreibung
der Erfindung
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Blockcopolymere
sind dem Fachmann gut bekannt. Blockcopolymere werden typischerweise
durch anionische Polymerisation hergestellt. Die Herstellung von
Blockcopolymeren ist dem Fachmann gut bekannt und wurde zum Beispiel
in den US Patenten 3.265,765; 3,231,635; 3,149,182; 3,238,173; 3,239,478; 3,431,323;
Re. 27,145 und in vielen Handbüchern,
einschließlich „Thermoplastic
Elastomers, a comprehensive review" (1987), herausgegeben von N. R. Legge,
G. Holden, H. E. Schroeder, Hanser Verlag, beschrieben.
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Der
1,2-Vinylgehalt im Butadienblock kann durch Polymerisieren von Butadien
in Gegenwart eines Modifikators auf über 25% erhöht werden.
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Modifikatoren,
die geeigneterweise für
diesen Zweck verwendet werden, können
aus der Gruppe, bestehend aus Ethern, Aminen und anderen Lewisbasen
und insbesondere aus der Gruppe, bestehend aus Dialkylethern von
Glycolen ausgewählt
werden. Besonders bevorzugte Modifikatoren werden aus Dialkylether von
Ethylenglycol, der dieselben oder unterschiedliche endständige Alkoxygruppen
enthält
und gegebenenfalls einen Alkylsubstituenten auf dem mittleren Ethylenradikal
trägt,
wie zum Beispiel Monoglycolether, Diglycolether, Diethoxyethan,
1,2-Diethoxypropan, 1-Ethoxy-, 2-tert-Butoxyethan, wovon 1,2-Diethoxypropan
besonders bevorzugt ist, ausgewählt.
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Der
1,2-Vinylgehalt im Butadienblock liegt vorzugsweise im Bereich von
30 bis 70 Gewichts-%, bevorzugter im Bereich von 35 bis 65 Gewichts-%.
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Das
monoalkenylaromatische Monomer wird typischerweise aus Styrol, C1-C4-Alkylstyrol
und C1-C4-Dialkylstyrol,
insbesondere Styrol, α-Methylstyrol,
o-Methylstyrol oder p-Methylstyrol,
1,3-Dimethylstyrol, p-tert-Butylstyrol oder Mischungen davon, besonders
bevorzugt Styrol, ausgewählt.
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Das
Blockcopolymer weist vorzugsweise einen monoalkenylaromatischen
Kohlenwasserstoffgehalt im Bereich von 10 bis 50 Gewichts-%, bevorzugter
im Bereich von 12 bis 35 Gewichts-% auf.
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Das
Blockcopolymer kann linear oder radial sein und weist typischerweise
die Struktur A-B-A oder (A-B)nY auf, wobei n eine ganze Zahl von
2 bis 100, vorzugsweise 2 bis 20 besonders bevorzugt 2 bis 6 ist und
Y der Rest eines Kopplungsmittels ist, wobei A ein Poly(monoalkenylaromatischer
Kohlenwasserstoff)block und B ein Poly(butadien)block ist.
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Gemäß einer
besonders bevorzugten Ausführungsform
weist das Blockcopolymer die allgemeine Struktur (AB)pX(B1)q auf, wobei A
ein Poly(monoalkenylaromatischer Kohlenwasserstoff block und B und
B1 gleiche oder verschiedene Poly(butadien)blöcke sind,
wobei X der Rest eines mehrwertigen Kopplungsmittels ist, das ein
Maximum an aktiven Stellen (m) im Bereich von 3 bis 6 aufweist,
wobei der Zahlenmittelwert von p im Bereich von 1,5 bis (m – 0,5) liegt
und der Zahlenmittelwert von q im Bereich von 0,5 bis (m – 1,5) liegt.
Es ist klar, dass wenn p im Mittel 1,5 ist, das Blockcopolymer eine
Mischung von Blockcopolymeren ist, wobei eine Komponente die Struktur
(AB)1X(B)q' und eine weitere
Komponente die Struktur (AB)2X(B)q'' aufweist. Dementsprechend
umfasst diese Mischung ein Blockcopolymer, das wenigstens zwei monoalkenylaromatische
Kohlenwasserstoffblöcke
umfasst.
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Die
mittlere Summe von p und q beträgt
vorzugsweise weniger als m und die Kopplungsleistungsfähigkeit
beträgt
weniger als 95% und bevorzugter mehr als 55%. Die Summe der p- und
q-Werte beträgt vorzugsweise
mehr als 2.
