DE754401C - Verfahren zur Stockpunktserniedrigung von OElen - Google Patents
Verfahren zur Stockpunktserniedrigung von OElenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10G—CRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
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Description
Die Gewinnung von tiefstockenden ölen aus paraffinhaltigen Mineralölen oder Teeren
oder deren Destillationsprodukten erfolgt in den meisten Fällen durch Entparaffinierung.
Ein anderer Weg zu diesem Ziele besteht in dem Zusatz sog. Stockpunktserniedriger, d. h.
von hochmolekularen Stoffen, die kristallisationshindernd wirken und daher die Abscheidung
des den hohen Stockpunkt bedingenden festen Paraffins erschweren. Schließlich
ist auch schon versucht worden, durch mildes Spalten der paraffinhaltigen Öle, d.h. durch
Aufspalten der großen Moleküle, zu dem genannten Ziel zu gelangen. Ein solches Verfahren
hat an sich den Vorteil, daß auch das Paraffin der Verwertung als Schmieröl bzw.
Dieselöl zugeführt werden kann, während es bei Entparaffinierungsverfahren hierfür entfällt.
Als Nachteil hat sich jedoch herausgestellt, daß mit diesem Verfahren starke Verluste verbunden sind, da ein erheblicher
Teil des Ausgangsöles für vorliegenden Zweck zu stark gespalten wird und erhebliche Mengen
leichtestsiedender Kohlenwasserstoffe entstehen.
Es ist nun gefunden worden, daß sich die Spaltung des Paraffins bzw. der paraffinhaltigen
Öle weitgehend auf die gewünschten Grenzen beschränken läßt, wenn man dem zu spaltenden öl vor seiner thermischen Behand-
lung eine gewisse Menge leichtsiedender, bei gewöhnlicher Temperatur flüssiger Kohlenwasserstoffe
paraffinischer Xatur zusetzt. Vorzugsweise werden Kohlenwasserstoffe als Zusatz angewandt, die bei dem betreffenden
Spaltverfahren selbst gewonnen werden; es kann aber auch ein Benzinschnitt ähnlicher
Beschaffenheit für diesen Zweck herangezogen werden. Dagegen übt aromatenreiches Benzin
ίο oder z. B. reines Benzol auf den Spaltvorgang praktisch keine Wirkung in der gewünschten
Richtung aus.
Die zuzusetzende Menge beträgt etwa io%>.
Je nach dem zu behandelnden Öl und je nach den sonst herrschenden Arbeitsbedingungen
kommen aber auch größere Mengen (bis 300/»)
in Frage.
Es ist zwar bekannt, höhersiedenden Kohlenwasserstoffölen, die einer thermischen Zer-Setzung
zwecks Gewinnung leichter Treibstoffe aus höhersiedenden Kohlenwasserstoffen unterworfen
werden sollen, zuvor leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe zuzusetzen. Diese Maßnahme
hat den Zweck, die Koksbildung zu verringern. Bei den bekannten Verfahren wurde die Spaltung jedoch unter solchen
scharfen Bedingungen durchgeführt, daß der Zusatz der leichtflüchtigen Öle auf die Bildung
leichter Kohlenwasserstoffe des gleichen Siedebereiches keinen Einfluß haben kann.
Dieser Einfluß macht sich erst geltend, wenn die Spaltung unter milden Bedingungen, unterhalb
von 430 °, erfolgt.
Bei der Durchführung des neuen Verfalirens sind die zuzusetzenden Kohlenwasserstoffe
hinsichtlich ihres Siedebereiches so zu wählen, daß ihre obere Siedegrenze im wesentlichen
unterhalb der unteren Siedegrenze des tiefstockenden Öles liegt, das nach der Erfindung
gewonnen werden soll. Sollen beispielsweise weitmöglichst nur Kohlenwasserstoffe
anfallen, die über i6or' sieden, so ist ein
Kohlenwasserstoffschnitt zuzusetzen, dessen obere Siedegrenze bei etwa 160 bis 1700 liegt.
Soll dagegen nur vermieden werden, daß
ι wesentliche Anteile entstehen, die unter 1300
sieden, so sind dem Öl vor dem Spaltverfahren leichtsiedende Kohlenwasserstoffe zuzu-ΐ
setzen, deren Siedeende bei 130 bis 1400 liegt.
j Das Verfahren hat sich als besonders günstig in Anwendung auf Mineralöle erwiesen.
Man gelangt jedoch auch bei der Verarbeitung von Teeren auf dem genannten Wege zu
günstigeren Ergebnissen als ohne Zusatz von Benzin.
Die Spaltung wird bei Temperaturen von etwa 420 bis 4300 unter 20 bis 30 at ausgeführt,
und zwar unter Verwendung von Katalysatoren. Als solche sollen besonders alkalisch wirkende Verwendung finden, da
festgestellt wurde, daß sie bezüglich der Stockpunktserniedrigung durchgreifender wirken
als saure. So wurden mit Magnesit und mit Natronkalk bessere Ergebnisse erzielt als
mit Silikagel.
