DE891686C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Ammoniumcarbonat und -bicarbonat durchSaettigung von Ammoniakwasser mit Kohlensaeure - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Ammoniumcarbonat und -bicarbonat durchSaettigung von Ammoniakwasser mit Kohlensaeure

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DE891686C
DE891686C DEST514D DEST000514D DE891686C DE 891686 C DE891686 C DE 891686C DE ST514 D DEST514 D DE ST514D DE ST000514 D DEST000514 D DE ST000514D DE 891686 C DE891686 C DE 891686C
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Josef Dr Schmidt
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Carl Still GmbH and Co KG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/26Carbonates or bicarbonates of ammonium

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Gas Separation By Absorption (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von .Ammoniumcarbonat und -bicarbonat durch Sättigung von Ammoniakwasser mit Kohlensäure Die Herstellung von Ammoniumcarbonat und -bicarbonat geschieht nach der üblichen Arbeitsweise durch Sättigung von Ammoniakwasser mittels gasförmig zugeführter Kohlensäure, wobei sich immer zunächst in der ersten Phase eine Lösung von Ammoniumcarbonat bildet, das dann in der zweiten Phase durch vollständige Bindung alles Ammoniaks mittels weiterer Zufuhr von Kohlensäure in Bicarbonat übergeht, das teilweise noch in Lösung bleiben kann, zum größeren Teil aber wegen seiner Schwerlöslichkeit in fester Form ausfällt. Dieses Herstellungsverfahren wird in der Regel mit allen seinen Teilvorgängen in einer einheitlichen Vorrichtung durchgeführt. Dabei «-eisen aber die beiden Phasen des Verfahrens bei ihrer Durchführung stark verschiedene Arbeitsbedingungen auf. In der ersten Phase, bis -zur Erzeugung von Ammoniumcarbonat, verläuft die Reaktion unter beträchtlicher Wärmeentwicklung leicht und glatt auch bei einer Temperaturerhöhung, und es entsteht eine Lösung, die man bequem frei von Salzausfällungen halten kann. Infolgedessen macht auch die in dieser Phase notwendige Wärmezufuhr durch mittelbare Kühlung keine Schwierigkeiten. In der zweiten Phase, der Überführung des Carbonats zu Bicarbonat, ist die Reaktion wegen größerer Trägheit schwieriger zu Ende zu führen, man muß daher auch die Temperatur ungeachtet der auch hier starken Wärmeentwicklung unter Vermeidung von stärkeren Temperaturerhöhungen in allen Teilen der Flüssigkeit möglichst niedrig, nahe bei gewöhnlicher Temperatur halten, was die Durchführung einer Kühlung erschwert. Dazu kommt, daß das Erzeugnis, das Bicarbonat, in fester Form ausfällt und daß daher auf die Vermeidung von störenden Salzansätzen, besonders an den Wärmeaustauschflächen der Kühlvorrichtung, geachtet werden muß.
  • Das Verfahren der Erfindung ermöglicht in den beiden Phasen seines Ablaufs ein leichtes und günstiges Anpassen an die geschilderten verschiedenartigen Arbeitsbedingungen und damit einen glatten und störungsfreien Verlauf, insbesondere unter wechselnd großen Durchsatzleistungen, und schafft damit beträchtliche Vorteile für den Betrieb und die Ausnutzung der dazu dienenden Vorrichtungen. Bei dem Verfahren wird das Ausgangsammoniakwasser hintereinander durch eine Absorptionskolonne und ein Sättigungsgefäß, die auch im Gasweg für eine der Flüssigkeit entgegengesetzt laufende Stromrichtung zusammenhängen und beide mit Einrichtungen zur Kühlung der Flüssigkeit ausgestattet sind, geleitet, und es wird gasförmige frische Kohlensäure sowohl der Kolonne als auch dem Sättiger in zwei Einzelmengen unter solcher Regelung derselben zugeführt, daß in der Kolonne eine wäßrige Lösung von wesentlich Ammoniumcarbonat, die gegebenenfalls auch teilweise beschränkte Mengen von Bicarbonat enthalten kann, und im Sättigungsgefäß durch vollständige Sättigung der Lösung festes Bicarbonat erzeugt wird. Dabei können außerdem die kohlensäurehaltigen Abgase des Sättigungsgefäßes im Kreislauf erneut durch seine Verteilvorrichtung mit der Sättigungsflüssigkeit in Austausch gebracht werden.
