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Brille für nächtliche Straßenbenutzer zum 'Schutz gegen Blendung durch
die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge Man hat schon versucht, die Blendung
durch die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge dadurch auszuschalten, daß man
Brillen mit Blendschutzkappen, welche die obere Hälfte der Brillenscheiben abdecken,
oder mit von oben nach unten hin heller werdenden Farbglaskeilen ausrüstete. Ebenso
sind Brillen bekannt, deren Gläser nahe ihrer Mitte einen kleinen, undurchsichtigen
oder zum mindesten stark absorbierenden Blendenfieck besitzen, hinter welchen die
Pupille des Brillenträgers beim Aufleuchten einer blendenden Lichtquelle liegt.
Während die erstgenannten Maßnahmen zu einem unvollkommenen Blendschutz führen,
bedingt der letztgenannte Vorschlag eine bestimmte, unverrückbar einzuhaltende und.
daher fast starre Kopfhaltung des Brillenträgers, wobei ihm die freie Sicht auf
die Fahrbahn genommen ist. Das gleiche gilt für bekanntgewordene Vorschläge, nach
denen auf durchsichtigen Trägern, wie Brillengläsern, ein zum Rand des Trägers zu
erbreiterter, jedoch völlig undurchsichtiger Belag anzuordnen ist. Auch Polarisationsfilter
haben bei der Behebung der Blendung durch entgegenkommende Fahrzeuge zu keiner befriedigenden
Lösung geführt.
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Die Erfindung will die genannten Nachteile beseitigen. Ausgehend von
den Vorschlägen, nach denen auf einem Augenglas ein zum Rand des Trägers erbreiterter
Blendschutzbelag vorzusehen ist, kennzeichnet sich die Erfindung dadurch, daß der
lichtabsorbierende, jedoch für Licht immer noch durchlässige Blendschutzbelag von
dem der Gegenfahrbahn zugekehrten Rand des Augenglases nach Art der Wurzel einer
Zunge aus- und in ein
Zungenende übergeht, das der Höhe nach in
Normalstellung des Auges oberhalb der Pupillenöffnung liegt, während die Zunge der
Länge nach größer ist als der Abstand zwischen zungenwurzelbildendem Augenglasrand
und Pupillenmitte bei Normalstellung des Auges.
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Das Ausführungsbeispiel eines Erfindungsgegenstandes ist schematisch
in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt Fig. i eines der beiden Gläser einer
Schutzbrille mit einem zungenförmigen Belag, von der Seite des Auges -des Brillenträgers
gesehen, und für Rechtsverkehr auf der Straße eingerichtet.
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Fig. 2 schematisch einen in der Sehachsenebene liegenden Schnitt durch
das mit der Schutzbrille geschützte Auge und den Scheinwerfer eines entgegenkommenden
Fahrzeuges zur Darstellung der Wirkungsweise der Schutzbrille.
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Die Schutzbrille weist zwei Brillengläser i auf, von denen nur eines
dargestellt ist, weil das andere, nicht dargestellte Brillenglas die gleiche Ausbildung
zeigt. Brillenglas i trägt auf der dem Auge 3 des Brillenträgers zugekehrten Seite
einen Belag 2 von zungenförmiger Gestalt. Der lichtabsorbierende, jedoch für Licht
immer noch durchlässige Belag geht von dem der Gegenfahrbahn zugekehrten Rand des
Brillenglases, bei dem meistens üblichen Rechtsverkehr also vom linken Brillenglasrand,
nach Art der Wurzel einer Zunge aus und geht in ein Zungenende über, das der Höhe
nach in Normalstellung des Auges oberhalb der Pupillenöffnung liegt, während die
Zunge der Länge nach nur wenig größer ist als der Abstand zwischen zungenbildendem
Brillenglasrand und Pupillenmitte bei Normalstellung des Auges. Der Belag besteht
vorzugsweise aus einer aufgedampften, dünnen metallischen Schicht, welche lichtdurchlässig
ist und ein starkes Absorptionsvermögen aufweist. Zweckmäßigerweise ist die Absorptionsfähigkeit
des Belages derart gewählt, daß für ein beobachtendes Auge die Helligkeit der Scheinwerfer
entgegenkommender Fahrzeuge angenähert auf diejenige Helligkeit herabgesetzt ist,
welche für das unbewaffnete Normalauge ein von den Scheinwerfern eines Gegenfahrzeuges
beleuchteter Straßenteil aufweist.
