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Einrichtung zum Abbremsen von Brennkraftmaschinen, insbesondere umsteuerbaren
Schifisantriebsmaschinen Die Erfindung bezieht sich in erster Linie auf umsteuerbare
Brennkraftmaschinen zum Antrieb von Schiffen. Bei ,diesen ist das Umsteuern- von
»Voraus« auf »Zurück« oder umgekehrt bekanntlich deshalb oft schwierig, weil infolge
.der Weiterfahrt des Schiffes und des damit auf den Propeller ausgeübten Drehmomentes
der Motor von diesem auch dann noch in der bisherigen Drehrichtung mitgenommen wird,
wenn seine Steuerungsglieder längst in die der neuen Drehrichtung entsprechende
Lage verstellt worden sind.
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Es sind deshalb. Maßnahmen zum Abbremsen solcher umsteuerbaren Maschinen
getroffen worden; von ihnen ist zunächst das Bremsen .durch Einlassen von Druckluft
in den Arbeitszylinder der Maschine während des Kolbeneinwärtshubes, d. h. Verdichtungshubes,
bei Viertaktmaschinen während des Ausschubhubes, zu nennen. Diese bekannten Maßnahmen
sind jedoch nicht sehr wirksam und verbrauchen außerdem verhältnismäßig viel Druckluft.
'Ein bekannter Vorschlag zum Abbremsen von Motoren, die auch durch Druckluft angelassen
werden, bedingt Verdoppelung der Antriebsglieder der Steuerung, Nocken od.,dgl.
und je eine Umschaltvorrichtung für den Nockensatz zum Anlassen und den Nockensatz
zum Bremsen. Dadurch. wird die Anlage verwickelt. Bei schnell laufenden Maschinen
muß man Backenbremsen vorsehen, deren .durch Druckluft bewegte auf das Schwungrad
oder einen Kupplungsflansch einwirken. Aber auch bei langsam laufenden Maschinen
sind solche Bremsvorrichtungen zweckmäßig, wenn das Umsteuern schnell und sicher
vor sich gehen soll.
Man hat bereits eine Bremseinrichtung ,der
letztgenannten Art vorgesehen, bei .der zwei auf Freilaufnaben angeordnete und demgemäß
nur in je einer Drehrichtung wirksame Bremsscheiben abwechselnd mittels druckluftbewegter
Bremsbänder festgehalten werden. Die beiden zugehörigen Kolben werden über einen
besonderen Schaltkasten be-bzw. entlüftet, dessen Ventile von einem auf der entsprechend
verlängerten Steuerwelle der Maschine angeordneten besonderen Nocken wechselweise
bewegt werden. Bei dieser bekannten Einrichtung ist zwar der Bremsvorgang - durchaus
wirksam und außerdem mit dem Umsteuervorgang verblockt, so ,daß nur ein Handgriff
zur Durchführung beider Maßnahmen erforderlich ist. Dafür ist aber die Einrichtung
in baulicher Hinsicht nicht sehr vorteilhaft; denn bis (anuf dien Nocken, der allerdings
auch eigens für diese Einrichtung vorgesehen ist, müssen alle sonstigen zugehörigen
Brems- und Steuerglieder doppelt vorhanden sein, wodurch auch entsprechend mehr
Platz auf der Antriebswelle beansprucht wird. Abgesehen. davon setzt hierbei das
Abbremsen .der Maschine erst dann ein, wenn ihre Steuerwelle so weit verschoben
ist, daß der Bremsnocken mit dem Stößel des jeweils anderen. Schaltventils in Eingriff
kommt.
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Demgegenüber soll eine Einrichtung zum Abbremsen von Brennkraftmaschinen,
insbesondere von umsteuerbaren Schiffsantriebsmaschinen, mittels durch Druckluft
bewegter Reibungsbremse und mit Nockensteuerung für die Druckluftventile zum Umsteuern
und Anfahren geschaffen werden, die sich .durch größere bauliche Einfachheit auszeichnet.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die zur Reibungsbremse
führende Leitung an den Raum gelegt ist, von dem die Druckluftleitung zum Umsteuerschieber
abzweigt, so daß die Nocken des üblichen Druckluftschaltkastens die Druckluftventile
für den Um.steuerschiebei# und auch die Druckluft zum Anziehen und Lösen der Raaibungsbremse
otrn, und! Üaß ider EntlÜfbwngsnocken des Raumes, an den Reihungsbremse und Umsteuerschieber
angeschlossen sind, eine zwischen den Nockenbahnen für die Ruhestellung und die
Anlaßstellung des Anfahrhandhebels liegende schmale Vertiefung (Umsteuer- und Bremsstellung)
aufweist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel in zwei Abbildungen dargestellt.
