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Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung ist auf Arylphosphatnukleosidderivate, insbesondere
Arylphosphatderivate von 2',3'-Didehydro-2',3'-dideoxythymidin
(nachfolgend als „d4T") gerichtet, das
starke Aktivität
gegen den menschlichen Immunmangelvirus (HIV) zeigt, zum Beispiel
als Inhibitoren von HIV-Revertase.
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Hintergrund der Erfindung
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Die
weite Verbreitung von Aids und die fortgesetzten Bemühungen,
das verantwortliche Virus unter Kontrolle zu bringen, sind gut dokumentiert.
Ein Weg, HIV zu kontrollieren ist der, seine Revertase-Aktivität (RT) zu
hemmen. So werden neue, starke und selektive Inhibitoren von HIV-RT
als brauchbare therapeutische Mittel benötigt. Bekannt starke Inhibitoren
von HIV-RT schließen
5-Triphosphate von
2',3'-Dideoxynukleosidanaloge
(„ddN") ein. Diese aktiven
RT-Inhibitoren werden intrazellulär durch die Wirkung von Nukeosidkinase und
Nukleotidkinase erzeugt. So wurden ddN-Verbindungen, wie AZT und d4T angesehen,
daß sie
in der Forschung bezüglich
Anti-HIV-Mitteln vielversprechend sind.
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Die
geschwindigkeitsbegrenzende Stufe für die Umwandlung von 3'-Azido-3'-dioxythymidin (Zidovudin,
AZT) in sein biologisch aktives Stoffwechselprodukt AZT-Triphosphat
erscheint die Umwandlung des Monophosphatderivates in das Diphosphatderivat
zu sein, während
die geschwindigkeitsbeschränkende
Stufe für die
intrazelluläre
Erzeugung des biologisch aktiven 2',3'-Dideoxy-2',3'-Didehydrothymidin (d4T)-Stoffwechselprodukt
d4T-Triphosphat gemäß Berichten
die Umwandlung des Nukleosids in sein Monophosphatderivat ist (Balzarini
et al., 1989, J. Biol. Chem. 264:6127; McGuigan et al., 1996, J.
Med. Chem. 39:1748). Siehe 1 für den Mechanismus,
der im Stand der Technik vorgeschlagen wird.
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In
einem Versuch, die Abhängigkeit
von ddN-Analogen von intrazellulärer
Nukleosidkinaseaktivierung zu überwinden,
haben McGuigan et al. Arylmethoxyalaninylphosphatderivate von AZT
(McGuigan et al., 1993, J. Med. Chem. 36:1048; McGuigan et al.,
1992, Antiviral Res. 17:311) und d4T (McGuigan et al., 1996, J.
Med. Chem. 39:1748 ; McGuigan et al., 1996 Bioorg. Med. Chem. Lett.
6:1183) hergestellt. Solche Verbindungen waren wie sich zeigt, intrazellulärer Hydrolyse
zugänglich,
um Monophosphatderivate zu ergeben, die weiter mit Thymidylatkinase
phosphoryliert wurden, um die biologisch aktiven Triphosphatderivate
in einer von Thymidinkinase (TK)-unabhängigen Weise
zu ergeben. Bis heute schlugen jedoch alle Versuche fehl, die Stärke der
Arylphosphatderivate von d4T durch verschiedene Substitutionen des
Arylrestes ohne gleichzeitige Verstärkung ihrer Zytotoxizität zu erhöhen (McGuigan
et al., 1996 J. Med. Chem. 39:1748). Weiterhin berichteten McGuigan
et al. (WO 96/29336) von maskiertem Monophosphatnukleosid, Analogen, ihrer
Herstellung und ihrer therapeutischen Verwendung bei der Behandlung
von Virusinfektionen, einschließlich
der Infektion durch HIV:
Bei der vorliegenden Erfindung wurde
festgestellt, daß eine
Substitution an dem Arylrest in den Arylphosphatderivaten von Nukleosiden
mit einem Elektronen abziehenden Rest, wie einer para-Bromsubstitution,
die Fähigkeit
der Nukleosidderivate von d4T einer Hydrolyse infolge der Elektronen
abziehenden Eigenschaft des Substituenten unterliegt. Die substituierten
Phenylphosphatnukleosidderivate zeigten starke und spezifische Antivirus-Aktivität.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung ist auf para-Brom-substituierte Methoxyalaninylphosphatderivate,
von 2',3'-Didehydro-2',3'-dideoxythymidin
(nachfolgend „d4T") und AZT gerichtet,
das starke Aktivität
gegen HIV hat, zum Beispiel als Inhibitoren von HIV-Revertase. Diese
Derivate mit einer Elektronen abziehenden Substitution am Arylrest
zeigten sich überraschenderweise
mit auffällig
gesteigerter Potenz als Anti-HIV-Mittel ohne unerwünschte Gehalte
an zytotoxischer Aktivität.
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Die
para-Brom-substituierten Phenylmethoxyalaninylphosphatderivate von
d4T als ein aktives Anti-HIV-Mittel, verhindert die HIV-Replikation
in mononuklearen Zellen von peripherem Blut (PBMNC) sowie TK-Mangel-CEM-T-Zellen
ohne feststellbare Zytotoxizität.
Außerdem
hatte dieses neue d4T-Derivat, d4T-5'-(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
potente Antivirusaktivität
gegen RTMDR-1 einen AZT- und NNI-resistenten Stamm von HIV-1 und
moderate Aktivität
gegen HIV.2. Ähnlich
zeigt das entsprechende para-Brom-substituierte Phenylmethoxyalaninylphosphatderivat
von AZT starke Anti-HIV-Aktivität
in PBMNC, sowie einen TK-Mangel-CEM T-Zellen, jedoch war dies nicht
wirksam gegen die AZT- und NNI-resistenten RTMDR-1 oder HIVB-2.
Im Gegensatz zu diesen d4T und AZT-Derivaten zeigen die entsprechenden
3dT-Derivate, 3dT-5'-(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
zwar verbesserte Aktivität
gegenüber
3dT, war aber nicht so aktiv wie die d4T- und AZT-Derivate in PBMNC-
oder TK-Mangel-CEM T-Zellen. Nach unserer Kenntnis ist dies der
erste Bericht über
eine bisher ungeschätzte
Strukturaktivitätsbeziehung,
welche die Potenz von Phenylphosphatderivaten sowohl von d4T als
auch von AZT bestimmt.
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Die
Bleiverbindungen d4T-5'(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
und AZT-5'-(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
liefern eine Basis für
die Gestaltung wirksamer HIV-Behandlungsstrategien, die in der Lage
sind, HIV-Replikation, besondern in TK-Mangelzellen zu hemmen.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnungen
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1 ist
eine schematische Darstellung eines bekanntermaßen vorgeschlagenen Stoffwechselweges für Arylphosphatderivate
von d4T.
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Die 2A und 2B sind
grafische Darstellungen, welche die Elektronen abziehende Hypothese für die verbesserte
Hydrolyse eines substituierten Phenylringes zeigen.
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2C ist
ein Eluierprofil, das Produktion von A-d4T als ein Ergebnis der
Hydrolyse jeder der Testverbindungen zeigt. Verbindung 2, worin
X = H (offene Quadrate), Verbindung 3, worin X = OCH3 (ausgefüllte Quadrate)
und Verbindung 4, worin X = Br (gefüllte Kreise) ist.
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2D ist
ein Eluierprofil, das die Empfindlichkeit der getesteten Verbindungen
gegenüber
enzymatischer Hydrolyse durch Schweineleberesterase zeigt.
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3 ist
ein Eluierprofil, das die intrazelluläre Hydrolyse der Verbindungen
2 bis 4 in TK-Mangel-CEM-Zellen
zeigt. Ein Stoffwechselprodukt-Peak entsprechend 680 pmol von A-d4T-MP
wurde nur in Anteilen aus CEM-Zellen-Lysaten ermittelt, die mit
Verbindung 4 inkubiert wurden.
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Die 4A bis 4F zeigen
die chemischen Strukturen der Verbindung 6c (4A) und
der Verbindung 7c (4B), die Anti-HIV-Aktivität gegenüber HTLVIIIB
in PBMNC und TK-Mangel-CEM
T-Zellen für Verbindung
6c (4C) und für
Verbindung 7c (4D, sowie die Antivirus Aktivität gegen
HIV-1 (HTLVIIIB), HIV-2 und RTMDR-1 für Verbindung 6c (4E)
und Verbindung 7c (4F). Antivirus-Aktivität wurde
als Prozent Hemmung von HIV-Replikation ausgedrückt, gemessen durch RT-Aktivität in infizierten
Zellen.
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Die 5A und 5B sind
schematische Diagramme, die den Resonanzeffekt (Elektron-Delokalisierung)
am Phenylring zeigen, wobei der para-Substituent und ortho-Substituent
des Phenylringes erwartungsgemäß die gleiche
elektronische Wirkung haben.
