DE8521C - Neuerungen an Phonographen - Google Patents
Neuerungen an PhonographenInfo
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Description
1879.
Klasse 21.
OSENBRÜCK & CO. in HEMELIN Neuerungen an Phonographen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. März 1879 ab.
Um bei einem Phonographen die Töne genau und in der richtigen Stärke wiederzugeben, ist
es erforderlich, dafs die Nadelspitze bei der Reproduction genau in derselben Weise wie bei
der Aufnahme mit dem entstandenen Phonogramme in Berührung gebracht und der Cylinder
in der ursprünglichen Richtung mit gleicher Geschwindigkeit wie bei der Aufnahme zurückgedreht
wird.
Ist .die Nadel hierbei nicht tief genug eingestellt,
so werden die Töne undeutlich; wird sie zu tief eingestellt, so vernichtet sie die früher
gemachten Eindrücke (Pünktchen) und die Töne werden sehr leise zurückgegeben, nebenbei aber
das Phonogramm für weitere Reproductionen unbrauchbar gemacht. Es ist daher von äufserster
Wichtigkeit, die Nadelspitze jedesmal genau in der der Aufnahme entsprechenden Weise
wieder einzustellen, am nothwendigsten aber bei solchen Tönen, die ihrer Natur nach nur
zarte Schwingungen in dem Diaphragma verursachen und demgemäfs auch feine Punktationen
auf dem Phonogramme hervorbringen, wie z. B. Klaviertöne.
Zu diesem Zwecke ist das Mundstück a, wie aus den auf beiliegenden Zeichnungen, Blatt I,
befindlichen Fig. 1, 2, 3, 7 und 8 ersichtlich, derart in einem fest mit dem Lagerbock verbundenen
Rahmen b befestigt, dafs sich die Nadel c, Fig. 7, des Diaphragmas zwischen dem
Drehpunkte χ und den Befestigungs- und Adjustirungspunkten y und ζ befindet.
Es wird durch diese Anordnung eine genauere Einstellung der Nadel in das Phonogramm
bewirkt, als dies bei der Anordnung von Edison möglich ist, wo sich die Nadel an
dem Ende eines Hebels befindet und der Adjustirungs- und Befestigungspunkt desselben zwischen
der Nadel und dem Drehpunkte liegt. Bei Edison's Construction wird jede Bewegung an
der Befestigungsstelle nach der Nadel zu multiplicirt, während dieselbe bei der vorliegenden
Anordnung dividirt wird.
Bei Lösung der Zugschraube drückt die Feder d das Mundstück von dem Cylinder zurück.
Zur Befestigung der Zinnfolie auf dem Cylinder benutzt Edison eine Nuth, in welche
zuerst das eine Ende der Zinnfolie mittelst einer Gummischnur eingeklemmt wird. Sodann wird
das Zinnfolienblatt uni den Cylinder gelegt, die Gummischnur entfernt und darauf das andere
Ende der Zinnfolie mittelst der Schnur in dieselbe Nuth geklemmt. Diese Manipulation erfordert
bedeutende Uebung, weil das zuerst befestigte Zinnfolienende nach Herausnahme der
Gummischnur frei wird.
Nach unserer Methode sind zur Befestigung der Zinnfolie in dem Cylinder zwei schmale
Parallelnuthen angebracht, Fig. 1. Mittelst eines in die Nuth passenden Blechstreifens wird zuerst
das eine Ende der Zinnfolie durch Einfalzen in die Nuth befestigt, hierauf wird die
Zinnfolie durch Drehen des Cylinders unter stetem Anpressen auf demselben glatt aufgerollt
und das zweite Ende, ebenso wie das erste, in der zweiten Nuth befestigt, oder in dem Cylinder
befindet sich eine Nuth. Das eine Ende der Zinnfolie wird in die Nuth gedrückt und durch
die federnde Haspe b, Fig. ia, die aus ganz dünnem Stahlblech hergestellt ist, festgeklemmt.
Das andere Ende der Folie wird dann mittelst einer Gummischnur α befestigt, die sich in die
Haspe klemmt.
