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Verfahren und Einrichtung zur Ubertragung von Telegrafierzeichen Es
ist bekannt, Telegrafierzeichen z. B. zwischen Fernschreibmaschinen in der Weise
zu übertragen, daß die einzelnen Zeichen aus zwei Arten von Zeichenelementen nach
dem Kombinationsprinzip zusammengesetzt sind. Die einzelnen Zeichenelemente werden
in einer für das verwendete Telegrafenalphabet und das zu übertragende Schriftzeichen
charakteristischen Weise nacheinander übertragen.
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Bei den bisher üblichen Telegrafierverfahren wird die eine Art der
Zeichenelemente mit Weiß und die andere mit Schwarz symbolisiert. Legt man dieser
Betrachtung ein Start-Stopp-Fernschreiberalphabet zugrunde, so beginnt jedes Telegrafierzeichen
mit einem weißen Startzeichenelement und endet mit einem schwarzen Stoppzeichenelement.
Die fünf dazwischenliegenden schwarzen oder weißen Zeichenelemente bilden durch
ihre für jedes Schriftzeichen charakteristische Kombination das eigentliche Telegrafierzeichen.
Bei Einfachstrom entspricht ein weißes Zeichenelement der Unterbrechurig des Ruhestromes,
Schwarz dagegen entspricht der stromführenden Leitung. Bei Doppelstrombetrieb ist
es üblich, Weiß als Minus und Schwarz als Plus zu bezeichnen. Die Zuordnung ist
willkürlich und könnte auch umgekehrt gewählt: werden.
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Im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren zur Übertragung von Telegrafierzeichen
wird gemäß der Erfindung die Übertragung der verschiedenen Arten der Zeichenelemente,
die nach dem Kombinationsprinzip zusammengesetzt sind, dadurch vorgenommen, daß
die eine Art der Zeichenelemente die gleiche Wertigkeit wie das vorhergehende Zeichenelement
hat, während die zweite Art der Zeichenelemente eine andere Wertigkeit hat, bezogen
auf
das vorhergehende Zeichenelement, und daß beim Beginn eines Startelements das Startelement
stets eine andere Wertigkeit besitzt als das vorgeordnete Kombinationselement, gleichgültig,
welche Wertigkeit das dem Startelement vorgeordnete Kombinationselement besessen
hat, und daß die Sende- und Empfangseinrichtungen dementsprechend ausgebildet sind,
so daß die Empfangseinrichtungen nicht .den absoluten Stromzustand eines Elements
auswerten, sondern nur das Fortbestehen oder den Wechsel des Stromzustandes beim
Übergang auf das nächste Element. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es gleichgültig,
ob die Art der Zeichenelemente durch Strom oder keinen Strom Plus, Minus oder Null
oder Plus, Minus oder kein Strom oder aus Frequenzen gebildet werden. Bei der Verwendung
von zwei verschiedenen Arten von Zeichenelementen werden die zu einem Zeichen gehörenden
Elemente außer dem Startelement mittenabgetastet, und das letzte Element wird hierbei
zur Auswertung der Zeichenkombination mitverwendet. Bei der Verwendung von drei
oder mehreren Arten von Zeichenelementen werden alle zu einem Zeichen gehörenden
Elemente mittenabgetastet und somit auch das letzte Zeichenelement mit zur Auswertung
der Zeichenkombination verwendet.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist die in der Telegrafierleitung
auftretende Zeichenkombination in Reihenfolge und Länge einzelner Zeichenelemente
gleich den bisher bekannten Telegrafenalphabeten und symbolisiert das gleiche Schriftzeichen.
Durch die Auswertung des letzten Stromschrittes eines Telegrafierzeichens zur Zeichenkombination
werden gemäß der Erfindung Kombinationsmöglichkeiten für die Erweiterung der bekannten
Telegrafenalphabete gegeben. Es ist somit -der Vorteil erreicht worden, daß, obwohl
in zeitlicher Länge beispielsweise ein Fünferalphabet verwendet wird, ein Sechseralphabet,
also ein Alphabet höherer Wertigkeit, entsteht. Hierbei .ist zu beachten, daß bei
diesem vorgenannten entstandenen Sechseralphabet die Telegrafiergeschwindigkeit
mit allen Sicherheiten eines Fünferalphabetes erreicht worden ist. Das erfindungsgemäße
Verfahren kann als Umkehrtelegrafie bezeichnet werden, da die eine Sorte der Zeichenelemente
aus einer Zustandsänderung in der Telegrafierleitung. d. h. Öffnen oder Schließen
des Ruhestromkreises bzw. bei Doppelstrombetrieb aus einer Umpolung, besteht und
die andere Sorte der Zeichenelemente dagegen aus dem Fortbestehen des vorhergehenden
Stromzustandes in der Telegrafierleitung, wobei der absolute Stromzustand vollkommen
bedeutungslos ist.
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Die Übersetzung der Telegrafierzeichen vom bisher üblichen Telegrafierverfahren
in das Umkehrtelegrafierverfahren wird nach der Erfindung nun nicht in der Weise
vorgenommen, daß Weiß beispielsweise in ein Kreuz und Schwarz beispielsweise in
ein Gleichheitszeichen übersetzt wird, sondern daß man die bisher allgemein verwendeten
Telegrafierzeichen ihrem Stromverlauf nach im Stromzeitdiagramm betrachtet und diesen
Stromverlauf mittels der Symbole der Umkehrtelegrafie darstellt. Ordnet man den
Telegrafierzeichen des Umkehrtelegrafierverfahrens bei einem derartigen Übersetzungverfahren
die gleichen Schriftzeichen zu, so läßt. sich das Umkehrtelegrafierverfahren infolge
seiner größeren Zahl von Kombinationsmöglichkeiten, wie oben erwähnt, zur Erweiterung
des bisher verwendeten Telegrafenalphabetes ausnutzen. Eine Zusammenarbeit der beiden
Telegrafierverfahren ist dann unter bestimmten Voraussetzungen, die später erläutert
werden, ohne Änderung an bestehenden Apparaten, die nach dem bekannten Telegrafierverfahren
arbeiten, möglich. Zur Durchführung des Verfahrens wird weiterhin eine Einrichtung
zum Senden und Empfangen der Telegrafierzeichen vorgeschlagen, bei der ein mit zwei
Magnetkernen versehener Empfangsmagnet mit vier Wicklungen versehen ist, die durch
zwei Sendekontakte und dem Wechselkontakt des in der ankommenden Leitung liegenden
Empfangsrelais so mit der ankommenden und abgehenden Leitung verbunden sind, daß
beim Wirksamwerden des Wechselkontaktes der Empfangsmagnet seinen Anker umlegt,
wobei die Stromrichtung in der abgehenden Leitung unverändert bleibt, während beim
Wirksamwerden der Sendekontakte der Anker des Empfangsmagneten ebenfalls umgelegt
und gleichzeitig die Stromrichtung in der Sendeleitung umgepolt wird. Hierbei sind
die Sendekontakte und der Kontakt des Empfangsrelais mit dem Empfangsmagnet derart
elektrisch verbunden, daß die ankommenden Telegrafierzeichen nur auf die Empfangsmagneten,
die abgehenden Telegrafierzeichen jedoch auf die abgehende Leitung und auf die Empfangsmagneten
wirken. Es ist notwendig, dafür Sorge zu- tragen, daß die Einrichtung empfangs-
und sendebereit ist ohne Rücksicht auf die Phasen der abgehenden und ankommenden
Zeichen.
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Es ist nicht unbedingt erforderlich, als Empfangsmagnetsystem einen
Magneten mit zwei Magnetkernen und vier Wicklungen zu verwenden, sondern man kann
einerseits besondere Kontaktanordnungen vorsehen, die die Stromrichtung in den Magnetkernen
in der richtigen Phasenlage gewährleisten, so daß nur noch zwei Wicklungen vorzusehen
sind, und andererseits kann man durch von der Stromrichtung abhängige Widerstände
erreichen, daß auch in diesem Fall nur zwei Wicklungen auf den Magnetkernen vorzusehen
sind.
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Zum Senden von Telegrafierzeichen wird nach einem weiteren Merkmal
der Erfindung eine Einrichtung vorgeschlagen, bei der eine drehbar gelagerte Scheibe
während einer Umdrehung zwei Kontakte derart betätigt, daß während. der ersten Hälfte
der Umdrehung der eine Kontakt geschlossen und der andere Kontakt geöffnet ist und
während der zweiten Hälfte der Umdrehung der erste Kontakt geöffnet und der ,;andere
Kontakt geschlossen ist und die Scheibe eine oder zwei Kupplungsnasen besitzt, die
einer gleichförmig umlaufenden verächiebbarenmiteiner oder zwei Kupplungsnasen versehenen
anderen Kupplungshälfte gegenüberstehen.
Der letztgenannte Kupplungsteil
wird von einem Motor in dauernd umlaufende Bewegung versetzt und kann durch ein
Steuerglied in axialer Richtung bewegt werden. Je nach Stellung des Steuergliedes
befindet sich die Kontaktscheibe im Eingriff mit dem ständig umlaufenden Kupplungsteil
oder nicht. Die Kupplung läßt sich nach Belieben, mittels des Steuergliedes ein-
oder ausrücken. Unter der Voraussetzung, daß die Sendekontakte richtig eingestellt
sind, werden bei eingekuppelter Kupplung und gleichmäßig umlaufendem Antrieb von
den Sendekontakten gleichmäßig lange Stromschritte wechselnder Richtung ausgesandt.
Wird durch Betätigen des Steuerorgans die Kupplung vorübergehend ausgekuppelt, so
kann das vorübergehende Auskuppeln nur ein ganzzahliges Vielfaches einer halben
Umdrehung sein. Da bei einer Umdrehung jeder Kontakt einmal geöffnet und einmal
geschlossen ist, ist analog die Öffnungs- bzw. Schließungszeit ein ganzzahliges
Vielfaches eines Stromschrittes. Alle Ungenauigkeiten des Steuerorgans durch Lagerluft
und Iierstellungsgenauigkeit, Prellungen u. dgl. beeinflussen die Länge der Stromschritte
nicht. Die Sendeverzerrung der ausgesandten Zeichen wird dadurch außerordentlich
klein. Diese erfindungsgemäße Anordnung hat gegenüber den bisher bekannten Verfahren
den Vorteil, daß die Beschleunigung der Kontakte annähernd sinusförmig ist und daher
Prellungen vermieden werden, außerdem sind keine vorbereitenden Kontakte notwendig.
Ferner -werden keine Verteilerscheiben mit umlaufenden Kontaktarmen verwendet, die
leicht zu Fehlströmen zwischen den Kontaktsegmenten Anlaß geben und durch versehentliches
Zurückdrehen des Kontaktarmes beider Wartung der Apparate leicht unbrauchbar werden.