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Die
Kopplungsleistungsfähigkeit,
so wie sie hier verwendet wird, ist die Kopplungsleistungsfähigkeit
(in Gewichts-%) entsprechend der Bestimmung durch Gelpermeationschromatographie
(GPC) des gesamten Kopplungsprozesses.
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Einem
Fachmann ist klar, dass die Summe der p- und q-Werte durch die Kopplungsleistungsfähigkeit (CE)
bestimmt ist.
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Gemäß einer
besonders bevorzugten Ausführungsform
liegt die Kopplungsleistungsfähigkeit
im Bereich von 60 bis 95%, bevorzugter im Bereich von 75 bis 92%
und besonders bevorzugt im Bereich von 80 bis 91%.
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Die
vorstehenden Blockcopolymere können
geeigneterweise Klebstoffdichtungsmassen und Beschichtungszusammensetzungen,
die in ihrer Endform durch Strahlung gehärtet werden, sowie Zusammensetzungen,
die in ihrer Endform nicht gehärtet
werden, beigemengt werden.
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Diese
Blockcopolymere zeigen eine Kombination aus:
- – einer
optimalen Ausgewogenheit von W-Reaktivität/Schmelzviskosität, aufgrund
ihres hohen Poly(konjugiertes Dien)-Molekulargewichts und dem in
einer radialen Struktur enthaltenem Vinylgehalt.
- – einer
Verteilung der einzelnen Moleküle
der Zusammensetzung, wobei einige davon besonders im Hinblick auf
die UV-Sensibilität
(hohes Molekulargewicht) geeignet sind, während es bei kleineren Molekülen scheint,
dass sie vor und nach dem UV-Härten
eine hohe Klebrigkeitseigenschaft verleihen.
- – die
Mischungen der erhaltenen Blockcopolymere zeigen in der vollständigen Klebstoffzusammensetzung unter üblichen
Verarbeitungstemperaturen eine signifikant verringerte Heißschmelzviskosität.
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Die
entsprechenden Zahlenmittelwerte von p und q in den radialen mehrarmigen
Blockcopolymeren liegen im Bereich von 1,5 bis m – 1,5, wobei
m die maximale Funktionalität
des Kopplungsmittels darstellt.
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Bevorzugter
sind die radialen mehrarmigen Blockcopolymere von dreiwertigen oder
vierwertigen Kopplungsmitteln abgeleitet.
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Gemäß einer
der bevorzugten Ausführungsformen
wird ein dreiwertiges oder ein vierwertiges Kopplungsmittel, wie
zum Beispiel Trinonylphenylphosphit, Tetrachlorsilan (SiCl4), Tetramethoxysilan (Si(OMe)4), Diethyladipat,
Dimethyladipat und gamma-Glycidoxypropyltrimethoxysilan (gamma-GPTS),
bevorzugter gamma-GPTS oder Trinonylphenylphosphit verwendet.
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Die
A Blöcke
in den Blockcopolymeren weisen im allgemeinen ein massegemitteltes
Molekulargewicht im Bereich von 5000 bis 50000, vorzugsweise von
7000 bis 25000 und besonders bevorzugt von 9000 bis 17000 auf. In
den Blockcopolymeren können
die B und B1 Blöcke
dasselbe oder ein unterschiedliches scheinbares Molekulargewicht
im Bereich von 15000 bis 250000 und vorzugsweise von 20000 bis 100000
aufweisen.
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Die
Blockcopolymere der vorliegenden Erfindung weisen vorzugsweise ein
gesamtes scheinbares Molekulargewicht im Bereich von 50000 bis 500000,
bevorzugter von 150000 bis 350000 auf.
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Der
Ausdruck „scheinbares
Molekulargewicht",
wie er in der Beschreibung durchwegs verwendet wird, bedeutet das
Molekulargewicht eines Polymers, entsprechend der Messung mit Gelpermeationschromatographie
(GPC) unter Verwendung von Polystyrolkalibrierungsstandards (entsprechend
ASTM 3536).
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Harze
zur Erhöhung
der Klebrigkeit sind dem Fachmann gut bekannt und eine große Vielzahl
verschiedener Harze zur Erhöhung
der Klebrigkeit ist handelsüblich.
Das in der vorliegenden Erfindung zu verwendende Harz zur Erhöhung der
Klebrigkeit ist vorzugsweise ein teilweise hydriertes Kohlenwasserstoffharz
oder ein Harzester.
