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Gebiet der
Erfindung
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Die
Erfindung betrifft Assays zum Nachweis von vernetzten Telopeptidanalyten,
die eine Typ II Kollagen (Knorpel) Resorption in vivo anzeigen und
stellt insbesondere Immunassays zur Messung und Unterscheidung zwischen
Resorption von nicht mineralisiertem Knorpel und mineralisiertem
Knorpel und zur Messung der Gesamtknorpelresorption in vivo zur
Verfügung.
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Hintergrund
der Erfindung
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Es
wird Bezug auf die vorherigen US-Patente Nr. 4,973,666, Nr. 5,410,103,
Nr. 5,300,434, Nr. 5,320,970, Nr. 5,817,755 und Nr. 5,702,909 des
Anmelders genommen.
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Es
sind Immunassays zum Nachweis von Telopeptidanalyten bekannt, die
eine Kollagenresorption in vivo anzeigen. Beispiele von solchen
Typ I Kollagenassays zur Messung der Knochenresorption umfassen: WO
89/04491 (Eyre); WO 89/12824 (Robins); WO 91/08478 (Eyre);
EP 0505210 A2 (Risteli & Risteli); WO 92/21698
(Eyre); WO 94/03813 (Naser et al.); WO 94/14844 (Baylink); WO 95/04282
Naser et al.): WO 95/08115 (Qvist & Bonde); WO 96/12193 (Bonde & Qvist);
EP 0718309 A1 (Naser
et al.) und WO 96/36645 (Eyre et al.).
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Beispiele
von Typ II Kollagentelopeptidassays zur Messung der Knorpelresorption
umfassen WO 91/08478 (Eyre); WO 95/08115 (Qvist & Bonde) und WO 96/12193 (Bonde & Qvist).
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Beispiele
von Typ III Kollagentelopeptidassays umfassen: WO 88/08980 (Risteli & Risteli) und
WO 91/08478 (Eyre).
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Die
folgenden Patentoffenbarungen sind auch von Interesse: US-Patent
Nr. 4,628,027 (Gay) offenbart in vitro diagnostische Verfahren unter
Verwendung monoclonaler Antikörper
gegen Bindegewebsproteine. US-Patent Nr. 5,316,914 (Oshima et al.)
offenbart einen Enzymsandwichimmunassay von menschlichen Typ III,
IV und VI Kollagenen, der auf die Diagnose von hepatischen Erkrankungen
anwendbar ist. WO 94/14070 (Poole & Hollander) offenbart einen Immunassay
für die
Messung der Kollagenspaltung in Knorpel. WO 94/18563 (Barrach et
al.) offenbart Sandwichimmunassayverfahren zum Nachweis von Typ
II Kollagen abgeleiteten Peptiden, die mit Arthritis assoziiert
sind.
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Von
besonderem Interesse ist die vorherige internationale Anmeldung
WO 91/0478 des Anmelders, welche die folgenden Urinresorptionsprodukte
vom Typ II Kollagen offenbart:
worin
die Klammern optionale Aminosäurereste
anzeigen und der als Hyl-Hyl-Hyl gezeigte Vernetzungsrest Hydroxylysylpyridinolin
(HP) ist, ein natürlicher
3-Hydroxypyridiniumrest, der in reifen Kollagenfibrillen von verschiedenen
Geweben vorhanden ist. Diese Analyten sind von der C-terminalen
vernetzten Telopeptidomäne von
Typ II Kollagen abgeleitet und werden hierin kollektiv als „col2CTx" bezeichnet.
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Die
vorliegende Offenbarung nimmt auch den Ein-Buchstaben-Symbolkode
der Aminosäurekurzschrift
an; somit werden die Glu-Hyl-Gly-Pro-Asp-(Pro)-(Leu)-Telopeptidkomponenten
der oben gezeigten Analyten hiernach als EKGPD (SEQ ID NO: 1), EKGPDP
(SEQ ID NO: 2) und EKGPDPL (SEQ ID NO: 3) bezeichnet. Des Weiteren
stellt, wie es hierin verwendet, das Symbol „K" entweder im Falle von linearen Peptiden Lysin
dar oder einen vernetzenden 3-Hydroxypyridiniumrest dar, der aus
Hydroxylysylpyridinolin (HP) und Lysylpyridinolin (LP) ausgewählt ist.