Außerdem gestattet dieses Verfahren, den Kontakt in der Minusleitung von dem in
der Plusleitung, zu trennen, so daß .die Möglichkeit besteht, die Kontakte in verschiedenen
Stromkreisen anzuordnen.
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Zum Empfang der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu übertragenden
Telegrafierzeichen wird nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ein System vorgeschlagen,
bei dem ein sowohl die Empfangssteuerbuchse als auch die Empfangsw ählglieder des
Steuerrades steuerndes Betätigungsglied vorgesehen ist, das derart von einem Anker
beeinflußt wird, daß es unabhängig von der Bewegungsrichtung des Ankers bei jeder
Bewegung des Ankers die gleiche Bewegung und Bewegungsrichtung ausführt. Es wird
somit nicht die absolute Lage der Anker zur Steuerung der Empfangswählgliveder benutzt,
sondern eine Lageänderung gegenüber dem vorhergehenden Zeichenelement. Hierdurch
wird der Vorteil erreicht, daß jedem Schriftzeichen eine ganz bestimmte Wählschienenstellung
eigen ist. Bei diesem Empfangsmagnetsystem wird durch die erste Lageänderung des
Ankers .die Empfangssteuerbuchse für eine Umdrehung freigegeben und die folgende
Lageänderung des Ankers des Empfangsmagneten zur Auswahl des Zeichens ausgewertet.
Die Wählschwerter werden durch einen Steuerhebel eingestellt. Dieser Steuerhebel
wird durch die Nocken der Empfangssteuerbuchse immer in seine Grundstellung gebracht
und dort gehalten Der Steuerhebel kann nur eine andere Lage ein nehmen, wenn bei
dem Vorbeigleiten eines 1Vocken tals der Empfangssteuerbuchse der Empfangs magnet
seinen Anker in beliebiger Richtung um. legt. Wie erwähnt, wird durch den folgender
Nocken der Empfangssteuerbuchse der Steuerhebe: wieder in seine Grundstellung gebracht
und dorr gehalten.
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Auch bei Empfangssystemen, die zum Einsteller eines Typenrades oder
ähnlicher Organe eine nach dem Additionsprinzip aufgebaute Wählanordnung benutzen,
kann dieses Empfangsmagnetsystem vorteilhaft angewendet werden. Bei diesem Empfangssystem
müssen eine Anzahl Kupplungen nacheinander ausgelöst werden, von denen jede Kupplung
eine andere Winkeldrehung des Typenrades bewirkt. Beispielsweise bewirkt die erste
Auslösung das Anlaufen der Empfangssteuerbuchse, die zweite die Verdrehung des Typenrades
um die halbe Umdrehung, die dritte die Verdrehung des Typenrades um 1/8 Umdrehung
usw. je nach dem verwendeten Alphabet.
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Als Empfangseinrichtung kann auch nach einem weiteren Merkmal der
Erfindung eine Einrichtung Verwendung finden, die aus zwei mit einem oder mehreren
Ankern zugeordneten Magneten besteht, bei Erregung des einen Magneten den oder die
Anker in die dem Magneten zugeordnete Lage bringen, bei Erregung des anderen Magneten
der oder die Anker die andere Ankerlage einnehmen und bei Stromlosigkeit beider
Magneten den oder die Anker in der zuletzt eingenommenen Lage verharren lassen.
Der Anker trägt eine Nase und einen Wählarm, der in Verbindung mit den Wählschwertern
zum Abtasten der Kombinationsschritte dient. Die Auslösevorrichtüng der Empfangsachse
wird durch die obenerwähnte Nase betätigt. Die Wirkung von der bisher bekannten
Art weicht insofern ab, daß die Auslösung der Empfangsachse nicht bei abgefallenem
Anker erfolgt, sondern dann, wenn der Anker durch seine Mittelstellung geht, gleichgültig,
ob er sich dabei von links nach rechts oder von rechts nach links bewegt. Außer
den Wählschwertern mit ihren Betätigungs-und Steuerhebeln zum Abtasten der Kombinationsschritte
befindet sich noch ein weiteres Wählschwertsystemzum Abtasten des Startschrittes.
Die Wählschwerter für die Kombinationsschritte betätigen in bekannter Weise über
Zwischenglieder eine entsprechende Anzahl von Wählschienen. Bei der erfindungsgemäßen
Anordnung ist für das Wählschwert zum Abtasten des Startschrittes eine gleiche Anordnung
vorgesehen, so daß beispielsweise beim Fünferalphabet sieben Wählschienen und beim
Sechseralphabet acht Wählschienen vorhanden sind. Im Gegensatz zu den bekannten
Anordnungen wirken die Wählschienen nicht wie bisher auf einen Zugstab, sondern
auf zwei Zugstäbe für die Typenhebel. Bei einer derartigen Anordnung werden die
zueinander gehörenden Zugstäbe beweglich miteinander verbunden und
wirken
beim Einfall in die Wählschienen auf den gleichen Typenhebel ein. Die Empfängswählschienen
werden nach einem weiteren Merkmal der Erfindung mit zwei Reihen von Einschnitten
versehen und einer von zwei einem Typenhebel zuge-
ordneten Zugstäben fällt
in die oberen und der andere in die unteren Einschnitte (Teilungsbahn der Empfangswählschiene)
ein. Die obere Teilungsbahn auf den Empfangswählschienen ist das Spiegelbild der
unteren Teilungsbahn. Mit dieser erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Empfangswählschienen
wird der Vorteil erreicht, die Länge der Empfangswählschienen herabzusetzen und
andererseits die Wege der Empfangswählschienen größer zu gestalten. An die Teilungsgenauigkeit
in der Fertigung werden dadurch nicht so hohe Anforderungen gestellt wie bisher,
wobei aber im Endeffekt gleiche Wirkungen wie mit erhöhter Teilungsgenauigkeit erzielt
werden. Es ist zweckmäßig, die Reihender Einschnitte bei geraden Wählschienen in
zwei parallelen Reihen anzuordnen und bei gebogenen Wählschienen auf zwei Kreisbogen
mit gemeinsamem Mittelpunkt.
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Es ist üblich, zwischen der Tastatur und dem Sender eines Fernschreibers
einen Speicher anzuordnen, :der die auf der Tastatur geschriebenen Zeichen aufnimmt
und speichert und diese gespeicherten Zeichen im Rhythmus der höchst zulässigen
Übertragungsgeschwindigkeit an den Sender gibt. Durch die unregelmäßige Betätigung
der Tasten und die Schreibpausen entleert sich der Speicher genügend schnell, so,daß
hierdurch eine an keinen Takt gebundene Schreibweise erreicht wird. Um diese Vorgänge
zu speichern, ist bekannt, dieselben an einer Scheibe, in der axial verschiebbare
Stifte gelagert sind, aufzubauen. Die Stifte sind in vierundzwanzig radialen Reihen
angeordnet, und über Stoßklinken erfolgt -der Antrieb der Speicherschritte, und
das Abtastorgan, ebenfalls über Stoßklinken angetrieben, tastet die eingestellten
Stifte ab und steuert den Sender. Da die Bewegungsabläufe der einzelnen Glieder
bei diesen bekannten Speichern außerordentlich verwickelt sind, bedarf es einer
besonders großen Genauigkeit aller an der Bewegung beteiligten Teile, wenn Prellungen
und Fehlschaltungen vermieden werden sollen.
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Für das erfindungsgemäße Verfahren wird in einem weiteren Merkmal
der Erfindung ein Speicher, der die Nachteile der bekannten Speicher vermeidet,
vorgeschlagen, bei dem ein als Scheibe oder Ring ausgebildeter Speicherkörper mit
am Umfang in einer Reihe liegenden radial oder axial verschiebbar angeordneten Einstellgliedern
vorgesehen ist, die in dem zu speichernden Telegrafenalphabet entsprechenden Gruppen
zusammengefaßt sind und direkt oder indirekt über Zwischenhebel durch die Wählschienen
einer Tastatur eingestellt werden und der Speicherkörper nach jeder Einstellung,
der zu einer Gruppe gehörenden Einstellglieder bis zur folgenden freien Gruppe von
Einstellgliedern weitergedreht wird. Bei diesen Speichern ist das die Speicherung
abtastende Organ drehbar um die Drehachse des Speicherkörpers gelagert. Die Einstellglieder,
welche aus Stiften oder ähnlich geformten Teilen bestehen, werden mittels einer
Rolle des Abtastorgans abgetastet. Der Antrieb des Abtastorgans geschieht über Zahnräder,
die auf der Drehachse des Speicherkörpers angeordnet sind. Das eine dieser Zahnräder
steht dauernd still, während ein zweites mit dem Antriebsorgan des Speichers gekuppelt
wird. Ein weiteres Zahnrad arbeitet auf ein Differentialgetriebe, welches wiederum
auf ein Zahnrad einwirkt, das an -dem Abtastorgan befestigt ist und mittels eines
feststehenden, auf der Drehachse des Speicherkörpers sitzenden Zahnrades gekuppelt
ist. Die Kupplung, welche das Abtastorgan zur Wirkung bringt, ist abhängig von der
Stellung des Abtastorgans und ist nur eingekuppelt, wenn das Abtastorgan seine Grundstellung
verlassen hat. Das Abtastorgan kann nur seine Nullstellung einnehmen, wenn keine
Zeichen gespeichert sind. Das Aussenden der Telegräfierimpulse geschieht über eine
Hebelanordnung, welche entsprechend der Stellung der Einstellglieder über das Abtastorgan
gesteuert wird. Durch die Steuerung der Kupplung erfolgt in bekannter Weise die
Steuerung der Kontakte zur Weitergabe der Telegrafierimpulse. Bei bekannten Einrichtungen
wird das Typengruppen-Nvechselzeichen wie die übrigen Schriftzeichen automatisch
in den Speichersender eingetastet. Der Speicher gibt die in ihm gespeicherten Zeichen
in der Reihenfolge des Eintastens an den eigentlichen Sender ab, welcher die Zeichen
aussendet. Diese bekannten Einrichtungen werden bei der beschriebenen Erfindung
vermieden, da ihnen der Nachteil anhaftet, daß, falls bei einer Schreibpause an
der Fernschreibverbindung eine Änderung vorgenommen wird, keine Gewähr gegeben ist,
daß beide zusammenarbeitenden Fernschreiber auf das gleiche Typengruppenwechselzeichen
umgeschaltet sind. Bei der Erfindung wird nach jeder Schreibpause zuerst ein Typengruppenwechselzeichen
ausgesendet. Dies kann dadurch erreicht werden, daß in der oben beschriebenen Speichereinrichtung
außer den angeordneten Einstellgliedern für die Kombinationsschritte weitere Einstellglieder,
die in einer anderen Ebene als die Kombinationsschritte speichernden Einstellglieder
liegen, vorgesehen sind und Zeichen speichern, welche die Zugehörigkeit des Schriftzeichens
zu einer Gruppe, beispielsweise Buchstaben, oder zu einer anderen Gruppe, beispielsweise
Ziffern, kennzeichnen. Es ist hierbei zweckmäßig, unterhalb der Tastenhebel außer
den Wählschienen für die Einstellung der Zeichenkombination noch Wählschienen für
die Einstellung der zu jedem Zeichen gehörenden Typengruppenwechselzeichen vorzusehen.