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Das
teilweise hydrierte Harz zur Erhöhung
der Klebrigkeit weist vorzugsweise einen Ungesättigtheitsindex (Ui) im Bereich
von 5 bis 22%, bevorzugter von 7 bis 20%, insbesondere von 7 bis
17% auf. Wird eine Mischung aus Harzen zur Erhöhung der Klebrigkeit verwendet,
sollte die Mischung vorzugsweise einen Ungesättigtheitsindex in einem der
vorstehenden Bereiche aufweisen.
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Der
Ungesättigtheitsindex
wird durch 13C NMR, entsprechend dem in
der kanadischen Patentbeschreibung CA 1337218, auf deren Offenbarungsgehalt
hier vollumfänglich
Bezug genommen wird, ausgeführten Verfahren
bestimmt.
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Das
Harz zur Erhöhung
der Klebrigkeit weist typischerweise einen Erweichungspunkt von
mindestens 70°C,
vorzugsweise im Bereich von 75 bis 125°C und besonders bevorzugt von
80 bis 105°C
auf, entsprechend der Bestimmung durch das Ring- und Kugelverfahren
(ASTM E28).
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Entsprechend
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
ist das Harz zur Erhöhung
der Klebrigkeit ein teilweise hydriertes Kohlenwasserstoffharz.
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Das
Harz zur Erhöhung
der Klebrigkeit ist vorzugsweise in einer Menge von 100 bis 220
Gewichtsteilen auf 100 Gewichtsteile Blockcopolymer, bevorzugter
von 150 bis 200 Gewichtsteilen auf 100 Gewichtsteile Blockcopolymer
vorhanden.
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Die
strahlungshärtbare
Klebstoffzusammensetzung der vorliegenden Erfindung umfasst weiterhin
ein teilweise oder vollständig
gesättigtes Öl. Das teilweise
oder vollständig
gesättigte Öl ist vorzugsweise
ein naphthenisches Öl.
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Das
teilweise oder vollständig
gesättigte Öl ist vorzugsweise
in einer Menge von 10 bis 75, bevorzugter von 15 bis 70 Gewichtsteilen
auf 100 Gewichtsteile Blockcopolymer vorhanden.
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Das
Blockcopolymer, das Harz zur Erhöhung
der Klebrigkeit und das Öl
werden derart zugemischt, dass die Glasübergangstemperatur (Tg) wenigstens –15°C, vorzugsweise
wenigstens –13°C und besonders bevorzugt
wenigstens –12°C beträgt. Die
Glasübergangstemperatur
beträgt
nicht mehr als – 5°C, vorzugsweise
nicht mehr als –7°C und besonders bevorzugt
nicht mehr als –8°C, entsprechend
der Berechnung durch die gut bekannte Fox-Gleichung, basierend auf
Differentialscanningkalorimetrie (DSC).
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WTPE,
W Harz und W Öl
sind Gewichtsbruchteile des (der) Polybutadienblocks (-blöcke) der
Blockcopolymere des Harzes zur Erhöhung der Klebrigkeit beziehungsweise
des Öls.
Der Gewichtsbruchteil von WTPE ist als das Gewicht des (der) Polybutadienblocks
(-blöcke)
(wTB) geteilt durch [wTB + Gewicht des Harzes + Gewicht des Öls] definiert.
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TgTPE,
Tg Harz und Tg Öl
sind die Glasübergangstemperaturen
des (der) Butadienblocks (-blöcke) des
Blockcopolymers, des Harzes zur Erhöhung der Klebrigkeit beziehungsweise
des Öls.
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Die
Gesamtmenge an Blockcopolymer in der Zusammensetzung beträgt vorzugsweise
von 20 bis 50 Gewichts-%, bevorzugter von 25 bis 45 Gewichts-% und
besonders bevorzugt von 27 bis weniger als 35 Gewichts-%.
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Wie
vorstehend aufgezeigt wurde, können
die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung in Abhängigkeit
von der endgültigen
Verwendung der Zusammensetzungen gehärtet werden. Ein derartiges
Härten wird
durch Bestrahlung mit ionisierender Hochenergiestrahlung, wie zum
Beispiel Bestrahlung durch Elektronenstrahlen oder durch UV-Strahlung
durchgeführt.