Ein Dieselölraffinat, das durch Extraktion mit flüssigem Schwefeldioxyd aus einem
rumänischen Rohdestillat erhalten worden war und einen Stockpunkt von 50 und eine Dichte
von 0,8137 bei 200 aufwies, wurde durch eine
mit gekörntem Bauxit beschickte Röhrenspaltanlage bei einer Temperatur von 4300
und einem Druck von 30 atü durchgesetzt. Aus dem erhaltenen Produkt wurde die bis
130" siedende Fraktion abgetoppt und der Rückstand in einer weiteren Destillationseinrichtung in bis 360° siedendes Destillat
und Rückstand zerlegt.
Bei einem weiteren Arbeitsgang wurde dem Öl gemäß vorliegender Erfindung vor der
Behandlung 10% des bei dem vorstehenden Versuch erhaltenen Benzins zugesetzt. Die
übrige Verarbeitung erfolgte in gleicher Weise wie vorher. Die Ergebnisse sind aus der
nachstehenden Tabelle zu entnehmen. In dieser sind in den Kolonnen A die ohne, in den
Kolonnen B die mit Benzinzusatz erhaltenen Ergebnisse angegeben.
| Ausbeute Gewichtsprozent |
B | Dichte | bei 20° | Stockpunkt 0C |
B — 16 |
|
| Das gesamte Reaktionsprodukt | A | 7.7 | A O,787ä |
B 0,78I0 |
A — 17 |
— |
| Destillat bis 130 ° siedend | 14.3 | 92.3 | 0,7H1 | 0,692,, | — | — II |
| Über 1300 siedender Rückstand | 85.7 | 90,1 | 0,8Oe1 | o,8o59 | — 12 | — II |
| Redestillat aus dem Rückstand, Siedegrenze 130 bis 3600 |
82,4 | o,8o4„ | o,8o40 | — II |
Es ergibt sich somit, daß das zu gewinnende
Redestillat bei dem gleichen Stockpunkt von —iic in erheblich besserer Ausbeute ange82,4"/α.
Dies ist im wesentlichen auf die Zurückdrängung der Bildung von leichten Kohlenwasserstoffen zurückzuführen. Dagegen
fallen ist, und zwar mit 90,1 °/o gegenüber . war der Einfluß des zugesetzten Leichtöles
auf die Bildung von hochsiedenden Rückständen, insbesondere Koks, kaum von Einfluß.
Bei dem bekannten Verfahren fielen 3,3%, bei dem neuen Verfahren 2,2% Rückstände,
bezogen auf das Ausgangsmaterial bzw. das gesamte Reaktionsprodukt, an.
Ein Dieselöl rumänischen Ursprungs mit der Dichte von 0,837,,, einem Stockpunkt von
+ 4° und einem Paraffingehalt von 5,6% wurde in der gleichen Spaltanlage und unter
den gleichen Bedingungen behandelt wie bei vorstehendem Beispiel. Das bei dieser Behi^ndlung
erhaltene Produkt wurde in der oben beschriebenen Weise aufgearbeitet und ein Redestillat (Siedegrenzen 130 bis 3600)
mit einem Stockpunkt von — 120 in einer
Ausbeute von 84,5% erzielt. Der Anfall an Benzin betrug 9%.
Bei einem weiteren Versuch wurden dem Öl vor der Behandlung 10% des bei dem
vorstehend beschriebenen Versuch entstandenen Benzins zugesetzt. Bei diesem Verfahrensgang
wurde die gleiche Menge Ausbeute erhalten, jedoch betrug die Neubildung an
Benzin nur 3% und der Stockpunkt des Redestillats lag bei — 20,5°. Durch den vorherigen
Benzinzusatz war somit einmal die Benzinbildung zurückgedrängt und andererseits der Stockpunkt erheblich erniedrigt
worden.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Stockpunktserniedrigung von paraffinhaltigen ölen durch schonende Spaltung bei Temperaturen bis zu etwa 430°, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Zurückdrängung der Spaltung der Kohlenwasserstoffe vom mittleren Siedebereich in leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe dem Öl vor der Behandlung leichtsiedende, bei gewöhnlicher Temperatur flüssige Kohlenwasserstoffe paraffmischer Natur in Mengen von etwa 10 bis 30% zugesetzt werden.Zur Abgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden:Französische Patentschrift Nr. 830 194;USA.-Patentschrift Nr. 2 248 S42.®5626 12.52
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEE56117D DE754401C (de) | 1942-05-30 | 1942-05-30 | Verfahren zur Stockpunktserniedrigung von OElen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEE56117D DE754401C (de) | 1942-05-30 | 1942-05-30 | Verfahren zur Stockpunktserniedrigung von OElen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE754401C true DE754401C (de) | 1953-01-05 |
Family
ID=7082116
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEE56117D Expired DE754401C (de) | 1942-05-30 | 1942-05-30 | Verfahren zur Stockpunktserniedrigung von OElen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE754401C (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR830194A (fr) * | 1936-12-01 | 1938-07-22 | Perfectionnements apportés aux procédés et appareils pour améliorer le point de solidification des mélanges hydrocarbonés contenant de la paraffine | |
| US2248842A (en) * | 1937-10-23 | 1941-07-08 | Process Management Co Inc | Motor fuel production |
-
1942
- 1942-05-30 DE DEE56117D patent/DE754401C/de not_active Expired
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| US2248842A (en) * | 1937-10-23 | 1941-07-08 | Process Management Co Inc | Motor fuel production |
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