Die Ventile im Luftschaltkasten i werden vom Anfahrhandhebel 2 aus durch die Nocken
3, 4, 5 und 6 gesteuert. Die Steuerluft kommt von der Luftflasche 7 über eine Leitung
8, tritt in der Mitte in .den Ventilkasten ein und steht dann über den Ventilen
der Nocken 3 und 5. Der Nocken 3- steuert das Belüftungsventil für die Umsteuerung,
der Nocken 5 !dasjenige für die Anfährsohieber. Die Ventile der Nocken 4 und 6 dienen
zur Entlüftung ,der betreffenden Steuerorgane; sie sind in der Stoppstellung des
Hebels, wie gezeichnet, offen.
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Sobald der Motor in die andere Drehrichtung umgesteuert werden soll
gibt beim Legen des Hebels 2 in eine bestimmte Gradstellung der Nocken 4 das zugehörige
Ventil frei zum Schließen. Der Nocken 3 öffnet 'kurz darauf sein Ventil. Damit wird
die Steuerluft über die Leitung 9 und den in üblicher Weise vom Rückmeldehabel des
Maschinentelegrafen io betätigten Umateuerschieber ii der Umsteuermaschine 12 zugeleitet,
von der die Nockenwelle in,die neue Lage verschoben oder verdreht wird.
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Zugleich wird die Bremseinrichtung 13 belüftet, deren Züleitung 14
ebenfalls durch das zum Nocken 3 gehörende Ventil mit der von der Luftflasche kommenden
Leitung 8 in Verbindung gebracht wird. Die Einzelheiten der Bremseinrichtung, die
zweckmäßig in bekannter Weise. als Backenbremse od. dgl. ausgebildet ist, brauchen
in diesem Zusammenhang nicht weiter beschrieben und dargestellt zu werden.
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Nach dem Stillstand des Motors, der in vielen Fällen schon in der
zum Verstellen der Steuerwelle benötigten Zeit ganz oder doch nahezu erreicht sein
dürfte, wird der Handihebel 2 weiter um eine bestimmte Gradstellung gelegt, wobei-
die Ventile 3 und 6 geschlossen, die Ventile 4 und 5 geöffnet werden. Damit wird
die Bremseinrichtung schlagartig entlüftet, so daß der Motor ohne Unterbrechung
mit Druckluft, die durch den Nocken 5 gesteuert wird, über die zu den nicht gezeichneten
Anfahrschiebern führende Leitung 15 angelassen werden kann.
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Durch die in Alb. 2 gezeichnete Ausbildung des Nockens 4 in. Anlehnung
an die Formen des Nockens 3 für die Umsteuerung und des Nockens 5 für die Anlaßsteuerung
isst eine Kombination von Umsteuerung und Bremsung möglich, bei der unter voller
Ausnutzung der möglichen Umsteuer- und Bremszeiten eine einfache, zuverlässige und
im günstigsten Augenblick schlagartig einsetzende Bremseinrichtung geschaffen wird.
Beim Nocken .4 entspricht cc der Stoppstellung, b der Umsteuerstellung und
c der Anlaßstellung des Hebels z. Bei a und c ist das. zugehörige Ventil geöffnet
und damit die Bremseinrichtung entlüftet; bei b ist das Ventil geschlossen und die
Bremseinrichtung über das gleichzeitig von dem Nocken 3 geöffnete Ventil belüftet.
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Nach Inbetriebsetzung des Motors wird der Anfahrhändhebel 2 in die
Stoppstellung zurückgelegt; dabei öffnen bzw. schließen die Nöcken 3 und 4 in umgekehrter
Richtung als zuvor die zugehörigen Ventile. Da jetzt aber die verhältnismäßig schmale
Einbuchtung .des Nockens 4 bei b sehr schnell überfahren wird, ist die Belüftung
der Bremse so kurzzeitig, daß sie, wie sich bereits in; der Praxis erwiesen hat,
gar .nicht zur Auswirkung kommt und den Gang der Maschine infolgedessen auch nicht
beeinträchtigt. .