DE962071C - Verfahren zur Herstellung von Estern, Amiden oder Nitrilen von ª‡-Cyan-ª‡, ª‰-dichlorpropionsaeuren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Estern, Amiden oder Nitrilen von ª‡-Cyan-ª‡, ª‰-dichlorpropionsaeuren

Info

Publication number
DE962071C
DE962071C DEF17144A DEF0017144A DE962071C DE 962071 C DE962071 C DE 962071C DE F17144 A DEF17144 A DE F17144A DE F0017144 A DEF0017144 A DE F0017144A DE 962071 C DE962071 C DE 962071C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
chlorine
nitriles
amides
esters
weight
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEF17144A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Max Coenen
Dr Guenter Jacobs
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bayer AG filed Critical Bayer AG
Priority to DEF17144A priority Critical patent/DE962071C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE962071C publication Critical patent/DE962071C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C255/00Carboxylic acid nitriles

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Low-Molecular Organic Synthesis Reactions Using Catalysts (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Estern, Amiden oder Nitrilen von α-Cyan-α,ß-dichlorpropionsäuren Es wurde gefunden, daß man.durch Einwirkung von Chlor auf a-Cyanacrylsäureester, -amide oder -nitrile, die in ß-Stellung mindestens einen Alkyl-, Cycloalkyl-, Aralkyl- oder Arylrest enthalten, in glatter Reaktion die entsprechenden a-Cyan-a, ß-dichlorpropionsäurederivate erhält.
  • Die Umsetzung gelingt vielfach ohne weiteres durch Einleiten von gasförmigem Chlor in die erwähnten Stoffe. In anderen Fällen ist es vorteilhaft, den Chlorierungsprozeß durch Zugabe von Katalysatoren zu fördern. Hierfür kommen namentlich Salze organischer Basen, z. B. die Salze des Chlorwasserstoffs, der Phosphorsäure, der Schwefelsäure, der Toluolsulfonsäure oder der Dichloressigsäure, z. B. mit Dimethylamin, Triäthylamin, Dimethylanilin, Benzyldimethylamin, Pyridin, Chinolin, Isochinolin, Chinaldin und Pikolin, ferner z. B. Carbazol, Azo- und Hydrazodiisobuttersäurenitril und Benzoylperoxyd in Frage, die in Mengen von etwa O,I bis etwa 50/,, insbesondere von etwa I bis 201,, zugesetzt werden.
  • Gewünschtenfalls kann die Anlagerung des Chlors an die Doppelbindung durch Zugabe einer Spur Jod, z. B. in Mengen von etwa 0,01 bis 0,1 O/o, weiterhin noch beschleunigt werden.
  • Gegebenenfalls können auch Lösungsmittel, z. B.
  • Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, o-Dichlorbenzol oder Tetrachloräthan, verwendet werden.
  • Die Umsetzung verläuft bereits bei Raumtemperatur. In manchen Fällen können jedoch auch mäßig erhöhte Temperaturen angewandt werden.