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Die
Elektronenstrahlung oder ionisierende Hochenergiestrahlung, die
zum Ausführen
der Vernetzungsreaktion verwendet wird, kann von jeder geeigneten Quelle,
wie zum Beispiel von einem Kernreaktor, einem Elektronenstrahl-Erzeuger,
einem Resonanzübertragungsbeschleuniger,
einem Van de Graaf Elektronenbeschleuniger, einem Lineac Elektronenbeschleuniger,
einem Betratron, einem Synchrotron und einem Zyklotron erhalten
werden, Die Strahlung aus diesen Quellen wird ionisierende Strahlung,
wie zum Beispiel Elektronen, Protonen, Neutronen, Deuteronen, gamma-Strahlung,
Röntgenstrahlung,
alpha-Teilchen und beta-Teilchen erzeugen.
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Die
Vernetzungsreaktion wird praktischerweise bei Raumtemperatur ausgeführt, jedoch
kann sie auf Wunsch bei tieferen oder erhöhten Temperaturen durchgeführt werden.
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Es
gibt keine Notwendigkeit für
einen strengen Luftausschluß während der
UV-Bestrahlung. Daher ist es nicht notwendig, die Vernetzung durch
UV-Bestrahlung der Zusammensetzung, wobei diese zwischen zwei Substraten
schichtweise angeordnet ist, wie beispielsweise bei der Verwendung
der Zusammensetzung als Verbindungsschicht zwischen diesen Substraten,
oder in einer nach Evakuierung mit einer sauerstofffreien inerten
Atmosphäre
gefüllten
gesonderten Apparatur durchzuführen.
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Dem
Fachmann ist klar, dass die Härtung
durch Bestrahlung in einer Sauerstoff-enthaltenden Atmosphäre, wie
zum Beispiel Luft, für
signifikante Kostenersparnisse sorgt.
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Die
zur Erzeugung einer ausreichenden Härtung erforderliche Strahlungsmenge
hängt vor
allem von der Art und Konzentration des verwendeten Blockcopolymers
und dem Ungesättigtheitsgehalt
in der Zusammensetzung ab. Geeignete Strahlungsdosen von Elektronenstrahlung
liegen typischerweise im Bereich von 0,5 bis 8 Mrad, vorzugsweise
von 4 Mrad bis 8 Mrad und besonders bevorzugt von 5 Mrad bis 7 Mrad.
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Die
Klebstoffzusammensetzungen können
vorzugsweise durch Aussetzen gegenüber ultravioletter Strahlung über eine
Zeitdauer, die zur Ausführung
der gewünschten
Menge an Vernetzung ausreicht, gehärtet werden. Wird die Verwendung
von ultraviolettem Licht beabsichtigt, so wird die Klebstoffzusammensetzung üblicherweise
mit von 0,2 bis 30 Gewichtsteilen Photoinitiator auf 100 Gewichtsteile
Blockcopolymer formuliert. Jeder der bekannten Photoinitiatoren
kann verwendet werden.
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Der
Photoinitiator wird, sofern vorhanden, vorzugsweise aus der Gruppe
ausgewählt,
bestehend aus:
- (1) Benzophenon mit der allgemeinen Formel
(I), wobei R1 bis R6 unabhängig voneinander
Wasserstoff oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen,
vorzugsweise Methyl, darstellen und wobei R7 und/oder
R8 dasselbe wie R1 bis
R6 bedeuten oder eine Alkoxygruppe mit 1
bis 4 Kohlenstoffatomen darstellen, und wobei n einen Wert von 0,
1 oder 2 aufweist, wahlweise in Kombination mit wenigstens einem
tertiären
Amin,
- (2) eine Schwefel-enthaltende Carbonylverbindung, wobei die
Carbonylgruppe an wenigstens einen aromatischen Ring direkt gebunden
ist und vorzugsweise die allgemeine Formel
II aufweist, wobei R9, R10 und R11 jeweils
Wasserstoff, Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder Alkylthio
mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen darstellen können, und
- (3) und Mischungen von (1) und (2).
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Beispiele
für geeignete
Verbindungen der Kategorie (1) sind Benzophenon, 2,4,6-Trimethylbenzophenon,
4-Methylbenzophenon und eine eutaktische Mischung aus 2,4,6-Trimethylbenzophenon
und 4-Methylbenzophenon (ESACURE TZT) und 2,2-Dimethoxy-1,2-diphenylethan-1-on
(IRGACURE 651) (ESACURE und IRGACURE sind Warenzeichen). Diese Verbindungen
können
in Kombination mit tertiären
Aminen, wie zum Beispiel UVECRYL 7100 (UVECRYL ist ein Warenzeichen)
verwendet werden.
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Kategorie
(2) umfasst Verbindungen, wie zum Beispiel 2-Methyl-1-[4-methylthio)phenyl]-2-morpholinpropan-1-on,
das als IRGACURE 907 kommerziell erhältlich ist.
