DE8071A - Neuerungen an Telephonen und damit verbundenen Apparaten - Google Patents
Neuerungen an Telephonen und damit verbundenen ApparatenInfo
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Description
1878.
Klasse 21.
JOSHUA FRANKLIN BAILEY in NEW-YORK (Amerika). Neuerungen an Telephonen und damit verbundenen Apparaten.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. Mai 1878 ab.
Die Erfindung bezieht sich auf Verbesserungen an Telephonen und an damit verbundenen Apparaten.
Fig. ι der beiliegenden Zeichnungen zeigt eine Draufsicht eines dieser Erfindung gemäfs
construirten Telephons, von welchem einige Theile als weggebrochen dargestellt sind, um
die darunterliegenden Theile zu zeigen.
Fig. 2 zeigt den Apparat theilweise im Schnitt nach der Linie 2-2 in Fig. 1.
Fig. 3 ist eine Endansicht des Apparates, eine der Arten zeigend, wie die Drähte verbunden
werden können.
Das Instrument ist als aus einer Basisplatte oder Handhabe A von Eisen oder Stahl und
einem gewöhnlichen Elektromagneten B bestehend gezeigt, welch letzterer mit einem
Draht von geringem Widerstand umwunden, mit einer Localbatterie von ungefähr drei Elementen
verbunden und an einem Ende dieser Handhabe A befestigt ist.
Auf dem Magneten B und mit demselben in derselben Axenebene liegend ist ein Supplementarelektromagnet
C mit einem Widerstand von ca. 100 Ohms je nach der Länge der betreffenden
Linie angebracht; dieser Elektromagnet C hat einen röhrenförmigen, auf dem gröfseren
Theile seiner Länge radial geschlitzten Kern von ungefähr 1 cm Länge. Der Magnet C ist
von dem Magneten B durch ein Plättchen oder eine Scheibe c aus irgend welcher nichtmetallischen
Substanz, wie z. B. dünnes Papier, getrennt, und sind beide durch eine nichtmagnetische
Metallschraube, z. B. eine Schraube aus Messing, mit einander verbunden.
Bei dieser Anordnung wird der Supplementarmagnet C, welcher mit keinem anderen
Theil des Apparates eine elektrische Verbindung hat, von dem Magneten B inductiv angeregt,
wie dies nachstehend ausführlicher beschrieben wird.
Eine steife, federnde Platte D aus Eisen oder Stahl ist mit einem Ende an der Handhabe
A befestigt, während ihr anderes Ende durchbohrt ist, so dafs sie ein Oehr bildet,
durch welches der Magnet B hindurchgeht.
Eine Schale oder ein Gehäuse E aus Hartgummi oder anderem geeigneten Stoff ist auf
dem Auge oder Oehr der Federplatte D mittelst eines Ringes F befestigt, welcher mit nach
innen zu stehenden Spitzen / versehen ist, durch die Eisen- oder Stahlschrauben b in die
Federplatte D gehend, so dafs elektrische Verbindung zwischen der Platte D und dem
Ring F hergestellt wird. Auf diesem Ring / ruht ein dünnes Metallblech (Diaphragma) G,
das am besten aus vernickeltem Eisen besteht, um gegen Rost geschützt zu sein.
. Dasselbe wird durch das Mundstück E1 an
den Ring F angeprefst, indem das Mundstück E eingeschraubt und eine ringförmige Unterlagsscheibe
g aus weichem Papier oder ähnlichem Stoff zwischen das Diaphragma und das Mundstück
oder die Schraubenschale eingelegt wird, wodurch die Freiheit der Bewegung des Diaphragmas erhöht und die Einleitung anderer
Vibrationen als jener durch die Stimme hervorgebrachten vermieden wird.
Die beiden Pole des Magneten werden durch diese Art der Construction einander sehr nahe
gebracht. Die Construction ist eine solche, dafs die Feder der Platte das Bestreben hat,
das Ende des Supplementarmagneten C mit dem Diaphragma G in Berührung zu halten.
Um das Diaphragma auf die richtige Entfernung behufs vollkommener Transmission und Aufnahme
von articulirten Lauten verstellen zu können, schalte ich zwischen dem Gestell A
und der Federplatte D eine Stellschraube H ein, und da das Diaphragma mit der Federplatte
und der Magnet mit der Handhabe verbunden ist, so werden durch eine Drehung der Schraube in der einen Richtung das Diaphragma
und der Magnet von einander entfernt und durch ein Drehen der Schraube in der entgegengesetzten
Richtung einander genähert, wodurch die feinste Verstellung möglich gemacht wird.