  • An für das Verfahren geeigneten a-Cyan-acrylsäureestern, -amiden oder -nitrilen der gekennzeichneten Art seien z. B. genannt ß-Methyl-a-cyanacrylsäuremethylester, fl-Methyl-a-cyanacrylnitril, ß"S-Di- methyl-α-cyanacrylnitril, ß-Phenyl-α-cyanacrylnitril, ß,ß-Pentamethylen-α-cyanacrylnitril, ß-Phenyl-α-cyanacrylsäureäthylester, ß-Phenyl-α-cyanacrylsäuremethylester, ß-Phenyl-α-cyanacrylsäureamid, ß-Äthyl-ß-methyl-α-cyanacrylnitril, ß,ß-Diäthyla-cyanacrylnitril, ß-Äthyl-a-cyanacrylnikil und ß-Methyl-ß-phenyl-α-cyanacrylnitril.
  • Der glatte Verlauf der Reaktion war überraschend, da sich Chlor, im Gegensatz zu Brom, schon an Äthylenmononitrile, z. B. an Acrylnitril, nur schwer anlagert. Da es sich bei den Ausgangsstoffen für das vorliegende Verfahren aber entweder um Verbindungen mit einer Nitrilgruppe und einer Ester- oder Amidgruppe an einem Kohlenstoffatom der Doppelbindung oder um Dinitrile, bei denen beide Nitrilgruppen an einem solchen Kohlenstoffatom sitzen, handelt, war nicht zu erwarten, daß eine Umsetzung mit Chlor überhaupt gelingen würde.
  • Die Verfahrensprodukte können als Zwischenprodukte für neuartige organische Synthesen verwendet werden.
  • B e i s p i e l 1 In 39 Gewichtsteilen α-Cyancrotonsäurenitril wird bei Zimmertemperatur ein schneller Chlorstrom eingeleitet. Die Temperatur steigt im Reaktionsgemisch innerhalb I Stunde auf 45° an. Unter geringer Chlorwasserstoffentwicklung, die nach 3 Stunden völlig aufhört, nimmt das Dinitril Chlor auf. Nach 4 Stunden wird das Einleiten von Chlor unterbrochen, das Reaktionsgemisch auf Zimmertemperatur abgekühlt und durch Einleiten von trockener Luft von überschüssigem Chlor und von Chlorwasserstoff befreit. Die Gesamtchloraufnahme beträgt 24 Gewichtsteile. Das Reaktionsgemisch wird im Hochvakuum fraktioniert. Dabei erhält man 53,2 Gewichtsteile a-Cyan-a, fl-dichlorbuttersäurenitril (Siedepunkt 32°1 0,2 mm): berechnet ... Cl 43,5; gefunden ... Cl 43,2.
  • Beispiel 2 50 g ß-Phenyl-a-cyanacrylnitril werden mit 1 g Chinolinhydrochlorid versetzt und in einem mit Rührer, Thermometer und Rückflußkühler versehenen Dreihalskolben auf 85° erhitzt. Durch die flüssige Schmelze wird nun ein mäßiger Chlorstrom geleitet, so daß eine Innentemperatur von 900 nicht überschritten wird. Gegen Ende der Reaktion kann der Chlorstrom etwas verstärkt werden. Das überschüssige Chlor wird mit Luft vertrieben, Das a-Cyan-α,ß-dichlor-ß-phenylpropionsäurenitril kristallisiert nach dem Erkalten und kann aus wenig Methanol umkristallisiert werden. Schmelzpunkt 59 bis 60°, Die Rohausbeute ist praktisch quantitativ.
  • Analyse für C10H6N2Cl2 (Molekulargewicht 225,I): berechnet . C 53,35, H 2,69, N 12,45, C1 3I,5; gefunden.. C 52,84, H 2,75, N 12,1, C1 30,8, 52,74, 2,86, 12,1 30,8.
