DE92703C - - Google Patents

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DE92703C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A63SPORTS; GAMES; AMUSEMENTS
    • A63FCARD, BOARD, OR ROULETTE GAMES; INDOOR GAMES USING SMALL MOVING PLAYING BODIES; VIDEO GAMES; GAMES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • A63F9/00Games not otherwise provided for
    • A63F9/02Shooting or hurling games

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Multimedia (AREA)
  • Replacement Of Web Rolls (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Geräth, mittelst dessen ein schmaler, in eine Rolle aufgewickelter Papierstreifen unter Festhaltung des äufseren Endes und unter Drehung des1 Streifens vorwärts geschleudert wird, um hierdurch diesem Papierstreifen die Form einer sich windenden »Schlange« zu ertheilen.
»Schlangen« oder »Serpentins« sind kleine, schmale Rollen aus Papier, welche neuerdings als Scherzartikel aufgetaucht sind und sich eines glücklichen Erfolges erfreuen. Die Benutzung derselben geschieht in der Weise, dafs man die Rollen aufwickelt und unter Festhalten des äufseren Endes des Papieres die Rollen fortschleudert'. Dieses Schleudern benöthigt eine gewisse Fertigkeit, und bezweckt die vorliegende Erfindung, dieses Schleudern auf mechanischem Wege zu bewirken.
Der Gegenstand vorliegender Erfindung ist auf beiliegender Zeichnung in verschiedenen Ausführungsformen dargestellt, und zwar zeigt.
Fig. ι die Ansicht eines Geräthes, bei welchem die das Schleudern der Rolle bewirkende Kraft am Rollenumfang wirkt,
Fig. 2 einen Aufrufs und
Fig. 2a eine Draufsicht eines Geräthes, bei welchem die bethätigende Kraft auf den Mittelpunkt der Rolle wirkt,
Fig. 3 bis 3 b einen Querschnitt, einen Längsschnitt und eine Draufsicht eines Geräthes, bei welchem eine Zug- und Drehkraft auf die Rolle selbst ausgeübt wird,
Fig. 4 einen festen Bandstreifen A, der am äufsersten Ende der Papierrolle B auf eine gewisse Länge eingelegt wird, wenn das Geräth in Benutzung genommen wird.
Diese Figuren stellen nur Ausführungsformen dar, während alle Geräthe, welche auf denselben Grundsätzen beruhen und denselben Zweck verfolgen, mit unter diesen Patentschutz fallen sollen. Bei Benutzung des einen oder des anderen Geräthes mufs ein fester Bandstreifen zwischen die Papierspirale des äufseren Endes auf eine gewisse Länge, wie dies in Fig. 4 besonders veranschaulicht, eingewickelt werden. A ist in dieser Figur das eingewickelte Band, B das Papierband.
Das Schleudern wird bei diesem Geräth bewirkt, indem der ganzen Rolle durch eine plötzlich wirkende elastische Zugkraft auf den festen Bandstreifen eine drehende und zugleich vorwärtsgehende Bewegung ertheilt und gleichzeitig ein reibender Widerstand am Umfang erzeugt wird, wie dies in dem Falle der unten beschriebenen Fig. 1 geschieht. Das Schleudern kann aber auch erzielt werden, indem eine äufsere Kraftwirkung auf die ganze Papierrolle ausgeübt wird unter Festhalten des Endes des festen Bandstreifens, wobei die Papierrolle eine vorwärtsgehende und theilweise drehende Bewegung erhält.
In Fig. ι bezeichnet A eine ' ebene Bahn, welche auf eine gewisse Länge mit kleinen Stiften oder einer ähnlichen, Reibung verursachenden Einrichtung versehen ist. iisind Seitenwände, zwischen welchen die Papierrolle 5 geführt wird. F und G sind zwei Kopfseitenwände, die sich um g drehen und die Rolle gegen Umkippen schützen.
