DE959242C - Bad zur galvanischen Abscheidung von Antimon oder Antimonlegierungen - Google Patents
Bad zur galvanischen Abscheidung von Antimon oder AntimonlegierungenInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 28. FEBRUAR 1957
G 11878 VI j 48 a
ist in Anspruch genommen
Die Erfindung betrifft die galvanische Abscheidung von Antimon oder Antimonlegierungen,
beispielsweise Pb-Sb, aus einer Lösung einer Antimonverbindung.
Antimon läßt sich normalerweise nicht in glatter, glänzender und festhaftender Form galvanisch
abscheiden, wie es für die meisten Zwecke erforderlich ist.
Man hat vorgeschlagen, galvanischen Bädern kolloide Substanzen zuzusetzen, beispielsweise
Diäthylen-diamin (USA.-Patentschrift 2 195 454), Polyäther (britische Patentschrift 595 148) sowie
die von P fanhaus er in »Galvanotechnik«, 1949, Bd. i, S. 865, 866, genannten Zusätze. Diese Stoffe
werden gleichzeitig mit dem Metall niedergeschlagen, führen jedoch nur zu einer gewissen
Kornverfeinerung und befriedigen gerade im Fall des Antimons nicht.
Die USA.-Patentschrift 2 474 092 schlägt einen Zusatz von Citraten oder JRochellesalz zu Bleibädern
vor, jedoch lassen sich auf diese Weise nur unzulängliche grobkristalline und nicht haftende
Überzüge herstellen. Bessere Resultate erzielt man nach der USA.-Patentschrift 2 474 092
nur durch Verwendung von Tar traten (oder Salzen ähnlicher Hydroxysäuren) gemeinsam mit gewissen
komplexen Betainen, welche Alkylsubstituenten mit langer Kette enthalten. Diese
Verbindungen sind jedoch bekanntlich sehr teuer und auch nur schwierig darzustellen.
Die deutsche Patentschrift 731 102 schlägt vor,
die galvanische Abscheidung von Nebengruppenmetallen, nämlich Kupfer, Nickel, Kobalt, Zink
ίο und Kadmium, aus einer Badflüssigkeit vorzunehmen,
welche das abzuscheidende Metall in Form des Äthylen-diamin-tetra-acetates enthält.
Bekanntlich unterscheidet sich Antimon chemisch grundlegend von den Nebengruppenmetallen. Antimon
verhält sich in seinen Verbindungen vorwiegend als Nichtmetall; es bildet keine komplexen
Cyanide, wie es für die Übergangselemente typisch ist (beispielsweise K2 [Cu(CN)4] usw.),
und ebensowenig bildet es Komplexe mit Ammoniak, welche ebenfalls für die Nebengruppenelemente
charakteristisch sind. Ferner gibt es kein einfaches Antimonsalz, welches so stabil ist, daß
es in galvanischen Bädern direkt verwendet werden könnte. Zum Beispiel scheidet das Sulfat
Sb2 (S O4) 3 und das Chlorid Sb Cl3 (im Gegensatz
zu den entsprechenden Verbindungen von Kupfer, Nickel, Kobalt, Zink und Kadmium) beim Auflösen
in Wasser basische Salze ab, beispielsweise SbOCl. Wenn man aber Säure hinzufügt, um die
Salzlösungen zu stabilisieren, erhält man vollständig, unbrauchbare Antimonabscheidüngen, wie
beispielsweise das bekannte »amorphe« Antimon aus Sb CI3-H Cl-Lösungen. Bei dieser Sachlage ist
keinesfalls anzunehmen, daß Antimon mit Äthylendiamin-tetra-essigsäure
ein komplexes Ion bilden würde, so daß sich eine Verwendung dieser Verbindung
bei der Abscheidung von Antimon von vornherein von selbst auszuschließen scheint. Um
so überraschender ist die Feststellung, daß trotz der speziellen Eigenschaften des Antimons ein Zusatz
von Äthylen-diamin-tetra-essigsäure günstig auf die Antimonabscheidung einwirkt. Es war
bisher nicht möglich, den überraschenden Effekt der Äthylen-diamdn-tetra-essigsäure, nämlich die
Erzeugung eines glatten, glänzenden und festhaftenden Überzugs, zu erklären und theoretisch
zu belegen.