Diese Wählschienen wirken auf den Speicher in der gleichen Weise wie die übrigen
Wählschienen.
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Es ist auch möglich, den vorbeschriebenen Speicher derart auszubilden,
daß die in einer anderen Ebene liegenden Einstellglieder, also die Einstellglieder,
die nicht zur Einspeicherung der Kombinationsschritte dienen, so auszugestalten,
Saß diese Einstellglieder nicht zur Einspeicherung
des Typengruppenwechselzeichens
verwendet werden, sondern daß diese Einstellglieder mit der Einspeicherung des Schriftzeichens
betätigt werden und das abtastende Organ freigeben. Das Typengruppenwechselzeichen
wird bei einem derartigen Speicher genau wie die Kombinationsschritte eingespeichert.
Bei dieser Art von Speichern wird das Typengruppenwechselzeichen eingespeichert
durch die Einstellglieder, die zur Einspeicherung der Kombinationsschritte dienen.
Die Eintastung des Typengruppenwechselzeichens wird durch zwei Kämme vorgenommen,
deren Verzahnung einerseits dem Typengruppenwechselzeichen, beispielsweise Buchstaben,
andererseits dem Typengruppenwechselzeichen, beispielsweise Ziffern, entspricht.
Bei der Eintastung des einen Typengruppenwechselzeichens wird ein Kamm wirksam,
während bei der Eintastung des anderen Typengruppenwechselzeichens beide Kämme gleichzeitig
zur Wirkung kommen. Das Schriftzeichen und Typengruppenwechselzeichen werden derart
gleichzeitig eingetastet, daß zuerst das Typengruppenwechselzeichen und dann das
Schriftzeichen abgetastet und ausgesandt werden. Wie erwähnt, werden bei der Betätigung
von der gleichen Typengruppe zugeordneten Tasten über Zwischenhebel ein Einstellglied
und bei Betätigung von der anderen Typengruppe zugeordneten Tasten ein weiteres
Einstellglied beeinflußt. Diese beiden Einstellglieder wirken auf eine Auslösevorrichtung,
die aber nur bei einem Wechsel von einer Typengruppe zur anderen Typengruppe in
Funktion tritt. Diese Auslösevorrichtung arbeitet auf die vorerwähnten Kämme wie
erwähnt derart, daß bei einer Typengruppenur ein Kamm und bei der anderen Typengruppe
beide Kämme betätigt werden. Außerdem wirkt die erwähnte Auslösevorrichtung auf
ein den Speicher antreibendes Getriebe, und zwar derart, daß bei einer Eintastung
des Typengruppenwechselzeichens und des Schriftzeichens der Speicher um den doppelten
Weg weitergedreht wird als bei der Eintastung eines Schriftzeichens allein.
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Wie oben erwähnt, wird durch das erfindungsgemäße Verfahren erreicht,
daß eine größere Kombinationsmöglichkeit bei einem bestimmten Telegrafenalphabet
erreicht werden kann. Es ist deshalb notwendig, dieser erhöhten Kombinationsmöglichkeit
die Tastatur einer Fernschreibmaschine anzugleichen. Es ist daher anzustreben, die
Tastatur einer Fernschreibmaschine der einer Schreibmaschinentastatur anzugleichen.
Infolgedessen werden nach einem weiteren Merkmal der Erfindung beliebige Schriftzeichen
auf einem gemeinsamen Tastenhebel vereinigt. Bei einer derartigen Tastenanordnung
wenden zwei Wählschienensätze, von denen der eine Wählschienensatz bei gedrückter
und der andere Wählschienensatz bei nicht gedrückter Umschaltetaste In Funktion
gebracht und,die Umschaltetaste mit einem Arm versehen, der bei dem einen Wählschienensatz
in Zähne eingreift, die auf der Unterseite angebracht sind, während die Umschaltetaste
und alle übrigen Tastenhebel in Zähne eingreifen, die auf der Oberseite der Wählschienen
angebracht sind. Die korrespondierenden Wählschienen der beiden Wählschienensätze
wirken auf das gleiche einzustellende Glied. Jeder Wählschienensatz besteht beispielsweise
aus sechs Wählschienen. Wie erwähnt, wirken die korrespondierenden Wählschienen
über Zwischenglieder auf das gleiche Kontaktsteuerorgan, außerdem befinden sich,
wie es das verwendete Telegrafenalphabet notwendig macht, weitere Schienen unterhalb
der Tastenhebel, die die Umschaltung von Buchstaben auf Ziffern vornehmen. Zwei
Schienen werden benötigt, wenn alle Tasten der Tastatur so belegt sind, daß die
auf einer Taste vereinigten Schriftzeichen entweder der Ziffern-oder der Buchstabenreihe
(Gruppe i oder Gruppe 2) des. verwendeten Telegrafenalphabetes zugeordnet sind.
Es werden dagegen vier Schienen benötigt, wenn ein Zeichen der Buchstabenreihe (Gruppe
i) und das andere der Ziffernreihe (Gruppe 2) angehört. Alle Wählschienen sowie
die zur Umschaltung von der einen Gruppe auf die andere Gruppe (Buchstaben bzw.
Ziffern) dienenden Schienen tragen auf ihrer den Tastenhebeln zugekehrten Seite
in bekannter Weise sägezahnförmige Zähne, die entsprechend der zugehörigen Stromschrittfolge
teilweise fehlen. Alle Wählschienen der zweiter-r Reihe tragen an der Stelle, wo
sie von der Umsc'haltetaste gekreuzt werden, auf der Unterseite einen Zahn, während
alle Wählschienen der ersten Reihe unten keinen Zahn, dafür aber einen solchen auf
der Oberseite tragen. Die Umschaltetaste trägt im Gegensatz zu den übrigen Tastenhebeln
einen Arm, der unter die Wählschienen greift. In jede Wählschiene greift je ein
Wählhebel ein. Die Wählhebel sind an ihrem oberen Ende derart ausgebildet, daß immer
zwei nebeneinanderliegende Wählschienen auf die gleichen Kontäktsteuerstsfte wirken.
Alle Wählschienen werden mittels ihrer Zugfeder gegen den Steuerbügel gezogen. Auf
den Steuerbügel wird in bekannter Weise eine Kurvenscheibe wirksam.
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Bei dieser geschilderten Tastenanordnung dürfen niemals zwei Tasten
gleichzeitig betätigt werden, da die normale Funktion sonst gestört würde, Um derartige
Funktionsstörungen zu verhindern, sind bei Fernschreibern, Handlochern, Fernsetzmaschinen
usw. Vorkehrungen getroffen, dies zu vermeiden. Um die bekannten Tastensperren iin
ihrer komplizierten konstruktiven Ausgestaltung zu vermeiden, wird bei der vorliegenden
Erfindung eine Tastensperre vorgeschlagen, und zwar derart, daß unterhalb der Tastenhebel
eine Führungsschiene angebracht wird, in die Sperrkeile (flache keilförmige Stücke)
eingelegt werden. An den Enden ist die Führungsschiene mit Anschlägen versehen,
die die Bewegungsfreiheit der Sperrkeile begrenzen. Wenn eine Taste gedrückt wird,
so wird der dem Tastenhebel zugeordnete Sperrkeil nach unten gedrückt und die anderen
Sperrkeile nach links oder rechts verschoben, bis die außenliegenden Sperrkeile
an den vorher erwähnten Anschlag anstoßen. Die Sperrkeile werden zweckmäßigerweise
so in die Führungsschiene eingelegt, daß die Keilspitzen abwechselnd
nach
oben und nach unten zeigen. Bei Beendigung der Bewegung des Tastenhebels nach unten
wird eine Auslöseschiene betätigt, so daß in bekannter Weise eine von außen wirkende
Kraft (Federkraft oder Motorkraft) auf die Wählschienen einwirken kann. Die Wählschienen,
gesperrt durch einen Zahn, werden in ihrer Lage festgehalten, während die obigen
mittels einer Feder bewegt werden. Da die Zähne der Wählschienen sehr klein gehalten
sind, kann erst dann eine Sperrung der Wählschienen erfolgen, wenn der Tastenhebel
von seiner Ruhelage aus mehr als den halben Tastenhebelweg zurückgelegt hat. Durch
diese Maßnahme wird erreicht, daß keine Auslösung durch zwei Tasten erfolgen kann.
Sollten zwei Tasten gleichzeitig heruntergedrückt werden, so können die den jeweiligen
Tasten zugeordneten Sperrkeile nur je eine Hälfte der möglichen senkrechten Bewegungen
ausführen. Da, wie oben erwähnt, die Auslösung mittels der Aüslöseschiene erst in
der zweiten Hälfte der Bewegung des Tastenhebels erfolgt, wird die Auslösung mit
Sicherheit verhindert.
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Bei sehr schnellem Schreiben könnte es vorkommen, daß ein Tastenhebel
heruntergedrückt wird, wenn der vorher gedrückte infolge der großen Trägheit noch
unten ist. Beider geschilderten Anordnung wird die Rückführung des zuerst gedrückten
Tastenhebels durch die Sperrkeile unterstützt. Der Vorteil dieser Anordnung liegt
auch darin, daß es nicht unbedingt erforderlich ist, eine hohe fabrikatorische Genauigkeit
einzuhalten, da die Tastenhebel nicht unbedingt auf die Mitte der Sperrkeile auftreffen
müssen.
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Für das Zusammenarbeiten von Fernschreibern ist es erforderlich, daß
die ausgesandten Stromschrittfolgen am sendenden und empfangenden Fernschreiber
den Abdruck des gleichen Schriftzeichens bewirken. Normalerweise wird dies erreicht,
da die zusammenarbeitenden Fernschreiber für das gleiche telegrafische Alphabet
vorgesehen sind. Um das erfindungsgemäße Verfahren und die Einrichtungen hierfür
mit den bisher bekannten Fernschreibverfahren und Fernschreibern zusammenarbeiten
zu lassen, wird nach dem weiteren Merkmal der Erfindung vorgeschlagen, daß durch
den Namengeber des anzurufenden Apparates eine Rückmeldung erfolgt, die erkennen
läßt, was für ein Fernschreibapparat auf der Gegenseite angeschlossen ist und die
Sperrvorrichtung im eigenen Gerät beeinflußt. Man kann das Zusammenarbeiten der
Fernschreiber mit der Rückmeldung zur Aufrechterhaltung der Tastensperre für bestimmte
Kombinationen oder Unwirksammachen dieser Tastensperre dadurch erreichen, daß durch
die zur Auslösung des Narrengebers dienenden Stromschrittkombination »Wer da« die
Tastensperre wirksam und durch eine durch den Narrengeber des angerufenen Teilnehmers
ausgesandte Sonderkombination wieder unwirksam gemacht wird. Für die Rückmeldung
mittels des Narrengebers wird eine Stromschrittkombination verwendet, die keinen
Abdruck eines Schriftzeichens und keinen Papiertransport veranlaßt. Um- die Rückmeldung
eindeutig sicherzustellen, wird vorteilhafterweise-die Sonderkombiflation, die durch
den Namengeber ausgesendet wird, aus einer Folge von Telegrafierzeichen bestehen.