Die Anordnung der Leitung ist in Fig. 4 gezeigt, welche zwei solcher oben beschriebenen
Instrumente zeigt und die für die Transmission und den Empfang von Depeschen in jeder
Richtung auf der Linie geeignet ist.
Die Leitung geht von der Erde aus durch einen Supplementarmagneten C, dann zu dem anderen
Magneten und von da zur Erde, ohne irgend welche Batterie, während jeder Magnet B für
sich seine eigene unabhängige Localleitung und Batterie hat.
In der Zeichnung stellen ι und 4 die Localdrähte
und 2 und 3 die Liniendrähte dar. Der Apparat arbeitet wie folgt: Die Magnete JB
werden von den Batterien stets geladen gehalten und laden ihrerseits die Supplementarmagnete
C durch Induction, während die Linie im Normalzustande ruhig ist. Wenn eines der
Diaphragmen in Schwingungen versetzt wird, so werden auf die bekannte Weise magnetische
Ströme in die Linie inducirt.
Durch Einführung des Supplementarmagneten und seine eigenthümliche Construction und Verbindung
mit dem Magneten B, wodurch er für die inductiven Wirkungen jeder Bewegung des
Diaphragmas im höchsten Grade empfindlich gemacht wird, sowie durch Anwendung des
Ringes F, welcher die Masse des Inductors verstärkt, ohne die Bewegung desselben durch
sein Gewicht zu hemmen, wird ermöglicht, dafs alle Laute aufser den zu transmittirenden articulirten
Lauten abgehalten werden und dafs die feinen Schattirungen der Vibrationen aufgenommen
und wiedergegeben werden.
Um bessere telephonische Resultate zu er:
halten, werden zwei Telephone in derselben Leitung auf einem gemeinschaftlichen Träger in
solcher Weise angebracht, dafs dieselben gleichzeitig eines an jedes Ohr der die Depeschen
empfangenden Person gehalten werden können. Fig. 5 ist eine Seitenansicht einer solchen Anordnung.
Die Handhabe des Apparates ist als weggebrochen gezeigt, und eines der Telephone
ist im Verticalcentrallängenschnitt dargestellt.
Fig. 6 ist eine Draufsicht eines der Telephone und Fig. 7 eine perspectivische Ansicht
des Magnetkernes allein.
Die Instrumente sind hier auf den Enden einer U-förmigen oder zAveizinkigen Federhandhabe
oder einem solchen Träger angebracht", welcher der leichteren Construction wegen aus
drei Theilen besteht: einem jochartigen Theil A,
auf dessen oberen Enden die gewellten Handhaben A1 aufgeschraubt sind; in die anderen
Enden dieser Handhaben sind die oberen Theile A'1 des Trägers geschraubt. Gabelförmige
Lagerträger B sind auf den Enden des Trägers angebracht und mit Drehzapfen b versehen,
auf welchen sich die Telephone in einer Verticalebene hin- und herdrehen. Die Telephone selbst gleichen in ihrer allgemeinen
Einrichtung wesentlich den oben beschriebenen. Doch sind einige Modificationen
in der Construction nothwendig, um sie dem vorliegenden Zweck anzupassen.
Die Telephone sind in diesem Beispiel als auf einem Gestell angebracht gezeigt, welches
aus einem Ring C, einem Querstab C und aus Verbindungsstangen c besteht, in welche
die oben erwähnten Drehzapfen b eingesetzt sind. Ein gewöhnlicher Elektromagnet D mit
einem Draht von kleinem Widerstand umwickelt und mit einer Localbatterie von z. B.
drei Elementen verbunden, ist mit einem Stiel d versehen, welcher sich der Länge nach kolbenartig
durch einen röhrenförmigen Ansatz C" des Gestells bewegt.
Eine Schraubenmutter d ' pafst auf eine Schraube am Ende dieses Stieles, um den Magneten
in Bezug auf das Diaphragma vor- oder zurückzuschieben; der Magnet wird für gewöhnlich
durch eine Spiralfeder d2 im Innern des Röhrenansatzes nach vorwärts gezogen.