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Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
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Es
wurde überraschenderweise
festgestellt, daß bestimmte
substituierte Arylphosphatderivate von Nukleosiden erhöhte Aktivität gegen
HIV besitzen, während
sie niedrige Werte der Zytotoxizität behalten. Als solche sind
diese Derivate besonders brauchbar als aktive Mittel für Antivirus-Zusammensetzungen
und für Verfahren
zur Behandlung von Virusinfektionen, wie HIV-Infektionen.
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Verbindungen nach der
Erfindung
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Die
Verbindungen nach der Erfindung sind
und
oder ein pharmazeutisch verträgliches
Salz oder Ester hiervon.
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Synthese des d4T-Derivats
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Um
allgemein die Synthese der Verbindungen nach der Erfindung zu erläutern, wird
die Synthese von d4T-Derivaten beschrieben. Die d4T-Derivate können folgendermaßen hergestellt
weiden. d4T kann aus Thymidin durch die in Mansuri, et al., 1989,
J. Med. Chem, 32, 461, diskutierten Verfahren gewonnen werden, deren
Beschreibung hier unter Bezugnahme eingearbeitet wird. Geeignet
substituiertes Arylphosphorochloridat kann nach dem Verfahren hergestellt
werden, das in McGuigan, et al., Antiviral Res., 1992, 17:311 beschrieben ist
und dessen Inhalt hier durch Bezugnahme aufgenommen wird. Das Phosphorochloridat
wird zu einer Lösung
von d4T in wasserfreiem THF zugegeben, welche N-Methylimidazol zur
Bildung des erwünschten
Produkts enthält.
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Die
d4T-Derivate werden Patienten in der Form geeigneter Zusammensetzungen
verabreicht, die das d4T- oder AZT-Derivat als ein aktives Mittel
zusammen mit einem pharmazeutisch verträglichen Träger, Hilfsstoff oder Verdünnungsmittel
enthalten. Gegebenenfalls können
Dosierungsformen mit verzögerter
Wirkstoffabgabe verwendet werden. Die Zusammensetzungen werden einem
Patienten bei Bedarf der Antivirusaktivität in einer geeigneten Antivirusmenge
verabreicht, die beispielsweise ausreicht, die HIV-Revertase zu
hemmen und/oder die Replikation von HIV in Wirtszellen zu hemmen.
Die Dosis wird nach einer geeigneten Dosierungsvorschrift verabreicht.
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Beispiele
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Beispiel 1
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Synthese und Kennzeichnung
von d4T-Derivaten
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d4T1
wurde aus Thymidin nach dem Verfahren von Manuri et al, 1989, J.
Med. Chem. 32, 461 hergestellt. Geeignet substituierte Phenylmethoxyalaninylphosphorochloridate
wurden auch nach dem Verfahren, das von McGuigan et al, 1992, Antiviral
Resp., 17, 311, berichtet wurde, hergestellt. Verbindungen 2–4 wurden, wie
nachfolgend im Schema 1 dargestellt, synthetisiert.
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Schema1.
Phenylmethoxyalaninylphosphorochloridat wurde zu der Lösung von
d4T und 1-Methylimidazol in wasserfreiem THF zugesetzt, und das
Gemisch wurde bei Raumtemperatur während 5 bis 6 Stunden gerührt. Aufarbeitung
des Reaktionsgemisches ergab die verlangten Derivate in guten Ausbeuten.
Säulenchromatographie
wurde angewendet, um reine Verbindungen zu erhalten.
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Die
physikalischen Daten der synthetisierten Verbindungen wurden durch
HPLC bestimmt, das unter Verwendung von Cl8 4 × 250 mm LiChrosphersäule, die
mit Wasser/Acetonitril 70:30 mit der Fließgeschwindigkeit von 1 ml/Min
eluiert wurde. Die Reinheit der folgenden Verbindungen überstieg
96% bei HPLC. 13C NMR-Peaks, markiert durch
Sterne werden wegen Diastereomeren aufgespalten.
Verbindung
2: Ausbeute: 81 %, IR (nackt) 3222, 2985, 2954, 1743, 1693, 1593,
1491, 1456, 1213, 1153, 1039, 931, 769 cm–1, 1H NMR (CDCl3) δ 9,30 (br
s, 1H), 7,30 – 7,10
(m, 6H), 6,85–6,82
(m 1H), 6,36–6,26
(m, 1H, 5,91–5,85
(m, 1H), 5,00 (br m. 1H), 4,19–3,68
(m, 4H), 3,72, 3,71 (s, 3H), 1,83, 1,80 (d, 3H), 1,38–1,25 (m, 3H), 13C NMR (CDCl3) δ 173,9, 163,7,
150,7, 149,7, 135,7*, 133,2*, 129,6*, 127,3*, 125,0*, 120,0, 111,1,
89,6*, 84,5*, 66,9*, 52,5*, 50,5*, 20,9 und 12,3; 31P
MR (CDCl3) δ 2,66, 3,20 ; MALDI-TOF Masse
m/e 487,9 (M + Na); HPLC-Verweilzeit: 5,54 & 5,85 Minuten.
Verbindung 3:
Ausbeute 92%, IR (nackt) 3223, 3072, 2999, 2953, 2837, 1743, 1693,
1506, 1443, 1207, 1153, 1111, 1034, 937, 837 und 756 cm–1; 1H (NMR (CDCl3) δ 9,40 (br
s, 1H), 7.30–7,00
(m, 5H), 6,83–6,81
(m, 1H), 6,37–6,27
(m, 1H), 5,91–5,86
(m, 1H), 5,00 (br m, 1H), 4,40–4,30
(m, 2H), 4,20–4,10
(m, 2H), 3,95–3,93
(s, 3H), 3,82–3,80
(s, 3H), 1,85–1,81
(s, 3H) und 1,39–1,29
(m, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 174,0, 163,9,
156,6, 150,8, 143,5, 135,8*, 133,3*, 127,4*, 121,2*, 114,5, 111,2,
89,7*, 84,5, 66,9*, 55,5, 52,5, 50,6*, 20,9 und 12,3; 31P
NMR (CDCl3) δ 3,82, 3,20; MALDI-TOF Masse
m/e 518,2 (M + Na); HPLC-Verweilzeit: 5,83 & 6,26 Minuten.
Verbindung 4:
Ausbeute: 83%, IR (nackt): 3203, 3070, 2954, 2887, 2248, 1743, 1693,
1485, 1221, 1153, 1038, 912, 835, 73,3 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,60 -9,58
(br s, 1H), 7,45 – 7,42
(m, 2H), 7,30–7,09
(m, 4H), 6,37–6,27 (m,
1H), 5,93–5,88
(m, 1H), 5,04–5,01
(br m, 1H), 4,35–4,33
(m, 2H), 4,27–3.98
(m, 2H), 3,71–3,70
(s, 3H), 1,85–1,81
(s, 3H), 1,37–1,31
(m, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,7, 163,8,
150,8, 149,7*, 135,6*, 133,1*, 127,4*, 121,9*, 118,0, 111,2*, 89,7*,
84,4*, 67,8*, 52,5, 50,0*, 20,7 und 12,3; 31P
NMR (CDCl3) δ 3,41, 2,78; MALDI-TOF Masse
m/e 567,1 (M + Na); HPLC-Verweilzeit: 12,04 & 12,72 Minuten.
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Beispiel 2
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Empfindlichkeit von Verbindungen
2–4 für Hydrolyse
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2A und 2B zeigen
eine schematische Wiedegabe der elektronischen Wirkungen des para-Substituenten
am Phenylring von Stoffwechselvorläufer B (siehe 1).
Um die Empfindlichkeit von Verbindungen gegenüber Hydrolyse zu ermitteln,
wurden Verbindungen 2 bis 4 in Methanol gelöst und dann mit 0,002 N NaOH
behandelt. Die Konzentrationen wurden konstant gehalten, und die
Erzeugung des Hydrolyseprodukts A-d4T-MP wurde unter Verwendung
von HPLC überwacht.
Eine Lichrospher-Kolonne (Cl8) wurde für die HPLC-Versuche verwendet.
Die Kolonne wurde unter isokratischen Bedingungen unter Verwendung
des Lösungsmittelgemisches
Wasser/Acetonitril 70:30 eluiert, und das Eluierprofil ist in 2C gezeigt.
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Hydrolyse
von Verbindungen wurde in einem Schweineleberesterasesystem getestet.
Die Daten sind in 2C gezeigt. Die Verbindungen
2 und 4 (1 mM in Tris-HCl) wurden mit 100 E Schweineleberesterase ((Sigma)
in Tris-HCl-Puffer (pH 7,4) 2 Stunden bei 37°C inkubier. Die Reaktion wurde
durch Zugabe von Aceton und durch Kühlen des Reaktionsgemisches
angehalten. Nach dem Zentrifugieren mit 15.000 × g wurden Anteile von 0,1
ml des Reaktionsgemisches hinsichtlich des Vorhandenseins des aktiven
Stoffwechselproduktes A-d4T-MP unter Verwendung einer quantitativen
analytischen HPLC-Methode, die 50 pmol des Stoffwechselprodukts
feststellen kann. Der Anteil von 0,1 ml des Reaktionsprodukts der
Verbindung 4 enthielt 1,4 mmol A-d4T-MP, während kein Stoffwechselprodukt
in dem Reaktionsprodukt der Verbindung 2 festgestellt wurde.
