DE78249C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung kalibrirter Ketten - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung kalibrirter KettenInfo
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- DE78249C DE78249C DENDAT78249D DE78249DA DE78249C DE 78249 C DE78249 C DE 78249C DE NDAT78249 D DENDAT78249 D DE NDAT78249D DE 78249D A DE78249D A DE 78249DA DE 78249 C DE78249 C DE 78249C
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
- B21L—MAKING METAL CHAINS
- B21L15/00—Finishing or dressing chains or chain links, e.g. removing burr material, calibrating
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- Mechanical Engineering (AREA)
- Forging (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei den Krahnketten und Flaschenzugketten, überhaupt bei Ketten, die über gezahnte Räder
laufen, sei es zur Kraftübertragung oder Lastbeförderung, ist es unbedingt erforderlich, dafs
die Gliedlängen genau justirt sind, also absolut gleiche Theilung und Länge haben; nicht
minder wichtig aber ist es auch, dafs die Schweifsung und Stellung der Glieder eine
derartig sei, dafs die Kette beim Hängen, wie es namentlich bei Flaschenzugketten stets der
Fall ist, sich nicht dreht, sondern Glied über Glied von oben bis unten in der gleichen
Verticalebene stehen bleibt, mag die Kette auch noch so lang frei hängen.
Um diese Bedingungen zu erfüllen, verfährt man bei der Herstellung bisher auf zweierlei
Weise!
ι. Deutsches Verfahren: Die Kette wird
dadurch justirt und kalibrirt, dafs in jedes angeschweifste Glied ein Setzeisen nach Fig. 9
bis zum Ansatz A eingetrieben wird. Dieses Setzeisen ist an der einen Seite concav dem
Radius des Drahtes entsprechend gestaltet, auf der anderen Seite convex geformt nach dem
Krümmungsradius des Kettengliedes. Die Kette wird auf eine geeignete Unterlage — Ambos —
gelegt und das Setzeisen zwischen je zwei unmittelbar auf einander folgende Glieder bis
zum Ansatz A eingetrieben, so dafs der freie Raum innerhalb eines jeden Gliedes bei allen
gleich lang wird.
Bei Voraussetzung überall ganz gleicher Drahtdicke, sowie immer gleicher Schweifsung
werden soweit auch alle Glieder gleich lang, dafs dann die fertige Kette dem zugehörigen
verzahnten Kettenrade angepafst bezw. in dessen Nuthen eingepafst werden kann; nöthigenfalls
wird ein Festsetzen einzelner Glieder durch Nachtreiben zu vermeiden gesucht. Eine unbedingt
genaue Kalibrirung der einzelnen Glieder zu einander ist bei der peinlichsten
Aufmerksamkeit aber nicht immer zu erzielen, daher auch diese Methode nicht befriedigt.
Zudem kommt noch der Uebelstand, dafs sich in der nach der bisherigen Weise gefertigten
Kette mehr oder weniger Drall (Verdrehung) befindet.
2. Englisches Verfahren: Dem deutschen ähnlich ist das englische Justirungsverfahren.
Hierbei wird die Kette fertig geschmiedet und dann Glied um Glied, indem die Kette auf
einen passenden Ambos gelegt wird und ein Dorn oder Setzeisen nach Fig. 10 zwischen je
zwei mittelbar auf einander folgende Glieder, die durch ein drittes sie verbindendes Glied
zusammenhängen, eingetrieben wird, justirt und kalibrirt. Beide Endflächen dieses Setzeisens
sind natürlich convex geformt und passen zu der verwendeten Glieddicke; auch bei diesem
Verfahren ist es nicht möglich, eine absolut gerade hängende Kette zu erzeugen, schon bei
ca. 60 cm Länge macht diese Kette eine Drehung von 90°.
Es kommt nun vor, dafs diese Drehung namentlich bei belasteter Kette auf eine ganz
kurze Strecke sich zusammendrängt, und dann läuft dieselbe schwer im Kettenrad, zudem
wendet sich den Verdrehungen der Kette entsprechend die zu hebende Last, was unter
Umständen durchaus nicht sein darf, auch ist eine derartige Kette weit eher dem Reifsen
oder einem Bruch ausgesetzt, ja es kann ge-
schehen, dafs ein verdrehtes Glied in der gezahnten Rille der Flaschenzugrolle überspringt
und das Weiterdrehen verhindert, weil das verdreht sitzende Glied den Durchgang durch
die Rolle hindert.
Diese Uebelstände der beiden älteren Verfahren in Herstellung justirter und kalibrirter
Ketten werden durch das vorliegende Verfahren und mittelst der dabei benutzten Werkzeuge
vollständig vermieden und eine Kette erzeugt, die absolut gerade hängt.
Nachstehend ist dieses Verfahren und die dazu benöthigten Werkzeuge erläutert.
Es zeigen die Fig. ι und 2 je eine Vorderansicht
des Ober- und Unterstempels,
Fig. 3 eine Draufsicht des letzteren, während die
■ Fig. 4 und 5 Verticalschnitte der beiden Stempel sind und die
Fig. 6, 7 und 8 die Arbeitsweise der Werkzeuge mit eingesetzter Kette veranschaulichen.
Der Oberstempel besteht aus einem Stahlstück, geeignet zum Einstecken in irgend ein
Fall- oder Prefswerk. In der Unterfläche des Stempels ist eine der Form des Kettengliedes
entsprechende, nach vorn aber gerade auslaufende Nuth A von halbkreisförmigem Querschnitt
eingeschnitten, und der mittlere Theil zwischen der Nuth A ist mit einer nach oben
sich verjüngenden Höhlung B versehen.