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Der
Anmelder und Kollegen haben auch col2CTx in kürzlich erschienenen Abstracts
beschrieben:
Eyre et al., Bone Miner. Res. I1(S1): S413, 1996
beschreibt vernetzte Telopeptide aus den Kollagenarten I, II und
III in menschlichem Urin.
Atley et al., Arth. Rheum. 40(9S):584,
1997 berichtet, dass RS-130830, ein selektiver Hemmer der Kollagenase-3,
die Freisetzung von Hydroxyprolin blockiert und ein Metallproteinase
(MMP) spezifisches Neoepitop, col2CTx, aus Rinderknorpel, der IL-1α ausgesetzt
ist.
Atley et al., Trans. Orthop. Res.Soc., New Orleans, 1998,
berichtet von der Matrix-Metalloproteinase-vermittelten Freisetzung
von immunreaktiven Telopeptiden aus Knorpel Typ II-Kollagen. Das
Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob ein Immunoassay, basierend
auf einem monoklonalen Antikörper
(mAB) 2B4, der eine Domäne
des α1(II)
C-Telopeptids EKGPDP erkennt, MMP Spaltprodukte in Knorpel misst.
Bezug nehmend auf 1 erkennt mAb2B4
das in vitro-Produkt des AFAGLGPREKGPDP (Matrilysinverdaus (SEQ
ID NO: 4) des synthetischen Peptids AFAGLGPREKGPDPLQYMRA (SEQ ID
NO: 5), nicht aber AFAGLGPREKGPDPLQ (SEQ ID NO: 6), AFAGLGPREKGPDPLQY
(SEQ ID NO: 7), LQYMRS (SEQ ID NO: 8) oder YMRA (SEQ ID NO: 9).
Die Autoren bemerkten auch den Nachweis von mAb2B4 Immunoreaktivität in synovialer
Flüssigkeit, Serum
und Urin. Sie schlossen daraus, dass dieses 2B4 Epitop das Potential
hat, ein nützlicher
Marker der Typ II Kollagenresorption in vivo zu sein.
Moskowitz
et al., Amer. Coll. Rheum., San Diego, CA, Nov. 8–12, 1998,
berichtet, dass das Typ II Kollagen C-Telopeptid 2B4 Epitop ein
Marker zur Knorpelresorption in familiärer Osteoarthrose ist.
Eyre
et al., 6th International Meeting on Chemistry
and Biology of Mineralized Tissues, Vittel, Frankreich, September
1998, diskutiert biochemische Marker des Knochen- und Kollagenabbaus
einschließlich
ein vernetztes Telopeptidsprodukt des Typ II Kollagenabbaus in Urin
(col2CTx).
Atley et al., Third Combined Osthopaedic Research
Societies Meeting, Hamamatsu, Japan, September 1998, diskutiert
Kollagen Typ II vernetzte Telopeptide, einen viel versprechenden
Marker für
Knorpelabbau in Arthritis.
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Zusätzlich werden
den Berichten nach monoclonale Antikörper gegen das C-Telopeptid
von Typ II Kollagen als diagnostische Marker für rheumatische Arthritis bei
Osteometer Biotech A/S. BioWorld International, Seite 3, 03. Dezember
1997, entwickelt.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
Erfindung stellt verbesserte Assays zur Messung der Typ II Kollagen
(Knorpel)-Resorption
in vivo zur Verfügung.
Diese Immunsassays sind zur Unterscheidung zwischen der Resorption
von nicht-mineralisiertem Knorpel und mineralisiertem Knorpel und
zur Messung der gesamten Knorpelresorption in vivo nützlich. Die
offenbarten Immunassays setzen entweder einen oder eine Kombination
von zwei Antikörpern
ein. Ein erster Antikörper
bindet an DEKAGGA (SEQ ID NO: 21), nicht aber an GGFDEKAGGAQLG (SEQ
ID NO: 27), worin das K-Symbol sich auf Lysinreste und/oder vorzugsweise
auf vernetzte 3-Hydroxypyridiniumreste bezieht. Die Messung der
Analytenbindung an den ersten Antikörper in Serum stellt eine Indikation
der nicht-mineralisierten Knorpelresorption in vivo zur Verfügung.
