DE9319082U1 - Schienenfahrzeug - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
- B61D—BODY DETAILS OR KINDS OF RAILWAY VEHICLES
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- B61D17/04—Construction details of vehicle bodies with bodies of metal; with composite, e.g. metal and wood body structures
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Description
Schienenfahrzeug
Die Erfindung bezieht sich auf ein Schienenfahrzeug mit einer Doppelwandung, die aus einer Außen- und
einer beabstandeten Innenhaut aufgebaut ist und bei der in den hierdurch begrenzten Zwischenraum Isolationsmaterial
eingebracht ist.
Die Bewegung eines Schienenfahrzeuges entlang den Gleisen ist unvermeidlicher Weise mit einer nicht
unerheblicher Geräuschentwicklung verbunden. Um die Insassen bestmöglich zu schützen, werden im Stand
der Technik zwischen den aus Innen- und Außenhaut aufgebauten Wandungen schallisolierende Materialien
eingebracht. Gleichzeitig sind zur Vereinfachung der Klimatisierung des Fahrzeuginnenraumes wärmedämmende
Eigenschaften gefragt. Zudem muß das verwendete Isolationsmaterial aus Sicherheitsgründen
bestimmten Anforderungen genügen, die das Entstehen und Ausbreiten von Bränden weitgehend unterdrücken.
Aus diesen Gründen wird für das in die Doppelwandung eingebrachte Material auf der Grundlage der
Deutschen Industrienorm DIN 5510 Teil 2 zur Voraussetzung gemacht, daß das Isolationsmaterial der
Brennbarkeitsklasse S4, der Rauchentwicklungsklasse SR2 und der Tropfbarkeitskiasse ST2 angehören muß.
Die Bestimmung der Brennbarkeitsklasse werden über eine definierte, ebenfalls in der DIN wiedergegebene
Anordnung bestimmt. Die Rauchentwicklungsklasse SR2 ergibt eine Integrale Lichtschwächung
von weniger als 50%. Bei der Tropfbarkeitskiasse
ST2 fällt oder tropft das Material entweder überhaupt nicht oder doch zumindest nicht brennend ab.
Alle Fahrzeuge müssen aus Gründen der Zulassung den in der vorgenannten DIN Vorschrift niedergelegten
Sicherheitsstandards entsprechen.
Im Stande der Technik werden zwischen Innen- und Außenhaut der Doppelwand häufig mehrlagiges Material
auf einer PVC-Basis als Lamellengewebe eingebracht. Als nachteilig ist anzusehen, daß aufgrund
der mehrlagigen Struktur des Materials Knistergeräusche auftreten. Zudem ist das Material PVC, das
in mehreren gewellten Lagen hergestellt ist und unter Einschluß von Zwischenräumen punktuell aneinander
anliegt, im Hinblick auf die Entsorgung problematisch. Zum einen ist das Material weitgehend unverrottbar
und zum anderen gehen von den verwendeten Treibgasen umweltbelastende Einflüsse aus. In
einer Alternative wird der Zwischenraum mit Stein-0 oder Glaswolle erfüllt. Hier ist als entscheidender
Nachteil die kanzerogene Wirkung durch das Entstehen von krebserregenden Stäuben beim Schneiden anzusehen.
Hinzu kommt die fehlende Recyclingfähigkeit.
Hiervon ausgehend hat sich die Erfindung die Schaffung eines neuartigen Aufbaus der aus Innen- und
Außenhaut bestehenden Doppelwandung an Schienenfahrzeugen zur Aufgabe gemacht, die die geforderte
Schall- und Wärmedämmung sowie das Brandverhalten
erfüllen.
• ·
Gelöst wird dieses Problem dadurch, daß das Isolationsmaterial einen Körper aus Schaumstoff oder aus
Faserwerkstoff als Kern aufweist, der allseitig und flächig anliegend mit einer als Gewebe oder Vlies
oder Folie ausgebildeten Kaschierung umgeben ist, wobei das Kaschiermaterial mindestens die Brennbarkeitsklasse
S4, mindestens die Rauchentwicklungsklasse SR2 und mindestens die Tropfbarkeitskiasse
ST2 aufweist.
Zwischen der Innen- und Außenhaut der Wandung wird ein Kern eingesetzt, dessen Oberfläche mit einem
als Gewebe oder Vlies ausgebildeten Kaschiermaterial allseitig und flächig anliegend umgeben ist.
Als Material für den Kern kommen Schäume, insbesondere Polyurethanschäume und Faserwerkstoff in Betracht.