Ein für die galvanische Abscheidung bestimmtes galvanisches Bad enthält erfindungsgemäß
ein Alkalisalz der Äthylen-diamin-tetraessigsäure, welches im nachfolgenden abkürzend
als »Zusatzmittel« bezeichnet wird.
Als Zusatzmittel kann man das Tetra-, Tri-, Dioder Mono-natrium-salz der Äthylen-diamin-tetraessigsäure
oder die entsprechende Kaliumverbindung benutzen.
Das Zusatzmittel kann sauren oder alkalischen Bädern bis zur Erreichung eines Löslichkeits-'
Produktes in jeder beliebigen Menge zugesetzt werden. Vorzugsweise liegen diese Mengen jedoch
in einem Bereich, der einerseits durch ein Verhältnis von mindestens 2V2: 1 zwischen dem
Zusatzmittel und dem in der Badflüssigkeit gelösten Antimon, andererseits durch die Löslichkeit
des Zusatzmittels begrenzt ist.
Antimon oder Antimonlegierungen können in jeder beliebigen Dicke galvanisch niedergeschlagen
werden.
Für Zierschichten und korrosionsfeste Schutzüberzüge
werden vorzugsweise Schichtdicken bis zu 0,005 mm oder mehr benutzt, typisch sind
0,0038 mm. Auf der abgeschiedenen Schicht von Antimon oder Antimonlegierung kann noch
galvanisch eine Chromschicht niedergeschlagen werden.
Zur Veranschaulichung folgt im nachstehenden ein Beispiel eines guten Antimonbades: 80 bis
200 g/l zweibasisches Ammoniumzitrat, 10 bis 80 g/l Kalium-antimonyl-tartrat, 30 bis 60 g/l
Tetra-natrium-salz der Äthylen-diamin-tetra-essigsäure.
Für die Abscheidung einer Legierung von Antimon und Blei werden dem Bad 10 bis 25 g/l Bleioxyd
oder eine entsprechende Menge Bleiazetat zugesetzt. Ebenso können an Stelle von zweibasischem
Ammoniumzitrat Zitronensäure und Ammoniak benutzt werden. Wenn eine Blei-Antimon-Legierung
niedergeschlagen werden soll, welche zum größten Teil aus Antimon besteht, kann das Bad 40 bis 80 g Kalium-antimonyl-tartrat
und 20 g Bleioxyd oder Bleiazetat pro Liter Wasser enthalten. Geringere Konzentrationen von
Kalium-antimonyl-tartrat werden zur galvanischen Abscheidung von Antimon-Blei-Legierungen benutzt,
bei welchen Blei vorherrschender Bestandteil. ist. Solche Antimonlegierungen mit hohem
Bleigehalt sind sehr duktil und härter und weißer als Blei und bilden eine gute Unterlage für Bleilegierungen
mit hohem Antimongehalt.
Vorteilhaft benutzt man Spannungen von 1 bis ioo
4 Volt und Stromdichten von 54 bis 540 Amp./m2, während die Badtemperaturen zwischen Zimmertemperatur
(und niedriger) und 520 C (und höher) schwanken können. Der pH-Wert des Elektrolyts
soll zwischen 4 und 5 (vorzugsweise bei 5) Hegen.
Zur Abscheidung einer Legierung, welche zum größten Teil aus Antimon besteht und eine kleinere
Menge Kupfer enthält, werden zu dem zuletzt beschriebenen Antimonbad 0,4 bis 2 g Kupfersulfat
pro Liter Wasser zugesetzt. Dadurch kann man Niederschläge von außerordentlichem Glanz erzeugen.
"
Zur galvanischen Abscheidung von Antimon-Zinn-Legierungen können zu dem oben beschriebenen
Antimonbad 20 cm3 Zinn(II)-fluoborat (46% Lösung) pro Liter Wasser hinzugefügt
werden.