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Ein
zweiter Antikörper
bindet an GGFDEKAGGAQLG, nicht aber an DEKAGGA, worin die K-Symbole sich
auch vorzugsweise auf vernetzende 3-Hydroxypyridiniumreste beziehen.
Die Messung der Analytenbindung an den zweiten Antikörper in
Serum stellt eine Indikation der mineralisierten Knorpelresorption
in vivo zur Verfügung.
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Eine
Anzeige der gesamten (nicht-mineralisierten und mineralisierten)
Knorpelresorption in vivo wird durch entweder die Messung der Analytenbindung
an den ersten Antikörper
im Urin oder durch Messung der gesamten Analytenbindung an den ersten
und zweiten Antikörper
in Serum zur Verfügung
gestellt.
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Diese
Knorpelmarker werden vorzugsweise in Verbindung mit Knochenkollagenresorptionsmarkern gemessen,
die aus aminoterminalen Telopeptiden von Typ I Kollagen, carboxyterminalen
Telopeptiden von Typ I Kollagen und freien Lysylpyridinolin (Deoxypyridinolin)-Vernetzungen
ausgewählt
sind.
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Detaillierte
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
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Als
Einführung
gedacht, erkennt der monoclonale Antikörper 2B4 ein C-terminales Eptiop
in der Sequenz EKGPDP. Der Antikörper
setzt für
eine jegliche Bindung voraus, dass das C-terminale Prolin frei ist
(d. h., Pro-COOH), und bevorzugt, dass K durch seine Seitenketten
(Epsilon) Aminogruppe derivatisiert (z. B. vernetzt) ist. Das Vorhandensein
von extra Aminosäuren
C-terminal zu dem Prolin verhindert eine mAb2B4-Bindung an diese
Peptiddomäne.
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Verschiedene
Matrixmetallproteinasen (MMPs), einschließlich Kollagenasen (MMP1 und
MMP13), Gelatinasen (MMP2 und 9), Stromelysin (MMP3) und Matrilysin
(MMP7) können
das mAb2B4-Epitop aus Knorpel Typ II Kollagen oder einer synthetischen
C-Telopeptiddomäne
(AFAGLGPREKGPDPLQYMRA) generieren. Matrilysin (MMP7) ist basierend
auf in vitro-Studien mit den rekombinanten Enzymen das stärkste.
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Jedoch
ist Cathepsin K nicht in der Lage, die für die 2B4-Epitopfreisetzung
benötigte
Spaltung der P-L-Bindung zu spalten, sondern generiert ein längeres Fragment
EKGPDPLQ (SEQ ID NO: 10). Dieses ist signifikant, da Cathepsin K
eine Protease ist, die im Wesentlichen nur durch Osteoclasten exprimiert
wird und ist das Schlüsselenzym,
dass für
die Resorption von calzifiziertem Kollagen verantwortlich ist, wenn
Osteoclasten Knochen resorbieren. Osteoclasten (oder eine sehr ähnliche
Zelle) sind auch für
den Abbau calzifizierten Knorpels verantwortlich. Calzifizierter
Knorpel wird transient in Wachstumsplatten von heranwachsenden Tieren
ausgebildet und ist auch im Skelett von Erwachsenen an den Grenzflächen zwischen
Knochen und Knorpel in allen Arten von Gelenken vorhanden. In Arthritis
wird eine beschleunigte Resorption und Knochenremodulierung in ausgiebiger
Resorption calzifizierten Knorpels durch Osteoplasten resultieren.
Dieses Verfahren kann in den Blutstrom Kollagen Typ II C-Telopeptide
(EKGPDPLQ) freisetzen, die nicht durch 2B4 erkannt werden.
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Da
die urinäre
Form des Typ II Kollagen Telopeptidanalyten EKGPDP oder kleiner
ist, entfernen Proteasen in der Niere und/oder der Leber im Wesentlichen
das gesamte C-terminale LQ vor der Freisetzung in den Urin. Daher
können
zwei Quellen von immunreaktivem col2CTx definiert werden: (1) Die
direkte Generierung durch Chondrocyten, die aktiviert sind, um deren
Matrixkollagen durch MMPs abzubauen, und (2), die sekundäre Generierung
in der Niere und/oder der Leber aus den zirkulierenden Produkten
der osteoclastischen Resorption von calzifiziertem Knorpel.
