DE954251C - Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten der Actinomycine - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten der Actinomycine

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DE954251C
DE954251C DEF15572A DEF0015572A DE954251C DE 954251 C DE954251 C DE 954251C DE F15572 A DEF15572 A DE F15572A DE F0015572 A DEF0015572 A DE F0015572A DE 954251 C DE954251 C DE 954251C
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actinomycin
acid
actinomycins
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Dr Hans Brockmann
Dr Burchard Franck
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Bayer AG
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Bayer AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07GCOMPOUNDS OF UNKNOWN CONSTITUTION
    • C07G11/00Antibiotics

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Pharmacology & Pharmacy (AREA)
  • Nitrogen And Oxygen Or Sulfur-Condensed Heterocyclic Ring Systems (AREA)
  • Peptides Or Proteins (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten der Actinomycine Es ist bekannt, daß bei der milden Salzsäurespaltung der Actinomycine etwa i Mol Ammoniak frei wird. Weiter ist es bekannt, daß das Actinomycin beim Erwärmen mit Säure seine antibiotische und toxische Wirkung verliert. Aus diesen Säurehydrolysaten ließen sich Abbauprodukte des Actinomycins gewinnen, die als sogenannte »Eluat-u und »Zonenbase« bekanntgeworden sind (Chemische Berichte, Bd. 8q., 101, S.275).
  • Es wurde nun gefunden, daß diese Produkte nicht die ersten Abbauprodukte sind, sondern daß sie ihrerseits durch weitere Säureeinwirkung auf die primären Abbauprodukte des Actinomycins durch Säureabbau entstehen, und daß sich diese neuen Primärprodukte, die Desaminoactinomycine, leicht in guter Ausbeute gewinnen lassen, wenn man die Hydrolyse des Actinomycins in der nachstehend beschriebenen Weise durchführt: Die Reaktionsbedingungen, die erfindungsgemäß angewendet werden müssen, um zu den Primärprodukten zu gelangen, lassen sich dadurch ermitteln, daß der Reaktionsverlauf analytisch verfolgt wird. Es wurde nämlich gefunden, daß die gewünschten Desaminoactinomycine sich papierchromatographisch sowohl vom unveränderten Actinomycin als auch von den in den Chemischen Berichten, Bd. 8q., 1954 S. 26off., insbesondere S. 274, beschriebenen Abbauprodukten unterscheiden.
  • In einem Verteilungssystem der Zusammensetzung i Volumteil Di-n-butyläther, i Volumteil Butanol und 2 Volumteile einer io°/oigen wäßrigen Lösung des Natrium-m-kresotinats, dem i % io n-Ammoniak zugesetzt wurde, besitzen die Desaminoactinomycine Rr-Werte, die etwa halb so groß sind wie die RT-Werte des Ausgangsmaterials und viermal so hoch sind wie die RF-Werte der in der obengenannten Veröffentlichung beschriebenen Abbauprodukte. Man erhält z. B. bei Actinomycin C beim Vergleich des Ausgangsstoffes, der Produkte der teilweisen Hydrolyse gemäß der vorliegenden Erfindung und der Produkte der bekannten Säurehydrolyse folgende chromatographische Ergebnisse Führt man die Hydrolyse von Actinomycin C in der in den Chemischen Berichten, Bd. 84, 1951, S. 274, beschriebenen Weise. durch, so findet man im Ringpapierchromatogramm fast ausschließlich unter den angegebenen Bedingungen eine starke Zone, die kaum gewandert ist (vgl. Abbildung, Ausschnitt i). Dagegen zeigt sich bei der Ringchromatographie eines Hydrolysates, das durch 89stündige Einwirkung von io°/Qiger Salzsäure auf Actinomycin bei 2o° hergestellt wurde, diese Zone nicht, sondern statt dessen beobachtet man drei Zonen (Ausschnitt 2), die etwa halb so weit gewandert sind wie die drei Zonen des Ausgangsmaterials (Ausschnitt 3), die den drei Bestandteilen Actinomycin Cl, C2 und C3 entsprechen. Die der Abbildung (Ausschnitt 2) entsprechenden Zonen erhält man auch bei Produkten bei der Einwirkung von io°/oiger Salzsäure auf Actinomycin C bei 40° in 17 Stunden und bei 6o° in 4 Stunden. Bei höherer Temperatur beginnt dagegen schon die Bande des weiter abgebauten Pro= duktes deutlich sichtbar zu werden, und unter noch kräftigeren Hydrolysebedingungen geht der weitere Abbau so schnell vor sich, daß die gewünschte Zwischenstufe nur noch in untergeordnetem Maße entsteht.
  • Außer der Gewinnung von Desaminoactinomycinen aus Actinomycin C (Chemische Berichte, Bd. 84, 1954 S. 26o) können auch die anderen Actinomycine, wie das Actinomycin A (Waksman, Journ. biol. Chem. Bd. 142, 1942, S.5ig), ActinomycinB (A. R.-Todd, Journ. Chemic. Soc. [London] 1950, S. 2946), Actinomycin I und X (Brockmann, Chemische Berichte, Bd.87,1954, S. i036) sowieActinomycin J (Hirato und Nakäniski, Journ. of Antibiotics [Japan], Bd. ii, 1948, S. 18o) durch Hydrolyse nach dem Verfahren der Erfindung in Desaminoactinomycine umgewandelt werden.