Der Auslösungs-Mechanismus der Schraubenmutter, um die Welle rasch
verschieben zu können, ist in Fig. 2, 4, 5 und 6 auf Blatt I dargestellt.
Die Mutter ist auf einem zwischen Körnerspitzen drehbaren, unterhalb der Schraube befindlichen
Hebel befestigt, dessen Abwärtsbewegung aufser durch sein Eigengewicht durch eine
am vorderen oder hinteren Ende angebrachte Feder bewirkt wird. Arigeprefst an die Schraube
wird der Hebel bezw. die Mutter durch eine Flügelschraube, Fig. 2, oder durch ein Excenter
mit Flügelgriff, Fig. 4 und 5. Das auf einer Seite angegebene Excenter Kann auch auf beiden
Seiten angebracht werden. Der Hebel erhält in diesem Falle statt des Loches einen
Schlitz, in welchen sich die die beiden Excenter tragende Welle einlagert. Der Eingriff der
Mutter wird durch die Justirschraube begrenzt.
Die Schalltrichter - Construction zur alleinigen Uebertragung der Musik eines
Pianino oder der gleichzeitigen anderer Instrumente oder von Gesang auf den Phonographen ist in Fig. 1 bis 6, Blatt II,
dargestellt.
Claims (4)
- α bezeichnet einen hölzernen Kasten, welcher sich trichterförmig verengt und hinten an das betreffende Pianino angeschraubt ist. Derselbe endet in einen Blechtrichter b, dessen Röhre durch einen Gummischlauch mit dem Mundstück des Phonographen verbunden wird. Das Blechrohr c, dessen Ausmündung in den Schallfanger α in einer Axe mit dem Blechtrichter b liegt, gestattet die gleichzeitige Uebertragung anderer Instrumentalmusik oder von Gesang neben der Klaviermusik. Zur gleichzeitigen Uebertragung der Musik mehrerer anderer Instrumente oder mehrstimmigen Gesanges dient die in Fig. 4, 5 und 6, Blatt Π, angegebene Rohrverbindung. Der Kasten kann auch eine andere Form als die angegebene erhalten, auch kann das Blechrohr, wie in der Zeichnung, mehr den Discantsaiten des Instrumentes zugekehrt sein, oder es kann sich auch genau in der Mitte des Instrumentes befinden, je nach der Tonstärke des letzteren in den verschiedenen Lagen.Ein ähnlicher Schallfänger kann auch bei Flügeln oder tafelförmigen Instrumenten angewendet werden.Um die Musik einer Drehorgel zu übertragen, wird ein Schalltrichter auf das geöffnete Musikinstrument gesetzt und mit dem Mundstück des Phonographen verbunden, wie dies auf Blatt II, Fig. 8, 9 und 10, angedeutet ist. In Fig. 7, Blatt II, ist ein Schalltrichter zu dem Mundstück des in Fig. 7 und 8, Blatt I, dargestellten Phonographen angegeben, der zur Aufnahme sprachlicher oder sonstiger Töne und zu deren Reproduction dient.Durch Anwendung dieses Trichters als Sprachrohr wird den Sprachlauten ihre timbrische Eigentümlichkeit bei Reproduction durch den Phonographen gewährt, weil die Nasenlaute vollständig mit den Kehllauten auf das Diaphragma übertragen werden,, während bei Edison's Mundstück die Nasenlaute von der Uebertragung ausgeschlossen bleiben..'■ Patent-Anspsüche:ι . Die beschriebene Art der Anbringung des Mundstücks am Phonographen.
- 2. Die beschriebene Methode der Befestigung der Zinnfolie auf dem Cylinder.
- 3. Der beschriebene Auslösungs-Mechanismus der Schraubenmutter, um die Welle seitlich rasch verschieben zu können.
- 4. Das beschriebene Princip der Schalltrichter-Construction zur Uebertragung von Musik oder Gesang auf den Phonographen.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE8521C true DE8521C (de) |
Family
ID=286018
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT8521D Active DE8521C (de) | Neuerungen an Phonographen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE8521C (de) |
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