  • Beispiel 3 20 Gewichtsteile a-Cyan-ß-benzylcrotonsäurenitril werden in 100 Volumteilen- Tetrachloräthylen aufgeschlämmt. - Hierzu gibt man 0,2 Gewichtsteile Pyridinhydrochlorid und 0,01 Gewichtsteil Jod. In diese Mischung leitet man unter langsamem Erwärmen auf 600 Chlor ein. Nach etwa 10 Minuten geht das Dinitril in Lösung. Das Einleiten von Chlor wird noch 3 Stunden bei 70 bis 80° fortgesetzt. Hierauf wird das überschüssige Chlor mit Luft aus dem Reaktionsgemisch ausgeblasen. Anschließend destilliert man das Tetrachloräthylen im Wasserstrahlvakuum von der gebildeten Dichlorverbindung ab.
  • Es hinterbleiben 32 Gewichtsteile des a-Cyan-a, ß-dichlor-ß-benzylcrotonsäurenitrils, das allmählich zu gelblichweißen Kristalldrusen erstarrt. Aus Cyclohexan umkristallisiert, erhält man es als reinweißes Kristallpulver vom Schmelzpunkt 110 bis 1120 unter Zersetzung.
  • Analyse für Cl2HloN2Cl2 (Molekulargewicht 253,I): berechnet .. C 56,90, H 3,98, N 11,05, Cl 28,10; gefunden . C 56,54, H 4,0I, N IO,g3, Cl 28,67.
  • Beispiel 4 62 g ß-Methyl-α-cyanacrylsäuremethylester werden mit 9,3 g Pyridinhydrochlorid und 0,05 g Jod versetzt und unter Rühren bei 70 bis 800 mit einem mäßigen Chlorstrom beschickt, bis kein Chlor mehr aufgenommen wird. Das überschüssige Chlor wird durch Luft verdrängt und das Reaktionsprodukt im Hochvakuum fraktioniert, Der ß-Methyl-α, ß-dichlor-a-cyanpropionsäuremethylester siedet bei Kp. o,l = 59 bis 620. Ausbeute 88,2 g = 91,8% der Theorie.
  • Analyse für C6H7NO2Cl2 (Molekulargewicht 196): berechnet .. C 36,76, H 3,60, N 7,I5, Cl 56,I7; gefunden .. C 36,87, H 3,64, N 6,77-, Cl 35,90, 37,14, 3,64, 6,88, 36,Io.
  • Beispiel 5 48,6 g ß,ß-Pentamethylen-α-cyanacrylnitril werden wie im Beispiel 4 chloriert. Das Reaktionsprodukt, ß,ß-Pentamethylen-α,ß-dichlor-α-cyanpropionsäurenitril, wird im Vakuum destilliert. Kp. 5 = 114 bis 116°. Ausbeute 60,5 g = 84% der Theorie.
  • Analyse für C9HloN2Cl2 (Molekulargewicht 2I7,I): berechnet .. C 49,79, H 4,64, N I2,9I, Cl 32,66; gefunden .. C 50,I6, H 4,85, N I2,0, Cl 32,6 50,24, 5,15, 12,0, 32,7.
  • Beispiel 6 20 Gewichtsteile Benzylidencyanessigsäureanilid werden in 100 Gewichtsteilen Eisessig aufgeschlämmt.
  • Hierzu gibt man 0,2 Gewichtsteile Pyridinhydrochlorid und 0,01 Gewichtsteil Jod. Unter lebhaftem Rühren leitet man zunächst einen kräftigen Chlorstrom in die Mischung ein, wobei man auf 70° erwärmt. Nach etwa I5 Minuten ist das Anilid in Lösung gegangen, worauf die Mischung noch unter langsamem Zuleiten von Chlor 2112 Stunden bei 70 bis 75° nachchloriert wird.
  • Anschließend verdrängt man das überschüssige Chlor mit Luft und dampft den Eisessig im Vakuum ab. Das a-Cyan-a, ß-dichlor-ß-phenylpropionsäure- anilid hinterbleibt als zähflüssiges, gelbliches Öl.
  • Ausbeute 32 g. Es läßt sich nur schwer aus Cyclohexan durch Umkristallisieren reinigen. Man erhält hierbei ein weißes Kristallpulver vom Schmelzpunkt 80 bis 85° unter Zersetzung.
  • Analyse für C16H12N2OCl2 (Molekulargewicht 319,2): berechnet .. C1 = 22,30; gefunden .. C1 = 22,78.

