DE700017C - Verfahren zur Gewinnung einer haltbaren Speise aus Buttermilch - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung einer haltbaren Speise aus Buttermilch

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DE700017C
DE700017C DE1939F0086710 DEF0086710D DE700017C DE 700017 C DE700017 C DE 700017C DE 1939F0086710 DE1939F0086710 DE 1939F0086710 DE F0086710 D DEF0086710 D DE F0086710D DE 700017 C DE700017 C DE 700017C
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Georg Friedel
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    • A23CDAIRY PRODUCTS, e.g. MILK, BUTTER OR CHEESE; MILK OR CHEESE SUBSTITUTES; PREPARATION THEREOF
    • A23C17/00Buttermilk; Buttermilk preparations
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
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    • A23C9/00Milk preparations; Milk powder or milk powder preparations
    • A23C9/152Milk preparations; Milk powder or milk powder preparations containing additives
    • A23C9/154Milk preparations; Milk powder or milk powder preparations containing additives containing thickening substances, eggs or cereal preparations; Milk gels
    • A23C9/1544Non-acidified gels, e.g. custards, creams, desserts, puddings, shakes or foams, containing eggs or thickening or gelling agents other than sugar; Milk products containing natural or microbial polysaccharides, e.g. cellulose or cellulose derivatives; Milk products containing nutrient fibres

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung einer haltbaren Speise aus Buttermilch In den Molkereibetrieben fallen sehr große Mengen von Buttermilch als Nebenerzeugnis an. Die Menge beläuft sich allein in Deutschland auf mehrere Millionen Liter täglich. Weniger als 5% dieser Menge werden der menschlichen Ernährung zugeführt. Die Restmenge muß mangels einer besseren Verwertung der Verfütterung zugeführt werden. Versuche, Buttermilch in Konservenform überzuführen, scheiterten daran, daß der Fett- und Eiweißgehalt der Buttermilch in einer anderen Beschaffenheit vorliegt als in Vollmilch oder Magermilch. Da bei dem in Deutschland üblichen Butterungsverfahren ausschließlich saurer Rahm verarbeitet wird, enthält die Buttermilch im Gegensatz zu Vollmilch oder Magermilch auch weit größere Mengen Milchsäure, welche bestimmte Konservierungsverfahren, z. B. das Eindicken durch Wärme, besonders kompliziert machen. Auch der hohe Wassergehalt der Buttermilch erschwert, ganz allgemein gesehen, eine Konservierung und verteuert die Verschickungskosten auf weite Entfernung.
  • Eine normale Buttermilch enthält etwa o,2 % Milchfett, 3,50/0 Eiweißstoffe als wertvollere Bestandteile des Gesamtgehaltes an Nährstoffen. Für die menschliche Ernährung kommen so gut wie-ausschließlich der Fett-und Eiweißgehalt in Betracht. Der Fettgehalt läßt sich durch Zentrifugieren der Buttermilch gewinnen. Das erhaltene Produkt hat jedoch nicht die gleichen Eigenschaften wie Vollmilchrahm; denn es sind ausschließlich die kleinsten und allerkleinsten Milchfettkügelchen, welche beim Butterungsprozeß sich nicht zusammenschließen und daher nicht in die Butter, sondern in die Buttermilch übergehen. Deshalb eignet sich das beim Zentrifugieren von Buttermilch erhaltene rahmähnliche Produkt nicht zur Weiterverarbeitung zu Butter. Auch zur Schlagsahnegewinnung läßt es sich nicht verwerten, da infolge des Ü nvirksamwerdens der Schaumstoffe beim vorhergehenden Buttern das in der Buttermilch enthaltene Restfett seine sog. Schlagfähigkeit verloren hat, d. h. keinen leichten Schaum mehr bildet.
  • Ähnlich so verhält es sich mit der Verwertung des Eiweißgehaltes der Buttermilch. -Infolge des dem Buttern vorausgegangenen Rahmsäuerungsprozesses und des Butterungsprozesses liegen die Eiweißkörper in einer anderen physikalischen Beschaffenheit vor, wie z. B. in Sauermilch. Die Eiweißkörper werden beim Buttern zertrümmert und liegen in Form allerkleinster Partikelchen vor.
