DE866622C - Steuereinrichtung fuer Verstellpropeller oder Fluegelradpropeller, insbesondere fuer Schiffsantrieb - Google Patents
Steuereinrichtung fuer Verstellpropeller oder Fluegelradpropeller, insbesondere fuer SchiffsantriebInfo
- Publication number
- DE866622C DE866622C DEV1050D DEV0001050D DE866622C DE 866622 C DE866622 C DE 866622C DE V1050 D DEV1050 D DE V1050D DE V0001050 D DEV0001050 D DE V0001050D DE 866622 C DE866622 C DE 866622C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- control device
- incline
- piston
- lever
- delay
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63H—MARINE PROPULSION OR STEERING
- B63H3/00—Propeller-blade pitch changing
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63H—MARINE PROPULSION OR STEERING
- B63H1/00—Propulsive elements directly acting on water
- B63H1/02—Propulsive elements directly acting on water of rotary type
- B63H1/04—Propulsive elements directly acting on water of rotary type with rotation axis substantially at right angles to propulsive direction
- B63H1/06—Propulsive elements directly acting on water of rotary type with rotation axis substantially at right angles to propulsive direction with adjustable vanes or blades
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Combustion & Propulsion (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Ocean & Marine Engineering (AREA)
- Aviation & Aerospace Engineering (AREA)
- Fluid-Pressure Circuits (AREA)
Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 12. FEBRUAR 1953
V 1050 XI /65 f*
(Ges. v. 15. 7. 51)
Die Erfindung1 betrifft eine Steuereinrichtung für
Antriebsanlagen, insbesondere von Schiffen, mit steigungsverstellbarem Propeller, wie Verstellschrauben
oder FMigelradpropellern mit um ihre Längsachse eine gesteuerte Schwingbewegung ausführenden
Flügeln. Die Erfindung bezweckt eine Sicherung der Antriebs maschine vor unerwünschten
Belastungen oder gar Überlastungen bei Steigungsverstellungen und Steuermanövern. Sie geht von der
Tatsache aus, daß beliebig starke und beliebig schnelle Verstellungen der Steigung bei Verstellschrauben und
Flügelradpropellern zu unerwünschten Belastungen der Antriebsmaschine führen können, und besteht in
dem Vorschlag, dies dadurch zu vermeiden, daß in die Übertragungsmittel zwischen dem von der Schiffsführung betätigten, die Steigung wählenden Organ
(z. B. Fahrthebel) und der Verstelleinrichtung am Propeller eine Verzögerungseinrichtung eingebaut
wird, derart, daß das von der Schiffsführung gegebene Kommando mit einer mit Rücksicht auf die
Sicherheit der Antriebsmaschine ausreichenden zeitlichen Verzögerung ausgeführt wird. Insbesondere
wird gemäß der Erfindung hierzu eine mechanische, eine mechanisch-hydraulische oder
eine elektrische, mit Verzögerung arbeitende Nachlaufeinrichtung vorgesehen. In weiterer Ausbildung
der Erfindung wird die Einrichtung insbesondere für Antriebsanlagen mit Verbrennungsmaschinen
derart ausgebildet, daß die Verzögerung- zwischen dem Kommando' und der Ausführung des Kornmandos
nur bei Auslegung des Steuerorgans in einer Richtung, also nur bei Steigungsverstellungen
a66 622
nach vorausi wirksam ist. Weiterhin, kann die Einrichtung
so ausgebildet werden, ■ daß auch bei S teigungs Verstellungen nach voraus, und zwar von
der Steigung Null bis zur Standsteigung, völlige Freizügigkeit in der S tieigungs verstellung besteht
und daß die Verzögemrigs'einrichtang nur bei einer
Verstellung ,über die Standsteigung hinaus bis zur Hqdhststeigung wirksam ist. Unter Standsteigung
wird dabei die Steigungsgröße verstanden, bis zu
ίο der die Steigung beliebig schnell und beliebig stark
verändert werden kann, ohne daß die Antriebsmaschine überlastet wird.
Zur weiteren Verbesserung und insbesondere zur Vereinfachtlag der Konstruktionsbedingungen für
die Verzögerungseinrichtung kann-.die- Anordnung auch so ausgeführt werden, daß die Verzögerung
bei größerer Steigung zunimmt, daß sich also mit zunehmender Steigung die Nachlaufzeiteh vergrößern.
