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Kreiselwipper zum Ausspülen von Förderwagen Beim Entleeren der Grubenförderwagen
in den üblichen Wippern bleibt stets ein Rest des Fördergutes (Kohle usw.) an den
inneren Wagenkastenflächen hängen. Dieser mitunter recht nennenswerte Rest, welcher
vorher mit dem gefüllten Förderwagen gewogen wurde und von dem Fördergutabnehmer
vergütet werden muß, wandert aber zur Grube bzw. zur Füllstelle der Förderwagen
zurück. Bei der sehr großen Zahl an Förderwagen, die in die Tausende geht und allein
von einer einzigen Grube täglich den Weg von der Füllstelle zur Abgabestelle zurücklegen
muß, kann es sich täglich um viele Tonnen toten Fördergutes handeln. Abgesehen von
den unnötigen Förderkosten, führt das im Laufe der Zeit zu ganz erheblichen Geldverlusten,
was in der heutigen Zeit ,ganz besonders zu beachten ist.
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Die Kohlengruben insbesondere sind vorn jeher bemüht gewesen, die
Förderwagen wenigstens von Zeit zu Zeit einer Reinigung zu unterziehen oder durch
Einlegen großer Papierbogen in den Förderwagenkasten das Anhaften des Fördergutes
von vornherein zu verhüten. Diese Vorkehrungen sind sehr umständlich und teuer und
bringen unnütze Arbeit. Eine Reinigung der Förderwagen geschah entweder mittels
Klopfapparaten, die von außen gegen die Wagenkastenwände hämmerten und die anhängende
Kohle losschlugen oder mittels Kratz- oder Spül.app,araten, wobei die anhaftende
Kohle teils abgekratzt, teils abgespült wurde. Das Abspülen hat sich noch am besten
bewährt, weil hierbei die Förderwagen am meisten ,geschont blieben. Zur Vornahme
dieser Reinigungsmethoden wurden die Förderwagen in einen Drehkipper (Wipper) gefahren,
mit diesem m eine passende Kippstellung gebracht, von Bedienungsleuten gereinigt
und nachher in die Anfangsstellung zur Aufnahme des nächsten Förderwagens zurückgebracht.
Diese Einzelvorgänge erforderten viel Zeit, so daß bei der raschen Wagenfolge, wie
sie bei den Kohlengruben stets vorhanden ist,
mehrere solcher Reinigungsvorrichtungen
nebst den dazu erforderlichen Bedienungsleuten vorhanden sein müßten. Die für mehrere
Reinigungsvorrichtungen bedingten Raum verhältnisse sind meist nicht vorhanden.
Andererseits würde die Anlage mit mehreren Reinigungswippern und den dazu erforderlicher.
Wagengleisführungen sowie die größere Zahl an Bedienungsleuten zu sehr hohen Betriebskosten
führen, so daß ein Ausgleich der Gegenkosten kaum in Frage kommt. Man hatte sich
daher meist damit abgefunden, in einem Schachtwagenumlauf mit nur einer Förderwagenreinigung
auszukommen und täglich nur je einen kleinen Teil der Förderwagen einer Reinigung
zu unterziehen. Da= mit ist aber wenig geholfen.
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Es sind auch schon Versuche mit Wippern unternommen worden, die mehrere
Förderwagen gleichzeitig in sich aufnehmen, um wenigstens die Zeiten des Umsetzens
der Förderwagen etwas abzukürzen. Die Reinigung des Förderwagens aber konnte auch
hier, wie bei, anderen Wippern, nur im Stillstand des Wippers erfolgen, so daß die
hierfür erforderliche Zeit dem Förderwagenumlauf nach wie vor verlorenging. Die
geringen Ersparnisse an Zeit beim Umsetzen der Förderwagen allein können durch die
hohen Anschaffungs- und Betriebskosten eines solch übergroßen Wippers nicht ausgeglichen
werden.