Stellschrauben d3 gehen durch den Röhrenansatz in eine in dem Stiel d angebrachte
Längsnuth, um denselben am Drehen zu hindern und ihn festzuhalten, jedoch gleichzeitig
dessen Verschieben der Länge nach zu gestatten. Ein Supplementarelektromagnet E mit
einem Widerstand von ca. 100 Ohms, je nach der Länge der betreffenden Linie, mit einem
röhrenförmigen Kern e, der auf dem gröfseren Theil seiner Länge radial geschlitzt ist, ist auf
dem Magneten D in derselben Axenebene, jedoch von diesem getrennt, angebracht; dieser
Supplementarmagnet E wird von dem Magneten D durch ein Plättchen oder eine Unterlagsscheibe
e' von einer nichtmagnetischen Substanz, wie z. B. dünnes Papier, aufser Berührung
gehalten; die beiden Magnete sind durch eine nichtmagnetische Schraube, wie z. B.
eine Messingschraube, mit einander verbunden. Bei dieser Constructionsweise hat der Supplementarmagnet
E keine elektrische Verbindung mit irgend einem anderen Theil des Apparates
und wird durch Induction von dem Magneten D angeregt.
Eine Schale oder ein Gehäuse F aus Hartgummi oder anderem geeigneten Material, ist
auf dem Ring C des Gestelles angebracht, indem derselbe durch einen secnndären oder Inductionsring
G daran befestigt ist; letzterer ist mit den inneren Schlitzen g versehen, durch
welche eiserne oder Stahlschrauben ^1 in den
Ring gehen, so dafs magnetische Verbindung zwischen den Ringen C und G hergestellt
wird. Das gewöhnliche dünneBlechdiaphragma_£T
ruht auf dem Ring G und ist an denselben mittelst eines Mundstückes F' angeprefst; letzteres
ist mit einem starken Flantsch f versehen, welcher Muttergewinde enthält, womit er auf
die Schale F aufgeschraubt wird. Zwischen dem Diaphragma und dem Mundstück oder der
Schraubenkappe wird eine ringförmige Unterlagsscheibe h aus weichem Papier oder anderem
ähnlichen Material eingesetzt, wodurch die Freiheit der Bewegung des Diaphragmas erhöht
und gleichzeitig die Einleitung anderer als der durch die Stimme erzeugten Schallwellen verhindert
wird.
Dadurch, dafs man die Telephone in der oben beschriebenen Weise auf Drehzapfen anbringt,
adoptiren sich dieselben leicht den Ohren der die Depesche aufnehmenden Person;
an jedes Ohr kommt ein Telephon zu liegen. Die Handhabe, an welcher sie gewöhnlich angebracht
sind, hat am besten eine solche Länge und Form, dafs die beiden Seiten unter
dem Kinn nahe zusammenkommen, während
die Arme etwas weiter unten vorspingen. Die Handhaben werden auf diese Weise nahe genug
zusammengebracht, um mit einer Hand erfafst werden zu können, während die andere
Hand frei bleibt, um ein gewöhnliches einfaches Telephon oder Transmissionsinstrument zum
Sprechen oder Absenden einer Depesche an den Mund zu halten; durch diese Anordnung
entfällt die Nothwendigkeit, das Instrument vom Mund an die Ohren zu bringen, wie dies bei
Anwendung eines einfachen Telephons der Fall ist; das Anlegen der Telephone dicht ans Ohr
hält jedes fremde Geräusch ab und da der Schall in beide Ohren auf einmal geleitet wird, so ist
derselbe viel deutlicher.
Um den Schall voller und deutlicher zu machen, werden zwei Diaphragmen angewendet,
von denen jedes mit einem Elektromagneten versehen ist, welche beiden Magnete an den
Polen des permanenten, beiden gemeinsamen U-förmigen Magneten unter einem solchen
Winkel gegen einander angebracht sind, dafs dadurch der Gebrauch eines gemeinsamen Mundstückes
möglich wird, welches so geformt ist, dafs sich die Lippen des Sprechenden beiden
Diaphragmen so weit als möglich nähern können.
Fig. 8 zeigt eine Draufsicht des verbesserten Apparates und Fig. 9 ist ein Aufrifs desselben;
eine Seite dieser Figur ist im Verticalschnitt durch die Mitte der Magnete gezeigt.