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In
Arthritis (rheumatoide Arthritis (RA) und Osteoarthritis (OA)) sind
MMPs als Schlüsselagenzien
in der Zerstörung
der kollagenen Matrizes von Gelenkknorpel bekannt. In beiden Formen
von Arthritis ist die Knochenstruktur stark betroffen. In RA ist
Osteoporose eine übliche
Konsequenz, sowohl direkt aus dem Erkrankungsprozess selbst durch
die Wirkungen von entzündlichen
Zytokinen und als eine Nebenwirkung der cortikosteroiden Therapie.
Die beschleunigte Knochenresorption wird am deutlichsten in den
involvierten Gelenken ausgeprägt
sein und wird das Entfernen der unter dem calzifizierten Knorpel
liegenden Gelenkoberflächen
umfassen. In OA zeigen sich Osteophyten (Knochenauswüchse) oft
prominent in der Gelenkpathologie. Auch hier werden calzifizierter
Knorpel gebildet und dann als Teil des Osteophytenwachstums abgebaut
(letzteres durch Osteoclasten). Daher wäre es zur Beobachtung und Kontrolle
beider Hauptformen von Arthritis wünschenswert, MMP-vermittelte
und Osteoclasten-vermitelte (Cathepsin K) Kollagen Typ II Zerstörung differenziell
zu messen. In Blut oder synovialer Flüssigkeit kann die Messung von
col2CTx (EKGPDP) die erste genannte Aktivität indexieren, wohingegen die
Messung des Osteoclaustenprodukts (EKGPDPLQ) in Blut letztere indizieren
kann. Zusätzlich
kann urinäres
col2CTx einen Index der Gesamtresorption (sowohl von nicht-mineralisiertem
wie auch mineralisiertem Knorpel) zur Verfügung stellen. Solche Urinassays
umfassen vorzugsweise die Schritte der Bestimmung des Creatiningehalts
der Urinprobe und das Korrelieren des Verhältnisses der nachgewiesenen
Bindung des Antikörpers
zu dem Creatiningehalt, um einen Urinindex der gesamten Typ II Kollagenresorption,
unabhängig
vom Urinvolumen zur Verfügung
zu stellen.
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Die
differenziellen Messungen von EKGPDPD- und EKGPDPLQ-Immunreaktivitäten haben
einen diagnostischen Wert in der Beurteilung der Krankheitsaktivität in dem
einzelnen Patienten. In Kombination mit der Messung eines Typ I
Kollagenmarkers zur Untersuchung der gesamten Knochenresorptionsreaktivität und/oder
Messung eines Typ II Kollagenmarkers zur Untersuchung anderer Quellen
von nicht-mineralisiertem Bindegewebeabbau, kann eine geeignete
Therapie verschrieben werden und ihre gewünschte Wirkung beobachtet werden.
In ähnlicher
Weise können
solche unterscheidenden Assays verwendet werden, um neue mögliche Medikamente
zu identifizieren (in vitro und in Tieren) und um Ersatzmarker in
klinischen Untersuchungen zum Nachweis gewünschter vorteilhafter Wirkungen
auf Zielgewebe und zelluläre
Prozesse zur Verfügung
zu stellen.
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Repräsentative
Assays für
Typ I Kollagenabsorptionsmarker für diesen Zweck umfassen aminoterminale
Telopeptide des Typ I Kollagens (Osteomark®, Ostex
International, Seattle, WA), carboxy-terminale Telepeptide des Typ
I Kollagens (CrossLaps®, Osteometer Biotech,
Herlev, Dänemark)
und freie Lysylpyridinolin-Vernetzungen (Pyrilinks®-D,
Metra Biosystems, Mountain View, CA).
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Repräsentative
Assays für
Typ III Kollagenresorptionsmarker umfassen aminoterminale Telopeptide des
Typ III Kollagens und carboxyterminale Telopeptide des Typ III Kollagens.