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Wie
in den 2A und 2B gezeigt,
führt das
Vorhandensein eines Elektronen abziehenden Substituenten in der
para-Stellung des Phenylrestes wahrscheinlich zur Steigerung der
Hydrolysegeschwindigkeiten der Phenoxygruppe in dem Stoffwechselproduktvorläufer B (2A und 2B),
die durch die carboxyesteraseabhängige
erste Stufe (1, A zu B) des Stoffwechselweges
von Phenylphosphatderivaten von d4T erzeugt wird. Eine einzelne
Bromsubstitution in der para-Stellung des Phenylringes würde das
Erkennen und die Hydrolyse dieser Verbindung durch die Carboxyesterase
(Stufe A zu B, 1) nicht stören. Eine elektronische Wirkung,
induziert durch den Elektronen abziehenden para-Bromsubstituenten,
würde zu
einer verstärkten
Hydrolyse von Phenoxygruppen C ergebendem D und anschließend E,
den Vorläufern
des Schlüsselreaktionsprodukts
A-d4T-MP führen.
Um diese Hypothese zu prüfen,
verglichen wir die unsubstituierte Verbindung 2, para-Methoxy (OCH3)-substituierte Verbindung 3 und para-Brom-substituierte
Verbindung 4 (= d4T-5'-p-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
bzw. d4T-pBPMAP) hinsichtlich ihrer chemischen Hydrolysegeschwindigkeit
nach Behandlung mit 0,002 NaOH durch Messung der Erzeugung von Alaninyl-d4T-Monophosphat
(A-d4T-MP).
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Wie
in 2C gezeigt, zeigte Verbindung 4 mit einem para-Bromsubstituenten
eine viel schnellere Hydrolyse als die unsubstituierte Verbindung
2, während
die Verbindung 3 mit dem Elek tronendonor-Substituenten-OCH3 in der para-Stellung eine langsamere Hydrolysegeschwindigkeit
als jede jener zwei Verbindungen hatte. Ähnlich war die Bleiverbindung
4 empfindlicher gegenüber
enzymatischer Hydrolyse durch Schweineleberesterase als die Verbindung
2 (2D).
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Beispiel 3
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Intrazellulärer Stoffwechsel
von Verbindungen 2–4
in TK-Mangel-CEM-Zellen
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Um
den intrazellulären
Stoffwechsel von 'Verbindungen
2–4 in
TK-Mangel-Zellen zu analysieren, wurden 1 × 106-CEM-Zellen
mit Verbindungen 2 – 4
(100 μM)
während
3 Stunden inkubiert und anschließend hinsichtlich der Bildung
des teilhydrolysierten Phosphatdiester-Stoffwechselprodukts Alaninyl-d4T-Monophosphats
durch HPLC geprüft.
Ersichtlich war die Menge dieses Stoff wechselprodukts in CEM-Zellen,
die mit der Verbindung 4 behandelt wurden, wesentlich größer als
in CEM-Zellen, die mit der Verbindung 2 oder 3 behandelt wurden
(680 pmol/106 Zellen gegenüber < 50 pmol/106 Zellen, 3).
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CEM-Zellen
wurden in einem Medium gezüchtet,
das aus RPMI, 10% Rinderfötusserum
und 1 % Penicillin/Streptomycin bestand. Zehn Millionen Zellen mit
einer Dichte von 106 Zellen/ml wurden mit
100 μM dieser
Verbindungen während
3 Stunden bei 37°C
inkubiert. Nach der Inkubation wurden die Zellen zweimal mit eiskaltem
PBS gewaschen und durch Zugabe von 0,5 ml 60% Methanol extrahiert.
Die Zellysate wurden auf –20°C über Nacht
gehalten, wonach die Lysate mit 15.000 × g während 10 Minuten zentrifugiert
wurden, um die Zellbruchstücke
zu entfernen. 100 μl-Anteile
dieser Lysate wurden direkt in HPLC eingespritzt. Das HPLC-System
bestand aus einer Hewlett-Packard/HP) Reihe 1100, ausgestattet mit
einer quarternären
Pumpe, einem automatischen Probennehmer, einem elektronischen Entgaser,
einem Detektor mit Diodengruppe und einem Computer mit einem Chemstations-Softwareprogramm
für Datenanalyse.
Die Proben wurden auf 150 × 4,6
mm Sulpelco-LC-DB-Cl8-Säule eluiert.
Ein Lösungsmittelgradient
wurde benutzt, um das Stoffwechselprodukt von der ursprünglichen
Verbindung aufzulösen,
die aus einem Gemisch von Methanol und 10 mM Ammoniumphosphat (pH
3,7) bestand. Der Gradient lief bei einer Fließgeschwindigkeit von 1 ml/Min
von 5 auf 35% Methanol während
der ersten 10 Minuten, hielt sich während 5 Minuten auf 35% Methanol
und endete mit einem linearen Gradienten von 35 auf 100% Methanol
in den nächsten
20 Minuten. Die Ermittlungswellenlänge wurde auf 270 nm eingestellt.
Ein Stoffwechselprodukt-Peak mit einer Verweilzeit von 8,7 Minuten
entsprechend 680 pmol von A-d4T-MP wurde nur in Anteilen von CEM-Zellysaten,
die mit Verbindung 4 inkubiert waren, detektiert.
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Wegen
ihrer erhöhten
Empfindlichkeit gegenüber
Hydrolyse wurde die Verbindung 4 als stärkeres Anti-HIV.-Mittel als
die anderen Verbindungen postuliert. Verbindungen 2 – 4 sowie
die Ausgangsverbindung d4T (1) wurden hinsichtlich ihrer Fähigkeit,
HIV-Replikation in peripheren einkernigen Blutrellen und TK-Mangel-CEM-T-Zellen
unter Verwendung der oben beschriebenen Verfahren (Zarling et al.,
1990, Nature 347:92; Erice et al., 1993, Antimicrob. Agents Chem
other, 37:835; Uckun et al., 1998, Antimicrob Agents Chemother. 42:383)
getestet. Der Prozentsatz der Hemmung von Virus-Replikation wurde
durch Vergleich der p24- und RT-Aktivitätswerte der Meßsubstanz-behandelten
infizierten Zellen mit jenen aus unbehandelten infizierten Zellen
berechnet.
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Parallel
wurde die Zytotoxizität
der Verbindungen unter Verwendung eines Mikrokultur-Tretrazoliumtests
(MTA) von Zellvermehrung geprüft,
wie in den obigen Artikeln von Zarling, Enrice und Ukkun beschrieben ist.
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Die Ähnlichkeit
der IC
50-Werte für die Hemmung von HIV-1-Replikation,
die in Tabelle 1 gezeigt ist, macht evident, daß die d4T-Arylphosphatderivate
stärker
als die ursprüngliche
Verbindung d4T waren, wenn sie in peripheren einkernigen, HIV-1-infizierten
Zellen getestet wurden. Gemäß den früheren Berichten
war die Fähigkeit
von 4dT, HIV-1-Replikation zu hemmen, im wesentlichen in TK-Mangel-CEM-Zellen
reduziert. Während
der IC
50-Wert für die Hemmung von p24-Produktion
durch d4T 18 nM in peripheren einkernigen Blutzellen war, war der
Wert 556 nM in TK-Mangel-CEM-Zellen. Ähnlich wurde
der IC
50-Wert für die Hemmung der RT-Aktivität von 40
nM auf 2355 nM gesteigert (Tabelle 1). Während alle drei Arylphosphatderivate
stärker
als d4T in TK-Mangel-CEM-Zellen
waren, war die Verbindung 4 (d4T-5'-[p-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat])
mit einem para-Bromsubstituenten in 12,6-mal stärker in der Hemmung von p24-Produktion
(IC
50-Werte: 44 nM gegenüber 556 nM) und 41,3-mal so
stark in der Hemmung der RT-Aktivität (IC
50-Werte:
57 nM gegenüber
2355 nM) als d4T (Tabelle 1). Tabelle
1
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Keine
der getesteten Verbindungen zeigte feststellbare Zytotoxizität bei peripheren
einkernigen Blutzellen oder CEM-Zellen bei Konzentrationen so hoch
wie 10.000 nM, bestimmt durch MTA. Von sich aus war die Verbindung
3 mit einem para-Methoxysubstituenten im Arylrest 5- bis 6-mal weniger
wirksam als die Verbindung 4 bei der Hemmung der RT-Aktivität in HIV-infizierten
TK-Mangel-CEM-Zellen (IC50-Werte: 320 nM
gegenüber
57 nM), obwohl diese beiden Verbindungen ähnliche Aktivität in peripheren
einkernigen Blutzellen zeigten (IC50-Werte:
33 nM statt 42 nM). So scheint die Identität des para-Substituenten die
Anti-HIV-Aktivität des
Arylphosphatderivates von d4T in TK-Mangel-Zellen zu beeinflussen. Nach
unserer Kenntnis ist dies die erste Demonstration, daß die Stärke sowie
der Selektivitätsindex
des d4T-Arylphosphatderivates wesentlich durch Einführung eines
einzigen para-Bromsubstituenten im Arylrest verbessert werden kann.