  • Bei der vorgeschilderten erfindungsgemäßen Verwendung der zwei verschiedenen, hintereinandergeschalteten .Absorptionsvorrichtungen wird, wenn man sie beispielsweise mit der höchstmöglichen Durchsatzleistung belastet, durch das Sättigungsgefäß im allgemeinen, wegen der daselbst schwieriger verlaufenden Absorption, eine größere Kohlensäuremenge als theoretisch für den hierin ablaufenden Teil der Absättigung notwendig ist, hindurchgeleitet werden müssen, so daß also eine größere Einzelmenge frischer Kohlensäure in den Sättiger, eine kleinere in die Absorptionskolonne einzuleiten sein wird, während der für diese Kolonne darüber hinaus benötigte Rest an Kohlensäure durch den aus dem Sättiger in sie herübergeführten Überschuß an Kohlensäure gedeckt wird. Bei einer -geringeren Durchsatzleistung wird man aber damit zu rechnen haben, daß -bei einer Verteilung der Einzelmengen in einem Verhältnis, das dem Falle der größten Durchsatzleistung gleichbliebe, im Sättigungsgefäß ein größerer Teilumfang der gesamten Reaktion und demnach in der Kolonne ein entsprechend kleinerer Teilumfang zustande gebracht würde, weil das Sättigungsgefäß für diese schwächere Durchsatzleistung unnötig groß wäre. Eine solche Verschiebung in den Teilumfängen der Reaktion für die beiden Phasen würde zum mindesten die Kühlung der Flüssigkeit im Sättigungsgefäß erschweren, aber mit der nebenhergehenden Entlastung der Absorptionskolonne keinen Vorteil schaffen, weil sowohl der Reaktionsverlauf als auch die Flüssigkeitskühlung in derselben keinen Schwierigkeiten begegnet. Dadurch nun, daß die beiden Einzelmengen der in die Kolonne und in das Sättigungsgefäß einzuleitenden frischen Kohlensäure beliebig untereinander geregelt werden können, ist es möglich, jeder der beiden Absorptionsvorrichtungen denjenigen Verfahrensumfang aufzuzwingen, der eben gerade auf das bestimmte,. in jeder derselben gewünschte Erzeugnis führt. Diese weitgehende Veränderungs- und Anpassungsmöglichkeit im Betrieb ist besonders wertvoll dann, wenn die Zusammensetzung und Konzentration des Ausgangsammoniakwassers an Ammoniak wie auch an Kohlensäure schwankt. Man kann zum Beispiel bei einer verhältnismäßig schwachen Ammoniakkonzentration, weil dann verhältnismäßig viel Lösungswasser für die entstehenden Salze verfügbar ist, in der ersten Vorrichtung, der Absorptionskolonne, durch entsprechende Zufuhr von Kohlensäure noch etwas weiter als bis zur Ammoniumcarbonaterzeugung, d.h. bis zur Miterzeugung einer beschränkten Menge von Bicarbonat gehen; weil dann auch dieses noch in Lösung gehalten werden kann; hierdurch wird aber die Verfahrensdurchführung der zweiten Phase, die vollständige Sättigung zu Bicarbonat im Sättigungsgefäß, die an sich schwieriger abläuft, in vorteilhafter Weise entlastet und dadurch vergünstigt.
  • Ein weiterer Vorteil des Verfahrens besteht darin, daß der vom Ausgangswasser mit hereingetragene Schwefelwasserstoff vollständig an nur einer Stelle, nämlich am Gasabgang der Absorptionskolonne und hier in hoher Konzentration infolge des Umstands, daß diese Kolonne wegen der leichten Durchführbarkeit der Absorption in ihr keinen nennenswerten Überschuß an durchgeleiteter Kohlensäure benötigt, abgeführt wird.
  • Eine beispielsweise Ausführung des Verfahrens der Erfindung und eine dafür geeignete Vorrichtung werden durch die Zeichnung in einer schematischen Aufrißansicht, teilweise im senkrechten Schnitt, dargestellt.