Im Unterstempel ist der Nuth A entsprechend die correspondirende Gegenhälfte C ebenso
ausgearbeitet, der mittlere, innerhalb der Nuth sich befindende Theil aber ist hier von einer
kegelförmigen Erhöhung oder einem Dorn D überragt, die genau in die Höhlung B im
Oberstempel pafst. Die hintere Begrenzungsfläche ist convex gerundet, in ihrer tiefsten
Stelle, wo sie in die Nuth C übergeht, genau der inneren Ringweite des Kettengliedes entsprechend;
die beiden Seitenflächen sind gerade; die vordere ist concav ausgehöhlt; sie ist unter die Nuth C hinab fortgesetzt und läuft
bogenförmig aus, entsprechend dem Bogen der äufseren Gliedform. In der Linie der beiden
Stempeloberflächen entspricht die Erhöhung D nach Gestalt und Gröfse genau dem Hohlraum
in einem zuletzt an ein vorhergegangenes Glied angeschweifsten letzten Gliede einer Kette.
In den Ambos oder in die Chabotte eines Fallwerkes oder den Tisch einer Presse wird
der Unterstempel eingesteckt und in dem Bär oder dem niedergehenden Schlitten oder einer
Spindel des oberen Theiles, der Lage des unteren Gesenkes genau.entsprechend, wird der
Oberstempel befestigt.
Das in eine Kette E bezw. in deren letztes Glied eingesetzte, vorgeschweifste Glied F. wird
dann im warmen Zustande über den Dorn D gesteckt, wie aus den Fig. 6 und 7 zu ersehen
ist, hierauf wird der Oberstempel mit einem kräftigen Schlag oder Druck auf den mit dem
Glied F versehenen Unterstempel niedergestofsen, so dafs das Glied am Dorn D niedergetrieben
wird bis in die untere Nuth C, und dafs beide Stempel sich vollkommen decken
(Fig. 8).
Der beschriebene, gegen bisher bedeutend verkürzte Vorgang läfst ohne Weiteres erkennen,
dafs hierdurch nicht nur die Schweifssteile, die selbstverständlich nach innen im Stempel gelegt
worden ist, absolut genau rund den Contouren der Stempel entsprechend werden mufs, sondern
dafs auch die Länge des Gliedes genau der durch den Dorn und die Drahtdicke gegebenen
Länge entspricht, und da diese Dimensionen constant sind für alle Glieder, mufs auch die Justirung und Kalibrirung einer solchen Kette absolut gleichmäfsig sein. Die genaue
Rundung aber der Schweifsstellen wie die absolut gleichmäfsige Stellung eines jeden
Kettengliedes beugt jeglicher Verdrehung der hängenden Kette vor, weil keine Flächen vorhanden
sind, auf denen die Glieder schräg aufliegen, oder die sie zu schräger Lage drängen
können. Die Kette ist hiernach vollständig gebrauchsfertig und pafst zu dem den gegebenen
Mafsen entsprechenden Kettenrade, ein Nachadjustiren oder irgend sonstige Nacharbeit,
welche bei dem früheren Verfahren nicht zu vermeiden war, ist ausgeschlossen.
Claims (2)
1. Ein Verfahren zur Herstellung kalibrirter und justirter Ketten, durch welches gleichmäfsige
Justirung der einzelnen Glieder und gerades Hängen der Kette erzielt wird, darin bestehend, dafs eine Nachschweifsung
mit gleichzeitiger Justirung jeweils des zuletzt angesetzten Gliedes dadurch bewirkt wird,
dafs dieses Glied in dem eben geschweifsten, noch warmen Zustande über ein Gesenk
gesteckt wird, dessen Hohlnuth der Gestalt des Gliedes entspricht, und dessen mittlerer
Theil von einem Dorn überragt ist, der dem Hohlraum eines an einem anderen gleichen Gliede hängenden Kettengliedes
entspricht, während ein zu dem genannten Gesenk passender Gegenstempel mit correspondirenden
Aushöhlungen das zu bearbeitende Glied durch kräftigen Schlag oder
Druck niedertreibt und es zwingt, sich genau den Hohlformen der Gesenke und dem mit ihm in Berührung kommenden Umrifs
des Domes am Unterstempel anzupassen.
2. Zur Ausführung des durch Anspruch 1. geschützten Verfahrens ein in ein geeignetes
Fallwerk oder eine Presse einsetzbares Gesenk, dadurch gekennzeichnet, dafs in dessen
Fläche eine dem fertigen Kettengliede conforme
Hohlnuth (C) eingearbeitet ist, wäh-
rend der von der Hohlnuth umrahmte Raum von einem flachen, kegelartigen
Dorn (D) überragt ist, dessen Seiten- und Hinterflächen in die Hohlnuthflä'che übergehen,
dessen Vorderfläche concav ausgearbeitet ist und Raum gewährt für die Vorderfläche des an dem zu bearbeitenden
Gliede hängenden bereits fertigen Kettengliedes (E).
Zur Ausführung des durch Anspruch ι. geschützten
Verfahrens ein in den Bär eines Fallwerkes oder den Schlitten oder die Spindel einer Presse einsetzbarer Oberstempel,
dadurch gekennzeichnet, dafs in dessen Fläche eine mit der Nuth (C) im Unterstempel (Anspruch 2.) übereinstimmende
Nuth (A) und eine den Dorn (D) aufnehmende Höhlung (B) eingearbeitet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE78249C true DE78249C (de) |
Family
ID=350987
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT78249D Expired - Lifetime DE78249C (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung kalibrirter Ketten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE78249C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1143379B (de) * | 1954-08-28 | 1963-02-07 | Thiele Fa August | Einrichtung zum Entgraten von elektrisch stumpfgeschweissten Kettengliedern |
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- DE DENDAT78249D patent/DE78249C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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