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Ein
Beispiel geeigneter Mischungen (Kategorie (3)) ist eine Mischung
aus 15 Gewichts-% einer Mischung aus 2-Isopropylthioxanthon und 4-Isopropylthioxanthon
und 4-Isopropylthioxanthon,
und 85 Gewichts-% einer Mischung aus 2,4,6-Trimethylbenzophenon
und 4-Methylbenzophenon. Diese Mischung ist unter dem Markennamen
ESACURE X15 handelsüblich.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird der Photoinitiator aus der Gruppe,
bestehend aus (i) Benzophenon, (ii) einer Mischung aus Benzophenon
und einem tertiärem
Amin, das eine Carbonylgruppe enthält, die direkt an wenigstens
einen aromatischen Ring gebunden ist, (iii) 2-Methyl-1-[4-(methylthio)phenyl]-2-morpholinpropan-1-on (IRGACURE 907),
(iv) 2,2-Dimethoxy-1,2-diphenylethan-1-on (IRGACURE 651), wovon
(iii) und (iv) besonders bevorzugt sind, ausgewählt.
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Es
ist klar, dass die Bestrahlungsdauer von der Strahlungsintensität, der Menge
und speziellen Art der verwendeten ultravioletten Sensibilisierungsverbindung,
der Dicke der zu härtenden
(Klebstoff-) Schicht, u. s. w. abhängen wird. Der Photoinitiator
kann vorzugsweise in einer Menge im Bereich von 1 bis 10 Gewichtsteilen auf
100 Gewichtsteile Blockcopolymer und bevorzugter in einer Menge
im Bereich von 1 bis 5 Gewichtsteilen enthalten sein.
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Die
zum Vernetzen der Blockcopolymerzusammensetzung der vorliegenden
Erfindung verwendete UV-Strahlung kann im Prinzip jede UV-Quelle
sein, die ein Ausgabespektrum aufweist, das ein oder mehrere Peaks
bei Wellenlängen
zwischen 200 und 500 Nanometern (nm) zeigt. Besonders geeignete
UV-Quellen sind Fusion-Glühlampen.
H- und D-Glühlampen
(lineare Leistung 118 W/cm (300 W/Inch) und 236 W/cm (600 W/Inch))
sind besonders verwendbar, obwohl auch eine Kombination von D- und
H-Glühlampen
in geeigneter Weise angewandt werden können.
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Es
ist klar, dass das Ausgabespektrum jeder UV-Quelle im Wesentlichen
mit dem Absorptionsspektrum des Photoinitiators übereinstimmen muss.
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Die
Belichtung mit UV-Strahlung kann durch jedes bekannte Verfahren
durchgeführt
werden. Ein geeignetes Verfahren ist zum Beispiel das Belichten
einer Probe, entweder in einer von einer heißen Schmelze erhaltenen Schicht
oder in einer durch Lösungsmittelbeschichten
erhaltenen Schicht, mit UV-Strahlung,
indem die Probe mit einer bestimmten Geschwindigkeit (ausgedrückt in Metern
pro Minute, m/min) unter der UV-Quelle vorbeigeführt wird. Bei Bedarf kann die
Strahlenexponierung ein oder mehrere Male wiederholt werden, indem
zum Beispiel die Probe wiederholt unter der UV-Quelle vorbeigeführt wird
oder indem die Probe unter zwei oder mehreren in einer Reihe angeordneten
Lampen vorbeigeführt
wird, um eine ausreichende Härtung
zu erreichen. Je geringer die Gesamtstrahlungsdosis und je höher die
Geschwindigkeit ist, mit der die Probe unter der UV-Quelle vorbeigeführt werden
kann, um eine ausreichende und zufriedenstellende Härtung zu
erhalten, umso besser ist die Härtungsfähigkeit
der Probe.
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Stabilisatoren
werden typischerweise den handelsüblichen Verbindungen zugesetzt,
um die Bestandteile während
der Herstellung und Verwendung der Klebstoffzusammensetzungen gegen
Abbau zu schützen, ohne
jedoch die Strahlungshärtung
des Polymers zu stören.
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Häufig sind
Kombinationen von Stabilisatoren wirksamer aufgrund der verschiedenen
Abbaumechanismen, denen die verschiedenen Polymere ausgesetzt sind.
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Für diesen
Zweck sind bestimmte sterisch gehinderte Phenole, Organometallverbindungen,
aromatische Amine, aromatische Phosphite und Schwefelverbindungen
verwendbar.