Diese bisher unbekannte Beziehung zwischen Struktur und Aktivität, die durch
den Arylrest der Phosphatderivate von d4T bestimmt wurde, liefert
eine Basis für
die Gestaltung potentiell stärkerer
d4T-Analoge.
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Beispiel 4
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Aktivität von Verbindung
4 und AZT in MDR-Zellen
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Die
Aktivität
von Verbindung 4 (d4T-5'-[p-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat])
gegen HIV-MTR-Zellen
wurde mit AZT-5'-[p-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat](P-AZT)
und mit AZT verglichen. Die Inkubation und Analysemethoden, die
verwendet wurden, waren wie oben in Beispiel 4 beschrieben.
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Wie
in Tabelle 2 gezeigt. haben P-AZT und AZT ähnliche Aktivitäten wie
die IC
50-Werte von 1,5 bzw. 2,0 nM. Die
Aktivität
von Verbindung 4 (0,02 nM) ist 100-fach wirksamer als AZT (2,0 nM). Tabelle
2
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Beispiel 5
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Synthese von Arylphosphatderivaten
von 3dT
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Zu
weiteren Vergleichszwecken wurde der Effekt auf Anti-HIV-Aktivität verschiedener
Substitutionen in der Arylgruppe von Arylphosphatderivaten von 3'-Dioxythymidin (3dT)
untersucht. Wie in Schema 3, wurde 3dT 5 aus d4T 1 hergestellt,
welches aus Thymidin unter Verwendung des Literaturverfahrens (Mansuri
et al., 1989, J. Med. Chem. 32:461-466) hergestellt wurde. Hydrierung
von 1 wurde in Ethanol in Gegenwart von H2 und
einer katalytischen Menge von 5%-igem Pd/C durchgeführt, um
3dT 5 in 85%-iger Ausbeute zu ergeben. Geeignete substituierte Phenylmethoxyalaninylphosphorochloridate
wurden auch nach der Methode hergestellt, die von McGuigan et al.,
1992, Antiviral Res. 17:311-321 beschrieben ist, und Verbindungen
6–11 wurden synthetisiert,
wie in Schema 2 dargestellt ist.
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Schema
2. Das geeignet substituierte Phenylmethoxyalaninylphosphorochloridat
wurde zu einem Gemisch von 3dt und 1-Methylimidazol in wasserfreiem
THF zugegeben. Das Reaktionsgemisch wurde 12 Stunden bei Raumtemperatur
gerührt
und dann wurde Lösungsmittel
entfernt. Der resultierende Gummi wurde erneut in Chloroform aufgelöst und mit
1M HCl, gesättigter
Natriumbicarbonatlösung
(ausgenommen im Fall von NO2-Derivat) und
dann mit Wasser gewaschen. Die organische Phase wurde mit MgSO4 getrocknet und das Lösungsmittel wurde im Vakuum
entfernt. Das Rohprodukt wurde mit Kieselgel-Säulenschnellchromatographie gereinigt,
mit 5%-igem Methanol in Chloroform eluiert, um reine Verbindungen
6 – 11
in guten Ausbeuten zu ergeben.
-
Physikalische
Daten der synthetisierten Verbindungen wurden bestimmt. HPLC wurde
unter Verwendung von Cl8 4 × 250
mm LiChrospher-Säule
und mit 70:30 Wasser/Acetonitril bei einer Fließgeschwindigkeit von 1 ml/Min
durchgeführt.
Die Reinheit der folgenden Verbindungen überstieg 96% mit HPLC. 13C NMR-Peaks markiert durch Sterne sind
aufgrund von Diastereomeren aufgespalten.
Verbindung 5: Ausbeute:
85%, 1H NMR (CDCl3) δ 11,1 (br
s, 1H), 7,82 (s, 1H), 5,97 – 5,94
(m, 1H), 5,10 (br s, 1H), 4,05 – 3.95
(m, 1H), 3,72–3,52
(m, 2H), 2,30–1,86
(m, 4H), 1,77 (s, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 163,9,
150,4, 136,4, 108,7, 84,8, 81,4, 62,2, 31,8, 25,1 und 12,5.
Verbindung
6: Ausbeute: 96%, IR (nackt) 3211, 2955, 2821, 1689, 1491, 1265,
1211, 1153, 1043 und 933 cm–1; 1H
NMR (CDCl3) δ 10,1 (br s, 1H), 7,47 (s, 1H),
7,32–7,12
(m, 5H), 6,14–6,08
(m, 1H), 4,41–4,21
(m, 4H), 4,05–4,00
(m, 1H), 3,70, 3,69 (s, 3H), 2,37–2,32 (m, 1H), 2,05–1,89 (m,
7H), 1,38–1,35
(dd, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,6*,
163,8, 150,3, 150,1*, 135,2, 129,4*, 124,7, 119,8*, 110,5*, 85,7*,
78,3*, 67,2*, 52,3, 50,1*, 31,6*, 25,4*, 20,7* und 12,4*; 31P NMR (CDCl3) δ 2,82 & 3,11: MS (MALDI-TOF):
490,4 (M + Na); HPLC Rückhaltezeit
= 6,86, 7,35 Minuten.
Verbindung 7: Ausbeute 96%; IR (nackt):
3217, 2954, 2821, 1743, 1689, 1489, 1265, 1217, 1153, 1092, 926 & 837 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,40 (br
s, 1H), 7,43–7,41
(m, 1H), 7.30–7,14
(m, 4H), 6,13–6,07
(m, 1H), 4,39–4,00
(m, 5H), 3,71, 3,70 (a, 3H), 2,38–2,36 (m, 2H), 2,09–1,89 (m, 5H),
1,39–1,36
(dd, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,6*,
163,7, 150,2, 148,8*, 135,3, 129,5–129,0, 121,5–121,3,
116,3, 110,6, 86,0*, 78,4*, 67,7*, 52,6*, 50,2*, 31,8*, 25,4*, 20,9*
und 12,5; 31P NMR (CDCl3) δ 2,87 & 3,09 MS (MALDI-TOF);
524,9 (M + Na =; HPLC Rückhaltezeit
= 14,5, 14,89 Minuten.
Verbindung 8: Viskoses Öl Ausbeute:
96%; λmax: 223 (ε 3338)
und 269 (ε 4695)
nm; IR (nackt): 3211, 2955, 1743, 1693, 1500, 1569, 1265, 1197,
1153, 1045, 923 & 843
cm–1; 1H NMR(CDCl3) δ 9,40 (br
s, 1H), 7,45–7,43 (d,
1H), 7,19–7.01
(m, 4H), 6,14 – 6.06
(m, 1H), 4,39–3,97
(m, 5H), 3,71, 3,70 (s, 3H), 2,38–1,89 (m, 7H), 1,39 – 1,35 (t,
3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,6*,
163,7, 150,2, 150,1*, 135,3, 121,5*, 116,3*, 110.6*. 85,9*, 78,4*, 67,7*.
52.6, 50,2*, 52,6, 50,2*, 31,8*, 25,6*, 20,9* und 12,5; 31P NMR (CDCl3) δ 3,13 & 3,37; MS (MALDI-TOF: 508,2
(M + Na); HPLC Rückhaltezeit
= 8,38, 8,80 Minuten.
Verbindung 9: Ausbeute: 83%, IR (nackt)
3211, 2954, 1743, 1689, 1485, 1265, 1217, 1153, 1010, 923 & 833 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,82 (br
s, 1H), 7,45–7,41
(m, 3H), 7,15–7,11
(m, 2H), 6,14–6,06
(m, 1H), 4,39 – 4,00 (m,
5H), 3,71, 3,70 (s, 3H), 2,38–1,89
(m, 7H), 1,39–1,35
(dd, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,6*,
163,8, 150,3, 148,5*, 135,2, 132,6*, 121,8*, 117,7, 110,6*, 85,9*,
78,3*, 67,2*, 52,5, 50,2*, 31,6*, 25,6*, 20,8* und 12,5; 31P NMR (CDCl3) δ 2,83 & 3,05; MS (MALDI-TOF):
570,0 (M + 2 + Na); HPLC Rückhaltezeit
= 15,30, 16,57 Minuten.
Verbindung 10: Ausbeute: 87%; IR (nackt):
3203, 2955, 1743, 1684, 1593, 1522, 1348, 1265, 1153, 1101, 920 %
860 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,51 (br
s, 1H), 8,24–8,21
(m, 2H), 7,42–7.37
(m, 3H), 6,13–6,08
(m, 1H), 4,39–4,03
(m, 5H), 3,72, 3,71 (s, 3H), 2,38–1,89 (m, 7H), 1,41–1,38 (dd,
3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,4*,
163,7, 155,2*, 150,2, 144,4, 135,3, 125,9–125,4, 120,6, 115,4, 110,6*,
86,1*, 78,4*, 68,1*, 52,7, 50,2*, 31,7*, 25,8*, 20,9* und 12,5; 31P NMR (CDCl3) δ 2,60 & 2,81; MS (MALDI-TOF):
535,0 (M + Na); HPLC Rückhaltezeit
= 8,12, 10,14 Minuten.