Sollte aus höheren Forderungen heraus noch -eine größere Sicherheit der Übertragung
der Sonderkombination gefordert werden, kann man die Aufhebung der Tastensperre
abhängig machen, indem man eine gewisse Zeit, bis zu der die Aufhebung der Tastensperre
durchgeführt sein rnuß, einführt und kann beispielsweise diejenige wählen, die fünfzig
an- und abgehende Telegrafierzeichen umfaßt.
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Die geschilderte Sicherstellung der Zusammenarbeit von Fernschreibern
nach dem bekannten Verfahren und Fernschreibern, die nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren arbeiten, kann auch nach einem weiteren Merkmal der Erfindung dadurch
erreicht werden, daß die Tastensperre bei den Fernschreibern nach dem neuen Verfahren
schon bei Stillsetzen des Fernschreibers wirksam wird und erst durch die erwähnte
Sonderkombination des Namengebers des Gegenapparates aufgehoben wird. Zweckmäßig
erreicht man die Sperrung der Tastensperre dadurch, daß ein Fliehkraftregler mechanisch
oder elektrisch auf die Tastensperre einwirkt.
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Man kann auch die Tastensperre gleichzeitig mit den zur Verwirklichung
der Erfindung erforderlichen Mitteln wirksam werden lassen. Beispielsweise kann
dies durch Inbetriebsetzung der Schaltmittel des sogenannten Beikastens der Fernschreibapparate
erfolgen.
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In Fällen, in denen verlangt wird, daß die Tastensperre nicht automatisch
aufgehoben wird, kann durch die ankommende Sonderkombination eine Signalvorrichtung
zur Wirkung gebracht werden, die den Bedienenden auffordert, die Tastensperreinrichtung
zu betätigen.
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Die erfindungsgemäße Tastensperre ist derart ausgeführt, daß eine
Sperrschiene in ihrer Linkslage einen Teil der Tasten und in ihrer Rechtslage einen
anderen Teil derjenigen Tasten sperrt, die nicht betätigt werden dürfen, wenn ein
Fernschreiber nach dem Umkehrtelegrafierverfahren mit einem Fernschreiber nach dem
bekannten Verfahren verbunden ist, der für eine geringere Anzahl von Schriftzeichen
aufgebaut ist. Die Sperrschiene läßt sich von Hand oder automatisch betätigen, so
daß sie aus dem Wirkungsbereich der Tastenhebel kommt, wenn zwei gleichwertige Apparate
miteinander arbeiten.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird der Narrengeber als
flache Scheibe ausgebildet, die eine Baueinheit mit der vorher beschriebenen Speichereinrichtung
bilden kann. Der als flache Scheibe ausgebildete Narrengeber trägt am Umfang radial
angeordnete, auswechselbare Nocken. Diese Nocken werden zweckmäßigerweise in entsprechend
ausgebildete radial angeordnete Schlitze der Scheibe eingesetzt und je nach Bedarf
in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet.
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Die Abtastung der am Narrengeber eingestellten Kombination erfolgt
durch einen Hebel, der direkt
den Sender steuert. Der Hebel ist
feststehend gelagert, während die Scheibe bei der Abtastung eine Umdrehung ausführt.
Durch diese Anordnung wird der Vorteil erreicht, daß die Namengeberscheibe bei ihrer
Umdrehung eine kontinuierliche Geschwindigkeit hat und daß bei einer Umdrehung der
Namengeberscheibe sämtliche eingestellten Kombinationen durch den erwähnten Hebel
abgetastet werden.
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Es hat sich herausgestellt, daß es zweckmäßig ist, den Linienstrom
der beim Verkehr zwischen zwei Fernschreibern notwendig ist, im Fernschreiber selbst
zu erzeugen. Dies wird bei der vorliegenden Erfindung dadurch erreicht, daß man
den Fernschreibmotor mit einem Generator kuppelt. In dem Augenblick, in dem der
Fernschreiber angelassen wird, fließt somit Linienstrom. Der Vorteil liegt darin,
daß man durch den Fluß des Linienstromes, erzeugt durch den Fernschreiber, feststellen
kann, daß der andere Teilnehmer tatsächlich betriebsbereit ist.
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Das erfindungsgemäße Übersetzungsverfahren ist nicht nur für die Übertragung
von Zeichenkombinationen eines Fernschreibers anwendbar, sondern kann mit demselben
Vorteil für Entzerrereinrichtungen verwendet werden. Man erreicht dadurch den Vorteil,
daß der zur Zeit übliche verlängerte Stoppschritt nicht mehr erforderlich ist.
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An Hand der Abb. i bis 21 sei eine beispielsweise Ausführungsfarmdeserfindungsgemäßen
Verfahrens und der Einrichtungen für seine Durchführungen erläutert.
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Wie geschildert, ist es bekannt, Telegrafierzeichen aus zwei Arten
von Zeichenelementen zu bilden, die in einer für das verwendete Telegrafenalphabet
und das zu übertragende Schriftzeichen charakteristischen Weise nacheinander übertragen
werden.
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Bei dem bisher üblichen Telegrafierverfahren wird die eine Sorte der
Zeichenelemente mit Weiß und die andere mit Schwarz symbolisiert. Legt man dieser
Betrachtung ein Start-Stopp-Fünferalphabet zugrunde, so beginnt jedes Telegrafierzeichen,
wie aus der Abb. i zu ersehen ist, mit einem weißen Startzeichenelement und endet
mit einem schwarzen Stoppzeichenelement. Die fünf dazwischenliegenden schwarzen
oder weißen Zeichenelemente bilden durch ihre für jedes Schriftzeichen typische
Kombination das eigentliche Telegrafierzeichen. Bei Einfachstrombetrieb wird ein
weißes Zeichenelement durch Unterbrechung des Ruhestroms erzeugt, ist also stromlos,
Schwarz dagegen ist stromführend. Bei Doppelstrombetrieb ist es üblich, Weiß als
Minus und Schwarz als Plus zu übertragen. Diese Zugehörigkeit ist willkürlich gewählt
und könnte auch umgekehrt sein.
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Bei dem erfindungsgemäßen Umkehrtelegrafierverfahren wird die eine
Sorte der Zeichenelemente aus einer Zustandsänderung in der Telegrafierleitung,
d. h. öffnen oder Schließen des Ruhestroms bzw. bei Doppelstrombetrieb aus einer
Umpolung, bestehen und die andere Sorte der Zeichenelemente dagegen aus dem Fortbestehen
des vorhergehenden Stromzustands in der Telegrafierleitung, wobei der absolute Stromzustand
vollkommen bedeutungslos ist.
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Um Verwechslungen bei der Gegenüberstellung der beiden Verfahren zu
vermeiden, wird bei der Umkehrtelegrafie die eine Sorte der Zeichen-, elemente,
wie in Abb. i dargestellt, mit einem diagonalen Kreuz und die andere mit einem Gleichheitszeichen
symbolisiert.
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Ein diagonales Kreuz bedeutet eine Zustandsänderung und ein Gleichheitszeichen
ein Fortbestehenlassen des vorhergehenden Zustands in der Telegrafierleitung.
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Legt man wieder ein Start-Stopp-Fünferalphabet zugrunde und setzt
an Stelle von Weiß ein Kreuz und an Stelle von Schwarz ein Gleichheitszeichen, so
beginnen alle Telegrafierzeichen mit einem Kreuz und enden mit einem Gleichheitszeichen
als Stoppzeichenelement. Da ein Gleichheitszeichen das Fortbestehen des vorhergehenden
Zustands bedeutet, ist das Stoppzeichenelement stets eine Verlängerung des vorhergehenden
Zeichenelements. Es ergibt sich daraus die Möglichkeit, das Stoppzeichenelement
auch fortzulassen. Man kann dann in der gleichen Zeit, die zur Übertragung eines
Fünferalphabettelegrafierzeichens nach dem Impulstelegrafierverfahren benötigt wird,
ein Sechseralphabettelegrafierzeichen nach dem Umkehrtelegrafierverfahren übertragen.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird vorgeschlagen, die
Übersetzung der Telegrafierzeichen des bisher üblichen Telegrafierv erfahrens in
das Umkehrtelegrafierverfahren nicht in der Weise vorzunehmen, daß Weiß in X und
Schwarz in = übersetzt wird, sondern daß man die bisher allgemein verwendeten Telegrafierzeichen
ihrem Stromverlauf nach im Stromzeitdiagramm betrachtet und diesen Stromverlauf
mittels der Symbole des Umkehrtelegrafierverfahrens darstellt.
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In der Abb. i ist dieses Übersetzungsverfahren an Hand eines Fünferalphabetes
nach dem zwischenstaatlichen Telegrafenalphabet Nr.2 dargestellt. Wie weiterhin
aus der Abb. i ersichtlich, läßt sich das Umkehrtelegrafierverfahren infolge seiner
größeren Zahl von Kombinationsmöglichkeiten zur Erweiterung des bisher verwendeten
Telegrafenalphabetes ausnutzen. Die neu hinzukommenden Zeichenkombinationen Nr.
33 bis 64 lassen sich beispielsweise für die Belegung mit Großbuchstaben und bisher
nicht benutzten Sonderzeichen verwenden.
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Die Abb. 2 veranschaulicht die erfindungsgemäße Einrichtung zum Senden
und Empfangen der Telegrafierzeichen. Das Ausführungsbeispiel zeigt zwei Magnetspulen
i und 2, welchen j e zwei Wicklungen a und b zugeordnet sind. Vor
den beiden Magnetspulen befindet sich ein Anker 3, der jeweils von der erregten
Magnetwicklung angezogen wird und die mechanischen Teile des Empfängers steuert.
Die Sendekontakte Sk i und Sk2 werden mechanisch gesteuert und sind in bekannter
Weise so angeordnet, daß sie alternativ öffnen und schließen. Die Leitung für die
ankommenden Telegrafierzeichen
ist abgeschlossen durch ein Telegrafenrelais
T. Der Anker des Telegrafenrelais liegt je nach Stromrichtung auf der Kontaktseite
t i oder t2.
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Die abgehende Leitung kann durch einen Widerstand R überbrückt werden.
Das Vorhandensein des Widerstandes ist eine Frage der Zweckmäßigkeit, die abhängig
ist von den Leitungsverhältnissen.