Solche Assays werden in dem US-Patent Nr. 5,532,169 und dem US-Patent
Nr. 5,641,687 offenbart. Typ III Kollagenresorptionsmarker können verwendet
werden, um vasculären
Kollagenabbau (Atherosclerose), Lungengewebeabbau (z. B. Emphysem
und andere destruktive Lungenerkrankungen), Muskelschwund, Zerbrechlichkeitssyndrome Älterer,
Lebererkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion,
sekundäre
Auswirkungen von Diabetes auf Bindegewebe und andere entzündliche
und infektiöse
Zustände,
die eine Gesamtknochenresorptionsaktivität beschleunigen, zu untersuchen.
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Es
werden unten lineare Peptide (SEQ ID NO: 11 – 20), die mit den Telopeptidkomponenten
der Abbauprodukte von Typ II Kollagen übereinstimmend synthetisiert
wurden, beschrieben.
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Das
prinzipielle col2CTx-Abbauprodukt ist vernetztes EKGPDP. Das weitere
Abbauprodukt, vernetztes EKGPD, ist üblicherweise in Urin in geringeren
Mengen vorhanden. Das vernetzte EKGPDPL-Abbauprodukt ist eine kleinere
Komponente im Vergleich zu vernetztem EKGPDP.
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Höhere als
normale Mengen an vernetztem EKGPDPLQ in Blut können einen Abbau von mineralisiertem
Knorpel anzeigen, der mit aktiver Osteophytenbildung in Osteoarthritis
assoziiert ist.
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Die
durch SEQ ID NO: 11 – 13
dargestellten Telopeptidsequenzen resultieren aus Metalloproteinasen (MMP)-Spaltung
der G–L-Bindung
an dem Aminoende des α1(II)C-Telopeptids
(SEQ ID NO: 5) in Kombination mit MMP-Schnitten von P–L-, Q–Y- oder
Y–M-Bindungen
an dem Carboxyende des Telopeptids. SEQ ID NO: 14 – 16 stellen
verwandte Telopeptide aus MMP-Spaltungen zwischen der A–F-Bindung
dar. SEQ ID NO: 17 – 19
stellen längere
Telopeptide aus MMP-Spaltung zwischen der G–I-Bindung dar. Die Aminoenden
dieser längeren
Telopeptide werden im Allgemeinen in den Lymphknoten, Leber und/oder
Niere weiter metabolisiert.
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Die
Telopeptidsequenz, die durch SEQ ID NO: 20 dargestellt wird, resultiert
aus der Serinproteasespaltung der R–E-Bindung aminoterminal zu
dem vernetzten K-Rest in Kombination mit Serinproteasespaltung der
R–A-Bindung
an dem Carboxyende des Telopeptids.
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Solche
vernetzten Abbauprodukte der SEQ ID NO: 11 – 19 (worin die zwei Telopeptidkomponenten unabhängig voneinander
aus SEQ ID NO: 11 – 19
ausgewählt
sind) und SEQ ID NO: 20 resultieren im Allgemeinen aus dem Abbau
von nicht-mineralisiertem Knorpel und sind primär in synovialer Flüssigkeit
und Blut und in einem geringeren Ausmaß in Urin zu finden. Höhere als
normale Mengen dieser Abbauprodukte in Körperflüssigkeiten zeigen aktiven Knorpelabbau
an, der mit rheumatischer Arthritis, Osteoarthritis und anderen Arthrititsarten
korrelieren kann.
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Die
Verfahren der Erfindung verwenden Antikörper, die gegen vernetzte Aminotelopeptidabbauprodukte
von Typ II Kollagen gerichtet sind sowie lineare Peptide (SEQ ID
NO: 21 – 31),
die synthetisiert wurden, um zu den Telopeptidkomponenten der Abbauprodukte
zu passen. Die Verfahren der Erfindung stellen Assays zum Knorpelabbau
unter Verwendung der Antikörper
und linearen Peptide zur Verfügung.
- N
- = nicht-mineralisierter
Knorpel;
- M
- = mineralisierter
Knorpel;
- N + M
- = gesamter Knorpelabbau;
und
- –
- = abwesend oder nur
in Spurenmengen.