Dies kann bei einer mechanisch-irydraulischen Verzögerungseinrichtung etwa durch eine
Drosselbohrumg mit ober dem Kolbenhub veränderlichem
Querschnitt oder allgemein durch eine besondere Verzerrungseinrichtung "gelöst werden,
durch die die lineare Abhängigkeit zwischen Fahrthebelaussehlag
und Steigungsiänderung aufgehoben wird. Die Abhängigkeit kann dabei etwa so ausgestaltet
werden, daß' gleichen Fahrthebelverstellwegen
solche mit Verzögerung sich " einstellende Steigungsänidarungen entsprechen,, die gleiche
Leistungsäraiderungen zur Folge haben. Eine weitere
Möglichkeit besteht darin, die lineare-Abhängigkeit (Verhältnisgleichheit) zwischen Faihrtbebelweg und
Fabrtsteigung nur im Gebiet kleiner Steigungen beizubehalten und sie im Gebiet 'hoher Steigungen
aufzuheben.
Es ist bereits eine Steuereinrichtung für Verstellpropeller vorgeschlagen worden, bei der zwischen
dem Fahrthebel und dem Steuerstift. eine Doppelkraftschlußfederkup'plung
eingebaut ist und wo außerdem die Verbindung zwischen Steuerstift und
Servomotor, für die Flügelverstellung so getroffen.
ist, daß zwischen diesen beiden Teilen nur ein geringes Spiel vorhanden ist. Diese Einrichtung
; wirkt derart, daß der Steuerstift nicht schneller verstellt werden kann, als de'r' Servomötorkolfoen
folgt. Die Geschwindigkeit der Servomotorkolbenbewegung aber ist in keiner Weise begrenzt, so daß
auch der Steuerstift dem einmal gegebenen Kommando sehr, rasch folgen kann. Diese bekannte Ein-
richtung bezweckt auch nicht-eine Verzögerung der -Servomotorverstellung und damit der Flügel verstellung,
sondern, sie dient lediglich zur Beseitigung der Schwierigkeiten,'die sich-bei der Anordnung
eines sichtbaren Anzeigers für die Flögelstellung der Versfellschrauben mit rotierendem Servomotor
ergeben haben.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand
mehrerer Abbildungen noch weiter erläutert und in einigen Ausführungsbeispielen dargestellt.
Abb. r zeigt in einem Schaubild(üiber der Schiff sges'chwindigkeit
aufgetragen die Leistungskuirven
für verschiedene, jeiweils konstante Fahrtsteigungen.
Außerdem ist noch die sogenannte1 .Propellerkurve eingetragen,
die den Leistungsbedarf des Schiffes für jede Geschwindigkeit im Beharrungszustand
angibt. Wie ersichtlich, steigt der Leistungsbedarf nicht linear mit dar Fahrtsteigung, sondern mit
einer höheren Potenz an. Der Schnittpunkt der Propellerkurve mit der Höchststeigunig des Propellers
gibt jene Höchstleistung an, für welche die
Antriebsmaschine ausgelegt ist.
Für die nachfolgenden Betrachtungen sei zunächst vorausgesetzt, daß· der Antrieb direkt oder
elektrisch indirekt durch Verbrennungsmaschinen erfolgt. Da bei diesen Maschinen die Regelung der
Brennstoffzufuhr nur sehr wenig mit Trägheit behaftet ist, kann eine Änderung der Leistungsabgabe
■ in weiten Grenzen verhältnismäßig schnell erfolgen. Deshalb kann folgender Betriebszustand eintreten.
Wenn beispielsweise das Schiff noch in Ruhe ist und der Fahrthebel auf Höchststeigung gestellt
wird, würde bei, unvetiänderter Drehzahl der Propeller um den Betrag A WPS mehr Leistung aufnehmen,
als ihm die Antriebsmaschine bei konstanter Drehzahl zur Verfügung steilem kann. Die
Folge davon wäre, daß die Antriebsmaschine in ihrer Drehzahl so weit absinken würde, bis wieder
Gleichgewicht zwischen Propeller- und Maschinenmoment eingetreten ist. Da nun mit abf allender
Direhzahl auch das» Maschinenmoment abfällt, würde also bei dieser Betriebsweise die Maschine nicht
mit ihrem Höchstwert belaste* und das Schiff nicht so schnell beschleunigt, als es mit Rücksicht auf die
Masehinenleistung an sich möglich wäre.