Verbindung 11: Ausbeute: 100%; IR (nackt):
3209, 2954, 1743, 1506, 1468, 1265, 1207, 1153, 1036, 937 & 835 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,89 (br
s, 1H), 7,49–7,47
(m, 1H), 7,16–7,11
(m, 2H), 6,84–6,80
(m, 2H), 6,15 – 6,09
(m, 1H), 4,39–4,02
(m, 5H), 3,77, 3,76 (s, 3H), 3,74, 3.73 (s, 3H), 2,38–1,89 (m,
7H), 1,38 – 1,33
(t, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,7*,
163,9, 156,3, 150,3, 143,7*, 135,2, 120,7*, 114,3*, 110,5, 85,7*,
78,4*, 67,3*, 55,4, 52,4, 50,1*, 31,8*, 25,4*, 20,8* und 12,4*; 31P NMR (CDCl3) δ 3,27 & 3,52; MS (MALDI-TOF):
521,3 (M + Na); HPLC Rückhaltezeit
= 7,15, 7,66 Minuten.
-
Beispiel 6
-
Antivirus-Aktivität von 3dT-Verbindungen
6–11
-
Die
Verbindungen 6–11
sowie die ursprüngliche
Verbindung 3dT wurden in einem Vergleich Seite an Seite mit d4T
hinsichtlich ihrer Fähigkeit,
HIV-1-Replikation in peripheren einkernigen Blutzellen und TK-Mangel-CEM
T-Zellen unter Verwendung früher
beschriebener Verfahren zu hemmen (Zarling et al., 1990, Enrice et
al., 1993, Uckun et al., 1998, siehe oben).
-
3dT
sowie dessen Derivate waren weniger aktiv als d4T in peripheren
einkernigen Blutzellen sowie TK-Mangel-CEM T-Zellen (Tabelle 3).
Bemerkenswerterweise waren in peripheren einkernigen Blutzellen
die IC50[RT]-Werte für Verbindungen 6 – 11 höher als
der IC50[RR]-Wert von 3dT (1,3–3,1 gegenüber 0,7,
Tabelle 3), was vorschlägt,
daß diese
Vorarzneimittel genügend
stabil sind und TK-unabhängige
Stufen in ihrem Metabolismus, vielleicht ihrer enzymatischen Hydrolyse,
geschwindigkeitsbegrenzend für
die Erzeugung aktiver Stoffe sein können. Im Gegensatz dazu wurden
Arylphosphatderivate von d4T als stärker als d4T beschrieben, was
vorschlägt,
daß die
TK-abhängige
Erzeugung von d4T-Monophosphat geschwindigkeitsbegrenzend in ihrer
Stoffwechselaktivierung (McGuigan et al., 1996a) ist. In Übereinstimmung
mit den berichteten Ergebnissen in der Literatur bezüglich biologischer
Aktivität
von Arylphosphatderivaten von d4T und AZT (McGuigan et al., 1993,
1996a) waren die Arylphosphatderivate von 3dT aktiver als die Ursprungsverbindung
3dT bei der Hemmung von HIV-1-Replikation in TK-Mangel-Zellen, obwohl
mit noch höheren
mikromolaren IC50 [RT]-Werten (Tabelle 3).
-
Da
die Verbindungen 6–11
weniger aktiv in TK-Mangel-CEM T-Zellen waren als sie in peripheren
einkemigen Blutzellen (PBMNC) waren, wurde postuliert, daß die Umwandlung
von 3dT-Monophosphat,
das aus diesen Vorarzneimitteln in sein aktives Triphosphat umgewandelt
wurde, mit einer viel langsameren Geschwindigkeit in Abwesenheit
von TK abläuft.
Durch Vergleich zeigten die Arylphosphatderivate von d4T ähnliche
Aktivität
in normalen und TK-Mangel-Zellen (McGuigan et al., 1996 Bioorg.
Med. Chem. Lett. 6:1183-1186).
-
Anti-HIV-Aktivität von Arylphosphatderivaten
von 3'-Deoxythymidin
(6 – 11)
in normalen peripheren einkernigen Blutrellen (PBMNC) und TK-Mangel-CEM
T-Zellen. Alle Daten sind in μM
angegeben und repräsentieren
Konzentrationen, die erforderlich sind, um Virus-Replikation zu
hemmen, die durch Tests von RT-Aktivität, durch 50% (ICso[RT])
9 oder 50%-ige zytotoxische Konzentration,
gemessen durch MTA (IC
50[MTA]) (Mansuri
et al., 1989 J. Med. Chem. 32:461). Tabelle
3
-
Wie
in den 5A und 5B gezeigt,
sollte der elektronische Effekt von para-Substitutionen in dem Phenylrest
die hydrolytische Umwandlung von B in D auf dem Stoffwechselweg
von Arylphosphatderivaten von 3dT beeinflussen, wie in 1 gezeigt.
Das Vorhandensein eines Elektronen abziehenden Substituenten in der
para-Stellung des Phenylrestes sollte, wie zu erwarten war, die
Hydrolysegeschwindigkeiten der substituierten Phenoxygruppen in
Verbindungen 7–10
(2A und 2B) steigern.
Diese Verbindungen waren aber nicht aktiver als die Verbindung 6
ohne para-Substitution oder die Verbindung 11 mit einem Elektronendonor-para-Substituenten,
was die Hypothese stützt,
daß die
Carboxyesterase-abhängige
erste Hydrolysestufe in ihrem Stoffwechsel (A zu B in 1)
eine kritische und geschwindigkeitsbegrenzende Rolle für die Erzeugung
von aktiven 3dT-Stoffwechselprodukten spielt. Somit können die
Verbindungen 7–10
als relativ schlechte Substrate für die vermeintliche Carboxyesterase
Verantwortung für
ihre Hydrolyse gemäß Stoffwechselweg dienen,
der für
Arylmethoxyalaninylphosphatderivate von Nukleosidanalogen (McIntee
et al., 1997 J. Med. Chem. 40:3323-3331) vorgeschlagen wird.
-
Beispiel 7
-
Anti-HIV-Aktivität von Derivaten
von d4T. AZT und 3dT
-
Wie
in Schema 1 gezeigt, wurde d4T 1 aus Thymidin unter Verwendung des
Literaturverfahrens (Mansuri et al., 1989, siehe oben) hergestellt.
Hydrierung von 1 in Ethanol in Gegenwart von H2 und
katalytischer Menge von 0,5% Pd/C ergab 3dt 3 in 85%-iger Ausbeute
(Schema 1).
-
AZT
2 wurde aus Thymidin unter Verwendung der Literaturmethoden (Chu
et al., US-Patent 4,841,039) hergestellt. Die ddN-Phosphorylierungsmittel,
die unterschiedliche Substituenten in ihren Phenoxyresten besitzen,
5a, 5b und 5c, wurden aus den handelsüblichen Phenolen in zweistufigen
Verfahren (Schema 2) hergestellt (McGuigan et al., 1992, siehe oben),
wo die Verbindungen 4a, 4b, 5a, 5b, 7a und 7b vorher beschrieben
wurden. Die Verbindungen 4c und 5c sind neu, und ihre Syntheseverfahren
sowie Charaktensierungsdaten sind nachfolgend aufgeführt.
-
Die
Synthese von Phenylmethoxyalaninylphosphatderivaten von d4T 1, AZT
2 oder 3dT 3 wurde unter den folgenden in der Literatur beschriebenen
Bedingungen durchgeführt,
wie in Schema 3 gezeigt ist (McGuigan et al., 1992). Die allgemeinen
synthetischen Verfahren sind folgende: das geeignet substituierte Phenylmethoxyalaninylphosphorochloridat
5 wurde zu einem Gemisch des erwünschten
ddN (1, 2 oder 3) und von 1-Methylimidazol in wasserfreiem THF zugegeben.
Das Reaktionsgemisch wurde 12 Stunden bei Raumtemperatur gerührt, und
dann wurde Lösungsmittel
entfernt. Der resultierende Gummi wurde erneut in Chloroform aufgelöst und mit
1 M HCl, gesättigter
Natriumbicarbonatlösung
und dann mit Wasser gewaschen. Die organische Phase wurde durch
MgSO
4 getrocknet, und das Lösungsmittel
wurde im Vakuum entfernt. Das Rohprodukt wurde durch Kieselgel-Säulen-Schnellchromatographie
unter Verwendung eines Lösungsmittelgemischs
von Methanol und Chloroform zum Eluieren gereinigt und ergab die
erwünschten
reinen Verbindungen in guter Ausbeute. Schema
1. Synthese von d4T und 3dT
Schema
2. Synthese von Phenylmethoxyalaninylphosphorochloridaten
Schema
3. Synthese von Phenylmethoxyalaninylphosphatderivaten von ddN.
-
p-Bromphenylphosphorodichloridat
4c.