  • Die Hauptteile der Gesamtvorrichtung sind erfindungsgemäß eine Absorptionskolonne i mit beispielsweise sechzehn. Böden, die als Glockenböden, Siebböden oder Böden mit anderen Verteilelementen, etwa Füllwerksschichten, Rieselungseinbauten od. dgl. ausgebildet sein können, und ein Sättigungsgefäß a, beide mit zugehörigen Flüssigkeitskühlern 3 und 4. Das Sättigungsgefäß enthält die über den größeren Höhenteil seines Innenraums aufgestaute Sättigungsflüssigkeit 5. Die beiden Vorrichtungen i und 2 sind für den Flüssigkeitsweg durch das Rohr 6, das mit dem unteren Ende ein Stück weit in die Sättigungsflüssigkeit 5 eintaucht, und für den Gasweg, der in einer zur Flüssigkeit entgegengesetzten Stromrichtung geht, durch das Rohr 7 miteinander verbunden. Die Kolonne z besitzt am obersten Boden das Zufuhrrohr 8 für das als Ausgangsstoff dienende Ammoniakwasser und an der Spitze das Abgangsrohr 9 für Restgase. Der stehende Röhrenkühler 3 ist, um ihm zu kühlende Absorptionsflüssigkeit zuzuführen, durch die Rohrleitung io an einen im mittleren Höhenteil der Kolonne befindlichen Boden angeschlossen, während die in ihm gekühlte Flüssigkeit durch die Rohrleitung ii von einer Förderpumpe 12 über die Steigleitung 13 nach dem Abgangsboden der Kolonne zurückgeführt wird. Der Kühler 4, der ebenfalls als stehender Röhrenkühler ausgebildet ist, steht an seinem unteren Ende durch die Rohrleitungen 15 und 16, zwischen welche die Förderpumpe 17 geschaltet ist, mit dem unteren Teil und an seinem oberen Ende durch die Rohrleitung 18 mit dem oberen Teil des Sättigers nahe der Oberfläche der Sättigungsflüssigkeit 5 in Verbindung. Die Pumpensaugleitung 15 kann, statt an das Sättigungsgefäß selbst, noch zweckmäßiger an die Rücklaufleitung angeschlossen werden, welche die aus dem Sättiger mit dem fertigen Salz herausgehobene Lauge aus dem nicht mitgezeichneten Salzsammelgefäß zurückbringt. In beiden Kühlern 3 und 4, die mit zugeführtem Kaltwasser als Kühlflüssigkeit beschickt werden, wird durch die zugehörigen Förderpumpen ein Umlauf der Absorptionsflüssigkeit zur Rückkühlung bzw. Kühlhaltung derselben in der Art, wie es die Zeichnung angibt, durchgeführt. Im unteren Teil des Sättigers 2 befindet sich die Gasverteilvorrichtung i9, die etwa, wie in der Zeichnung dargestellt, ein glockenartiger geschlossener Körper mit einer oberen kegel- oder pyramidenförmigen Begrenzung aus gasdurchlässigen, siebartigen oder porösen Platten, zum Beispiel sogenannten Fritten, versehen sein kann und das am Sättigungsgefäß befestigte Gaszuleitungsrohr 2o besitzt, welches an die Druckleitung 21 einer Förder- und Umlaufpumpe 22 angeschlossen ist. Die Saugleitung 23 dieser Pumpe steht mit dem über der Sättigungsflüssigkeit liegenden Gasraum 24 im oberen Teil des Sättigungsgefäßes 2 in Verbindung. In die Pumpensaugleitung 23 mündet die mit dem Regelventil 25 ausgestattete#Rohrleitung 26 ein, welche von der Zufuhrleitung 27 für frische Kohlensäure abzweigt. Eine zweite, von derselben Zufuhrleitung 27 abzweigende Rohrleitung 28 mit dem Regelventil 29 ist an das Verbindungsrohr 7 zwischen dem Sättiger 2 und der Kolonne i angeschlossen. Die Zufuhrleitung 27 empfängt frische, für den Betrieb beider Vorrichtungen i und 2 benötigte Kohlensäure aus einem unter geeignetem Druck stehenden Speicherbehälter. Zur Entfernung des im Bodenteil des Sättigungsgefäßes 2 angesammelten festen Salzes dient die Salzhebevorrichtung 30, etwa ein üblicher Dampfejektor, der das Salz durch die anschließende Heberohrleitung 31 aus dem Sättiger heraus in die üblichen Vorrichtungen zu seiner Abscheidung usw. befördert.
  • An Stelle der gezeichneten Gasverteilvorrichtung ig können beliebige andere geeignete, auch mechanisch angetriebene Vorrichtungen angewendet werden, besonders vorteilhaft zum Beispiel eine Rührvorrichtung etwa mit einer senkrechten Drehachse, mit welcher aus dem oberen Teil des Sättigungsgefäßes zugleich Sättigungsflüssigkeit und Gas ständig eingezogen und im unteren Teil unter starker Durchmischung in die Flüssigkeitsmasse wieder ausgestoßen werden.