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Die
Telopeptidsequenzen, die durch SEQ ID NO: 21 – 23 dargestellt sind, resultieren
aus Metallproteinase (MMP)-Spaltung der F–D-Bindung an dem Aminoende
des α1(II)N-Telopeptids
in Kombination mit MMP-Schnitten an den A–Q-, Q–L- oder L–G-Bindungen an dem Carboxyende
des Telopeptids. SEQ ID NO: 24 – 26
stellen verwandte Telopeptide aus MMP-Spaltung zwischen der G–F-Bindung
an dem Aminoende dar. Die Amino- und Carboxyenden der längeren Telopeptide
(SEQ ID NO: 22 – 26)
werden im Allgemeinen weiter in den Lymphknoten, Leber und/oder
Niere metabolisiert. Als ein Ergebnis sind die prinzipiellen col2NTx-Abbauprodukte
in Urin vernetztes DEKAGGA und FDEKAGGA.
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Die
in SEQ ID NO: 27 – 28
dargestellten Telopeptidsequenzen resultieren aus Cathepsin K-Spaltung der
G–V-Bindung
an dem Carboxyende des Telopeptids in Kombination mit Cathepsin
K-Spaltung der A–G-Bindung
an dem Aminoende des Telopeptids im Falle von SEQ ID NO: 27. Im
dem Falle von SEQ ID NO: 28 ist der aminoterminale J-Rest blockiert.
Höhere
als normale Mengen an vernetztem GGFDEKAGGAQLG und QMAGGFDEKAGGAQLG
im Blutstrom können
einen Abbau von mineralisiertem Knorpel anzeigen, der mit aktiver
Osteophytenbildung in Osteoarthritis assoziiert ist. Proteasen in
der Niere und/oder Leber entfernen den carboxyterminalen G-Rest
vor der Freisetzung in den Urin.
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Die
durch SEQ ID NO: 29 – 31
dargestellten Telopeptide resultieren aus Metallproteinasespaltung
der V–M-Bindung
an dem Carboxyende des Telopeptids in Kombination mit MMP-Spaltung
der G–F-
oder F–D-Bindung
an dem Aminoende des Telopeptids in dem Falle der SEQ ID NO: 30 – 31. Größere Abbauprodukte,
die SEQ ID NO: 29 – 31
umfassen, zuzüglich
einiger zusätzlicher
helicaler Sequenzen) können
auch in synovialer Flüssigkeit
und Blut vorhanden sein. Diese vernetzten Telopeptide werden im
Allgemeinen weiter in den Lymphknoten, Leber und/oder Niere metabolisiert
und kommen dementsprechend nur in Spurenmengen in Urin vor.
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Wie
oben angezeigt, werden vernetzte α(II)N
Telopeptide, die durch die SEQ ID NO: 27 – 31 dargestellt werden, an
dem(den) Orten) des Knorpelabbaus hergestellt, aber weiter während der
Passage durch die Lymphknoten, Leber und/oder Niere abgebaut. Die
resultierenden kleineren Abbauprodukte haben zwei Telopeptidkomponenten,
die unabhängig
voneinander aus SEQ ID NO: 21 – 26
ausgewählt
werden können.
Höhere
als normale Mengen dieser Abbauprodukte in Urin zeigen einen Gesamtknorpelabbau
an, der mit rheumatischer Arthritis, Osteoarthritis und anderen
Arthritisarten korrelieren kann.
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Somit
stellt die Erfindung in einer ersten Ausführungsform ein verbessertes
Verfahren zur Analyse einer Körperflüssigkeitsprobe
auf das Vorhandensein eines Analyten, der einen physiologischen
Zustand anzeigt, zur Verfügung,
das die Schritte des Inkontaktbringens der Körperflüssigkeitsprobe mit einem Antikörper, der
den Analyten bindet, das Nachweisen der Bindung des Antikörpers in
der Körperflüssigkeitsprobe
und das Korrelieren jeglicher nachgewiesener Bindung mit dem physiologischen
Zustand umfasst, wobei die Verbesserung das Inkontaktbringen einer
Serumprobe mit einem Antikörper,
der an
bindet,
worin K-K-K Hydroxylysylpyridinolin oder Lysylpyridinolin ist, und
das Korrelieren jeglicher nachgewiesener Bindung mit der Resorption
von nicht mineralisiertem Typ II Kollagen in vivo umfasst.