-
Nach
dem von McGuigan et al., 1993, siehe oben, beschriebenen Verfahren
wurde eine Lösung
von p-Bromphenol (13,20 g, 76,30 mmol) und destilliertem Triethylamin
(10,65 ml) in wasserfreiem Et2O (165 ml) tropfenweise
zu einer heftig gerührten
Lösung
von Phosphorylchlorid (8,5 ml, 91,2 mmol) in wasserfreiem Et2O (83 ml) bei 0°C während einer Zeitdauer von 3
Stunden unter Stickstoffatmosphäre
zugegeben. Nacheinander wurde das resultierende Gemisch allmählich bis
zur Raumtemperatur erwärmt,
wirksam über
Nacht bei Raumtemperatur gerührt
und dann 2 Stunden auf Rückflußbedingungen
erhitzt. Das Reaktionsgemisch wurde auf Raumtemperatur gekühlt und
unter Saugdruck filtriert. Der Niederschlag wurde mit wasserfreiem
Et2O (2 × 50 ml) gewaschen. Die vereinigten
Et2O-Schichten wurden zur Trocknung auf
einem Rotationsverdampfer eingedampft, um eine Rohausbeute 4c als
ein gelbliches Öl
zu ergeben, welches dann einer Vakuumdestillation unterzogen wurde,
um reines 4c zu ergeben (14,05 g; 63,5%-ige Ausbeute) als ein farbloses
viskoses Öl
(Kp. 110–115°C/2 mm HG).
IR (nackt) 3095, 1481, 1303, 1187, 948, 829cm*.1*: 1H
NMR (300 MHz, CDCl3) δ 7,50 (2H, d, J = 9,0 Hz), 7,15
(2H, d, J = 9,0 Hz), GC/MS (m/e) 290 (M+),
254 (M+ – Cl) 173 (M+ – POCl2, 81Br), 171 (M+ – POCl2, 79Br), 156 (M+ – PO2Cl2,81Br),
154 (M+ – PO2Cl2, 79Br). Br), 355,9
(M+, 79Br), 322,0
(M+, 81Br), 320,0 (M+ – Cl, 79Br), 297,9 (M+ – COOCH3 81Br), 295,9 (M+ – COOH3),
184,0 (M+ – BrC6H4O).
-
p-Bromphenylmethoxyalaninylphosphorochloridat
5c.
-
Nach
dem von McGuigan et al., siehe oben, beschriebenen Verfahren wurde
eine Lösung
von destilliertem Triethylamin (8,80 ml, 63,14 mmol) in wasserfreiem
CH2Cl2 (180 ml)
tropfenweise über
einen zusätzlichen
Trichter in eine heftig gerührte
Lösung
von p-Bromphenylphosphorodichloridat 4c (8,69 g, 29,97 mmol) und
L-Alaninmethylesterhydrochlorid (4,19 g, 30,02 mmol) in wasserfreiem
CH2Cl2 (250 ml)
bei –70°C während einer
Zeitdauer von 3 Stunden unter Stickstoffatmosphäre zugegeben. Anschließend ließ man das
resultierende Gemisch allmählich
sich auf Raumtemperatur erwärmen
und rührte über Nacht
bei Raumtemperatur. Das Lösungsmittel
wurde auf einem Rotationsverdampfer entfernt. Wassertreies Et2O (300 ml) wurde zugegeben, um den Rückstand
aufzulösen,
und dann wurde unter Saugdruck filtriert, um den weißen Feststoff
zu entfernen. Der weiße
Feststoff wurde mit wasserfreiem Et2O (2 × 60 ml)
gespült.
Die Et2O-Schichten wurden vereinigt und
zur Trockene eingedampft und ergaben eine quantitative Ausbeute
von 5c (10,7 g) als ein fahl pink-gelbes viskoses Öl. Dieses
Produkt wurde dann für
die nächste
Stufenreaktion ohne weitere Reinigung verwendet. IR (nackt) 3212,
2989, 2952, 1747, 1483, 1270, 1209, 1147, 927, 831, 757 cm–1; 1H NMR (300 MHz, CDCl3) δ 8,70 (1H,
br, Ala-NH), 7,48 (2H, d, J = 9,0 Hz), 7,16 (2H, d, J = 9,0 Hz),
3,79 & 3,77 (3H,
s & s, -OCH3), 1,51 & 1,40
(3H, d & d, Ala-CH3). MS (Cl, m/e) 357,9 (M+, 81Br), 355,9 (M+, 79Br), 320,0 (M+ – Cl, 79Br), 297,9 (M+ –COOCH3, 81Br), 295,9 (M+ COOH3), 184,0 (M+ – BrC6H4O).
-
Kennzeichnungsdaten von
Phenylmethoxyalaninylphosphatderivaten von AZT 1, d4T 2 und 3dT
3
-
HPLC
wurde unter Verwendung von Cl8 4 × 250 mm LiChrospher-Kolonne
mit Wasser/Acetonitril 70:30 bei einer Fließgeschwindigkeit von 1 ml/Min.
eluiert. Die Reinheit der folgenden Verbindungen überschritt
96% durch HPLC. 13C NMR-Peaks, markiert
durch Sterne, wurden infolge von Diastereomeren, die aus den Phosphorstereozentren
aufstiegen, gespalten.
Verbindung 6a: Ausbeute: 81%; IR (nackt):
3222, 2985, 2954, 1743, 1693, 1593, 1491, 1456, 1213, 1153, 1039,
931, 769cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,30 (br
s, 1H), 7,30–7,10
(m, 6H), 6,85–6,82
(m, 1H), 6,36–6,26
(m, 1H), 5,91 – 5,85
(m, 1H), 5,00 (br m, 1H), 4,19–3,68
(m, 4H), 3,72, 3,71 (s, 3H), 1,83, 1,80 (d, 3H), 1,38–1,25 (m,
3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,9, 163,7,
150,7, 149,7, 135,7*, 133,2*, 129,6*, 127,3*, 125,0*, 120,0, 111,1, 89,6*,
85,4*, 66,9*, 52,5*, 50,0*, 20,9 und 12,3; 31P
NMR (CDCl3) δ 2,66, 3,20; MALDI-TOF Masse
m/e 487,9 (M + Na); HPLC Rückhaltezeit:
5,54 & 5,85 Minuten.
Verbindung
6b: Ausbeute: 92%; IR (nackt): 3223, 3072, 2999, 2953, 2837, 1743,
1693, 1506, 1443, 1207, 1153, 1111, 1034, 937, 837 und 756 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,40 (br
s, 1H), 7,30–7,00
(m, 5H), 6,83–6,81
(m, 1H), 6,37–6,27
(m, 1H), 5,91–5,86
(m, 1H), 5,00 (br m, 1H), 4,40–4,30
(m, 2H), 4,20–4,10
(m, 2H), 3,95–3.93 (s,
3H), 3,82–3,80
(s, 3H), 3, 82–3,80
(s, 3H), 1,85–1,81
(s, 3H) und 1,39–1,29
(m, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 174,0, 163,9,
156,6, 150,8, 143,5, 135,8*, 133,3*, 127,4*, 121,2*, 114,5, 111,2,
89,7*, 84,5, 66,9*, 55,5, 52,5, 50,6*, 20,9 und 12,3; 31P
NMR (CDCl3) δ 3,82, 3,20; MALDI-TOF Masse
m/e 518,2 (M + Na); HPLC Rückhaltezeit:
5,83 & 6,26 Minuten.
Verbindung
6c: Ausbeute: 83%; IR (nackt) 3203, 3070, 2954, 2887, 1743, 1693,
1485, 1221, 1153, 1038, 912, 835, 733 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,60–9.58 (br
s, 1H), 7,45–7,42
(m, 2H), 7.30–7.09
(m, 4H), 6,37–6,27
(m, 1H), 5,93–5,88
(m, 1H), 5,04–5,01
(br m, 1H), 4,35–4,33
(m, 2H), 4,27–3,98
(m, 2H), 3,71–3,70
(s, 3H), 1,85 – 1,81
(s, 3H), 1,37–1,31
(m, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,7, 163,8,
150,8, 149,7*, 135,6*, 133,1*, 127,4*, 121,9*, 118,0, 111,2*, 89,7*,
84,4*, 67,8*, 52,5, 50,0*, 20,7 und 12,3; 31P
NMR (CDCl3) δ 3,41, 2,78; MALDI-TOF Masse m/e
567,1 (M + Na); HPLC Rückhaltezeit:
12,04 & 12,72
Minuten.
