DE804324C - Verfahren zur Darstellung von Sulfathioharnstoff - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Sulfathioharnstoff

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DE804324C
DE804324C DEP37011A DEP0037011A DE804324C DE 804324 C DE804324 C DE 804324C DE P37011 A DEP37011 A DE P37011A DE P0037011 A DEP0037011 A DE P0037011A DE 804324 C DE804324 C DE 804324C
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DE
Germany
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sulfathiourea
preparation
autoclave
sulfide
ammonia
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Expired
Application number
DEP37011A
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English (en)
Inventor
Dr Werner Loop
Dr Erich Luehrs
Dr Franz Redies
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Nordmark Werke GmbH
Original Assignee
Nordmark Werke GmbH
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Description

  • Verfahren zur Darstellung von Sulfathioharnstoff Der Sulfathioharnstoff ist bekannt. Er ist sowohl als Heilmittel wie auch als Zwischenprodukt für die Synthese von Heilmitteln, :z. B. für die Darstellung des Sulfathiazols, von großer Wichtigkeit. Es ist daher wünschenswert, ein einfaches und rationelles Verfahren für seine Darstellung zu besitzen.
  • Die direkte Umsetzung von Arylsulfonsäurehalogeniden oder anderen reaktionsfähigen Arylsulfonsäureabkömmlingen mit dem Thioharnstoff zu Arylsulfothioharnstoffen gelingt nicht. In den Schweizer Patentschriften 213 905 und 215 400 sowie in der französischen Patentschrift 867318 ist eine Darstellung des Sulfathioharnstoffs beschrieben worden, nach der das p Acetaminobenzolsulfonsäurechlorid mit Alkoxyalkyläthern des Isothioharnstoffs umgesetzt wird. Aus den entstehenden Acetaminobenzolsulfoisothioharnstoffäthern werden die Alkoxyalkylgruppe und die Acetylgruppe abgespalten. Dieses Verfahren geht offenbar einen recht bedeutenden und kostspieligen Umweg.
  • Aus der französischen Patentschrift 9r3 9'2o, Beispiel 2, ist bekannt, das 4 Aminobenzolsulfocy#anamid in mit Schwefelwasserstoff gesättigtem 1,7 o;oigem Ammoniakwasserbei ioo°umzusetzen. DiesesVerfahren ergibt sehr schlechte Ausbeuten, nämlich io bis r5c,%, bezogen auf das eingesetzte 4-Aminobenzolsulfocyanamid.
  • Bezüglich der Verarbeitung der 4-Acylaminobenzolsulfocyanamide ist aus der französischen Patentschrift 913920 und der Zusatzpatentschrift 913920/53855 bekannt, daß man in wasserfreien organischen Medien, wie Pvridin, arbeiten muß, wenn man zu befriedigenden Ergebnissen kommen will.
  • Außerdem sind die in der französischen Patentschrift 913920 und der Zusatzpatentschrift 91392o/ 53855 angegebenen Schmelzpunkte um ungefähr 30° höher als die der entsprechenden, nach der vorliegenden Erfindung hergestellten Substanzen, die mit den in der Literatur angegebenen Werten übereinstimmen (schweizerische Patentschriften 213 905 und 215400 und die französische Patentschrift 867318).
  • Es wurde nun gefunden, daß man die Synthese des Sulfathioharnstoffs oder seiner N4-Acylderivate in wäßrigem Medium in guten Ausbeuten und in technisch einfacher Weise durchführen kann, wenn man N4-Acylderivate des 4-Aminobenzolsulfocyanamids oder deren Salze mit einem Überschuß eines Schwefelwasserstoff abspaltenden Sulfids bei Temperaturen zwischen ioo und 20o° im Autoklaven umsetzt. Als Schwefelwasserstoff liefernde Sulfide können die Sulfide, Polysulfide oder Hydrosulfide des Ammoniaks, der Amine, der Alkalien und der Erdalkalien benutzt werden. Je nach der Wahl der Temperatur gewinnt man die Acylderivate des Sulfathioharnstoffs oder den Sulfathioharnstoff selbst.