Fig. 10 zeigt die Anordnung der Leitung. Ein permanenter U-förmiger oder Hufeisenmagnet
A aus Stahl bildet die Handhabe des Instrumentes.
An jedem Pol des Magneten ist eine Kautschukscheibe B B' von ungefähr 12 mm Dicke
und von etwas gröfserem Durchmesser als das Diaphragma durch Schrauben befestigt. Eine
kleine Spirale C um eine Hartgummispule von . ungefähr 2 5 mm Dicke und einer der Dicke
der Scheiben B B1 etwa gleich kommenden Länge ist fest in jede Scheibe eingesetzt und
mit den gewöhnlichen Verbindungsdrähten verbunden. In jeden Pol des permanenten Magneten
A ist ein Weicheisenkern D eingeschraubt und wird durch eine Klemmmutter d festgehalten.
Der Weicheisenkern gleitet lose durch die Spirale und wird von dem Pol seines Magneten
permanent geladen erhalten. Dieser Kern kann in Bezug auf das Diaphragma durch Aufschrauben der Klemmmutter und Zurück- oder
Vordrehen des Kernes mittelst eines Schraubenziehers so lange verstellt werden, bis er gehörig
gerichtet ist, worauf die Klemmmutter wieder zugedreht und so der Kern festgehalten wird.
Ein Diaphragma E ist zwischen der Scheibe B und der Schraubenkappe F fest angebracht;
zwischen Diaphragma und Scheibe bezw. Schraubenkappe sind Ringe e aus dünnem Papier
oder ähnlichem Material eingelegt, und alle diese Theile werden durch einen Messingring G
fest zusammengehalten, welcher mit einem Flantsch g versehen ist, der über die Scheibe BB'
greift und mit seinem Muttergewinde in das Gewinde der Schraubenkappe F eingreift.
Das Mundstück H, aus Metall oder anderem geeigneten Material endigt in eine, zweiästige
Röhre, von welcher jeder Zweig durch Schrauben / mit seiner entsprechenden Schraubenkappe
F verbunden ist, so dafs die Mündung jeder Röhre über dem Centrum ihres zugehörigen
Diaphragmas liegt.
Die Diaphragmen sind unter einem Winkel von ungefähr 40° gegen einander geneigt, wodurch
die Lippen des Sprechenden sehr nahe an beide Diaphragmen gebracht werden können,
so dafs jedes Diaphragma mit derselben Kraft angeregt wird wie ein einfaches, auf die gewöhnliche
Weise construirtes, wodurch fast die doppelte elektromotorische Kraft eines einfachen
Diaphragmas hervorgebracht wird. Dieser Anordnung zufolge werden articulirte Worte mit
gröfserer Kraft und Reinheit transmittirt, als dies bei einem einfachen Diaphragma unter
denselben Umständen der Fall ist.
Jedes Telephon ist ein Gegenstück des anderen und ein solcher Apparat bildet ein sogenanntes
-»bipolares Telephone.
Eine Verbesserung des bipolaren Telephons, wodurch der Ton kräftiger und reiner wird,
besteht erstens darin, dafs man vier Diaphragmen mit einem gemeinsamen Mundstück combinirt
und zweitens, dafs man jedes Diaphragma verdoppelt, so dafs die vibrirende Fläche eine
doppelte wird.
Fig. 11 zeigt eine Draufsicht eines Instrumentes,
das aus zwei bipolaren Telephonen besteht und bei welchem vier Diaphragmen um ein gemeinsames Mundstück herum angeordnet
sind und wobei jedes Diaphragma seinen eigenen Magneten hat.
Fig. 12 ist eine Seitenansicht desselben, theilweise
im Centrallängenschnitt durch einen der Magnete hindurch nach der Linie 2-2 in Fig. 11.
Fig. 13 ist eine Draufsicht eines bipolaren Telephons, dessen Diaphragmen verdoppelt oder
an jeder Seite des Poles seiner Magneten angebracht sind.
Fig. 14 ist eine Seitenansicht, theilweise im Schnitt nach .der Linie 4-4 in Fig. 13, die Verbindungsart
jedes Diaphragmenpaares zeigend.
Fig. 15 ist eine Draufsicht eines i>miiltipolaren
Duplex-Telephonst, bei welchem acht Diaphragmen mit einem gemeinsamen Mundstück verbunden
sind.