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Um einen besonders in wirtschaftlicher Hinsicht und den allgemein
üblichen Wagenumläufen anpassungsfähigen Wagenreinigungsbetrieb zu erzielen, muß
der Reinigungswipper gedrungen gebaut sein, und es müssen die Einführung der Fördervagen
in den Wipper, die Drehung des Wippers mit den Förderwagen, gleichzeitig aber auch
die Reinigung der Fördervagen während der Drehung des Wippers selbsttätig erfolgen,
so daß auch die etwaigen Bedienungkosten ganz gering ausfallen. Eine solche Reinigungseinrichtung
ist in der nachstehenden Erfindung gegeben. Die Erfindung besteht im wesentlichen
in einer hohlen Drehachse für den Wipper, die am einen Ende verschlossen und am
anderen Ende an eine Zuleitung für das Reinigungsmittel (Wasser, Dampf, Sandstrahlmasse
o. a.) angeschlossen ist und die außerdem mit das Spülmittel gegen die Förderwagen
führenden Spülleitungen verbunden ist, die ihrerseits mit vom Wipper bei seiner
Drehung gesteuerten Absperrvorrichtungen versehen sind. Die Reinigung der Förderwagen
erfolgt während der Drehung und während des Stillstandes des Wippers, so daß alle
Zeitabschnitte im Wagenumlauf vollkommen ausgenutzt werden, also für die Reinigung
keine unnötige Zeit verlorengeht. Ein. Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in
den Zeichnungen veranschaulicht.
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Abb. i ist eine Vorderansicht., Abb. 2 ist eine Seitenansicht.
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Abb. 3 stellt einen Längsschnitt durch den Wipper dar.
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Wie aus Abb.3 ersichtlich ist, besteht die Wipperachse aus einer feststehenden
Tragachse i und einer ausgehöhlten Drehachse 2, auf welcher der Wipperkörper 3 befestigt
ist und mit der er sich um die feste Tragachse i dreht.
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Zwecks Zuführung der zur Förderwagenreinigung dienenden Reinigungsmasse
(Wasser, Dampf, Sandstrahlmasse o. a.) ist die Tragachse i mit einer Aushöhlung
4 und einer Zuleitung 4." versehen, welche die Reinigungsmasse in den Hohlraum 5
zwischen Tragachse i und Drehachse 2 und weiter in die Rohrleitungen 6 und 6" sowie
in die Spritzleitungen 7 und 7" leitet. Zwischen den Leitungen 6 und 7 sowie 6"
und 7ä sind Absperrvorrichtungen 8 und 8" eingebaut, welche je nach ihrer öffnung
oder Schließung die Reinigungsmasse den Spritzleitungen 7 oder 7" zuleiten oder
ihr den Weg dazu versperren. Die wechselseitige Schaltung dieser Absperrvorrichtungen
8 und 8Q, welche von dem Wipper 3 bei Beginn seiner Drehung bewirkt wird, erfolgt
über die Gestänge i o und i o" und Anschlagvorrichtungen i i und i iIa. Diese wechselseitige
Schaltung könnte auch auf elektrischem Wege oder mittels Luft usw. vorgenommen werden.
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Der Betrieb des Reinigungswippers geht folgendermaßen vor sich: Hierzu
Abb. i und Abb. 2. Mit Einführung eines Förderwagens 9 in den Wipper 3 wird der
Wipper, wie bei Entladezwecken dienenden Kreiselwippern üblich, entweder von Hand
oder selbsttätig vom Förderwagen 9 in Gang gesetzt (Linksdrehung), und gleichzeitig
damit wird über die Gestänge i o, i i und ioQ, i i" die Absperrvorrichtung 8 geöffnet
und die Absperrvorrichtung 8" geschlossen. Bei Öffnung der Absperrvorrichtung 8
wird die Spritzvorrichtung 7 in Tätigkeit gesetzt, und die Reinigung des Förderwagens
9 beginnt. Sobald der Förderwagen 9 die Kopfstellung 9" erreicht hat, wird der Wipper
3 in Stillstand versetzt, während die Reinigungseinrichtung noch weiter in Tätigkeit
bleibt. Nun wird auf der anderen Wipperseite ein neuer Förderwagen 9 in den Wipper
3 eingefahren. Dieser neu eingefahrene Förderwagen g setzt den Wipper wieder in
Gang, wobei sich die Absperrvorrichtung 8" schließt und die Absperrvorrichtung 8
geöffnet wird. Dieses Spiel wiederholt sich bei jedem neu in den Wipper einfahrenden
Förderwagen.