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Vordere und hintere Begrenzungsfläche des Belages sind mit Vorteil
reflexionsvermindernd ausgebildet, indem beispielsweise lichtdurchlässige Deckschutzschichten
aus Stoffen geeigneter Brechzahl, deren Dicke ein ungerades Vielfaches von einem
Viertel der Wellenlänge einer vorzugsweise in der Mitte des Sehbereiches liegenden
Frequenz beträgt, aufgedampft sind.
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Die Wirkungsweise der beschriebenen Schutzbrille ist folgende: Während
der Brillenträger bei Augennormalstellung unterhalb des Endes des zungenförmigen
Belages 2 die eigene Fahrbahn 8 der Straße ungehindert beobachten kann, wird bei
an die Dunkelheit adaptierter Pupillenöffnung q. des Auges 3 letzteres beim Auftauchen
eines entgegenkommenden,unabgeblendetenFahrzeuges zum Schutze vor dessen Scheinwerfern
7 durch eine geringe Senkung des Kopfes hinter den Belag 2, gebracht, so daß das
Scheinwerferlicht stark gedämpft in das Auge gelangt und dasselbe nicht mehr zu
blenden vermag. Aus Fig. 2 geht hervor, daß das Licht des Scheinwerfers 7 durch
den Belag :2 geschwächt an die Stelle 6 des Auges geworfen wird, während gleichzeitig
das auf der eigenen Straßenhälfte 8 vorhandene Licht, das von den eigenen Scheinwerfern,
von Straßenlampen oder vom abgeblendetenLicht vonGegenfahrzeugen herrühren kann,
ungeschwächt auf die Stelle 5 der Netzhaut des Auges fällt. Beim Näherkommen und
Vorbeifahren des unabgeblendeten Fahrzeuges bleibt trotz Weiterbeobachtbarkeit desselben
das beobachtende Auge 3 stets hinter Belag 2, da sich derselbe bis zum Rand des
Brillenglases erstreckt. Der Brillenträger ist natürlich nicht gezwungen, das Gegenfahrzeug
zu beobachten und demgemäß sein Auge aus der Normalstellung zu bringen. Die eigene
Straßenhälfte kann demnach willkürlich ungestört betrachtet werden. Solange aber
das unabgeblendete Gegenfahrzeug und die von ihm unter Blendung des Auges angestrahlte
Fahrbahn beobachtet werden müssen, etwa um Zusammenstöße zu vermeiden und die Fahrbahn
überwachen zu können, kann dies Auge 3 unter dem Schutz des die Blendung absorbierenden
Belages tun, wobei entsprechend dem Verlauf der Zunge die Beobachtbarkeit bis zum
Kreuzen der Fahrzeuge gewahrt bleibt. Auch die Adaption des Auges an die Dunkelheit
bleibt bestehen.
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Durch die Reflexionsverminderung ist der Brillenträger auch gegen
Blendung geschützt, die von überholenden Fahrzeugen herrührt. Von dem von rückwärts
auf das Brillenglas auftreffenden Licht wird nämlich ein Teil an der Grenzfläche
zwischen Deckschicht und metallischer Schicht und ein anderer Teil an der Grenzfläche
zwischen Deckschicht und angrenzender Luft reflektiert, wobei die beiden reflektierten
Komponenten wegen der beschriebenen Ausbildung der Deckschicht angenähert gleicheAmplituden
haben und einen Phasenunterschied von einer halben Wellenlänge aufweisen, so daß
sie sich infolge Interferenz bei im Sehbereich liegender mittlerer Frequenz gegenseitig
völlig oder nahezu aufheben bzw. auslöschen.
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Weiter verhindert die Reflexionsverminderung das Auftreten von Mehrfachreflexionen
zwischen vorderen und hinteren Begrenzungsflächen des Brillenglases, die trotz der
metallischen Schicht 2 eine Blendung des Brillenträgers verursachen könnten; die
Wirkungsweise entspricht der oben beschriebenen.
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Erfindungsgemäß ausgebildete Augengläser sind insbesondere für Fahrzeugführer
von großem Nutzen; sie tragen zur Hebung der Verkehrssicherheit bei Nacht wesentlich
bei, da sie Blendungen vermeiden, ohne die eigene Beobachtungsmöglichkeit zu beeinträchtigen.