  • Der hohe Milchsäuregehalt, d. h. also eine stark saure Beschaffenheit der Buttermilch, weist von vornherein den Weg einer sog. Säurekonservierung der wertvollen Fett- und Eiweißbestandteile. Dieser Weg wurde von der vorliegenden Erfindung beschritten. Sie trägt der Tatsache Rechnung, daß sich der Fettgehalt der Buttermilch durch Zentrifugieren. abtrennen läßt und dann ein Erzeugnis vorliegt, welches etwa 300,'o Fett, 3(),'o Eiweiß, 2 bis 302o Milchzucker, I bis 20i10 Milchsäure und etwa. i o'o Milchsalzbestandteile enthält. Um aber diesem Erzeugnis eine größere Lagerfähigkeit, Haltbarkeit und somit praktische Verwertbarkeit zu geben, werden ihm erfindungsgemäß 2 bis 50,ö Galaktomannane enthaltende Pflanzenteile, Johünnisbrotkernmehl, Akazienbohnenkernmehl oder Leinsamenmehl beigemischt und die Mässe homogen verarbeitet. Die genannten Zusätze haben eine besonders große Aufsaugungsfähigkeit für die flüssigen Bestandteile, d. h. Wasser und Milchsäure, der Buttermilchfettmassen. Sie fixieren die in den flüssigen Anteilen beweglichen Milchsäurebakterienkörper und setzen deshalb die w eitere Milchsättrebakterientätigkeit und damit die Haltbarkeitsveränderung auf ein Minimum herab, so daß sich das gewonnene Produkt auch unter Luftzutritt längere Zeit lang gut hält. Es ist also dann eine Verschickung auch auf größere Entfernung und eine Vorratslagerung, z. B. in Ladengeschäften, möglich. Soll aus irgendwelchen Gründen eine besonders lange Haltbarkeit erstrebt werden, so geschieht dies durch Heraufsetzung des Säuregehaltes. Man setzt erfindungsgemäß den Galaktomannane enthaltenden Pflanzenteilen, dem johannisbrotkernmehl, Akazienbohnenkernmehl oder Leinsamenmehl, schon vorher Milchsäure in flüssiger Form, Weinsäure, Zitronensäure oder eine andere organische Säure, zu und nimmt erst dann die Vermischung mit der durch Zentrifugieren erhaltenen Buttermilchfettmasse vor. Die starke Wasserverbindung und Säurebindung durch die genannten Stoffe verhindert einen zu starken Angriff der in der ursprünglichen Buttermilchfettmasse enthaltenen Milchsäure oder der nachträglich zugesetzten Säuren.
  • Das erfindungsgemäß gewonnene Endprodukt stellt ein wertvolles Ersatzmittel für z. B. sauren Rahm dar und kann verwendet «-erden zur Herstellung von Soßen, Mayonnaisen, Füllmittel für Bonbons und Zuckerwaren, Speiseeis, Krem und ähnliche Zwecke. Die vorgeschlagene Erfindung erlaubt im gleichen Rahmen die Verwertung der Eiweißstoffe der Buttermilch.
  • Es sind bereits mehrere Verfahren bekanntgeworden, Milchzubereitungen und käseartige Zubereitungen unter Zuhilfenahme von z. B. Johannisbrotkernmehl herzustellen.
  • Bei diesen Verfahren handelt es sich, soweit sie Käsezubereitungen betreffen, indessen um die Nutzbarmachung des johannisbrotkernmehles für die Aneinanderbindung von Natur aus nicht homogener Käsemassen und die Vereinigung der einzelnen bröckeligen oder grießigen Käsestoffteilchen zu einem bindigen, streichfähigen oder schnittfähigen Teig. Aufgabe und Wirkung dieser johannisbrotkernmehlzusätze bei diesen Verfahren sind also rein mechanisch-physikalischer Natur. Gewöhnliche Käsemassen, auch Quargmassen und Frischkäsemassen, unterscheiden sich ganz eindeutig von Buttermilchfettmassen und Buttermilcheiweißmassen durch ihre andersartige Struktur darin, `daß gewöhnliche Käsemassen einem normalen Gerinnungsvorgang durch Säure oder Lab entstammen, mithin die Käsestoffkörper und Milchfettkügelchen in relativ grober bzw. großer Form enthalten. Buttermilchfettmassen und Buttermilcheiweißmassen hingegen enthalten die Käsestoffkörp.er und Milchfettkügelchen in einer viel feineren und kleineren, infolge des Butterungsprozesses weitgehend zertrümmerten Form. Die Struktur der Buttermilchfettmassen und Buttermilcheiweißmassen ist von Natur aus mehr salbig und homogen und bedarf einer inneren Aneinanderbindung der einzelnen Teilchen durch das johannisbrotkernmehl im Sinne der älteren Verfahren nicht. Hingegen leiden diese mikroskopisch feinen Eiweiß- und Fettteilchen besonders leicht unter dem Angriff von Milchsäurebakterien und Milchsäure. Der erfindungsgemäße johannisbrotkernmehlzusatz hat also, entgegen dem Sinn der älteren Verfahren, die andersgeartete Aufgabe, den Angriff der Milchsäurebakterien und der Milchsäure auf die kleinsten Eiweiß- und Fettkörperchen abzuwehren.
  • Ein älteres Verfahren benutzt johannisbrotkermnehl als Bindemittel für ein Produkt, bei dem als Ausgangsstoffe u. a. Trockenmilchpulver, Zucker, Kakao, Tapiokamehl verwendet werden und welches die Mitte einnimmt zwischen der Milchzubereitung und einer sog. Süßware. Hier dient das johannisbrotkernmehl lediglich dem Zweck einer inneren Aneinanderbindung physikalisch ungleichartiger Massen und nicht der Abwehr eines Milchsäure- oder Milchsäurebakterienangriffes wie bei der Erfindung.