Dieser Nachteil wind gemäß der Erfindung dadurch beseitigt, daß durch ein© Verzögerungseinrichtung
der von der Schiffsfühirung' gegebene Befehl, z. Bi. auf volle Fahrt voraus, nicht sofort
ausgeführt wird, sondern mit solcher Verzögerung, daß die volle Steigung erst erreicht wird, wenn
diese bei; steigender Schiffsgeschwindigkeit ohne Überlastung der Antriebsmaschine erreicht werden
kann.
In Abb. 2' ist beispielsweise eine Ausführungsfo'rm
einer solchen Verzögerungseinrichtung dargestellt. Die Einrichtung besteht aus einer in die
Steuerleitung zwischen Fahrtihebel und Steigungsverstelleinrichtung eingebauten· nachgiebigen Kupplung
mit Doppelschlußfeder und Dämpfungskolben. Die irgendwie mit dem Fahrthebel verbundene
Stange ro bildet an ihrem Ende eine zylinderföirmige
Erweiterung 11 mit Abschlägen 12-und 13
für je eine Drackstiheiiba 14 und 15,, zwischen denen
die Schraubenfeder 16 eingesetzt ist. An den. Druckscheiben 14 und 15 greifen außerdem die mit der
zur Verstelleinrichtung ffor die Propellersteigung führenden Stange 17 verbundenen Anschläge 18
und 19 an. Außerdem ist mit dieser Stange 17 über einen Arm 20 und eine Kolbenstange ar ein Kolben
verbunden, der in dem mit Flüssigkeit gefüllten Zylinder 23 läuft. Der Kolben ist mit einer von der
einen zur anderen Kolbenseite führenden Bohrung oder Nut 24 versehen. -
Diese Vorrichtung arbeitet folgendermaßen: Bei iner Verstellung des Fahrthebels au1» der Nullage
auf volle Fahrt voraus wind die Stange 10 und mit
ihr die zylinderförmige Erweiterung ii um einen
gewissen Betrag nach rechts verschoben und dabei über die Anschläge1 12 und die Druckscheibe 14 die
Feder 16 gespannt. Hierdurch wird die Stange 17 über die an ihrem Anschlag 19 anliegende Druckscheibe
15 sowie der Kolben 22 unter Druck gesetzt, aber zunächst durch die Ölbremse an. einer
Bewegung verhindert. Unter dem Kolbendruck wird das in der rechten Hälfte des Zylinders 23 befindliehe
Öl allmählich durch die Bohrung 24 auf die andere Kolbemseite gedrängt, und im selben
Schrittmiaß folgt die Stange 17 nach rechts und bewirkt
dabei die allmähliche Steigungsverstellung. Durch geeignete Wahl der Abmessungen, insbesondere
des durch die Bohrung 24 gegebenen Drosselquerschnittes ist es ohne weiteres möglich,
das Zeitintervall, in dem die Steigungsverstellung dem gegebenen Kommando' nachfolgen soll, genait
einzustellen.
In gleicher Weise arbeitet die Vorrichtung bei einer Befehlsgabe in entgegengesetzter Richtung,
also etwa von. Null auf volle Fahrt zurück oder von voller Fahrt voraus auf eine kleine Steigung. Mit
Rücksicht darauf jedoch, daß" die Fahrtmanöver rückwärts in der Regel schon aus anderen Gründen
sehr vorsichtig ausgeführt werden, insbesondere aber auch nur mit kleinen Geschwindigkeiten, kann
die Ausführung auch so gewählt werden, daß die Verzögerungseinrichtung nur in einer Richtung
wirksam ist. Hierzu wird etwa, wie in Abb. 3 angedeutet, lediglich in die Laufbahn des Zylinders
eine Nut 25 eingefräst, so daß bei einer Betätigung des Kolbens nach dieser Seite das öl ungestört von
der einen zur anderen Kolbenseite übertreten kann.