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Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende: Nimmt man an, daß
der Anker des Telegrafenrelais auf der Kontaktseite t2 liegt und der Sendekontakt
Sk 2 geschlossen ist, so fließt dann ein Strom vom Batteriemittelabgriff über den
Widerstand R und die abgehende Leitung zum Telegrafenrelaiskontakt t2, über die
Wicklung i a des Empfangsmagneten, Sendekontakt Sk2 zur Batterie B. Ändert sieh
die Stromrichtung beim Eintreffen des Startimpulses in der ankommenden Leitung,
so wird der Kontakt des Telegrafenrelais T von t:2 nach t i umgelegt. Der
Stromfluß geht dann vom Batteriernittelabgriff über den Widerstand R und die abgehende
Telegrafenleitung zum Kontakt t i des Telegrafenrelais und von dort über die Wicklung
2 a des Empfangsmagneten, über den Kontakt Sk 2 zur Batterie. Hierdurch wird der
Magnet :2 erregt, der Anker 3 legt um und betätigt den Empfangsmechanismus. An dem
Stromzustand der abgehenden Leitung ändert sich nichts. Der Empfang der Kombinationsstromschritte
erfolgt in der beschriebenen Weise.
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Beim Senden von Zeichen mittels des eigenen Senders ist die Wirkung
wie folgt: Es wird angenommen, daß alle Kontakte in der gezeichneten Stellung liegen.
Die Wicklung i ca erregt den Magneten i. Beim Betätigen des Senders wird beim Startschritt
der Sendekontakt Sk 2 geöffnet und der Sendekontakt Sk i geschlossen. Der Stromfluß
geht dann von der Batterie über den Sendekontakt Sk i, Magnetspule 2, Telegrafenrelais
T, Kontakt t2 über die abgehende Leitung und den Widerstand R zum Mittelabgriff
der Batterie zurück. Hierbei hat sich die Stromrichtung in der abgehenden Leitung
umgekehrt und ebenfalls die Erregung des Empfangsmagneten. An Stelle der Spule i
a ist jetzt 2 b erregt. Der Anker 3 wird daher von dem Magneten :2 angezogen. Hierdurch
wird also das gesendete Zeichen auf die Leitung gegeben und der eigene Empfänger
zum Mitschreiben angeregt. Zur Aussendung der Zeichen nach dem Umkehrverfahren wird
zweckmäßigerweise eine Einrichtung verwendet, die aus den Abb. 3 und q. ersichtlich
ist. Die Kupplung q. läuft, angetrieben durch die Sendewelle 5, um, und die Kontaktscheibe
6 steht still. Auf derLeitung fließt einStrombeliebigerRichtung je nach der zufälligen
Stellung der Kontaktscheibe 6.
Bei dem Umkehrtelegrafierverfahren entspricht
ein diagonales Kreuz (X) dem angekuppelten Zustand und ein Gleichheitszeichen (=)
dem ausgekuppelten Zustand dieser Anordnung. Der dauernd fließende Linienstrom beliebiger
Richtung entspricht also dem Stromzustand =. Wird nun durch Betätigen einer Tastatur
oder durch einen anderen Zeichengeber beispielsweise der Buchstabe u ausgelöst,
dessen Strombild nach dem zwischenstaatlichen Telegrafenalphabet Weiß als Startschritt,
Schwarz Schwarz Schwarz Weiß Weiß und Schwarz als Stoppschritt festgelegt ist, so
wird bei dem Startschritt die Kupplung q. für eine halbe Umdrehung eingekuppelt,
bleibt dann während des ersten bis dritten Kombinationsschrittes ausgekuppelt und
wird für den vierten, fünften Stromschritt wieder eingekuppelt. Beim letzten Stromschritt
dagegen wird sie wieder ausgekuppelt. War vor der Aussendung des Schriftzeichens
die Stromrichtung auf der Leitung beispielsweise Plus, so ist sie jetzt Minus. Diese
Umkehrung des Stromzustandes, bezogen auf den Zustand vor dem Aussenden eines Schriftzeichens,
tritt immer dann auf, wenn die Anzahl der weißen Felder innerhalb eines Kombinationsbildes
eine ungerade Zahl ist. Bei der erfindungsgemäßen Anordnung ist dies jedoch belanglos,
da keinerlei Umkehrungen in der Wirkung der Steuerorgane oder vorbereitenden Umpolungen
der Sendekontakte Ski und Sk 2 notwendig sind.
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Bei einer Umdrehung der drehbar gelagerten Scheibe 6 werden die Kontakte
Sk i und Sk 2 betätigt, und zwar derart, daß bei der ersten Hälfte der Umdrehung
der Kontakt Sk i geschlossen ist und der Kontakt Sk 2 geöffnet, während bei der
zweiten Hälfte der Umdrehung der Kontakt Sk i geöffnet und der Kontakt Sk
2 geschlossen ist. Die Steuerung der Sendekontakte Ski und Sk 2 durch
die Scheibe 6 erfolgt über die zu den KontaktenSk i und Sk 2 gehörigen Steuerhebel
7 und B. Die Scheibe 6 ist an ihrem Umfang oder an ihrer Stirnseite so geformt,
daß die Sendekontakte Sk i und Sk 2 mit annähernd sinusförmiger Beschleunigung bewegt
werden.
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Eine beispielsweise Ausführungsform des Empfangsmagnetsystems ist
in der Abb. 5 bis 8 dargestellt. Vor den Empfangsmagneten i und 2 der Abb. 5 befindet
sich ein Anker 3, der zwei verschiedene Stellungen einnehmen kann. Der Anker trägt
eine Spitze g, die auf einen Stift io wirkt. Der Stift io und die Ankerspitze g
sind so geformt, daß der Stift io beim Umlegen des Ankers von links nach rechts
oder von rechts nach links die gleiche axiale Bewegung erfährt. Die Bewegung des
Stiftes io wird über den Winkelhebel ii auf die Klinke 12 übertragen. Die Klinke
12 greift mit ihrem linken Ende in den Steuerhebel 13. Das untere Ende 14. des Steuerhebels
13 steht in dem Wirkungsbereich einer Nockenscheibe 15, die in bekannter Weise auf
der Empfangssteuerbuchse befestigt ist. Das rechte Ende 16 des Steuerhebels 13 liegt
in dem Bewegungsfeld einer Anzahl Wählschwerter 17, die in bekannter Weise bewegt
werden. Die Wirkung dieser erfindungsgemäßen Anordnung ist folgendermaßen: Beim
Eintreffen der ersten Umkehrung auf der Telegrafenleitung ändert der Anker 3 seine
Lage. Hierdurch wird der Stift io in axialer Richtung verschoben. Über das Zwischenglied
18 wird der Hebel ig im Uhrzeigersinn gedreht, so daß der Arm 2o der Empfangssteuerbuchse
in bekannter Weise für eine Umdre- i hung freigegeben wird. Die Empfangssteuerbuchse
beginnt
sich zu drehen, so daß der Arm 14. des Steuerhebels 13 in die nächste Nut der Kurvenscheibe
15 unter der Wirkung der Feder 21 einfallen kann. Der Steuerhebel 13 ist jedoch
mittels der Klinke 12 gesperrt und wird erst dann freigegeben, wenn die nächste
Umkehrung auf der Telegrafenleitung eintritt. Der Anker 3 ändert dann wieder seine
Lage und verschiebt den Stift io in axialer Richtung, so daß der Hebel i i entgegen
dem Uhrzeigersinn gedreht und die Klinke 12 allgehoben wird.
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Unter der Wirkung der Feder 2i nimmt der Steuerhebel 16 die in der
Abb. 6 dargestellte Stellung ein. Beim Zurückziehen des Wählschwertes 17 stößt dieses
gegen den Arm 22, so daß es die in der Abb. 6 dargestellte Lage einnimmt. Nachdem
das Wählschwert 17 wieder nach rechts gestoßen ist, läuft der Arm 14 des Steuerhebels
13 wieder auf den nächsten Nocken auf, so daß er in seine ursprüngliche Stellung
zurückbewegt und wieder von der Klinke 12 verklinkt wird. Folgt, nachdem der Arm
14 des Steuerhebels 13 über den nächsten Nocken der Kurvenscheibe 15 geführt worden
ist, keine Umkehrung in der Telegrafierleitung, so bleibt der Steuerhebel 13 in
der verriegelten Lage. Beim Zurückgehen des Wählschwertes trifft dieses gegen den
Arm 23 des Steuerhebels 16 und nimmt dann die in der Abb. 5 dargestellte Lage ein.
Dieses wird in bekannter Weise zur Einstellung der Wählorgane, beispielsweise der
Empfangswählschienen, ausgewertet. Diese beispielsweise Ausführungsform ist willkürlich
gewählt und hängt von der räumlichen Lage der Organe zueinander ab. Maßgebend ist
der Umstand, daß die zur Steuerung der Wählschwerter dienenden Arme 22 und 23 des
Steuerhebels 16 durch Umlegen des Ankers 3 von links nach rechts oder von rechts
nach links die eine Lage einnehmen und beim Verbleiben des Ankers in seiner Lage
die andere Lage einnehmen.
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Die Abb. 7 und 8 zeigen eine Ausführungsform eines Systems, welches
nach dem Additionsprinzip arbeitet. Die erste Umkehrung auf der Telegrafenleitung
bewirkt wieder Umlegen des Empfangsmagnetankers 3, so daß die Spitze 9 die Sperrklinke
24 betätigt. Hierdurch wird über den Winkelhebel 25 der Arm 26 der Empfangssteuerbuchse
27 für eine Umdrehung freigegeben. Die Empfangssteuerbuchse 27 beginnt sich zu drehen
und gibt mit Hilfe der Kurvenscheiben 28 bis 32 nacheinander über die Kupplungshebel
33 bis 37 die Kupplungen 38 bis q.2 frei. Die Kupplungen können sich jedoch nicht
drehen, da sie mittels der Auslösevorrichtung 43 gesperrt sind. Die Kupplungen werden
erst freigegeben, wenn gleichzeitig der Empfangsmagnetanker 3 umlegt und dadurch
die Auslösevorr ichtung 43 betätigt. In diesem Ausführungsbeispiel kann sich die
Kupplungsscheibe 42 nur drehen, wenn mittels der Kurvenscheibe 32 die Kupplung 37
betätigt. wird und in demselben Augenblick der Anker 3 des Empfangsmagneten umlegt
und über den Zwischenhebel 44 die Auslösevorrichtung 43 betätigt wird. Eine andere,
Ausführung der Empfangseinrichtung ist in den Abb. 9 und io dargestellt. Wie erwähnt,
fließt im Ruhezustand ein Strom beliebiger Richtung durch eine der beiden Magnetspulen
i und 2, der Anker 3 liegt demzufolge auf der der erregten Spule zugekehrten Seite.
