DE737537C - Verfahren und Vorrichtung zur Desinfektion bzw. zum Toeten von Bakterien - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Desinfektion bzw. zum Toeten von BakterienInfo
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- A61L—METHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
- A61L2/00—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor
- A61L2/16—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor using chemical substances
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- A61L2/238—Metals or alloys, e.g. oligodynamic metals
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Description
In einer wissenschaftlichen Arbeit über die Theorie der Oligodynamie ist die Anregung
gegeben worden, Quecksilberdämpfe, die bei Temperaturen von 100 bis 150° entwickelt
werden, in Flüssigkeiten einzuleiten und die Flüssigkeiten dadurch, zu entkeimen. Dieser
Anregung liegt eine praktische Erprobung offenbar nicht zugrunde.
Gegenstand dies älteren Patents 735 590
ist ein Verfahren zur Desinfektion mit Silber oder Silberverbindungen, das darin besteht,
daß man gas- bzw. dampfförmiges Silber oder gas- bzw. dampfförmige Silberverbindungen,
unmittelbar verwendet. Die Herstellung des hierbei zur Verwendung kommenden
gas- bzw.. dampfförmigen Silbers oder der gas* bzw. dampfförmigen Silberverbindüngen
erfolgt zweckmäßig so, daß Silber oder Silberverbindungen oder mit Silber oder Silberverbindungen imprägnierte, poröse, :
hitzebeständige Körper im Luftstrom erhitzt werden.
Es wurde nun gefunden, daß unter den Silberverbindungen die Halogenide des Silbers,
insbesondere Chlorsilber und Bromsilber, ; bei hohen Feuchtigkeitsgraden, zweckmäßigüber
60 o/o relativer Luftfeuchtigkeit, eine
besonders hohe keimtötende Wirkung haben. ■
Zur Herstellung der Silberhalogeniddämpfe benutzt man z. B. Tabletten, die Chlorsilber ;
enthalten und die in einem elektrischen Heizzylinder zum Glühen gebracht werden.
Im folgenden werden die Versuche be- ■ schrieben, die ih einem abgeschlossenen Raum
von ι oo · 60 · 60 cm zur Feststellung der keimtötenden
Wirkung von Chlorsilber bei Gegenwart von Wasserdampf mit Rotlauf, Typhus, Paratyphus, Abortus Bang, Staphylokokken,
Streptokokken, Pyocyaneus und Milzbrandsporen durchgeführt wurden:
Die benutzten Bakterien wurden in bekannter Weise an Batistläppchen zum Haften gebracht.
Diese Batistläppchen wurden in dem verschlossenen Raum frei aufgehängt, so daß sie für die Chlorsilberdämpfe von allen Seiten
zugängig waren.
Die verschiedenen Luftfeuchtigkeiten wurden nach Obermiller: »Die Einstellung
von Luft auf bestimmte Trocknungs- oder Feuchtigkeitsgrade mit Hilfe von Salzen und
ähnlichen Stoffen und das relative Trocknungsvermögen« (Zeitschr. f. physik. Chem.,
Bd. log, S. 145, 1924) hergestellt und durch
Hygrometer' kontrolliert. ' Die geringen Schwankungen im Verlauf der Versuche sind
durch Temperatureinflüsse bedingt.
V e r s u c h ι:
Versuch 2:
Nach den entsprechenden Zeiten wurden die Batistläppchen aus dem Versuchsraum
herausgeholt und in Bouillon gebracht. Nach 48stündiger Bebrütung im Brutschrank bei
3 7° wurde das Ergebnis abgelesen.
Im einzelnen ist das Ergebnis aus den folgenden Tabellen ersichtlich.
Bei den Versuchen hat sich ergeben, daß bei hohen Feuchtigkeitsgraden, zweckmäßig
bei solchen über 60 0/0 relativer Feuchtigkeit, eine Abtötung der Erreger in verhältnismäßig
kurzer Zeit erfolgt und sogar Milzbrandsporen sicher nach Sstündiger Einwirkung abgetötet
werden. Die übrigen bei den Versuchen verwendeten Bakterien wurden nach dem Grad
der Feuchtigkeit über 60 0/0 relativer Feuchtigkeit früher oder später, aber sicher nach
2- bis ostündiger Einwirkung der Chlorsilberdämpfe abgetötet, -j- bedeutet Wachstum
unter den oben angegebenen Bedingungen, — bedeutet Abtötunar.
Streptokokken .
Staphylokokken
Staphylokokken
Rotlauf
Milzbrandsporen
Feuchtigkeit
Feuchtigkeit
Nach
Stunden
42% 40% 37% ■ 37%
Streptokokken .