In Abb. 4 ist noch eine weitere Ausführungsmöglichkeit der Bremseinrichtung gezeigt. Der
Kolben 26 ist dabei nicht starr, sondern beweglich mit der Kolbenstange 21 verbunden, derart, daß bei
einer Bewegung der Kolbenstange nach rechts der Kolben sofort mitgenommen wird, während sich
bei einer Bewegung in der anderen Richtung die mit ihrem Ende als Ventilkörper 27 für eine im Kolben
vorgesehene Ventilöffnung 28 ausgebildete Kolbenstange zunächst allein bewegt und dabei das Ventil
öffnet^ um erst dann den Kolben 26 mitzunehmen. Hierdurch wird erreicht, daß die Verzögerungseinrichtung
auch im positiven Steigungsgebiet nur in der ©inen Richtung, also nur bei Steigungsvergrößerung
wirksam wird, während bei einer Steigungsrücknahme völlige Freizügigkeit herrscht und
die Verstelleinrichtung, abgesehen von dem kleinen Öffnungshub des"Ventils 27, 28 sofort das gegebene
Kommando ausführt. Da die Einrichtung in dieser Ausführung nur einseitig wirksam ist, muß die
Bremseinrichtung, sofern auch für negative Steigung (für Rückwärtsfahrt) eine Kommandoverzögerung
erwünscht 1st, für beide Wirkrichtungen je einmal angeordnet werden. In Abb. 4 ist außerdem noch
dem weiteren Wunsch Rechnung getragen, daß innerhalb eines Teils des positiven Steigungsbereichs vollständige Freizügigkeit der Steigungsverstellung herrscht. Die Nut 25 ist hier nämlich
in die rechte Zylinderhälfte hinein verlängert, wobei das Maß 29 dem Hub von der Steigung Null bis
zur Standsteigung entspricht. Wie nämlich aus Abb. ι ersichtlich, ist die Gefahr einer Überlastung
der Antriebsmaschine durch zu starke Steigungseinstellung zwar stets am Stand und bei sehr
kleinen Schiffsgeschwindigkeiten am größten, aber andererseits ist es am Stand auch zulässig, das
Steigungsmaß bis zu einer Größe, mit Standsteigung bezeichnet, beliebig stark und beliebig
schnell zu verändern, ohne daß die Antriebsmaschine überlastet werden könnte. Es ist dies
bei dem in Abb. 1 angenommenen Fall die Steigung λ = 0,5, bei der die Leistungsaufnahme
Hei der Geschwindigkeit Null gerade gleich der maximalen Maschinenleistung ist. In den meisten
Fällen ist es erwünscht, diese Freizügigkeit innerhalb des Steigungsbereichs von Null bis Stand-Steigung
beizubehalten, da besonders beim Manövrieren im Hafen und bei sehr kleinen bis zu
mittleren Geschwindigkeiten die verschiedensten Kommandos sehr rasch aufeinanderfolgen. Dieser
Forderung ist bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 4 Rechnung getragen.
Aus dem in Abb. 1 gezeigten Diagramm ist weiter ersichtlich, daß die Schiffsgeschwindigkeit
näherungsweise verhältniisgleich mit der Steigung ansteigt. Sofern nun, wie dies bisher stets ausgeführt
wurde, auch zwischen dem Fahrthebelausschlag und der jeweils eingestellten Steigung Verhältnisgleichheit
besteht, so daß gleichen Ausschlagintervallen des Fahrthebels gleiche Zunahmen der
Propellersteigung entsprechen, dann ist der Fahrthebelausschlag ebenfalls verhältnisgleich der
Schiffsgeschwindigkeit. Dies ist in Abb. 5 durch die Kurve α dargestellt. Da aber, wie die Propellerkurve
zeigt, die Leistung etwa mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit ansteigt, werden auch
die Belastungsunterschiede für gleiche Ausschlaginteirvalle
des Fahrthebels um so mehr anwachsen, je mehr die Fahrthebelstellung sich der der Höchststeigung
entsprechenden nähert. Die Gefahr der Überlastung der Antriebsmaschine ist demnach
auch im Gebiet hoher Steigungswerte entsprechend
größer als im Gebiet kleiner Staigungswerte. Aus
diesem Grunde schlägt die Erfindung vor, die Verzögerungseinrichtung
zwischen Fahrthebel und Verstelleinrichtung für die Steigung derart auszubilden,
daß die Nachlaufzeit, d. h. die Zeit, welche die Verstelleinrichtung bis zur endgültigen Ausführung
des gegebenen Kommandos hinter diesem nachhinkt, mit zunehmendem Fahrthebelausschlag
stetig oder wenigstens stufenweise zunehmen, also; derart, daß die Ausführung des gegebenen Kommandos
um so1 langsamer erfolgt, je höher die eingestellte
Steigung ist. Für gleich große Steigungsänderungen im oberen Steigungsbereich sollen demnach
die Nachlaufzeiten größer sein, als für gleich große Steigungsänderungen im unteren Steigungsbereich.
Diese Aufgabe kann durch entsprechende Ausbildung der Verzögerungseinrichtung gelöst werden.