Verbindung 7c: Ausbeute: 95%; IR (nackt) 3205,7, 3066,3,
2954,5, 2109,8, 1745,3, 1691,3, 1484,9, 1270,9, 1153,2, 1010,5 und
926,1 cm–1; 1H NMR (300 MHz, CDCl3) δ 8,69 (1H,
br, 3-NH), 7,45 (2H, d, J = 9,0 Hz, Aryl H), 7,34 & 7, 32 (1H, s & s, Vinyl H),
7,11 (2H, d, J = 9,0 Hz, Aryl H), 6,18 & 6,13 (1H, t & t, J = 6,6 Hz, Hz bei C-1'), 4,44–3,77 (6H,
m, H bei C-3', 4' & 5', Ala-NH und Ala-CH), 3,73 & 3,72 (3H, s & s, -COOCH3), 2,51–2,20 (2H,
m, H bei C-2'),
2,18 (3H, s, -CH3 bei C-5), 1,39 & 1,36 (3H, d & d, Ala-CH3). 13C NMR (75 MHZ,
CDCl3) δ 173,6,
163,6, 150,1, 149,2, 149,1, 135,2, 132,4, 121,6, 117,8, 111,1, 85,0,
84,7, 81,9, 81,8, 65,5, 60,1, 59,9, 52,4, 50,0, 49,9, 36,9, 20,6,
20,5, 12,2. MS (Cl, m/e) 589,1 (M+, 81Br) und 587,1 (M+, 19Br).
Verbindung 8a: Ausbeute: 96%;
IR (nackt) 3211, 2955, 2821, 1689, 1491, 1265, 1211, 1153, 1043
und 933 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 10,1 (br
s, 1H), 7,47 (s, 1H), 7,32–7,12
(m, 5H), 6,14–6,08
(m, 1H), 4,41–4,21
(m, 4H), 4,05 – 4,00
(m, 1H), 3,70, 3,69 (s, 3H), 2,37–2,32 (m, 1H), 2,05–1,89 (m,
7H), 1,38–1,35
(dd, 3H); 13C NMR (CDCö3) δ 173,6*,
163,8, 150,3, 150,1*, 135,2, 129,4*, 124,7, 119,8*, 110,5*, 85,7*,
78,3*, 67,2*, 52,3, 50,1*, 31,6*, 25,4*, 20,7* und 12,4*; 31P NMR (CDCl3) δ 2,82 & 3,11; MS (MALDI-TOF):
490,4 (M + Na); HPLC Rückhaltezeit
= 6,86, 7,35 Minuten.
Verbindung 8b: Ausbeute: 100%; IR (nackt):
3209, 2954, 1743, 1506, 1468, 1265, 1207, 1153, 1036, 937 & 835 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,89 (br
s, 1H), 7,49–7.47
(m, 1H), 7,16–7,11
(m, 2H), 6,84–6,80
(m, 2H), 6,15–6,09
(m, 1H), 4,39–4,02
(m, 5H), 3,77, 3,76 (s, 3H), 3,74, 3,73 (s, 3H), 2,38–1,89 (m,
7H), 1,38–1,33
(t, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,7*,
163,9, 156,3, 150,3, 143,7*, 135,2, 120,7*, 114,3*, 110,5, 85,7*,
78,4*, 67,3*, 55,4, 52,4, 50,1*, 31,8*, 25,4*, 20,8* und 12,4*; 31P NMR (CDCl3) δ 3,27 & 3,52; MS (MALDI-TOF):
521,3 (M + 1 + Na); HPLC Rückhaltezeit
= 7,15, 7,66 Minuten.
Verbindung 8c: Ausbeute: 83%; IR (nackt):
3211, 2954, 1743, 1689, 1485, 1265, 1217, 1153, 1010, 9,23 & 833 cm–1; 1H NMR (CDCl3) δ 9,82 (br
s, 1H), 7,45–7,41
(m, 3H), 7,15–7,11
(m, 2H), 6,14–6,06
(m, 1H), 4,39–4,00 (m,
5H), 3,71, 3,70 (s, 3H), 2,38–1,89
(m, 7H), 1,39–1,35
(dd, 3H); 13C NMR (CDCl3) δ 173,6*,
163,8, 150,3, 148,5*, 135,2, 132,6*, 121,8*, 117,7, 110,6*, 85,9*,
78,3*, 67,2*, 52,5, 50,2*, 31,6*, 25,6*, 20,8* und 12,5; 31P NMR (CDCl3) δ 2,83 & 3,05; MS (MALDI-TOF):
570,0 (M + 2 + Na); HPLC Rückhaltezeit
= 15,50, 16,57 Minuten.
-
Zelluläre Tests
von Anti-HIV-Aktivität
und Zytotoxizität.
Anti-HIV-Aktivitäten
wurden in AZT-empfindlichem
HIV-1 (Stamm: HTL VIIIB)-, AZT- und NNI-resistentem HIV-1 (Stamm:
RTMDR-1)-(freundlicherweise von
Dr. Brendan Larder, NIH AIDS Forschung- und Bezugsreagenzprogramm,
DIV, AIDS, NIAID, NIH; Kat: Nr. 2529) oder HIV-2 (Stamm: CBL-20)-infizierte
periphere einkernige Blutzellen (PBMNC) sowie HTLVIIIB-infizierten
TK-Mangel-CEM T-Zellen ausgewertet durch Bestimmung der Konzentration
der Verbindung, die benötigt
wurde, um Virusreplikation um 50%, bezogen auf Revertase-Aktivitätversuche
(IC50[RT]) zu hemmen. Der Prozentsatz von
Virushemmung wurde durch Vergleichen der RT-Aktivitätswerte
aus den mit der Testsubstanz behandelten infizierten Zellen mit
RT-Werten von unbehandelt infizierten Zellen (d.h. Viruskontrollen)
berechnet. Die 50%-igen zytotoxischen Konzentrationen der Verbindungen
(CC50[MTA]) wurden mit Mikrokultur-Tetrazoliumversuchen
(MTA) unter Verwendung von 2,3-Bis-(2-methoxy-4-nitro-5-sulfophenyl)-5-[(phenylamino)-carbonyl]-2H-tetrazoliumhydroxid
(XTT) (Zarling et al., 1990, Erice et al., 1993, Ukkun et al, 1998,
siehe oben) gemessen.
-
Identifizierung von d4T-5'-(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
und AZT-5'-(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
als starkes Anti-HIV-Mittel.
-
Die
d4T-Phenylphosphatderivate waren nicht stärker als die Ursprungsverbindung
d4T beim Testen in HIV-1-infigziertem PBMNC. Die Fähigkeit
von d4T, HIV-1-Replikation zu hemmen, wurde im wesentlichen in TK-Mangel-CEM-Zellen
reduziert. Während
der IC50-Wert für eine Hemmung der RT-Aktivität durch
d4T mit 40 nM in PBMNC war, war er 2400 nM in TK-Mangel-CEM-Zellen
(Tabelle 4 und 4A–4F). Obwohl
alle drei Phenylphosphatderivate stärker als d4T in TK-Mangel- CEM-Zellen waren,
war die Verbindung 6c (d4T-5'-[p-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat])
mit para-Bromsubstituent in dem Phenylrest 60mal stärker bei
der Hemmung der RT-Aktivität
(IC50-Werte:
60 nM gegenüber
2400 nM) als d4T (Tabelle 4).
-
Keine
der Verbindungen zeigte irgendeine feststellbare Zytotoxizität für PBMNC-
oder CEM-Zellen
bei Konzentrationen so hoch wie 10.000 nM, bestimmt durch MTA. Höchst interessant
ist, daß die
Verbindung 6b mit einem para-Methoxysubstituenten im Phenylrest
5mal geringer wirksam war als die Verbindung 6c bei der Hemmung
der RT-Aktivität
in HIV-infizierten TK-Mangel-CEM-Zellen
(IC50-Werte: 300 nM gegenüber 60 nM), obwohl
diese zwei Verbindungen ähnliche
Aktivität
in peripheren einkernigen Blutzellen zeigten (IC50-Werte: 30
nM gegenüber
40 nM) (Tabelle 4).
-
Verbindungen
7a, 7b, 7c und ihre Ursprungsverbindung AZT 2 wurden hinsichtlich
ihrer Fähigkeit
getestet, HIV-Replikation in PBMNC und TK-Mangel-CEM T-Zellen zu
hemmen (Tabelle 4). Die prozentuale Hemmung von Virus-Replikation
wurde durch Vergleich der RT-Aktivitätswerte von den testsubstanzbehandelten
infizierten Zellen mit jenen von unbehandelten infizierten Zellen
berechnet. Parallel wurde die Zytotoxizität der Verbindungen unter Verwendung
eines Mikrokultur-Tetrazolium-Assay
(MTA) von Zellvermehrung geprüft. Die
Fähigkeit
von AZT 2 HIV-1-Replikation zu hemmen, wurde wesentlich in TK-Mangel-CEM-Zellen
reduziert. Während
der IC50-Wert für die Hemmung von RT-Aktivität durch
AZT 3 nM in PBMNC war, war er 200 nM in TK-Mangel-CEM-Zellen. Unähnlich zu
den entsprechenden d4T-Derivaten waren die unsubstituierten und
parasubstituierten Phenylphosphatderivate von AZT nicht stärker als
die Ursprungsverbindung AZT beim Testen in HIV-1-infizierten TK-Mangel-CEM
T-Zellen. Das para-Brom-substituierte Phenylphosphatderivat von
AZT, AZT-5'-(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
7c, war 5mal wirksamer als AZT bei der Hemmung von HIV-1-Replikation
von TK-Mangel-CEM-Zellen (IC50[RT]-Werte:
0,04 μM
gegenüber
0,2 μM).
