DE81177C - - Google Patents

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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der Wechselstromtriebmaschine nach Patent Nr, 79158 hat der Anker eine zweifache Aufgabe, er erzeugt einerseits das magnetische Feld, andererseits dienen seine stromdurchflossenen Windungen dazu, von dem Drehfelde mitgenommen zu werden.
Es liegt nun nahe, den Anker in zwei Theile zu zerlegen, von welchen der eine nur das Magnetfeld erzeugt, der andere lediglich von den sich verschiebenden Kraftlinien drehend beeinflufst wird und aus Windungen besteht, welchen entweder mittelst Stromwender oder Schleifringen und Bürsten Wechselstrom zugeführt wird, oder welche kurz geschlossen sind, so dafs das Drehfeld in bekannter Weise auf secundä're Ströme wirkt. Je nach der verschiedenen, übrigens nebensächlichen Bauart dieses letzteren Theiles sind mehrere Ausführungsweisen der Maschine möglich, wie z. B. in den Fig. 1 und 2 dargestellt. Allen ist jedoch genein die neue Magnetanordnung zur Erzeugung eines Drehfeldes mittelst einphasigen Wechselstromes, nämlich ein Magnet M mit der Erregerwickelung w, durch welche der Wechselstrom . geleitet wird, und einem Schlufsstücke 5 für die wechselnden Kraftlinien jenes Magnetes, welches in der Nähe der Magnetpole einseitig verschobene Verzögerungsspulen JJ trägt. Die durch den Wechselstrom abwechselnd und entgegengesetzt erzeugten und verschwindenden Kraftlinien von M nehmen zuerst den Weg n-ml-n, dann nach Ablauf des sekundären Stromes in JJ den Weg n-m-n. Es entsteht somit ein Drehfeld zwischen den Polen von M und dem Schlufsstücke S.
In der Anordnung nach Fig. 1 wirkt dieses Drehfeld auf einen beweglichen Anker A, welcher hier nach Art der Trommelanker von Gleichstrommaschinen gewickelt und mit einem Strom-Vender entsprechend verbunden sein kann. In der Zeichnung schleifen die Bürsten b b unmittelbar auf den Windungen, ähnlich wie bei Innenpolmaschinen, und führen den primären Wechselstrom zu; es ist klar, dafs die Kraftlinien des sich verschiebenden Feldes zwischen M und 5 auf die stromdurchflossenen Windungen von A ein Drehmoment ausüben;
Schliefst man die Ankerwindungen über die Bürsten b b kurz oder mittelst besonderer Stromschlufsvorrichtungen, dann läuft der Anker auch infolge der bekannten Rückwirkung von Drehfeldern auf kurz geschlossene Anker, Ferraris-Anker, ohne primäre Stromzuführung. Alsdann werden also Stromwender und Bürsten für den Anker entbehrlich, wie nach Fig. 2, wo der Anker durch eine Kupferhülse K dargestellt wird, die passend mit der Triebwelle verbünden ist. In der Ausführung können noch verschiedene Abänderungen getroffen werden. Zunächst kann der Anker feststehen, M und S bewegen sich. Statt der Trommel- und Cylindergestalt der Magnete und Schlufsstüc'ke können dieselben als Flachringe neben einander " ausgebildet werden, die Anker erhalten dann Scheibenform. Die Windungen von M und S können zweckmäfsig in Nuthen oder Löchern des Eisenkernes liegen; auch die

Claims (1)

  1. Windungen des Ankers sind in passender Weise einzubetten, wobei die Blä'tterung des Eisens nicht wie sonst senkrecht, sondern parallel mit den Windungen erfolgen mufs.
    Eine Aenderung der Drehrichtüng erfolgt durch ähnliche Anordnung, wie nach Patentschrift Nr. 79158.
    Von anderen, derartige Verzögerungsspulen JJ benutzenden Anordnungen unterscheidet sich die beschriebene durch Anwendung eines besonderen Schlufsstückes, auf welchem die Spulen JV sich befinden, womit der Vortheil erreicht wird, dafs alle Kraftlinien verschoben werden und keine stehen bleiben oder gar bremsend wirken, ferner dafs die Streuung erheblich geringer ist, kurz, dafs der Wirkungsgrad verbessert wird.
    Patent-A νspruch:
    Wechselstromtriebmaschine, deren Anker zwischen einem durch Wechselstrom erregten Magnet und einem besonderen magnetischen Schlufsstück sich bewegt, dadurch gekennzeichnet, dafs dieses Schlufsstück einseitig gegen die Magnetpole verschobene Verzögerungsspulen trägt, welche eine ein Drehmoment ergebende Verschiebung der Kraftlinien bewirken.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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