  • An Stelle der für die Flüssigkeitskühler 3 und 4 in den Zeichnungen angegebenen Bauart als stehende Röhrenkühler können beliebige andere geeignete Kühlerbauarten Anwendung finden. Besonders vorteilhaft und wirksam sind hier die neuzeitlichen Spiralkühler, bei denen durch zwei spiralförmig ineinandergewickelte zylindrische Platten zwei enge Spiralkanäle mit umfangreichen Wärmeaustauschflächen für die beiden Flüssigkeiten gebildet und die meistens im Gegenstrom betrieben werden.
  • Beim Betriebe der beschriebenen Vorrichtung wird das zur Verarbeitung gelangende Ammoniakwasser, etwa ein durch Destillation von rohem Ammoniakwaschwasser erhaltenes mittelstarkes Ammoniakwasser mit einem gewissen Gehalt an Kohlensäure und Schwefelwasserstoff, durch die Rohrleitung 8 stetig auf die Absorptionskolonne i gegeben, in derselben durch die ihr am unteren Teil zugeführte Kohlensäure in eine Lösung wesentlich von Ammoniumcarbonat, gegebenenfalls teilweise auch Bicarbonat, übergeführt, und 'diese Lösung tritt durch die Verbindungsrohrleitung 6 in die Sättigungsflüssigkeit 5 des Sättigers 2 über: Hierin erfolgt durch weitere Zufuhr von Kohlensäure mittels der Verteilervorrichtung ig die vollständige Absättigung der Lösung bis zu Bicarbonat. Dabei wird zur Verbesserung der Absorptionswirkung im Sättigungsgefäß 2 ein Umlauf von kohlensäurehaltigem Gas mittels der Pumpe 22 durch die Rohrleitungen 23 und 21 aufrechterhalten. Zugleich wird durch die Umlaufkühler 3 und .4 die in den Vorrichtungen i und 2 auftretende Reaktionswärme an das durchgeleitete Kühlwasser übergeführt und dadurch für eine genügend niedrige Temperatur der erzeugten Lösungen gesorgt. In der Absorptionskolonne i darf die Endtemperatur derselben etwas höher als gewöhnliche Temperatur liegen, was das Rückkühlen erleichtert, während man im Sättigungsgefäß 2 am vorteilhaftesten eine der gewöhnlichen Temperatur nahekommende Temperatur der Flüssigkeit aufrechterhält. Gemäß der Erfindung wird die aus der Zufuhrrohrleitung 27 herkommende frische Kohlensäure, die zweckmäßig möglichst hoch konzentriert ist, aber auch schwächere Konzentrationen haben darf, mittels der den beiden Vorrichtungen i und 2 einzeln zugeordneten Zufuhrrohrleitungen 28 und 26 in solchen passend geregelten Einzelmengen zugeführt, daß in der Kolonne i die Sättigung der Ausgangsflüssigkeit bis zu einer wäßrigen Lösung von wesentlich Ammoniumcarbonat, gegebenenfalls auch teilweise Bicarbonat, und im Sättigungsgefäß 3 die vollständige Sättigung dieser Lösung bis zu festem Bicarbonat herbeigeführt wird. Wenn dies beispielsweise für eine bestimmte Betriebsbelastung der Vorrichtung zustande gebracht ist und eine etwas schwächere Betriebsbelastung, etwa durch Zufuhr einer kleineren Menge von Ausgangsammoniakwasser oder eines solchen von schwächerer Konzentration an Ammoniak, durchgeführt werden soll, so empfiehlt es sich, durch eine andere verhältnismäßige Einstellung der Zufuhren an frischer Kohlensäure durch die Rohrleitungen 28 und 26 die Wirksamkeit des Sättigers 2 zu mindern, damit nicht in ihm auch ein Teil der für die Kolonne i vorgesehenen Sättigung vor sich geht, und dementsprechend die Wirksamkeit der Kolonne i relativ zu verstärken. Für die Regelung der Wirkungsstärke des Sättigers 2 ist überdies die Größeneinstellung des Gasumlaufs durch die Pumpe 22 ein weiteres geeignetes Mittel. Bei richtig geführtem Betrieb fällt der größte Teil der Erzeugung an Ammoniumbicarbonat als festes Salz im unteren Teil des Sättigungsgefäßes 2 an und wird durch die Salzhebevorrichtung 3o herausgeschafft, um abgeschieden, geschleudert und getrocknet zu werden. Der im Betriebe ständig anfallende Überschuß an Mutterlauge des Sättigers 2, der aus dem Wassergehalt des eingesetzten Ausgangsammöniakwassers herrührt, wird ebenfalls durch die Salzhebevorrichtung 3o herausgeschafft. Der mit diesem Ausgangswasser in den Betrieb hineingebrachte Schwefelwasserstoff, der darin in Form von Ammoniumsulfiden enthalten ist, wird durch die Einwirkung der zugeführten Kohlensäure vollständig ausgetrieben und erscheint an dem Gasabgang 9 der Kolonne i als ein an H2 S verhältnismäßig hoch konzentriertes Gasgamisch, das zum Beispiel für die Überführung in Schwefel mittels eines Claus-Ofens vorzüglich geeignet ist.