Claims (1)

  1. P A T E N T A N S P R U C H : Verfahren zur Herstellung von Estern, Amiden oder Nitrilen von a-Cyan-a, ß-dichlorpropionsäuren, die in ß-Stellung mindestens einen Alkyl-, Cycloalkyl-, Aralkyl- oder Arylrest enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß man Chlor auf die entsprechenden a-Cyanacrylsäurederivate, gegebenenfalls in Gegenwart von Katalysatoren und bzw. oder einer Spur Jod, einwirken läßt.
DEF17144A 1955-03-25 1955-03-25 Verfahren zur Herstellung von Estern, Amiden oder Nitrilen von ª‡-Cyan-ª‡, ª‰-dichlorpropionsaeuren Expired DE962071C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEF17144A DE962071C (de) 1955-03-25 1955-03-25 Verfahren zur Herstellung von Estern, Amiden oder Nitrilen von ª‡-Cyan-ª‡, ª‰-dichlorpropionsaeuren

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEF17144A DE962071C (de) 1955-03-25 1955-03-25 Verfahren zur Herstellung von Estern, Amiden oder Nitrilen von ª‡-Cyan-ª‡, ª‰-dichlorpropionsaeuren

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE962071C true DE962071C (de) 1957-04-18

Family

ID=7088479

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEF17144A Expired DE962071C (de) 1955-03-25 1955-03-25 Verfahren zur Herstellung von Estern, Amiden oder Nitrilen von ª‡-Cyan-ª‡, ª‰-dichlorpropionsaeuren

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE962071C (de)

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3064035A (en) * 1959-08-18 1962-11-13 Rohm & Haas Trichlorinated cyanoester
US3082241A (en) * 1959-08-18 1963-03-19 Rohm & Haas Tetra- and pentachlorinated cyanoesters
US3133954A (en) * 1959-08-18 1964-05-19 Rohm & Haas Process for preparing chlorinated cyanoesters

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3064035A (en) * 1959-08-18 1962-11-13 Rohm & Haas Trichlorinated cyanoester
US3082241A (en) * 1959-08-18 1963-03-19 Rohm & Haas Tetra- and pentachlorinated cyanoesters
US3133954A (en) * 1959-08-18 1964-05-19 Rohm & Haas Process for preparing chlorinated cyanoesters

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1129153B (de) Verfahren zur Herstellung von ª‡-Cyan-ª‰-Alkyl-ª‰-phenylacrylsaeureestern
DE1227893B (de) Verfahren zur Herstellung von Glycyrrhetinsaeurederivaten
DEF0017144MA (de)
DE2900506C2 (de)
DE1108213B (de) Verfahren zur Herstellung von 2, 2-Dimethyl-3-phenylcyclopropan-carbonsaeuren
DE851059C (de) Verfahren zur Herstellung von Dihydromuconsaeuredinitril
DE1277851B (de) Verfahren zur Herstellung von 2-Chlorcarbonylphenylisocyanaten
DE1265752B (de) Verfahren zur Herstellung von aromatischen Carbonsaeuren
AT210885B (de) Verfahren zur Herstellung der neuen 3,4-Dichloranilide der Propion-, Isobutter- und α-Methylvaleriansäure
AT222646B (de) Verfahren zur Herstellung von Benzoxazolen
DE1117135B (de) Verfahren zur Herstellung von 3-Amino-2, 4, 6-trijodbenzoylverbindungen
DE802818C (de) Verfahren zur Herstellung von Phenylessigsaeure
DE1932022C3 (de) Verfahren zur Herstellung von 1,2 Dihydrochinolinen
DE970224C (de) Verfahren zur Herstellung von am Stickstoff substituierten Chromon-2-carbonsaeureamiden
AT355552B (de) Neues verfahren zur herstellung dichlorace- tylierter aliphatischer sec. amin-derivate
DE754369C (de) Verfahren zur Herstellung von Carbominsaeureestern
AT229305B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Anthrachinonderivaten
AT221525B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Bis-[p-hydroxyphenyl]-3-oxo-dihydro-1,4-benzoxazinen und deren 0-Acyl- bzw. 0-Alkylderivaten
DE1963925A1 (de) Verfahren zur Herstellung N?-substituierter 5,5-Diphenylhydantoin-Derivate
DE1944756B2 (de) Verfahren zur herstellung von malein itacon oder aconit saeureanhydrid homopolymerisaten
AT214910B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen, am Stickstoffatom und am β-Kohlenstoffatom substituierten Buttersäureamiden
DD273062A1 (de) Verfahren zur herstellung von hydroxybenzoesaeure(chinoxalin-2-ylmethyl)-ethern und -estern
AT240842B (de) Verfahren zur Herstellung von ausschließlich im Kern chlorierten Estern von Alkylbenzolmonocarbonsäuren
DE3029231A1 (de) Verfahren zur herstellung von 2-isocyanpropionsaeureestern
DE1010959B (de) Verfahren zur Herstellung von disubstituierten Maleinsaeure- und Fumarsaeuredinitrilen