Es braucht hierzu bei einer Ausführung, wie sie in Abb. 2 bis 4 gezeigt ist, z. B. lediglich die
Drosselbohrung mit in Abhängigkeit vom Kolbenhub veränderlichem Querschnitt ausgebildet werden,
derart, daß mit zunehmendem Kolbenhub die Öl durchtrittsöffnung kleiner wird. Hierzu könnte
etwa mit dem Zylinder ein Dorn veränderlicher Stärke verbunden sein, der bei einer Kolbenbewegung
in die Drosselbohrutig hineinläuft und
däbei.deren Querschnitt stetig verengt.
Der zuletzt genannte Vorschlag, die Verzögerungseinrichtung·
derart auszubilden, daß sich mit der Steigung stetig zunehmende Nachlaufzeiten ergeben,
kann in konstruktiver Hinsicht gewisse Schwierigkeiten bieten. Bei ainer mechanisch
hydraulischen Lösung beispielsweise werden nämlieh die Abmessungen des Bremskolbens der Nachlauf
einrichtung durch den aus 'Gründen der Herstellung und Sicherheit noch zulässigen kleinsten
Durchmesser der Drosselbohrung bestimmt. Dabei ist für eine bestimmte geforderte Nachlauf zeit auch
das zu vordrängende Ölvolumen festgelegt. Je größer also die Nachlaufzeiten sein sollen, um so
größer müßte auch die Naohlaufeinrichtung ausgebildet
werden. Dies macht sich besonders dann nachteilig bemerkbar, wenn die Nachlauf einrichtung
nur zwischen der etwa 6o bis 70· %>
Höchststeigung betragenden Standsteigunig und der Höchststeigung
wirksam sein soll, wenn also die unter Umständen große zeitliche Verzögerung auf dem diesen
30 bis 40% entsprechenden Anteil 'des Gesamtweges untergebracht werden müßte, denn je kleiner
der Weg ist, auf dem der Nachlauf erfolgen darf, um so größer wird der Durchmesser des Brennzylinders
bei unveränderter Verstellkraft.
Diese Nachteile werden nach einem zweiten Vorschlag dar Erfindung dadurch, beseitigt, daß durch
eine zusätzlich zur Verzögerungseinrichtung angeordnete Verzerrungseinrichtung im Verbindumgsgestänge
zwischen Fahrthebel und Steigungsverstelleinrichtung
die Verhältnisgleichheit zwischen Fahrthebelausschlag und hierdurch eingestelltem
Steigungsmaß aufgehoben und durch eine andere Abhängigkeit ersetzt wird, die sich bestimmten Anforderungen
des jeweils verlangten Mariövrierbetriebs anzupassen hat. Unter Umständen ist es
zweckmäßig, die Verzögerung so zu wählen, daß gleichen Intervallen des Fahrtheibelweges gleiche
Leistuiigszunahmen entsprechen, betrachtet im
jeweiligen Beharrungszustand der Schiffsbewegung. Diese Abhängigkeit ist durch die Kurve b der Abb. 5
dargestellt. Die von den Propellern aufgenommene Leistung steigt dann verhältnisgleich mit dem
Fahrthebalweg an. Die Abhängigkeit des Fahrthebelweges von der Steigung ist hierbei zur Propellerkuirve,
also zur Abhängigkeit der Leistungsaufnahme des Propellers1 von. der Fahrtgeschwindigkeit
bzw. der der Fahrtgeschwindigkeit proportionalen Steigung affin.
Durch eine solche Ausführung werden für die konstruktive Gestaltung der ernndungsgemäßen
Nachlauf- bzw. Verzögerungseinrichtung vereinfachende Bedingungen geschaffen, da hierbei die
Staiidsteigung beispielsweise schon bei 15 bis 2S°/o
des gesamten Fahrthebelweges erreicht wird, so daß für die Nachlaufsteuerung noch 75 bis 8·5°/ο des
gesamten Weges zur Verfugung stehen und die Nachlaufeinrichtung erheblich kleiner und auch für
kleinere Kräfte ausgeführt werden kann.