  • Die in der Zeichnung ang-,nommene Stellung der Kolonne und des Sättigers zueinander, d. h. die erstere über letzterem aufgebaut, ist für die Vorrichtung nicht wesentlich. Beide können versetzt zueinander auch die Kolonne um so viel tiefer stehen, daß ein Hochfördern der in ihr erzeugten Lösung mittels einer Pumpe in den Sättiger hinein vorzusehen ist, was wegen des völlig gelösten Zustands ihres Erzeugnisses bedenkenfrei ist.
  • Ausführungsbeispiele z. Zum Einsatz gelangen stündlich io t verdichtetes Ammonial;wasser mit einem Gehalt an NH3 von 16 Gewichtsprozent, CO, von 12 Gewichtsprozent und H. S von 3 Gewichtsprozent. Dieses Ammoniakwasser benötigt zur Sättigung bis zu Ammoniumcarbonat insgesamt, d. h. für alles N H., 207o kg/h C 0z (davon sind i2oo kg im Starkwasser schon vorhanden), bis zu Ammoniumbicarbonat weitere 207o kg/h CO,. Zur Verwendung gelangt Kohlensäure mit 96 Gewichtsprozent C02; demgemäß sind die entsprechenden benötigten Mengen an diesem Kohlensäuregemisch 905 kg/h bzw. 216o kg/h.
  • Dem Sättiger 2 wird nun, weil in ihm die Absättigung schwierig verläuft, eine größere als die nach vorstehendem auf ihn entfallende Kohlensäuremenge, nämlich 250o kg/h des zur Verwendung gelangenden Kohlensäuregemischs durch die Rbhrleitung 26 zugeführt, so daß also aus der Gasabgangsleitung 7 an seiner Decke 340 kg/h des frisch zugeführten Kohlensäuregemischs entweichen und in die Kolonne i übergehen. Außerdem wird im Sättiget 2 ein Umlauf von Sättigungsgas aufrechterhalten, dessen Volumen etwa zwei Drittel des hier frisch zugeführten Kohlensäuregemischs ausmacht. Die Kolonne i erhält durch die Zufuhrrohrleitung 28 den Rest des insgesamt benötigten Kohlensäuregemischs, nämlich 565 kg/h. Diese Zufuhr zusammen mit dem erwähnten durch die Rohrleitung 7 übergehenden Gasrest von 340 kg/h ergibt dann die der Kolonne i insgesamt zukommende, oben vorgerechnete Menge an Kohlensäuregemisch von 905 kg/h.
  • In der Kolonne i erwärmt sich die Lösung auf ihrem Wege bis zur Kühlereingangsrohrleitung io von 25' C auf etwa 50' C und wird im Kühler 3 bis auf 2o' C rückgekühlt. Beim Ablauf 6 der Kolonne beträgt die Temperatur der Lösung 32' C. Im Sättiger 2 wird mittels eines entsprechend großen Flüssigkeitsumlaufs durch den Kühler 4 die Schwankung der Flüssigkeitstemperatur in einem Bereich von wenigen Graden oberhalb der gewöhnlichen Temperatur gehalten.
  • Bei dem vorbeschriebenen Betrieb wird in der Kolonne i eine Lösung von rund 4500 kg/h reinem Ammoniumcarbonat und im Sättiger 2 als Enderzeugnis rund 7¢0o kg/h Bicarbonat erzeugt: Von diesem letzteren fallen etwa zwei Drittel bis drei Viertel in Form von festem Salz aus; während das restliche Drittel od. dgl. in Form von überschüssiger Mutterlauge aus dem Sättiger 2 herauszuschaffen ist. Zweckmäßig wird diese Mutterlauga in das schwache Ammoniakrohwasser übergeführt und mit diesem erneut zu verdichtetemAmmoniakwasser aufgearbeitet, das später zum Einsatz in das Verfahren gelangt.