Zur galvanischen Abscheidung von Antimon-Kadmium-Legierungen können dem oben beschriebenen
Antimonbad pro Liter ungefähr 10 iao bis 25 g einer löslichen Kadmiumverbindung zugesetzt
werden, z. B. Kadmiumsulfat oder Kadmiumchlorid.
Zur galvanischen Abscheidung von Antimon-Indium-Legierungen können dem oben beschriebenen
Antimonbad pro Liter ungefähr 10
bis 40 cm3 einer 5°0/°igen Lösung von Indiumchlorid
in Wasser zugefügt werden.
Die Anoden können aus reinem Antimon bestehen; im Falle der galvanischen Abscheidung
von Antimonlegierungen kann man aber auch Anoden aus einer Legierung von Antimon und
dem jeweils zusammen mit Antimon niederzuschlagenden Metall benutzen.
Antimon oder Legierungen von Antimon können galvanisch auf Kathoden aus irgendeinem der gewöhnlich
gebrauchten Metalle niedergeschlagen werden, beispielsweise auf Eisen oder Stahl, Kupfer,
Blei, Zinn, Nickel, Kadmium, Indium, Zink usw.
Beim Galvanisieren von Gießformen, welche aus Stahl, Messing oder hauptsächlich aus Zink
bestehen, bedient man sich mit gutem Erfolg der Vorschrift:
1. Man erzeuge in einem alkalischen Bleibad einen dünnen Überzug von Blei;
2. man scheide einen Blei-Antimon-Überzug ab (eine Legierung mit hohem Bleigehalt);
3. man scheide einen Antimon-Blei-Überzug (eine Legierung mit hohem Antimongehalt) oder
einen Antimon-Kupfer-Überzug (eine Legierung mit hohem Antimongehalt) ab.
Ein dünner Indium- oder Zinnüberzug kann an Stelle des Bleiüberzuges abgeschieden werden.
Verwendet man Kupfer als Zwischenschicht, wird vorzugsweise (wegen der Möglichkeit einer
Reaktion zwischen Kupfer und Antimon) ein dünner Überzug von Blei, Indium oder einer Blei-Antimon-Legierung
mit hohem Bleigehalt über das Kupfer aufgebracht, bevor die Legierung mit hohem Antimongehalt abgeschieden wird.
Claims (4)
1. Bad zur galvanischen Abscheidung von Antimon oder Antimonlegierungen, dadurch
gekennzeichnet, daß es ein Alkalisalz der Äthylen-diamin-tetra-essigsäure, vorzugsweise
das Tetra-natrium-salz, enthält.
2. Bad nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Kalium-antimonyl-tartrat.
3. Bad nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß es folgende Substanzen in Wasser gelöst enthält:
zweibasisches Ammoniumzitrat 80 bis 200 g/l Tetra-natrium-salz der Äthylen-
diamin-tetra-essigsäure 30 - 60 g/l
Kalium-antimonyl-tartrat 10 - 80 g/l
4. Bad zur galvanischen Abscheidung einer Antimon-Blei-Legierung nach Anspruch I
und 2, dadurch gekennzeichnet, daß es folgende Bestandteile in Wasser gelöst enthält:
zweibasisches Ammoniumzitrat 80 bis 200 g/l Tetra-natrium-salz der Äthylen-
diamin-tetra-essigsäure 30 - 60 g/l
Kalium-antimonyl-tartrat 10 - 80 g/l
Bleioxyd oder Bleiacetat 10 - 25 g/l
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 731 102;
britische Patentschrift-Nr. 595 148;
USA.-Patentschriften Nr. 2195454, 2474092; Galvanotechnik (früher Pfanhauser), 1949, Bd. I, S. 865, 866.
britische Patentschrift-Nr. 595 148;
USA.-Patentschriften Nr. 2195454, 2474092; Galvanotechnik (früher Pfanhauser), 1949, Bd. I, S. 865, 866.
© 609 617/439 8.56 (609 809 2.57)
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