Keine der Verbindungen zeigte irgendeine feststellbare Zytotoxizität für PBMNC-
oder CEM-Zellen bei Konzentrationen so hoch wie 10.000 nM, bestimmt
durch MTA.
-
Verbindungen
8a–c und
ihre Ausgangsverbindung 3dT 3 wurden in Vergleichsversuchen Seite
an Seite mit d4T 1 bezüglich
ihrer Fähigkeit
getestet, HIV-1-Replikation in PBMNC und TK-Mangel-CEM T-Zellen zu hemmen. 3dT sowie
dessen Derivate waren weniger aktiv als d4T in peripheren einkernigen
Blutzellen sowie TK-Mangel-CEM T-Zellen (Tabelle 4). Bemerkenswerterweise
waren in peripheren einkernigen Blutzellen die IC50[RT]-Werte
für Verbindungen
8a–c höher als
der IC50[RT]-Wert von 3dt (1,2 bis 3,1 gegenüber 0,7
in Tabelle 4), was zum Vorschlag führte, daß diese Vorarzneimittel ausreichend
stabil sind und TK-unabhängige
Stufen in ihrem Stoffwechsel haben, vielleicht kann ihre enzymatische
Hydrolyse geschwindigkeitsbegrenzend für die Erzeugung von aktiven
Stoffen sein. Gemäß den berichteten
Ergebnissen in der Literatur bezüglich
der biologischen Aktivität
von Phenylphosphatderivaten von d4T und AZT waren die Phenylphosphatderivate
von 3dT aktiver als die Ursprungsverbindung 3dT bei der Hemmung
von HIV-1-Replikation in TK-Mangel-Zellen, obwohl mit noch hohen mikromolaren
IC50[RT]-Werten (Tabelle 4 und 4A–4F).
Da Verbindungen 8a–c weniger
aktiv in TK-Mangel-CEM T-Zellen waren als in PBMNC, postulieren wir,
daß die
Umwandlung von 3dT-Monophosphat in diesen Vorarzneimitteln in ein
aktives Triphosphat bei viel langsamerer Geschwindigkeit in Abwesenheit
von TK erfolgt.
-
Tabelle
4 Anti-HIV-Aktivität von Phenylmethoxyalaninylphosphatderivaten
von d4T, AZT und 3dT in normalen peripheren einkernigen Blutrellen
(PBMNC) und TK-Mangel-CEM T-Zellen
-
Aktivität der Bleiverbindungen
d4T-5'(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
und AZT-5'-(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat)
gegenüber
HIV-2 und RTMDR-1.
-
Die
Bleiverbindungen 6c und 7c wurden in einem Vergleich Seite an Seite
mit AZT 2 hinsichtlich ihrer Fähigkeit,
HIV-Replikation in RTMDR-1, einem AZT- und NNI-resistenten Stamm
von HIV-1 sowie HIV-2 in PBMNC (Tabelle 5) getestet. Das neue d4T-Derivat
6c, d4T-5'-(para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat) hatte
starke Antivirus-Aktivität
gegenüber
RTMDR-1 und mäßige Aktivität gegenüber HIV-2.
Das entsprechende para-Brom-substituierte Phenylmethoxyalaninylphosphatderivat
von AZT 7c und dem ursprünglichen AZT-2
waren nicht so wirksam gegenüber
AZT-resistentem RTMDR-1 oder wiederum HIV-2. Tabelle
5 Anti-HIV-Aktivität von Bleiverbindungen
6c und 7c in HIV-2- und RTMDR-1-Zellen.
-
Alle
Daten sind in μM
wiedergegeben und repräsentieren
Konzentrationen, die erforderlich sind, um Virus-Replikation zu
hemmen, wie durch Assays von RT-Aktivität um 50% (IC50[RT]
gemessen wurde.
-
Verbindungen
6a, 6b und 6c sind alle stärker
als die Ursprungsverbindung d4T 1 in TK-Mangel-CEM-Zellen, während diese d4T-Phenylphosphatderivate
(6a, 6b und 6c) nicht stärker
als das ursprüngliche
4dT 1 in HIV-1-infizierten PBMNC (Tabelle 4) sind. Im Vergleich
aller Phenylmethoxyalaninylphosphatderivate, derivatisiertem d4T,
d4T-5'-[p-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat]
6c ist das stärkere
Anti-HIV-Mittel in TK-Mangel-CEM-Zellen. Diese Beobachtung konnte
dem para-Bromsubstituenten
in dem Phenylrest von 6c zugeschrieben werden, der die Fähigkeit
seines Phosphors, einer Hydrolyse zu unterliegen, infolge der Elektronen
abziehenden Eigenschaft des Bromsubstituenten (2)
und in einer Erzeugung von wesentlich höheren Mengen des Schlüsselstoff
wechselprodukts d4T-Monophosphat in dem TK-Mangel-CEM T-Zellen (McIntee
et al, 1997, J. Med. Chem. 40:32333-3331) schluckte.
-
Die
Potenz von Phenyl-, Methoxyphenyl- und Bromphenylphosphat, hergeleitet
von AZT in TK-Mangel-CEM-Zellen folgte auch dem gleichen Trend wie
4dT-Derivate, nämlich
7c (Bromphenyl) > 7a
(Phenyl) > 7b Methoxyphenyl).
Unter den drei Phenylmethoxyalaninylphosphatderivaten von AZT (7a,
7b und 7c) zeigt nur 7c höhere
Stärke
als AZT in TK-Mangel-CEM-Zellen (IC50-Werte
40 nM gegenüber
200 nM). Für
Phenylmethoxyalaninylphosphatderivate von 3dT (Tabelle 4) war das
Vorhandensein eines Elektronen abziehenden Substituenten in der
para-Stellung des Phenylrestes zu erwarten, daß die Hydrolysegeschwindigkeiten
der substituierten Phenoxygruppe in der Verbindung 8c (zum Beispiel
B zu C in 2) zunehmen. 8c war aber nicht
aktiver als die Verbindung 8a ohne para-Substitution oder die Verbindung
8b mit einem Elektronendonor-para-Substituenten, was die Hypothese
stützt,
daß die
Carboxyesterase-abhängige
erste Hydrolysestufe in ihrem Stoffwechsel (zum Beispiel A zu B
in 2) eine kritische und geschwindigkeitsbegrenzende
Rolle für
die Erzeugung von aktiven 3dT-Stoffwechselprodukten spielt. Wir
postulieren, daß die
Verbindungen 8a, 8b und 8c als relativ schlechte Substrate für die vermutete
Carboxyesterase als verantwortlich für ihre Hydrolyse gemäß dem Stoffwechselweg,
vorgeschlagen für
Phenylmethoxyalaninylphosphatderivate von Nukleosidanalogen (2), dienen. Die Arylphosphatderivate von
3dT benahmen sich nicht wie etwas, was man aufgrund der veröffentlichten
Arbeiten bezüglich
des Stoffwechsels und der Aktivität der Vorarzneimittel, die
von einem sehr ähnlichen
Nukleosidanalogen, d4T, gebildet werden, erwartet hatte. Zu unserer
großen Überraschung
riefen die Arylphosphatderivate von 3dT keine Hoffnung für Anti-HIV-Aktivität in HIV-1-infizierten
normalen peripheren einkernigen Blutzellen oder TK-Mangel-CEM T-Zellenlinie
hervor.
-
Zusammenfassend
wurden d4T-5'-[p-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat]
6c und AZT-5'-[p-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat]
7c als aktive Anti-HIV-Mittel identifiziert, die aktiv HIV-Replikation in TK-Mangel-CEM
T-Zellen ohne feststellbare Zytotoxizität hemmen. Außerdem hatten
die neuen d4T-Derivate 6c eine starke Antivirus-Aktivität gegen
RTMDR-1, einen AZT- und NNI-resistenten
Stamm von HIV-1 sowie moderate Aktivität gegenüber HIV-2. Im Gegensatz zu
diesen d4T- und AZT-Derivaten zeigte das entsprechende 3dT-Derivat,
3dT-5'[para-Bromphenylmethoxyalaninylphosphat]
keine signifikante Anti-HIV-Aktivität in PBMNC oder TK-Mangel-CEM-T-Zellen.
-
Soweit
uns bekannt ist, ist dies der erste umfassende Bericht einer bisher
unbekannten Strukturaktivitätsbeziehung,
welche die Stärke
von Phenylphosphatderivaten von d4T und AZT bestimmt. Weitere Entwicklung
der Bleiverbindungen 6c und 7c können
die Basis für
die Gestaltung wirksamer HIV-Behandlungsstrategien sein, welche
die HIV-Replikation in TK-Mangelzellen hemmen kann.