  • Die mit dem Ausgangswasser in das Verfahren hineingelangten 30o kg/h Schwefelwasserstoff werden aus der Kolonne i als ein Gasgemisch mit etwa 6o bis 65 Gewichtsprozent 1-1"S herausgeführt.
  • 2. Zum Einsatz gelangen stündlich ebenfalls, wie im Beispiel i, io t Ammoniakwasser, aber von schwächerer Konzentration, nämlich mit einem Gehalt an NH3 von io Gewichtsprozent, C02 von 6 Gewichtsprozent und H, S von 2 Gewichtsprozent. Dieses Ammoniakwasser benötigt zur vollständigen Sättigung seines ganzen Ammoniaks- bis zu Ammoniumbicarbonat insgesamt 259o kg/h C02, wovon 60o kg CO., im Einsatzwasser schon vorhanden sind. Tatsächlich sind also zusätzlich erforderlich = 2075kg/h eines Kohlensäuregemischs mit 96 Gewichtsprozent C 0z.
  • In diesem Beispiel wird die verhältnismäßige Zufuhr an solchem Kohlensäuregemisch für den Sättiger 2 gegenüber obigem Beispiel = nennenswert verkleinert, nämlich auf den Betrag von i2oo kg/h, und die Zufuhr an restlichem Kohlensäuregemisch für die Kolonne i verhältnismäßig vergrößert, nämlich auf 875 kg/h festgesetzt. Außerdem wird im Sättiger ein Umlauf an Sättigungsgas aufrechterhalten, dessen Volumen etwa die Hälfte des hier frisch zugeführten Kohlensäuregemischs ausmacht.
  • Bei den vorbesagten Betriebsbedingungen wird in der Kolonne i eine Lösung mit 23 Gewichtsprozent Ammoniumcarbonat erhalten, in der daneben 5,3 Gewichtsprozent Ammoniumbicarbonat, ebenfalls gelöst, vorhanden sind. Im Sättiger 2 wird als Enderzeugnis 465o kg/h Ammoniumbicarbonat erhalten, von dem ein kleinerer Teil als im Beispiel i, nämlich etwa 6o °; o, als festes Salz ausfallen und etwa 40 °/o als Mutterlauge überschüssig bleiben und herausgeschafft werden müssen.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Ammoniumcarbonat und -bicarbonat durch Sättigung von Ammoniakwasser mit Kohlensäure, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangswasser hintereinander durch eine Absorptionskolonne und ein Sättigungsgefäß, die beide mit Einrichtungen zur Kühlung der Flüssigkeit ausgestattet sind, geleitet und gasförmige frische Kohlensäure sowohl der Kolonne als auch dem Sättiger, dessen Gasabgang in die Kolonne einmündet, in zwei derart geregelten Einzelmengen zugeführt wird, daß in der Kolonne eine wäßrige Lösung von wesentlich Ammoniumcarbonat, gegebenenfalls auch teilweise Bicarbonat, und im Sättigungsgefäß durch vollständige Sättigung der Lösung festes Bicarbonat erzeugt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die kohlensäurehaltigen Abgase des Sättigungsgefäßes im Kreislauf erneut durch seine Verteilvorrichtung mit der Sättigungsflüssigkeit in Austausch gebracht werden.
  3. 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Ansprüchen i und 2, gekennzeichnet durch eine Absorptionskolonne und ein im Flüssigkeitsweg nachgeschaltetes Sättigungsgefäß, die auch im entgegengesetzt laufenden Gasweg zusammenhängen und beide mit Einrichtungen zur Kühlung der Flüssigkeit ausgestattet sind, und durch Zufubrrohre für gasförmige frische Kohlensäure sowohl an der Kolonne als auch am Sättigungsgefäß.
DEST514D 1943-07-29 1943-07-29 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Ammoniumcarbonat und -bicarbonat durchSaettigung von Ammoniakwasser mit Kohlensaeure Expired DE891686C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2564138A1 (fr) * 1984-04-27 1985-11-15 Ormat Turbines Production d'ammoniac et de produits derives et procedes et moyens de production d'energie et de refroidissement

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FR2564138A1 (fr) * 1984-04-27 1985-11-15 Ormat Turbines Production d'ammoniac et de produits derives et procedes et moyens de production d'energie et de refroidissement

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