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Beispiele
wirksamer Arten dieser Materialien umfassen phenolische Antioxidationsmittel,
Thioverbindungen und Tris(nonylierte Phenyl)phosphite.
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Im
Allgemeinen sind in der Klebstoffzusammensetzung einer oder mehrere
Stabilisatoren von 0,01 Gewichts-% bis 5,0 Gewichts-% enthalten.
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Die
strahlungshärtbare
Heißschmelzklebstoffzusammensetzung
der vorliegenden Erfindung enthält vorzugsweise
zwei oder mehrere Stabilisatoren, die aus wenigstens zwei der Stabilisatorenkategorien
der Antigelbildungsmittel, primären
Antioxidationsmittel und sekundären
Antioxidationsmittel ausgewählt
sind. Bevorzugter sind zwei oder mehrere Stabilisatoren aus einer
Kombination der folgenden Stabilisatorenkategorien der Antigelbildungsmittel
und sekundären
Antioxidationsmittel; oder primären
Antioxidationsmittel und sekundären
Antioxidationsmittel; oder aus einer Kombination von allen drei
Stabilisatorenkategorien ausgewählt. Diese
Stabilisatorenkategorien sind dem Fachmann gut bekannt und in jeder
dieser Kategorien ist eine große Vielzahl
an Stabilisatoren handelsüblich.
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Das
Antigelbildungsmittel wird vorzugsweise aus der Gruppe, bestehend
aus phenolischen Acrylaten oder Methacrylaten, bevorzugter aus phenolischen
Acrylaten oder Methacrylaten ausgewählt, die durch die allgemeine
Formel (III) dargestellt sind:
wobei
R
1 eine Alkylgruppe ist, die 1 bis 6 Kohlenstoffatome
aufweist, R
2 eine Alkenylgruppe ist, die
2 bis 4 Kohlenstoffatome aufweist, R
3 eine
tert-Butyl, eine tert-Pentyl,
eine Cyclopentyl oder eine Cyclohexylgruppe ist, und R
4 Wasserstoff
oder eine Alkylgruppe ist, die 1 bis 18 Kohlenstoffatome aufweist.
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Das
sekundäre
Antioxidationsmittel ist vorzugsweise aus der Gruppe ausgewählt, bestehend
aus Verbindungen, die durch die allgemeine Formel (IV) oder (V)
dargestellt sind:
wobei
R
5 eine Alkylgruppe ist, die 3 bis 20 Kohlenstoffatome
aufweist, R
6 eine Alkylgruppe, die 3 bis
20 Kohlenstoffatome aufweist, oder eine Cycloalkylgruppe ist, die
5 bis 20 Kohlenstoffatome aufweist, und R
7 Wasserstoff,
eine tert-Butyl-,
eine tert-Pentyl-, eine Cyclopentyl- oder eine Cyclohexylgruppe
ist, R
6 und R
7 sind
bevorzugter unabhängig
voneinander aus einer tert-Butyl, einer tert-Pentyl-, einer Cyclopentyl-
oder einer Cyclohexylgruppe ausgewählt.
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Gemäß einer
besonders bevorzugten Ausführungsform
wird eine Mischung aus zwei sekundären Antioxidationsmitteln,
die aus der Gruppe (V) ausgewählt
sind, verwendet, wobei das erste sekundäre Antioxidationsmittel aus
denjenigen Verbindungen ausgewählt
ist, worin R6 und R7 unabhängig voneinander
aus einer tert-Butyl-, einer tert-Pentyl-, einer Cyclopentyl- oder einer Cyclohexylgruppe
ausgewählt
sind, wie zum Beispiel IRGAFOS 168, und wobei das zweite sekundäre Antioxidationsmittel
aus denjenigen Verbindungen ausgewählt ist, worin R6 eine
Alkylgruppe ist, die 5 bis 15 Kohlenstoffatome aufweist und R7 Wasserstoff ist, wie zum Beispiel TNPP
(Trisnonylphenylphosphit). IRGAFOS 168 ist ein Markenname für Tris(2,4-ditertiär-butylphenyl)phosphit.
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Das
primäre
Antioxidationsmittel wird vorzugsweise aus der Gruppe, bestehend
aus sterisch gehinderten phenolischen Verbindungen, ausgewählt.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
sind drei Stabilisatoren vorhanden, wobei jeder aus einer verschiedenen
Stabilisatorenkategorie ausgewählt
ist.