Fig. 16 ist eine Seitenansicht desselben, theilweise
im Schnitt nach der Linie 6-6 in Fig. 15.
Fig. 17 ist eine Seitenansicht, theilweise im
Schnitt, wobei das »bipolare Duplex-Telephon«
mit separaten Handhaben oder permanenten Magneten für jedes Diaphragmenpaar versehen ist,
und
Fig. 18 ist eine ähnliche Ansicht, welche ein ähnlich construirtes »multipolares Duplex-Tele
phone zeigt.
Der verbesserte Apparat umfafst alles, was in dem »bipolaren Telephone gezeigt ist: einen
permanenten Hufeisenstahlmagnet A, welcher die Handhaben des Instruments bildet; Kautschukscheiben
B, Spiralen C, Weicheisenkern D, Diaphragmen E, Schraubenkappen F, Klemmringe
G und das Mundstück H.
In den in den Fig. 13, 14, 15 und 16 gezeigten
Apparaten geht ein röhrenförmiger Weicheisenkern D durch den Pol des Magneten
und reicht durch denselben so weit hindurch, dafs er eine Supplementsspirale C1 aufnehmen
kann. Vor diesem Magneten ist ein zweites Diaphragma Ei gerade in solcher Weise angebracht,
wie das correspondirende E. Die zweite Schraubenkappe E1 ist massiv, ohne
Oeffnung für das Mundstück. In den Kern D ist der Länge nach ein kleines Loch von ungefähr
3 mm Durchmesser gebohrt. In diesem Loch steckt ein leichter Stab d aus Holz oder
irgend einem nichtmagnetischen Metall (z. B. Messing) und beide Enden dieses Stabes sind
mit den entsprechenden Diaphragmen ΈΕ1 verbunden,
so dafs die Bewegung des einen eine correspondirende Bewegung des anderen Diaphragmas
hervorbringt.
Durch diese Anordnung werden z\vei Diaphragmen vor zwei Elektromagneten in Schwingungen
versetzt, wobei beide Elektromagnete von demselben Pol eines permanenten Magneten
aus geladen werden, ohne dafs dadurch irgend welche Veränderungen in Bezug auf das Mundstück
nothwendig werden. Versuche haben gezeigt, dafs durch diese Methode die elektrische
Kraft bedeutender ist als bei einem einfachen Diaphragma und folglich auch ein stärkerer Ton
hervorgebracht wird. Ein ähnlicher Apparat ist an dem anderen Pol des Magneten angebracht,
und auf diese Weise werden vier Diaphragmen in Schwingungen versetzt anstatt zweien, wie bei dem »bipolaren Telephon«, und
die Beziehungen zwischen den Diaphragmen und dem Mundstück bleiben demungeachtet
dieselben, wie in dem zuletzt erwähnten Instrumente.
Eine andere Methode, um denselben Effect, wenigstens der Art, wenn nicht dem Grade
nach, hervorzubringen, besteht darin, den Verbindungsstab der Diaphragmen wegzulassen, in
welchem Falle das zweite Diaphragma durch die Vibrationen der in dem hohlen Kern Ό
enthaltenen Luftsäule in Bewegung gesetzt wird. Dieser hohle Kern bildet in Verbindung mit
dem Raum unter den Diaphragmen eine luftdichte Kammer.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf irgend eine bestimmte Anzahl von Diaphragmen,
sondern es können deren so viele verwendet werden, als sich bequem an einem einzigen
Mundstück anbringen lassen.
Anstatt auf demselben Pol des permanenten Magneten einen secundären und primären Magneten
anzubringen, wie in Fig. 13, 14, 15 und 16 gezeigt, können die beiden Pole des
permanenten Magneten in die in Fig. 17 und 18
gezeigte Stellung gebracht werden, so dafs der secundäre Magnet auf dem anderen Pol des
permanenten Magneten angebracht ist. Aus dieser Anordnung folgt jedoch, dafs hier zweimal
so viel permanente Magnete nothwendig sind, um eine bestimmte Anzahl, Diaphragmen
in Bewegung zu setzen, als bei dem in Fig. 16 gezeigten Instrument. Der Zwischenraum zwischen
den beiden Polen des in Fig. 17 und 18 gezeigten permanenten Magneten ist durch ein
röhrenförmiges Stück I, aus Messing oder anderem nicht magnetischem Stoffe überbrückt,
um die in dem Gehäuse und dem Magnetkern enthaltene Luftsäule zu begrenzen. In anderer
Beziehung ist der Apparat genau dem zuvorbeschriebenen gleich.