Hierbei kann es sich sowohl um Kalt- als auch um Heißschaum handeln und die Herstellung erfolgt
als Block- oder Formschaum. Der Kern sorgt für eine hohe Schall- und Wärmedämmung, ist jedoch
im übrigen nicht zur Lieferung des geforderten Brandverhaltens in der Lage. Durch Aufbringung einer
Kaschierung entsprechendem Materials läßt sich das für das integrale Material geforderte Brandschutzverhalten
erreichen. Der physikalische Aufbau, ob es sich also um ein Gewebe, ein Vlies oder
eine Folie handelt, ist im Rahmen der Erfindung grundsätzlich beliebig. Erforderlich ist einzig die
fehlende Brennbarkeit, d.h. eine hinreichend hohe Brennbarkeitsklasse von mindestens S4, eine
Rauchentwicklungsklasse von mindestens SR2 und eine Tropfbarkeitskiasse von mindestens ST2 (alle gemäß
DIN 5510 Teil 2).
Im Ergebnis erhält man ein Isolationsmaterial, das dem geforderten Brandschutzverhalten gerecht wird
und ein hohes Maß an Schall- und Wärmeisolation aufzuweisen in der Lage ist bei gleichzeitiger problemloser
Verarbeitung und späterer Entsorgung.
Um dem Recyclinggedanken Rechnung zu tragen, wird zur sinnvollen Verwertung alter Schaumstoffmaterialien
der Kern aus einem Flockenverbundschaum hergestellt. Schaumstoffabfalle können auf diese Weise
Entsorgung finden.
Von den genannten Materialien für den Kern wird die Verwendung von Polyurethan-Weichschaum empfohlen.
Er ist problemlos und in weiten Grenzen an die räumlichen Verhältnisse innerhalb der Doppelwandung
anpaßbar. Hohe Toleranzen im Zuschnitt sind somit möglich.
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Eine andere Möglichkeit empfiehlt die Verwendung von EPS (expandiertem Polystyrol)-Schaum.
Als Material für den Faserwerkstoff kommen PoIyester
und/oder Naturfasern in Betracht, die durch Vernadeln oder thermische Behandlung miteinander
verfestigt sind. Erfolgt bei einem Faserwerkstoff das Verfestigen nur durch Vernadeln, spricht man
von einem Vlies.
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Zur Sicherung der geforderten Brennbarkeitsklasse ist der Kern allseitig vom Kaschiermaterial umgeben.
Dessen Befestigung auf dem Kern ist grundsätz-
lieh beliebig. Empfohlen wird jedoch ein vollflächiges
Aufkleben. Andernfalls besteht die große Gefahr, daß es zu punktuellen Loslösungen der Kaschierung
kommt, die sich bei Bränden oder im Brennbarkeitstest zuerst entzünden.
Selbstverständlich müssen Klebstoffe eingesetzt werden, die nicht zu einer wesentlichen Beeinträchtigung
und Verschlechterung des Brandverhaltens beitragen. Als Lösung empfiehlt sich hier die Verwendung
eines Dispersionsklebers auf Naturlatexbasis.
Weiterhin sollte der Kleber eine hinreichend hohe, d.h. eine Wärmestandsfestigkeit von 9O0C für sechs
Stunden besitzen, was voraussetzt, daß sich die Kaschierung unter diesen Bedingungen nicht ablösen
darf. Andernfalls würde das Brandverhalten wesentlich verschlechtert.
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Als Material für die Kaschierung wird teilverkoktes Polyacrylnitril (PAN) besonders empfohlen. Dieses
Material ist nicht brennbar und weist einen hohen Durchläßigkeitswiderstand auf, der die Zufuhr von
Sauerstoff zu möglichen, sich in der Kaschierung bildenden Brandherden unterbindet. Eine Stabilisierung
und eine Ausbreitung von Brandherden wird somit vereitelt.
Das vorbeschriebene Isolationsmaterial wird im Hinblick auf die vorhandenen räumlichen Dimensionen,
die durch den Abstand der Doppelwandung sowie der (Spanten und Stege) dazwischen bestimmt sind, so
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bemessen, daß es in seitlicher Hinsicht, d.h. lateral mit Übermaßen zurechtgeschnitten ist, eine Flexibilität
aufweist, die eine gewisse Nachgiebigkeit und Fähigkeit zur Anpassung an die konkret vorliegenden
räumlichen Verhältnisse erlaubt. Der Begriff "lateral" meint im Sinne der Erfindung die Ausdehnung
des Isolationsmaterials senkrecht zum Abstand Außen- zu Innenhaut der Doppelwandung. Das Isolationsmaterial
ist möglicherweise alternativ hierzu senkrecht zur Wandung lose und damit nicht anliegend
eingebracht, da jede Art von Verbindung der Erzeugung von Schallübertragungs- und Wärmeleitungsbrücken
Anlaß geben würde.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Refindung lassen sich dem nachfolgenden Beschrei-0
bungsteil entnehmen, in dem anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert
ist. Sie zeigt in prinzipienhafter Querschnittsdarstellung einen Schnitt durch die aus Innen-
und Außenhaut bestehende Wandung eines Fahrzeugs.
