DEF0015572MA - - Google Patents

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DEF0015572MA
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actinomycin
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 26. August 1954 Bekaimtgcmacht am 21. Juni 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, daß bei der milden Salzsäurespaltung der Actinomycine etwa ι Mol Ammoniak frei wird. Weiter ist bekannt, daß das Äctinomycin beim Erwärmen mit Säure seine antibiotische und toxische Wirkung verliert. Aus diesen Säurehydrolysaten ließen sich Abbauprodukte des Actinomycins gewinnen, die als sogenannte »Eluat-« und »Zonenbase « bekanntgeworden sind (Chemische Berichte, Bd. 84, 1951, S. 275).
Es wurde nun gefunden, daß diese Produkte nicht die ersten Abbauprodukte sind, sondern daß sie ihrerseits durch weitere Säureeinwirkung auf die primären Abbauprodukte des Actinomycins durch Säureabbau entstehen, und daß sich diese neuen Primärprodukte, die Desaminoactinomycine, leicht in guter Ausbeute gewinnen lassen, wenn man die Hydrolyse des Actinomycins in der nachstehend beschriebenen Weise durchführt:
Die Reaktionsbedingungen, die erfindungsgemäß angewendet werden müssen, um zu den Primärprodukten zu gelangen, lassen sich dadurch ermitteln, daß der Reaktionsverlauf analytisch verfolgt wird. Es wurde nämlich gefunden, daß die gewünschten Desaminoactinomycine sich papierchromatographisch sowohl vom unveränderten Äctinomycin als auch von den in Chemische Berichte, Bd. 84, 1951, S. 260ff.,
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insbesondere S. 274, beschriebenen Abbauprodukten unterscheiden.
In einem Verteilungssystem der Zusammensetzung 1 Volumteil Di-n-butyläther, 1 Volumteil Butanol und 2 Volumteile einer io°/0igen wäßrigen Lösung des Natriurn-m-kresotinats, dem 1 % 10 n-Ammoniak zugesetzt wurde, besitzen die Desaminoactinomycine Re-Werte, die etwa halb so groß sind wie dieRjj-Werte des Ausgangsmaterials und viermal so hoch sind wie die Rp-Werte der in der obengenannten Veröffentlichung beschriebenen Abbauprodukte. Man erhält z. B. bei Actinomycin C beim Vergleich des Ausgangsstoffes, der Produkte der teilweisen Hydrolyse gemäß der vorliegenden Erfindung und der Produkte der bekannten Säurehydrolyse folgende chromatographische Ergebnisse:
Führt man die Hydrolyse von Actinomycin C in der in Chemische Berichte, Bd. 84, 19.51, S. 274, beschriebenen Weise durch, so findet man im Ringpapierchromatogramm fast ausschließlich unter den angegebenen Bedingungen eine starke Zone, die kaum gewandert ist (vgl. Abbildung, Ausschnitt 1). Dagegen zeigt sich bei der Ringchromatographie eines Hydrolysates, das durch 8o,stündige Einwirkung von io°/0iger Salzsäure auf Actinomycin bei 2O° hergestellt wurde, diese Zone nicht, sondern statt dessen beobachtet man drei Zonen (Ausschnitt 2), die etwa halb so weit gewandert sind wie die drei Zonen des Ausgangsmaterials (Ausschnitt 3), die den drei Bestandteilen Actinomycin C1, C2 und C3 entsprechen. Die der Abbildung (Ausschnitt 2) entsprechenden Zonen erhält man auch bei Produkten der Einwirkung von io%iger Salzsäure auf Actinomycin C bei 40° in 17 Stunden und bei 60° in 4 Stunden. Bei höherer Temperatur beginnt dagegen schon die Bande des weiter abgebauten Produktes deutlich sichtbar zu werden, und unter noch kräftigeren Hydrolysebedingungen geht der weitere Abbau so schnell vor sich, daß die gewünschte Zwischenstufe nur noch in untergeordnetem Maße entsteht.
Außer der Gewinnung von Desaminoactinomycinen aus Actinomycin C (Chemische Berichte, Bd. 84, 1951, S. 260) können auch die anderen Actinomycine, wie das Actinomycin A (Waksman, Journ. biol. Chem., Bd. 142, 1942, S. 519), Actinomycin B (Journ. Chemie. Soc. [London] 1950, S. 2946) (T odd), Actinomycin I und X (Brockmann, Chemische Berichte, Bd. 87, 1954, S. 1036) sowie Actinomycin J (Hirato und Nakaniski, Journ. of Antibiotics [Japan], Bd. 11, 1948, S. 180) durch Hydrolyse nach dem Verfahren der Erfindung in Desaminoactinomycine umgewandelt werden.
Für jedes Actinomycin können die günstigsten Bedingungen zur Herstellung des Desaminoactinomycins durch entsprechende Versuche festgestellt werden. Sie unterscheiden sich jedoch nicht wesentlich von den für Actinomycin C angegebenen Reaktionsbedingungen.
Nach Beendigung der Hydrolyse wird das Desaminoactinomycin zusammen mit dem unveränderten Aus-' gangsmaterial in einem organischen Lösungsmittel aufgenommen und das Desaminoactinomycin vom unveränderten Ausgangsmaterial durch Chromatographie z. B. an Aluminiumoxyd (Brockmann) ge- trennt und durch Kristallisation rein gewonnen.