Staphylokokken
Staphylokokken
Typhus ,
Milzbrandsporen
Feuchtigkeit
Feuchtigkeit
Versuch. 3:
Nach
Stunden
40%
40%
+
55%
65%
| Nach | 3 4 | S 6 | Stunden | t ι 1 + . ; + + ; " + 44% ■ 50% |
|
| Pyocyaneus Typhus Staphylokokken Milzbrandsporen Feuchtigkeit |
+ ! + + . " + + \ + + + 45% : 44% |
Versuch. 4:
Pyocyaneus....
Typhus
Staphylokokken Milzbrandsporen Feuchtigkeit ...
Versuch 5:
Streptokokken . Staphylokokken
Rotlauf
Milzbrandsporen
Typhus
Feuchtigkeit
Versuch: 6:
Streptokokken .. Staphylokokken
Rotlauf
Milzbrandsporen Feuchtigkeit
Versuch 7:
Streptokokken .. Staphylokokken
Rotlauf
Milzbrandsporen Feuchtigkeit
Nach
| 4 | i 5 | Q | 7 | 1 | — | 8 |
| Stunder | 73% | |||||
| J | ! — ! + ι |
— | ||||
| 68% | I "T" - j 70% |
■ 70%" | 730L |
Nach
Stunden
■+
6o%
%
Nach
Stunden
75%
75%
Nach
%
70%
| I | 2 ^l | — | " 3 | I 4 |
| Stunden | + Ao 0/ O^ I0 |
|||
|
+
+ |
i | |||
| 60% | ± 65% |
I
i 70% |
Versuch 8:
| Nach | 6 1 7 | 8 | M | Stunden | + 50% |
49% | 45% | 50% | |
| Paratyphus Abortus Bang Rotlauf Staphylokokken Streptokokken Milzbrandsporen Feuchtigkeit |
Versuch 9:
Paratyphus
Abortus Bang .
Rotlauf
Staphylokokken
Streptokokken .
Milzbrandsporen
Feuchtigkeit ...
Streptokokken .
Milzbrandsporen
Feuchtigkeit ...
Nach
Stunden
90% ι 86% : 90% j 87% j 100 %,
Es hat sich gezeigt, daß bei der Erzeugung von Halogen-, z. B. Chlorsilberdämpfen,
zu Desinfektions- oder Heilzwecken ein nennenswerter Anteil des Chlorsilbers durch Abscheiden
von metallischem Silber der Verdampfung entzogen wird.
Es wurde nun gefunden, daß durch Zugäbe von Chloriden der Alkali- und/oder Erdalkalimetalle
(Natriumchlorid, Magnesiumchlorid usw.) zweckmäßig in Gegenwart von voluminösen, indifferenten Stoffen, wie Kieselsäure,
Titansäure, die Bildung von metallischem Silber in der Hauptsache unterbleibt.
Zweckmäßig geht man so vor, daß- man
ein Gemisch der Halogensilberverbindungen und der Alkali- oder Erdalkalichloride mit
voluminösen Stoffen, wie Kieselgur, Silicagel, Titansäure usw. zu Tabletten zusammenpreßt ■
oder das geschmolzene Gemisch von ge- | preßten porösen Pillen aufsaugen läßt. ;
Es wurde weiter gefunden? daß man bei der Durchführung des Verfahrens zweck- ;
mäßig, wie im folgenden beschrieben, v;?rfährt:
Bei der Erzeugung von Halogensilberdampf, z. B. von Chlorsilberdampf, in kleinen
elektrisch geheizten Vorrichtungen ist
6u das dabei entstehende flüssige Chlnrsilber
sehr lästig, weil es zum Kriechen neigt, die keramischen Stoffe, auf denen das elektrische
Widerstandsmaterial aufliegt, durchdringt oder umfließt und so schließlich an die Widerstandsmaterialien gelangt und diese
zerstört. Das Durchdringen läßt sich zwar nicht vermeiden, aber verzögern, wenn man
die Heizvorrichtungen entweder mit einem gesinterten oder geschmolzenen Stoff, wie
Porzellan oder Quarz, auskleidet oder aber mit einer Masse ausstreicht, die durch Erzeugung
einer glasartigen Schicht die Oberfläche dichtet. Dagegen läßt sich das Um·
fließen nur beseitigen, wenn die ganze Vorrichtung auf einer Temperatur gehalten wird,
die die Bildung flüssigen Silberchlorids infolge sofortiger Umwandlung in Dampf unmöglich
macht, was man durch Einbetten der Anlage in gut isolierende Körper er
reichen kann. Allerdings entsteht in dem zur Abführung der Dämpfe dienenden Rohr
ebenfalls wieder durch Kondensation flüssiges Chlorsilber, aber auch dieses wird unschädlieh
gemacht, indem das Rohr erstens in einem wenn auch nur kleinen Abstand vorn lnnenraum der Heizvorrichtung gehalten wird
und zweitens mit seinem unteren Ende so weit in die Anlage ragt, daß sofortige Verdamplung
wieder eintritt. Das gleiche gilt für diu fia.-> Chlorsilber enthaltenden Pastillen.