In der dargestellten Art der Abb. 9 liegt der Anker 3 vor der Magnetspule i. Die
Empfangsachse 45 läuft um. Die Empfangsbuchse 46 steht jedoch still, da sie infolge
der Auslösevorrichtung 47 verriegelt ist. Beim Eintreffen des Startimpulses wird
durch das in der ankommenden Telegrafenleitung liegende Telegrafenrelais die bisher
stromdurchflossene Spule stromlos und die andere Spule erregt. Dadurch wechselt
der Anker 3 seine Lage und betätigt beim Durchgang durch seine Mittelstellung durch
die an den Anker angebrachte Nase 9 die Auslösevorrichtung 47. Die Empfangsbuchse
46 wird dadurch für eine Umdrehung mit der Empfangsachse 45 in bekannter Art und
Weise gekuppelt. Die Empfangsbuchse 46 beginnt sich also zudrehen, und mit Hilfe
der Steuerorgane 48 wird das Wählschwert 17 für den Startschritt betätigt, welches
in bekannter Weise die Lage der Wählarme 16 abtastet. Dann wird das erste Wählschwert
17 für die Kombinationsschritte betätigt. Dieses tastet wiederum die Stellung des
Wählarmes 16 ab. Hat sich nun in der Zeit zwischen dem Abtasten des Startschrittes
und des ersten Kombinationsschrittes des Telegrafierzeichens die Lage des Ankers
geändert, und zwar durch Stromdurchfluß durch die Magnetspule 2, so wird dieses
auf die Lage der Wählschiene in bekannter Weise einwirken. In gleicher Weise erfolgt
das Abtasten der übrigen Kombinationsschritte, und nach einer Umdrehung wird die
Empfangsbuchse 46 wieder angehalten. Nach dem Einstellen der Wählschiene 49 fällt
nun einer der Zugstäbe 5o oder 51 ein. Unter der Wirkung des Druckmechanismus 52
erfolgt dann das Abdrucken des ausgewählten Zeichens in bekannter Weise. Das Abtasten
des Startschrittes ist erforderlich, da jede Einstellung der Wählschienen 49 durch
die Kombinationsschritte bei dieser Empfangswählanordnung zweideutig ist und nur
eindeutig ist, wenn sie auf den Zustand des Startschrittes bezogen wird. Außerdem
ist jedes Zeichen, wie erwähnt, durch zwei Stromschrittkombinationen darstellbar,
durch seine reelle Strombildkombination und deren Spiegelbild. Zur Auswertung der
empfangenen Telegrafierimpulse dient eine Empfangswählschienenanordnung, wie sie
in den Abb. i i und 12 dargestellt ist. Jede der Empfangswählschienen 49 hat zwei
Teilungsbahnen 53 und 5q., die entsprechend den Impulskombinationen genutet sind,
wobei die eine dem Spiegelbild der anderen entspricht. Jeder Teilung ist ein Zugstabpaar
50 und 51 (Abb. 12) zugeordnet. Ein Zugstab des Zugstabpaares 50, 51 ist
zu einer Zahnstange ausgebildet, über welche die Betätigung des Typenhebels 55 durch
den Druckbügel 52 erfolgt. Das Zugstabpaar 50, 51 ist in dem Lagerpunkt 56 miteinander
verbunden. Die Empfangswählschienen 49 werden auf elektromechanischem Wege entsprechend
der
empfangenen Impulsfolge eingestellt. Der Druckbügel 52 bewegt sich in Pfeilrichtung,
so daß die Zugstäbe So, 5 i unter Einwirkung der Zugfedern 57 und 58 die Empfangswählschienen
49 abtasten. können. Findet einer der Zugstäbe 5o, 5 i einen freien Weg, so wird
das Zugstabpaar So und 5 1 von dem Druckbügel 52 in Pfeilrichtung dadurch bewegt,
daß die Nase 59 des jeweils einfallenden Zugstabes sich vor den Druckbügel 52 legt.
Demzufolge wird der Typenhebel 55 um seine Achse bewegt, und es erfolgt der Abdruck
des durch die Impulsfolge bedingten Zeichens.
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Es ist bekannt, zwischen der Tastatur eines Fernschreibers und dem
Sender einen Speicher anzuordnen. Bei der vorliegenden Erfindung wird ein Speicher
verwendet, dessen beispielsweise Ausführungsform in den Abb. 13 und 14 dargestellt
ist. Die Speicherscheibe besteht aus einem drehbar gelagerten Ring 6o, an dessen
Umfang radial verschiebbar eine Anzahl Stifte 61, 62 und 63 gelagert sind. Der Ring
6o trägt außerdem eine Verzahnung 64, in die ein Zahnrad 65 eingreift. Das Zahnrad
65 ist mit einem Malteserkreuz 66 fest verbunden, dessen Antriebsscheibe 67 auf
einer Hülse 68 mit der Kurvenscheibe 69 fest verbunden ist. Die Hülse 68 einschließlich
Antriebsscheibe 67 und Kurvenscheibe 69 sitzt lose auf der Welle 70 und läßt
sich mit Hilfe der Kupplung 7 1 mit der Welle 70 jeweils für eine
Umdrehung einkuppeln. Die Kupplung 71
wird betätigt durch die Auslöseschiene
72 beim Drücken einer Taste 77. Auf die Kurvenscheibe 69 drückt ein Hebel 74 mit
seiner Rolle 75 unter der Wirkung der Feder 76. Mit seinem unteren Ende stößt der
Hebel 74 gegen die Wählschienen 79 a bis 79f, 179a bis 179f und 8o g bis
8o h und i 8o g bis iSöh, die unter der Wirkung der Federn 73 stehen. In die Wählschienen
greifen eine Anzahl Hebel 81 und 82 ein, die mit ihrem oberen Ende auf die Stifte
61, 62 und 63 wirken können. Die Stifte 62 und 63 dienen für Sonderfunktionen und
werden später erläutert. Beim Betätigen eines Tastenhebels 77 nach unten gelangt
er in den Wirkungsbereich der gezahnten Wählschienen 79, 179 und 8o, 18o. Kurz vor
Beendigung der Bewegung des Tastenhebels wird eine Auslöseschiene 72 betätigt, die
mit Hilfe der Kupplung 71 die Hülse 68 einschließlich Antriebsscheibe 67 und Kurvenscheibe
69 für eine Umdrehung mit der Antriebswelle 7o kuppelt. Wenn sich nun die Hülse
68 in Pfeilrichtung zu drehen beginnt, rollt die Rolle 75 von der erhöhten Stelle
herunter, so daß der Hebel 74 unter der Wirkung der Feder 76 entgegen dem Uhrzeigersinn
gedreht wird. Alle Wählschienen 79, 179 und 8o, i8o, die an der Stelle des
gedrückten Tastenhebels keinen Zahn tragen, werden unter der Wirkung der Federn
73 nach rechts bewegt. Diejenigen Wählschienen, die durch einen Zahn gesperrt sind,
werden durch den gedrückten Tastenhebel 77 an der Bewegung gehindert. Die
Bewegung der Wählschienen 79, 179 und 8o, i8o wird mit Hilfe der Hebel 81 und 82
auf die Stifte 61, 62 und 63 übertragen. Diese Stifte werden dadurch in axialer
Richtung auf den Umfang des Ringes 6o verschoben. Nachdem die Hülse 68 etwa eine
halbe Umdrehung gemacht hat, läuft die Rolle 75 wieder auf den erhöhten Teil der
Kurve 69 auf und bringt den Hebel 74., die Wählschienen 79, 179 und 8o, 18o
und die Hebel 81 und 82 wieidier in ihre Ausgangsstellung zurück. Während der restlichen
halben Umdrehung der Hülse 68 greift der Transportstift 83 der Scheibe 67 in das
Malteserkreuz 66 ein und dreht damit das Zahnrad 65 um einige Zähne weiter. Dadurch
wird der mit seiner Verzahnung 64 mit dem Zahnrad 65 im Eingriff stehende Ring 6o
um einen bestimmten Weg weitergedreht. Die eingestellten Stifte 61, 62 und 63 werden
damit aus dem Wirkungsbereich der Hebel 8 1 und 82 gebracht und gleichzeitig
andere zur Einstellung bereite Stifte in den Wirkungsbereich der Hebel 81 und 82
gebracht. Dieser Vorgang wiederholt sich beim jedesmaligen Betätigen einer Taste,
so daß die für jeden Tastenhebel typische Einstellung der Wählschienen nacheinander
auf den Umfang des Ringes 6o durch die Stifte 61, 62 und 63 registriert wird.
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Das Abtastorgan besteht aus einem Lagerstück 84, das der Übersicht
halber in der Abb. 14 einzeln dargestellt ist. Fest verbunden mit dem Lagerstück
84 ist eine Welle 85. Außerdem ist in dem Lagerstück eine Welle 86 drehbar gelagert.
Auf der Welle 85 ist ein Zahnrad 88 drehbar gelagert, das mit dem Ring 6o fest verbunden
ist. In das Zahnrad 88 greift ein Zahnrad 87; welches fest auf der Welle 86 sitzt.
Auf dieser Welle sind außerdem noch zwei Zahnräder 89 und 9o drehbar gelagert. Jedes
dieser Zahnräder 89 und 9o trägt zwei Verzahnungen, eine Stirnverzahnung und eine
Kegelverzahnung. In die Kegelverzahnung beider Räder greift ein Kegelrad 9i, welches
auf einem Arm 92 der Welle 86 drehbar gelagert ist. Die Stirnverzahnung des Rades
89 greift in das Zahnrad 93, welches fest mit dem Zahnrad 94 verbunden ist und mit
diesem gemeinsam auf der Welle 95 drehbar angeordnet ist. In das Zahnrad 94 greift
ein Zahnrad 96. Das Zahnrad 96 ist mit der Kupplung 97 fest verbunden. In dem Lagerstück
84 ist ein Hebel 98 in axialer Richtung beweglich angebracht, der an seinem Ende
eine Abtastrolle 99 tragt. Der Hebel 98 berührt an der Stelle, wo er die Mittel-Linie
der Welle 95 kreuzt, einen Hebel ioo. Der Hebel ioo steht unter der Einwirkung der
Feder ioi und greift mit seinem oberen Ende in den Kupplungsteil 4 ein. Der Kupplungsteil
4 steht dem Kupplungsteil 6 gegenüber, der mit seiner Kurve die Kontakte Sk i und
Sk 2 steuert. Die Wirkung dieser Anordnung ist folgende: Nachdem der Ring 6o durch
Betätigen der Tastatur gedreht worden ist, hat auch das gesamte Abtastorgan seine
ursprüngliche Lage um den gleichen Winkelbetrag geändert. Der Nocken io2 verläßt
den Nocken 103.
Hierdurch wird die Kupplung 97 eingekuppelt. Das Zahnrad 96
beginnt sich zu drehen und treibt über die Räder 94, 93 das Rad 89. Da das Rad 104
fest steht, finden die Räder io5 und 9o einen Widerstand, und es dreht sich das
Kegelrad 9i um seine Achse 92. Hierdurch wird die Achse 92 um die Achse 86 gedreht.