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Besonders
bevorzugt sind wenigstens zwei Stabilisatoren vorhanden, wobei einer
aus Antigelbildungsmitteln und ein anderer Stabilisator aus sekundären Antioxidationsmitteln
ausgewählt
ist. Die Erfindung wird weiterhin durch die folgenden Beispiele
erläutert.
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Beispiele 1–8
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Acht
strahlungshärtbare
Heißschmelzklebstoffe
wurde durch Mischen und Kombinieren der in Tabelle 1 gezeigten der
Klebstoffformulierungen 1 bis 8 hergestellt. Das Mischen und Kombinieren
wurde in einem 300 g Z-Blatt-Mischer unter Stickstoff als Schutzgas
ausgeführt.
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Dann
wurden die strahlungshärtbaren
Heißschmelzklebstoffe
mit einem Chemsultant HM100 Laborbeschichtungsgerät auf einer
36 μm Polyester-
(PET) Folie aufgetragen. Die Klebstoffbeschichtungen wiesen eine
Dicke von 40 ± 2 μm oder 60 ± 2 μm auf.
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Die
Klebstoffbeschichtungen wurden durch UV-Strahlung gehärtet, indem
die Klebstoffbeschichtungen mit einer Geschwindigkeit von 5 m/min
unter einer Kombination von zwei F-300 Birnen D und H von Fusion (120
W/cm) vorbeigeführt
wurden. Die UV-Strahlen wurden gerade auf die Klebstoffoberfläche in Gegenwart von
Luft fokussiert. Die Abschälhaftung
bei 180° und
die Scherhaftungsversagenstemperatur (SAFT) wurden vor und nach
dem Härten
bestimmt. Die Ergebnisse werden in Tabelle 2 berichtet.
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Die
Abschälhaftung
bei 180° wurde
entsprechend der ASTM-D330M-83
gemessen. Die SAFT wurde folgendermaßen bestimmt:
Der SAFT-Test
wird in einem Umluftofen, der mit einer elektromechanischen Vorrichtung
ausgestattet ist, die die schrittweise Erhöhung der Temperatur überwacht,
ausgeführt.
Innerhalb des Ofens sind Halterungen an den Seitenwänden angebracht,
auf die sechs Aluminiumgestelle in einem Winkel von 2° gesetzt
werden können.
Diese Gestelle tragen 6 Metall(Edelstahl) Platten, auf die die Bandproben
aufgebracht werden. Diese Platten ruhen gegen eine schmale Rippe,
in die 6 Schlitze geschnitten sind; Der freie Teil der beschichteten Folie,
an dem die Gewichte aufgehängt
sind, geht an diesen Schlitzen entlang.
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Ein
Ende des Streifens wird zentriert und teilweise auf eine Edelstahlplatte
geklemmt; das andere Ende des Streifens wird so gehalten, dass es
die Platte nicht berührt,
aber unterhalb davon positioniert ist. Der Streifen wird fest gegen
die Edelstahlplatte gepresst, wobei ein Einschluß von Luftblasen vermieden
wird. Der anhaftende Teil des Streifens wird in einem Abstand von
einem Inch (2,5 cm) von der Edelstahlkante aus geschnitten. Die
Oberfläche
beträgt
dann 2,5 cm × 2,5
cm (1 Inch2). Schließlich werden die Testproben
während 24
Stunden gelagert.
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Die
Gestelle mit den Proben werden in dem Ofen angebracht und Gewichte
von 500 Gramm werden an das freie Ende des Streifens gehängt und
mit „Hofmann" Schlauchklemmen
festgeklemmt.
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Diese
Gewichte werden anfangs von einer Grundplatte getragen, die mittels
eines „Laborboys" nach oben und nach
unten bewegt werden kann. Genau vor dem Beginn des Tests wird die
Grundplatte so nach unten bewegt, dass die Gewichte nun frei über den
mikro- oder photoelektrischen Schaltern hängen. Diese Schalter sind mit
einem Zähler
verbunden. Die Temperatur in dem Ofen wird auf einem digitalen Thermometer angezeigt.
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Wenn
ein Streifen fällt,
fällt das
Gewicht auf den Mikroschalter und der Zeitnehmer wird angehalten. Ist
die Zeit bis zum Versagen bekannt, kann die Temperatur, bei der
das Versagen auftrat, aus dem Diagramm von berechneter Zeit/Temperatur
abgelesen werden. Der SAFT-Wert ist der Durchschnitt aus zwei Temperaturen,
die mit zwei Proben aufgezeichnet wurden.