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In
einer zweiten Ausführungsform
stellt die Erfindung ein verbessertes Verfahren zur Analyse einer Körperflüssigkeitsprobe
auf das Vorhandensein eines Analyten, der einen physiologischen
Zustand anzeigt, zur Verfügung,
das die Schritte des Inkontaktbringens der Körperflüssigkeitsprobe mit einem Antikörper, der den
Analyten bindet, das Nachweisen der Bindung des Antikörpers in
der Körperflüssigkeitsprobe
und das Korrelieren jeglicher nachgewiesener Bindung mit dem physiologischen
Zustand umfasst, wobei die Verbesserung das Inkontaktbringen einer
Serumprobe with einem Antikörper,
der an
bindet,
worin K-K-K Hydroxylysylpyridinolin oder Lysylpyridinolin ist, und
das Korrelieren jeglicher nachgewiesener Bindung mit der Resorption
von mineralisiertem Typ II Kollagen in vivo, umfasst.
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In
einer dritten Ausführungsform
stellt die Erfindung ein verbessertes Verfahren zur Analyse einer
Körperflüssigkeitsprobe
auf das Vorhandensein eines Analyten, der einen physiologischen
Zustand anzeigt, zur Verfügung,
das die Schritte des Inkontaktbringens der Körperflüssigkeitsprobe mit einem Antikörper, der
den Analyten bindet, das Nachweisen der Bindung des Antikörpers in
der Körperflüssigkeitsprobe
und das Korrelieren jeglicher nachgewiesener Bindung mit dem physiologischen
Zustand umfasst, wobei die Verbesserung das Inkontaktbringen einer
Urinprobe mit einem Antikörper,
der an
bindet,
worin K-K-K Hydroxylysylpyridinolin oder Lysylpyridinolin ist, und
das Korrelieren jeglicher nachgewiesener Bindung mit der Resorption
von sowohl nicht mineralisiertem wie auch mineralisiertem Typ II
Kollagen in vivo umfasst.
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In
einer vierten Ausführungsform
stellt die Erfindung ein verbessertes Verfahren zur Analyse einer
Körperflüssigkeitsprobe
auf das Vorhandensein eines Analyten, der einen physiologischen
Zustand anzeigt, zur Verfügung,
das die Schritte des Inkontaktbringens der Körperflüssigkeitsprobe mit einem Antikörper, der
den Analyten bindet, das Nachweisen der Bindung des Antikörpers in
der Körperflüssigkeitsprobe
und das Korrelieren jeglicher nachgewiesener Bindung mit dem physiologischen
Zustand umfasst, wobei die Verbesserung das Inkontaktbringen einer
Serumprobe mit einem ersten Antikörper, der an
bindet,
und das Inkontaktbringen der Serumprobe mit einem zweiten Antikörper, der
an
bindet,
worin K-K-K Hydroxylysylpyridinolin oder Lysylpyridinolin ist, und
das Korrelieren der gesamten nachgewiesenen Bindung der ersten und
zweiten Antikörper
mit der Resorption von sowohl mineralisiertem wie auch nicht mineralisiertem
Typ II Kollagen in vivo umfasst.
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In
einer fünften
Ausführungsform
stellt die Erfindung ein verbessertes Verfahren zur Analyse einer
Körperflüssigkeitsprobe
auf das Vorhandensein eines Analyten, der einen physiologischen
Zustand anzeigt, zur Verfügung,
das die Schritte des Inkontaktbringens der Körperflüssigkeitsprobe mit einem Antikörper, der
den Analyten bindet, das Nachweisen der Bindung des Antikörpers in
der Körperflüssigkeitsprobe
und das Korrelieren jeglicher nachgewiesener Bindung mit dem physiologischen
Zustand umfasst, wobei die Verbesserung das Inkontaktbringen einer
Serumprobe mit einem ersten Antikörper, der an
bindet,
und das Inkontaktbringen einer Urinprobe mit einem zweiten Antikörper, der
an
nicht aber
bindet, worin K-K-K Hydroxylysylpyridinolin
oder Lysylpyridinolin ist, und das Korrelieren der gesamten nachgewiesenen
Bindung der ersten und zweiten Antikörper mit der Resorption von
sowohl mineralisiertem wie auch nicht mineralisiertem Typ II Kollagen
in vivo umfasst.