Die Wirkungsweise des verbesserten Telephons wird aus der vorhergehenden Beschreibung
leicht verständlich sein.
Bis jetzt war es schwierig, an einem Liniendraht mehrere Telephonstationen, mit Signalglocken
versehen, anzubringen, weil die Bobinen der Elektromagnete der Signalglocken der Zwischenstationen
die elektrischen Wellen oder Impulse, welche in dem Sprechtelephon erzeugt werden, aufhalten.
In Fig. 19 sind vier Stationen ABCD als
durch eine Sprechtelephonleitung mit einander verbunden gezeigt. Jede Station ist mit einem
oder mehreren Sprechtelephonen EE1E2E3
und ferner mit einer gewöhnlichen elektrischen Signal- oder Rufglocke EE1E2E3 versehen,
welche jede. mit einem gewöhnlichen magnetoelektrischen
Generator oder einer Batterie versehen ist, je nachdem es die Umstände erfordern.
In diesem Beispiel ist die Station A mit einem Generator G versehen, während die
Station D eine Batterie L B und einen gewöhnlichen Morsetaster K hat, um die Station
in die Linie ein- und aus derselben auszuschalten. Die Batterien und Generatoren der
Zwischenstationen sind der leichteren Uebersicht halber nicht gezeigt.
Die Batterie wird nur auf solchen Linien zum »Rufen« angewendet, welche das sogen.
»Batterietelephon« gebrauchen. Der magnetoelektrische Generator wird nur auf solchen
Linien angewendet, welche das permanente Magnettelephon verwenden, und in solchen
Fällen ist keine Batterie erforderlich.
Jede Station ist mit einem Umschalter IPI2P
versehen, welcher in der einen Stellung den Strom durch seinen entsprechenden Telephonmagnet
und in der anderen Stellung durch seinen entsprechenden Glockenmagnet sendet
und das Telephon ausschaltet. Die Zeichnung, zeigt die Art der Verstellung der Leitungen
und die Telephonverbindungsdrähte als um den Glockenmagnet herumlaufend. Ein ähnlicher
Umschalter J schaltet den Generator nach Bedarf von der Linie aus oder in dieselbe ein.
Wenn die Linie nicht benutzt wird, so läfst man alle Umschalter so stehen, dafs der Strom
durch die Glockenmagnete geht und die Telephone ausgeschaltet sind, wodurch es möglich
wird, dafs jede beliebige Station jede andere Station mittelst ihrer Signal- oder Rufglocke
und Batterie oder ihrer Glocke und ihres magneto-elektrischen Generators je nach Umständen
anrufen kann.
In Fig. 19 sind die Wechsel IP auf den
Endstationen A und D in der Stellung gezeigt, bei welcher diese beiden Stationen mit einander
sprechen können. Die Zwischenstationen B und C befinden sich natürlich in jener Stellung,
um dieselben rufen zu können; der Strom wird durch die Glockenmagnete jener Stationen geleitet, da es unausführbar ist, dafs
in denselben alle Umschalter ausgeschaltet sind, so oft zwei Stationen mit einander zu
sprechen wünschen. Meine Verbesserungen machen es möglich, dafs diese Magnete in der
Leitung eingeschaltet bleiben und daher in jener Stellung sind, in welcher sie angerufen
werden können, ohne dafs dadurch die Transmission der Stimmvibrationen in der Leitung
von einer Endstation zur anderen im mindesten gestört würde.
Der Condensator kann einen Theil des Apparates bilden, d. h. er kann z. B. in dem Boden
von Signalkästen gewöhnlicher Construction eingesetzt, oder er kann separat gemacht werden,
wie in seiner gewöhnlichen Form und mit dem Kasten durch Drähte von entsprechender
Länge verbunden werden.
In den Zeichnungen sind die Condensatoren H JI' H'1 H3 als in Zweigleitungen angeordnet
gezeigt.
Oft ist es erwünscht, das Sprechtelephon auf gewöhnlichen Morseleitungen anzuwenden,
was durch diese Verbesserung mittelst der in Fig. 20 dargestellten Anordnung möglich gemacht
wird.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen Constructionen und Anordnungen.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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