  • Für jedes Actinomycin können die günstigsten Bedingungen zur Herstellung des Desaminoactinomycins durch entsprechende Versuche festgestellt werden. Sie unterscheiden sich jedoch nicht. wesentlich von den für Actinomycin C angegebenen Reaktionsbedingungen.
  • Nach Beendigung der Hydrolyse wird das Desaminoactinomycin zusammen mit dem unveränderten Ausgangsmaterial in einem organischen Lösungsmittel aufgenommen und das Desaminoactinomycin vom unveränderten Ausgangsmaterial durch Chromatographie, z. B. an Alumi_niurnoxyd (B r o c k m a n n) , getrennt und durch Kristallisation rein gewonnen.
  • Die Desaminoactinomycine sollen als Heilmittel oder als Zwischenprodukte zur Herstellung neuer Heilmittel verwendet werden.
  • Beispiel i Zur Darstellung des Desaminoactinomycins C3 wird eine Lösung von i,2 g Actinomycin C3 in 300 ccm 1o°/oiger Salzsäure 41/2 Stunden auf 6o° erwärmt. Während der Umsetzung fällt das Desaminoactinomycin C3 in roten Flocken aus, löst sich jedoch beim Abkühlen wieder auf. Die Reaktionslösung wird dreimal mit Chloroform ausgeschüttelt und der Chloroformauszug mit Wasser gewaschen. Nach dem Trocknen der Lösung mit Natriumsulfat wird das Lösungsmittel im Vakuum abdestilliert. Der in Benzol aufgenommene rote Rückstand wird an eine mit Benzol. eingeschlämmte Aluminimuoxydsäule adsorbiert. Nicht umgesetztes Actinomycin wird aus der Säule durch Nachwaschen mit Essigsäureäthylester herausgelöst, während das Desaminoactinomycin C3 mit Methanol eluiert wird. Der Rückstand des methanolischen Auszuges kristallisiert aus Essigsäureäthylester in dunkel-, roten Rhomben vom Schmelzpunkt 239° (korrigiert; Berl-Block). Die spezifische Drehung beträgt [a] 20 = - 9i°A-- 2° (c = 0,25°/o in Methanol). Beispiel -- Zur Darstellung des Desaminoactinomycins C2 werden 4,2 g Actinorriycin C2 in iooo ccm io'l)/oiger Salzsäure gelöst und 41/2 Stunden auf 6o° erwärmt. Die Reaktionslösung wird dreimal mit 400 ccm Chloroform ausgeschüttelt, die Chloroformschicht mit Wasser gewaschen, mit Natriumsulfat getrocknet, das Chlorooform entfernt, der Rückstand in Benzol gelöst und dann an eine mit Benzol eingeschlämmte Aluminiumoxydsäüle adsorbiert. Die Säule wird zur Entfernung des nicht hydrolysierten Actinomycins C2 mit Essigsäureäthylester gewaschen und das Desaminoactinomycin C2 mit Methanol eluiert. Nach der Entfernung des Methanols im Vakuum wird das Desaminoactinomycin C2 aus Essigsäureäthylester umgelöst, aus dem es in länglichen Nadeln kristallisiert. F. = 239° (korrigiert). Beispiel 3 Zur Darstellung von Desaminoactinomycin Il wird eine Lösung von 1,9 g Actinomycin Il in 630 ccm 1o°/oiger Salzsäure 41/2 Stunden auf 6o° erwärmt. Die Reaktionslösung wird dreimal mit Chloroform ausgeschüttelt, der Chloroformauszug mit Wasser gewaschen und mit Natriumsulfat getrocknet. Die Chloroformlösung wird durch eine mit Chloroform eingeschlämmte Aluminiumoxydsäule filtriert. Nicht umgesetztes Actinomycin wird dann mit Essigsäureäthylester herausgewaschen und anschließend das Desaminoactinomycin Il mit Methanol eluiert. Der Rückstand des methanolischen Eluats kristallisiert aus Essigester in dunkelroten Rhomben vom Schmelzpunkt 236° (korrigiert, Kofler-Heiztisch). Die spezifische Extinktion beträgt [a] D = - ioo° ± 2 (c = 0,2510/,) in Methanol). Das Desaminoactinomycin Il gibt mit Zinn(II)-chlorid in Methanol ebenso wie Desaminoactinomycin C2 und C3 die charakteristische, grüne Farbreaktion.
  • Beispiel 4 Lösungen von je 5o mg Actinomycin werden in jeweils 1o ccm der folgenden sieben Säurelösungen gelöst und im- Thermostaten 41/2 Stunden auf 6o° erwärmt: 2,7 n-Salzsäure (= l00/0), 2,7 n-Schwefelsäure, 2,7 n-Salpetersäure, 2,7 n-Phosphorsäure, 2,7 n-Jodwasserstoffsäure, ?"7n-Ameisensäure, 8,5n-Essigsäure (= 50%).
  • Anschließend wird das Reaktionsprodukt, wie in den Beispielen i bis 3 beschrieben, aufgearbeitet und papierchromatographisch (im Lösungsmittelgemisch n-Butanol + n-Dibutyläther (i: i)/fo%iges Natriumm-kresotinat -f- 1% 1o n-Ammoniak) sowie durch die spezifische Reaktion mit Zinn(II)-chlorid in Methanol die Bildung des Desaminoactinomycins C nachgewiesen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten der Actinomycine durch Säurehydrolyse, dadurch gekennzeichnet, daß man das Actinomycin mehrere Stunden bei Temperaturen von höchstens etwa 8o° mit Säuren, deren Konzentration höchstens der einer 2o%igen Salzsäure entspricht, erhitzt und die entstehenden Desaminoactinomycine in bekannter Weise durch Adsorptionschromatographie abtrennt.
DEF15572A 1954-08-27 1954-08-27 Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten der Actinomycine Expired DE954251C (de)

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