Nachdem das feste Streif band in die Papierrolle eingewickelt ist, wird dieselbe zwischen die zwei Kopfseitenwände eingesteckt. Das heraushängende Ende des festen Streifens wird nun in K an ein Zugband L aus Gummi gehängt, welches in B fest und an einer Nase C eines drehbaren Hebels D lose befestigt ist. Das Ende des Papierstreifens hängt frei — wie P zeigt — heraus. Der Hebel D wird in E auf irgend eine Weise festgehalten.
Soll nun der Papierstreifen fortgeschleudert werden, so wird der Hebel E ausgerückt, das obere Ende des Zugbandes L wird frei, zieht sich zusammen und zieht das Ende K des festen Streifens mit. Unter dem Einflufs dieser an dem Umfang erzeugten Zugkraft und - der am entgegengesetzten Theil des Umfanges erzeugten Reibung wird dem Ganzen eine drehende und Vorwärtsbewegung ertheilt, die das Fortschleudern bewirkt, und zwar mit einer Kraft, welche im Verhältnifs zu der Spannung des Zugbandes L steht.
In diesem Falle greift die Kraft an den eingewickelten Bandstreifen tangential an. Da die entgegengesetzte Seite der Rolle durch Widerstände angehalten ist, so ergiebt sich eine drehende Bewegung der Rolle um ihre Achse. Nach vollzogener Schleuderung bleibt der eingewickelte Bandstreifen, an dem Punkte K des elastischen Bandes hängend, zurück. Er mufs kurz sein, damit er, vor der laufenden Rolle rechtzeitig ausweichend, diese freiläfst.
In den Fig. 2 und 2 a wirkt die Schleuderkraft auf die ganze Rolle, und zwar in der Richtung des Mittelpunktes derselben. W ist die Rolle, Z ist der Boden eines kleinen Kastens, in welchem dieselbe frei liegt. Dieser Kasten ist nach oben, vorn und einer Nebenseite offen. T und f sind zwei Einschnitte in der hinteren Wand des Kastens.
In T werden beide Enden, das der Rolle und das des eingewickelten Streifens, frei eingelegt ; letzterer wird in dem Querausschnitt f festgehalten. In der, Mitte zwischen zwei parallelen Führungsstangen F und D, welche durch zwei Querstücke an beiden Enden fest verbunden werden, befindet sich eine dritte Stange B, auf welche eine Feder jR aufgeschoben ist. H ist der Handgriff, an welchem man das Geräfh hält, j j ist ein drehbarer Winkelhaken, welcher in den Einschnitt m des Schlittens unter dem Einflufs der Feder k schnappt.
Soll der Wurf stattfinden,' so drückt man auf den einen Schenkel des Winkelhakens j; dadurch löst sich die Spannfeder R aus und schleudert den Schlitten mit der daraufliegenden Rolle vorwärts.
Wenn der Schlitten an dem hinteren Querstück anstöfst, so verläfst die Rolle vermöge ihres Beharrungsvermögens den Schlitten mit einer gewissen Geschwindigkeit und wird somit fortgeschleudert. Da die Enden der beiden Bänder festgehalten sind, so geräth zugleich die Rolle in eine drehende Bewegung und rollt sich ab.
Bei dieser Anordnung dient der feste Bandstreifen nicht zur Uebertragung der treibenden Kraft, sondern einfach zur gröfseren Festigkeit des Papierrandes, damit dieser der plötzlichen gewaltthätigen Zugkraft genügend Widerstand leisten kann. Das eingewickelte Band ist länger als in dem Falle der Fig. 1 und kann mit dem Ende des Papierstreifens verklebt werden. Die drehende Bewegung wird hier dadurch erzielt, dafs der ganzen Rolle eine vorwärtsgehende Bewegung unter gleichzeitiger Zurückhaltung des freien Endes ertheilt wird.