Das mit der Achse 86 fest verbundene
Rad 87 dreht dadurch, am
Umfang des Rades 88 entl:angrollend, das gesamte Abtastorgan einschließlich des
Hebels 98 innerhalb des Ringes 6o. Hierdurch wird der Hebel 98 mit seiner Rolle
99 auf der Innenseite des Speicherringes 6o entlanggeführt. Jedesmal, wenn die Rolle
einen nach innen gedrückten Stift 61 vorfindet, wird sie mit ihrem Hebel 98 angehoben.
Diese Bewegung wird über den Hebel ioo auf die Kupplung 4 übertragen, die eine entsprechende
Steuerung der Kontakte Sk i und Sk 2 bewirkt. Dreht sich durch Betätigen der Tastatur
der Ring 6o während des Abtastvorganges weiter, so ist dies auf den oben beschriebenen
Abtastvorgang ohne Bedeutung. Das gesamte Abtastorgan dreht sich dann um den gleichen
Winkelbetrag mit dem Ring 6o mit unter der Wirkung der im Eingriff stehenden Räder
87 und 88. Dabei rollen die Räder 89 und 1o5 am Umfang der Räder 93 und 1o4 entlang,
ohne eine besondere Wirkung auszuüben. Wird kein Zeichen mehr eingetastet, so erreicht
das Abtastorgan wieder die Ausgangsstellung und kuppelt dadurch die Kupplung 97
aus, wodurch das Abtastorgan stillgesetzt wird. Durch die erfindungsgemäße Anordnung
wird erreicht, daß alle sich mit dem Speicherkörper mitdrehenden Teile zwangsläufig
bewegt werden, weil die Zahnräder dauernd miteinander im Eingriff stehen.
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Fehlschaltungen sind dadurch vermieden, weil keine Klinken vorhanden
sind, auf die in dem Moment, in dem. sie einen Zahn greifen sollen, entgegengesetzt
gerichtete Beschleunigungskräfte einwirken können und dadurch Funktionsstörungen
hervorrufen.
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Die beschriebene Speichereinrichtung wird auch zur Einspeicherung
des automatisch gegebenen Typengruppenwechselzeichens und von Sonderfunktionen verwendet.
In einer Ausführungsform zur Einspeicherung des Typengruppenwechselzeichens können
die an dem Ring des Speichers 6o angebrachten Stifte 62 und 63 verwendet werden.
Aus der Abb. 13 ist zu erkennen, daß unterhalb der Tastenhebel 77 außer den Wählschienen
79 a bis 79 f, 179a bis 179f für die Einstellung der Zeichenkombination noch
Wählschienen 8o g bis 8o h, 18o g bis 18o h für die Einstellung des zu dem Zeichen
gehörigen Typengruppenwechselzeichens vorhanden sind. Diese Wählschienen 80,
180 wirken über Hebel 82 auf Einstellglieder 62 und 63 des dargestellten
Speichers. Die zur Speicherung des Typengruppenwechselzeichens dienenden Einstellglieder
sind so angeordnet, daß sie sich auf dem Speicherkörper außerhalb der in einer Reihe
liegenden Einstellglieder61 für dieZeichenkombinationen befinden. Auf der Abtastseite
treffen die Einstellglieder für das Typengruppenwechselzeichen auf eine Abtastrolle
1o6 (Abb. 15), die an einem Hebel 107 befestigt ist. Der Hebel 107 wirkt
über das Zwischenglied 1o8 auf den Winkelhebel 1o9 ein. Der Winkelhebel 1o9 ist
um seinen Drehpunkt i 1o beweglich gelagert und trägt an seinem linken Ende zwei
Anschlagstifte i i i und 112, an welche die beiden Hebel 113 und 114 mittels der
Federn 115 und 116 gezogen werden. Der Hebel 113 ist an seinem rechten Ende mit
einem Hebel 117 und der Hebel 114 mit dem Hebel i 18 verbunden. Am linken Ende tragen
die Hebel 113 und 114 je eine Nase i i9 und 12o, in welche die Sperrklinken 121
und 122 eingreifen können. Die Sperrklinken 121 und i22 sind jedoch in ihrer Bewegungsfreiheit
behindert durch die Stifte 123 und 124. Die Hebel 113 und 114 liegen mit
ihrer linken Stirnfläche an den Nasen 125 und 126 des Riegels 127 und an
dem darunter befindlichen Anschlagstück 128 an. Der Riegel i27 greift an seinem
linken Ende in den beweglichen Kupplungsteil 129 ein. Der Riegel 127 trägt außerdem
zwei Ansätze 130 und 131, die in Führungsnuten 132 und 133 eingreifen. Die
Hebel 117 und i 18 stehen unter der Wirkung der Federn 134 und 135 und tragen
an ihrem oberen Ende je einen Winkelhebel 136 und 137. Die Winkelhebel 136
und 137 wirken über die Auslöseklinken 138
und 139 in bekannter
Weise auf je eine Kupplung ein, die die Kupplungshülsen 14o bzw. 141 für eine Umdrehung
einkuppelt. Die Kupplungshülsen 140 und 141 tragen je eine Nut 132 und
133 und einen Nockenkranz i42 und 143. Werden nun ein oder mehrere Zeichen
eingetastet, so bewegt sich das Abtastorgan des Speichers mit dem gesamten Speicher
mit und verläßt seine Nullstellung. Das mit dem Abtastorgan des Speichers fest verbundene
Anschlagstück 128 bewegt sich hierdurch nach links. Es sei angenommen, das eingetastete
Zeichen gehöre einer Gruppe i an. Dann befindet sich der Winkelhebel 123
in der gezeichneten Stellung. Dadurch ist der Weg frei für den Hebel 1 1,4, so daß
dieser unter der Wirkung der Feder 135 am Hebel 118 nach links bewegt wird.
Das linke untere Ende des Winkelhebels 137 stößt gegen die Klinke 139,
so
daß die Klinke 139 mit ihrem oberen Ende die Auslösung der Kupplungshülse
141 für eine Umdrehung bewirkt. Die Kupplungshülse 141 betätigt bei ihrer Umdrehung
mittels des Nockenkranzes 143 direkt oder indirekt den Sendekontakt, derart, daß
während der ersten Hälfte der Umdrehung die Kombination Umschaltung Gruppe i zur
Aussendung gelangt. Währenddes letzten Teiles der Umdrehung tritt die Führungsnut
in Funktion und schiebt den Riegel 127 nach links, so daß die Kupplung 129 eingekuppelt
wird. Hierdurch beginnt die Abtastung des Speichers, wie oben beschrieben,. mit
der Abtastung der eingetasteten Zeichen. Dieser Zustand bleibt so lange bestehen,
bis entweder der Speicher entleert ist oder ein zur Gruppe 2 gehörendes Zeichen
ausgesandt wird.
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Wie erwähnt, können auch zur Eintastung des Typengruppenwechselzeichens
die Einstellglieder 61 am Umfang der Speicherscheibe 6o (Abb. 13) verwendet werden,
die im allgemeinen zur Speicherung der Zeichenkombination dienen. In diesem Fall
muß dafür Sorge getragen werden; daß mit der Betätigung einer Taste eine dem Typengruppenwechselzeichen
entsprechende Auslösevorrichtung betätigt wird, welche einerseits das Typengruppenw-echselzeichen
eintastet und andererseits auf ein in der Abb. 13 nicht dargestelltes Getriebe derart
einwirkt, daß der Speicherring in diesem Fall einen
Weg zurücklegt,
der doppelt so groß ist wie der, der für die Eintastung einer Zeichenkombination
notwendig ist. Die Einstellstifte 62 und 63, die nun nicht mehr zur Einspeicherung
des Typengruppenwechselzeichens benötigt werden, werden dann zweckmäßigerweise dafür
verwandt, die Abtastrolle 99 anzuhalten bzw. nach Einspeicherung einer Zeichenkombination
oder Zeichenkombinationen plus Typengruppenwechselzeichen freizugeben.
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Wie erwähnt, befinden sich unter den Tastenhebeln 77 und 78 in den
Abb. 16 und 17 zwei Wählschienensätze 79 a bis 79 f und 179 a bis
179 f. Der eine Wählschienensatz wird bei nicht gedrückter Umschaltetaste wirksam,
der andere Wählschienensatz bei gedrückter Umschaltetaste. In dem Ausführungsbeispiel
in den Abb. 16 und 17 besteht jeder Wählschienensatz 79 und 179 aus sechs Wählschienen
a bis f. Die Wählschienen 79 a, 179 a bzw. 79 b, 179 b
üsw. wirken über Zwischenglieder 81 auf die Einstellstifte 61. Alle Wählschienen
sowie die zur Umschaltung von Gruppe i auf Gruppe 2 und umgekehrt (Buchstaben bzw.
Ziffern) dienenden Schienen 8o g, 8o h, i 8o g und i 8o h tragen auf
den dem Tastenhebel 77 und 78 zugekehrten Seiten sägezahnförmige Zähne, die entsprechend
der zugehörigen Stromschrittfolge teilweise fehlen. Alle Wählschienen der Reihe
179 und 18o tragen an der Stelle, wo sie von der Umschaltetaste 78 gekreuzt
werden, auf der Unterseite einen Zahn. Die Wählschienen der Reihe 79 und 8o tragen
auf der Unterseite keinen Zahn, dafür aber einen solchen auf der Oberseite. Die
Umschaltetaste 78 trägt als einzige Taste einen Arm i¢, der unter die Wählschienen
79 bis 79 f und 179 a bis 179 f und So g bis 8o h und
i8og bis i8oh greift. Jede Wählschiene greift in einen Wählhebel 81 ein. Die Wählhebel
sind derart in ihrem oberen Ende ausgeformt, daß zwei nebeneinanderliegende Wählschienen
auf den gleichen Speicherstift 61 wirken. Alle Wählschienen werden mittels ihrer
Zugfedern 73 gegen den Steuerbügel 145 gezogen. Soll beispielsweise die Ziffer i
geschrieben werden, so wird die entsprechende Taste gedrückt. Es legt sich der Tastenhebel
vor die Zähne 146 der Wählschienen 79a, 79d, 79e sowie der Buchstaben- und
Ziffernschienen 8o h. In bekannter Weise wird kurz vor Beendigung des Tastenhebelhubes
eine Auslöseschiene 72 betätigt; dadurch wird die Kurvenscheibe 69 für die Umdrehung
mit einer Antriebswelle 70 gekuppelt. Die Rolle 75 bewegt den Steuerbügel
145 nach rechts Diejenigen Wählschienen, die auf ihrer Oberseite am Tastenhebel
der gedrückten Taste und auf der Unterseite an der Umschaltetaste 78 keinen Zahn
tragen, werden unter der Wirkung der Federn 73 nach rechts gezogen; dabei betätigen
diese Schienen die Hebel 81, welche die Einstellglieder 61, 62 und 63 verstellen.