Mit Rücksicht darauf, daß bei der in der Kurve b dargestellten Abhängigkeit zwischen Fahrthebelausschlag
und Steigung im Bereich kleiner Ausschlage in der Nähe der Steigung Null infolge des
schnellen Anstiegs der Steigung schon bei Ideinen Fahrthebelausschlägen erhebliche Schübe erzeugt
werden, was besonders bei Manövern am Stand und kleinen ■ Geschwindigkeiten, also beispielsweise bei
An- und Ablegemanövam nicht erwünscht ist, weil
die Manöver sonst zu stark ausgeführt werden und häufig berichtigt werden müssen, kann in weiterer
Ausbildung der Erfindung auch noch eine andere Verzerrung ausgeführt werden. Beispielsweise kann
die in der Kurve c der Abb. 5 dargestellte Abhängigkeit gewählt werden, wo· im Gebiet der
kleinen Fahrthebelwege einem kleinen Fahirthebelausschlag auch nur kleine Steigungsanderungen
entsprechen, während im Gebiet der hohen Steigungswerte
gleichen Fahrthebelausschlägen immer
kleiner werdende Steigungszunahmen entsprechen.
In Abb. 6 bis S sind zwei Ausfühirungsmögiichkeiten
einer solchen Verzerrungseinrichtung dargestellt.
Nach Abb. 6 greift ein mit der Stange 17 der
Abb. 2 über eine Stange 31 verbundenes, drehbar gelagertes Kurvenstück 32 in eine ebenfalls drehbar
gelagerte Gabel 33 ein, die ihrerseits über die Stange 34 mit der Verstelleinrichtung am Propeller,
z.B. mit dem Steuerstift, verbunden ist. Das Kurvenstück ist derart geformt, daß gleichen Ausschlägen
am Fahrthebel nach einer gewünschten Gesetzmäßigkeit sich ändernde Ausschläge der zum
Steuerstift führenden Stange 34 entsprechen.
Nach Abb. 7 und 8 ist für denselben Zweck ebenfalls
eine veränderliche Hebelübersetzung vorgesehen, die aus drei ineinandergreifenden Hebeln
35, 36 und 37 gebildet wird. An den auf dem Zapfen 38 gelagerten Hebel 3.-5 ist bei 39 die Stange
17 nach Abb. 2 angeschlossen. Mit einem Zapfen oder einer Rolle 40 greift der Hebel 35 in den gegabelten
Teil 41 des auf dem Zapfen 42 gelagerten Doppelhebels 36 ein, dessen längerer, aber gleichgerichteter
Arm 43 mittels eines Zapfens oder einer Rolle 44 mit dem gegabelten Ende des ebenfalls
auf dem Zapfen 38 gelagerten Hebels 37 in Verbindung steht.
An Stelle der bisher beschriebenen hydraulischmechanischen oder rein mechanischen Verzöge-
rungseinrichtung kann auch eine beliebige andere, etwa eine elektrische Verzögarungs- oder Nachlaufsteuerung
Anwendung finden. Außerdem könnte aber statt einer zwischen Fahrthebel und Verstelleinrichtung
wirksamen Verzögerungsainrichtiung etwa auch der Fahrthabel selbst so geführt oder abgebremst
werden, daß er von vornherein nicht beliebig weit und beliebig schnell verstellt werden
kann. Hierzu könnte beispielsweise statt eines Fahrthebels eine Handradsteuerung mit entsprechender
Untersetzung gewählt werden. Die Ver-
hältnisgleichheit zwischen Fahrthebelweg und Steigungsverstellung könnte dabei etwa durch eine
Gewindespindel mit stetig veränderlicher Steigung aufgehoben werden.
Zur Erfüllung der Forderung nach Freizügigkeit in der Steigungsverstellung innerhalb der Standsteigung
und nach verzögerter Befehlsübermittlung; im Gebiet zwischen Standsteigung und Höchststeigung
könnte auch die Fahrthebel skala des
ίο Steuerstandes an der dem Standschub entsprechenden
Stelle einen Anschlag erhalten, bis zu welchem
der Fahrthebel beliebig schnell verstellt werden kann, während darüber hinaus der Fahrthebel bis
zur Höchststeigung nur mit einer die Bewegung entsprechend verzögernden, etwa nur einseitig nach
voraus wirksamen Feinverstellung betätigt werden kann.
Claims (18)
- Patentansprüche:i. Steuereinrichtung für Verstellpropeller oder Flügelradpropeller, insbesondere für Schiffsantrieb, dadurch gekennzeichnet, daß in die Übertragungsmittel zwischen dem von der Schiffsführung betätigten, die gewünschte Steigung einstellenden Organ (Fahrthebel, Ruderrad od. dgl.) und der Verstelleinrichtung am Propeller eine Verzögerungseinrichtung eingebaut ist, derart, daß das von der Schiffsführung gegebene Kommando mit einer zur Sicherung der Antriebsmaschine vor unerwünschten Belastungen ausreichenden zeitlichen Verzögerung ausgeführt wird.