Aus diesen tritt flüssiges Chlorsilber aus;,
das in dem angegebenen Sinn schädlich wirken würde, wenn nicht die Körper so gelagert
würden, daß das Halogensilber sofort in Dampfform übergeführt wird; erfahrungsgemäß
liegt dies im unteren Viertel bis Fünftel der Heiz'zone.
Um aber für ,alle Fälle nachteilige Wirkungen bei der Fehlleitung des Stroms infolge
geschmolzener Silberverbindungen oder geschmolzenen Silbers oder infolge der Durchdringung
des keramischen Körpers mit Silber oder Silberverbindungen zu beseitigen, wird
der Tragrost, auf dem die chlorsilberhaltigen Tabletten liegen, geerdet, so daß etwaiges
Übertreten von Strom ohne Gefahr ist.
Die Vorrichtung ist in einer der vielen möglichen Ausführungsformen in der Zeichnung
dargestellt.
Der keramische Körper A trägt den Heizdraht//;
im Innern ist er durch Fritte mit einer glasartigen Schicht gedichtet. Der Heizkörper
ist von einem Isolationsmantel / vollständig umgeben. Das die Halogensilberdämpfe
nach außen abführende Rohr C endigt mit D1 im oberen Viertel der Heizvorrichtung.
Der Rost B, der die chlor silberhaltigen Tabletten enthält, liegt etwa im unteren Viertel
der Heizzone.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Desinfektion bzw. zum Töten von Bakterien mit Silberverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man Halogensilberverbindungen, insbesondere Chlor- und Bromsilberverbindungen, in Gas- oder Dampfform bei hohen Feuchtigkeitsgraden, zweckmäßig bei über 60 0/0 relativer Feuchtigkeit, zur Einwirkung bringt.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man dem zu verdampfenden Halogensilber Chloride der Alkali- und/oder Erdalkalimetalle zusetzt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Herstellung der gas- oder dampfförmigen Silberverbindungen Tabletten verwendet, die aus einem voluminösen Stoff, wie z. B. Kieselgur, Silicagel, Titansäure, und einem Gemisch der Halogensilberverbindungen mit den Chloriden der Alkali- und/oder Erdalkalimetalle bestehen.
- 4. Vorrichtung zur Durchführung der Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet durch ein an beiden Enden offenes, senkrecht stehendes, durch Widerstandselemente elektrisch geheiztes Rohr aus keramischem Werkstoff, in dessen Innerem sich ein oder mehrere Tragroste zur Aufnahme der silberhaltigen Tabletten befinden, das entweder mit einem aus gesintertem oder geschmolzenem Stoff bestehenden zweiten Rohr ausgekleidet oder durch Einbringen eines eine glasartige Fritte erzeugenden Anstriches oberflächlich gedichtet ist und mit einem stark isolierenden Mantel vollständig umgeben ist.Hierzu I Blatt Zeichnungen
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM145762D DE737537C (de) | 1939-08-03 | 1939-08-03 | Verfahren und Vorrichtung zur Desinfektion bzw. zum Toeten von Bakterien |
| DK60602D DK60602C (da) | 1939-08-03 | 1940-07-11 | Desinfektionsmiddel samt Fremgangsmaade til dettes Fremstilling og Apparat til Udførelse af Fremgangsmaaden. |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM145762D DE737537C (de) | 1939-08-03 | 1939-08-03 | Verfahren und Vorrichtung zur Desinfektion bzw. zum Toeten von Bakterien |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE737537C true DE737537C (de) | 1943-07-16 |
Family
ID=7335878
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM145762D Expired DE737537C (de) | 1939-08-03 | 1939-08-03 | Verfahren und Vorrichtung zur Desinfektion bzw. zum Toeten von Bakterien |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE737537C (de) |
| DK (1) | DK60602C (de) |
-
1939
- 1939-08-03 DE DEM145762D patent/DE737537C/de not_active Expired
-
1940
- 1940-07-11 DK DK60602D patent/DK60602C/da active
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DK60602C (da) | 1943-02-15 |
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