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Der
Begriff „Antikörper" in dieser Offenbarung
ist dahingehend vorgesehen, polyclonale Antikörper, monoclonale Antikörper und
Antigen-bindende Fragmente davon zu umfassen. Solche [EKGPDP]LQ-bindenden
und EKGPDP-bindenden Antikörper
oder GGFDEKAGGAQLG-bindenden und DEKAGGA-bindenden Antikörper können durch
Standardverfahren, die auf dem Gebiet wohl bekannt sind, hergestellt
werden. Es folgt ein repräsentatives
Protokoll.
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EKGPDPLG-Hybridomentwicklung:
Es wurden weibliche RFB/DnJ-Mäuse
intraperitoneal (ip) mit einer Emulsion aus vollständigem Freund's Adjuvanz und EKGPDPLQ
synthetischem Peptid, das an ein Trägerprotein, „keyhole
limpet hemacyanin (KLH)" über Glutaraldehyd
(KLH-EKGPDPLQ) gebunden ist, injiziert. Einen Monat später wird
eine Verstärkungsinjektion
von KLH-EKGPDPLQ in einer Emulsion mit unvollständigem Freund's Adjuvanz ip gegeben.
Ungefähr
8 Wochen später
werden die Mäuse
geopfert und Milzzellen durch Polyethylenglycol an die FOX-NY murine
Myelomzelllinie (ATCC CRL-1732) fusioniert. Die Fusionszellen werden
in 96er Wellplatten in Selektionsmedien wachsen gelassen, das Adenin,
Aminopterin und Thymidin (AAT) enthält.
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Ungefähr eine
Woche nach der Fusion werden Hybridomkoloniekulturüberstände in ELISA
auf Reaktivität
gegen das synthetische EKGPDPLQ Peptid, das über Glutaraldehyd an Rinderserumalbumin (BSA-EKGPDPLQ)
vernetzt ist, getestet. Hybridomkolonien, die Antikörper produzieren,
die mit BSA-EKGPDPLQ reaktiv sind, werden sekundär auf Spezifität einer
Reaktion imn ELISA gegen andere synthetische Peptidsequenzen getestet.
Unter diesen getesteten sind das synthetische EKGPDP Peptid, das über Glutaraldehyd
an BSA vernetzt ist (BSA-EKGPDP). Hybridomkolonien, die positiv
auf BSA-EKGPDPLQ und negativ auf BSA-EKGPDP reagieren, werden cryokonserviert.
Repräsentative
Hybridome werden auf Monoclonalität durch das eingeschränkte Verdünnungsverfahren
cloniert.
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In
einem Kompetitions-ELISA wird festgestellt, dass menschliche Seriumspezies
sowie lösliches BSA-EKGPDPLQ
mit dem Festphasen BSA-EKGPDPLQ um entsprechende Antikörper kompetitieren.
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Ein
Cathepsin K-Verdau von Typ II Kollagen kann auch zu Immunisierungs-
und Screeningzwecken hergestellt werden. Proteoglycane werden aus
einer Gewebeprobe aus menschlichem Knorpel mit einem Proteindenaturierungsmittel
wie 4M Guanidin HCl extrahiert. Der Rest wird mit Wasser gewaschen
und mit rekombinantem Cathepsin K (37 °C, pH 5,8) verdaut. Der Verdau
wird durch Hochdruckflüssigkeitschromatographie, z.
B. durch Umkehrphasen, fraktioniert und Fraktionen, die Pyridinolinvernetzungen
enthalten, werden durch Fluoreszenzemission bei 390 nm (297 nm Anregung)
beobachtet. Die fluoreszierende Fraktion, die die vernetzten C-Telopeptide
der Sequenz EKGPDPLQ enthält,
wird durch N-terminate Sequenzanalyse identifiziert. Diese Fraktion
kann zu Screeningzwecken und zur Validierung der Antikörperspezifität verwendet
werden.
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Die
jeweiligen Antikörper
können
in einer Reihe von Immunassayformaten eingesetzt werden, die auf dem
Gebiet wohl bekannt sind. Siehe z. B.: Harlow & Lane, Antibodies: A. Laboratory
Manual, Cold Spring Harbor Laboratory, pp. 553 – 612, 1988; Principles and
Practice of Immunoassay, Price & Newman
(Eds.), Stockton Press, 1991 und Immunoassay, Diamandis & Christopoulos
(Eds.), Academie Press, 1996.
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