  • Einem weiteren älteren Verfahren zufolge wird Pektin zur Haltbarmachung von z. B. Speisequarg und Frischkäsemassen benutzt.-Ganz abgesehen davon, daß sich die Pektinverwendung für die Haltbarmachung dieser Massen wesentlich teurer stellt als die Verwendung von johannisbrotkernmehl, besteht auch ein verfahrensmäßiger Wirkungsunterschied. Johannisbrotkernmehl hat die spezifische Eigenschaft, in allerkleinsten Substanzeinheiten große Mengen Molkenfeuchtigkeit zu binden und damit Milchsäurebakterienkörper zu fixieren bzw. den Milchsäureangriff abzustoppen. Diese spezifische Eigenschaft aber besitzt Pektin in nur ganz geringem Maße.
  • Erfindungsgemäß wird die Buttermilch auf 25° C erwärmt, wobei die Eiweißstoffe durch Wärmeeinwirkung keine Veränderung verfahren. Darauf erfolgt eine Abscheidung dieser Eiweißstoffe auf der Filterpresse. Die Maschengröße der Filtertücher oder Filterplatten muß dabei so groß sein, daß -die kleinsten Eiweißteilchen zurückgehalten werden. Eine störungslose Filtration ist aber nur dann möglich, wenn zuvor die Fettanteile der Buttermilch durch Zentrifugieren abgeschieden sind. Man erhält dann beim Filtrieren einen verhältnismäßig trocknen, fettfreien Filterkuchen, welcher mit den vorher erhaltenen Buttermilchfettnäassen auf einer Homogemsiermaschine, Feinwalzenmühle oder geeigneten Knetmaschine salbenartig verarbeitet wird. Je nach dem Verwendungszweck des Endproduktes können die Zusätze an Galaktomannane enthaltenden Pflanzenteile, Johannisbrotkernmehl, Akazienbohnenkernmehl und Leinsamenmehl, bereits vor dem Homogenisieren usw. oder nachher vorgenommen werden.
  • Die gemäß dieger Erfindung hergestellten Produkte sind nicht als Milcherzeugnisse im Sinne der Gesetzgebung anzusprechen und auch nicht als solche zu bezeichnen. Sie stellen vielmehr Ersatzmittel für Milcherzeugnisse, wie z. B. sauren Rahm oder Fettquarg, dar mit neuen spezifischen Sondereigenschaften, die sie für manchen Verwendungszweck besonders geeignet machen und es ermöglichen, wertvolle Bestandteile der Buttermilch der küchenmäßigen Verwertung für die menschliche Ernährung zuzuführen. Auf diese Weise ist es möglich, die mehr als io ooo kg Buttermilchfett, welche heute noch in Form von Buttermilch den Schweinen verfüttert werden, zur Ausfüllung der Fettlücke für die Volksernährung mitzubenutzen. Verfahrensbeispiel i iooo 1 Buttermilch mit einem Fettgehalt von o,2% werden in bekannter Weise zentrifugiert und dadurch etwa 8 1 Buttermilchfettmasse mit einem Fettgehalt von 25 oio gewonnen. Dieser Masse werden hinzugefügt 400 g johannisbrotkernmehl oder 300- g Akazienbohnenkernmehl zuzüglich i oo g konzentrierte Milchsäure. Verfahrensbeispiel 2 ioool Buttermilch werden zunächst zentrifugiert wie unter Beispiel i. Die von der Zentrifuge abfließende, fast fettfreie Buttermilch wird auf 25°C erwärmt und in einer Filterpresse der Eiweißkuchen abgeschieden. Dabei werden etwa 7o kg feuchter Eiweißkuchen gewonnen. Je nach dem Verwendungszweck des Endproduktes kann nun die durch Zentrifugieren erhaltene Buttermilchfettmasse mit der gleichen, der doppelten oder dreifachen Menge des Eiweißkuchens vermischt und auf einer Homogenisiermaschine, einer Peinwalzenmühle oder Knetmaschine zu einer homogenen Masse verarbeitet werden. Entweder vor oder während dieser Verarbeitung erfolgt der Zusatz von 2 bis 5 % der Gesamtmasse an Leinsamenmehl oder Johannisbrotkernmehl.

Claims (3)

  1. PATLNTANSI'iiüci'ir. i. Verfahren zur Gewinnung einer haltbaren Speise aus Buttermilch, wobei dem Milchprodukt Johannisbrotkernmehl beigegeben wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Galaktomannane enthaltenden Pfla;nzenteile,Johannisbrotkernmehl, Akazienbohnenkernmehl oder Leinsamenmehl, den durch Zentrifugieren erhaltenen Buttermilchfettmassen beigegeben werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die durch Zentrifugieren von Fett befreite Buttermilch einer Filtration auf der Filterpresse unterzogen und die Galaktomannane enthaltenden Pflanzenteile dem .erhaltenen Eiweißkuchen beigegeben werden:
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß den Pflanzenteilen vor dem Vermischen Milchsäure, Weinsäure oder Zitronensäure beigegeben wird. q.. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch .gekennzeichnet, daß die erhaltenen Buttermilchfett- und Buttermilcheiweißprodukte jedes für sich allein oder miteinander vermischt zu einer homogenen Masse auf Homogenisierniaschinen, Feinivalzenmühlen oder Knetmaschinen verarbeitet werden.
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