Die Desaminoactinomycine sollen als Heilmittel oder als Zwischenprodukte zur Herstellung neuer Heilmittel verwendet werden.
Beispiel 1 Beispiel 3
Zur Darstellung des Desaminoactinomycins C3 wird eine Lösung von .1,2 g Actinomycin C3 in 300 ecm io°/0iger Salzsäure 41Z2 Stunden auf 6o° erwärmt. Während der Umsetzung fällt das Desaminoactinomycin C3 in roten Flocken aus, löst sich jedoch beim Abkühlen wieder auf. Die Reaktionslösung wird dreimal mit Chloroform ausgeschüttelt und der Chloroformauszug mit Wasser gewaschen. Nach dem Trocknen der Lösung mit Natriumsulfat wird das Lösungsmittel im Vakuum ab destilliert. Der in Benzol aufgenommene rote Rückstand wird an eine mit Benzol eingeschlämmte Aluminiumoxydsäule adsorbiert. Nicht umgesetztes Actinomycin wird aus der Säule durch Nachwaschen mit Essigsäureäthylester herausgelöst, während das Desaminoactinomycin C3 mit Methanol eluiert wird. Der Rückstand des methanolischen Auszuges kristallisiert aus Essigsäureäthylester in dunkelroten Rhomben vom Schmelzpunkt 2390 (korrigiert; Berl-Block). Die spezifische Drehung beträgt [a]2° = — 9i°± 2° (c = 0,25% in Methanol).
Beispiel 2
Zur Darstellung des Desaminoactinomycins C2 werden 4,2 g Actinomycin C2 in 1000 ecm io°/0iger Salzsäure gelöst und 4.1I2 Stunden auf 60° erwärmt. Die Reaktionslösung wird dreimal mit 400 ecm Chloroform ausgeschüttelt, die Chloroformschicht mit Wasser gewaschen, mit Natriumsulfat getrocknet, das Chloroform entfernt, der Rückstand in Benzol gelöst und dann an eine mit Benzol eingeschlämmte Aluminiumoxydsäule adsorbiert. Die Säule wird zur Entfernung des nicht hydrolysierten Actinomycins C2 mit Essigsäureäthylester gewaschen und das Desaminoactinomycin C2 mit Methanol eluiert. Nach der Entfernung des Methanols im Vakuum wird das Desaminoactinomycin C2 aus Essigsäureäthylester umgelöst, aus dem es in länglichen Nadeln kristallisiert. F. = 2390 (korrigiert).
Zur Darstellung von Desaminoactinomycin I1 wird eine Lösung von 1,9 g Actinomycin I1 in 630 ecm io°/0iger Salzsäure 41Z2 Stunden auf 6o° erwärmt. Die Reaktionslösung wird dreimal mit Chloroform ausgeschüttelt, der Chloroformauszug mit Wasser gewaschen und mit Natriumsulfat getrocknet. Die Chloroformlösung wird durch eine mit Chloroform eingeschlämmte Aluminiumoxydsäule filtriert, Nicht umgesetztes Actinomycin wird dann mit Essigsäureäthylester herausgewaschen und anschließend das Desaminoactinomycin I1 mit Methanol eluiert. Der Rückstand des methanolischen Eluats kristallisiert aus Essigester in dunkelroten Rhomben vom Schmelzpunkt 236° (korrigiert, Kofler-Heiztisch). Die spezifische Extinktion beträgt [α] W D— ioo° ±; 2 (c = 0,2510Zo in Methanol). Das Desaminoactinomy-
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ein I1 gibt mit Zinn(II)-chlorid in Methanol ebenso wie Desaminoactinomycin C2 und C3 die charakteristische, grüne Farbreaktion.
Beispiel 4
Lösungen von je 50 mg Actinomycin werden in jeweils 10 ecm der folgenden sieben Säurelösungen gelöst und im Thermostaten 4x/2 Stunden auf 6o° erwärmt: 2,7 n-Salzsäure (= 10%), 2,7 n-Schwefelsäure, 2,7 n-Salpetersäure, 2,7 n-Phosphorsäure, 2,7 n-Jodwasserstoffsäure, 2,7 n-Ameisensäure, 8,5 n-Essig-
säure (=50%)· ...
Anschließend wird das Reaktionsprodukt, wie in den Beispielen 1 bis 3 beschrieben, aufgearbeitet und papierchromatographisch (im Lösungsmittelgemisch n-Butanol + n-Dibutyläther (1: i)/io%iges Natriumm-kresotinat + 1 °/0 10 n-Ammoniak) sowie durch die spezifische Reaktion mit Zinn(II)-chlorid in Methanol die Bildung des Desaminoactinomycins C nachgewiesen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Verfahren zur Herstellung von Abbauprodukten der Actinomycine durch Säurehydrolyse, dadurch gekennzeichnet, daß man das Actinomycin mehrere Stunden bei Temperaturen von höchstens etwa 8o° mit Säuren, deren Konzentration höchstens der einer 20°/0igen Salzsäure entspricht, erhitzt und die entstehenden Desaminoactinomycine in bekannter Weise durch Adsorptionschromatographie abtrennt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
    © 609 546/4T4 6.56

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