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Vergleichsbeispiel
A
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Ein
weiterer strahlungshärtbarer
Heißschmelzklebstoff
wurde durch Mischen und Kombinieren der Klebstoffformulierung A
auf dieselbe Weise wie in den Beispielen 1–8 hergestellt. Die Zusammensetzung
der Klebstoffformulierung A ist ebenfalls in Tabelle 1 gezeigt.
Die Klebstoffformulierung A enthielt ein vollständig hydriertes Kohlenwasserstoffharz
zur Erhöhung
der Klebrigkeit (RAGALITE R91), das einen Ungesättigtheitsindex (Ui) von 0,9%
aufwies) (REGALITE ist ein Warenzeichen).
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Die
Klebstoffbeschichtungen wurden hergestellt und die Beschichtungen
wurden wie in den Beispielen 1–8
gehärtet.
Die Abschälhaftung
bei 180° und
die Scherhaftungsversagenstemperatur (SAFT) wurden vor und nach
dem Härten
bestimmt. Die Ergebnisse werden in Tabelle 2 berichtet.
- KX222
- KRATON D KX222, ein
Styrol-Blockcopolymer mit idealisierter Struktur (AB)2X(B)2, wobei
A ein Polystyrolblock und B ein Butadienblock mit einem 1,2-Vinylgehalt von 57
Gewichts-% ist. X ist gamma-GPTS. Die Kopplungsleistungsfähigkeit
beträgt
89%.
- REGALITE S101
- ist ein teilweise
hydriertes Kohlenwasserstoffharz zur Erhöhung der Klebrigkeit. (Ui beträgt 8%).
- MBG 264
- Hercules MBG 264,
ein teilweise hydriertes Kohlenwasserstoffharz zur Erhöhung der Klebrigkeit
mit einem Ungesättigtheitsindex
von 19,7%.
- REGALITE R91
- ist ein vollständig hydriertes
Kohlenwasserstoffharz zur Erhöhung
der Klebrigkeit mit einem Ungesättigtheitsindex
von 0,9%.
- ONDINA 68
- ist ein gesättigtes
naphthenisches Öl
mit einem Ungesättigtheitsindex
von 2,1% (ONDINA ist ein Warenzeichen).
- IRGACURE 651
- Photoinitiator (2,2-Dimethoxy-1,2-diphenylethan-1-on).
- SUMILIZER GS
- 2-[1-(2-Hydroxy-3,5-di-tert-pentylphenyl)ethyl]-4,6-di-tert-pentylphenylacrylat.
- SUMILIZER TP-D
- (RSC2H4COOCH2)4-C,
worin R eine Dodecylgruppe ist.
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Beispiele 9–16
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Acht
strahlungshärtbare
Heißschmelzklebstoffe
wurden durch Mischen und Kombinieren der in Tabelle 3 gezeigten
Klebstoffformulierungen 9 bis 16 hergestellt.
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Dann
wurden die durch Strahlung härtbaren
Heißschmelzklebstoffe
auf eine Polyester- (PET) Folie aufgetragen. Die Klebstoffbeschichtungen
wiesen eine Dicke von ungefähr
40 μm auf.
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Die
Klebstoffbeschichtungen wurden durch Bestrahlung mit Elektronenstrahlen
gehärtet.
Die Elektronenstrahlhärtungsdosis
betrug 6 Mrad.
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Die
SAFT und Abschälhaftung
bei 180° wurden
vor und nach dem Härten
bestimmt und entsprechend der Beschreibung in den Beispielen 1–8 gemessen.
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Die
Ergebnisse werden in Tabelle 3 berichtet.
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Vergleichsbeispiel
B
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Ein
weiterer durch Strahlung härtbarer
Heißschmelzklebstoff
wurde durch Mischen und Kombinieren der Klebstoffformulierung B,
Auftragen und Härten
durch Bestrahlung mit Elektronenstrahlen wie in den Beispielen 9–16 hergestellt.
Die Zusammensetzung der Klebstoffformulierung B und die Ergebnisse
von SAFT- und Abschälhaftungsmessungen
werden ebenfalls in Tabelle 3 bereichtet. Die Klebstoffformulierung
B wies ein Tg von –16°C auf.
- FORAL 85-E
- ist ein teilweise
hydrierter Harzester zur Erhöhung
der Klebrigkeit, der einen Ui von 19,5% aufweist.
- IRGANOX 1010
- ist Tetrakis-ethylen(3,5-di-tert-butyl-4-hydroxyhydrocinnamat)methan
(primäres
Antioxidationsmittel).