Im Ausführungsbeispiel sind es die Wählschienen 79 b, 79 c, 79 f und die
Ziffernschiene 8o g, die eine Bewegung nach rechts ausführen können. Dementsprechend
werden auch die Einstellglieder betätigt. Am Schluß der Drehbewegung der Kurvenscheibe
69 läuft die Rolle 75 wieder auf die Kurve auf und führt alle Teile wieder in ihre
Ausgangsstellung zurück. Soll beispielsweise das Interpunktionszeichen : abgedruckt
werden, so muß die Umschaltetaste 78 und gleichzeitig die Taste i betätigt werden.
Hierdurch werden diejenigen Wählschienen, die auf der Oberseite am Tastenhebel i
: und auf der Oberseite der Umschaltetaste 78 keinen Zahn tragen, nicht gesperrt.
Nachdem nun die Auslösung in bekannter Weise mittels der Auslöseschiene kurz vor
Beendigung des Tastenhebelhubes erfolgt, wird die Kurvenscheibe 69 wieder für eine
Umdrehung mit ihrer Antriebswelle 70 gekuppelt. Hierdurch werden die nicht gesperrten
Wählschienen in gleicher Weise nach rechts bewegt und über die Hebel 81 die Einstellglieder
61, 62 und 63 eingestellt. In -diesem Fäll sind es die Wählschienen 179b, 179d,
179e, 179f und die Ziffernschiene iSog, die die Einstellstifte verstellen und somit
das Zeichen zur Abtastung, zur Aussendung und zum Abdruck weitergeben.
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Damit die Tasten in einem Fernschreiber nicht gleichzeitig betätigt
werden, sind Tastensperren vorgesehen. Mittels der vorliegenden Erfindung ist eine
Tastensperre vorgeschlagen, die in den Abb. i8 bis 2o dargestellt ist. Unterhalb
der Tasten 77 befindet sich eine Führungsschiene 147, in die flache, keilförmige
Stücke, Sperrkeile 148 und 149, eingelegt werden. An den Enden ist die Führungsschiene
147 mit Anschlägen i5o versehen, die die Bewegungsfreiheit der Sperrkeile 148 und
149 begrenzt. Wird eine Taste 77 gedrückt, so wird der zugehörige Sperrkeil nach
unten bewegt. Dadurch werden die übrigen Sperrkeile 148 und 149 nach rechts und
links verschoben, bis die außenliegenden Sperrkeile an die Anschläge i5o anstoßen.
Kurz vor Beendigung der Bewegung eines Tastenhebels 77 nach unten wird die
Auslöseschiene 72 betätigt, wodurch eine von außen wirkende Kraft auf die
Wählschiene wirksam wird. Die Zahnhöhe der Wählschienenzähne 146 ist so klein gewählt,
daß erst dann eine Sperrung eintritt, wenn der Tastenhebel 77 von seiner Ruhelage
aus mehr als den halben Tastenhebelhub zurückgelegt hat.
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Bei dem erfindungsgemäßen Fernschreiber ist es erforderlich, eine
Tastensperre vorzusehen, deren Wirkung in Abhängigkeit von der Rückmeldung von einem
zweiten Fernschreiber erfolgt. Eine beispielsweise Ausführungsform der verschiedenen
Möglichkeiten einer solchen Tastensperre ist in der Abb. 21 dargestellt.
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Eine Sperrschiene 151 ist unterhalb des Tastenfeldes angeordnet und
trägt in bekannter Weise eine Anzahl senkrechter Einschnitte 152. Diese Einschnitte
sind so verteilt, daß eine bestimmte Anzahl Tastenhebel 77 in der Linkslage der
Sperrschiene 151 und ein anderer Teil in der Rechtslage gesperrt sind, während ein
anderer Teil der Tasten 77 dauernd frei ist. Die Sperrschiene 151 trägt außerdem
einen schrägen Zahn 153 unterhalb der Umschaltetaste 78, so daß die Sperrschiene
beim Drücken der Umschaltetaste 78 nach links bewegt wird. Am rechten Ende ist an
der Sperrschiene eine Feder 154 befestigt, unter deren Wirkung die Sperrschiene
nach rechts bewegt wird, wenn die
Umschaltetaste 78 losgelassen
wird. In der Sperrschiene 151 befinden sich zwei Schlitze 155 und 156, in
die zwei Stifte 157 und 158 eingreifen, die an dem Winkelhebel i 59 bzw.
dem Winkelhebel 16o befestigt sind. Die Winkelhebel sind in den Drehpunkten 161
und 162 gelagert und durch eine Schiene 163 miteinander verbunden. Die Schiene
163 trägt eine Nase 164. Gegen die Nase 164 stößt ein Hebel 165, der in dem
Drehpunkt 166 gelagert ist und mit seinem anderen Ende in den Winkelhebel 167 eingreift.
An dem Hebel 16o ist eine Feder 168 befestigt. Der Hebel 159 trägt eine Nase 169,
die durch den Hebel 170 verriegelt werden kann. An dem anderen Ende trägt der Hebel
170,
der im Drehpunkt 171 gelagert ist, eine Feder 172,
die ihn gegen
den Winkelhebel 173 drückt. Auf den Winkelhebel 173 kann der Zugstab »Drahtbruch«
174 einwirken, der in bekannter Weise durch den Empfangswählmechanismus in Funktion
gesetzt wird. In gleicher Weise kann der Zugstab 175 »Wer da« vom Wählmechanismus
des Fernschreibers betätigt werden, der auf den Winkelhebel 167 einwirkt.
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Die Wirkung der erfindungsgemäßen Anordnung ist folgende: Es soll
angenommen werden, daß zwei Fernschreiber miteinander arbeiten sollen, die für verschiedene
Telegrafenalphabete vorgesehen sind. Um zu verhindern, daß von dem sendenden Fernschreiber
Zeichen ausgesandt werden, die von dem empfangenden Fernschreiber nicht abgedruckt
werden können, erhalten alle Fernschreiber, deren Alphabet von dem zur Zeit üblichen
zwischenstaatlichen Telegrafenalphabet abweicht und beispielsweise nach dem Umkehrtelegrafierverfahren
arbeitet, auf ihrem Namengeber eine zusätzliche Kombination, die so gewählt ist,
daß sie auf einem Fernschreiber nach dem zwischenstaatlichen Telegrafenalphabet
keine Funktion ausführt. Dies ist beispielsweise eine der Kombinationen Nr. 6, 7,
8 oder 32 des zwischenstaatlichen Telegrafenalphabetes Nr. 2 (s. Abb. 1). Es soll
angenommen werden, es würde hierzu die Kombination Nr. 32 benutzt werden. Außerdem
erhalten alle Fernschreiber, die nach dem Umkehrtelegrafierverfahren arbeiten, die
erfindungsgemäß vorgeschlagene Sperrschienenanordnung. Nach dem Herstellen der gewünschten
Fernschreibverbindung wird von dem eigenen Fernschreiber, der beispielsweise nach
dem Umkehrtelegrafierverfahren arbeitet, die Kombination Umschaltung auf Ziffern
und Zeichen ausgesandt. Danach wird das Zeichen »Wer da« zwecks Auslösung des Namengebers
gegeben. Hierdurch wird beim fremden Fernschreiber der Namengeber ausgelöst. Beim
eigenen Fernschreiber wird der Ablauf des Namengebers verhindert durch eine Sperreinrichtung,
die durch die einmalige Funktion des eigenen Senders beim Senden des Zeichens »Wer
da« wirkt. Diese Sperrvorrichtung bewirkt, daß der eigene Namengeber nicht ablaufen
kann, hindert aber nicht den »Wer da«-Zugstab 175 an der Ausführung seiner Bewegung.
Der Zugstab 175 dreht dadurch den Winkelhebel 167 entgegen dem Uhrzeigersinn. Hierdurch
wird der Hebel 165 im Uhrzeigersinn gedreht, der mit seinem vorderen Arm gegen die
Nase 164 der Schiene 163 stößt. Die Schiene 163 wird dadurch nach links bewegt und
die Winkelhebel 16o und 159 im Uhrzeigersinn gedreht. Mittels der Stifte
157 und 158 hebt sich die Sperrschiene 151, so daß sie in den Wirkungsbereich
der Tasten gelangt. Bei der Drehung des Winkelhebels 159 ist die Nase 169 von dem
Hebel 170 verriegelt worden, so daß nach dem Zurückgehen des Zugstabes 175 alle
übrigen Hebel und Schienen in ihrer Lage festgehalten werden. Durch den ablaufenden
Namengeber wird der Name des fremden Fernschreibers auf die Leitung gegeben und
vom eigenen und vom fremden Fernschreiber abgedruckt. An geeigneter Stelle, beispielsweise
am Schluß des Namens, sendet der Namengeber des fremden Fernschreibers die Kombination
Nr.32, falls es sich um einen Fernschreiber handelt, der nach dem Umkehrtelegrafierverfahren
arbeitet. Handelt es sich dagegen um einen Fernschreiber der üblichen Bauart für
das zwischenstaatliche Telegrafenalphabet, so 'erfolgt keine Rückmeldung mittels
der Kombination Nr. 32. Die Sperrschiene 151 bleibt dann in ihrer Lage und bewirkt
die gewünschte Sperrung bestimmter Tasten. Folgt dagegen die Kombination Nr. 32
des zwischenstaatlichen Telegrafenalphabetes, so wird der Zugstab 174 betätigt.
Dieser dreht den Winkelhebel 173 entgegen dem Uhrzeigersinn, wodurch dieser den
Hebel 170 im Uhrzeigersinn dreht. Die Verriegelung der Nase 169 wird dadurch aufgehoben.
Unter der Wirkung der Feder 168 wird dann die Sperrschiene 151 aus dem Wirkungsbereich
der Tastenhebel gebracht, so daß die Sperrschiene nicht wirksam werden kann. Diese
soeben beschriebene automatisch arbeitende Anordnung kann auch dahingehend vereinfacht
werden, daß die Rückmeldung mittels des Namengebers eine Signallampe zum Aufleuchten
bringt oder eine mechanische Anzeigevorrichtung betätigt und dadurch der Bedienende
aufgefordert wird, die Sperrvorrichtung von Hand zu bedienen. Die vorstehend beschriebene
Sperrvorrichtung zur Verhinderung der Aussendung von Zeichen, die von dem Gegenapparat
nicht abgedruckt werden können, ist nicht auf die beschriebene Ausführungsform beschränkt.
So ist es beispielsweise auch möglich, das Wirksamwerden der Sperrschiene nicht
durch die Kombination »Wer da« zu veranlassen, sondern durch das Stillsetzen des
Apparates. Ebenso kann hierzu beispielsweise das Betätigen der Anruftaste für das
Fernschaltgerät, welches dem Aufbau der Telegrafenverbindung dient, ausgenutzt werden.