Die Doppelwandung wird im wesentlichen gebildet aus der Außenhaut (1) und der Innenhaut (2). Über Stege
oder Spanten (3) wird der Zwischenraum senkrecht zum Abstand von Außen- (1) und Innenhaut (2) begrenzt.
Dazwischen befindet sich das erfindungsgemäß vorgeschlagene Isolationsmaterial, das aus einem
Kern (4) und einer oberflächlich aufgebrachten
und allseitig umgebenden Kaschierung (5) umgeben ist. Der Kern (4) besteht aus einem die Schall- und
Wärmedämmung liefernden Schaumstoffkörper. Die im Hinblick auf das Brandverhalten gestellten Anforderungen
werden durch das allseitig angebrachte Material der Kaschierung (5) zur Verfügung gestellt.
Wie der Querschnittsdarstellung entnehmbar ist, besteht zwischen der Stirnseite des aus Kern (4) und
Kaschierung (5) gebildeten Isolationsmateriales,
also jenen Flächen, die der Außen- (1) und Innenhaut (2) zugewandt sind ein gewisser Abstand, um
die Ausbildung von Schall- und Wärmebrücken zu unterbinden.
Im Ergebnis erhält man eine Isolierung der Doppelwandung an Schienenfahrzeugen mit einem hohen
Schall- und Wärmeisolationsvermögen bei gleichzeitiger problemloser Verarbeitung und späterer Entsorgung
des verwendeten Materials.
Claims (11)
1. Schienenfahrzeug mit einer Doppelwandung, die aus einer Außen- (1) und einer beabstandeten Innenhaut
(2) aufgebaut ist und bei der in den hierdurch begrenzten Zwischenraum Isolationsmaterial eingebracht
ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Isolationsmaterial
einen Körper aus Schaumstoff oder aus Faserwerkstoff als Kern (4) aufweist, der allseitig
und flächig anliegend mit einer als Gewebe oder Vlies oder Folie ausgebildeten Kaschierung umgeben
ist, wobei das Kaschiermaterial mindestens die Brennbarkeitsklasse S4, mindestens die Rauchentwicklungsklasse
SR2 und mindestens die Tropfbarkeitsklasse ST2 aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Flockenverbundschaum als Kern (4).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Kern (4) aus Polyurethan-Weichschaum.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Kern (4) aus EPS (expandiertem Polystyrol)-Schaum.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
♦ · * t, &phgr;
zeichnet, daß der Faserwerkstoff aus Polyester und/oder Naturfaser besteht.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Faserwerkstoff ein
Vlies ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Kaschiermaterial
vollflächig aufgeklebt ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch einen Kleber auf Naturlatexbasis.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, gekennzeich-
net durch einen Kleber mit einer Mindestwärmestandsfestigkeit
von 90° C über sechs Stunden.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch teilverkoktes Polyacrylnitril
für die Kaschierung.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Isolationsmaterial
elastisch ist und im Hinblick auf seine laterale Abmessung mit Übermaß und/oder senkrecht zur Wand
mit Untermaß zurechtgeschnitten ist.
Priority Applications (2)
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| DE9319082U DE9319082U1 (de) | 1993-12-11 | 1993-12-11 | Schienenfahrzeug |
| DE9419634U DE9419634U1 (de) | 1993-12-11 | 1994-12-09 | Schienenfahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE9319082U DE9319082U1 (de) | 1993-12-11 | 1993-12-11 | Schienenfahrzeug |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE9319082U1 true DE9319082U1 (de) | 1994-02-10 |
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Family Applications (2)
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| DE9419634U Expired - Lifetime DE9419634U1 (de) | 1993-12-11 | 1994-12-09 | Schienenfahrzeug |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE9419634U Expired - Lifetime DE9419634U1 (de) | 1993-12-11 | 1994-12-09 | Schienenfahrzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (2) | DE9319082U1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1993
- 1993-12-11 DE DE9319082U patent/DE9319082U1/de not_active Expired - Lifetime
-
1994
- 1994-12-09 DE DE9419634U patent/DE9419634U1/de not_active Expired - Lifetime
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE9419634U1 (de) | 1995-02-09 |
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