- 2. Steuereinrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine mit Verzögerung arbeitende mechanische, mechanisch-hydraulische oder elektrische Nachlaufeinrichtung.
- 3. Steuereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzögerungseinrichtung derart ausgebildet ist, daß sie nur zwischen Standsteigung und Höchststeigung wirksam ist.
- 4. Steuereinrichtung nach den Ansprüchen 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzögerungseinrichtung derart ausgebildet ist, daß4-5 sie nur bei Steigungsverstellüngen nach vorauswirksam ist.
- 5. Steuereinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine zwischen Fahrthebel und SteigungsversteHeinrichtung eingeschalteteDoppelschlußfedeirkupplung, deren getriebener, zur Steigungsverstelleinrichtung führender Teil mit einem hydraulischen Dämpfungskolben verbunden ist! (Abb. 2).
- 6. Stauereinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine in der Lauffläche des Zylinders für den Dämpfungskolben vorgesehene, von der für S teigungs verstellung voraus wirksamen Kante des Kolbens bis zu dem auf der anderen Seite des Kolbens liegenden Ende des Zylinders führende Nut (25) (Freilaufkanal) (Abb. 3).
- 7. Steuereinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Nut (29), die von der für Steigungsverstellung voraus wirksamen Kante des Dämpfungskolbens in Nullstellung bis. zur Kolbenstellung für Standsteigung reicht.
- 8. Steuereinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolbenstange (21) des Dämpfungskolbens. (26) mit diesem mit axialem Spiel verbunden und als Vorsteuerventil (27) ausgebildet ist, das zur Steigungsrücknahme den ungehinderten Durchtritt der Dämpfungsflüssigkeit von einer zur anderen Kolbenseite gestattet (Abb. 4).
- 9. Steuereinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß mit der zur Steigungsverstelleinrichtung führenden Hälfte der Doppelschlußfederkupplung zwei in entgegengesetzter Richtung wirksame Dämpfungseinrichtungen nach Anspruch 7 vorgesehen sind.
- 10. Steuereinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzögerungseinrichtung derart ausgebildet ist, daß die Nachlaufzeiten für gleich große Steigungsänderungen im oberen Steigungsbereich größer sind als im unteren.
- 11. Steuereinrichtung nach Anspruch 10 mit hydraulischer Dämpfungseinrichtung, gekennzeichnet durch Drosselbohruogen mit in Abhängigkeit vom Kolbenhub veränderlichem Querschnitt.
- 12. Steuereinrichtung nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch eine in das Verbindungsgestänge zwischen Verstellorgan und Verstelleinrichtung eingeschaltete Verzerrungseinrichtung zur Einstellung einer gewünschten gesetzmäßigen Abhängigkeit zwischen Fahrthebelweg und eingestellter Fahrtsteigung.
- 13. Steuereinrichtung nach den Ansprüchen 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzerrungseinrichtung derart ausgebildet ist, daß gleiche Fahrthebelausschlagintervalle annäherungsweise solche S teigungs Verstellungen ergeben, daß gleiche Leistungs änderungen eintreten.
- 14. Steuereinrichtung nach den Ansprüchen 9 bis 13, gekennzeichnet durch eine solche Ausbildung der Verzerrungseinrichtung, daß die Verhältnisgleichheit zwischen Fahrthebehveg und Fahrtsteigung nur im Gebiet größerer Steigungen, aufgehoben wird.
- 15. Steuereinrichtung nach den Ansprüchen 9 bis 14, gekennzeichnet durch ein mit dem Fahrthebel gekuppeltes, drehbar gelagertes Kurvenstück (32), dessen Kurven teil in einem mit der Verstelleinrichtung gekuppelten, drehbar gelagerten Kulissenhebel (33) eingreift.
- 16. Steuereinrichtung nach den Ansprüchen 9bis 15, gekennzeichnet durch zwei gleichachsig gelagerte Hebel (35 und 37) verschiedener Länge, von denen der eine mit dem Fahrthebel und der andere mit der SteigungsversteHeinrichtung verbunden ist und die über einen parallelachsig gelagerten Hebel (36) mit gleichgerichteten, aber verschieden langen Armen (41,43)etwas mittels Gabeln und Rollen miteinander im Eingriff stehen.
- 17, Steuereinrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das von der Schiffsfiührung zu betätigende Organ als Handrad mit starker Untersetzung ausgebildet ist.