  • Besonders einfach wird das Verfahren, wenn man das rohe, nach bekanntem Verfahren in guter Ausbeute aus einem wäßrigen Auszug des Kalkstickstoffs und einem 4-Acylaminobenzolsulfonsäurechlorid gewinnbare Calciumsalz des 4-Acylaminobenzolsulfocyanämids in wäßriger Lösung mit, einem Überschuß eines Sulfids, Polysulfids oder Hydosulfids der obengenannten Basen zuerst mehrere Stunden auf ioo bis 11o°, dann mehrere Stunden auf höhere Temperatur, aber nicht über 20o°, zweckmäßig auf 14o bis 15o', erhitzt. Es erfolgt dann in demselben Reaktionsgemisch durch Anlagerung von Schwefelwasserstoff an die Cyanamidgruppe die Bildung der Thioharnstoffgruppe und die hydrolytische Abspaltung der Acylgruppe, so daß nach dem Ansäuern des Autoklaveninhalts und dem Aufkochen mit Entfärbungskohle aus dem Filtrat beim Abkühlen der Sulfathioharnstoff in analysenreiner Form in einer Ausbeute von 70 %, bezogen auf das eingesetzte rohe Calciumsalz des 4-Acylaminobenzolsulfocyanamids, ausfällt. Versuch I 25,8 g des rohen 4-Acetaminobenzolsulfocyanamidcalciums werden mit ioo ccm einer Ammoniumhydrosulfitlösung, die durch Sättigen von 5,i%igem wäßrigem Ammoniak mit Schwefelwasserstoff erhalten worden war, im Autoklaven 3 Stunden auf ioo bis iio° erhitzt. Der noch heiße Autoklaveninhalt wird mit Essigsäure angesäuert, mit Entfärbungskohle versetzt, aufgekocht und heiß filtriert. Aus dem Filtrat kristallisiert beim Abkühlen der 4-Acetaminobenzolsulfothioharnstoff in farblosen Kristallen vom Schmelzpunkt 198 bis 2o0° aus. Dieselbe Substanz erhält man, wenn man den Versuch mit einer Äthylamin-, Natrium- oder Kaliumhydrosulfidlösung ausführt.
  • Versuch II 25,8 g rohes 4-Acetaminobenzolsulfocyanamidcalcium werden mit ioo ccm einer . Ammoniumhydrosulfidlösung, die durch Sättigung einer 5,i%igen wäßrigen Ammoniaklösung mit Schwefelwasserstoff erhalten wurde, im Autoklaven 2 Stunden auf ioo bis 11o' erhitzt. Dann wird die Temperatur auf 140 bis 150' gesteigert und 2 Stunden konstant gehalten. Der heiße Autoklaveninhalt wird aufgearbeitet, wie im Beispiel I angegeben wurde. Man erhält den Sulfathioharnstoff in farblosen Kristallen und in analysenreiner Form. Ausbeute 15,7 g = 68%, Schmelzpunkt 173°.
  • Dasselbe Ergebnis wird erhalten, wenn man das Ammoniumhydrosulfid durch Ammoniumsulfid, Ammoniumpolysulfide oder durch die entsprechenden Äthylamin-, Alkali- oder Erdalkalisalze ersetzt.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Darstellung von Sulfathioharnstoff oder seiner N4-Acylderivate, dadurch gekennzeichnet, daß ein 4-Acylaminobenzolsulfocyanamid oder ein Salz desselben in wäßriger Lösung mit einem Schwefelwasserstoff abspaltenden Sulfid, Polysulfid oder Hydrosulfid des Ammoniaks oder eines Amins, der Alkalien oder Erdalkalien bei Temperaturen zwischen ioo und 200° im Autoklaven umgesetzt wird.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von dem Schwefelwasserstoff abspaltenden Sulfid ein Überschuß, zweckmäßig das Dreifache der theoretischen Menge, angewendet wird.
  3. 3. Verfahren zur Darstellung von N4-Acylderivaten des Sulfathioharnstoffs gemäß den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Temperaturen von ioo bis 11o' gearbeitet wird.
  4. 4. Verfahren zur Darstellung von Sulfathioharnstoff nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man in wäßrigem Medium ein N4-Acylderivat des Sulfacyanamids oder ein Salz desselben mit einem Überschuß eines Sulfids, Polysulfids oder Hydrosulfids des Ammoniaks, eines Amins, der Alkalien oder der Erdalkalien imAutoklaven zuerst mehrere Stunden auf ioo bis iio', dann mehrere Stunden auf 140 bis 15o° erhitzt.
DEP37011A 1948-03-20 1949-03-17 Verfahren zur Darstellung von Sulfathioharnstoff Expired DE804324C (de)

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