In den Fig. 3 bis 3 b ist W wieder die Papierrolle; A ist der Boden eines festen Kastens mit zwei Seitenwänden B B. Dieser Kasten ist nach oben und nach den zwei Kopfenden offen. C ist eine kleine Rolle, welche in einem kleinen Schlitten D gelagert ist. Dieser bewegt sich in Nuthen E, welche in die Seitenwände des Kastens eingeschnitten sind. Um den Zapfen der Rolle C sind zwei Gummischnüre FF abrollbar gewickelt, welche am anderen Ende an dem vorderen Kopfe des Kastens befestigt sind.
Die Rolle C ist mit einem Einschnitt G versehen, in welchen wieder ein Federhaken H eingreift. Fig. 3 a und 3 b zeigen die Stellung, in welcher die Rolle zum Wurf bereit gehalten wird. Zum Schleudern wird nur an dem Griffe / gezogen, alsdann löst sich der Haken aus und der Schlitten wird frei. Die spannenden Gummischnüre ziehen denselben an und üben zugleich eine drehende Wirkung auf- die Rolle C aus.
Da die Papierrolle W an Rolle C fest anlehnt, so wirkt eine drehende Kraft auf den Umfang derselben, welche von der Rolle C ausgeht. Es wirkt aber auf die Rolle W eine zweite drehende Kraft, welche dadurch entsteht, dafs die Enden des Papierbandes und des eingelegten Streifens in K festgehalten sind, so dafs, sobald an dem Griffe I gezogen wird, die Rolle selbst vorwärtsgetrieben wird und das Band sich abwickeln mufs. Die Papier^ rolle wird also zwei Umdrehungskräften ausgesetzt, die in derselben Richtung wirken, von welchen die eine gröfser als die andere sein kann. In der Praxis aber müssen die Durchmesser der Rollen C und W so gewählt werden, dafs die der Rolle C durch die Gummischnur ertheilte Umfangsgeschwindigkeit etwas kleiner ist als die der Papierrolle W, welche gleich der geraden Vorwärtsbewegung ist. Wäre dies nicht der Fall, so würde die abgewickelte Papierbahn gröfser als die der abgelegten
geraden Vorwärtsbewegung und somit eine Verwickelung des abgewickelten Streifens verursacht werden. Der kleine Geschwindigkeitsunterschied wirkt spannend auf das abgewickelte Band, was von grofsem Vortheil ist. Das Geräth kann auch zum Schleudern brennender Schlangen benutzt werden. In diesem Falle wird das Papier durch irgend eine leuchtende und leicht entzündliche Masse, beispielsweise Schiefsbaumwolle in Bandform, ersetzt. Während man bisher bei Feuerwerken dadurch brennende Schlangen herstellte, dafs man die in Brand zu setzende Schlange vor der Entzündung fest aufstellte, kann man mittelst des vorliegenden Apparates die zu entzündenden Schlangen wie sogenannte Serpentins in die Luft schleudern und erst dann entzünden, wenn sie sich voll abgewickelt haben und in derselben sich schwebend bewegen. Die Anzündung geschieht an dem zurückgehaltenen Endpunkte der abgewickelten Rolle.
Die Wirkung einer solchen in der Luft . sich fortschlängelnden Feuerschlange ist viel gröfser als die der festen Schlange.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Eine Vorrichtung zum Werfen von schmalen Papierstreifen (Schlangen) oder dergl., bei welcher der Papierrolle nicht nur eine vorwärtsgehende, sondern auch eine drehende Bewegung dadurch ertheilt wird, dafs entweder das äufsere Ende des Papierstreifens bei gleichzeitigem Vorstofsen der Rolle festgehalten oder selbst einer Zugkraft unterworfen wird, in welch letzterem Falle am Umfang der Rolle ein Reibungswiderstand erzeugt wird.
    In Verbindung mit den Papierstreifen, welche durch die unter i. gekennzeichnete Vorrichtung fortgeschleudert werden, ein Bandstreifen, welcher in die äufseren Lagen der Papierrolle eingewickelt wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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