- 18. Steuereinrichtung nach Anspruch 1 oder 17, gekennzeichnet durch einen der Standsteigung entsprechenden Anschlag am Steuerstand und eine im Gebiet zwischen Standsteigung und Höchststeigung zu betätigende Feinverstellung.Hierzu 1 Blatt ZeichnungenI 5691 2,53
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR956164D FR956164A (de) | 1943-02-21 | ||
| DEV1050D DE866622C (de) | 1943-02-21 | 1943-02-21 | Steuereinrichtung fuer Verstellpropeller oder Fluegelradpropeller, insbesondere fuer Schiffsantrieb |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV1050D DE866622C (de) | 1943-02-21 | 1943-02-21 | Steuereinrichtung fuer Verstellpropeller oder Fluegelradpropeller, insbesondere fuer Schiffsantrieb |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE866622C true DE866622C (de) | 1953-02-12 |
Family
ID=7569416
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEV1050D Expired DE866622C (de) | 1943-02-21 | 1943-02-21 | Steuereinrichtung fuer Verstellpropeller oder Fluegelradpropeller, insbesondere fuer Schiffsantrieb |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE866622C (de) |
| FR (1) | FR956164A (de) |
-
0
- FR FR956164D patent/FR956164A/fr not_active Expired
-
1943
- 1943-02-21 DE DEV1050D patent/DE866622C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR956164A (de) | 1950-01-26 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE1254981C2 (de) | Steuereinrichtung fuer das stufenlos verstellbare Wechselgetriebe eines Antriebsaggregates, insbesondere fuer Kraftfahrzeuge | |
| DE2823559C2 (de) | ||
| EP0263247B1 (de) | Fluggerätesteuerung | |
| DE2522719C2 (de) | Steuereinrichtung | |
| DE2328112B2 (de) | Regeleinrichtung fuer die brennstoffzufuhr und fuer das uebersetzungsverhaeltnis eines antriebes fuer kraftfahrzeuge | |
| DE2001701B2 (de) | Stelleinrichtung für die Fernsteuerung eines stufenlos einstellbaren hydrostatischen Getriebes | |
| DE2657524B2 (de) | Steuervorrichtung für eine durch einen hydraulischen Stellzylinder ausrückbare Hauptkupplung für Kraftfahrzeuge | |
| DE2510368A1 (de) | Einhebelsteuerung fuer kupplungen von wasser- und landfahrzeugen | |
| DE2363762C2 (de) | Steuereinrichtung für ein hydrostatisches Kraftfahrzeuggetriebe | |
| DE2606945C2 (de) | ||
| DE866622C (de) | Steuereinrichtung fuer Verstellpropeller oder Fluegelradpropeller, insbesondere fuer Schiffsantrieb | |
| DE1506118B1 (de) | Anordnung zur stellbereichsbegrenzung bei kleinen anstellwinkeln und zum feststellen der schraubenblaetter einer verstell-luftschraube | |
| DE2709666A1 (de) | Ebenes, mindestens 5-gliedriges getriebe mit mindestens einem aeusseren antrieb zum verstellen eines mehrteiligen stroemungskoerpers zum steuern von wasserfahrzeugen | |
| DE1630105C3 (de) | Hydrostatisches Getriebe für Kraftfahrzeuge | |
| DE822353C (de) | Steuer- und Antriebsvorrichtung fuer Schiffe | |
| DE3545065A1 (de) | Steuereinrichtung fuer ein kraftfahrzeug | |
| DE872466C (de) | Steuervorrichtung fuer Verstellpropeller, insbesondere Fluegelradpropeller | |
| DE2557374A1 (de) | Steuereinrichtung fuer ein hydrostatisches getriebe | |
| DE512527C (de) | Flugzeug mit veraenderlichem Tragwerk | |
| DE738969C (de) | ||
| DE480122C (de) | Steuerung von Motoren mit Buerstenverstellung | |
| DE723154C (de) | Sicherheitssteuereinrichtung fuer Flugzeuge | |
| DE1650627C3 (de) | Hydrostatischer Antrieb | |
| DE681099C (de) | Regeleinrichtung fuer Kraftmaschinen mit einem auf die Treibmittelzufuhr einwirkenden Regler | |
| DE725100C (de) | Einrichtung zur selbsttaetigen Veraenderung der Fluegelblattsteigung mehrerer nicht gleichachsig angeordneter Verstelluftschrauben |